ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3019

Wählen nicht vergessen!

Wer schweigt, stimmt zu

Autor: bh - Datum: 13.06.2004

Wählen ist nach meinem Verständnis in einer Demokratie einfach Bürgerspflicht. Da es bei uns liebe Tradition ist, mal einen Blick über den Tellerrand (die Mac-Szene des deutschsprachigen Raums ist wohl eher ein sehr kleiner Dessert- bzw. Zierteller) zu werfen, wollen wir uns den Wahlaufrufen anschliessen: bitte machen Sie von Ihrem Stimmrecht Gebrauch! Die heute stattfindenden Wahlen zum Europäischen Parlament sind wichtig, um der direkten Demokratie in einem zusammenwachsenden Europa den Stellenwert einzuräumen, die sie in den Nationalstaaten bereits hat - den höchsten. Wie am Beispiel der Softwarepatente zu beobachten war, ist es nämlich leider nicht immer selbstverständlich, Entscheidungen des EP zu akzeptieren, manchmal pfeifen Kommission oder Rat einfach drauf - tragen Sie daher zu einer starken Vertretung bei.
Wer MacGuardians liest und in den Kommentaren oder im Forum kontrovers postet, der hat doch eine gewisse Nähe zum Diskurs. Ob links oder rechts, oben oder unten, hüben oder drüben, Hinz oder Kunz - uns ist egal, für welche Seite, für welche Lager oder welchen Sparverein Sie Sympathie haben. Jetzt klopfen Sie sich bitte selbst auf die Schulter und gehen zur Wahl, und sei es nur, um den Beweis anzutreten: selbst der Wahlkampf kann uns das Wählen nicht vermiesen! Einige unserer Vorfahren haben sich für ein allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht die Köpfe einschlagen lassen, die Früchte dieser Revolution mündiger Bürger wollen wir nicht ungepflückt lassen. Auf zu den Urnen!

Kommentare

Zu Befehl!

Von: SchaSche | Datum: 13.06.2004 | #1
So, ich habe grade gewählt!

Also Leute, macht es auch, und geht zu Wahl!

schläft die jugend?

Von: Bert | Datum: 13.06.2004 | #2
jo ich hab auch schon...frühmorgens....und da waren irgendwie nur alte leute...die wissen, wie es ist, wenn man nicht mehr wählen darf....
gruß, bert

>Hat einer ne Idee, wen man wählen kann?<n/t

Von: FritzBlitz | Datum: 13.06.2004 | #3

War ...

Von: Gulaschpizza | Datum: 13.06.2004 | #4
... eben wählen. Auf Europaebene ist für mich eine Partei nur wählbar, wenn sie sich gegen Softwarepatente ausspricht - so ist dann auch meine Wahl ausgefallen ;)

tads

Von: tads | Datum: 13.06.2004 | #5
Ich, 19 Jahre, war gerade auch wählen. Von wegen die Jugend schläft! Meine gleichaltrigen Bekannten gehen alle zum Wählen, dafür hab ich schon gesorgt! ;-)

Man weiß ja, das die...

Von: Alex | Datum: 13.06.2004 | #6
Demokratie seit Erfindung derselben nicht mehr das ist, was sie einmal repräsentieren sollte.

Ich werde sicher auch wählen gehen, allein weil die Nichtwahl anderen mehr Stimmen (prozentual) bringt und meiner Meinung nach dann zumindest die Opposition stark genug sein sollte.

In diesem Sinne, auf ins Wahllokal.

MfG
Alex

wenigstens ungültig

Von: Bert | Datum: 13.06.2004 | #7
Mir ist schon klar, daß das Angebote mies ist und viele morgen in Brüssel genau das Gegenteil dessen tun, was sie uns gestern zuhaus versprochen haben - siehe Atompolitik! Aber das kann kein Grund sein, nicht wenigstens ungültig zu wählen! Gruß, Bert

@Bert

Von: Tim | Datum: 13.06.2004 | #8
für mich schon ...

@fritzblitz

Von: Cyrus | Datum: 13.06.2004 | #9
auf keinen fall Volksparteien!!!
Aber ob du lieber PDS oder FDP wählst ist wohl Geschmackssache. Sind beide gegen Softwarepatente. Die Grünen zwar eigentlich auch aber wer seinen Koalitionspartner so ungestraft die europäische Informatikbranche an Amerikanische Unternehmen verkaufen lässt hat ebenfalls einen Denkzettel verdient. Wahlbetrug hat bei den grünen System. Es hat im Nachkriegsdeutschland noch nie so viele Deutsche Truppen im Ausland gegeben wie unter Der Regierung dieser pseudofriedenspartei. Wenn du allerdings sicher gehen willst das deine Stimme gegen Softwarepatente auch gezählt wird musst du wohl oder übel Grün wählen. Denn die FDP hat es letztes mal nicht über die 5% Hürde geschafft, und ob es diesmal der PDS anders geht ist auch zweifelhaft. Man sollte jedoch nicht vergessen Dank Rot Grün ist das Thema Softwarepatente ja überhaupt erst wieder aktuell. es hätte eigentlich schon längst vom Tisch sein können. Schade eigentlich.

Wahlverweigerer

Von: JuvenileNose | Datum: 13.06.2004 | #10
wählen auch. Sie machen durch ihr Fernbleiben deutlich, dass sie keines der angebotenen Programme wählen. Da sie aber nicht selbst für Alternativen sorgen, werden sie nicht weiter ernst genommen. Ergo wird die Politik von denen gemacht, die sich engagieren. Meiner Meinung nach beweisen Nichtwähler erst einmal, dass sie es verstehen andere zu kritisieren. Selbst haben sie leider nichts zu bieten.

aha

Von: StevesBaby | Datum: 13.06.2004 | #11
<Selbst haben sie leider nichts zu bieten.>

Woher weißt Du das so genau? Du weißt es nicht.

@JuvenileNose

Von: Tim | Datum: 13.06.2004 | #12
doch, sie "machen durch ihr Fernbleiben deutlich, dass sie keines der angebotenen Programme wählen".

Aber wie kommst Du darauf, dass Wähler mehr zu bieten hätten?

FDP

Von: tonidigital | Datum: 13.06.2004 | #13
Also ich habe für die FDP gestimmt, weil die FDP wie der Mac leider viele Gegner hat (und das zu Unrecht) Softwarepatente und die wirtschaftliche Kompetenz waren aber auch sehr gute Argumente um Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin zu stimmen.

