ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2724

Nach WLAN kommt WMAN

Die "letzte Meile" mit ohne Kabel

Autor: flo - Datum: 17.01.2004

Bei den Kollegen der Macwelt findet sich ein interessanter Artikel zu so genannten Wimax-Funknetzen. Dahinter verbirgt sich der Wimax (der unter vielen anderen der übliche Verdächtige Intel angehört) vorangetriebene Funkstandard 802.16a. Mit dem technischen Vorgändern, den diversen 802.11-Standards (WLAN), hat dieser nur wenig zu tun, er hat aber auch ein ganz anderes Ziel: WMAN (Wireless Metropolitan Area Network). Gesendet wird zwischen 10 und 66 GHz, die Reichweite soll bis zu 50km betragen und die Bandbreite mit bis zu 70MBit/s jeden DSL-Zugang alt aussehen lassen. Dass eine Basisstation (und natürlich auch die Engeräte selbst) somit ganz andere räumliche (und finanzielle) Dimensionen einnehmen wird als eine schnuckelige Airport-Basis respektive -Karte, ist klar. Als Konkurrenz jedoch zur immer noch von der Telekom kontrollierten "letzten Meile" könnte 802.16a ein echter Hit werden. Und da sowohl die Antennen kleiner sowie die gesamte Installation wesentlich billiger sein sollen als Mobilfunksender, dürfte der Standard auch GPRS und das Milliardengrab UMTS möglicherweise das Fürchten lehren. 802.16a ist im Übrigen schon seit gut einem Jahr ein Industriestandard, in der zweiten Jahreshälfte, so ist im Macwelt-Artikel zu lesen, kämen wahrscheinlich die ersten Produkte auf den Markt. Intel habe sogar schon einen Chipsatz in Planung (was tatsächliche Produkte erst in ein bis drei Jahren erwarten lässt), der den Einbau von Wimax in Notebooks ermöglichen soll - eine Galgenfrist möglicherweise für GPRS und UMTS.

Kommentare

meile vs meter

Von: uem | Datum: 17.01.2004 | #1
meinst du nicht, dass "letzter meter" treffender wäre als "letzte meile" oder versteh ich dich falsch?

Kombination

Von: lars (MacGuardians) | Datum: 17.01.2004 | #2
Interessant fände ich es hier, wenn es ein Kombigerät für Privatanwender geben würde, dass 802.16a empfängt und lokal über 802.11 sendet. So könnte man sich wirklich den lästigen Anschluss ersparen.

.::lars::.

welche Voraussetzungen nötig?

Von: Macus | Datum: 17.01.2004 | #3
Hallo flo,
hast du was finden können, welche Voraussetzungen seitens Mac-Hardware (Senden und Empfangen über PCI-Karten? oder FireWire-Adapter?) bzw. des Betriebssystems (ähnlich PPPoE-Erweiterung für DSL) hierfür erforderlich sind?
Wichtig wäre mir, dass damit endlich auch nicht nur urbane Regionen versorgt werden könnten, sodass die Zweiklassen-Surfgemeinde in Deutschland ein Ende findet! (DSL vs. ISDN/Modem)
Danke, Markus

Na klasse...

Von: GChild | Datum: 17.01.2004 | #4
...noch ein Strahler mehr. Ich denke irgendwann wird sich zeigen das bezogen auf Ökologie und Gesundheit gepulste Strahlung eine Sackgasse ist. Nur meine ganz persönliche Meinung.

Bandbreitenberechnung

Von: Marcel Bresink | Datum: 17.01.2004 | #5
Wirklich eine interessante Entwicklung, vor allem für Leute in Ortsnetzen, wo das Telefonnetz zu modern ist, um DSL zu verwenden.

