ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3015

Weltnetz!

Find ich gut

Autor: thyl - Datum: 10.06.2004

Wer mich kennt, weiss, dass ich der rechten Ecke höchstens nahe stehe, wenn ich in sie pinkle. Aber gestern gab es auf Arte einen Werbespot der NPD (gefolgt von einer Dokumentation über die "Alpenfestung" der SS, subtil, subtil), wo doch tatsächlich der Ausdruck "Weltnetz" für das WWW verwendet wurde. Das gefällt mir; das klingt so nach weiter Welt, zackig an den Kontrollen sitzend den Planeten umrunden, alten Science FictionZukunfts-Romanen von deutschsprachigen Autoren etc.

Ein blindes Huhn findet wohl auch mal ein(en) Korn.

Kommentare

weltnetz - ja und?

Von: v-i-c- | Datum: 10.06.2004 | #1
anglizismen nerven nur - es ist an der zeit diese sprachliche schwanzverlängerung der werbetreibenden zu ignorieren (die meist auch noch an den haaren herbeigezogen ist)

und? wolltest du uns...

Von: scara | Datum: 10.06.2004 | #2
und? wolltest du uns dabei auch einen inhalt vermitteln oder nur andeuten, dass du stehend pinkeln kannst?
ich habe ja auch gar keine zuneigung zu der rechten szene, aber wenn du grad darüber lästern wolltest hättest du mit der spam-aktion die offenbar gerade läuft einen besseren aufhänger gefunden.

Noch besser

Von: Silvio Schuetz | Datum: 10.06.2004 | #3
..noch besser finde ein Plakat von denen.

"EU-Osterweiterung Nein Danke"

War das nicht "damals" genau ihre Himmelsrichtung???? ;-)

Times are changes

Naja

Von: Cyrus | Datum: 10.06.2004 | #4
die Rechten haben doch auch durch die BRD Osterweiterung an mitgliedern profitiert, eigentlich müssten die durch die Sudetendeutschen doch noch mehr Verstärkung im EU Parlament bekommen.

Kaltes Kotzen

Von: tonidigital | Datum: 10.06.2004 | #5
Überkommt mich, wenn ich die Rechten sehe, deren Gedanken gut höre und deren Wahlplakate sehe, die sie vorzugsweise in Gebieten mit hoher Ausländerdichte aufhängen. Da bin ich mir nicht zu schade, auf die Idee zu kommen, diese Plakate abzureissen oder mit schwarzer Farbe zu überpinseln.

@scara

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 10.06.2004 | #6
Seit "Dodeskaden" von Kurosawa ist mir klar geworden, dass alle Menschen im Stehen pinkeln können.

Ich meinte das gar nicht ironisch, mir gefällt das wirklich mit dem Weltnetz. Ist wohl auch kaum von der NPD erfunden worden, aber natürlich gleich wieder vereinnahmt.

Politik, hier nicht

Von: ctopfel | Datum: 10.06.2004 | #7
Bitte nicht in diesem Forum über Politik sprechen. Ich muss zwar zugeben, dass mich der Ausdruck "Weltnetz" doch ein bisschen zum Schmunzeln gebracht hat (Erinnert mich an die pathetische Redensweise besagter Leute).

Jedoch gehört so ein Artikel nun wirklich nicht zu den MacGuardians.

cu. ctopfel

Von: HG | Datum: 10.06.2004 | #8
da schließe ich mich an...
Religion, Politik und Sex sollte man nicht in diesen Forum diskutieren, dafür ist dieses Forum nicht gedacht und denke, dass das eine kurzfristige Entgleisung von dem Teilnehmer war...

is son wording auch on strategy?

Von: k_munic | Datum: 10.06.2004 | #9
will sagen:
bin auch eher links denn rechts, finde aber schade, dass deutsch automatisch mit rechts gesetzt wird. überlegt mal die franzosen, die "fränkeln" auch alles ein. im isländischen gibbs überhaupt keine fremd- oder lehnworte!

halte viel von internationalisierung, verstehe mich eher als europäer, esse gern spaghetti auch wenn die auf deutsch spagetti geschrieben sein sollen (wo's doch bandnnudeln auch gibt), habe english als lingua franka akzeptiert, schmunzel über "fachtermini" wie handy und spreche/schreibe auch nicht dudenrein ...

ärgerlich, dass diese braune brut mit ihrem irren gewalle ne ganze sprache besetzen.-

weltnetz - wie wärs denn eher mit weltweitwusel ;-)

Ich bin schon lange

Von: jokkel | Datum: 10.06.2004 | #10
mit meinem Apfelrechner im Weltnetz mit einem Brauser auf vielen Heimseiten unterwegs. Gerne verfolge ich Verknüpfungen, die mich dann auch andere Heimseiten wellenreiten (oder stehbrettsegeln je nachdem) lassen.

Was spricht denn dagegen. Ich sage schon immer Internetz. Das kling so schön putzig. Ausserdem heisst mein Handy Taschentelefon. Sobald man einen guten deutschen Begriff gefunden hat, der den englischen ersetzt, ist der meist sogar noch besser.

thyl? bäh!

Von: thz | Datum: 10.06.2004 | #11
Es war nicht arte, sondern das Erste.

thyl gefällt NPD-Slang.

Welt(netz)bewegend.

<HG<

Von: FritzBlitz | Datum: 10.06.2004 | #12
Hm, und wenn man nun G5 sexy findet?

†Scherz†

Anglizismen? Vielleicht, vielleicht nicht...

Von: jamesp.Sullivan | Datum: 10.06.2004 | #13
Wo wir gerade dabei sind: Ich habe nichts gegen Anglizismen, solange sie sinnvoll eingesetzt werden. Zum Beispiel bei "Internet". Das heißt ja nichts anderes als "Interconnection Network". Auf Deutsch also "Ein großes aus mehreren kleinen Netzen zusammengesetztes Netzwerk". Und da sogar die Franzosen "l'Internet" sagen, finde ich es nicht verwerflich, englische Begriffe wie diesen einzusetzten.

Problematisch wird es dann, wenn man als Deutscher versucht, cool zu sein, und einen voll peinlichen anglizistischen Begriff erfindet. Wie z.B. "Handy". Das ist ja nachweislich ein deutsches Wort, auch wenn es nicht so klingt.
Und richtig über wird es, wenn die Script-Kiddies, also die 13-Jährigen Hobby-modder und Heise-Trolle, alles nur noch "Shice" finden. Zu meiner Zeit hat man noch "Shit" gesagt, wenn man das englische Wort benutzen wollte...

