ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2821

Wahre Worte und eine Autopsie

Was Michael Bull und Greg Koenig verbindet…

Autor: roland - Datum: 25.02.2004

Dr. Michael Bull, seines Zeichens "Lehrkörper" für Medien und Kultur an der University of Sussex in Großbritannien hat in diesem WIRED-Interview mit einem einzigen Satz das Erfolgsgeheimnis des iPod auf den Punkt gebracht:
"One of the interesting things is that with vinyl, the aesthetic was in the cover of the record. You had the sleeve, the artwork, the liner notes. With the rise of digital, the aesthetic has left the object -- the record sleeve -- and now the aesthetic is in the artifact: the iPod, not the music. The aesthetic has moved from the disc to what you play it on ... and the iPod mini will appeal to those who want an artifact for style...."
Da kann man doch nur zustimmen, oder? Und um so mehr den Kopf schütteln über das, was gerade Apples Kleinster erdulden musste – auf Greg Koenigs Obduktionstisch, wo der wehrlose iPod Mini einer gnadenlosen Autopsie unterworfen wurde. Die allerdings keine Fragen offen lässt, was die verbauten Innereien angeht… Was verbindet nun also Dr. Bull und Mr. Koenig? Ganz klar, die Neugier, herauszufinden, was Apples iPod so erfolgreich macht. Und um die zu stillen gibt es eben verschiedene Wege…

Kommentare

Ein Satz?

Von: rob | Datum: 25.02.2004 | #1
na, das war aber mehr als ein Satz ;-)
rob

Zugegeben

Von: Roland | Datum: 25.02.2004 | #2
…vier Sätzchen. Aber egal. Es kommt schließlich auf den Inhalt an ;-)

@Roland

Von: Different | Datum: 25.02.2004 | #3
Hast Du nicht gelesen? Es kommt eben NICHT nur auf den Inhalt an ;-)

Vollste Zustimmung!

Von: Gulaschpizza | Datum: 25.02.2004 | #4
iPod - Einfach der beste MP3-Player in seiner Klasse. Und dabei ist er eine Klasse für sich ;)

OT: Camino bald 0.8?

Von: ionas | Datum: 26.02.2004 | #5
[Link]

Musik ghört nicht auf Computer, verdammt!

Von: Tokyo iGirl | Datum: 26.02.2004 | #6
Hallo,

ich finde auch, daß mit der CD viel von der Ästhetik des Tonträgers verloren gegangen ist. Viele Alben hatten ja noch plattencovergroße Beihefte, in denen man noch richtig blättern konnte. Das fehlt bei der CD aus Platzgründen. Bei MP3-Files fehlt solches Beiwerk komplett (von dem lächerlichen Coverbildchen mal abgesehen). Außerdem klingt Vinyl immer noch besser (selbst Tocotronic - bekannt durch "digital ist besser" - produzieren auf Vinyl).

Durch CDs und MP3-Files geht im übrigen die Albumkultur kaputt, weil sich viele Leute nur noch einzelne Tracks einer CD anhören und anhand dieses Fragments das Gesamtwerk beurteilen. Ob der iPod von der Ästhetik her mit einem Vinyl-Album mithalten kann wage ich zu bezweifeln. Außerdem kann ich nicht verstehen, warum es einen Wandel in der Ästhetik weg vom Tonträger hin zum Abspielgerät gegeben hat. Mich hat ein schöner Plattenspieler schon immer fasziniert - und das immer noch wesentlich mehr als ein iPod. Musik gehört auf schwarze Scheiben und große Tonbandspulen und nicht in tragbare Geräte oder Computer. Apple sollte sich aus dem Musikmarkt raushalten und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren: Computersysteme bestehend aus Hard & Software aus einer Hand.

Tokyo iGirl hat recht ! Die Kultur bleibt auf der Srecke.

Von: iPodNixNutz | Datum: 26.02.2004 | #7
Und mit der Qualität geht es ebenso. Das AAC Format mag zwar dem MP3 überlegen sein, aber gegen gute Aufnahmen (auf Schallplatte oder CD) und das Abspielen über eine gute Anlage (die mal locker früher einige tausend Märker verschlungen hat) kommen diese Formate absolut nicht an. Um aber unterwegs seine Lieblingshits dabei zu haben, da sind iPod und Konsorten unschlagbar. Wer das möchte und den ganzen Tag mit Ohrenstöpsel rumlaufen will, na ja.

Konfuzius sagt ...

Von: Dr. Doom | Datum: 26.02.2004 | #8
Musik gehört in die Ohren und ihr ist es egal wie sie dahin kommt.

Vinyl-Alben waren Kunst...

Von: Macfun | Datum: 26.02.2004 | #9
(teilweise zumindest) und hatten eine besondere Ästhetik, die mit den Einheits-Plastik-CD-Covern kaputt gingen. Das bedaure ich sehr. Aber keine Vinyl-Scheibe konnte die Athmosphäre eines Live-Konzertes ´rüberbringen. Fazit: Musik gehört nicht in Rillen gequetscht... Wie weit will man zurückgehen? Die Technik ist nicht aufzuhalten - so sehr es einen teilweise auch missfällt. Ich glaube (und hoffe), dass es weiterhin genug Leute geben wird, die sich eine CD kaufen werden. Für mich zumindest hat ein Album (auch auf CD, denn in letzter Zeit ist ein Trend zu einfallsreicheren, interessanter, künstlerischer aufgemachten Covern in Pappschubern o.ä. festzustellen) einen ganz anderen Wert als ein Song, den ich nur digital besitze. Für den schnellebigen Hitparaden-Scheiss, das man für kurze Zeit auch gut hören kann, mag das genügen, doch von Künstlern, die diese Bezeichnung auch genügen, hole ich mir lieber „harte Ware“, rippe sie in iTunes, um sie über den Computer oder iPod unterwegs oder bei der Arbeit anzuhören.

