ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2865

G5 ein Hit in der Wissenschaft

Crushing the Itanic

Autor: kai - Datum: 21.03.2004

Mit dem G5 wird der Mac im Forschungs-Umfeld nicht nur für Gentechniker und NASA-Forscher interessant: Der Virginia-Cluster hat's begonnen, und langsam sickert es durch, dass der G5 ein echtes Arbeitstier ist, das problemlos riesige Datenmengen bearbeiten kann.
So kann der G5 nicht nur wie im Falle des Virginia-Cluster in linearer Algebra überzeugen (Linpack=BLAS) sondern auch in diversen anderen Bereichen wie der Quantenchemie-Software MOLCAS, bei Fast Fourier Transformationen und bei Strömungsdynamik. Und obwohl das nicht notwendigerweise zur Forschung zählt, ist er auch in Raytracing sehr gut. Neu hinzugekommen (via Xlr8yourmac) ist jetzt ein Test in Phoenix, einem Programm zum atmosphärischen Modeling verschiedener Himmelskörper. Und es sieht sehr gut aus für den G5, weswegen an der Uni Hamburg extra dafür ein Mini-Cluster mit 25 G5-Xserves geordert wurde.

Besonders interessant finde ich ja, das in allen diesen Tests die Itanic, die ja von Intel momentan exakt für diese Zielgruppe positioniert wird zumeist nur sehr mager abschneidet, meistens wird sie vom G5 (und anderen CPUs) geschlagen. Das verwundert, denn laut SPEC-Zahlen sollte sie sämtliche anderen CPUs radikal dominieren (SpecFP-Wert der Itanic ist fast genau 2x so hoch wie bem G5!). Aber dass SPEC ein rechter Beschiss ist sagen wir ja schon die ganze Zeit.. Wo sind denn nun die Tests, die beweisen, was die Itanic für eine absolut brachiale und unglaubliche Fliesskomma-Rechenleistung hat? Irgendwie kann ich ausser SPEC nichts finden, wäre für Links aber dankbar..
Besonders lustig fand ich diese Woche ja, dass das von Intel einmal gross gehypte Itanic2-Roboterauto, das selbständig seinen Weg durch die Wüste finden sollte kläglich versagt hat (zusammen mit allen anderen). Und nicht nur einfach so: Kurz nach dem Start fuhr das Gefährt in den Graben und fing zu brennen an. Na wenn das die Situation des Hitzemonsters Itanic mal nicht perfekt widerspiegelt weiss ich auch nicht! ;-) Ich denke mal nicht, das Intel hierzu noch eine Pressemeldung veröffentlichen wird. So wird aus einer PR-Aktion ein PR-Disaster!

Kommentare

Auf lange Sicht

Von: Karl Schimanek | Datum: 21.03.2004 | #1
wird sich das mit dem G5 schon rumsprechen :)

Ich vermiss neue Macs

Von: T1000 | Datum: 21.03.2004 | #2
Langsam wirds mal wieder Zeit für ein paar Upgrads (mindestens). Werd schon richtig nervös hier.

der link zum verreckten...

Von: mickel | Datum: 21.03.2004 | #3
...Itanic Roboterauto funzt nicht...

gruß
mickel

Warum ist dann kein G5-Auto

Von: frager | Datum: 21.03.2004 | #4
bei dem Wettbewerb angetreten?

@@ Frager

Von: Marty | Datum: 21.03.2004 | #5
Weil sie wußten das das nicht klappt.

wozu?

Von: dermattin | Datum: 21.03.2004 | #6
es liegt doch nicht am chip, ob die autos korrekt fahren, eher am programm.

Falscher Link

Von: MetalSnake | Datum: 21.03.2004 | #7
Der "versagt hat" Link ist wohl ein klein wenig Falsch *g*

Itanic trifft es schon fast...

Von: thomas b. | Datum: 21.03.2004 | #8
fehlt nur noch ein "T" davor, dann passt's scho...

oder meinetwegen auch T-Itanic ;-)

@thomas b.