Allerdings ist die Bandbreitenberechnung, die in der Berliner Zeitung aufgestellt wurde (die dann alle ungeprüft abschreiben), nur mit Vorsicht zu genießen: Die versprochenen 70 MBit/s stehen nur "shared", also allen Teilnehmern einer Basisstation *insgesamt* zur Verfügung, nicht für jeden einzelnen. Wenn - wie es im Artikel heißt - "mehrere hundert Kunden" im Sendegebiet angeschlossen sind, ist das ganze also bei 94 Privatkunden (768 kBit/s) oder 23 Firmenkunden (3.072 kBit/s), die gleichzeitig im Netz sind, langsamer als DSL.

@Bandbreitenberechnung

Von: Mark Koch | Datum: 17.01.2004 | #6
Genau das habe ich gemeint. Bei der Abdeckung ist eine Client#<100 eher unwahrscheinlich, zumindest in Peakzeiten (Abends 17-22Uhr) erscheint dies unrealistisch mit den angesprochenen Radien.

Trotzdem ist dies _eine_ Möglichkeit, die die momentane Marktsituation beeinflussen kann. Ich halte es für ein interessantes Modell, das für "all time on" Nutzung schon attraktiv ist, wenn es um geringe Datenmengen geht (Mail, WEB oder IM). Kazaa oder File sharing ist sicherlich nicht optimal nutzbar (Wenn darüber DVD oder CD-Datenmengen übertragen werden sollen). Aber für mich ist dies auch außen vor, eher mal ein Update oder, wenn er denn kommt, ITMS-Download. Da zählt für mich dann eher:

geringer Anschlusspreis,
geringer Monatsbeitrag,
flat-Möglichkeit mit endlich attraktiven Preisen.

Für diese Punkte sind Modelle zur Erhöhung der Angebotsvielfalt/des Wettbewerbs natürlich willkommen. Und allein deshalb bin ich auf die Entwicklung gespannt.

...

Von: namename | Datum: 17.01.2004 | #7
der artikel in der berliner zeitung zu diesem thema ist mit einem foto verziert.

auf diesem photo ist ein an einem laptop arbeitender mann zu sehen.

wahrscheinlich surft der wireless.

aber er verwendet keinen centrino.

denn das notebook ziert ein kleiner weisser apfel ...

verstrahlt?

Von: loki | Datum: 17.01.2004 | #8
Na toll. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, bekommen wir damit also irgendwann eine neue Mikrowellenstrahlung mit ca. 1cm Wellenlänge. Ich wüsste - gerade bei den Reichweiten - doch mal gerne, wie die Wechselwirkung dieser Mikrowellenstrahlung mit organischem Gewebe aussieht.

Reichweite bis 50 km?

Von: thomas b. | Datum: 17.01.2004 | #9
Klar, von einer Sendestation aus sind 50 km sicher zu bewältigen - aber:

In einem solchen Umkreis dürften sich doch einfach zu viele Endgeräte befinden und wie sollen die denn so weit zurück senden? Bei der Sendeleistung, die man in diesem Frequenzbereich schon für wenige Kilometer braucht, wird man doch völlig verstrahlt.

drahtlos RISIKEN

Von: ssprite | Datum: 17.01.2004 | #10
... ganz deiner meinung GChild .... aber so lange müssen wir gar nicht mehr warten um zu wissen wo das alles hinführt. die realen auswirkungen dieses drahtloswahnsinns sind hier beschrieben:

[Link]

...man hat wieder einmal techniker der hanswurstklasse M$ basteln lassen, das produkt in M$-marketing-reinkultur (geldmaschine) in den markt gedrückt, was für jegliches organische leben, also auch den menschen auf zellularebene folgendes bedeutet:

[Link]

...wenn einer jetzt immer noch nicht genug handys, WLANs, DECT-heimschnurlostelefone u.ä. um sich aufstellen kann, einfach mal weiterlesen:

[Link]
[Link]

