ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2965

iTunes: Weitere Preisspekulationen

Kosten einige Songs bald $1,29?

Autor: flo - Datum: 07.05.2004

Letzte Woche feierte Steve Jobs noch halb-öffentlich am Telefon über die Erfolge des iTMS und betonte auffallend deutlich, dass einzelne Songs auch weiterhin 99 Cent kosten würden. Zuvor waren angebliche Preisvorstellungen der Labels kursiert, wonach besonders beliebte Songs für weit über zwei Dollar vermarktet werden sollten. Und auch von höheren Albenpreisen wollte Jobs nichts wissen und kündigte sogar an, dass die Preise hier eher sinken müssten - das kurbele den Absatz an, was ja auch den Labels recht sein kann.

Vielleicht muss sich der Apple-Chef dieser Tage mehr mit den Labels herumschlagen, als ihm lieb ist. Laut einem Artikel in der New York Post haben die "Major Five" sogar schon Vertragsänderungen durchgesetzt - mit Preisen bis 1,29 Dollar pro Song. Allem sei vorausgeschickt, dass es sich um Gerüchte handelt und die New York Post (nicht zu verwechseln mit der weit renommierteren Times) ist nicht gerade die zuverlässigste aller Quelle (im Artikel werden die üblichen "sources familiar with the negotiations" genannt). Andererseits sind in letzter Zeit so viele Gerüchte unterwegs - unter anderem auch dieses recht hanebüchen klingende hier, wonach die MI schon vor dem iTMS als das marktbeherrschende "Online MTV" zittert - dass man wohl zumindest davon ausgehen kann, dass irgendwas im Busch ist.

Angeblich sollen also einige Musikstücke für 1,29 Dollar verkauft werden anstatt nur 99 Cent. Das klingt zwar noch moderat, doch werden da viele Konsumenten schon abwinken. Und dass diese Preise wohl auf alle Single-Auskopplungen angewandt werden sollen, dafür braucht es keine seherischen Qualitäten. Umso mehr werden es die Konsumenten ablehnen, denn dieser Schachzug der Labels wäre nur allzu durchschaubar: Die Erhaltung des Single-Nimbus. Single-Verkäufe brechen seit geraumer Zeit zusammen - zurecht. Denn für ein Lied plus ein paar Remixe, Liveversionen oder B-Sides, die man sich freiwillig sicher nie anhören würde, für absurde Geldbeträge war schon immer genau das: absurd.

Angeblich wollten die Labels sich sogar das Recht einräumen, manche Alben nur komplett anbieten zu dürfen (bislang ist es in Einzelfällen höchstens so, dass einzelne Lieder eines Albums nur im Komplettpaket erhältlich sind). Auch hier scheint der Versuch durch, die Single im Laden am Leben zu erhalten. Die Realitätsverweigerung der MI ist schon bemerkenswert.

Der Preis für Alben hingegen ist schon jetzt nicht so konstant wie Jobs es vielleicht gerne glauben machen will. Allerdings sind die 16,99 Dollar, die bei der NYPost für das N.E.R.D-Album genannt werden, falsch. Es kostet "nur" 13,99 Dollar - was aber eben auch deutlich mehr ist als die angepeilten 9,99. Bei Amazon ist es schon für 13,49 Dollar zu haben - "in echt".

Bleibt die Frage, warum sich eigentlich die Labels so vehement für unverhältnismäßig hohe Preise für Online-Alben einsetzen. Dass sie pro Song möglichst viel rausholen wollen, das ist ja noch irgendwie nachvollziehbar (denn online kauft man eben eher einzelne Songs als ganze Alben), aber die Rechnung ist doch eigentlich sehr einfach: Je günstiger ein Album im iTMS, desto schneller rentiert es sich, statt einzelnen Songs gleich das ganze Album zu kaufen. Das angesprochenen N.E.R.D-Album enthält aber überhaupt nur 12 Songs, käme also gar nicht einmal auf diese 14 Dollar. Perfiderweise sind zwei Songs nur im Komplettpaket erhältlich...