Es wird nicht "über", sondern "übel"

Von: jamesp.Sullivan | Datum: 10.06.2004 | #14
n/t

Anglizismen

Von: Stefan K | Datum: 10.06.2004 | #15
Was auch witzig ist: beamer... der Deutsche versteht darunter einen Video-Projektor, der amerikanische Yuppie einen BMW. Kommt echt gut, wenn auf einer internationalen Konferenz ein Deutsche auf auf Englisch um einen "beamer" bittet :-)

meinen senf...

Von: poenn | Datum: 10.06.2004 | #16
... gebe ich am feiertag jetzt auch dazu: handy heißt bei mir schon immer türkfon. und das ist in keinster weise böse, abwertend oder sonstwie politisch unkorrekt zu verstehen! :-)

grütze
pönn

Wenn es nach den ganz coolen Typen hier ginge

Von: Prudens | Datum: 10.06.2004 | #17
...könnten wir diese alberne und total uncoole deutsche Sprache doch ganz hier aus dem Forum verbannen und Kommentare nur noch in US-Englisch abzgeben, right?

Ob die Amerikaner ihre Sprache auch so uncool finden, wie wir die unsere? Warum nicht?
Haben wir Deutschsprachigen vielleicht einfach nur Minderwertigkeitskomplexe, je mehr Anglizismen wir verwenden, desto grösser der Komplex?

Oder sind diese ganz coolen Typen, die sich hier so lustig machen können über deutsche Begriffe, einfach nur ganz simple asholes, um es in ihrer bevorzugten Sprache zu sagen ;)

Leichensäcke

Von: Alex | Datum: 10.06.2004 | #18
Ich habe im Spiegel gelesen, das ein Kaufhaus in Deutschland super trendige "Bodybags" in der Rucksackabteilung hatte.

GEIL!

Von: ionas | Datum: 10.06.2004 | #19
hehe gestern abend habe ich ard geschaut, und die werbung der npd gesehen

einfach peinlich
die kleinen kiddies mit den dicken bäckchen, alle hatten sie zu hohen blutdruck, und der udo voigt sowieso - lol.

und dann "auch im weltnetz"
der absolute brüller!

nene vic

Von: ionas | Datum: 10.06.2004 | #20
schau dir frankreich an,
die armen franzosen mit ihrer "einfransöigung"

ich meine prozentuale anteile von französischsprachiger kunst in den medien (radio, tv) finde ich klasse - aber das ist ja was anderes.

lol

Von: ionas | Datum: 10.06.2004 | #21
"gefolgt von einer Dokumentation über die "Alpenfestung" der SS, subtil, subtil"

mein gedankengang,
aber ich habe die doku gesehen und sie war nicht "pro alpenfestung" oder pro nazis oder irgendsowas.

ehrlichgesagt weiss ich seit der doku warum bayern immer noch so BROWN ist :p

@ tondigital - plakate

Von: ionas | Datum: 10.06.2004 | #22
"Da bin ich mir nicht zu schade, auf die Idee zu kommen, diese Plakate abzureissen oder mit schwarzer Farbe zu überpinseln."

wenn du ein problem mit der npd hast => verfassungsgericht.

dass die v-männer in der npd aufgeflogen sind finde ich äusserst bedenklich denn mir ist die npd lieber lebend als untot (zwar verboten aber funktional)

jetzt finde ich jedoch dass man die npd verbieten muss - schon einfach deswegen weil der kpd damals nichts anderes wiederfahren ist ;p (und viele mitglieder der npd eindeutig gegen ein demokratisches deutschland sind); wäre echt gut gewesen wenn die v-männer weiter die npd hätten von ihnen beobachten können. dann wäre "alles" unter kontrolle gewesen - jetzt ist es zu spät und ein verbot wäre sinnvoll.

trotzdem - das entscheidet das verfassungsgericht - und bis dahin dürfen sie ihre plakate aufstellen; plakate zu zerstören oder zu bemalen ist streng verboten; und das ist gut so.

@ jokkel

Von: ionas | Datum: 10.06.2004 | #23
das heisst zwischennetz.
und taschentelefon passt nicht. es ist nicht blos ein telefon.

meins heisst mobiltelefon (handy ist eine !dumme! deutsche worterfindung ;p);

mobil kommt bestimmt aus dem latein (wie inter auch) - ich wette das heisst bewegbares telefon :-]

ich bin mit mobiltelefon zufrieden.

Wer's kann

Von: Oliver | Datum: 10.06.2004 | #24
Über die rechte Szene brauchen wir uns hier nicht zu unterhalten.

Aber über die deutsche Sprache; das finde ich interessant. Es gibt bereits viele Dinge, für die man keinen passenden deutschen Begriff mehr findet. Nun kann man sich hinstellen und sagen: "Ist doch egal! Wir sind eben international." Natürlich geht mir "Browser" auch besser über die Lippen als "Internet-Seitenbetrachter". Aber es gibt bereits viele Leute, die können sich gar nicht mehr halbwegs "richtig" ausdrücken, weil sie weder den deutschen Begriff noch das englische Pendant kennen.

In einem Forum stellte jemand die Frage: "Wie heisst es nun richtig? Heisst es 'downgeloadet" oder 'gedownloaded'?"

Wie doof muss man eigentlich sein, um zu übersehen, dass beides haarsträubend ist? Jedenfalls waren die Antworten auf diese Forumsfrage ziemlich peinlich.

Ich finde es gut, wenn eine Sprache offen ist. Eine Sprache muss sich ja entwickeln. Aber ich mag es auch nicht, wenn wir nur noch brabbeln, als hätten wir nie eine Schule von innen gesehen oder als hätten wir unser Leben lang nur Comics gelesen.

Wer sich also über die Nazi-Sprache lustig macht, sollte bei dieser Gelegenheit auch mal seine eigene Ausdrucksweise überprüfen.

Oliver

Von: Peter Troll-auf-Tour | Datum: 10.06.2004 | #25
Kann mich deinen Ausführungen nur anschliessen.
Finde gute deutsche Sprache, so wie du sie sprichst, wesentlich "cooler" als eine übertriebene Anwendung von Anglizismen.

mobil telefon?

Von: Kilian | Datum: 10.06.2004 | #26
Mobiltelefon? Nein, denn

Mobil: Latein
Tele: Griechisch
Phon: Griechisch

Das ist dann auch nicht deutscher als "Handy"

Der Fernseher hatte damals ja auch einen deutschen Namen bekommen (wer sagt schon Television dazu?), warum also nicht Tragefernsprecher? Oder kurz Trafespe?