Strahlenfreaks

Von: Cassius | Datum: 18.01.2004 | #11
Vor dem Passivrauchen wird man immer besser geschützt. Immer mehr Bahnhöfe und sonstige öffentliche Plätze werden zu Nichtraucherzonen. Beim Rauchen geht das glücklicherweise. Mag sein daß es für Raucher lästig ist, aber der Schutz der Unschuldigen sollte eigentlich immer Vorrang haben.
Bei diesem ganzen Strahlenwahn geht das leider nicht. Nur weil die Industrie vielen Leuten erfolgreich einredet, Produkte und Dienste zu benötigen, die bisher niemand benötigte, werden alle Menschen im Umkreis, ob sie wollen oder nicht, mit unnötiger Strahlung überschüttet. Ich finde das absolut unverantwortlich, da die Risiken noch nicht endgültig abzusehen sind, es aber bereits deutliche Anzeichen dafür gibt, daß nicht alles so harmlos ist, wie die Industrie gerne behauptet.

Bei all diesem Irrsinn, von Bush über unsere Lobby-gesteuerten Politiker und MS bis hin zu der rücksichtslosen Geldmacherei der Technologiekonzerne ohne Rücksicht auf Verluste, könnte man direkt zum Terroristen werden. Oder man wünscht sich zumindest den Ostblock zurück...

Lernen Sie Physik Herr Redakteur!

Von: Waldorf | Datum: 18.01.2004 | #12
50km Reichweite bei 10-66Ghz. Nun das geht zwar schon, nur haben wir da einfach ein Problem: Bei diesen Frequenzen ist für eine Korrekte Übertragung SICHTVERBINDUNG notwendig. Das würde bedeuten man braucht nur alle 100km (im Idealfall) eine Sende Empfangstation. Das geht einfach nicht. Denn wie schon eine alte chinesische Bauernregel sagt: Doppelte Frequenz=Halbe Reichweite. (Deshalb sind auch für das 1800 Mhz Mobilfunetz wesentlich mehr Basisstationen (mikro und Markolayer) als für das 900Mhz Netz neotwendig. Und deswegen braucht man für UMTS wieder mehr Stationen als für das 1800er Usw. Usw.)

Gottseidank nicht alleine! :-)

Von: GChild | Datum: 18.01.2004 | #13
@loki, cassios, ssprite

Supi, ich habe schon gedacht ich wär der Einzige, dem es vor der gesamten Strahlenverschmutzung graust... danke auch für die Links! ich hoffe es werden in Zukunft mehr Untersuchungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von gepulster Strahlung veröffentlicht. Zur Zeit wird dies durch den starken Einfluss der Industrie ja leider immer noch verhindert...

Wir haben halt aus Contergarn und anderen Vorfällen nichts gelernt. Erst fleissig Innovationen auf den Markt werfen und später über die Langzeitwirkungen jammern. Im zweifelsfall betriffts ja eh erst dir nächste Generation. Also: Egal! :-(

Strahlung ist kein Thema...

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 19.01.2004 | #14
..denn jetzt gibt es ja den supergeilen Gabriel-Chip mit extra viel pseudowissenschaftlicher Esoterik! ;-)

Damit können wir dann sogar in der Mikrowelle schlafen, hehe..

Nee, jetzt mal im Ernst: Weiss jemand, wieviel Watt so'n WLAN hat?
Gepulst ist das wohl genauso wie das ganze andere digitale Zeug...

Das sagt die Uni Wuppertal:

Von: mikrokokkus | Datum: 19.01.2004 | #15
[Link]

"Im Mai 2003 wurde das Funk-LAN für die Uni Wuppertal gestartet. Auch in der Bibliothek wurden sogenannte "Accesspoints" eingerichtet - das sind die Sender/Empfänger, die mit den Notebooks Funk-Kontakt aufnehmen und so das drahtlose Surfen im Internet erst ermöglichen.
Nachdem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bibliothek gesundheitliche Bedenken äußerten, wurden die Accesspoints vorübergehend abgeschaltet. In Zusammenarbeit von Bibliothek, HRZ und der Arbeitssicherheits-Begehungskommission mit ihrem Sicherheitsbeauftragten wurde am 04.11.2003 die Strahlenbelastung ("Leistungsflussdichte") der Accesspoints gemessen.
In einem Abstand von 20 cm von den Antennen und im Arbeitsbereich der Benutzer lag die Leistungsflussdichte unter 0,1 µWatt/cm2. Gesetzlich erlaubt sind 1000 µWatt/cm2. Das wesentlich strengere Gutachten des Nova-Instituts für Ökologie und Innovation im Auftrag der Uni Bremen empfiehlt 10 µWatt/cm2.
Im Klartext: Die Empfehlung des Nova-Instituts wird um den Faktor 100 unterschritten, der gesetzliche Grenzwert sogar um den Faktor 10000!"

