ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2802

Neue Sounds aus der Garage

Hoffnungen und Gedanken eines Gitarristen zu Apples neustem Clou

Autor: dk - Datum: 16.02.2004

Was haben echte Rockmusiker und gute Computerhersteller gemeinsam? Richtig, sie haben in der Garage angefangen. Während die einen sich die Finger wundlöteten, klampften die anderen, bis der Arzt kam. Was hat dieser Hort von Werkbank, Rasenmäher und Gartenmöbel an sich, das sich kreative Köpfe hierher zurückziehen? Nietzsche kann ja wohl schlecht die Garage gemeint haben, als er bemerkte, dass man noch Chaos in sich haben muss, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Oder etwa doch? Leser Ben, bekennender Klampfer, hat sich GarageBand, den neuesten Wurf aus dem Hause Apple angenommen, zog in die virtuelle Garage ein und testete die mehrspurige Hütte auf ihr kreatives Potential. Zugegeben, ich war beeindruckt von GarageBand nach dessen Vorstellung auf der Keynote zur MWSF 2004. Innerhalb weniger Minuten könnte ich eine komplette Combo ersetzen, problemlos Übungsloops erstellen, mittels Keyboard diverse Instrumente einsetzen ohne sie eigentlich beherrschen zu können, mit einer Band Demos erstellen, und und und…

Leider verwährt Apple seinen Usern detaillierte Informationen zur neuen Software, verweist zwar hier und dorthin, ohne jedoch tieferen Einblick in das Programm zu ermöglichen. Rund 1000 Loops, diverse Instrumente, problemloses Recording, Konvertierung und Implementierung in iTunes, Komposition für Anfänger und unmusikalische… klingt ja alles super, aber was kann GarageBand denn nun wirklich?

Ausgerüstet mit dem iLife 04 Paket, einem G4 1Ghz mit 768RAM, meinem externen 6 Kanal Mischpult und natürlich meiner Gitarre mache ich mich auf den Weg in die virtuelle Garage. Meine Erwartungen sind hoch…

Gebrauchsanweisungen sind die Geißel der Technik, als langjähriger Apple-User ist man das Fehlen selbiger gewohnt. Also - wie immer - schnell installiert und los. Satte 1,3GB nisten sich auf meiner stark gebeutelten Platte ein, dennoch startet das Programm zügig und bietet in einem ersten Menü die Wahl nach Tempo, Takt und Tonart, sowie Titelname und Speicherort. So weit, so gut… jetzt aber zur Praxis!

Vorgekocht und abgeschmeckt – Loops aus der Konserve

Neben finderähnlichen Anpassungsmöglichkeiten besticht das Programm auf den ersten Blick durch Übersichtlichkeit. Die Piktogramme sind selbsterklärend, die Menüleiste beherbergt nur das Wesentliche. Das Hauptfenster beinhaltet eine Timeline, den Spureditor und den Loop-Browser, letzteres das Kernstück des Programms. GarageBand unterscheidet zwischen „echten Instrumenten“ und „Software-Instrumenten“, die durch verschiedene Farbcodes und Piktogramme gekennzeichnet sind. Während die einen oszillographisch dargestellt werden, bemerkt man die Modifizierungsmöglichkeit bei letzteren durch deren graphische Darstellung der einzelnen Noten.

Die Spurimplementierung der einzelnen Loops ist denkbar einfach per drag-and-drop gelöst. Die Auswahl der einzelnen Loops gestaltet GarageBand nach verschiedenen Möglichkeiten. Die Basiseinstellung sieht vor, dass zuerst einmal nur Loops angezeigt werden, die maximal zwei Halbtonschritte von der eingangs gewählten Tonart abweichen. Möchte man das umgehen, kann an entsprechender Stelle in den Einstellungen diese Einschränkung deaktivieren.

Der Loop-Browser ist in zwei Bereiche nach Schlüsselwörtern unterteilt, einer beinhaltet den Instrumentenindex, der andere beschränkt sich auf Stilrichtungen. Durch entsprechende Auswahl bekommt man dann einen Überblick über die vorhandenen Loops mit Hinweis auf Tempo, Tonart und Beats. Natürlich kann man sich die Loops im Loop-Browser vorab schon anhören.

