ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2777

nupha is back

Online Musicstore für das alte Europa

Autor: flo - Datum: 06.02.2004


Franzosen bieten nicht nur gute Baguettes, leckeren Käse und delikaten Wein, sondern auch Musicstores, die wie symphatisch-finnische Ausrufe klingen: nupha ("nuppa", klingt doch allemal besser als das französiche "nühpah"). Nupha hatte es vor knapp zwei Wochen schon einmal probiert, war aber binnen kürzester Zeit an den (nach eigenen Aussagen) über 50.000 Anfragen pro halber Stunde gescheitert (respektive deren XServe). Nun hat man sich wohl etwas mehr Bandbreite und zusätzliche Server beschafft und bietet einen recht interessanten Musicstore an, der sich offen gibt: Er funktioniert plattformübergreifend und bietet für PC-Nutzer das bekannte WMA-Format (192 kBit/s), für Mac-User AAC-Songs (128 kBit/s) an. Titel kosten 0,99, ganze Alben maximal 8,99 - Euro oder Dollar, das darf man frei wählen, bezahlt werden kann ausschließlich mit Kreditkarte. Die Titel sind natürlich geschützt, während bei den WMA-Tracks wahrscheinlich das MS-eigene DRM genutzt wird hat nupha für den Mac eine Eigenentwicklung am Start. Damit die Songs dann auch mit iTunes abspielbar sind, muss man sich erst das "Comfort Kit" herunterladen. Dieses kleine Stück Software installiert einen "Nupha Daemon", das Prozedere dauert kaum eine Minute (samt Download), erfordert aber einen Neustart.


Nach dem Neustart nistet sich der Nupha Daemon in der Statusleiste des Finders (rechts oben bei der Uhr) ein und fragt beim erstmaligen Start nach der Authorisierung des Computers, was man mit den Log-in-Daten, die man zuvor bei nupha angegeben hat, bestätigt:


Wieviele Rechner man authorisieren kann, wird aus den Angebotsbestimmungen nicht klar (oder ich habe es übersehen), zumindest ließ sich ein zweiter Rechner ebenfalls problemlos freigeben.

Nun kann man loslegen (was praktischerweise direkt aus dem Dialogfeld bzw. auch aus dem Kontextmenü des Daemons in der Statusleiste funktioniert) und auf den nupha-Seiten Musik anhören und kaufen. Die Benutzerführung ist natürlich nicht ganz so bequem wie im iTMS, aber brauchbar. Sehr schön ist beispielsweise die Möglichkeit, sich Bands und Titel auch nach Labels geordnet anzeigen zu lassen. Bei den Probe-Samples sollte nupha jedoch bald nachbessern - diese spielen 20 bis 30 Sekunden eines Titels an, zwar in guter Qualität, aber leider immer die ersten Sekunden. Das ist leider bei vielen Songs wenig aussagekräftig, hier zahlt sich Apples Aufwand aus, immer einen repräsentativen Ausschnitt anzubieten. Außerdem fanden sich doch einige Leichen, also Titel, die sich nicht anspielen ließen (defekter Link) - man könnte dies wohlwollend noch als Anlaufschwierigkeiten durchgehen lassen.

Der Kaufvorgang ist denkbar einfach: Auf "Buy" klicken, bestätigen und die Datei kommt (die Rechnung wohl leider auch ;). Die Datei landet in "~/Music/Nupha/Music", kann aber prinzipiell auch an jeden beliebigen Ort verschoben werden (nur eine Einstellung, um dies per default zu ändern, ist mir bislang entgangen). Die Dateien haben die Endung ".nu" und erscheinen in iTunes als AAC-Stream (quasi ein Stream von der eigenen Festplatte weg) - man kann diese Dateien (bislang?) somit nicht in irgendein anderes Format konvertieren, bis dato auch nicht aus iTunes direkt brennen (logisch, denn dazu muss es ja auch konvertiert werden). Laut FAQ soll dies aber "bald" möglich sein. Noch "balder" (very soon) sollen die Titel auf den iPod übertragbar sein. Da für beide Funktionen iTunes (und iPod) dazulernen müssen, scheint man bei nupha in gutem Kontakt zu Apple zu stehen (wie gut, wird sich wohl darin offenbaren wie schnell diese Funktionen tatsächlich nachgerüstet werden ;)

Brennen lassen sich die nupha-Songs trotzdem schon, man muss dazu nur wieder den nupha-Daemon bemühen. Allzu kompliziert ist das aber nicht, man verschiebt einfach nur alle gewünschten Titel in eine Playlist und wählt dann im Daemon "Playlist brennen", woraufhin dieser Dialog erscheint:


Das Brennen funktionierte hier einwandfrei, auch wenn der Dialog anderes verhieß: Der blieb nämlich wie in der Abbildung zu sehen stecken und rührt sich seitdem nicht vom Fleck (was möglicherweise auch an SnapzPro liegen kann).

