ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3002

Wie, Zuse hat den Computer erfunden?

Eine Lehrbeispiel für das Fehlen der europäischen Öffentlichkeit

Autor: thyl - Datum: 03.06.2004

Unserer grünen Leserschaft brauche ich sicher nichts über Konrad Zuse zu erzählen; immerhin ist ein Museum nach ihm benannt und er war zeitweilig ein erfolgreicher Unternehmer, der Computer hergestellt und verkauft hat. Sollte man meinen, Zuse wäre allgemein bekannt. Geschockt war ich daher über diesen Artikel des ansonsten ja immer recht kompetenten Registers, wo eine verblüffte Lucy Sheriff darüber berichtet, das womöglich ein Deutscher namens Zuse, und nicht britische Ingenieure, den ersten programmierbaren Computer entwickelt haben. Mal von einer gewissen Unkenntnis zur Programmierbarkeit von Babbages Maschinen abgesehen, hat mich diese Nachricht ziemlich schockiert. Sie zeigt nämlich, dass es weiterhin so etwas wie eine europäische Öffentlichkeit ncht gibt. "Meme", um diesen mittlerweile etwas malträtierten Ausdruck mal zu verwenden, verbreiten sich in Populationen von Menschen auf verschiedenen Wegen; über persönliche Kontakte ebenso wie über Massenmedien. Mal davon abgesehen, dass es eigentlich seit Jahrzehnten zum Standardwissen interessierten Kreise gehört, dass Zuse die ersten elektrischen Rechner gebaut hat, gab es ja in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Art von Zuse-Wiederentdeckung, mit vielen Artikeln, Nachbauten seiner Rechner, Ehrungen für den damals noch lebenenden Zuse, der eigentlich noch recht aktiv wirkte ;-), und eine weitgehende Ausbreitung des Mems, dass eben Zuse "den Computer erfunden hat".

Aber eben anscheinend nur in Deutschland; zumindest nicht breitgestreut in Großbritannien. Ob hier Nationalismen eine Rolle gespielt haben bei der Verbreitung in Deutschland oder der Nichtverbreitung in Großbritannien, kann dahingestellt bleiben. Allein die Tatsache zeigt, dass wir noch sehr weit davon entfernt zu sein scheinen, dass Meme, und damit auch die öffentliche Meinung, in Europa länderübergreifend verbreitet werden. Wie soll da Europa zusammenwachsen? Die Sprachen sind das Problem.

Esperanto vor!

Kommentare

Unter anderem...

Von: nimm2 | Datum: 03.06.2004 | #1
Und nicht nur das er den Computer erfand, auch gilt sein 'Plankalkül' als erste Programmiersprache überhaupt.

Esperanto?

Von: cochrane | Datum: 03.06.2004 | #2
Ich bin für Klingonisch.

GB = USA?

Von: Haiko | Datum: 03.06.2004 | #3
Also über eine solche Unkenntnis aus den USA hätte sich ja sicher niemand gewundert, die glaube sicher immer noch ein Amerikaner hätte den Computer erfunden und Bell das Telefon.

Aber wie wir am Beispiel des Irak-Krieges sehen ist Großbritannien heute doch eh nur so eine Art 51. Bundesstaat der USA und hat keine eigene Identität mehr. Da verwundert so ein Unwissen dann auch nicht mehr.

ich habe mal

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #4
einen bericht gesehen, indem wurde nicht nur von der ersten erfindung eines fetten marine-computer der usa gesprochen( im zweiten wk), sondern, da hatten irgendwelche farmer sogar die rakete erfunden, echt.
aber geschichte ist und war immer ein manipulations würdiges ding ( unser hermann im teutoburgerwald heist immer noch hermann, onwohl es eigentlich armenius war( oder so)).

@Pfannenträger

Von: Prudens | Datum: 03.06.2004 | #5
Arminius, ein Fürst der Cherusker, in der deutschen Geschichtsschreibung zumeist als "Hermann" bezeichnet, höchstwahrscheinlich identisch mit dem Siegfried der Nibelungensage. Arminius war in seiner Jugend als Geisel nach Rom gekommen, und dort zum römischen Offizier ausgebildet worden. Er galt als verlässlicher Bundesgenosse und Vertrauter der Römer. Er wurde unter anderem in den römischen "Ritterstand" erhoben.