(Dies ist nur der Versuch einer Antwort an Kai und NICHT mein Statement zu den Risiken von Funknetzen oder gepulster Strahlung!)

Back from weekend ;)

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 19.01.2004 | #16
@ uem:
"Die letzte Meile" ist ein feststehender Begriff und bezeichnet ledigleich die Strecke vom letzten Verteiler zum Anschluss ins Haus. Diese Strecke (die natürlich keine Meile lang sein muss ;) ist zu 100% in der Hand der Telekom und wird für teuer Geld vermietet an andere Telefongesellschaften - einer der größten Kritikpunkte seit Öffnung des Marktes (es ist allerdings anzumerken, dass es einige wenige (regionale) Anbieter gibt, die ein eigenes Netz aufgebaut haben).

@Macus:
Wie in späteren Kommentaren einigermaßen klar geworden sein dürfte: Mit Endgeräten für den Computer dürfte in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sein. Die Empfangsgeräte dürften zu Beginn noch a) viel zu groß und b) viel zu teuer sein. Das ist eher was für die Antenne auf dem Dach (die ja wohl eh wieder §Einzug halten wird, wenn DVB-T in den nächsten Jahren seinen Siegeszug antreten will).

@ GChild und andere:
Über die Strahlung wird zu reden sein, ich fand dazu keinen Artikel und die Betreiber halten damit von sich aus sicher hinter'm Berg ;)

@ Mark Koch und andere:
Das mit der Bandbreite ist klar, dass da nicht 70 MBit/s für einen reserviert sind und das 70 MBit auch garantiert eine Brutto-Bandbreite bezeichnen.

@Waldorf:
Habe Physik zu großen Teilen durch Astronomie ersetzt ;) Von den physikalischen Problemen mal abgesehen: Es heißt in der Spezifikation halt mal 50 km, da kann ich ja nichts für. Ähnlich wie die 70 MBit/s würde ich diesen Wert aber mit Vorsicht genießen. So lange keine ernst zu nehmenden Feldversuche stehen, ist über derlei "Details" eh schwerlich zu streiten.

Gabriel-Chip-Fake entlarvt!

Von: Beamer | Datum: 10.03.2004 | #17
Hi Leute,

habe eine sehr schöne Site gefunden, die alle Unklarheiten beseitigen dürfte...

[Link]

See you later...

Schaden durch Leistung oder pulsierung

Von: G.K | Datum: 24.04.2004 | #18
Alle Grenzwerte die bei der Gesundheitsgefährung offiziell eine Rolle spielen sollen, beziehen sich immer auf die Leistung. Dabei ist gerade die Leistung nur ein Wert, der allenfalls direkte, klar nachweißbare und auch nachvollziehbare Schäden hervorruft. Das eigentliche Problem bei der "Digitalen Strahlung" ist die Pulsierung, welche indirekte Langzeitschäden hervorruft, deren Ursache oft nichtmal auf die Strahlung zurückzuführen ist. Ganz offensichtlich ist jedoch ganz einfach das Menschen die einer gepulsten Strahlung auf lange Zeit ausgesetzt sind, statistisch in einem erheblichen Maße zu Allergien, Migräne, Schlaflosigkeit, Krebs und anderen Krankheitsbildern neigen als Menschen die in einer Strahlungsarmen Umgebung leben. Die meisten Menschen begreifen halt erst, welche Auswirkungen solche Strahlungsquellen haben, wenn sie Krank sind und dann ist es meistens schon zu spät. Schützen kann sich vor der Strahlung niemand...