An dieser Stelle machen sich erste Schwächen des Programms bemerkbar. Die Qualität der „echten Instrumente“ an sich ist gut, die Loops geschmackvoll komponiert und professionell eingespielt mit einem hohen Maß an Vielfalt. Diese sind jedoch nur in einer Tonart aufgenommen wurden. Wenn man sie transponiert, klingen sie dürftig.

Die Loops der Software-Instrumente sind in Punkto Klangqualität deutlich unterlegen. Problematisch sind vor allem Blasinstrumente, Bässe, Streicher und Gitarren. Allesamt zwar nutzbar, aber im Anwendungsradius beschränkt. Man muss gerechterweise klarstellen, dass die Instrumente innerhalb einer Komposition angewandt sicherlich ihre Rechtfertigung erfahren und ohne weiteres einen eigenen Klangcharakter entwickeln, individuell betrachtet dagegen deutliche Schwächen aufweisen.

Die erwünschte Musikrichtung oder –art ist selbstverständlich ausschlaggebend für das Klangempfinden. Wer keinen Wert auf authentischen Instrumentenklang legt, ist allemal bestens mit den Software-Instrumenten bedient.

Der Irrtum des Verstärkens

Besonders gespannt bin ich auf die Verstärker-Simulationen und Effekte. Ein professionelles Setup an Verstärkern ist unschlagbar, denkbar ist jedoch eine gute – wie auf der MWSF 2004 vorgestellt hervorragend klingende – Alternative für den Heimbedarf. Und schon die erste Enttäuschung: meine Gitarre übertönt durch ihren eigenen akustischen Klang meine ersten Versuche mit den Presets. Ein äußerst schwaches, kaum hörbares, Signal dringt durch, die Pegelanzeige jedoch schlägt deutlich aus. Nun gut, also englische Einstellung, alle Potis aufreissen und weiter – Klangbrei, unsaubere Bässe, schwimmende Mitten und schreiende Höhen, aber immerhin kommt ein, wenn auch leiser, Ton aus den Harman Kardon Boxen. Versuche mit Solidbody Gitarren zeigten ähnlich schlechte Ergebnisse, durch deren geringe akustische Tonabgabe bekommt man zwar bessere Signale, diese gehen allerdings innerhalb einer Komposition doch deutlich unter. An dieser Stelle sei bemerkt, dass mein iSub unter GarageBand leider absolut untauglich ist. Außer lautem Knacken und übermäßigem Überschlagen kommt kein zuträgliches Signal aus dem Plastikhinkelstein. Und ja, man kann vieles über das Tonmodul in den Systemeinstellungen lösen, hier jedoch gibt es klare Grenzen.

Wenn man jetzt noch glaubt, mittels Adapterstecker - 6.3mm Klinke auf 3,5mm Klinke - problemlos druckvolle Klangerlebnisse aus seinem Mac zu bekommen indem man dadurch die Gitarre direkt in den Rechner einspeist, ist völlig auf dem Holzweg. Spätestens nach dem Mixdown wird man einsehen, dass ohne Vorverstärkung hier nichts läuft.

Zurück zum praktischen Teil. Meine Vorstellung war, mittels implementierter Loops diverse Backings zu kreieren oder aber eigenständig Loops zu erstellen, um diese wiederum als Backings zu verwenden. Hintergrund sollte zuerst einmal ein einfaches Bluesschema in beliebiger Tonart und Tongeschlecht werden. Da etwaiges nicht vorgesehen ist, habe ich passende Loops in ein 12 Takt Schema gelegt und einzeln entsprechend transponiert – mit großem Erfolg, aber schlechtem Ergebnis. Der Aufwand ist definitiv zu hoch, das Einspielen einer eigenen Spur wesentlich praktikabler und besser klingend.