Neulich im Institut für Informatik:

Von: Fustercluck | Datum: 03.06.2004 | #6
"Du weisst schon, Zuse..." -
"Ach der mit dem Linux."

arg.

@Fustercluck

Von: Terrania | Datum: 03.06.2004 | #7
LOL!

die Schweizer

Von: Gerd | Datum: 03.06.2004 | #8
Auch wir Schweizer kennen Zuse und die Geschichte. Diese Lehre ist nicht nur in den Deutschen Landen bekannt.

(Ausnahmsweise behaupten wir nicht, die erfinder zu sein (Riiicolaaaaa…).)

Der erste oder der zweite ?

Von: pm | Datum: 03.06.2004 | #9
Ob Zuse wirklich der erste war laesst sich aktuell noch nicht abschliessend bewerten. Es gibt zumindest stichhaltige Hinweise, dass die US Navy yum gleichen Zeitpunkt ueber aehnliche/analoge Rechenkapazitaeten verfuegte.

Schon etwas schwach...

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #10
... wie hier sofort wieder über die Unkultur anderer gelästert wird und von den Engländern als Büttel der USA.

Dabei ist es doch klar, dass Zuse wegen des 2.Weltkriegs damals in den angelsächsischen Ländern fast völlig unbekannt war. Da hat man dann auch was anderes erzählt, nach dem Krieg. Nur zu gewöhnlich - wird doch die Urheberschaft von Erfindungen immer wieder ins eigene Land verlegt - in allen Ländern! Hat da Vinci nicht das Fahrrad erfunden? Wer war der erste, der eine funktionierende Telefonverbindung zustande brachte? Das Telefon, Radio, Fernseher, Plattenspieler, elektrischer Kühlschrank? Nur die wenigsten können diese Fragen richtig beantworten, auch in Deutschland.

Ist ja auch oft nicht so einfach, schließlich arbeiten oftmals viele Erfinder/Forscher in vielen Ländern gleichzeitig am selben Problem und zudem stellt sich die Frage, ab wann genau eine Erfindung historisch (nicht patentrechtlich) eigentlich anerkannt werden soll. Reicht schon eine Skizze, eine ausgearbeiteter Patentantrag, ein halbfunktionierender Prototyp oder muss das Produkt/Projekt schon voll funktionsfähig dastehen?
Zu alle dem kommt noch, dass oftmals auch gezielt Fälschung betrieben wurde, mal von Propagandisten und mal von Scherzbolden wie wahrscheinlich bei da Vincis "Fahrrad".

Wer sich als Deutscher auf den Schlips getreten fühlt, sollte mal nach Osteuropa schauen. Da gibt es jede Menge Erfinder, die hierzulande völlig unverdienter Maßen ignoriert werden. Aber Deutschland ist ja das Land der Dichter und Denker, da muss man schon den Ruf verteidigen...

Also nicht gleich verurteilen.

In der Tat, ein europäisches Bewusstsein gibt es nicht. Aber da sollte sich jeder mal selber Fragen, was er/sie eigentlich über die Kultur anderer Europäer weiß. Wer kennt denn die großen lebenden französischen Maler/italienischen Philosophen/englischen Historiker/polnischen Schriftsteller? Macht Eure eigene Kombination...

also ich finde den vergleich

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #11
etwas haarig...
die erfindung eines computers kann ich nicht mit dem wissen um polnische literaten vergleichen, das sind dann doch eher interessen gebiete.
woher hat der dalei lama seinen namen? wer wie hieß der mörder von mahatma gandhi?

dennoch ist es nicht von der hand zuweisen, das bestimmte ländlein sich ungleich weniger um allgemein-wissen kümmern, wie uns die erfahrung lehrt.
dies festzustellen ist keine verurteilung, finde ich.

naja

Von: ionas | Datum: 03.06.2004 | #12
Wichtiger als zuse ist imho sowieso Turing.
Und den kennen "die Briten" bestimmt.

[Link]

Zuse war auch so weit wie Turing mit seiner Turing Maschine, aber eben blos praktisch und nicht theoretisch :-]

also wenn der Z3

Von: namnam | Datum: 03.06.2004 | #13
_vielleicht_ der erste computer war, dann ist es der Z1 ganz sicher oder?

und rein mechanisch ist er sowieso ein brueller.

