ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2888

Big Blue gibt sich offen

POWER für alle, je nach Gusto

Autor: flo - Datum: 01.04.2004

Der Schwerpunkt der gestrigen IBM-Veranstaltung zur PowerPC-Plattform war weniger der neue Power5 oder der Ausblick auf künftige, rekonfigurierbare Chips, sondern eine neue Offensive zur Verbreitung der Architektur selbst, die man nun nur noch kurz POWER nennt. Das Zauberwort heißt dabei: Lizenzierung. IBM geht jedoch einen gewichtigen Schritt weiter, denn man soll POWER-Chips nicht nur einfach nachbauen dürfen, man soll sie sogar den eigenen Wünschen nach anpassen. Hierfür verteilt IBM über ein (heute online gegangenes) "Power-Portal" ein kostenfreies "Power Architecture Pack", eine Software, die es ermöglichen soll, in einer virtuellen Umgebung eigene Chip-Designs zu entwerfen (bislang nur als Demo).
Dass der PowerPC eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten aufweist, zeigen die momentanen Erfolge zum einen bei den Spielkonsolen (GameCube, künftige X-Box), als auch - quasi am anderen Ende des Spektrums - die eigenen p- und e-Server-Serien sowie der Überraschungshit "Virginia-Cluster". Mit der Lizenzierung will IBM die Power Plattform als Gegenentwurf zu x86 weiter fördern und das aufkeimende Interesse effektiver nutzen. Dabei gibt IBM in erster Linie R&D-Kosten an die Lizenznehmer ab (die die Power-Basis, nach Vorstellungen von IBM, an eigene, spezielle Bedürfnisse anpassen), behält aber die Kontrolle über den Power-Befehlssatz.
Inwieweit sich diese Initiative auf Apple auswirken wird, ist weitestgehend Spekulation, denn wieviel Mitspracherecht Apple jetzt schon bei der Entwicklung des Power4-Derivats Power970 (und des Nachfolgers) hat, ist nicht ganz klar - so gesehen könnte der G5 auch die erste Frucht eines "customized" Power-Chips sein. Interessant wird sein, ob sich ein Anbieter findet, der mit "Clones" in den Apple-Markt einbrechen will. Dem könnte Apple allerdings durch spezielle Chip-Erweiterungen als auch über eigene Chipsätze entgegenwirken. Wie dem auch sei, auf den ersten Blick scheint diese Offensive IBMs der Plattform als ganzes, und somit auch Apple, helfen. IBM vermeldete auf alle Fälle schon einmal einige Erfolge mit Firmen, die auf Power-basierte Server umsteigen und bestätigte offziell Sony als ersten Lizenznehmer der Power Architektur.

Kommentare

wo bleibt

Von: thomm | Datum: 01.04.2004 | #1
eigentlich euer hahahaschickeuchindenapril-Scherz ?
Die m.E. dusselige macwelt versucht es gerade mit einem angeblichen Video-Lizenz-iPod der 4. Generation

Gruß

Power

Von: willi | Datum: 01.04.2004 | #2
"die man nun nur noch kurz POWER nennt"

Hä? Die Architektur hiess schon immer POWER. Der Power4 war nie ein PowerPC und ein G3 kein Power Prozessor. PPC ist halt nur ein Abkömmling des großen Power.

Prozessorname.

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 01.04.2004 | #3
Power3, 4 oder 5 ist der Name des Prozessors. Die Architektur nannte IBM bislang immer "PowerPC Architecture". Man möge über den Teilsatz hinweglesen wenn es einen irritiert.

Korrektur

Von: IBM | Datum: 01.04.2004 | #4
Nicht "p- und e-Server-Serien", sondern "pSeries- und iSeries-eServer-Serien".

Zauberwort

Von: Dudenfreund | Datum: 01.04.2004 | #5
Das Zauberwort heißt natürlich nicht "Lizensierung", sondern "Lizenzierung".

Duden rules.

Herrje...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 01.04.2004 | #6
Ich hab extra noch geschaut, zwar nicht im Duden aber bei Kollege Google. Alle Welt schreibt das mit "s", ich hatte es mit "z" aber daraufhin geändert. Dabei müsste man doch ausgerechnet als Mac-User wissen, dass die Mehrheit keinesfalls immer recht hat ;)

Power Architecture Pack

Von: namename | Datum: 01.04.2004 | #7
tolles tool ! aber ich krieg es auf meinem mac irgendwie nicht zum laufen, sodass ich das eigentlich gar nicht beurteilen kann.
liegt vielleicht daran, dass man es nur in einer solaris variante und mehreren linuxvariationen angeboten bekommt. letzteres sogar fuer die ibm-rs serie - wohl der naechste verwandte des macs *huestel*.
da es sich anscheinend um ein synopsis-tool handelt wird man aber wohl ewig auf eine mac os x version warten muessen.

wobei ich wiederum der meinung bin, dass man eine platform am besten pusht indem man soviel software wie moeglich zur verfuegung stellt. aber wahrscheinlich denke ich an dieser stelle verkehrt ...

@flo und Willi

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 01.04.2004 | #8
Hallo,

Ursprünglich sind PowerPC und Power zwei verwandte aber unterschiedliche Architekturen. IBM Power gibt es dabei schon ein wenig länger als PowerPC. Als sich Apple, IBM und Motorola zusammen taten, nahmen sie die Power-Archirektur als Grundlage, reduzierten das InstructionSet,fügten etwas vom Motorola 88k (nicht 68k ;-) ) hinzu und fertig war die PowerPC Archtektur.

Die erste Generation von PowerPCs (601) hatte sogar noch einige Power-Instruktionen, die dem PowerPC-ISa fehlen, damit man mit der Softwareentwicklung schon auf POWER-CPUs beginnen konnte. Erste die G2-PowerPC (603 ud 604) waren reinrassige 32bit-PowerPCs.

IBM hat dann später aber die POWER-Reihe wieder mit der PowerPC-Reihe zusammenfliessen lassen. So ist wohl der Power 3 ursprünglich als PPC620 entwicklet worden. Insofern sind Power 3, 4 und 5 einerseits PowerPCs anderseits von ihrer Leistung und Designaufwand her Power-CPUs.

Alles kalr ? ;-)

Bis dann

R"udiger

@ flo

Von: willi | Datum: 02.04.2004 | #9
Aber Power gabs schon vor PowerPC. Das könnt ihr Jungen hüpfer aber nicht wissen ;) Oder: Was Rüdiger sagt.

Ich gebe mich...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 02.04.2004 | #10
...der Alterswahrheit geschlagen ;)

quatsch...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 02.04.2004 | #11
der Alter*weisheit* natürlich...