Wer das Album nicht online kauft, erwirbt es eben im Laden, teilweise sogar günstiger oder zu einem ähnlichen Preis. Soll das das Ziel der Labels sein? Schwer vorstellbar, schließlich muss man so ein "echtes" Album ja erst einmal produzieren. Somit ist am Laden-Album weniger verdient als am Online-Pendant. Einziger "Vorteil" des Labels: Auf den Silberscheiben lässt sich noch eine schöne Kopierschutz-Kundengängelei einbauen. Dass diese Maßnahme weniger schützt als puren Hass (ok, Abneigung...) schürt scheint noch nicht bis in die Chefetagen durchgedrungen zu sein.

Ein weiteres pikantes Detail lässt natürlich besonders Raum für Spekulationen: Angeblich seien vor allem EMI und Sony besonders hartknäckig gewesen was die Durchsetzung höherer Preise angeht. Sony? Die mit Connect gerade ihren hauseigenen Musicstore auf die Welt losgelassen haben? Mit 99 Cent pro Song und 9,99 Dollar pro Album? Das ganze natürlich im Sony-eigenen Atrac-Format. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Aber selbst Sony kann so dumm eigentlich nicht sein: Denn Sony verdient ja am iTMS. Wie ein Sony-Song an den Mann kommt, kann Sony eigentlich völlig egal sein (solange dafür bezahlt wurde, klar). Natürlich interessiert es Sony durchaus, wieviel sie an einem Song verdienen, was sich je nach Verkaufskanal unterscheidet. Doch derzeit ist der iTMS nunmal die Nummer Eins, und die Einkünfte aus dieser größten (Online-)Quelle zu gefährden, indem man dort die Preise erhöht (und die Kunden verscheucht) klingt nach kaufmännischem Blödsinn.

Spannend sind die möglichen Verhandlungen auch dahingehend, dass diese sicher auch die europäischen Preise beeinflussen. Wenn man sich die 99 Cent aufgeschlüsselt ansieht (67 Cent Plattenfirmen, geschätzte 20 Cent für weitere Kosten) fällt es schon schwer zu glauben, dass sich dieser Preis in Europa halten lässt. Wenn nun aber schon (angeblich!) der US-Preis wackelt, was müssen dann wir hier befürchten?

Kommentare

also

Von: roland | Datum: 07.05.2004 | #1
wenn man sich mal die Onlinekosten und die CD-RW-preise, zuzüglich der Coverausdrucke beschaut… Dann sollten wir doch bei einem 13,49 Dollar Album lieber das Original kaufen…

Die spinnen die… Labels!

...am Laden-Album weniger verdient als am Online-Pendant

Von: Dunehopper | Datum: 07.05.2004 | #2
>Wer das Album nicht online kauft, erwirbt es eben im Laden, teilweise sogar günstiger oder zu einem ähnlichen Preis. Soll das das Ziel der Labels sein? Schwer vorstellbar, schließlich muss man so ein "echtes" Album ja erst einmal produzieren. Somit ist am Laden-Album weniger verdient als am Online-Pendant.

Na ja, eine CD wird in der Produktion immer billiger, je größer die Stückzahlen sind. Werden nur noch wenige CDs verkauft, sinkt die Marge oder der Preis steigt. Was ich den Pappköppen eher zutraue.

Schönes Wochenende!

Gähn!

Von: RollingFlo | Datum: 07.05.2004 | #3
Immer die gleiche Meldung.
Dafür kann MG nichts, nicht das ihr mich falsch versteht.

Es ist doch ganz einfach:
Kauft nichts von der MI, sondern unterstützt die unabhängigen Labels! Ob nun via Laden oder Netz ist ganz egal. Die Lieder aus der seelenlosen Massenproduktion, die die Majors größtenteils anbieten, sind Euer Geld eh nicht wert.

