ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2908

Industrie und Musik und ORF und überhaupt!

Gute Schlagzeilen sind teuer

Autor: bh - Datum: 14.04.2004

Jenes schreibende Volk in der komischen Welt da draussen, das sich unter dem Begriff "Journalisten" zusammenfassen lässt, kommt von einem Thema nicht mehr runter: die Musikindustrie. Ihr Glanz und das drohende Ende durch Raubkopierer wird besungen, oder es wird für das leicht diffuse Recht auf Sicherungskopie gekämpft - egal welche Ausrichtung der Artikel hat, mit einer Fächerkombination Publizistik - Medizin im Rücken könnte man häufig "Wortdurchfall" konstatieren. Das Internet-Angebot des Österreichischen Rundfunks glänzt heute wieder mit einem Beitrag, dessen Blödheit nicht zu überbieten ist - "mp3 statt Hendrix". Die Tatsache, dass viele US-Soldaten im Irak nun mit digitalen Abspielgeräten für ihre Musik ausgerüstet sind, wird in einen Topf geworfen mit dem heutigen Musikgeschmack und vielem anderem mehr. Bitte unbedingt lesen, so ein Quatsch kommt nicht alle Tage vor! Was aber sofort versöhnt, ist der erlesene Beitrag von Christian Lehner auf der Homepage von FM4. Das Gejammer der Musikindustrie aus der Geburtsstunde der "Leerkassette" (Kind des Satans) rückt einiges wieder gerade und retten den Ruf des ORF, der immerhin noch über ein paar qualifizierte Mitarbeiter verfügt.

Kommentare

Pöses, Pöses Filesharing

Von: Terrania | Datum: 14.04.2004 | #1
nach der pösen Le(h)rcassette nun der pöse CD-Rohling. Echt. Ich kanns nimmer hören! Im Spiegel vor 2 Wochen war auch so ein Statement eines jung aussehenden, aber im HIRN steinalten Musikmanagers (der sich vermutlich nur deshalb keine CDs selber zusammenstellen läßt, weil ers von der Sekretärin machen lässt bzw. seine eigenen "STARS" so zum Kotzen findet, daß es der Mühe nicht wert ist ...) der vor lauter DOLLARZEICHEN und ROIs etc.etc. völlig vergessen hat, was MUSIK eigentlich bedeutet. Diese kleinen Hirnis haben nichts anderes verdient, als die Statthalter des finalen Rettungsschusses für die MI zu sein. Sie sind visionslos, überflüssig – und DUMM. Warum ich mich so echauffiere? Ganz einfach: Ich will endlich mal wieder MUSIK hören im Radio und keine "SUPERSTARS" die kaum ihren eigenen Namen buchstabieren können. Und es gibt sie noch die MUSIK. Man will sie nur nicht spielen, weil sie nicht so mit Werbepower reingedrückt wird wie eine MADONNA (Gäääähn) und Konsorten.

eben!

Von: Bert | Datum: 14.04.2004 | #2
Ich sag es ja schon immer: entdeckt euch wieder die unterschätzten Musiker! Geht alle hin und kauft "Cow Fingers and Mosquito pie" von Screamin Jay Hawkins... Gruß, Bert

Was ist an dem Armee-Artikel schlecht?

Von: RollingFlo | Datum: 14.04.2004 | #3
Die Kernthese heißt doch:
Während früher AFN und von der Army veranstaltete Shows den Soldaten quasi ihren Soundtrack zum Krieg lieferten, ist das durch die moderne Technik immer weniger der Fall. Denn durch sie ist es möglich, sich seinen ganz eigenen Soundtrack zusammen zu basteln und damit fehlt der "gemeinschaftliche Groove".

Natürlich hört der eine oder andere Hendrix oder Screamin' Jay oder was eben gerade in den Charts ist, aber eben nicht alle dasselbe!
Das "Subgenre-isieren" des Pop/Rock ist ja auch eine Tatsache, die schon oft beklagt wurde. Es gibt auch keinen Soundtrack mehr etwa für die Anti-Irak-Proteste oder für die "Ära Kohl", weil eben schon mit 12 Jahren die Kinder sich ihre Richtung raussuchen. Das ist quasi der musikalische Ausdruck der fortschreitenden Subdividierung der Gesellschaft bzw. der Minimierung der Größe der gesellschaftlichen Gruppierungen.

Ist an dem Artikel also auch nur irgendetwas falsch oder dumm?

Interessant!

Von: Gulaschpizza | Datum: 14.04.2004 | #4
Endlich mal wieder ein hochinteressanter Link bei den Guardians. Ich verstehe zwar (wie RollingFlo) eure Kritik an dem Armeeartikel nicht, der zweite Artikel ist jedoch klasse =) Die Plattenindustrie jammerte damals mit den selben Argumenten wie heut - obwohl die Kopiermechanismen damals längst nicht so komfortabel und hochwertig waren wie heute!

Was ich von diesem Artikel und seinen Kommentaren mitgenommen habe:
"home taping is killing music.
home fucking is killing prostitution"

Irgendwo schwach... setzt Musikindustrie mit Prostiution gleich, ist nach dreimaligem Überlegen kein schlüssiges Argument _für_ Hometaping!

Das Radioschlachtfeld

Von: radrick | Datum: 14.04.2004 | #5
Nun, wenn ich mir die österreichischen Rundfunksender so anhöre ( inkl. FM4 ),
kommmt es mir auch wie im Krieg vor.

Dasselbe Spiel übrigens bei Video...

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 14.04.2004 | #6
Die ersten VHS-Recorder werden eingeführt, und die Filmindustrie prognostiziert den Untergang des Abendlandes. Klagt, was das Zeug hält um es zu verhindern, ein Richter sagt Arschlecken, die Konsumenten wollen das also also findet euch damit ab und heute? Tja, heute verdient die Filmindustrie VIEL mehr mit Video als mit Kino! ;-)

MacGuardians auf Tiefflug

Von: Helm ab zum Gebet | Datum: 15.04.2004 | #7
Wortdurchfall konstatiere ich nur diesem Beitrag von MG, nicht aber im verlinkten Artikel. Nicht mal das Zitat stimmt. Ein Tipp an "bh": den nächsten Beitrag bitte nüchtern schreiben, danke.