ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2934

DeDRMS: Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt

Trotzreaktionen im digitalen Zeitalter

Autor: flo - Datum: 26.04.2004

Papa gibt Bub Ball zum Spielen, aber nur wenn der Bub damit im eingezäunten Rasen hinterm Haus spielt. Was der Bub aber so nicht versteht und hinnehmen mag. Also holt sich der Bub den Ball selbst und geht auf der größeren Wiese vor dem Haus spielen. Das wiederum erzürnt den Papa so, dass er dem Bub den Ball wegnimmt. Nur ist Papa dabei argumentativ nicht so recht überzeugend (um nicht zu sagen, es werden nebst "Weil halt!" erst gar keine ins Feld geführt). Also, so rein aus Trotz heraus, geht der Bub das nächste Mal gleich wieder auf den Rasen vor dem Haus spielen. Weil Papa auf der rechten Seite des Hauses aufpasst, geht der schlaue kleine Bub einfach links rum.

Und die Moral von der Geschicht'? Wenn Apple Playfair verbietet, dann bringt Johansen eben 210 Zeilen Code namens DeDRMS mit äquivalentem Nutzen (und exakt gleicher Vorgehensweise). Und ruft dabei trotzig "So sue me". Was Apple wohl auch tun wird. Und dann spielen wir das Spielchen wieder von vorne. Ach ach.

Kommentare

Guckt Euch das mal genauer an:

Von: willi | Datum: 26.04.2004 | #1
[Link]

"Notes:

DeDRMS requires that you already have the user key file(s) for your files. The user key file(s) can be generated by playing your files with the VideoLAN Client [1][2].

DeDRMS does not remove the UserID, name and email address.
The purpose of DeDRMS is to enable Fair Use, not facilitate copyright infringement."

Kindergarten!

Von: Stefan | Datum: 26.04.2004 | #2
Das ist wirklch unschön!

Der liebe Johansen sollte einsehen das DRM sein muss, soll/will die Musikindustrie mitspielen; und er sollte auch darüber froh sein das es Apple ist die dieses Konzept, mit recht legeren Restriktionen (gegenüber anderen Download-Diensten) anbietet.

Sollte Apple's DRM so leicht zu entfernen sein könnte das die Industrie auf den Plan bringen das evtl der Apple-Schutz zu lasch ist und anfangen andere Anbieter zu präferieren! Apples Anteil von ca. 70% zum Trotz! (Oder deswegen)

Taktisch unklug

Von: oscar | Datum: 26.04.2004 | #3
Ich verstehe den Mann nicht. Er hat doch in Norwegen noch gar keinen iTMS-Zugang und wenn er so weiter macht, wird er wohl auch keinen bekommen. Und damit wir alle nicht.
Denn dieses bescheuerte Cracktool wird entweder dafür sorgen, daß die Codes verschärft und die Nutzungsrechte noch weiter eingegrenzt werden oder daß Apple keine Zusagen der Musikindustrie mehr erhalten wird.
Die Bedingungen von Apple sind doch wirklich human und man kann damit leben - es sei denn, man führt kleinkriminelles im Schilde.
Wem nützt das Tool denn eigentlich? Oder ist der Kerl publicitygeil?
Ich finde das alles echt scheiße! Bin sauer!

Kampf gegen Windmühlen

Von: salco | Datum: 26.04.2004 | #4
Wenn das DRM einmal geknackt ist, dann kann man dieses Wissen eh nicht mehr rückgängig machen. Das erinnert mich an das Verhalten der Musikindustrie, der Tauschbörsen durch Klagen und Verbote Herr zu werden, jetzt gibt es halt kein Napster oder Audiogalaxy mehr, dafür Kazaa und SoulSeek.

Und daß das PlayFair ermöglicht, iTunes-Songs zB auf Linux abzuspielen, halte ich sogar für begrüßenswert. Gerade eine Firma wie Apple sollte nicht willkürlich andere Betriebssysteme ausschließen.

