ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2914

Und weiter geht's mit Real und Apple

Oder eher: Nichts geht.

Autor: flo - Datum: 16.04.2004

Nachdem gestern die New York Times noch von einer ihr zugespielten E-Mail berichtete, in der Real-Chef Rob Glaser Apple eine "strategische Allianz" vorschlage, im Rahmen derer Real FairPlay von Apple lizenziere und im Gegenzug dafür den iPod als vorrangige Playerhardware einsetzen wollen, berichtet heute die AP, dass Apple die Offerte bereits abgelehnt habe. "He's in the neighborhood, but whatever meeting Rob wanted with Steve isn't happening," sagte Greg Chiemingo, Sprecher von Real Networks. "Steve just doesn't want to open the iPod, and we don't understand that."

Gab es die E-Mail nun überhaupt, wer war - wenn ja - die ominöse "person close to Apple", handelt es sich um eine Diffamierungskampagne von Real gegen Apple, gibt es den Deal wirklich und Real macht "schmutzigen", öffentlichen Druck oder ist den Managern und Sprechern (und Journalisten) im Silicon Valley einfach nur langweilig? Die Schlussfolgerungen mögen jedem selbst überlassen sein. Unterhaltsam war es zumindest, vielleicht kommt ja noch mehr nach?

Kommentare

Alleine?

Von: Hans | Datum: 16.04.2004 | #1
Wenn Apple sich weiterhin verweigert andere an ihrem Standard teilzuhaben, werden sie wie sooft in ihrer Geschichte zum Schluß mit leeren Händen dastehen.

Beispiele gibt es ja mehr als genug.

Ich kann mir vorstellen

Von: Dr. Waters | Datum: 16.04.2004 | #2
Das die Mail tatsächlich von Real kommt, aber nicht an Apple gerichtet war, sondern gleich an die Presse ging. So wie Beitrag vermutet. Apple kann doch mittlerweile total dichthalten, gerade was solche Deals betrifft.
Nun kann Real sehen, was Apple sagt und stehen dann als die "Guten" da, weil die "bösen" Apple-Leute nicht wollen. Also "müssen" sie ja dann wohl zu MS gehen.
Dadurch haben sie jetzt etwas mehr Aufmerksamkeit für ihren Store. So gut sieht es da wohl nicht aus...

Hat Steve tatsächlich Nein gesagt?

Von: Macfun | Datum: 16.04.2004 | #3
Das check ich net!
Machen die tatsächlich den gleichen Fehler wie mit ihrem System - keine Lizenzierung an andere Firmen?
Das wäre doch die Chance (gewesen?) einen Gegenpol zu WMA aufzubauen, der stark genug wäre ein weiteres MS-Monopol zu verhindern. Alleine hat Apple auf Dauer wieder nur die Möglichkeit sich in seine besch... Nische zurückzuziehen.
Na, suuper - bei MS knallen wohl die ersten Sektkorken...

Apple bleibt Apple

Von: deif | Datum: 16.04.2004 | #4
Schade.... aber Apple bleibt eben Apple! Sie machen die schönsten und innovativsten Computer der Welt, das "beste" Betriebssystem der Welt und revolutionieren den Umgang mit Musik, doch sonst sind und bleiben sie arrogant und lernen nichts aus ihren Fehlern. Schade - auch wenn ihnen die ganze Chose von Real aufgedrückt wurde. In Sachen PR und Meinungsbildung(beeinflussung) in der Öffentlichkeit sind ihnen andere meilenweit voraus.- und leider sind das ihre direkten Konkurrenten. Statt über einen weiteren Designpreis würden wir uns über echte Fortschritte in diesem Bereich aus Cupertio freuen.

aussage von oben

Von: rossi | Datum: 16.04.2004 | #5
Apple braucht keine Nummer zwei
In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" zeigte Jobs aber bereits letzte Woche wenig Bestrebungen mit irgendjemandem zusammenzuarbeiten.
futurezone.orf.at schreibt:

"Der iPod arbeitet bereits mit dem besten Musik-Service und der iTunes-Shop arbeitet mit dem besten Musik-Player. Die zweitbesten sind bereits so weit hinter uns, warum sollten wir also mit denen zusammenarbeiten wollen?" so der Apple-Chef.

Apple lässt sich errechnen:

Von: Macfun | Datum: 16.04.2004 | #6
Überlegenheit ·(Arroganz + Ignoranz) = 2% Marktanteil.

Der Mac hatte auch mal einen Marktanteil von mehr als 20%...