Der Browser könnte ja als Blätterer oder Schmökerer wörtlich übersetzt werden...

Aber im Japanischen ist es noch schlimmer. Hat man sich früher noch die Mühe gemacht neue Wörter auf Japanisch zu erfinden (Füllhalter=10000-Jahre-Pinsel, Satellit=Verteidigungs-Stern), werden jetzt die Englischen Wörter direkt übernommen, nur leider sprachlich so vermurkst, daß niemand mehr die Urform erraten kann (rirakkusu=relax, charenji=challenge).

Eben - Zwischennetz heißt das ;)

Von: RoB*-) | Datum: 10.06.2004 | #27
... sagt Götzimausi auch !

auch schön: klapprechner

Von: jotti | Datum: 10.06.2004 | #28
meine liebste eindeutschung eines anglizismus (notebook/ laptop) mit dem kleinen umweg übers plattdeutsche (klapprekner - die friesen verweigern sich halt konsequent). gibt einen sehr spassigen duden über eingeplattdeutschte anglizismen.

npd plakate 'smashen' ist verboten? schade eigentlich.

wie wär es denn mit DDR-Deutsch?

Von: Wurzi | Datum: 10.06.2004 | #29
Handy würde dann bei den Altgenossen und deren Sprachpanschereien wohl "MuFuKom" heißen - "Multi-Funktions-Kominikationsgerät" (ähnlich wie der damals erhältliche "MuFuTi", ein in der DDR damals ab und zu erhältlicher Ausziehtisch ("Multifunktionstisch", siehe auch den Film "Sonnenallee").

Ach ja, ich kann mich noch erinnern, früher gab es auf macgadget.de auch so deutschtümelnde Bezeichnungen wie "Seitenbetrachter" für "Browser"....

NPD Plakate zu zerstören ist Zivilcourage!!!

Von: Cyrus | Datum: 10.06.2004 | #30
Sich von Vorbeistreunenden Skins dabei erwichen, und todprügeln lassen ein Opfer für die Demokratie.
aber eigentlich ist es nicht Deemokratisch, Demokratisch wäre es zu jedem NPD Plakat ein Plakat zu hängen, das die Werbebotschaft entkräftet.
Das andere ist Zensur. Man könnte das erstere auch als Demagogie betrachten, nur kann demokrtie ja nicht bedeuten fresse halten, und di anderen walten lassen, das hatten wir ja schon in Weimar gesehen.

passend dazu ...

Von: name eben ... | Datum: 10.06.2004 | #31
... lest dieses buch . der brueller .

Schär, Ernst: Der Muttersprache Not. Betrachtungen zum Sprachtum der Gegenwart und Entwurf für eine Wiederbelebung des deutschen Wortbaus. Ott Thun 1960 Broschur mit Schutzumschlag 227 S.

..

Von: Graphit | Datum: 10.06.2004 | #32
In der Schweiz ist der gebräuchlichste Name für ein Mobiltelefon NATEL (nationales autotelefon)......

Im übrigen gelten deutsche Ausdrücke in englischsprachigen Ländern schon länger als sehr cool. Die Durchmischung der Sprache findet also in beide Richtungen statt. z.B.

Bratwurst
Sauerkraut => Krauts
Blitzkrieg
etc.
[Link]

Viele dieser Wörter sind wohl aufgrund des 2.WK übernommen worden.

Ps: NPD/SVP Plakate zerstören ist zwar verboten, aber wen kümmert das schon? ;-)

Genau das meine ich

Von: Oliver | Datum: 10.06.2004 | #33
Cyrus hat eben drei... "Sätze" geschrieben, die elf Fehler enthalten, wenn man gutmütig zählt.

Das ist ein Gebrauch von Sprache, wie ich ihn nicht gut finde, so nach dem Motto: "Meine Weisheiten sind so genial und einzigartig, dass es deren Wert nicht schmälert, wenn ich sie vortrage, als kämen sie von einem Kleinkind. Was zählt, ist die geniale Botschaft!"

Ich finde eben doch, dass die Form zählt, denn Form und Inhalt sind bei der Sprache identisch. Die Form ist der Inhalt. Erst die Form macht aus einer Buchstabensuppe eine verstehbare Botschaft.

Sprache bedeutet, dass man ein gewisses Regelwerk einhält, eine ganz bestimmte Konstruktion. Dadurch wird Sprache verständlich. Sprache wird nicht verständlich durch die Worte, sondern dadurch, wie wir sie zueinander anordnen.

Ein Baby verwendet vielleicht die gleichen Worte wie ein Erwachsener ("Tommi Milch will haben"), aber ein Erwachsener hat gelernt, dass es eine gewisse Reihenfolge der Worte gibt. In dem Beispiel mit der Milch ist das noch egal, aber bei komplexeren Inhalten versteht man es nur mit der richtigen Grammatik. Mehrere Haupt- und Nebensätze werden auf eine ganz bestimmte Weise verknüpft. Dadurch entsteht der gewünschte Gedankenfluss. Oder eben nicht.

Weil das gar nicht so einfach ist, muss man es ständig üben. Meine Beobachtung gerade bei Jugendlichen ist, dass sie z.B. bei "offiziellen" Briefen inzwischen genauso ein konfuses Zeugs plappern wie in Chats. Wer immer nur "funzen" geschrieben hat, weiß möglicherweise nicht mehr, wie man "funktioniert" schreibt. "Funzioniert" klingt ja auch gut. Das Plappern ohne Punkt und Komma ist in Chats egal, aber welcher Jugendliche kennt auch nur EINE EINZIGE Kommaregel?

Man könnte glauben, dass die Leute nur in Chats so konfus schreiben, weil es schnell gehen muss. Aber das ist nicht wahr. Diese Leute wissen gar nicht mehr, was "eigentlich" richtig wäre. Wer es weiß, macht es nämlich "automatisch" richtig.

Der Punkt ist nicht, dass unsere deutsche Sprache auf den Hund kommt, sondern dass Sprache allgemein auf den Hund kommt.

Früher las man als Kind Bücher. Richtig dicke Schmöcker: Die Schatzinsel, oder ähnliche Schinken. Man lernte davon, was eine gute Sprache ist und liess sich davon faszinieren, welche Kraft sie haben kann. Das alles hatte einen Wert.

Heute könnte man in der "Schatzinsel" eine Million Fehler unterbringen, und kein Kind würde es noch merken. Man könnte alle Sätze streichen, die länger als fünf Worte sind, und niemand würde sie vermissen. Man könnte Goethe von Google übersetzen lassen und niemand würde erkennen, welche Schönheit und Farbe dadurch verloren ging.