Außerdem gibt es auch im Netz die Möglichkeit, billig und sogar kostenlos an Musik zu kommen. Ob nun music.download.com oder magnatune oder Dinge wie Garagenband.com, die in dieser Art in naher Zukunft (und nicht an das Programm gebunden) stark an Qualität zulegen dürften oder was weiß ich - man kann die DSL-Verbindung auch auslasten, ohne irgendjemanden zu beklauen.

...und die Qualität...

Von: Schmiddie | Datum: 07.05.2004 | #4
ist bei einem "echten" Album wesentlich besser als bei einem 128kbit-AAC. Da sollte es wenigstens die Option geben dass der Kunde eine Qualitativ hochwertigere Version herunter laden kann.

Unglaublich

Von: salco | Datum: 07.05.2004 | #5
Die denken weiterhin, die würden mit ihrer Abzockerei durchkommen.

Ich kann mich da nur RollingFlo anschließen.

Der MI ist Apple ein Dorn im Auge und

Von: Karl Schimanek | Datum: 07.05.2004 | #6
wollen es jetzt so abwürgen, da zu mächtig...

Gähnen & Kontrollverlust

Von: cws | Datum: 07.05.2004 | #7
@RollingFlo
ausserdem gibt es ...

Genau, ich denke auch da könnte sich ein neuer Markt entwickeln, eventuell integriert apple ihn in den iTMS? zur Strategie der iAPPS würde es ja passen.

@Karl Schimanek
Da war doch als der iTMS neu war mal die Theorie, dass die MI ihn unterstützt, weil sie es für ein Outsider-Experiment hielten.
Nun läuft die Sache aus dem Ruder und sie hätten gerne die Kontrolle über den Online-Handel (zurück kann man wohl nicht sagen)?

Vielleicht macht der Handel

Von: Carlo | Datum: 07.05.2004 | #8
mitlerweile auch gewaltigen Druck auf die MI. Könnte ja sein.

Carlo

wer Klassik über den iTMS kauft...

Von: Gulaschpizza | Datum: 07.05.2004 | #9
...ist selbst schuld. Vergleichsweise teuer und schlechte Qualität! Das gilt besonders für Klassik, da man hier die Unterschiede gaaaaanz gravierend hört. Bei Pop/Rock kommt es weniger raus... ich würde nie 1€ für eine 128kbit-AAC-Datei zahlen, wenn ich im Laden das Album bekomme. Viel zu teuer im Vergleich zur gebotenen Klangqualität.

Auf die MI macht niemand Druck...

Von: Karl Schimanek | Datum: 07.05.2004 | #10
die machen was sie wollen. Wenn's sein muss wird der Kunde verklagt ;)

Warum wird das Online-Musik-kaufen immer als einziges Mittel gesehen? ...

Von: Mojito2000 | Datum: 07.05.2004 | #11
... warum nicht als Alternative zum schnellen Kauf, abends 23.00Uhr, wenn einem gerade danach ist? Und dann sind mir auch 1,irgendwas egal...

Man muss ja nicht kaufen, man KANN!
Und der ITMS bietet weit mehr als blossen Download wie z.B. die dt. Alternativen (a.k.a. Toll Collect 2): z.B. Informationen zu den Interpreten, Videos, optisch sehr schöne Benutzerführung, Chartlists und vor allem immer noch sehr generöse DRM-Mechanismen... also mit letzteren kann ich sehr gut leben, ich bemerke sie nicht mal....
Ich kaufe ( dank US-Kreditkarte) gern ein im ITMS - keine ganzen Alben, aber so ab-und-zu, wenn mir danach ist... ob nun 0,99 oder 1,30 - wenn ich einen Titel "dringend" brauche: her damit!

Dementi

Von: Leo (fscklog) | Datum: 07.05.2004 | #12
bei Reuters
[Link]
"These rumors aren't true," said Apple spokeswoman Natalie Sequeira. "We have multiyear agreements with the labels and our prices remain 99 cents a track."

JA! Apple lehnt Preiserhöhung ab!

Von: Karl Schimanek | Datum: 07.05.2004 | #13
[Link]

Ich kann Euer Geflenne nicht mehr hören!

