ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2819

Was wurde aus OpenDoc von Apple?

Neue Woche neue Ausgabe, ab jetzt finden sie „Was wurde aus...?“ immer neu an diesem Wochentag, also immer montags!

Autor: tj - Datum: 23.02.2004

OpenDoc war ein software component Rahmenstandard für zusammengesetzte Dokumente, welcher durch Microsofts OLE Technologie (object linking and embedding) inspiriert war.
OpenDoc wurde von Apple als Konkurrenztechnologie gegenüber OLE entwickelt und übertraf es sowohl in der Konzeption als auch technologisch bei weitem. OpenDoc wurde im Jahr 1992 von Apple entwickelt, nachdem
Microsoft an Apple herantrat und um Input für ihr angedachtes OLE II Projekt bat
Apple untersuchte den groben Prototypen und das Dokument und sandte eine Mängelliste mit Problemen die sie im Design sahen, an Microsoft. Da Microsoft aber nicht interessiert war entschied Apple dass OLE eine Alternative zur Seite gestellt werden sollte und entwickelte OpenDoc. Das Entwicklungsteam bei Apple realisierte Mitte des Jahres 1992, dass eine Industrie Koalition nötig ist und rief die Component Integration Laboratories zusammen mit IBM und WordPerfect.
OpenDoc wurde zuerst unter Mac OS 7.5 herausgegeben um eine eher dokumentenorientierte Computernutzung zu etablieren. Aus der OpenDoc Technologie ging eine Vielzahl an Programmen hervor, wie die Textverarbeitung „WAV“, der Webbrowser Cyberdog von Apple oder die Software „Nisus Writer“.

Das OpenDoc hatte viele hundert Entwickler mobilisiert und war technologisch das bessere Produkt, aber wieder hatte Apple das falsche Timing und verlor viele wertvolle Dollars.
Kurz nach der Entwicklung von OpenDoc, kamen Technologien wie Java, JavaBeans oder web-basierende Programme auf und wurden zum neuen, besseren Weg stilisiert um Programme zu entwickeln. So kam es wie es bei Apple wieder einmal kommen musste, sie stampften im Jahr 1997 wieder einmal eine technologisch excelente Konzeption ein, da sie wieder kein glückliches Händchen hatten um den Markt von einem Produkt zu überzeugen.

Nach ausgedehnter Suchmaschinen Befragung, bleibt wohl festzuhalten dass OpenDoc nach 1997 keinen Markt mehr hatte, denn nach 1997 gibt es keine neuen Suchmaschinen Einträge
und auch die ehedem umfangreiche Gemeinde ist eingeschlafen.
Gerne hätte ich geschrieben, was aus OpenDoc wurde, aber leider wurde nichts daraus...

Welches Thema möchten Sie als nächstes in dieser Reihe behandelt sehen? Was wollten Sie schon immer wissen?
Schreiben Sie es einfach an die

Macguardians!

Kommentare

Bitte um Details

Von: Bensch | Datum: 23.02.2004 | #1
Was war denn daran besser und exzellent?

Bensch

@Bensch

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 23.02.2004 | #2
Hallo,

Der Ansatz war ein andere als bei OLE, bei dem
eine Monsterapplikation in einer anderen etws einbetten kann.

Bei OpenDoc stellte das OS (also z.B. MacOS oder OS/2) einen Container zur Verfügung, in dem Objekte verschiedenen Typs positioniert werden konnte und jedes Objekte konnte von einer anderen schlanken Applikation bearbeitet und verwaltet werden. Statt weniger riesiger Monsterapps hättes es einen Sack von kleinen Spezialisten gegeben. Leider sind nur kleine Firmen darauf aufgesprungen (die großen fürchteten wohl um ihrer Profite mit den Monstern) und als OpenDoc ausgereift genug war hat IBM es fallengelasen (wie auch OS/2) und damit der Sache den Todesstoß gegeben. Apple alleine war nicht stark genug um solch ein System - auch gegen die Anbieter vom Macsoftware - zu etablieren.

Ich hoffe ich habs auch dem Gedächnis nicht zu falsch dargestellt.

Etwas näherungsweise ähnliches entwicklet sich unter KDE beim Koffice, das auch versucht ehere mehr Apps einzusetzen, die dann über kparts miteinander kombiniert werden.

Bis dann

R"udiger

RagTime

Von: Zaggo | Datum: 23.02.2004 | #3
Wenn ich mich recht erinnere, war RagTime recht weit vorne dabei mit OpenDoc. Ich war seinerzeit auf der MacWorld-Ausstellung (hies diese Ausstellung in Berlin seinerzeit so?), auf der Apple bekannt gab, dass OpenDoc eingestampft wird. Das war meiner Erinnerung nach dieselbe Ausstellung, auf der RagTime vorher bekannt gab, mit der aktuellen Version jetzt komplett auf OpenDoc umgestellt zu haben. Die taten mir wirklich leid!
In einer Zeitung/Zeitschrift stand anschließend, dass es auf dem Messestand von RagTime zu "recht heftigen Geühlsausbrüchen" gekommen sei.
Kann ich verstehen...