@Tim

Von: JuvenileNose | Datum: 13.06.2004 | #14
Sie machen gar nichts deutlich. Weil es die Partei der "gegen Alles sein" nicht gibt. Die Politik wird nicht von den Schweigenden gemacht, sondern von den Redenden. Schweigen heißt Zustimmung. Wer nicht wählen geht, lässt es zu, dass die aufgestellten Parteien das Geschehen lenken. Eine Alternative ist nicht das Nichtwählen, sondern das Selbstgestalten.

Oder glaubst Du, dass es in einer Gruppe jemanden interessiert, was derjenige will, der sich nie zu Wort meldet? Nein. Du musst schon mitteilen, was Du willst. Gegen alles sein, greift zu kurz.

@Steves Baby

Von: JuvenileNose | Datum: 13.06.2004 | #15
Das ist es was ich meine. Natürlich weiß ich es nicht. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe, jeden Nichtwähler zu fragen, wie er es denn gerne hätte. Durchs Nichtwählen sagt er es leider nicht. Schweigen ist Mist.

FDP? ha ha

Von: Mozart | Datum: 13.06.2004 | #16
Softwarepatente hin oder her, die FDP hat zurecht viele Gegner - oder besser gesagt wenig Wähler. Eure FDP vertritt (wie unsere FDP in der Schweiz) gerade mal die reichsten 5% der Bevölkerung. Ups, bitte keine paralelen zum Mac ziehen, so wars nicht gemeint.
Die FDP ist meiner Meinung nasch der grösste Filz in der Politlandschaft. Schlimmer gehts nimmer. Null Konzept, null Sozialkompetenz, nur Veternwirtschaft.
Ok ok, ich muss allerdings gestehen, dass ich als Schwizer auch gern in der Eu wäre :-(

@Bert: Nein, ich war eben wählen

Von: Wodka | Datum: 13.06.2004 | #17
Obwohl...
Bis wann gehört man für dich zur "Jugend"? Oder an welchen Kriterien machst du das fest?

Nichtwähler?

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 13.06.2004 | #18
Tut mir leid, aber Nichtwählen ist gar keine Lösung, sie ist kein Ausdruck von irgendwas, als Allerletztes davon, dass man mit der Politik nicht einverstanden ist. Denn wie hier schon richtig (wenn auch in einem Kontext, dem ich so ganz nicht zustimmen möchte) gesagt wurde: Der Nichtwähler sagt nichts, er schweigt, und den Schweigenden wird kein Gehör geschenkt (wie auch). Was sollte die Politik, die der Nichtwähler ja angeblich (oder tatsächlich) anprangert, denn aus dem Nichtwählen schließen? Dass alles scheiße ist? Dass sie an einem bestimmten Punkt versagen? Was? Raten ist nicht Aufgabe der Politik.

Dass es die perfekte Partei gibt, dass ist ein Traum dem man sich nciht hingeben muss. Aber es gibt das "geringste Übel", wenn man es so negativ ausdrücken will, oder positiv gesehen: Es sollte doch Parteien geben, die in den (subjektiv natürlich) wichtigen Bereichen die eigene Meinung vertreten oder zimindest stark in diese Richtung gehen oder sogar prinzipiell programmatisch den eigenen Überzeugungen nachgehen.

Wer jedoch überhaupt nichts wählt, der verschenkt seine Stimme und stärkt für gewöhnlich die üblichen Verdächtigen, also die großen Volksparteien und/oder den radikalen Rand.

Gebt eure Stimme ab…

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 13.06.2004 | #19
ja, gebt nur eure Stimme ab, andere reden dann für euch. Wunderbar. Ach es ist ja alles so gut und schön in unseren Demokratien. Und Amerika, die Mutter aller Zangsdemokratisierung, einfach Sahne.

Zitat bh:
"Einige unserer Vorfahren haben sich für ein allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht die Köpfe einschlagen lassen, die Früchte dieser Revolution mündiger Bürger wollen wir nicht ungepflückt lassen. Auf zu den Urnen!"

Lieber bh du liegst schon wieder schief. Ich weiß nicht, worauf du diese Aussage gründest… In Deutschland und Österreich wurde die Demokratie von den Amis Zwangsinstallliert, so, wie sie das heute mit Irak versuchen.

Und falls du an die Griechen denken solltest, da gab es eine direkte Demokratie. Das ist was gaaaaaanz anderes als die repräsentative Demokratie, die wir heute haben.

Ich bezeichne repräsentative Demokratie als Mobokratie, weil die Mehrheit, und das sind nun mal die BILD-Leser o.ä. entscheiden. Es gibt in Demokratien keinen Fortschritt, weil die Mehrheit ängstlich am Vertrauten hängt und derart manipulierbar ist, dass unsere Welt heute die Lügen eines W schluckt. Und nicht nur die. Wo ist der Fortschritt, ich sehe George Orwell.

Ich wähle nicht, ich verweigere damit die Unterstützung für ein marodes System, das längst abgelöst gehört.

Putzig.

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 13.06.2004 | #20
Und von was gehört dieses System abgelöst?

@grabis

Von: Bert | Datum: 13.06.2004 | #21
Mein Lieber,
die Demokratie hatte schon mal ein paar ziemlich gute Auftritte ab 1848 in unseren Landen, da war von den Amerikanern noch nicht wirklich die Rede. Es ist immer noch das beste von den bisher ausprobierten Systemen, damit will ich seine Schwächen nicht überdecken.

Im übrigen wollte ich hier nicht zum Austausch politischer Meinungen aufrufen, sondern zum Wählen. Seid so nett und haut euch jetzt nicht die Köpfe ein, weil irgendwer anders wählt als ihr - das ist nichts neues, und eigentlich wünsche ich jedem einen Gegner. Auch den ganz lieben und guten, also uns. ;-)

Jugend: naja, ich hoffe auch noch dazuzugehören - mit schlappen 26 Jahren... Gruß, Bert

Die Europawahl wird vernichtend sein

Von: StevesBaby | Datum: 13.06.2004 | #22
Die Wahl wird ein Flop werden. Einige versuchen die Nichtwähler zu "kriminalisieren", was nicht in Ordnung ist. Die Wahl ist ein Flop, weil keiner weis warum gewählt werden soll. So sieht es aus.