Von: Oliver | Datum: 07.05.2004 | #14
Bei JEDEM Beitrag über Musik immer die gleiche Leier: Die MI ist doof, die Musik auch, und Ihr selbst seid ja so wahnsinnig intelligent.

Blödsinn! Die MI bietet jene Musik an, die sich verkauft. IHR SELBST bestimmt es also, zusammen mit allen anderen Käufern. Wer bei den Millionen von Titeln, die man heute kaufen kann, nichts für sich findet, soll sich zu Hause mal schön ausflennen und selbst etwas singen!

Wenn Ihr alle Eure ach-so-intellektuelle und ach-so-geistig-wertvolle Musik KAUFEN würdet, dann wäre sie auch in den Regalen.

Und was die Preise angeht: Es ist ist nur ein Angebot an Euch. Wenn es Euch nicht passt, dann nehmt es halt nicht wahr. Die MI wird daraus ihre Schlüsse ziehen.

Es ist übrigens ein Skandal, über den sich niemand aufregt, dass ALLE Musikstücke und ALLE Alben stur dasselbe kosten soll. Wo bleibt da der Wettbewerb unter den Labels? Wenn Sony mehr Umsatz machen will und Sonderangebote schafft, warum soll das dann nicht auch so verkauft werden. Eine freie Preisgestaltung ist GUT für die Kunden, auch wenn dadurch hin und wieder auch ein besonderes Album etwas teurer werden wird.

Warum soll die Best-of von den Beatles das gleiche kosten wie die Techno-Schlümpfe? Kann mir das jemand verraten? Warum soll der x-te Sampler mit abgelutschten Sauf-Schlagern nicht billiger sein dürfen als eine Best-of von Elton John, die vielleicht dessen Lebenswerk darstellt?

Wettbewerb und freie Preise fördern den Wettebewerb, sowohl was den Preis als auch was die Qualität angeht. Wenn die Schlümpfe so viel Kohle machen wie echte Musik, dann bekommen wir eben die Schlümpfe.

Apples Weg war ein Anfang, aber nun muss man das Konzept etwas verfeinern. Eine Nummer-Eins-Single darf mehr kosten als eine B-Seite von Jürgen Drews. Apple verkauft seine Software auch nicht alle zum gleichen Preis.

AllOfMP3

Von: Makko | Datum: 07.05.2004 | #15
Wer's günstig, legal und vor allem nicht DRM-verseucht haben will den kann ich immer wieder nur auf AllOfMP3 verweisen. Ist zwar nicht ganz der iTMS, aber der steht uns hier ja eh nicht zur Verfügung. Und was kein anderer Dienst bietet: man kann sich die Qualität (Bitrate und Format) seiner Musikstücke aussuchen. Wer AllOfMP3 noch nicht kennt sollte sich das ruhig mal anschauen.

@Oliver

Von: RollingFlo | Datum: 07.05.2004 | #16
Die Musik, die ich suche, finde ich auch in den Regalen. Allerdings nicht überall, aber das ist mir egal. Wie ich oben schon schrieb, gibt es genügend Alternativen zu den majors und auch günstigere Angebote bzw. sogar kostenlose. Das ist kein Rumgeflenne, sondern eine Tatsache und der mündige Käufer darf ja wohl selbst entscheiden, ob er diese Alternativen wahrnimmt oder nicht.

Übrigens gibt es durchaus preislichen Wettbewerb. Viele Indies sind deutlich günstiger. Damit werben sie ja auch teilweise. Das die Majors ihre Preise abstimmen ist natürlich schon so, da bin ich der selben Meinung und natürlich ist das schlecht und schädlich für den Wettbewerb. Ein Grund mehr, die Alternativen zu nutzen.

Wenn die Majors die Downloadpreise erhöhen wollen, flenne ich höchstens über die grenzenlose Dummheit mancher Menschen, denn damit machen sie sich doch nur selbst überflüssig. Persönlich ist er mir egal, weil ich ihr Zeug ja eh nicht kaufe. Das kannst Du mir nun glauben oder nicht - ist mir ebenfalls egal.