Z.

apple at it's best

Von: steve crap | Datum: 23.02.2004 | #4
that's apple style, jungs!

wenn jemand den iPOD mini sehen will

Von: namename | Datum: 24.02.2004 | #5
in echt und in Farbe: guckt mal bei gravis vorbei!

ole

Von: nico | Datum: 24.02.2004 | #6
sollte es nicht heissen:
object linking "or" embedding? technisch waere es so wohl korrekter...

Happy

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 24.02.2004 | #7
Happy Birthday Steve.

Du wirst heute 49 Jahre alt. Eine markante Stelle in deinem Leben. Du weisst ja, das Leben entwickelt sich in 7er Stufen. Mit 7 kann man eigenständig denken, mit 14 wird man sexuell, etc. Du hast jetzt 7 x 7 Zyklen durchlaufen.

Ob du uns heute mit einem Update überraschst. bh hat sich schon eine Hand verbrannt und ist dabei, sich die andere auch noch, … hoffen wir mal nicht.

Alles Gute zum Geburtstag
von Grabis is Scheisse

(sorry für meinen Namen, is leider so)

@nico

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 24.02.2004 | #8
Wieso?

Bespielsweise wird doch die Exceltabelle im Word-Dokumnet eingebettet(embedded) und mit das eingebettet Objekt/Dokument mit Excel verknüpft (linking).

Oder was meinst du?

Bis dann

R"udiger

Container

Von: marc | Datum: 24.02.2004 | #9
OpenDoc scheiterte daran, dass eben nicht das OS den EINEN Container zur Verfügung stellte, für den dann unabhängige Softwareentwickler Parts schreiben konnten und der Endkunde sich somit sein Office mit einer Textverarbeitung von Anbieter A, einer Rechtschreibhilfe von B, einer Silbentrennung von C und einem Thesaurus von D selber zusammenkaufen konnte, sondern dass jeder Softwareanbieter glaubte, den Reibach nur mit Containern machen zu können und somit kein Schwein Parts programmierte. Am Ende gab es mehrere (inkompatible) Container (RagTime, Nisus, etc), aber eben keinen Baukasten. Das Konzept (obwohl technisch gut) krankte also an der Vermarktung.

Öhhhm, sagt mal ...

Von: willi | Datum: 24.02.2004 | #10
Hat tj das hier abgeschrieben:

[Link]

oder stammt der Wikipedia Artikel von ihm?

Große Teile wirken wie aus dem link unbeholfen zurückübersetzt.

peinlich peinlich

Von: mueller | Datum: 24.02.2004 | #11
jo, stimmt ganz klar geklaut. und auch noch ohne quellenangabe ts ts...

Off Topic

Von: aLEX | Datum: 24.02.2004 | #12
hi, hab grad folgendes gelesen:

Die Chip-Abteilung von Motorola, demnächst unter dem Namen Freescale Semiconductor, bringt ein Upgrade des in Apple PowerBooks verwendeten G4-Prozessors.
Der MPC7447 wir nach wie vor im 130-Nanometer-Prozess hergestellt und verfügt über ausgefeilte Möglichkeiten, den Arbeitstakt nach Leistungs-Anforderung herunterzuschrauben, um auf diesem Weg Strom zu sparen und die Akku-Laufzeit zu verbessern. Bei 1,42 GHz konsumiert der Chip nach Motorola-Angaben 20 Watt. Die weiter verbrauchsveringerte Version 7447A kommt bei 1167 MHz mit 9,3 Watt aus. Das 1,42-GHz-Modell wird nach Herstellerangaben bereits an "ausgewählte Kunden" für 245 US-Dollar pro Stück ausgeliefert; die entsprechende Chipstüte enthält hier 10.000 7447er.
Allerdings bekommt der immerhin unter Verwendung der Silicon-On-Insulator-Technik gefertigte Motorola-Prozesor immer stärkere Konkurrenz durch die moderneren PowerPC-G5-Chips aus dem Hause IBM.


Wisst ihr zufällig, ob Apple da Interesse für seine Powerbook zeigen wird???

Sorry für OT

bye
aLEX

@ aLEX: Off Topic -> On Topic

Von: shorm | Datum: 24.02.2004 | #13
[Link]

A little bit at the slow side!

Von: Christoph Krachten | Datum: 24.02.2004 | #14
Ich habe damals vesucht OpenDoch einzusetzen. Es war aber, was mir auf Nachfrage ein Appleentwickler bestätigte, "a little bit at the slow side". Auf deutsch grottenlangsam und nicht benutzbar. Ich gkaube die letzte Version war 1.2. Vielleicht wäre es hete realisierbar, aber damals war der ganz Ballast, die diese Version mit sich trug ein bißchen viel!