@ flo

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 13.06.2004 | #23
Mensch flo, soweit ist es schon gekommen durch die ewige Stimmabgeberei, dass keiner mehr nachdenkt, was schlecht ist, und wie man es verbessern kann. Wir sehen alle dass es Korruption gibt und die Politiker unglaubwürdig sind, aber wir fordern doch zum Wählen auf. Das ist absurd. Wenn was schlecht ist, dann muss man überlegen, wie man es ändern kann!!!!!!

Ich plädiere für Meritokratie. Aber wenn ich das Schlagwort so hinwerfe, wirst du wenig damit anfangen können. Was nötig ist, ist die Bereitschaft, das Bestehende infrage zu stellen und nicht wider besseres Wissen so zu tun, als wäre alles in bester Butter, als gäbe es nichts, was geändernt werden müsste.

@bert / pds / koch-mehrin

Von: Dave | Datum: 13.06.2004 | #24
bert, du hast die sache ja ziemlich lapidar formuliert, so von wegen die kommission und der rat pfeifen einfach auf die entscheidungen des parlaments. es is leider nich so pauschal wie du sagst, erstens musst du dich mal an frankreich wenden, das bis mitte der neunziger wirkliche demokratisierung verhindert hat, erst der maastrichter vertrag räumte dem parlament die rolle ein, die es bis zu der hoffentlich bald kommenden verfassung inne hat.
die rolle besteht aus mehreren prinzipien der entscheidungsbeteiligung, konsultation, kodezision und zusammenarbeit, diese verschiedenen abstufungen der beteiligung des parlaments an entscheidungen sind nach fachgebieten aufgefächert und ich finde das eigentlich ganz gut so. man stelle sich nurmal vor wielange europa brauchen würde, bis es eine intervention in einem bürgerkriegskonflikt auf die beine stellen würde, wenn auch noch das parlament, mit seinen sehr ausgedehnten entscheidungszyklen, um zustimmung bemüht werden müsste. diese langen entscheidungszyklen sind das größte handicap der eu. denn wie kann man schon effektive und schnelle politik machen, wenn man erst die kommission, die durch die jeweilige einflussnahme der regierungen auf "ihre" kommissare und die lobbyarbeit der verbände ohnehin schon ziemlich gebremst arbeitet, dann den eruopäischen rat, die fachminister oder staatsoberhäupter der mitgliedsstaaten haben ja schon mit der konjunktur genug am hals und schließlich noch das eu-parlament mit seinen 20 ausschüssen, an allen entscheidungen beteiligen soll.
die jeweiligen abstufungen dienen der entscheidungsbeschleunigung und dass nicht immer alles zu gunsten des verbrauchers ausfällt ist doch wirklich kein geheimnis mehr.
doch sollte diese einsicht nicht dazu führen, dass man parteien wählt, die die ewig gestrigen repräsentieren, z.b. eben die pds. die alt sozialisten/kommunisten haben nun doch wirklich kein konzept, welches der weltpolitischen lage gerecht wird und ein solches konzept ist für die deutsche und europäischen politik unabdingbar.

noch zu bert, dass du morgens keine jugendlichen im wahllokal gesehn hast kann gut dran liegen, dass viele in vereinen tätig sind, wie etwa fussballer, die möglicherweise noch ihre letztes spiel vorm saisonende bestreiten müssen oder es kann dran liegen, wie es hier in hessen der fall ist, dass morgen die prüfungen zum mündlichen abitur anstehen, wenn der termin nicht unglücklich ist weiß ichs auch nich. genau deswegen geh ich nämlich nicht wählen, denn der sport und mein abitur gehen heute einfach mal vor.

achja, jetzt ratet mal, was mein thema für morgen ist... (fach politik und wirtschaft) richtig europa, die struktur, die rolle deutschlands in der eu, die osterweiterung, soziale marktwirtschaft und am end noch die verfassung.
wer sich politisch / geschichtlich weiterbilden will, kann sich informationen in form von wirklich sehr eingängig geschriebenen heften bei der bundeszentrale für politische bildung im internet bestellen, es fallen noch nich mal versandkosten an.

jetzt noch schnell zu frau koch-mehrin, eindeutig sympathischste bewerberin (fotogen is se ja auch), deswegen hätte es wahrscheinlich fast für die fdp gelangt, obwohl die grünen, bei denen die realpolitik zum glück einzuggehalten hat mir geistig doch noch ein bisschen näher stehen. man stelle sich nurmal vor, dass der stoiber die bundestagswahl gewonnen hätte, wir wären nicht nur im irak und würden täglich vor mit deutschen fahnen bedeckten särgen salutieren, nein, wir hätten höchstwahrscheinlich ein paar wagons der deutschen bahn weniger, wären zwar immer noch der beste freund amerikas und hätten ein kabinett der fratzen und stümper. nicht zuletzt ist ein außenminister joschka fischer ein stechendes argument für die rolle deutschlands in der welt und der wahl von rot-grün, ein außenminister westerwelle wäre doch schon sehr "extravagant".

also bis dann

P.S. was mir grad wieder eingefallen ist und zur momentanen politik gut passt ist ein studie über die chancen von migrantenkindern in unserer gesellschaft.
dort wurde festgestellt, dass kinder mit einem hintergrund von migration bessere bildungschancen haben, wenn sie nicht in kindergärten gehn in denen sie mehrheitlich mit kindern mit gleichem schicksal konfrontiert werden und dazu noch ein ereignis von meiner früheren schule, ein kind der hauptschulklasse 7, das aus einem stadtteil kommt, der schon fast als migrantenghetto bezeichnet werden kann, hat einen lehrer gewürgt und am auge verletzt, als dieser es aus einem wegen bauarbeiten gesperrten bereich der schule holen wollte. WO LEBEN WIR???
und unsere kleinstadt ist nun wirklich kein herd der gewalt.

wahlomat

Von: namnam | Datum: 13.06.2004 | #25
vielleicht hilft dem einen oder andern ja der wahlomat weiter?

@ bh

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 13.06.2004 | #26
Zitat bh: "Es ist immer noch das beste von den bisher ausprobierten Systemen,…"

Das beste Sytem, das auch schon ausprobiert wurde, ist die direkte Demokratie der Griechen.

Warum ignorierst du das????