Die Sprache geht nicht vor die Hunde wegen ein paar neuer Begriffe, sondern

- weil sie uns nichts mehr wert ist,
- weil wir sie sowieso nicht mehr beherrschen
- und weil wir insgesamt einfach immer dümmer und oberflächlicher werden.

PS

Von: Oliver | Datum: 10.06.2004 | #34
Inhaltlich stimme ich Cyrus natürlich zu. (Der arme Kerl, ich hab ihn als Beispiel für mein Pamphlet missbraucht! Demnächst suche ich mir jemand anderes aus.)

heute stimme ich olliver mal zu ;)

Von: scara | Datum: 10.06.2004 | #35
aber was die sprache ausserdem noch entwertet ist deren inflationärer gebrauch.

Oliver

Von: Prudens | Datum: 10.06.2004 | #36
Cyrus ist nicht der arme Kerl, nein, der arme Kerl bist du!
Wer es nötig hat, sich in dieser Form auf Kosten anderer zu profilieren, ist ein verdammt armes Schwein. Einen Diskutanten mit offensichtlichen Sprachproblemen in dieser Form anzugehen zeugt von einer solch dummen Arroganz, dass es kaum noch zu überbieten ist.

Sprache ist in erster Linie eine Kommunikationform, ein Weg, sich mitzuteilen. Cyrus hat es mit seinen beschränkten Möglichkeiten geschafft, seine Meinung so zu transportieren, dass selbst du es inhaltlich verstanden hast.
Dass er nicht dumm ist, hat er mit seinem Kommentar bewiesen.

Ausserdem kann ich nicht verstehen, warum gerade du dich aufs hohe Ross setzt. Grob überschlagen hast du mindestens 10 Rechtschreibfehler in deinem Kommentar gemacht, deine sprachlichen Konstrukte und der Satzaufbau lassen ebenfalls zu wünschen übrig.

Schon mal was von menschlicher Grösse gehört?
Das ist das, was dir fehlt ;)

Bei dir reicht es doch noch nicht einmal zu einem guten Troll, auch wenn du dich noch so sehr bemühst.

Verpiss dich!!

Sehr lustig...

Von: Zaggo | Datum: 10.06.2004 | #37
...diese Diskussion über Anglizissmen auf der deutschsprachigen Seite mit dem knackigen Namen "Macguardians"...

Z.

PS: Ich hasse Denglisch und Werbesprech!!!

Prudens, halt die Klappe! n/t

Von: QuiGon | Datum: 10.06.2004 | #38
n/t

Leute bleibt bei eurem Leisten

Von: Thomas Reuting | Datum: 10.06.2004 | #39
Ihr seid eine innovative und echt interessante Mac-Seite. Lasst Berichte zu Themen von den Ihr einfach null Ahnung habt einfach sein. Ok?

Und das ...

Von: Yep | Datum: 10.06.2004 | #40
wo doch weder "Welt" noch "Netz" dem deutschen Sprachstamm entspingen ;) ... aber letztendlich: Wen interessiert es?

Und ich dachte wir leben in einer MONOGAMIE

Von: tonidigital | Datum: 10.06.2004 | #41
Lol, Superbrains bei TVTOTAL:

Und was ist der Unterschied zwischen Demokratie und Monogamie?

Äh, naja ich denke, also dass die Monogamie wie die Demokratie ist, nur mit weniger Rechten..

Eine Erklärung....

Von: mathias | Datum: 10.06.2004 | #42
...was die Fremdworte betrifft:
Ich denke, häufig wird der Begriff des Ursprungslandes übernommen, aus dem das Ding stammt oder erfunden wurde:

z.B.: im englischen gibts keine eigenen Wörter für "Kindergarten" und "Waldsterben", weil es (neuzeitliche) deutsche "Erfindungen" sind.

Eine andere Sache ist die Managersprache; man lese nur in der SZ samstags die Stellenangebote. Da weiss man z.T. nicht mal, was für Leute da gesucht werden, selbst wenn man zur Zielgruppe gehört...

Zum Thema "Erstwählertest" bei TV Total fällt mir nix mehr ein *kopfschüttel*

Mathias.

Richtig so, Graphit!

Von: hobie | Datum: 10.06.2004 | #43
Zum Beispiel benutzen die auch ganz gerne "Angst" und "Über"-car, -man, -whatever...
Rucksack und Kindergarten sind übrigens auch im englischen sehr geläufige Wörter!

tja

Von: nopeecee | Datum: 10.06.2004 | #44
danke für den beitrag !!! Zur Sprache fällt mir ein das Apple auch sehr bemüht (war). Ich weiss noch wie ich meinen ersten MacLC gekauft hab und dann was von Hochstelltaste lesen musste, oder Schreibtischoberfläche .. da rümpfte sich mir der Gesichtsärker. Naja ich setze mich jetzt in meinen Kraftwagen, starte den Triebling und jage zum Entsorgungspark.

Anführungszeichen…

Von: Jakob Stoeck | Datum: 10.06.2004 | #45
…werden im Deutschen immer noch „so“ geschrieben. Und diese drei Punkte sind nicht drei normale Punkte, sondern alt-.

Soviel zu der Diskussion von mir. Aber ich find's toll, dass auf Macguardians immer mal andere Themen angeschnitten werden. Bin schon ganz kirre von dem ganzen Mackrams.

Übrigens, was ist ein deutsches Apostroph?
', `oder ´?

Partizip-Bildung

Von: orlando | Datum: 11.06.2004 | #46
Es heisst weder gedownloaded noch downgeloaded - man kann einfach keine deutschen Partizip-Bildungsregeln auf englische Wörter anwenden. Aber es gibt ja ein relativ geläufiges deutsches Wort "runterladen" und das entsprechende Partizip "runtergeladen" - also kein Problem mitm saugen ;-)

Anführungszeichen

Von: Kilian Muster | Datum: 11.06.2004 | #47
Knapp daneben ist auch vorbei. Deutsche anführungszeichen werden nicht „so“ sondern „so” geschrieben (unter Typographen auch als „99, 66” bezeichnet.