Wer flennt?

Von: cws | Datum: 07.05.2004 | #17
@Oliver
Alle Alben ein Preis?
Da hast du recht, ich bin auch dafür: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Nur ist das nicht dein Vorschlag, denn du wertest, was ist wertvoll und darf teurer sein, was ist Schrott und muss billig sein.

Das mit Angebot und Nachfrage klappt auch nicht, weil es zwar mehr schlechte als gute Musik gibt, nur sind beide die Gute und die Schlechte, auf Tonträgern (CD) beliebig zu vervielfältigen, also nie knapp in dem Sinne, der den Preis bestimmt.
Das ist ja gerade das Problem, besonders bei P2P.
Knapp wird die Musik erst durch die Rechte, die die Vervielfältigung und den Preis bestimmen. Erst dadurch ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage möglich.

Das aber wiederum spricht nicht gegen einen Einheitspreis, denn durch die beliebige Vervielfältigung kommt der unterschiedliche Erfolg durch die unterschiedlichen Verkaufszahlen zustande und so bringt gute Musik eben doch mehr Geld. Das setzt aber eine Infrastruktur voraus, die dem Kunden unterschiedliche Musik vorstellt. Hier tragen z.B. Rundfunkanstalten eine enorme Verantwortung. Und natürlich verfolgt die MI ihre eigenen Interessen und puscht die Musik, an der sie am besten verdient.
Wichtig ist also auch bei Musik die informationsfreiheit, die Vielfalt von Informationsquellen und Angeboten. Da ist der ITMS ein wichtiger Baustein, weil er andere Recherche- und Informationsmöglichkeiten bietet als jede andere Vertriebsform. Letztlich kann da auch P2P ein wichtiges Element sein.

Knappheit, das trifft dann auch wieder auf Live-Musik zu. Da ist Jürgen Drews dann auch billiger als die Grossen der Branche.

du findest manches hier widersprüchlich? Ich auch, das macht es ja so schwierig und unübersichtlich. ;-)

Preise

Von: franknail | Datum: 07.05.2004 | #18
Der Witz ist ja der: die, die (im Moment!) am meisten Platten verkaufen, wollen höhere Preise. Und jetzt bekommen sie die Krise, weil wenn Britney Baby eine neue CD rausbringt, dann kaufen "alle" im iTMS den Song "Toxic" und auf die restliche CD wird gesch****. Aber, wie Stephan Selle einst in der MacUp treffend schrieb, wer kauft einen Kasten Bier, wenn nur eine Flache gut ist?
Bei allen Verhandlungen und Strategien der MI ist eines – denke ich – zu beachten: die Jungs wissen genau, dass die physische CD praktisch schon begraben liegt (immer schnellere Leitungen werden in Zukunft auch noch bessere Downloadformate bringen insb. wegen Klassischer Musik). Aber nochmal: die CD ist für einen sehenden Betriebswirten praktisch tot.
Und hier, ich wiederhole mich, rührt das TamTam der Big5: deren Musiker produzieren CDs mit einem, max. 2 Hits. Der Rest interessiert NIEMANDEN. Und damit verdienen sie an einer CD im zB iTMS nur mehr $ 2 statt $ 10. Da würden mir auch die Knie schlottern.

lg, frank

nun...

Von: franknail | Datum: 07.05.2004 | #19
...dass mit dem "erarbeiten" ist natürlich absolut richtig. Sehr oft entwickelt sich ein Song, den man zuerst gar nicht beachtet hat, später zum absoluten Lieblingssong. Aber dennoch: mit dem Umstieg auf Musikkauf per Download entwickelt sich ein völlig neuer Charakter im Kaufverhalten. Es ist erstens viel einfacher, genau den Hit einzeln downzuloaden, zweitens ist der eine Hit ja billiger als die Single im Laden [ausserdem gibt es ja ncht jeden Song als Single bzw. nur als Maxi]. Ich kann alle Songs anhören, ohne mich irgendwo anstellen zu müssen, gemütlich und ohne Stress. Ich tätige zB bei MediaMarkt eher einen Spontankauf als im iTMS. Ich erweitere meine Aussage von oben: die CD ist erstens TOT, zweitens werden die MI wegen der Möglichkeit des Einzeldownloads noch mehr Umsatzeinbußen haben, als ihnen der illegale Download je gekostet hat.
Ich habe selbst über 1000 gekaufte CDs. Wenn ich meine iTunes Bibliothek jetzt auf Songs überprüfe, die ich wirklich höre und hören will, dann kann ich da viel kübeln...anders ausgedrückt: hätte ich die Songs schon immer einzeln kaufen können, dann hätte ich VIEL GELD gespart. Die MI's zittern. Genau deswegen.