Eine wirklich große Hürde ist das optimale Umsetzen des individuellen Verstärker-Sounds. Die sieben Presets taugen nichts, allerdings bietet GarageBand die Option zu Modifikation. Und dort wird es langsam interessant. Es stehen maximal zwei simultan nutzbare Effekte zur Verfügung, unter ihnen Chorus, WahWah, Flanger und Tremolo. Diese wiederum sind individuell anpassbar, was das Effektspektrum erheblich erweitert. Weiterhin hat man Zugriff auf Equalizer, Hall, Echo, Verstärkereinstellungen und vieles mehr. Es ist möglich, eine hohe Anzahl eigener Presets zu generieren und für Folgekompositionen zu sichern. Wenn man diese Schritte vollzogen hat, kann man ohne weiteres mit wenig Aufwand noch bedarfsweise weitere Instrumente aus dem Loop-Pool hinzufügen oder aber eigens eingespielte Spuren untermischen. Der Übungseffekt ist enorm, gerade wenn man über ein 12-Takte Schema hinausspielt, ohne sich andauernd zu overdubben. Die Optionen sind also mannigfaltig, wenn man von den Basishürden absieht

Grand Piano – Grand Guitar?

Da ich leider nicht mehr über ein Keyboard verfüge, mache ich mich auf den Weg in eine weitere virtuelle Garage. Mit Syrincs Monitoren, USB Midi Ports, Mischpult und Keyboard sowie versiertem Musiker. Plug-and-play ohne Zwischenfälle, ohne Murren erkennt GarageBand das Signal des Keyboards und beschert das Grand Piano – mit vertretbarem Klang, der jedoch weitergehenden Ansprüchen nicht genügen kann. Andere Instrumente klingen dünn und dürftig. Trotz Modifikationsmöglichkeiten kommt am Ende nicht das gewünschte Resultat aus den Boxen, obwohl, ähnlich der Einstellungsoptionen für die „echten Instrumente“, ein großes Spektrum angeboten wird. Ein kurzer Vergleich mit Logic Pro ist zwar unfair, aber ernüchternd. Mich interessiert vor allem die gelobte Qualität der Gitarren Sounds, aber hier ist klangtechnisch kein Blumentopf zu gewinnen. Sicherlich sind die Anschlaggeräusche perkussiver als bei vielerlei anderer Software, letztlich überzeugen sie aber nicht. Wer da mehr will muss zu Steinbergs „Virtual Guitarist“ oder „The Grand“ und damit allerdings auch erheblich tiefer in Portemonnaie greifen.

Jam Pack - Tretminen für Fortgeschrittene

Für den Unersättlichen ist das GarageBand Jam Pack sicherlich interessant. 3GB Festplattenplatz fordert die Installation und beschert nach Programmstart ca. 2000 zusätzliche Loops, über 100 neue Instrumente und Effekteinstellungen, sowie weitere Verstärker Presets. Wie schon bei dem Basispaket sind deutliche qualitative Unterschiede zwischen den Loops der Software-Instrumente und der „echten Instrumente“ zu verzeichnen. Die Quantität kann dieses nicht wettmachen.

Der schier unerschöpfliche Fundus an Loops lädt zum abwechslungsreicheren Komponieren ein, ermüdet aber auf Dauer. Auf der Suche nach einem passenden Bass Loop kapituliere ich beispielsweise nach „Upright Funk Bass 57.“ Wenn man sich nicht ständig ein Kontingent an Favoriten sichert, gerät die „Komposition auf die Schnelle“ definitiv ins Stocken. Meine Verzweiflung an den Verstärker Presets setzt sich auch nach Installation des GarageBand Jam Packs fort. Reißerische Bezeichnungen zieren nun den Preset Pool, neben Scorching Solo findet man unter anderem Texas Blues, Grunge und Barroom Lead. Hört sich zwar gut an, ist in der Praxis aber nicht zu gebrauchen. Auch hier gilt: wer Zeit und Mühe nicht scheut, erzielt mittels eigener Presets wesentlich bessere Ergebnisse.

Edle Garage oder zugiger Carport?

GarageBand ist ohne Frage ein Programm, das süchtig machen kann – zumindest für gewisse Zeit. Einfache Bedienung und Handling machen es zugänglich für jedermann. Man muss kein Instrument beherrschen, um Ergebnisse zu erzielen, gelangt dann jedoch schnell an die Grenzen des Programms.