Ein das Apostroph, das im Deutschen verwendet wird sieht so aus ’ (wie eine 9)

Ich hoffe nur, daß das ganze nicht im HTML vermatscht wird…

Anführungszeichen - verdammte Verdana

Von: Kilian | Datum: 11.06.2004 | #48
Mein Vorposter hatte recht, allerdings sehen die „richtigen“ Anführungszeichen in der Verdana grottenfalsch aus. Ich sags ja, mit Microsoft hat man nur Ärger.

my 2 cents

Von: mullzk | Datum: 11.06.2004 | #49
ich kann das ewige gejammere über anglizismen nicht mehr hören. was soll denn so schlecht sein am übernehmen anderer sprachstrukturen? englisch zum beispiel ist ja auch nur eine anpassung von altdeutschem wortschatz mit französischer grammatik. von den holländern wollen wir gar nicht erst sprechen. und berndeutsch - eine der unterarten der deutschen sprache, die sich im laufe der zeit am wenigsten verändert haben, basiert sehr stark auf französischem vokabular.
synthese ist ein wesentliches element von sprachentwicklung !

allerdings gibt es dahinter drei andere phänomene: a) wie von oliver beschrieben, gibt es immer mehr leute (und zwar nicht nur bei den jungen), die sich kaum gut ausdrücken können. das hat aber nichts mit den anglizismen zu tun, das erwähnte 'funzen' stammt deutlich von funktionieren ab. und dieses problem kann nur auf eine art angegangen werden: bildung bildung bildung. und zwar nicht mit internet im schulzimmer, sondern mit gut ausgebildeten lehrkräften, klaren anforderungen im elementarbereich und guten lehrmittel.
b) wie kommen die wörter in die sprache? ganz einfach: durch wissenstransfer, in welcher form auch immer. wer etwas als erstes benennt, definiert auch die begriffe, der autor einer struktur begründet immer auch die semantik. die begriffe werden nur dann nicht übernommen, wenn die gesellschaft (meist der staat oder bei produkten hersteller) bewusst den fokus vom umstand wegführen wollen, dass es sich dabei um eine eigene resp. einheimische entwicklung handelt. was mich angeht, gehöre ich zu jenen, die der meinung sind, dass wissen global gehalten werden soll, dass es niemandem ansteht, eine entwicklung für sich zu beanspruchen, erst recht nicht, wenn dies aus pseudo-nationalistischen beweggründen geschieht. die amis sind bei computer führend? ok, dann sollen wir doch nicht nur ihre funktionen, sondern auch ihre begriffe übernehmen. begriffe wie weltennetz sollen doch nur verschleiern, dass das internet von den amis stammt und nicht wirklich eine reinrassig deutsche erfindung ist (ich weiss, das ist überspitzt, aber dies ist die struktur hinter solchen unbenennungen. genauso wie bei den franzosen, wo das internet zu Toubons (ministre allgood) zeiten noch reseau genannt werden musste, um es französisch zu machen, zu vereinnahmen.
3) und dann gibt es noch die werbung, mit ihren doofen pseudo-englisch-begriffen, wovon handy einer ist, aber in deren verantwortungen auch umbenennungen à la swissmint (ehemalige eidgenössische münzstätte) gehören. auch dies hat relativ wenig mit der reinhaltung der deutschen sprache zu tun, sondern mit dem tragischen bemühen, sich wichtig zu machen. und wichtig macht sich heute, wer sich als akteur in einem globalisierten markt darstellt, und der globale markt ist nun halt mal englisch-sprachig (würde man sich in einer von diplomatie geprägten welt wichtig machen wollen, würde die deutsche sprache von französischen begriffen ,bedroht'). aber auch dies ist kein sprach- sondern ein strukturproblem, ausgelöst durch eine rein nachfrageorientierte wirtschaft, und bereits ist die rückeroberung abzusehen (zB steht ein projektleiter klar über dem projektmanager - das war vor ein paar jahren noch anders).

Anführungszeichen und Apostrophe

Von: Jakob Stoeck | Datum: 11.06.2004 | #50
Danke Kilian für die Aufklärung.

Mittlerweile finde ich Kommentare im Chat oder im Internet in richtiger Groß- und Kleinschreibung auffälliger als die ganzen komplett-klein-Geschreibsel. War früher noch andersrum.

Ich nochmal

Von: Oliver | Datum: 11.06.2004 | #51
Das Problem sind nicht englische Begriffe, sondern eine Unkenntnis über die deutsche Sprache.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig es für junge Leute ist, von Anfang an eine richtige Schreibweise zu lernen. Wer nicht richtig schreiben kann, hat später im Beruf sehr große Probleme. Bei der heutigen Arbeitslosigkeit ist das ein Kriterium.

Ich habe selbst schon hunderte Bewerbungen von netten jungen Leuten in den Händen gehabt, die wir gleich von Beginn an aussortiert haben. Wir haben sie nicht mal zu einem ersten Gespräch eingeladen. Was sollen wir auch mit ihnen anfangen?

Wer nicht richtig schreiben kann, hat heute vielleicht als Mechaniker oder Landwirt eine Chance. Aber wo immer er z.B. per Email mit Kunden kommunizieren soll, scheidet er aus. Oder als Webdesigner, denn man kann nicht immer einen Aufpasser daneben stehen haben, der prüft, ob Menüs und Buttons richtig beschriftet sind. Ich hätte da also jemanden sitzen, der beim Anruf eines Kunden mit der Bitte um eine kurze Textänderung schon versagt, weil er Rechtschreibung nur aus Chats und Comics kennt.

Als leitender Angestellter ist er auch nicht einsetzbar. Wer nimmt einen Vorgesetzten ernst, der sich bei jedem Rundschreiben lächerlich macht?

Oder als Programmierer? Aber wer garantiert mir, dass Menü-Einträge und Hilfe-Texte dann nicht voller Peinlichkeiten sind? Soll ich etwa jemanden einstellen, der es kontrolliert und nachbessert?

Für alle diese Tätigkeiten gibt es massenweise Leute, die qualifiziert, fleissig und motiviert sind. Warum sollte man also jemanden einstellen, der nicht mal richtig schreiben kann?

Deswegen kann ich alle jungen Leute nur beschwören, mehr auf Rechtschreibung zu achten. He, Ihr jungen Spunde! Ihr werdet verblüfft sein, auf welche Konkurrenz Ihr im Berufsleben trefft, und wie groß die Bandbreite an Tätigkeiten ist, die von Euch erwartet werden! Es reicht nicht, wenn Ihr sagt: "Ich kann gut programmieren!" Oder: "Ich kenn' mich mit Photoshop aus!" Es reicht einfach nicht aus.

Die beste Methode, Rechtschreibung zu VERlernen, ist der stete Besuch von Chats und Foren. Da ist beinahe jedes dritte Wort falsch und Grammatik gibt es fast nicht. Nach einer halben Stunde im Forum weiß ich selbst schon nicht mehr genau, ob es nun "Standart" oder "Standard" heisst.