@grabis

Von: mullzk | Datum: 13.06.2004 | #27
ok, jetzt meldet sich mal noch der schweizer und geschichtsstudent zu wort:

- die demokratie der griechen ist ein heikler begriff, da gab es viele spielarten. vermutlich meinst du die demokratie der athener, die aber auch nicht lange anhielt und in höchstem mass manipulierbar war.
- jedes system der griechen, und ganz besonders auch die attische demokratie beruhte ganz wesentlich auf sklaverei, und die möchte ich doch eigentlich nicht zurückhaben. fehlendes frauenstimmrecht und so könnte man vielleicht auch noch erwähnen, ist in diesem zusammenhang aber nicht so relevant
- keine demokratie bei den griechen war eine direkte demokratie. direkte demokratie bedeutet, dass regelmässig die gesamte stimmberechtigte bevölkerung mit mehrheitsentscheid bestimmt. volksversammlungen mit mitbestimmung gab es in der gesamten antike nie, es waren immer vertreter-versammlungen. zwar meist grösser als heutige parlamente, aber immer noch indirekt. direkte demokratie kam erst im mittelalter auf mit den landsgemeinden (wobei auch diese immer noch massiv manipulierbar waren).

- meritokratie hört sich interessant an, ist aber auch ein konzept mit massiven widersprüchen. wer bestimmt denn, wer verdienstvoll ist? die gesamte bevölkerung - und wo ist der unterschied zur demokratischen parlamentswahl? die meritokraten selber - und wie wird man sie wieder los, wenn man nicht zufrieden ist mit ihnen?

nene. demokratie ist schon in ordnung, auch wenn sie immer wieder fehler produziert. die frage ist nur, wer in einer demokratie welches gewicht hat. als überzeugter schweizer direktdemokrat bin ich natürlich für viele volksabstimmungen, aber zumindest als zwischenschritt müsste das eu-parlament dringendst aufgewertet werden (mehr als mit der neuen verfassung), und dazu bedarf es einer hohen legitimation mit einer hohen stimmbeteiligung. wirds aber heute nicht geben.

@ mullzk

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 13.06.2004 | #28
Zitat: "nene. demokratie ist schon in ordnung, auch wenn sie immer wieder fehler produziert."

"wieder Fehler" ist ja wohl ein Euphemismus.

Ja, aber die Fragen die du stellst sind doch genau die richtigen. Und ich behaupte, dass es dafür Lösungen gibt, nicht in der repräsentativen Demokratie aber in der Meritokratie.

Um dem Mob zu entgehen, müsste es eine qualifizierte Wahl geben, … ich würde alles auf eine wissenschaftliche Basis/Intelligenz stellen wollen.

Um Klüngelei zu vermeiden würde ich kurze Wahlperioden ansetzen

Ich wäre für eine Weltregierung, um Kriege zu vermeiden.

etc.

Jaja, immer auf die Nichtwaehler los

Von: Sargon | Datum: 13.06.2004 | #29
Wenn man mit einem System an sich nicht einverstanden ist, wie kann man es denn am Besten bekaempfen? Meiner Meinung nach, indem man sich aus dem System begibt.

Was haben denn die Franzosen 1791 gemacht? Gingen die etwa zum Koenig, um mit ihm ein Woertchen zu reden? Nein! Das Volk hat revoltiert! Das war definitiv eine Aktion ausserhalb des Systems.

Wenn ich also gegen das Prinzip "vor den Wahlen A sagen, nach den Wahlen B tun" bin - und zwar querbeet durch ALLE Parteien, kann ich meine Meinung kaeumlich dadurch kundtun, indem ich irgendeine Partei waehle. Auch eine Randpartei waehlen hilft nix, wenn ich der Meinung bin, dass sich JEDE Partei so benimmt, sobald sie nur gross genug ist.

Ob nun Nichtwaehlen oder ungueltig waehlen geeigneter ist, bleibe mal dahingestellt. (vielleicht doch mal die Franzosen fragem wie das damals war ;)

Sargon

PS.

"Did you stop beating your wife?" Bitte bloss mit 'Ja' oder 'Nein' antworten.. schliesslich ist es eine Ja/Nein-Frage...

@ Sargon

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 13.06.2004 | #30
das hast du schön gesagt. Stimme voll zu.

Mit Befremden...

Von: QuiGon | Datum: 13.06.2004 | #31
stelle ich eine Politisierung dieser Seite fest. Informationen über eine Hard- und Softwarefirma verbreiten ist eine Sache - politisch meinungsbildend auftreten eine ganz andere. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Bert, Flo und Co. sich ihrer journalistischen Verantwortung gar nicht bewusst sind, ebensowenig wie sie die schrecklichen Fehler erkennen, sie sie gerade begehen. Ich halte die hier aktiven Mac-User großteils für intelligent (von i-m-o-b mal abgesehen), aber ob jeder hier über eine ausreichende politische Bildung verfügt, wag ich zu bezweifeln. Gerade bei den jüngeren Besuchern ist sicherlich ein großes Defizit vorhanden, was Politik (insbesondere auf EU-Ebene) angeht.

Aus diesem Grund halte ich es moralisch für sehr verwerflich, hier parteipolitisch gefärbte Statements abzugeben - insbesondere, wenn sie (wie bei Berts zu Grunde liegendem Artikel) den Eindruck erwecken, meinungsneutral zu sein.

Liebe MacGuardians, entweder werdet Ihr Eurer journalistischen Verantwortung gerecht (die da heißt: Menschen informieren, nicht Meinung oktruieren!) - oder Ihr lasst in Zukunft solche Artikel ganz bleiben. Momentan hinterlässt ein Aufruf der macguardians-Seite einen sehr fahlen Nachgeschmack der politischen Beeinflussung.

Europawahl ist wichtig - selbst wenn man gegen Europa ist

Von: ionas | Datum: 13.06.2004 | #32
.

Welcher Mob?

Von: Tim | Datum: 13.06.2004 | #33
Wenn es so was gibt, dann ist das das Volk. Und somit wahlberechtigt wie jeder andere auch. Elitenbildung ist ja wohl der letzte scheiß. Du weißt ja was man aus Marx gemacht hat.

es gibt nichts unpolitisches

Von: mullzk | Datum: 13.06.2004 | #34
ich finde den wahlaufruf von bert absolut gut. die mg rufen ja nicht auf, eine partei oder auch nur eine richtung zu wählen, sondern rufen dazu auf, überhaupt wählen zu gehen. was hat denn dies mit politischer beeinflussung zu tun?????

generell freue ich mich immer, wenn etwas politisches kommt, denn politik geht alle und alles etwas an. softwarepatente-diskussion oder auch tcpa zeigen ja auch, weshalb auch der IT-Sektor nicht ausserhalb der Gesellschaft steht.