Na ja

Von: Cochrane | Datum: 26.02.2004 | #10
Wenn ich das zum Extrem treibe, was manche sagen, dann müsste man komplett auf Tonträger verzichten. Nur Live ist echt.

Na ja, eigentlich stimme ich mehr mit Dr. Doom überein. Und der iPod ist immer noch die beste Variante, Musik unterwegs an die Ohren zu bringen.

Kommt jetzt wieder die Analog vs. Digital

Von: Terrania | Datum: 26.02.2004 | #11
Diskussion? Klar "klingt" eine Vinyl-Platte "wärmer" als eine CD. Und klar ist das Procedere von der Haptik und so einfach unvergleichlich. Man "legt" dediziert eine Platte auf, säubert die Rillen, kümmert sich um den Abtaster (diskutiert ob das Ortofon besser ist, als ein anderes, MC vs. MM), tuned den Tonarm etc. Und wenn die HiEnd-Anlage es bringt, kann man das auch geniessen. Bis der erste Kratzer, oder das erste Megastaubkorn die Boxen explodieren lässt. Und ja, auch die Covers und Booklets waren schon wegen des Formats eine Augenweide. Aber ehrlich: Wie oft höre ich dediziert Musik? 1-2x im Monat. Da werf ich die HiEnd-Anlage an, freu mich über den Plattenspieler von Thorens oder den Swooboda-getuneden CD-Player und vielleicht sogar über den geilen Verstärker mit geilen Boxen. Kosten? Ca. 5000 Euros aufwärts. Aber wenn ich nebenher Musik höre, langt mir mein iPod oder das iBook, das vom Server die Songs streamt (über die HiEnd-Anlage). Es ist halt nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Und: es geht um Musik. Das schließt die "Superstars" von vorneherein aus.

Witzig, thomm ...

Von: Terrania | Datum: 26.02.2004 | #12
aber leider am Thema vorbei ...

Hptik ist ein schönes Stichwort

Von: Tokyo iGirl | Datum: 26.02.2004 | #13
Hallo nochmal,

es geht nicht um analog oder digital. Es ging um Ästhetik und wie Terrania schreibt die Haptik eim bewußten Auflegen einer Schallplatte. Die ist imho durch keinen iPod zu ersetzen.

früher war alles besser...

Von: mathias | Datum: 26.02.2004 | #14
es gab genauso viele schallplatten, bei denen alle infos ausschliesslich auf der rückseite zu lesen waren. das fummelige titelsuchen bei cd oder tape, das plattenumdrehen nach 45 min (waren es 45 min?) hat für mich nur wenig ästhetisches.
ausserdem: wer hindert denn die cd hersteller, alben für cds in ähnlicher grösse wie die der platten heraus zu bringen?
was die technischen merkmale (besser gesagt unzulänglichkeiten) der schallplatten angeht, der lese dazu zum beispiel "dickreiter: handbuch der tonstudiotechnik band 2; s. 60ff." das liest sich in der tat wie technik aus einem vergangenen jahrhundert.
und ja: am besten wäre es, keine tonträger mehr zu verwenden und die kultur der live-musik wieder zu beleben. dann trennt sich schnell die spreu vom weizen, wer wirklich musik machen kann oder wer im studio zurecht gebogen werden muss.

allerdings: das design des ipods ist in der tat sehr gelungen. vielleicht werde ich mir den kleinen auch zu legen...

mathias.

@Tokyo iGirl

Von: T1000 | Datum: 27.02.2004 | #15
Die Tocos sagen aber auch:
"Digital ist besser für mich"

<kleiner scherz>

Auge und Ohr

Von: Lorenz* | Datum: 27.02.2004 | #16
Ich finde es manchmal schon erstaunlich, wieviel Wert auf das Optische gelegt wird, geht es hier doch um die "Verpackung" von Musik, künstlerisch hin oder her. Das Hauptprodukt ist der akustische Teil.

Aber so ist der Mensch nun mal, in die andere Richtung ist vom Kippgeräusch des Lichtschalters bis zum Motorenlärm des Sportwagens auch alles akustisches Design zum Selbstzweck. :)

Teilweise Ok ;Teilweise n.i.o

Von: Agent Zero | Datum: 18.08.2006 | #17
Ich finde ihren Beitrag einerseits ok,aber ich kann nicht verstehen wie sie sagen können "Musik ghört nicht auf Computer, verdammt!
Ich bin Dj im hip hop bereich und finde das Vinyl das einzig wahre ist ; und freue mich immer wieder das man vinyl nicht so einfach kopieren kann wie z.bsp. cd`s.Und diese freude wird immer bleiben!......

Der Computer ist Bestandteil der MusiK!!!!
Auch früher!!!!


mfg agent zero /-)