Die Loops der „echten Instrumente“ klingen gut, transponiert über mehr als eine kleine Terz aber grottig. Wie sollte es anders sein. Will man gutes Material zum Arbeiten, muss man eigene Loops kreieren und vor allem die Verstärker Presets verbannen.

Software-Instrumente sind ein leidiges Thema. Die Schwächen lassen sich kaschieren, indem man möglichst viele Spuren mit Loops der „echten Instrumente“ nutzt - dann ist das Elend teilweise zu ertragen. Allerdings stehen dem Fan elektronischer Musik hier alle Türen offen, denn an Material mangelt es sicherlich nicht. Mein Interesse gilt an dieser Stelle jedoch nur dem authentischen Klang.

Der Kauf lohnt sich, wenn man sich im Klaren über den wirklichen Nutzen und Schaffensbereich ist. Für den professionellen Einsatz eignet sich GarageBand keinesfalls, dafür gibt es sicherlich komplexere und bessere Programme.

Kommentare

Ein interessanter Einblick, Dankeschön! :)

Von: Mightdancer | Datum: 16.02.2004 | #1
- Nur was mir noch fehlt: Ein abschließendes Beispiel von "Leser Bernd", was er denn aus GarageBand rausholen konnte...

ciao,
Mightdancer

just for fun

Von: Gerd | Datum: 16.02.2004 | #2
GarageBand wurde nicht für den professionellen Einsatz konzipiert.Es soll einfach ein ein bisschen Spass bringen.Vieleicht entwickelt der eine o. andere Benutzer ungeahnte Talente und steigt irgendwann auf eines der erheblich teureren Profi-Musikprogramme um.

Bedenket den Preis

Von: rofl | Datum: 16.02.2004 | #3
es sind eben auch "nur" 10 € die man bezahlt...

Eben..

Von: Schnapper | Datum: 16.02.2004 | #4
.. kommt ja auch keiner auf die Idee, mit iPhoto die Fotos für den nächsten Prospekt, den er machen muss, zu bearbeiten.

Zielgruppe ist ganz klar der Heimanwender (der Garagen-Musiker ;) ). Und für den ist GB durchaus eine interessante, weil lustige Sache, denk ich mal.
Wer Profiansprüche stellt, sollte die auch an eine Profisoftware stellen ;)

E-Gitarre: Frage!

Von: Terrania | Datum: 16.02.2004 | #5
Muß ich dann noch einen Vorverstärker zwischenschleifen?

Git. - Vorverstärker

Von: Joerg | Datum: 16.02.2004 | #6
Bräuchte mal ne Empfehlung für nen Git. Vorverstärker!

Gruss,
Joerg

Komischer Bericht

Von: xname | Datum: 16.02.2004 | #7
Wer hat eigentlich gesagt, dass Garageband für professionelle Musikstudios geeignet sein soll? Gibts denn eigentlich etwas vergelichbares für diesen Preis?

Komischer Bericht

Von: xname | Datum: 16.02.2004 | #8
Wer hat eigentlich gesagt, dass Garageband für professionelle Musikstudios geeignet sein soll? Gibts denn eigentlich etwas vergelichbares für diesen Preis?

Komischer Bericht

Von: xname | Datum: 16.02.2004 | #9
Wer hat eigentlich gesagt, dass Garageband für professionelle Musikstudios geeignet sein soll? Gibts denn eigentlich etwas vergelichbares für diesen Preis?

Hallo...

Von: matz (MacGuardians) | Datum: 16.02.2004 | #10
macht mal Eure Birne an. Wir haben es einfach mal von dieser Seite aus getestet. Kapitschi. Es geht hier um eine Sicht eines Musikers auf das Programm und nicht um die generelle Frage ob das Programm überhaupt sinnvoll und gut ist. Also ist es ein Erfahrungsbericht eines Musikers der gitarrenorientiert musiziert und der für uns in mühevoller Arbeit das Programm getestet hat.

Juhu, Danke!