Wer hingegen Bücher oder Zeitungen liest, bekommt automatisch ein Sprachgefühl und prägt sich auch ohne exaktes Regelwerk ein, was richtig ist und was nicht. Ausserdem sollte man sich IMMER bemühen, richtig zu schreiben. Wer in Chats und Foren nicht drauf achtet, prägt es sich falsch ein.

Zum Schluss möchte ich noch zu bedenken geben, dass man selbst immer das Gefühl hat, etwas ganz Besonderes zu sein, und dass andere Leute das auch erkennen. Aber das ist nicht wahr. Niemand erkennt es und niemanden interessiert es. Wenn Ihr mal ins Berufsleben einsteigt, seid Ihr eine von vielen, vielen Ameisen, mehr nicht. Hart, aber wahr! Niemand wird wissen, wie genial Ihr seid! Und wenn Ihr nicht einmal richtig schreiben könnt, werden sich sofort andere auf Euren Platz setzen, die es können (und die ansonsten genauso genial sind wie Ihr).

Ich werde gleich von der versammelten Meschpoke niedergebrüllt, aber ich würde der anwesenden Jugend dringend raten, über diese Zeilen nachzudenken.

@Oliver

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 11.06.2004 | #52
Es heisst "die Standarte" ;-)

QuiGon,Oliver

Von: Prudens | Datum: 11.06.2004 | #53
Na, nun führst du schon Selbstgespräche?

Mein Freund, du hast massive psychische Probleme, wahrscheinlich bist du weltnetzgeschädigt ;)

Nein, Spass beiseite, du solltest dich dringend um ärztliche Hilfe bemühen, deine Macken nehmen ja immer dramatischere Formen an!
Damit ist nicht zu spassen, du stehst am Abgrund.

Sprache formt Gedanken

Von: DC | Datum: 11.06.2004 | #54
Ich lebe zur Zeit in 3 Sprachwelten:
- Deutsch (meine Muttersprache)
- Thai (die Sprache meiner Frau)
- Englisch (Job)

Die verwendete Sprache formt die Gedanken.

Gutes Deutsch erfordert klare Gedanken. Der Satz und sein Inhalt müssen ausformuliert sein, bevor man den Mund aufmacht. Alles muß überlegt und genau sein. Mit der Sprache trainiert man gleichzeitig das Gehirn.

Englisch ist viel einfacher als Deutsch. Wärend man redet, können die Gedanken noch in eine andere Richtung laufen weil es die Gramatik zuläßt. Sätze müssen nicht gedanklich vorformuliert werden (das Verb z.B. steht im Englischen immer am Anfang eines Satzes, im Deutschen oft erst am Ende). Folge: das Gehirn wird nicht mehr so intensiv trainiert, alles wird irgendwie einfacher, auch die Gedanken.

Thai ist dagegen völlig anders. Thai hat so gut wie keine Gramatik. Thai besitzt viele Ausdrücke für Gefühle, aber wenige technische. Wie unscharf diese Sprache ist, mag ein Beispiel zeigen: ein Thai sagt, das ist mein Bruder. Das bedeutet nicht, das die andere Person tatsächlich ein Bruder ist. Es heißt lediglich, daß man für den anderen Gefühle hat wie für einen Bruder hat. Es gibt in Thai diese Unterscheidung einfach nicht. Die Folge: man kann sich mit einem Thai endlos über Küche, Gefühle und andere Leute unterhalten, für komplexere Sachen (z.B. Technik) fehlt die Konzentration und das Gespräch ist nach 5 Minuten tot.

Sprache formt Gedanken.

Wer die Sprache nicht beherscht, hat andere Gedanken wie jemand, der sprachlich fit ist.

@Cyrus

Von: Oliver | Datum: 11.06.2004 | #55
Ich entschuldige mich aufrichtig und ehrlich dafür, Cyrus, dass ich Dich als Beispiel für meine Argumentation benutzt habe. Ich wusste nicht, dass die Flüchtigkeitsfehler eine greifbare Ursache hatten. Das zu kritisieren war gemein, und es tut mir leid.

In der Tat verwendest Du eine niveauvolle und anspruchsvolle Sprache und verfügst über einen großen Wortschatz. Du formulierst gut und gewandt. Ich bewundere so etwas sehr, deswegen ist mir meine Kritik jetzt doppelt peinlich.

Ich werde in Zukunft etwas toleranter sein und genauer beobachten müssen.

Aber in einem Punkt widerspreche ich dennoch: Zwar hast Du Recht, wenn Du behauptest, ein Forum sei nicht so wichtig, und folglich müsse man es auch mit der Sprache nicht so ernst nehmen. Aber unsere versackte Jugend liest ja heute kaum noch Bücher, sondern vertreibt sich die Zeit in Foren und Chats. Das führt dazu, dass sie dauernd falsche Schreibweisen sehen und "erlernen". Die Erwachsenen wissen (hoffentlich), was in einem Forum "eigentlich" falsch ist, aber die Jugend weiß es nicht. Wenn die dann mal was Wichtiges schreiben wollen, haben sie nicht gelernt, wie es geht. Das finde ich schade. Ich kenne keinen einzigen Jugendlichen, der richtig schreiben kann.

@Oliver, @Kilian

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 11.06.2004 | #56
1. "Ich finde eben doch, dass die Form zählt, denn Form und Inhalt sind bei der Sprache identisch. Die Form ist der Inhalt. Erst die Form macht aus einer Buchstabensuppe eine verstehbare Botschaft."

Na, dann erklär' mir mal Arno Schmidt…

2. "Knapp daneben ist auch vorbei. Deutsche anführungszeichen werden nicht „so“ sondern „so” geschrieben (unter Typographen auch als „99, 66” bezeichnet."

Es gibt zudem noch die französischen Anführungszeichen, die in Deutschland auch benutzt werden, allerdings genau andersherum als in Frankreich, und die dazu viel besser aussehen bei gesetztem Text: >> << & << >>

heisst das nicht...

Von: adalbero | Datum: 11.06.2004 | #57
... auch ein blinder Juhnke trinkt mal 'nen Korn?
Aber Spaß beiseite... erschreckendes was zum thema passt habe ich zufällig im Netz entdeckt:
[Link] <- ich fürchte, die meinen das sogar ernst.

Admin: Wir linken hier nicht auf Naziseiten, darum wurde der Link entfernt.