Von: Ron Sommer | Datum: 21.03.2004 | #9
Du Klugschnacker, "Itanic" ist schon eine Anspielung auf Titanic, eigentlich heißt die CPU "Itanium".

Mensch Ron Sommer

Von: Karl Schimanek | Datum: 21.03.2004 | #10
Gerade du müsstest doch die Anspielung T-Itanic verstehen :D

Hirnloses Intel-Bashing

Von: Anonymous Coward | Datum: 22.03.2004 | #11
Während der Hinweis auf den G5-Einsatz in der Forschung ja noch interessant war, gleitet der Rest des Artikels doch n bisschen ins lächerliche ab. Das Roboterauto, von dem die Rede ist, ist nicht "kurz nach dem Start verreckt". Vielmehr ist es eines der wenigen gewesen, denen genau das NICHT passiert ist. Es ist am weitesten von allen Teilnehmern gekommen (12km) und musste dann nicht wg. Computerproblemen sondern wg. dem unwegsamen Gelände aufgeben. Abgesehen davon, dass das ganze herzlich wenig mit den eingesetzten CPUs zu tun hat (ok, Intel hat damit angefangen...)

Nichts gegen gepflegte Häme, aber dazu muss man doch nicht die Tatsachen so wild verdrehen.

Intel bietet genug Angriffsfläche für fundierte Kritik

Von: Nyarla | Datum: 22.03.2004 | #12
Ich muss meinem Vorredner leider zustimmen, die Argumentationsketten mit denen Intel hier niedergemacht werden, sind schon sehr hanebüchen und würden von ihrem Stil her eher ins Heise-Forum passen. Und das will doch keiner, dass hier so ein Niveau eintritt, oder?

intels Rechnung nicht aufgegangen?

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 22.03.2004 | #13
intels Itanium hängt ja angeblich sehr von der Compiler-Optimierung ab. D.h., dass intel sich mit dem Itanium von den Compiler-Anbietern abhängig macht bzw. eigene Compiler puschen muss. Ich weiss den aktuellen Stand nicht, aber vielleicht sind die Compiler-Entwickler gar nicht so scharf darauf, eine Aufgabe zu übernehmen, die bislang bei den CPU-Herstellern lag?

Der G5 ist da eben "klassischer" in dem Sinne, dass er eine CPu ist, die Befehle abarbeitet, und das möglichst optimierend.

FFTs

Von: Leo | Datum: 22.03.2004 | #14
Naja, die G5s sind in den wichtigen double-FFTs nicht gerade beeindruckend.

Z.B. eine typische 1024-Punkt-FFT, doppelt genau, eindimensional (von [Link]

G5@2GHz: 3500 MFLOPS
Xeon@3,2GHz: 4000 MFLOPS
Itanium2@1,5GHz: 5000 MFLOPS

Die Intel-Werte sind hochgerechnet auf die schnellsten verfügbaren Taktraten.

Wenn man die FFTs mit einfacher Genauigkeit ansieht, die dann voll AltiVec-optimiert sind, sieht es für die G5s gut aus (8500 gegen 6000). Das ist interessanterweise aber schlechter, als ein G4 mit 2 GHz erreichen würde (9500).

(Die AltiVec-Einheit des G5 stinkt offenbar ab! ;-) )

AC

Von: Lorenz* | Datum: 22.03.2004 | #15
Aha, DU bist also der Anonymous Coward von slashdot! ;-)

Regt euch ab...

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 22.03.2004 | #16
1) Bei einer Totalstrecke von 210 Meilen ist 7.5 Meilen nach dem Start definitiv "kurz nach dem Start". Dass es die anderen genauso nicht geschafft haben steht ja extra drin.

2) Dass es nicht auf die CPU sondern aufs Programm ankommt stimmt sicher. Das sieht Intel aber offensichtlich nicht so, deshalb ja auch der Hype über das ganze im Vorfeld! Dann müssen sie sich dann logischerweise auch entsprechende Häme gefallen lassen wenn's ein Rohrkrepierer wird, denn wäre es ein Erfolg gewesen hätte Intel definitiv gross getönt in der Richtung "Itanium2 führt Roboterauto zum Sieg"...