@franknail

Von: Oliver | Datum: 07.05.2004 | #20
Ich stimme Dir voll und ganz zu.

Noch was...

Von: franknail | Datum: 07.05.2004 | #21
Noch was fällt mir jetzt ein: bei der Single war es doch oft so, dass es sie zu Beginn gar nicht zu kaufen gab. Erst kommt die CD, ein Song nach dem anderen wird vermarktet. Wer zu beginn nur einen Song will, kann den einzeln noch gar nicht kaufen sondern muss die ganze CD erwerben (oder warten, aber das tut man dann ja oft nicht). Jetzt kann ich aber sofort, ab erscheinen der CD, den Song quasi als "Single" kaufen? Das macht doch auch einen absatztechnischen Unterschied aus?

alben...

Von: dermattin | Datum: 08.05.2004 | #22
die alben im iTMS kosten nicht alle gleich viel.

Qualität

Von: the odD one | Datum: 08.05.2004 | #23
Klar, der MI schlottern die Knie, sehe ich auch so, Franknail. Denn: ab jetzt wird sie immer mehr gezwungen auch _gute_ Musik zu produzieren, dafür muss man sich _anstrengen_ und OneHitWonder werden wirtschaftlich zum Klogriff.

Ich finde, das Kommt unterm Strich auch der MI zu Gute, schließlich kann man sich dann wieder einen Namen mit Knalleralben machen, auf denen ein Song geiler als der Andere ist...

So ist es also wie im wirklichen Leben: Das Alte muss sterben, damit das Neue wachsen kann.

Das Gegenteil ist der Fall

Von: Oliver | Datum: 08.05.2004 | #24
Wir werden MEHR One-Hit-Wonder erleben, weil ja in Zukunft nur noch der einzelne Titel zählt.

Schaut Euch die Alben der wirklich großen Stars und Legenden an, z.B. (was weiß ich) Elton John, Billy Joel und die ganzen "Evergreens". Die haben pro Album ein, zwei Hits. Die anderen Titel sind jedoch keineswegs überflüssig, aber sie sind vielleicht nicht ganz so massentauglich und nicht ganz so spektakulär. Aber vielleicht musikalisch niveauvoller, auch wenn's nicht ganz so doll zum Mitklatschen ist.

In Zukunft wird die Betonung vielleicht wirklich mehr auf dem einzelnen Titel liegen. Der Druck steigt, Albentitel werden sinnlos, sondern gefragt ist massentaugliche Ware.

Davon geht die Welt nicht unter, aber wir werden musikalisch auf einiges verzichten müssen.

Ich mag einige Künstler, von denen ich gerne das ganze Album habe, und ich lasse mich dann gerne zu einer Musik führen, die vielleicht beim ersten Anhören noch nichtssagend fand, und die sich mir erst später erschließt. Dadurch entsteht sowas wie eine "musikalische Bildung".

Musik, die gleich nach den ersten 30 Sekunden den Hitcharakter beweisen muss, haben wir beispielsweise beim Musikantenstadel und in den Bravo-Charts. Ich habe nichts dagegen, aber ich befürchte, dass die Fans dieser Musik von dem neuen System profitieren wird, während "richtige" Musiker vom Umsatzdruck verdrängt werden.