@ionas

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 03.06.2004 | #14
Ich denke auch das Turing der Erfinder von Computern war, denn abgesehen von seiner Theorhie war alles was es sonst noch gebraucht hätte eine Turing Maschiene zu verwirklichen schon erforscht.
Aber eine Ähnliche Frage ist ja auch, wer hat die Demokratie erfunden? Die Amerikaner, die als erste eine Demokratie hatten? Eine Demokratie mit Sklaven? Dann vielleicht doch eher die Griechen, die zumindest den Namen erfunden haben. Aber ich glaube kaum das in Griechenland eine Arbeiterpartei chancen gehabt hätte, dort durfte man entweder wählen, und Philosophieren, oder man war Sklave. Zensuswahlrecht, ist ja auch irgendwie denokratisch, und wir von vielen Amerikanern der Oberschicht immer noch ernsthaft favoriesiert. Jedem Dollar seine Stimme. Wer mehr steuern zahlt, darf auch mehr entscheiden.
Oder waren es doch die Franzosen? Ob der Verzweifelte Aufruhr eines Hungernden Mobs als Volksbegehren gewertet werden kann? Vielleicht dann doch eher die Inder die hatten wenigstens schon mal Präsidentinen. Das gab es in der Westlichen Welt immerhin noch nicht. Also wenn Zuse den Computer erfunden hat, dann haben die Amerikaner die Demokratie erfunden. Dann hätte auch Apple und nicht Xerox die Gui erfunden.

He Leute

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 03.06.2004 | #15
, warum diskutieren hier eigentlich fast alle (außer rollingflo) am Thema vorbei? Dies war eigentlich kein Beitrag der Kategorie "mein ist größer (bzw. älter, äh) als Deiner", sondern es ging mir um den öffentlichen Diskurs, der offensichtlich in der EU nicht länderübergreifend stattfindet.

Ich möchte nicht wissen (oder vielmehr: ich möchte rasend dringend wissen), was wir in DE alles an Diskursen/Memen/Gerüchten in unseren Nachbarländern verpassen.

Der ewige Streit

Von: SchaubHome | Datum: 03.06.2004 | #16
Hallo,

da streiten sich die Geister etwas. Zuses Rechner war mit Sicherheit der erste elektro mechanische Computer, aber nicht der erste elektronische Computer ohne Mechanik.

mfg.

@Fustercluck

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 03.06.2004 | #17
Bevor ich es vergesse: hast Du gerade Schwierigkeiten mit Supercomputern?

Wer hat's erfunden?

Von: Dunehopper | Datum: 03.06.2004 | #18
Die Frage ist ja nicht nur der eher akademisch-germanische Ansatz "wer hat's erfunden?", sondern auch das komerzielle "Wer hat's zur Marktreife gebracht?" und vor allem "Wer ist damit reich geworden?"
Hat A. G. Bell das Telefon erfunden oder Philip Reis? Ich glaube es war Reis, aber wem nützt es, wenn er nur ins Nebenzimmer telefoniert?
Ich kenne nicht die ganze Geschichte, aber ich glaube, Bell ist ziemlich reich und berühmt geworden und Reis blieb ein kleiner Ingenieur mit einer netten Idee.

@Locutus

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #19
"etwas haarig...
die erfindung eines computers kann ich nicht mit dem wissen um polnische literaten vergleichen, das sind dann doch eher interessen gebiete.
"

Aber zu wissen, wer vor 60 Jahren an irgendeinem Dingsbums rumgearbeitet hat - dass muss zum Allgemeinwissen der Welt gehören? Was spielt das für die meisten heutzutage für eine Rolle?

Ich habe die Beispiele aus Kunst und Kultur gewählt, weil nur diese so etwas wie ein europäisches Bewusstsein jemals herausbilden könnten. Das geht ja noch viel weiter: Man blicke auf die Filmindustrie. US-amerikanische Filme werden millionenfach angesehen; die unserer Nachbarländer sind, von einigen Ausnahmefällen abgesehen, nur im "Programmkino" zu sehen. Ebenso verhält es sich übrigens mit deutschen Filmen. Dabei haben viele europäische Länder eine traditionsreiche, hochwertige Filmkultur.