Leute!!!

Von: SteveBaby | Datum: 16.04.2004 | #7
Sorry, aber wenn Apple (SteveJobs) nur noch Posting-Kommentaren produzieren und verhandeln würde, dann wären sie wirklich weg. Apple ist schuldenfrei und rockt ab. Sie haben den Markt im Griff. Apple wird bestimmt noch weitere Kooperationen eingehen, aber eben nicht mit REAL.

Re:Leute!!!

Von: Tobi | Datum: 16.04.2004 | #8
Dann versteh ich nicht, was ihr gegen WMA habt. Es geht hier doch um Standards. Apple ist in dem Punkt kein bißchen besser als M$.
Ich frag mich auch warum ich auf meinem Linux kein i-tunes hab. Will apple nicht, daß Linux Nutzer im Musicstore einkaufen?

@ Tobi

Von: Soeren Kuklau | Datum: 16.04.2004 | #9
"Dann versteh ich nicht, was ihr gegen WMA habt. Es geht hier doch um Standards."

Eben.

"Apple ist in dem Punkt kein bißchen besser als M$."

Ach nein?

MPEG-4 AAC ist das offizielle Audioformat von MPEG 4. Entwickelt von Dolby und Fraunhofer. Es ist der direkte Nachfolger von MPEG-1 Audio Layer 3 - a.k.a. MP3.

Und ja, es ist ein offener Standard. Es hat zwar Patente, aber das hat miteinander nichts zu tun.

"Ich frag mich auch warum ich auf meinem Linux kein i-tunes hab. Will apple nicht, daß Linux Nutzer im Musicstore einkaufen?"

Warum sollte Apple sich die Muehe machen,

- QuickTime
- Carbon
- iTunes

auf Linux zu portieren? Und warum ueberhaupt? Linux/x86 + GNOME? Linux/sparc + KDE? Linux/hp-pa + Fresco?

Merkst du, wo das Problem ist?

@Soeren

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 16.04.2004 | #10
Dass AAC an sich ein (offener) Standard ist, bestreitet niemand, Tobi bezog sich aber wohl auf das DRM Modul "FairPlay", das Apple-eigen ist und bislang auch nicht lizenziert wird.

@Soeren

Von: Tobi | Datum: 16.04.2004 | #11
Genau. Es bringt ja nichts, wenn auf acc gesetzt wird, man aber jedes AAC nur in einem bestimmten Player abspielen kann. Soweit ich weiß hat Real im Moment auch AAC im Program bloß ohne FairPlay (weiß nicht,ob und was die als Drm nutzen)
Warum Apple i-tunes auf Linux portieren sollte ist doch eigentlich klar. Wer ein Audioformat zum Standard machen will darf nicht eine Plattform auslassen. Sonst heißt es wie damals bei der DVD. Die Linux Nutzer sind ja alle illegal und umgehen das DRM.

Der aufwand dürfte nicht alzu groß sein. Es reicht eine Qt oder Gtk version.

wenn m$ demnächst aufschlägt

Von: playfair | Datum: 17.04.2004 | #12
...werden sich die jungs in cupertino nach diesem angebot sehnsüchtig zurückerinnern.

ipod verkäufe kann man nämlich auch von hinten herum drosseln: in dem man die zulieferer mit m$-methoden "besuchen" kommt.

dies kombiniert mit allianzen und einer millionen schweren pr kampagne über ein langen zeitraum wirkt bestens um dem kurzeitigen aufflackern aus cupertino ein ende zu machen.

in redmond nenn man soetwas: die stühle wieder zurechtrücken

@ flo

Von: Soeren Kuklau | Datum: 17.04.2004 | #13
Ah, ich ging davon aus, er wuerde sich auf AAC beziehen, wie er sagte.

Was natuerlich FairPlay betrifft: da die MI DRMs verlangt, und es keine einheitliche Schnittstelle dafuer gibt, ist es *natuerlich* proprietaer. Sinnvoll waere es also, in MPEG ein DRM-System zu definieren. Das ist aber nicht Apples Aufgabe.

@ Tobi:

"Der aufwand dürfte nicht alzu groß sein. Es reicht eine Qt oder Gtk version."

Apple soll also nicht nur Carbon, QuickTime und iTunes portieren, sondern auch noch die iTunes-GUI auf Qt oder Gtk umstellen?

Vielleicht womoeglich noch Keynote open-sourcen und FinalCut Pro bei eBay versteigern?