@grabis
ok, meritokratie, gewählt durch die professoren. in ordnung. erinnerst du dich, wo Hitler die ersten Punkte gesammelt hat? Bei den Professoren und nicht beim gemeinen Volk! Erinnerst du dich, wer die Entwicklung der Atombombe forciert hat? Die Professoren und nicht das Militär! es gibt sehr sehr sehr viele Beispiele, weshalb die klugen köpfe nicht gerade die besten Leute sind, um die Politik eines Landes zu bestimmen. Ganz abgesehen davon, dass die Interessen in deiner Meriokratie doch ein wenig einseitig ausfallen werden, denn Professoren sind ja nicht gerade für tiefe Gehälter bekannt.

@QuiGon

Von: Markus | Datum: 13.06.2004 | #35
Sorry, deine aussage finde ich irgendwie nicht angebracht.

Die MacGuardians sind zwar sicher ein Mac Magazin, aber ICH finde es gut, dass auch politische Themen angesprochen werden.

Und hat jemand nicht genügend politische Bildung, ist das sein Problem. Darauf muss keiner hier Rücksicht nehmen. Vor allem ist das nicht Rücksicht nehmen alles andere als "moralisch Verwerflich".
Verwerflich wäre es in der Tat, wenn sie hier geziehlt eine "Meinung oktruieren" würden. DAS ist aber definitiv nicht der Fall.

Also @macguardians weiter so, grade deswegen mag ich die Seite! :)

Markus

@ mullzk

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 13.06.2004 | #36
ich meine nicht nur Professoren, da gibt es auch Idioten. Es sollten Leute sein, die sich eben schon als qualifiziert erwiesen haben. Schriftsteller, Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Journalisten oder einfache Leute, die ihre Qualitäten durch anderes bewiesen haben.

OK, auch dieses System hat Probleme, die geklärt werden müssen, sie scheinen mir aber lösbar. Die Alternative kann aber nicht die heutige repräsentative Demokratie sein, sie hat aus meiner Sicht versagt. Warum habe ich weiter oben schon gesagt.

Die Atombombe wurde von Einstein entwickelt und er hat sie der Politik angeboten, aber er wollte m.W. nicht, dass sie so eingesetzt wird, wie es dann geschah(Hiroshima/Nagasaki). Einstein war verzweifelt über die Verwendeung seiner Entdeckung und sagte, es wäre ihm lieber er wäre Klempner geworden.

Ich hielte Eistein für hervorragend geeignet, an einer Konvention für eine Weltregierung mitzuarbeiten, die dann als Grundlage für die einzelnen Staaten dienen würde. An ihm kann man sehr gut erkennen, welchen Unterschied das ausmachen würde. Man vergleiche nur Einstein mit George W. Bush jr. oder mit Gerhard Schröder.

Das macht sehr deutlich, welches Potential Meritokratie hat und wie erbärmlich die repräsentative Demokratie dagegen ist.

habe grad gewählt...

Von: dermattin | Datum: 13.06.2004 | #37
strategisch, d.h. das kleinere Übel.

Dann würde ich wieder wählen gehen:

Von: Alex | Datum: 13.06.2004 | #38
Für eine Neuregelung des Wahlsystems käme für mich nur eines in Frage:

Abgeordnete dürfen maximal 2 für Legislaturperioden gewählt werden. Sie werden ausschließlich direkt von den Wählern der Wahlkreise gewählt. Mit dem Einzug in das Parlament ruht ihre Parteizugehörigkeit, Fraktionen gibt es nicht.
Einkünfte müssen offengelegt werde.
Es ist dem Abgeordneten verboten, für eine Zeit von 10 Jahren in/für eine/r Firma tätig zu sein, die in einer Branche arbeitet, für die er in Ausschüssen tätig war.
Er ist voll Sozial- und Rentenversichert und zahlt Arbeitslosenbeiträge. Er erhält keine Ruhestandsgehälter o.ä. Er ist seinen Wählern gegenüber voll verantwortlich. Bei Bestechung wird der Abgeordneten ausschließlich mit Gefängnis nicht unter 5 Jahren und Verlust der Bürgerrechte bestaft.
Ein Abgeordneter darf nur in Ausschüssen tätig sein, für die er fachlich qualifiziert ist.

Parteien erhalten keine Wahlkampfkostenerstattung. Parteispenden müssen ab 500 € namentlich erfasst werde.

Wahlen mit einer Beteiligung unter 66% gelten als ungültig.

Die Abgeordneten sind so voll in der Verantwortung und unterliegen einer gewissen Kontrolle - obwohl sie in ihren Entscheidungen frei sind. Die Parteien müssen Personen finden, die nicht Beamte, Rechtsanwälte oder Lehrer sind - und damit rechnen, das diese wirklich nach eigenem Gewissen handeln. Gleichzeitig müssen sie die Leute für Politik begeistern, weil 2 Wahlkämpfe hintereinander (bei geringer Wahlbeteiligung) die Parteien finanziell ruinieren würde.

Mann, das würde Politik wieder spannend machen - oder? Sachpolitik - kein Parteienklüngel und leere Worthülsen. Nicht 20 Jahre lang die selben Dilletanten im Parlament....

Oh, ich glaub ich habe geträumt.........

Wählen gehen ist wichtig

Von: LoMacs | Datum: 13.06.2004 | #39
War gar nicht einfach, heute in der Wahlkabine.

Extreme Parteien (alles rechts von CDU/CSU und links von Grüne) kommen nicht in Frage, schon gar keine ehemaligen staatstragenden Verbrecher (PDS) bzw. politische Flügel von rechtsextremen Wirrköpfen, Stammtischdeutschtümlern und gewalttätigen, kriminellen Skins (NPD, Republikaner etc.)

Irgendwelche Yogiflieger, Rentnervereine oder christliche Fundamentalisten scheiden von vornherein aus, die repräsentieren bestenfalls sehr eng umrissene Interessengruppen, ich traue ihnen aber kaum umfassende Politikkonzepte für Deutschland geschweige denn für Europa zu.