Wir wissen das jeder, sogar Kai, damit Musik machen soll...

OT: isscc

Von: ionas | Datum: 16.02.2004 | #11
ist das heute (die IBM Chip Show auf der isscc?)

[Link]
[Link]

?

ich blick nicht ganz durchs programm durch und weiss auch nichts von globaler zeitrechnung ;)

hat jemand plan?

(btw: auf der konferenz wird ibm wohl den neuen G5 und/oder SoC G5 (für PB/iMacs/eMacs G5) vorstellen!)

wie wahr

Von: Mister Mike | Datum: 16.02.2004 | #12
1) Sehr feiner Artikel Ben! Natürlich viel mehr Aussage als wenn es ein Laie getestet hätte, wohl wäre es aber dann voller Lob gewesen, und keiner hätte die paar Dinge erkannt, die Dir aufgefallen sind.

2) iSSCC ist jetzt, bzw 15-19 Februar, stimmt .-P

ich finde GB langweilig

Von: JuvenileNose | Datum: 16.02.2004 | #13
ich bin auch kein Musiker und finde das Programm trotzdem langweilig. Nur weil es günstig ist, mag ich nicht mit diesen vorgefertigten Loops arbeiten. Wie der Autor schon sagt, sind die Beispiele echter Intrumente rar und man ist schnell durch. Mir fehlt dabei noch die Möglichkeit, guten Gesang einzusetzen. Die Instrumentals, die ich bisher auch von anderen hören konnte, mögen deren Spieltrieb dienen, sie hören möchte ich aber nicht.

Zudem wurde nicht erwähnt, was für ein Ressourcenfresser GB ist. Bei mir (PB G4 1 GHz) dauert der Start länger als bei jedem anderen Programm. Mindestens 5 Sekunden, eher 10. Beim Zusammensetzen der Loops kommen immer wieder Fehlermeldungen, dass das System ausgelastet ist. Erinnert mich stark an Dosen. Zudem hat sich das Programm gerne den Prozessor gekrallt, selbst wenn ich es in den Hintergrund verbannt hatte. Zuletzt lief mein Lüfter an, ohne dass ich Eingaben gemacht habe. GB war der Übeltäter, hatte es sich doch, obwohl ruhend 35% des Prozessors gegriffen. Danach war dann Schluss bei mir und ich habe dieses 10 Euro Spielzeug von der Platte gebannt.

Das Musikmachen überlasse ich künftig gerne denjenigen, die sich damit auskennen und zum Spielen gibt es schönere Dinge. :-D

Arbeiten mit Audiodaten kostet nun mal Power

Von: Chris | Datum: 16.02.2004 | #14
Musikprogramme, die sich nicht auf Midi becchränken, sind CPU-Fresser, daran kann niemand was ändern. Auf einem Amiga 3000 mit 6040 25 MHz habe ich Anfang der Neunziger immerhin vier Monospuren gleichzeitig abspielen können (aber nur, wenn ich vorher die Festplatte defragmentiert und alle Hintergrund-Programme geschlossen hatte). Zum Einarbeiten von Effekten oder zum kompletten Resampling (48 KhZ DAT auf 44,1 KHz CD) musste ich den Rechner über Nacht laufen lassen.
Tipp: Zum Spielen mit Sounds eignet sich auch ein Sample-Editor wie etwa Peak. Dann kann man auch eigene Sounds gestalten.

Flash

Von: Thorben | Datum: 16.02.2004 | #15
Schöner Artikel.
Möchte aber noch erwähnen welchen "professionellen" Einsatz ich für GB gefunden hab: Sound für Flashfilme.
Man sucht sich drei vier loops, legt die zusammen, exportiert das und schon hat man einen urheberrechtsfreien flash-loop.
Ganz zu schweigen davon, dass man nicht mehr stundenlang im Internet suchen muss und auch ganz genau bestimmen kann in welche richtung man geht. Qualität ist ja bei Flashfilmen auch nicht unbedingt wichtig, die meisten (PC-Nutzer) werden wohl sowieso irgendwelche grauen mini-schrott-boxen am onboard sound angeschlossen haben.