Du hast schon recht, was du über das Berufleben schreibst

Von: Cyrus | Datum: 11.06.2004 | #58
Das macht es mir schon fast unmöglich, ich kann zum Beispiel immer nur im Team mit jemanden arbeiten. Und das ist schon sehr Karriere hemmend. Ich muss halt damit leben, und kann nur hoffen das alle anderen die richtige Rechtschreibung verlernen. denn oft weiß ich wie man Worte richtig schreibt, aber ich schreibe sie nicht automatisch richtig. Man kann sich als außenstehender gar nicht vorstellen wie ätzend das ist. Ich wünchte ich wüsste es nicht besser. Handschriftlich kann ich nicht mal eine Din A4 Seite fehlerfrei abschreiben!! Und jeder denkt ich wäre zu ungebildet. Das ist aber nicht wahr. Es ist ein Fluch. Ich habe genug Praktika gemacht um zu wissen, das ich da beruflich ganz enorm Probleme haben werde. Es hat aber auch wenig mit Übung zu tun. Denn ich weiß ja wie man die Worte richtig schreibt. Es kostet mich nur unendlich viel Mühe, etwas fehlerfrei zu schreiben. Und wer braucht schon geniale Programierer. Durchschnittlich Programmieren und dafür durchschnittlich schreiben reicht doch den meißten. Oft können die Chefs Genialität eh nicht schäftzen, weil sie selber nur etwas überdurchschnittlich, aber noch lange nicht genial sind. Ich will damit nicht sagen das ich genial bin, ich will nur sagen das nicht mal Genialität geeignet ist mangelnde Rechtschreibung zu kompensieren. Im grunde bin ich genauso behindert wie jemand der Stumm ist. Denn in der Arbeitswelt gilt das Wort ja nichts mehr. Nur geschriebenes zählt. Also diesen nachteil habe ich schon, ich möchte aber wenigstens in meiner Freizeit nicht durch mein unvermögen richtig zu schreiben, ausgeschlossen werden, wenn es nicht wirklich ein Ausschlusskriterium ist. Ein Rollstuhlfahrer, wird es verstehen wenn er nicht ins Fussballteam aufgenommen wird, aber wenn er nicht in den Schachclub darf, ist das Diskriminierung. ich verstehe es, wenn mich Oliver nicht einstellen will. Aber wenn ich mich hier nicht äußern darf ist das diskriminierend. Ihr könnt mir glauben ich leide unter meiner Rechtschreibschwäche mehr als jeder Leser meine Posts. Und wenn ich es einfach ändern könnte hätte ich das schon lange getan.

Rechtschreibkorrektur

Von: Jakob | Datum: 11.06.2004 | #59
In Zeiten von Rechtschreibkorrektur sollte das Problem doch weitgehend gegessen sein (geht sogar hier im Textfeld – rechter Mausklick ->Spelling->Check spelling as you type). Grammatikfehler hast Du ja eher nicht drin, jedenfalls nicht in überdurchschnittlichem Maße.

und noch mal zur Jugend

Von: Cyrus | Datum: 11.06.2004 | #60
Die Sprache ist anders wie die Schrift die Summe des gesprochenen. Wenn alle Funtzen sagen, wird funtzen eben allgemeiner Sprachgebrauch. Deswegen mache ich mir über kommende Generationen was das sprachliche vermögen angeht weniger sorgen.
Die Schrift dagegen wird vom Duden Verlag geformt. Keiner schreit hier Monopol. Aber wenn der Dudenverlag beschließt, wir schreiben ab heute ein Wort anders, würde ich zu gerne mal wissen, wie lange es dauert, wenn überhaupt, bis es zum Wiederstand kommt. Richtig ist was der Duden sagt, und nicht was wir für richtig halten. Ich finde es nicht gut, das ein Kommerzieller Verlag so viel Macht über unsere Schrift hat. Ich wüsste jetzt auch nicht wie man das besser lösen könnte, aber demokratisch ist das nicht. Nur mal so als Gedanke. Mit anderen Worten kann der Duden die Auswahlkriterien festlegen wer eingestellt wird und wer nicht. Im Mittelalter, war die Schrift nicht von einem Verlag reglementiert, da hat jeder so geschrieben, wie er das für Richtig hielt, wichtig war alleine verstanden zu werden. Für mich wäre es im Mittelalter leichter gewesen. Man kann einem Arbeitgeber nicht die Schuld dafür geben, das er Bewerber nach der Rechtschreibung beurteilt, schließlich werden auch seine Angestellten von anderen Firmen nach dem Grad ihrer Rechtschreibung beurteilt. Aber richtig ist das nicht. Es ist zu einer der Sekundärtugenden geworden, und ich habe den Eindruck das fehlerfreies Schreiben inzwischen für einen Handwerker schon wichtiger als Pünktlichkeit ist. Dabei wäre es mir lieber der Klempner käme pünktlich anstatt das die Rechnung, falls er dann doch irgendwann mal gekommen ist, richtig geschrieben ist.

da spricht mir einer aus dem Herzen

Von: rumbarumbatätärräää | Datum: 11.06.2004 | #61
Oliver.

Werde Deine Wort kopieren und künftig jedem unter die Nase reiben, der der glaubt, er könne seine weltläufige Einstellung demonstrieren indem er mir mit seinem pseudointellektuellen Anglizismen-Dummgeschwätz auf die Nerven geht.

@jakob

Von: Cyrus | Datum: 11.06.2004 | #62
Danke für den Tipp
Das ist ja GROSSARTIG! (um mal jemanden zu Zitieren den ich hier vermisse) ;)
Man lernt immer was dazu. Macs sind einfach Genial.

@ Oliver

Von: ElRhodeo | Datum: 11.06.2004 | #63
Mischpoke, nicht Meschpoke.

Und Dein Exkurs über die Sprache an sich besteht nur aus Gemeinplätzen. Andere Leute studieren Sprachwissenschaft, und da sieht es schon etwas komplizierter aus als "Form und Inhalt sind bei der Sprache identisch".

@ Oliver

Von: Cyrus | Datum: 11.06.2004 | #64
Du musst dich nicht Entschuldigen. Ich weiß aus Erfahrung das es für Außenstehende schwer ist, diese Unterscheidung zu treffen. Du glaubst gar nicht was ich mir im Gymnasium schon alles von Lehrern anhören musste. Das ging sogar soweit, das mir ein Deutschlehrer nach dem er mir mal wieder eine 6 im Diktat ausgehändigt hatte, ich hatte im Diktat nie eine andere Note, mir ernsthaft glaubhaft machen wollte das wenn ich nicht besser in der Rechtschreibung würde, ich in die Sonderschule müsste. Ich habe mein Abitur trotzdem bekommen, ohne das ich meine Aufsätze wie die anderen durch gute Diktate ausgleichen konnte. Ich denke wenn ich es Bis ins Studium geschafft habe, werde ich auch eine Arbeitsstelle finden.