Es können auch viele Englisch, aber wer kann schon wirklich Französisch, Italienisch, Spanisch oder Polnisch? Wiederum ist es im Ausland genau umgekehrt: Deutsch wird kaum noch nachgefragt.

Aber Big Brother wird (wurde) überall geglotzt. Das ist wahrscheinlich die moderne, gemeinsame Kultur der Welt. :-(

Ich meinte...

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #20
"Ebenso verhält es sich übrigens mit deutschen Filmen im Ausland".

ja eben RollingFlo...

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #21
wir gucken schon ein ziemliches report. an filmen, italien,usa,frankr.,hongkong, polen etc..eigentlich bietet unsere filmkultur schon fast alles. anders-herum sieht es nicht ganz so aus, oder?

damit du das mit der literatur nicht falsch verstehst, ich glaube sogar, das gute bücher diese welt possitiv verändern kann ( wenn sie gelesen werden!), dennoch ist der compi ( so überflüssig er einerseits sein mag) doch wieder eines der dinge, die grenzübergreifend die ereignisse und zustände weltweit erheblich verändert. insofern kann es auch für england nicht uninteressant sein zu wissen, wem irgendwann die schuld an der teufelmaschine zugewiesen werden kann........

achja.....

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #22
klar, das diese gesellschaft nach amerikanisierung schreit...insofern werden ja quasi auf wirtschaftlicher ebene abgesteckt, wieviel prozent der us-dumm-dämmlich-baller-streifen im deutschen filmgeschäft ausmachen " müssen"!!!!

die einzige filmindustrie, die sich heftig dagegen wehrt ist, wie sollte es anders sein, die französische. sie wollen sich einfach nicht durch einen von bruce willis gesteuerten und arnold geschobenen hamburger überrollen lassen.

Filmkultur

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #23
Die Filme aus diesen Ländern sind, in der Regel, bei uns ausserordentlich erfolglos. Man kann also nicht davon reden, dass "wir gucken", sondern nur eine Minderheit guckt überhaupt mal einen europäischen Film an und dann auch nur den Hit der Saison von/mit schon bekannten Leuten. Nur selten wird dieses Muster mal durchbrochen.
Und ja, deutsche Filme im Ausland sind wahrscheinlich noch erfolgloser, von Österreich mal abgesehen - und selbst das gibt es schon große Unterschiede.

Hollywood wird dagegen überall gesehen. Die Franzosen können das ja auch nur mit Gesetzen etwas eindämmen, die meisten Leute interessiert es aber genauso wenig wie hier, was sie da eigentlich genau anschauen. Hauptsache, jeder geht rein und man wird intellektuell nicht zu sehr gefordert.
Frankreich ist übrigens ein Land, in dem deutsche Filme wirklich so gut wie keinerlei Chancen haben, die Franzosen haben es hier ein wenig leichter. Aber das liegt wohl auch nur daran, weil sie eben "große" Produktionen machen können mit Wumm. Das verwässert die Statistik, denn das ist ja eigentlich auch nur Hollywood mit anderer Sprache - aber bei uns wird ja eh immer "synchronisiert"...

was ich allerdings....

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #24
als ein großes manko empfinde, da über die synch. ziemlich viel an charakteristik verloren geht.
aber die masse ist eh problematisch, das geht nicht ohne zurückschrauben der anspüche. unsere schulische bildung glänzt auch nicht vor humanismus und am wenigsten wird wahrnehmung geschult.
die richtung ist ziemlich deutlich: leicht verdaubare kost mit wenig nährwert, soll besser schmecken als es ist - allen voran: das fernsehen