falscher Ansatz

Von: wiki | Datum: 16.02.2004 | #16
Wenn ein Profi etwas testet kommt er selbstverständlich immer zu dem Ergebnis, dass GB für diese Zielgruppe eher ein Spielzeug sein wird. Allerdings wussten die Profis das auch vorher, also was bringt der Test? Nichts Neues!
Der Ansatz die Grenzen GB´s aufzuzeigen wird dem günstigen Spassprogramm auch nicht gerecht, vielmehr hätte ich mich über einen etwas detailierteren Bericht gefreut, darüber was denn nun möglich ist aus der Sicht der Zielgruppe.
Ich teste ja auch kein Rennrad von der Strasse im Mountainbike Terrain, um dann zu schreiben dass es da nix taugt.
Als ambitionierter Hobbymusiker erinnere ich mich sehr gut an die Zeit, als wir mit 2 Kassettenrekordern dasassen nur um mal eine Gitarre und Gesang zu mischen und was hätten wir gegeben, um nur ein wenig Bass, Schlagzeug usw dabei zu haben.
Meine Kinder finden´s supereinfach zu bedienen und ich hab Schwierigkeiten alle neuen Namen zu behalten von den "neuen" Freunden die sie mit nach Hause bringen, um mit GB Musik zu erfahren.
Resume: Sehr gelungenes Programm um die Begeisterung selbst Musik zu schaffen zu erleben. Wen interessiert da ob ein Sample oder Loop nach Dose klingt. Ich hab schon schlimmeres aus dem Radio oder auf MTV gehört.

Let´s Rock

Wiki

Toller Artikel

Von: walter | Datum: 16.02.2004 | #17
ein echt lesenswerter Artikel Danke

gitarrenvorverstärkung

Von: andi | Datum: 16.02.2004 | #18
man besorge sich ein halbwegs hochwertiges usb-audiointerface, einige geräte bieten bereits line und git-level switches für die eingänge.

ohne eine vernünftiges starkes signal am audio-in klingt GB (und alle anderen musik-apps, die virtuelle amp-simulation bieten) halt erbärmlich, kam auf der keynote nicht so recht rüber. steve "las vegas" jobzz..:)

habe hier das tascam us-122, hat u.a. auch midi IO, direct monitoring, phantom-power (für kondensator mics) und klingt sehr gut.

alternativ kann man auch ein HARDWARE gitarren-effekgerät benutzen, sehr viele geräte habe ein zweiten line-ausgang, neben den üblichen to-amp ausgängen. und prozessorzeit kosten die effekte dann auch nicht :-)

@ chris

Von: andi | Datum: 16.02.2004 | #19
Arbeiten mit Audiodaten kostet nun mal Power

---

klar, aber programme bzw. programmarchitekturen sind optimierbar. man kann sicherlich 2 verschiedene programme schreiben, das eine braucht 2ghz für 10 audio spuren, das andere nur 1ghz... naja, auch egal.

das was an GB am meisten cpu kostet sind die FX und die virtuellen instrumente, das ist in cubase/logic/digitalperformer/reason/etc. genauso.

@andi

Von: Thorben | Datum: 16.02.2004 | #20
aber apple hat doch mit logic ein recht effektives vorbild für garageband (jedenfalls den unterbau) gehabt. oder vertu ich mich jetzt?
also eigentlich könnte man erwarten, dass sie es mit so viel erfahrungschatz geschafft haben ein programm zu bauen (oder einfach teile zu kopieren) das recht effektiv ist.

Garageband zu Logic entspricht...

Von: Rev B. | Datum: 16.02.2004 | #21
..ziemlich genau dem Vergleich iPhoto zu Photoshop oder iMovie zu FinalCut Pro.

Es ist alles vorgefertigt und man kann sofort loslegen. Es kommen ohne Erfahrung gute Ergebnisse raus. Pro-Funktionen sind nicht drin.

Wer hätte DAS gedacht :-)

P.S: Die Amps klingen ähnlich wie billige Hardware-Effekte. Und das ist manchmal gar nicht so schlecht.