Bleiben also CDU, SPD, FDP und Grüne. Letztere ist ok für 68er, eine Generation, mit der ich auf Kriegsfuß stehe, kommt also nicht in Frage. FDP ist was für Jura- und BWL-Studenten - bäh. Die CDU regiert in meinem Bundesland und versaubeutelt die Schulpolitik zur Zeit dermaßen, dass ich sie in fünfzig Jahren nicht mehr wählen werde.

Nach fünf Minuten hab ich das Kreuz der SPD gegeben, aber richtig überzeugt war ich nicht.

Erstaunlich...

Von: Maxen | Datum: 13.06.2004 | #40
...was sich manche Leute ein- oder ausreden nur damit sie nicht wählen gehen müssen/dürfen/sollen.

Traurig.

huch - journalismus

Von: Bert | Datum: 13.06.2004 | #41
Huhu, da geistert sie wieder herum, die "JOURNALISTISCHE VERANTWORTUNG", die wir haben. Bitte alle mal kurz in Ehrfurcht erstarren. Wir haben hier genau so viel Verantwortung wie jeder Leser - unserer Website hier kann sich jeder entziehen, man muß nicht vorbeisurfen, kann es einfach bleiben lassen. Meine Verantwortung ist die vor meinem eigenen Gewissen und ansonsten ist hier nicht einmal eine Blattlinie zu finden - und das ist gut so.

Es gibt jedenfalls Kollegen hier, denen es nicht so recht war, diesen Aufruf zu schalten - ohne jetzt Robin Hood spielen zu wollen. Wie bei allen anderen Beiträgen liegt die Gestaltung der Website aber in der Hand der Schreibenden... ebenso wie die Gestaltung Europas wohl in der Hand der Wählenden liegt - wer nicht hingeht, spielt eine Runde nicht mit.

Meine "journalistische Verantwortung" nehme ich so wahr, daß ich von keinem Unternehmen irgendwas billiger nehme, weil ich "journalist" bin. Reicht das? Mir reichts. Ansonsten schreibe ich so frei, wie ich spreche - alles andere wäre gekünstelt, und dann sollte ich besser zum Theater gehen. Herzliche Grüße,
Bertram

Nichtwähler

Von: dermattin | Datum: 13.06.2004 | #42
Nichtwählen ist imho die schlechteste Form von Protest. Zum einen, weil die Stimme dann Parteien zugesprochen wird, die man evtl. gar nicht wählen würde, zum anderen, weil man sich eine der leichtesten Möglichkeiten beraubt, überhaupt irgendetwas an der Politik zu ändern.

Die ungleich aufwändigeren Methoden sind Demonstrationen und eine aktuelle Beteiligung an der Politik bis zur eigenen Partei.

Wenn ihr meint, es bewegt sich nichts, dann wäre es ein Grund, sich NOCH mehr zu angagieren. Demokratie ist harte Arbeit. Aber es lohnt sich.

Ich würde gern einmal folgendes festhalten:

Von: johngo | Datum: 13.06.2004 | #43
Wieviel Parteien traten zur Europawahl an?
21!? ... zumindest soviel ich weis!
Somit dürften es ja auch "mindestens" 21 unterschiediche politische Ansichten unter den Wählergruppen geben. Das wären die "Wähler"!

Und nun gibt es als 22. Gruppe die "einheitlichen Nichtwähler"!?

Falsch! ... denn auch in dieser Gruppe dürften es bestimmt 21 unterschiedliche politische/persönliche Ansichten und somit Gründe geben, nicht wählen zu gehen! Diese Nichtwähler stellen dann auch noch eine so grosse immense Anzahl dar, das deren Nichtwählen garantiert auch noch Spuren
hinterlässt und auch auf einer fundierten gesellschaftlichen Basis stehen. Das dies die etablierten Parteien nicht so sehen ist zwar verständlich ... aber auch letztendlich blind!

Das man aber dieses Thema so stringend mit dem Thema Demokratie verknüpfen muss, bezweifle ich. Ich habe für Deutschland bisher immer klassische demokratischen Parteien gewählt. Zu einer Europwahl gehe ich aber garantiert nicht. Denn es gibt auch handfeste Gründe ein grosses Europa nicht zu unterstützen.

Für mich ist das die vollkommende Ablehnung einer Planwirtschaft und die angestrebte Vereinheitlichung politischer Ziele. Ich unterstütze im politischen Bereich dezentrale Systeme mit meiner Wahlbeteiligung und ich entziehe ihnen mit meiner Wahlenthaltung eben genau diese Unterstützung.

Gruss


johngo

@aLEX

Von: Sargon | Datum: 13.06.2004 | #44
--> "Aktion" - laut Duden "Handlung". Ist Nicht-wählen wirklich eine Handlung oder nicht eher das Unterlassen einer Handlung?

Ich habe nicht gesagt, dass ich es in meinem Land mit Nicht-Waehlen belasse. Ich rede sehr viel mit Leuten aus meinem Umfeld (Familie, Arbeit, Verein etc) ueber diverse (politische) Themen und versuche, sie in Themen, wo sie keine/wenig Ahnung haben (zB Softwarepatente) moeglichst sachlich zu informieren. Ich denke, dass der Schluessel zum Erfolg ein intelligentes, gut informiertes Volk ist. Leider stelle ich oft fest, dass das ein ziemlich sinnloser Kampf ist, da die aktellen Regierungen (egal in welchem Land) gar nicht so ungluecklich scheinen, dass die Leute nicht so ganz alles merken oder besonders intelligent sind.

Es ist halt frustrierend, wenn ich einen potentiellen Waehler mit Argumenten ueberzeugen konnte, wenn daneben Partei X mit staatlichen Mitteln (meinen Steuern) mittels eines daemlichen Wahlplakats Hunderte vom Gegenteil "ueberzeugt".


-->Wenn du handeln möchtest, engagiere dich, es gibt ja scheinbar sehr viele, die etwas Anderes wollen, wenn alle so voller Tatendrang sind, und nur durch die Politik verdrossen wurden, warum macht dann niemand etwas?

Ich mache schon was (siehe oben), aber das ist halt ein relativ aussichtsloser Kampf, wenn ich mit einer Feder bewaffnet bin und die Gegenseite mit Maschinenpistolen.