Ich freue mich jedenfalls, wenn es ein neues Album von XY gibt, auch als Download, weil ich finde, dass ein Album an sich eine Einheit darstellt, die zusammen gehört.

BREMEN IST DEUTSCHER MEISTER

Von: Peter Troll-auf-Tour | Datum: 08.05.2004 | #25
...aber das interessiert euch Weichspüler hier doch so oder so nicht. Nur Apple und iTunes und G5 und Taktung, rauf und runter. Manchmal frage ich mich, ob ihr noch richtig getaktet seid? Gibt es eigentlich für euch Google-Ritter noch was anderes als stundenlang vor der Kiste zu sitzen, "schlaue" Kommentare abzugeben und darauf zu hoffen, dass irgendein Ochse sich erbarmt und auf euer Gesülze antwortet. Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal gevögelt, ihr Waschlappen?

Wie kann man sich eigentlich zu dieser Zeit (18:05) an die Kiste setzen und absolute Scheisse ablassen. Hast ihr keinen Fernseher? Die Bettelei mancher Leute um Aufmerksamkeit widert dermassen an, dass einem davon schlecht wird.

Nichts für ungut, möchte niemanden beleidigen aber das musste einfach mal raus.

:-))

Von: cws | Datum: 08.05.2004 | #26
Schones "Kotz-Posting". ;-)

Man sollte die besten Beispiele der Gattung sammeln.

Wen interessiert Bremen. Bremen, wo ist das eigentlich?
wichtig ist das Herta gewonnen hat. Und wie!
;-) :-) :-D

Pisa

Von: Oliver | Datum: 08.05.2004 | #27
Ich glaube, es ist gar nicht schlecht, seine Gedanken zu ordnen, andere Meinungen zu reflektieren und seine Ansichten in deutscher Schriftsprache auszudrücken, anstatt grölend mit der Bierdose vor dem Fernseher zu hocken und anderen zuzuschauen.

Hirn einschalten und selbst mal was machen!

Verdammt nass hier

Von: TUL | Datum: 08.05.2004 | #28
"Hast ihr keinen Fernseher?" - Da ist sie wieder, die Signatur: doof und des Schreibens völlig unmächtig. Völlig zugenebelt und hat Wunschphantasien, versteht deshalb wahrscheinlich die Metapher oben auch nur vulgär, wie es halt in das primitive Gehirn reingespült wird: "Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal gevögelt, ihr Waschlappen?"

Bremen, ach ja, da fallen mir die Bremer Stadtmusikanten ein. Aber muss deshalb jedesmal ein Esel hier anklopfen??

Arg...

Tul

Ach, ja

Von: TUL | Datum: 08.05.2004 | #29
Macwelt ist doof. Ich wollte auch mal rumprollen. ;)

Bremen?

Von: Gulaschpizza | Datum: 09.05.2004 | #30
Hauptsache Lautern steigt ab, der Rest ist egal ;)

Hast du wieder ins Höschen gemacht?

Von: Peter Troll-auf-Tour | Datum: 09.05.2004 | #31
Es ist doch immer wieder amüsant den Trottel zu beobachten beim Versuch die intellektuelle Leiter zu besteigen.

Übrigens, die Bremer Stadtmusikanten haben mit der Hansestadt Bremen ebenso wenig zu tun, wie der Schreibfehler mit rhetorischer Signatur.

Doch, doch

Von: TUL | Datum: 09.05.2004 | #32
der Schreibfehler hat was mit der Signatur zu tun, ist aus dem Rumgeifern entstanden, Überreaktion.. Kollaps. Das "Höschen" spricht für das "Reinspülen" unter Stress-Situation. Ih gitt!!

Auf welche virtuellen Schrägvögel man hier so trifft. Aber, ich behalt mal den Bildungsbürger im Auge. Märchen sind übrigens so, na sagen wir mal im 4./5. Jahrhundert entstanden. Die ersten Märchen wurden im 16. Jahrhundert in Italien in neapolitanischem Dialekt aufgezeichnet. Die Brüder Grimm meinten dann aber doch Bremen.