Nicht ganz

Von: thomm | Datum: 25.02.2004 | #15
Unsinn, OpenDoc war nicht langsam. Wie schon geschrieben hatten die "Etablierten" Softwarehäuser versucht, Ihre "gestandenen" Programme um den OpenDoc-Part zu erweitern anstatt voll die Konzeption umzusetzen. Ist ja auch verständlich! Wenn ich mir für meine zu erledigende Aufgabe genau den Part ( z.B. den für mich besten Textteil von einem Anbieter mit der Kalkulation vom anderen, dem Vectorteil vom dritten usw. ) nehmen kann, hätte es einen wesentlich stärkeren Wettbewerb zwischen den Großen und Kleinen gegeben, da nicht mehr nur mit Monsteranwendungen konkuriert würde.
Ich suche übrigens schon lange die damalige Demo-CD von Apple, welche das Konzept (als QT-Film) zeigt. Hat diese irgendjemand und kann mir den Inhalt zukommen lassen ( die Demonstration war wirklich beeindruckend besonders wenn man weiß, was damit schon "damals" möglich war).

Übrigens wurde OpenDoc ja mehr oder weniger geSteved da ja NextSTEP mit der OpenStep-Technologie einen ähnlichen Ansatz hat(te), das sieht man an den "Diensten" welche man in Cocoa-Programmen hat bzw. als Programmierer zur Verfügung stellen kann.

Zum Schluß: mit durchgesetztem OpenDoc wäre die ganze PugIn-Quälerei vorbei gewesen, jedenfalls in den x verschiedenen Versionen

Gruß

langsam?

Von: Mister Mike | Datum: 25.02.2004 | #16
jo schnell war es nicht, weiss ich noch. habs zumindest benutzen [i]wollen[/i].

richtig langsam war die beta von Corel Office auf Java basis mitte der 90er - gepaart mit der damaligen Java performance *brüll*

RagTime und OpenDoc

Von: Thomas Götze | Datum: 26.02.2004 | #17
Das war damals fast so: 1996 wurde auf dem Apple-Stand auf der CeBIT OpenDoc eingestellt. Der RagTime-Stand war direkt gegenüber. Wir hatten mit RagTime 4 die einzig verfügbare (und funktionierende) "Container-Application", also ein Programm, dass OpenDoc-Komponenten aufnehmen konnte. OpenDoc war für RagTime einfach eine weitere Komponente, neben Bild, Text, Rechenblatt und so weiter, die in einem RagTime-Rahmen aufgenommen werden konnte. Apple hat damals RagTime 4 (beta 7) auf der Messe in ihren OpenDoc-Präsentationen verwendet.

So gab es zu der Zeit eine OpenDoc-Component (von RedSoxs?), die Röntgenbilder mit variablen Kontrast darstellen konnte. An einem Regler konnte der Arzt das Verhältnis von Knochen und Gewebe im Bild einstellen. In einem RagTime-Rahmen platziert konnte der Arzt drumherum seinen Bericht schreiben.

Auf dem Apple-Stand hatte Apple schon immer "Partner" postiert, die ihre Programme und Lösungen auf Apple-Computern gezeigt haben. 1996 waren da eine Menge OpenDoc-Entwickler, die in die glorreiche Zukunft geblickt haben und neue Märkte witterten. Diese waren es, die dann auf unseren Stand kamen und über die nun finstre Zukunft sprachen. Da gab es auch die ein oder andere Träne.

Übrigens: Aus den OpenDoc-Zeiten stammt auch die Mapping-Software GeoInsight (www.comgrafix.com). Das Programm färbt Landkarten nach Werten aus einem Rechenblatt - Prima für Wahlergebnisse oder Marketingauswertungen. Bob Horst hat damals kurzerhand aus der OpenDoc- eine RagTime-Komponente gemacht und verkauft sie heute noch ;-)

RagTime = OpenDoc & mehr!

Von: Bart-Jan | Datum: 26.02.2004 | #18
Hmm, fast ... RagTime hat nie "auf OpenDoc umgestellt": es hatte (un hat noch immer!) eine PlugIn architektur welche es damals möglich gemacht hat OpenDoc Komponenten mit in RagTime Dokumente einzubinden und als integriertes Element zu benutzen. Jetzt wo die OpenDoc-Erweiterungen "nicht mehr so populär sind" bleiben ja die übrigen Erweiterungen für RagTime (GeschäftsGrapik, ItterSoft, usw.) und kann jeder Entwickler Dokumenten Erweiteren mittels ein Konzept das OpenDoc in viele Hinsichten überlegen ist :-)

zum abschreiben

Von: TomK32 | Datum: 26.02.2004 | #19
Das ist aber nett dass er für die deutschsprachige wikipedia den englischen Text übersetzt hat ;-)

Aus OpenDoc wurde PDF!

Von: iChat-AIM: pixelgeist | Datum: 28.02.2004 | #20
Aus OpenDoc wurde PDF!
Was sonst? Und auch
OpenType rührt davon
her.