Einfach ein Tapedeck zwischen Gitarre und Mac und dann ein wenig mehr Pegel!!!

@ torben

Von: andi | Datum: 16.02.2004 | #22
also bei einer apple 1.0 version gehe ich eigentlich immer davon aus, dass sie nicht besonders toll optimiert ist. siehe iphoto etc.
eher kick and rush developement, die coder haben ja alle dual 2ghz g5... das alte lied. was solls..

@andi

Von: thomm | Datum: 16.02.2004 | #23
Genau,

wie war das doch gleich mit iMovie, iPhoto, iDVD etc ?
Apple testet sicher auch, inwieweit der "normale" Benutzer "leidensfähig" ist bzw. wieviel Funktionalität für das Einsteigersegment notwendig ist, um den musischen Gelegenheitsnutzer fast zufriedenzustellen.

Gruß

@Tjorben (Flash)

Von: Borbarad | Datum: 16.02.2004 | #24
*lol*

Das genau war auch mein erst Gedanke, als ich mal alle Loops durchprobiert habe.

Das ideale Tool für Flash-Loops ;)

B

Ps: Auch sonst rockt GB.

Hätte man auch ein bisschen ernsthafter testen können...

Von: Kabe | Datum: 16.02.2004 | #25
Dass eine Gitarre ohne ausreichenden Pegel nicht vernünftig zu digitalisieren ist, dürfte jawohl klar sein.

Und ein G4 mit 768 MB klingt ja nach 'ner iBook Konfiguration - was war denn das genau für eine Maschine?;-)

Naja, aber trotzdem ganz netter Artikel.

Kabe

POD was sonst

Von: schnito2000 | Datum: 16.02.2004 | #26
also um mit wenig Aufwand, vernünftige Gitarrensounds aufnehmen zu können. empfehle ich uneingeschränkt. POD die rote Niere. Saugeil unglaublich authentisch.
muß man haben als homerecorder

Klasse Artikel, danke!

Von: Marvin | Datum: 17.02.2004 | #27
Das Ergebnis hatte ich ja fast befürchtet. Also für jemanden, der schon etwas von Musik versteht, ist dann doch wohl ein anderes Programm angesagt.

Widerspruch

Von: Zippo | Datum: 17.02.2004 | #28
Ich muss mal als -- nunja sagen wir -- "Halb"-Profi-Musiker (vgl. http:www.savoy-truffle.de) dem Artikel widersprechen: Garageband eignet sich sehr gut dazu, schnell und unkompliziert mehrspurig (theoretisch ohne Spurbegrenzung) Demos aufzunehmen, die mit der Tonqualität von weitaus teuereren Hardwarelösungen mithalten können. Ich kenne keine Lösung bei der man so schnell von der Songidee zum fertigen Demo kommt. Die Qualität der integrierten Effekte entspricht der von im Homerecordingbereich üblichen Multieffekten. Die Qualität der Softwareinstrumente ist schwankend: Die Bläser, Streicher und Pianos sind in der Tat eher mäßig, die Drums sind mindestens so gut wie das meiste, was man heutzutage im Radio hört und die Synthesizer sind wirklich umwerfend: mein Ensoniq SQ1 (damaliger Preis 3000 DM) muss sich da verschämt in die Ecke verziehen. Mein persönlicher Favorit ist allerdings die klassische Gitarre -- ich fühl mich schon wie Paco de Lucia ... ;-)
Und dass man mit einer E-Gitarre am Line-in keinen vernünftigen Pegel bekommt, sollte man als "Profi"-Musiker eigentlich wissen.
Ankreiden kann man aber Apple, dass sie die Erwartung wecken, das würde problemlos funktionieren.