Apple sollte sich in diesem Fall etwas lockerer verhalten, diese Klagerei steht ihnen nicht gut zu Gesicht.

@willi

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 26.04.2004 | #5
Das ist genau das, was playfair auch tut. Alle "Hacks" sind bisher lediglich "Umgehungen". Der originale Schlüssel ist immer erforderlich.

@flo

Von: willi | Datum: 26.04.2004 | #6
Nö.

"DeDRMS does not remove the UserID, name and email address."

Das ist neu.

Deppen gibt es halt immer

Von: g. | Datum: 26.04.2004 | #7
Dass manche Deppen es einfach nicht einsehen, dass sie absolut kontraproduktiv sind. Sie liefern der Musikindustrie nur immer neue Munition.

Induviduos ...

Also wenn Apple iTunes nicht für Linux bringt sind sie selber schuld

Von: cyrus mobasheri | Datum: 26.04.2004 | #8
Genauso wie quicktime, und Quicktime for Java, Java ist Plattformunabhängig, dann sollten es auch alle erweiterungen sein, die ernst genommen werden wollen. Solange ich als Linux Nutzer auf DeDRMS angewiesen bin um mein Eigentum zu nutzen, kann Apple nicht wirklich argumentativ dagegen vorgehen.

Also

Von: Stefan | Datum: 26.04.2004 | #9
wenn mein Auto partout nicht quer durch den Wald fahren will/kann muß mich dann der Hersteller meines Autos, auf seine Kosten, wieder rausschleppen und mir mein Auto reparieren?

@Soeren

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 26.04.2004 | #10
Aber natuerlich doch: es ist Vertragsbruch.

Nunja, es ist wohl Ansichtssache, wieviel man sich gefallen lässt, was überhaupt in solchen Verträgen drinstehen darf. Wenn Apple sich hier überhaupt auf irgendwas beruft, dann wohl auf den DCMA oder dergleichen, also auf das Verbot von technischen Hilfsmitteln, einen bestehenden, wirksamen Kopierschutz zu umgehen. Diese Regelung ist nach wie vor erstens umstritten und zweitens so schwammig formuliert (was und wann genau ist ein Schutz "wirksam", und was fällt alles unter "Umgehen"), dass man ihn zurecht anzweifeln kann.

Man mag nun von diesen "Hacks" und Umgehungen halten was man mag, aber das hier ist keine Sache von "Vertragsbruch oder nicht", sondern die Spitze des Eisberges "Welches Recht habe ich (noch) an meinem Eigentum und was darf ich damit alles machen".

So einfach kann man daher meines Erachtens die Sache nicht auf den Punkt bringen, wie du das versuchst. Und den Einwand, das Apple bei all ihrer durchaus auch stolzen Erwähnung von offenen, standardisierten Formaten mehr Offenheit beweisen sollte, halte ich für gerechtfertigt.

Interessant finde ich es, das es anscheinend ...

Von: johngo | Datum: 26.04.2004 | #11
... niemanden interessiert, das Apple ja selbst ca. die Hälfte der derzeitigen Apple-Anwender vom iTMS ausschliesst.
Der Store (bzw. der nötige Player) läuft nicht unter Sys 7,8 und 9.

Somit dürften die im Link genannten 4% in der Realität ca. 2% sein.

Gruss

und die hälfte aller windows user

Von: morabi | Datum: 26.04.2004 | #12
schließt apple auch aus - iTunes läuft doch nur auf XP, oder?

Reichen nicht 300MHZ für Musik?

Von: johngo | Datum: 26.04.2004 | #13
> Von den vergleichsweise wenig Mac OS 7.x-9.x-Nutzern, die ueberhaupt ins Internet gehen, nutzen die meisten ihren Rechner nicht als Endverbraucher, sondern irgendwo in der Produktionsschleife eines Unternehmens... <

Du kennst Dich ja gut aus! Letztes Jahr hat Apple selbst eine Deckung von 40% für OSX genannt - für den amerikanischen Markt. Wo stehen also 7,8 und 9 jetzt?