Danke ElRhodeo!

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 11.06.2004 | #65
Ich wollte es nicht so deutlich formulieren. Aber vielleicht hat Oliver das Studium auch gerade erst begonnen und wollte schon einmal zeigen, daß das erste Einführungsseminar etwas hinterlassen hat… ;-P

@Cyrus

Von: Donald Townsend | Datum: 11.06.2004 | #66
Du bist der Kandidat für Diktiersoftware. Derzeitige Versionen setzen zwar noch keine Kommas, sind aber bei gutem Training, brauchbarem Mikrofon und ausreichend leistungsfähigem Rechner durchaus eine nicht zu unterschätzende Hilfe. Zukünftige Versionen können nur noch besser werden.

Donald

So kann's gehen

Von: Oliver | Datum: 11.06.2004 | #67
Tja, da glaubt man, man sei ein ganz besonders toller Hecht, und dann wird einem eine Lektion erteilt. Ich sehe ein, dass mein Plädoyer für die deutsche Schriftsprache dazu geführt hat, dass sich jemand ausgeschlossen fühlen musste, und ich erkenne, wie groß der Verdruss darüber gewesen sein muss.

Es war nicht meine Absicht, jemanden auszuschließen, zu verletzen oder sein Selbstbewusstsein zu mindern. Deswegen werde ich mein Verhalten in Zukunft ändern. Ich werde mir auch mehr Mühe geben, ein Posting zu verstehen, anstatt den Autor für doof zu erklären, falls mal das eine oder andere Komma fehlt. Ich war vermutlich ziemlich arrogant und unsensibel, und das sind Eigenschaften, auf die ich verzichten kann. Ich entschuldige mich und versuche mich zu bessern.

Plädiere ich also dafür, dass wir alle auf die Rechtschreibung pfeifen sollen? Keineswegs. Cyrus zeigt mir erst richtig, wie wenig lustig es ist, wenn man Probleme mit der Rechtschreibung hat. Das sollte ein Ansporn sein für alle, die durchaus in der Lage wären, es richtig zu machen. Man sollte seine Talente nicht so versumpfen lassen, wenn man die Chance dazu hat. Auch wenn's mich im Grunde nichts angeht.

Sehr lustig

Von: Michael | Datum: 11.06.2004 | #68
Ich verstehe nicht weshalb manche Leute glauben wenn sie im Internet unterwegs sind das sie jede Form von Manieren nicht brauchen.

Es wird Zeit das eine Registrierung eingeführt wird, offensichtlich kann man heute nur noch durch Zwang die Leute zu sozialen Verhalten bewegen. Auf freiwillige Einsicht kann man nicht mehr bauen, scheint ein Krankheit unserer heutigen Ellbogen und Spassgesellschaft zu sein.

Ein Hoch auf die deutsche Sprache!

Von: Oliver | Datum: 11.06.2004 | #69
Ist es nicht wundervoll? Hier zum Beispiel in Bezug auf i-M-o-b in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, aktuell als "Prudens". Er fragt, warum sein Kommentar gelöscht wurde, aber die Antwort steckt schon in seiner Frage.

Beispiel: "Warum hältst Du mich für einen Flegel, du dumme Sau?"

Ich habe den Kommentar noch vor der Löschung gelesen, und vermutlich war der Ausruf "Verpiss Dich!" der Anlass dafür, dass er entfernt wurde. Das Posting hat sich, sozusagen, verpisst.

Warum nicht gleich so!

Von: Prudens | Datum: 11.06.2004 | #70
Mit der Antwort, die gerade von dir kam, wäre ich schon zufrieden gewesen.
Aber nicht zu reagieren auf eine mehrfach ordentlich vorgetragene Bitte zeugt von einer Ignoranz, Arroganz und Selbstherrlichkeit, die eines Forums mit euren Ansprüchen nicht würdig ist.
Vor allem solltet ihr mal eine klare Linie in die Bewertung von Kommentaren und die weiteren Verfahrensweisen bringen.
Wo bleibt euer eigener Anspruch, euer Idealismus oder waren das nur leere Worthülsen.

Matz, du bist ein Versager!

@Prudens

Von: Raffael | Datum: 11.06.2004 | #71
Vielleicht solltest du dich einfach mal so benehmen, wie es dein Name (prudens=klug, besonnen) impliziert?

Ansonsten ist für mich ziemlich eindeutig, wer hier der Versager ist...

Sprache formt Gedanken,: Anmerkung

Von: DC | Datum: 11.06.2004 | #72
Wer mehr darüber lesen möchte, dem sei das Buch "Kriegssprachen" von Jack Vance empfohlen :-)

Prudens

Von: matz (MacGuardians) | Datum: 11.06.2004 | #73
Geh uns nicht auf die Nerven. Wer hier Leute beleidigt mit Zitat: "Verpiß Dich" o.ä. der kann nicht erwarten, dass wir hier Beiträge stehen lassen. Das gilt auch für andere.

cu matthias

mobil tele phon?

Von: Martin | Datum: 12.06.2004 | #74
Wenn wir schon Mobiltelephon ablehnen, weil es 1/3 lateinisch und 2/3 griechisch ist, wie sieht es dann mit Automobil (oder sollte ich besser Ipsokinet sagen?) aus?

Kinetelephon klingt auch doof...

Handfernsprecher vielleicht?

Hm... ;-)

"zehn deutsche sind natuerlich duemmer als fuenf deutsche"

Von: nico | Datum: 13.06.2004 | #75
wessen zitat?

@cyrus - DANKE

Von: Bert | Datum: 13.06.2004 | #76
Lieber Cyrus, für diese Worte

Die die den Macguardians nahe Legen sich auf Mac Themen zu beschränken, legen bestimmt auch ihrer Freundin nahe, sich auf Sex zu beschränken. Jeder Macnutzer ist auch ein Mensch der am politischen Leben teilnehmen sollte.

wirst Du immer einen Ehrenplatz in meiner Erinnerung erhalten. Danke!
Herzliche Grüße,
Bertram

Toll

Von: Olga Holmanowa | Datum: 10.10.2005 | #77
Ich find e das Hobby zum kotzen und alle die mein Kommentar lesen sind dooooooooooof.

Ps:Ihr seid alle WIXER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Fuck the world,Popopopper,Magaratz,Grime,Kuratz, Sisse,