Größtes Manko des Dienstes ist der bislang sehr eingeschränkte Umfang an Musikstücken. Nupha bietet vor allem Musik von kleineren französischen Indie-Labels an und ist somit in dieser Hinsicht keinerlei Konkurrenz zu den diversen OD2-Angeboten (CocaCola-Store, Tiscali und wie sie alle heißen) oder dem vielleicht irgendwann verfügbaren iTMS. Die Bedienung ist allerdings recht einfach, wenn auch nicht der Stein der Weisen. Das Konzept, sich aus dem Formatkrieg herauszuhalten und einfach sowohl WMA als auch AAC anzubieten ist aus meiner Sicht sehr lobenswert. Für einen externen Dienst ist die Einbindung in iTunes schon jetzt recht gut gelungen und dürfte umso besser werden, wenn das Brennen direkt aus iTunes sowie das Kopieren der Tracks auf den iPod möglich wird. Wenn das Musikangebot noch etwas größer wird, ist nupha auf alle Fälle eine interessante Alternative - und momentan eh die einzige für europäiche Mac-User.

Kommentare

Tolle Musik!

Von: Dunehopper | Datum: 06.02.2004 | #1
Die Auswahl mag nicht groß sein, aber die Musik finde ich über alle Genres echt Klasse!
Die Seite sieht gut aus und die Navigation ist OK, wenn die Auswahl nicht signifikant steigt. Was Sie auch nicht unbedingt muß, Nupha wird dann eben mein Fachgeschäft für kleine französische Labels.

Durch solche Shops kann sich ein Trend entwickeln: Scheiß auf die Stars! Die Suche nach musikalischen Kleinodien löst das schnellstmögliche Kaufen der allerallerneusten Scheibe des aktuellen Stars ab (den man nach 2 Monaten auf dem Grabbeltisch wiederfindet).

Gruß

Dunehopper

Mist, wo ist meine Kreditkarten-Sicherheits-ID? Ich will sofort die Platte von Whopper kaufen!

Sicherheits-ID

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.02.2004 | #2
...steht normalerweise auf der Rückseite der Kreditkarte, entweder alleine (drei Ziffern) oder eben hinten an der Nummer angehängt.

Klasse Musik

Von: Thomas | Datum: 06.02.2004 | #3
Muß ich morgen gleich im FNAC in Strasbourg nach den CDs schauen.
Danke für den Tip

Die einzige Alternative....???

Von: Nyarla | Datum: 06.02.2004 | #4
Sorry, aber das stimmt so nicht...

emusic.com

emusic ist ne andere Kategorie...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.02.2004 | #5
Subscription versus "iTMS-Modell".

Zum iTMS

Von: einName | Datum: 07.02.2004 | #6
Wenn man dort, als unberechtigter Europäer ein Lied kaufen wollte, war die Meldung dann nicht immer Englisch? Jetzt ist sie Deutsch

iTMS -deutsche/englische Überschrift

Von: Nyarla | Datum: 07.02.2004 | #7
@einName

Hmm. also bei mir kommt der Text noch in Englisch *wunder*

Schwachsinn

Von: Klaus-Dieter Krenzel | Datum: 07.02.2004 | #8
Was soll der Mist. Keine bekannte Musik?
Jetzt haben die meine Kreditkartennummer.
Scheiße.

K.

Schwachsinn ist bestenfalls Ihr Verhalten...

Von: Kabe | Datum: 07.02.2004 | #9
Warum melden Sie sich denn an, ohne auch nur 1 Lied kaufen zu wollen?

Und wo ist das Problem, wenn jemand Ihre Kreditkartennummer hat? Sie können *jede* Kreditkartenbuchung sofort zurückbuchen lassen, wenn Sie die nicht veranlasst haben.

Kabe

@Klaus

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 07.02.2004 | #10
Zum Glück ist ja nicht nur bekannte Musik gut.

heise blamiert sich grad wieder...

Von: dermattin | Datum: 07.02.2004 | #11
[Link] "Teure Stille in Apples iTunes Music Store" haben wir denn schon sommer(loch)? is noch so kalt hier *bibber*

heise

Von: Cubist | Datum: 07.02.2004 | #12
Hätte mich ja auch gewundert wenn das von PC-Fraktion unbemerkt geblieben wäre.
[Link]
Dass diesmal die Trolle offenbar schon in der Redaktion sitzen finde ich aber bemerkenswert.

Frage mich nur wo der Spiegel bleibt... :)

teens

Von: teens | Datum: 28.11.2005 | #13
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