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In meinem privaten Umfeld kenne ich mehr 9er, als OSXer! Und wir alle wissen, wie langsam OSX auf älternen Systemen ist (wenn es darauf überhaupt läuft). Warum sollten die nicht in's Netz gehen? Woher hast Du solch eine Annahme?

...

Ich jedenfalls wollte ursprünglich meinen alten Büro-G3 (schön leise) als Wohnzimmer-Musikserver verwenden. Das kann ich so (mit bzw. ohne iTMS) erst einmal aufstecken.

Gruss

@ soeren

Von: johngo | Datum: 26.04.2004 | #14
7,8,9 stand symbolisch für die alten Systeme. Das 7 eher irrelvant ist, weis ich auch. Das man mit OS9-Internet-probleme hat ist eher ein Spässchen. Ein paar Klicks und man ist drinnen.

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Warum ich Probleme mit meinem G3 habe?

Weil iTunes 2 für OS9 keinen ITMS anbietet und weil iTunes 4 nicht mit dem OSX läuft, das zur G3-Lizenz gehört. Das neue Panther widerum läuft nicht auf dem G3. Ich müsste mir also irgendwie eine Lizenz-Zwischenversion kaufen, die es a) von Apple nicht mehr gibt und die b) nicht mehr gepflegt wird. Damit könnte es "vielleicht" klappen. Aber die Probleme, die SCSI-G3s mit dem alten OSX haben sind allbekannt ... und dafür noch Geld ausgeben? No way!

Apple zieht halt die Schnürsenkel an!

Ich beschwere mich ja auch nicht! Ich habe nur den Gedankengang eingebracht, weil eine Linux-Unterstützung gefordert wurde. Da hätte man vorher die Apple-Alt-Klientel eher für den Store aktivieren können.

Für das Wohnzimmer habe ich schon einen MSI Bone in's Auge gefasst.

Gruss

Linux ist doch soweit ich weiß inzwischen verbreiteter als Mac Os X

Von: cyrus mobasheri | Datum: 26.04.2004 | #15
Also würde sich eine Portierung von Quicktime auf jeden fall lohnen. Alleine schon wegen der vielen Linux Server die dann Quicktime-Streams anbieten könnten.
Außerdem sage ich ja nicht das Apple unbedingt ein iTunes machen soll, oder Quicktime portieren soll, aber das sie sich dann nicht beschweren sollen wenn sich jemand einen Workaround bastelt. Ein Kompromiss wäre doch zu sagen hier ist der Quellcode für iTunes, und hier eine Api für Quicktime auf Unix macht den Rest selber. Ich kauf mir jedenfalls nur ungern Songs von Apple wenn ich mir damit Dauerhaft einen Umstieg auf Linux verbaue, oder auf meine Musik verzichten muss. Oder kann ich die Audio-cds die ich mir mit iTunes brenne unter Linux dann in ein Plattformunabhängiges Format speichern?

Ressourcenmangel

Von: Macs rock and rule! | Datum: 26.04.2004 | #16
Vielleicht hat Apple auch einfach nicht die Ressourcen, so viele Betriebssysteme (bzw. GUIs?) zu unterstützen.

@DASKAjA

Von: Quoth the Raven | Datum: 27.04.2004 | #17
Seit wann ist die "Massentauglichkeit" da von Belang?

Die Sache mit der "iPod-Umgehung" durch PlayFait unc Co ist allerdings insofern sehr interesant, als dass das Apple sicher ähnlich stark ärgern wird, wie die Musikindustrie die Entfernung des DRMs - immerhin ist der iPod ja die eigentliche Cash-Cow von Apple.

vertippt

Von: Quoth the Raven | Datum: 27.04.2004 | #18
...durch PlayFair und Co...

(schade, dass man Kommentare nicht editieren kann...)