Da fällt mir der Spruch mit Rom ein,

Von: mathias | Datum: 03.06.2004 | #25
das ja bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut wurde. Wenn man bedenkt, wie langsam und schwerfällig das ehemals geteilte Deutschland zusammenwächst, wieviel langsamer und schwerfälliger mag dies erst recht bei Europa der Fall sein?
Völkerverständigung braucht nun mal seine Zeit. Man denke nur mal daran, wie z.B. das Verhältnis D <-> F vor noch nicht einmal 100 Jahren war.
Natürlich weiß man zuwenig von den benachbarten Kulturen (daß sich die "Franzmänner" hauptsächlich von Weißbrot, Käse, Rotwein und Gauloise ernähren, weiß ja wohl
jeder ;-)) , kennt man doch die eigenen regionalen Dichter, Denker, Musiker, etc. kaum.
Ich glaube nicht mal, dass die Sprachen so sehr das Problem sind, im Gegenteil, ich persönlich bin Befürworter der unterschiedlichen Sprachen, da ich das uniforme Ablehne und die Vielfalt viel interessanter finde. Wobei Esperanto als Amtssprache neben den Staatssprachen vielleicht gar nocht so dumm wäre?

Aber gut Ding will Weile haben, und Europa ist auf dem besten Wege. Und ich hoffe, daß das auf sehr lange Sicht auch so bleiben wird, damit die Opfer, die notwendig waren, um aus Europa das zu machen, was es heute ist, nicht unnötig erbracht worden sind.

tschö, Mathias.

Filmkultur? Mentalität? Sprachen? Völkerverständigung? ...

Von: johngo | Datum: 03.06.2004 | #26
... "kulturelles Hin und Her" zwischen Staaten, wie die USA, Frankreich und Deutschland mag zwar existieren - wir leben aber Heute in einer knallharten umsatzorientierten und planwirtschaftlichen Welt. Und so sind kulturelle Verzerrungen in den Medien nicht vorrangig durch unterschiedliche Mentalitäten zu erklären, sondern hauptsächlich durch Kultur-, Wirtschafts- und Steuer-"Gesetze".

Da ist z. B. Deutschland - neben den USA - der grösste Geldgeber für die aktuellen Hollywood-Schinken (Stichwort Steuervorteil) und in Frankreich gibt es eine Produktions- und Importquote für Film, Fernsehen und Literatur. Wir haben keinen freien Markt für diese Dinge. Wer das glaubt, der träumt. Alles ist Heute - in erster Linie - durch einen Wust von Geldlenkungsmassnahmen geregelt.


Gruss

johngo

Vom Compi ....

Von: Mozart | Datum: 03.06.2004 | #27
....über Kunst zu BigBrother ? ?
Seit lieber froh, dass Lucy Sheriff offenbar mit ihrem Bericht eueren deutsches komplex etwas gelindert hat. Hey: Sie hat es für euch in die Welt hinaus geschrien. Ist doch nett, oder hab ich den Bericht falsch verstanden??

Und weil hier so oder so off Topic gequatscht wird noch dies: Der Kahn musste sich 3-4 mal richtig strecken gestern, was? he he
bye

johngo - mit anderen worten

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #28
also quasi eine wirtschafts-diktatur.....

Wirtschafts-Diktatur?

Von: Prudens | Datum: 03.06.2004 | #29
Manchmal ist es besser den Schnabel zu halten ;))

Mozart...

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #30
... nein, wir sind nicht OT, und ja, Du hast die Intention des Artikels nicht ganz verstanden, so zumindest scheint es mir.
Und wer sich Mozart nennt, hat der einen österreichischen Komplex, v.a. wenn er dann noch über Fussball schreibt? ;)

hehe.

echt? warum? n/t

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #31

prudens.....

Von: Locutus.v.Borg | Datum: 03.06.2004 | #32
hat die ddr uns eingeholt?

Rolling Flo

Von: Mozart | Datum: 03.06.2004 | #33
Ok, dann hab ich die Intention vielleicht nicht ganz verstanden.
Aber wir Schweizer haben dafür gestern euren Kahn beschossen...zumindest versucht ;-)

Ja, stimmt. :)

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #34
Ich dachte, Du bist aus Austria, wegen Mozart. :)

Viel Erfolg bei der EM! Wird ja für beide Mannschaften nicht leicht...

Andere Definition von Memen

Von: Jagga | Datum: 03.06.2004 | #35
Als Michael Endes "Unendliche Geschichte" auf dem Buchmarkt erschien, war William Goldmans "Brautprinzessin" jahrelang in Deutschland nicht mehr erhältlich, und nicht einmal in den Listen der Buchhandlungen verzeichnet. Wer auch das ältere Buch "Brautprinzessin" kennt, wird viele Stilelemente und sogar Handlungsfäden wiedererkennen, die Ende später ebenfalls benutzt hat.