zuspruch

Von: mathias | Datum: 17.02.2004 | #29
@zippo
ich habe bisher nur demos gehört und konnte gb selbst nicht testen. zippos aussage deckt sich mit meinem ersteindruck: zum schnellen umsetzen von ideen sicher geegnet, für professionellere produktionen dagegen nicht. aber hey -- bei dem preis?
dass die softwareinstrumente -besonders blasinstrument (tp und sax) nicht sehr authentisch klingen, kann ich nach meinem höreindruck mit einem klaren jein bestätigen ;-) hängt meiner meinung nach davon ab, wie sie gesetzt sind und eingesetzt werden.
mich wundert, dass ein gitarrist überhaupt auf die idee kommt, seine stromgitarre direkt ins "mischpult" zu stöplseln. schliesslich macht der gitarrenverstärker doch einen grossen teil des sounds aus (von den effektgeräten mal ganz abgesehen). wie heisst es so schön: without sound you have nothing! besitzen guitaramps nicht einen verwendbaren Lineausgang?

mir fehlt in dem artikel noch angaben zu: max. anzahl von audiospuren/midispuren bei der aufnahme/wiedergabe; mögliche samplingfrequenzen/samplingraten (intern)

mathias.

Strat am Mac

Von: Martin | Datum: 17.02.2004 | #30
Hier kann man sich anhören, wie eine Strat am Mac über GarageBand klingt: [Link]

Zuviel und immer noch zu wenig

Von: der.gallo | Datum: 18.02.2004 | #31
Mit den tausenden von Loops verhält es sich mit mit einer "mächtigen" Clipartsammlung. Nur ein Bruchteil kann verwendet werden und nur ein minimaler Teil kommt wirklich zum Einsatz. Selbst 10.000 Loops sind nichts wenn nicht das richtige dabei ist.

Wer sich am Markt mal umschaut, der findet die tollsten Geräte für die kreative Übungsrunde. Und die Teile sind um einige teurer als 49,- Euro. GB hat den klaren Vorteil, das die Einarbeitungszeit extrem gering ist. Wer sich heute eine Miniversion von Logic besorgt, der muss sich trotzdem so einarbeiten wie bei der fetten Version.

Was mich an GB aber am meisten stört ist der
so garnicht passende Name. iBand, iGarage oder
was auch immer hätte der Produktreihe mehr
halt Dampf gegeben.

Thorben sieht es wie ich: Für eine flotte Hintergrunduntermalung oder mal eben ein railer ist GB gut geeignet.

Gitarre am Line-IN.Geht schon ...

Von: Terrania | Datum: 21.02.2004 | #32
Man muß sich nur mit den Einstellungen ein bißchen auseinandersetzen. Die Defaulteinstellung hat durch die Bank einen zu hoch einen gestellten Eingangswiderstand (Bei Gitarrenverstärker unter Details!) den man mit einem Schieberegler einstellen kann. Da kann man übrigens auch Mitten, Höhen, und Bässe anpassen. Selbst ohne Vorverstärkung kommt bei ein bißchen tüfteln ein Sound raus, der mit alten Gitarrenverstärkern absolut mithalten kann. Da rauschts nicht mehr oder weniger, und ist auch nicht mehr oder weniger verzerrt. Und die Latenzen sind defacto nicht vorhanden. Bei einem zwischengeschalteten PreAMp je nach dem. Beim iMic ist es zum Beispiel krass (geht über USB). Und ganz nebenbei: Mit Vorverstärkung wirds nicht so viel besser. Defacto kann man gute Ergebnisse erreichen, vorausgesetzt man weiß wo man hinlagen muß ...

Ich find GB absolut pfundig...

Von: halessa | Datum: 09.03.2004 | #33
...vor allem da ich von Musik machen nicht wirklich Schimmer habe... es ist sicherlich nicht als Ersatzlösung für Cubase, Soundtrack, etc. gedacht, aber für den Heimgebrauch (Filmvertonung vom letzten Kindergeburtstag) sicher ganz nett.

erst denken dann loslegen

Von: yoyo | Datum: 21.03.2004 | #34
also lieber ben
1. das das teil eine software für 500 -2000 € ersetzt ist wohl kaum drin.
2. mit den richtigen anschlüssen klingt deine git. vermutlich auch.
3.wir haben von der git. über sax und stimme alles bestens hinbekommen.
3. das teil macht spaß und ist bestens geeignet auf die schnelle mal was festzuhalten und wer bei 10-30 € je nachdem was man für die anderen progr. ansetzt was anderes erwartet liegt einfach voll daneben