ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 273

Neue Produkte: wer sagt¥s den Händlern?

Wenn der Kunde mehr weiß als der Händler...

Autor: bh - Datum: 29.04.2002

Wow - Apple agiert wieder mal! Das Unternehmen hat begriffen, daß der Bildungsmarkt wichtig ist und wirft mit dem eMac endlich etwas adäquates in die Schlacht. Wer braucht in einer Schule denn schon teure TFTs, wenn nur ein paar Studen daran gearbeitet wird? Es muß kein teures DVD-Laufwerk sein, einstweilen tut es dort noch CD-ROM. Wichtig war der Prozessor, die Größe der ganzen Kiste, die Netzwerkfähigkeit und der PREIS. Und der ist okay, muß man ehrlich zugeben - G4 Power für jeden. Natürlich ist die Schneekönigin hübscher im Design, aber Stückzahlen könnte der eMac genauso bringen. Wenn Apple es jetzt noch Händlern ermöglicht, Schuleinrichtungen zu betreuen und den Rechner nicht nur im AppleStore anbietet, wäre alles gewonnen. Bildungsinstitutionen beziehen ihre Systemlösungen nun einmal gerne aus einer Hand - und Apple hat heute den passenden Rechner dazu geliefert. Jetzt nur im finish keinen Quatsch machen, es sieht so gut aus - und dieses Unternehmen hat sich oft genug ins Knie geschossen...

PowerBook - jetzt fetzt es! Alle wichtigen Audio-Anschlüsse da, alle nötigen Video-Schnittstellen und ein fetter G4 Prozessor: so haben wir es gern. Eigentlich nur ein reguläres update, aber eines, bei dem wieder der Kundschaft genau zugehört wurde - Apple wird offenbar lernfähig. Wir haben bekommen, was wir wollten, auch wenn der Preis noch immer stolz ist. Das Unternehmen hat aktuell eine feine Produktreihe, solide Dinger in jeder Kategorie - müßte nur mehr die Werbung und der faire Vertrieb klappen...

... denn wenn ich mir einen Kommentar erlauben darf: von den neuen Produkten haben die meisten Händler aus dem Web erfahren. Apple befand es nicht für nötig, mal seine Vertriebspartner (auch nicht die Center) über die neuen Produkte in Kenntnis zu setzen. So sieht das Vertrauensverhältnis derzeit aus, daß man als erstes die Journalisten informiert und dann spricht es sich schon rum zu den komischen Typen, die immerhin noch mehr als 50% des Umsatzes machen für Apple. Diese Handlungsweise sagt sehr viel aus über das aktuelle Verhältnis und das nicht existente Vertrauen Apples in seine Vertriebspartner. Gerade mit einer so feinen Produktpalette wird es nötig sein, daß wieder alle an einem Strang ziehen - es wird nur gemeinsam gehen. Wenn Apple schon bei den Produkten hellhörig wird, vielleicht sickert diese Weisheit auch noch mal durch? Vom Verdrängungswettbewerb gewinnt Apple nichts - der Marktanteil muß steigen. Wenn nicht jetzt mit diesen Maschinen, wann dann?

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