Sargon

ich war dabeiiiiiii

Von: zorrod | Datum: 13.06.2004 | #45
Hallo Maccer,

ich war live dabei - man hatte mich als Wahlhelfer rekrutiert...;-)

Mit knapp 42% Wahlbeteiligung in unserem Wahlbezirk sah die Sache eher bescheiden aus...bei der Bundestagswahl lagen wir bei uns über 80%...

Grüsse vom Lande,

Euer ZorroD

Johngo

Von: dermattin | Datum: 13.06.2004 | #46
"Zu einer Europwahl gehe ich aber garantiert nicht. Denn es gibt auch handfeste Gründe ein grosses Europa nicht zu unterstützen."

Da ca. 70% der Entscheidungen, die Deutschland betreffen, in Brüssel entschieden werden, ist es doppelt dumm, nicht zu wählen.

Systemfehler

Von: Demokrat | Datum: 13.06.2004 | #47
"Wer MacGuardians liest und in den Kommentaren oder im Forum kontrovers postet, der hat doch eine gewisse Nähe zum Diskurs."
Wer Teil des Internet ist, weiß besser, wie Demokratie funktioniert, als dass er die als parlamentarische Demokratie getarnte oligopolistische Parteienaristokratie weiterhin unterstützte.
Wer seine Stimme innerhalb eines solchen Systems abgibt, hat danach keine mehr.

Bert, du machst es Dir zu einfach!

Von: QuiGon | Datum: 13.06.2004 | #48
Jeder Mensch, der eine meinungsbildende Stelle innehat (und das betrifft Lehrer genauso wie Fotografen, Regisseure genauso wie Online-Magazin-Redakteure), hat eine besondere Verantwortung der Gesellschaft gegenüber.
Unbestritten übernehmen viele Menschen vorgekaute Meinungen - aus Bequemlichkeit, aus Dummheit oder aus Ignoranz. Je größer der "Empfängerradius" desjenigen ist, desto größer ist auch die Verantwortung.
Ein Bild-Redakteur hat sicherlich (auch wenn ich nicht glaube, dass die sich der Verantwortung bewusster sind, als du es bist), eine größere Verantwortung der Leserschaft gegenüber als Du. Aber auch Du erreichst mit deinen Artikeln viele Leute. Und du beeinflusst dabei die Art und Weise, wie sie Dinge sehen. Das kannst du auch gar nicht verhindert, das ist ein natürlicher Prozess.
Die Beeinflussung ist umso größer, je größer die Wissenslücke in jenem Bereich bei den Empfängern und je stärker die Tendenz des Meinungsbildenden ist.
Was ich von der politischen Bildung eines gerade-mal-18jährigen halte, habe ich ja oben schon geschrieben. Und was die Ausprägung der Tendenz angeht:
Deine Meinung hier war nicht neutral, auch wenn es zuerst den Anschein hat (Stichwort: Software-Patente). Thyl hingegen bezog einige Artikel weiter unten sogar deutlich politische Stellung (wenn auch in einem Artikel, der eher als Glosse zu verstehen war).

Unter dem Strich lässt sich aber eine deutlich, politische Meinungsbildung auf MacGuardians erkennen. Lieber Bert, du kannst also nicht alle viere von Dir strecken und sagen: "Journalistische Verantwortung? Das interessiert mich nicht!". Wenn Dir wirklich soviel an Demokratie liegt, wie Du in deinem Eingangsposting durchblicken lässt, dann unterstützt Du die Leser in ihrer Meinungsbildung, in dem Du ihnen Informationen gibst, auf deren Grundlage jeder selbst eine Meinung bilden kann. Und nicht, wie momentan, in dem Ihr den Usern Meinungshappen vorwerft, die diese dann ungeprüft runterschlingen.

MG

Von: dermattin | Datum: 13.06.2004 | #49
"Unter dem Strich lässt sich aber eine deutlich, politische Meinungsbildung auf MacGuardians erkennen."

Und dafür liebe ich sie!

"Und nicht, wie momentan, in dem Ihr den Usern Meinungshappen vorwerft, die diese dann ungeprüft runterschlingen."

Wie? Gibts keine mündigen Bürger mehr?

OMG! 56% der potenziellen Wähler..

Von: tonidigital | Datum: 14.06.2004 | #50
...sind doch nicht zu den Wahlen gegangen.. Was für ein Armutszeugnis für die Deutschen "mündigen" Bürger..

uiuiui...

Von: derdomi | Datum: 14.06.2004 | #51
also ich war auch wählen... das Argument der Nichtwähler würde seinen Protest zum Ausdruck bringen ist doch völliger Blödsinn. Klar wird diskutiert werden warum so wenig gewählt haben aber deshalb wird sich doch am System nichts ändern. Das System funktioniert schließlich auch noch hervorragend mit geringer Wahlbeteiligung. Theoretisch reichts wenn einer geht.

Und was die Merokratie betrifft so halte ich die Angesprochenen Probleme genauso wenig lösbar wie die Probleme aller anderen jemals getesteter Regierungsformen. Bis jetzt hatte noch jede Regierungsform erhebliche Defiziteund ich glaube nicht dass das jemals anders sein wird. Unsere Demokratie ist sicherlich nicht Perfekt aber von allen Systemen meiner Meinung nach immer noch am fairsten.

IMHO gibt es im Moment keine wirklich vernünftige Alternative.

@ aadr

Von: derdomi | Datum: 14.06.2004 | #52
Das ganze nennt sich "Meinungsaustausch" und ist ein Jahrtausendealtes Ritual der Kommunikation. Findet übrigens nicht nur "hier" statt...

<johngo>

Von: FritzBlitz | Datum: 14.06.2004 | #53
" Schuld " ist an sich schon ein fragwürdiger Begriff!!
Verantwortlich trifft es meiner Meinung nach eher, aber auch da liegt die Verantwortung bei den Politikern. Der Wähler hat wenig Einfluss darauf, ob eine Partei als "das" auftriit und sich nachher als " dies" entpuppt.
Ich "unterstelle" den Wählern erstmal, das sie glauben und vertrauen, was dann die Ausführung betrifft steht auf einem anderen Blatt.

Aber wenn jemand glaubt, das er Einfluss auf die Dinge nehmen kann, gut, soll er.

@Tim und sonst so

Von: Lolipoldie | Datum: 14.06.2004 | #54
Also lieber Tim, wenn du weiter politisch aktiv sein willst, kannst du ja gerne in eine Partei eintreten, dich in Organisationen einbringen und auch sonst gibt es genug für dich, aktiv am politischen Geschehen teil zu nehmen.
Demo? Oha, ist dir wohl nicht fein genug?