Lustig, der Esel (äh, wollte sagen Bildungsbürger), der sich tapfer hinter seinem vielsagenden Kürzel versteckt. (Nomen est omen)

TUL (sichtlich erheitert)

Ach, ja

Von: TUL | Datum: 09.05.2004 | #33
Die Kommata fügst Du dann hinterher ein, bevor der Keks drauf kommt???

Hier müsste jetzt ein Smilie für herzhaftes Lachen stehen.

Ich genieße jetzt den Rest vom Sonntag.

Tul

@asino neapolitano

Von: Peter Troll-auf-Tour | Datum: 10.05.2004 | #34
> der Schreibfehler hat was mit der Signatur zu tun, ist aus dem Rumgeifern entstanden, Überreaktion.. Kollaps. <

Ist das die Anwendung der neuen Zwei-Punkte-Regel?

> Die Brüder Grimm meinten dann aber doch Bremen. <

Ja, sie meinten Bremen, aber nicht die Hansestadt Bremen. Sie dachten dabei eher an das kleine Bremen, liegt übrigens auch an der Weser ;)

> Die Kommata fügst Du dann hinterher ein, bevor der Keks drauf kommt??? <

Ist das der interrogative Imperativ?
Übrigens, nach der neuen Rechtschreibung kannst du Leute meiner Wertigkeit auch in kleinen Lettern ansprechen ;)

Du scheinst es aber mit der neuen Rechtschreibung eh nicht so zu haben, gell?

Drum merke, wer im Glashaus sitzt, sollte im Keller scheissen! Ich weiss, du schaffst es manchmal nicht mehr bis in den Keller, rede doch mal mit deinem Arzt. Kann ja auch nicht in Ordnung sein, dass jemand rectal aufnimmt und oral entleert, oder?

Ach, jetzt weiss ich auch, warum man manche Leute als Arsch bezeichnet. :))
Man lernt doch nie aus, gell?

Stell mir gerade vor, wie es bei dir sein muss, wenn du einen Schnupfen hast ;)

Gulaschpizza

Von: Gulaschpizza | Datum: 11.05.2004 | #35
@den obendrüber (Peter Troll auf Tour)

Es ist weiterhin gebräuchlich - wird darüberhinaus sogar als außerordentlich höflich erachtet! - , seinen Gegenüber im Schriftverkehr "großzuschreiben".

Bitte schreib noch einen Beitrag. Bitte zieh mich durch den Dreck. Ich habe in meinen Kommentar Rechtschreibfehler eingebaut: Wenn du sie alle findest, darfst du sie nicht nur behalten, zusätzlich darfst du mich dafür vor allen Macguardians lächerlich machen! Schon jetzt sehe ich dich geifernd hinter der Tastatur sitzen, vergess aber dein latentes Tourett-Syndrom nicht - das ist wie das Salz in der Suppe. Deinen letzten Beitrag fand ich vergleichsweise fad, ergo musst du mehr würzen. Hau rein, tu etwas für dein Ego!

Gulaschpizza: Ich hab Dich lieb ;)

Von: Peter Troll-auf-Tour | Datum: 11.05.2004 | #36

Ich ahnte schon, dass ich dir mit meinem Beitrag ne Freude machen kann...

Von: Gulaschpizza | Datum: 11.05.2004 | #37
... schönen Tag wünsch ich allen.
----> Wie nen schönen Tag? Click me! [Link]

Nomen est omen

Von: TUL | Datum: 15.05.2004 | #38
Keine rhetorische Signatur, sondern eher eine mentale Signatur: Der kommt doch tatsächlich immer vom Oralen zum Analen und zurück. Äh, der Schmierfink!!
Ähh, hab ich was von der Hansestadt Bremen gesagt?? Aber jeder macht sich zum Deppen, so gut er kann. Und das mit der neuen/alten Rechtschreibung üben wir noch ein bisschen, gell??

Tul (tja gegen welches Herzblatt schreib ich da eigentlich?? Aber immer den Kopf schön tief halten, kostet ja nichts...)