Die Vorlage für den Film "Vanilla Sky" war der spanische Film "Open Your Eyes", und dieser war hier in Deutschland nach dem Start von "Vanilla Sky" nicht als DVD oder Video erhältlich.

Thyls Darstellung von Memen hört sich für mich an, als sei es etwas wie unser gemeinsames (meinetwegen europäisches) Verständnis, z.B. über Erfindungen, Bücher, Filme.

Vielleicht liege ich ja falsch, aber meine Definition von Memen liegt eher in der Richtung eines mehr oder weniger gleichzeitigen gemeinsamen (menschlichen) schwangeren Denkens vieler Menschen, das zur parallelen Entstehung von brauchbaren Theorien, Modellen, Prozessen, Dingen und Erfindungen führt.

Anders gesagt: Ein Mem ist doch so etwas wie eine Idee, die in der Luft liegt und bei vielen Menschen gleichzeitig ein Birnchen leuchten lässt, oder?

Äh...

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #36
Dann war aber zumindest Vanilla Skye kein "Mem", denn es ist ein stinknormales Remake.
Und Ende möchte ich nicht von vornherein völlig freisprechen von der Möglichkeit, sich von anderen Quellen inspiriert zu haben.

Aber ich habe wirklich keine Ahnung, was für ein Wort das eigentlich sein soll. :)

Der Begriff "Mem" ist nicht ganz neu

Von: Jagga | Datum: 03.06.2004 | #37
Sicher, Vanilla Sky war ein Remake. Cameron Crowe hat das ja nicht verheimlicht. Bemerkenswert ist nur, dass es erst mal nichts anderes zu geben scheint bzw. das eben nur eines der mehr oder weniger parallel entstandenen Dinge kommerziell erfolgreich wird. Und das prägt die Meinung. Darauf will Thyl ja wohl hinaus.

Der Begriff "Meme" ist (mir) irgendwann vor einem oder zwei Jahren ungefähr zum ersten mal aufgefallen und hat (mich) sofort überzeugt.

Wie gesagt, es soll (meiner Meinung nach) eigentlich ein Wort für eine einleuchtende Idee sein, die aufgrund der kulturellen Gegebenheiten, der technischen Voraussetzungen und des gemeinsamen Wissenstands einer bestimmten Zeit und bestimmter Gesellschaftsschichten mehreren Menschen zur gleichen Zeit einfällt.

Hmm...

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #38
Was heißt zugegeben, ich dachte (und hoffe auch sehr!) das sie wie bei jedem Remake auch bezahlt haben.

Ich glaube, dass was Thyl meinte war eher das eines der beiden mit Absicht vom Markt ferngehalten wird aus kommerziellen Gründen. Daran kann ich nichts Positives und auch nichts Esoterisches entdecken. :)
Auch nicht daran, dass ein Hollywood-Film mit großen Stars erfolgreicher ist als ein spanischer Film mit einem hierzulande völlig Unbekannten Hauptdarsteller. Und wirklich zeitgleich war es ja auch nicht, in keinem der beiden Beispiele.

Wir sind also gleicher Meinung, außer...

Von: Jagga | Datum: 03.06.2004 | #39
... bei der Definition des Wortes Mem...

Können wir die Beispiele mal weglassen?

Ich würde gerne wissen, was ein Mem wirklich ist und ich habe Thyls Artikel so verstanden, dass es ihm ebenso um eine Klärung dieses Begriffs geht.

Und wenn Mem doch kein Wort für schwangere Ideen sein sollte, dann möchte ich die Zeugung eines neuen Wortes anregen.

Dazu kann ich...

Von: RollingFlo | Datum: 03.06.2004 | #40
.. wie gesagt leider nichts beitragen.
Interessieren tut much das aber schon, also macht weiter. :)

Der Mac ist ein Mem

Von: Jagga | Datum: 05.06.2004 | #41
"Der Mac": Den gibt es gar nicht mehr, aber was wir darunter verstehen und was er verändert hat ist ein Mem.

Steve Jobs ist ein Mann, der Meme schneller erkennt als andere.