Und die FDP Schnalle habe ich nicht gewählt, nur weil sie sich mit einem iMac hat ablichten lassen.
Wenn sie dabei noch nackt gewesen wäre, hätte ich es mir ja überlegt, hallo Playboy, na wie wäre es, die erste Politikerin des EU Parlamentes ablichten, Ausgabe wäre gekauft!
Aber sobald die eine andere Meinung oder Kritik bekommt, fängt die mit den Augen an zu rollen und sobald sie danach noch den Mund aufmacht, rollt es meine Fussnägel hoch.
So, Ich freu mich jedenfalls auf die Merkel als zukünftige Bundeskanzlerin, oder werden so nur die Gattinen der Kanzler genannt? :-)
Man kann machen was man will, aber sie wird es wohl werden, leider. Die Partei mag ich nämlich auch nicht.
So und den Bush a ned, weil der nur ein G3 Wallstreet hat, zumindst habe ich davon mal ein Bild gesehen.

deutscher(äähh Quatsch menschlicher) Stumpfsinn

Von: eclipse | Datum: 14.06.2004 | #55
Also erstmal: Ich bin stockbesoffen,weil ich eben gerade mit meiner Stufe das Bestehen des Abiturs gefeiert habe (mein eigener Schnitt: 2,3; kein Grund Stolz zu sein, aber dafür, dass ich zwei Jahre lang größtenteils auf irgendwelchen Parties war und kaum gelernt habe, mussten mir sogar meine kritischen Eltern Respekt zollen :))). Außerdem muss ich in 4 1/2 Stunden wieder aufstehen, weil ich mich dann auf den ABI-Streich vorbereiten muss(wir werden mit einem Träcker inklusive Anhänger und 2000Watt Anlage Blankenese, Iserbrook und Sülldorf unsicher machen, unsere eigenen Lehrer mit fiesen Spielchen knechten und (haha) die "Miss-Sixties" unserer Schule richtigleiden lassen), aber meine Meinung zum Thema Wahlen, Politikverdrossenheit(-->>Dummheit), usw. muss ich hier und jetzt trotzdem zum Besten geben...

Also, ich habe die PDS gewählt. Nicht, weil ich denke, dass diese Leute besonders engagiert, intelligent, geschweige denn durchsetzungsfähig sind, sondern weil ich denke, dass man damit wenigstens ein -wenn auch nur- kleines Zeichen setzen kann. Dass die CDU in Thüringen die absolute Mehrheit erzielt hat frustiert mich mich, da die Prozentzahl klarmacht, dass eben nicht nur die oberen zehn Prozent diese Partei gewählt hat, sondern auch ein großer Teil der Menschen, die ein (im deutschen(!) Vergleich) bemittleidenswertes Leben führen. Dies macht klar, dass in Deutschland ein enormes Leck an INFORMATIONEN Einzug hält --> die Bevölkerung verdummt trotz Globalisierung der Technologien und Informationen. Wer FDP wählt, obwohl sein Nettoeinkommen weniger als 5000 € beträgt und in dieses Forum postet, sollte ohnehin überlegen: Verfüge ich wirklich über einen realen Internetanschluss, sorry, welchen Nutzen hat das Internet überhaupt für mich? Weiß ich überhaupt, was Guido Westerwelle für ein kleiner, neoliberaler Arschlecker ist? Schere ich mich ein Dreck um die breite Masse? Oder bin ich einfach NUR DUMM?!?

Für die, die gar nicht wählen: Dies ist einer der größten Fehler, den man in einer Demokratie überhaupt begehen kann (es sei denn, man steht auf Monarchie oder ähnlich menschenverachtende Gesellschaftsformen). Wer nicht wählt trägt zu GAR NICHTS bei.

Sorry, ich muss jetzt schlafen. Entschuldigt meine polemische Ausdrucksweise, ihr könnt euch denken, woran das liegt. Bitte gebt mir Contra, damit ich euch (im nüchternen Zustand) Contra geben. Für das Ziel (einer gerechteren Welt) sind kontroverse, qualifizierte (ich verspreche es euch...wenn ich wieder nüchtern bin.) usw. unabdingbar. Was mach ich hier bloß? Ich bin unzufrieden mit mir selbst und mit euch; was ist los mit uns?

mal ein versuch

Von: mullzk | Datum: 14.06.2004 | #56
ok, mir ist jetzt gerade ein gedanke durch den kopf gegangen, ich weiss nicht, ob sich daraus etwas brauchbares ziehen lässt, aber versuchen wir es doch mal...

also: die demokratie in der heutigen westlichen spielart beruht wesentlich auf dem gedankengebäude der aufklärung, mit ihrem zentralen satz 'jeder mensch ist gleichwertig' und den daraus abgeleiteten untersätzen 'jeder mensch hat unveräusserbare rechte gegenüber der gesellschaft' und 'die politik als gestaltungsplatform der gesellschaft ist sache jedes gleichwertigen menschen, weshalb darin kein mensch vorrechte haben darf'. letzter untersatz heisst nichts anderes, als dass jeder mensch in seinen funktionen politiker ist, weil er in welcher form auch immer (auch mit stimmenthaltung) an der gestaltung der gesellschaft teilhat. stimmenthaltung ist damit durchaus auch ein politisches agieren - entweder eine form des desinteresse (macht doch was ihr wollt) oder des protests (ihr macht doch eh was ihr wollt). eine besondere unterart ist die in dieser diskussion oft geäusserte ansicht 'ihr macht doch eh was ihr wollt, also macht doch was ihr wollt'.
es liegt in der natur des menschen, sich mit anderen menschen, die ähnliche ziele über ähnliche wege verfolgen, in seinen handlungen zu koordinieren, und es liegt in der natur der sache, dass die koordination besser funktioniert, je eingespielter sie ist. deshalb haben sich politische parteien als wesentlicher akteur in allen demokratien über zwei jahrhunderte gehalten - bürgerbewegungen etc. gab es in dieser zeit immer, aber per definition verschwanden sie auch bald darauf wieder - weil sie sich explizit gegen koordination über die ursprünglichen ziele hinaus verwehrt haben.

dass parteien scheisse bauen, ist unbestritten. ich bin in einer partei stark engagiert und fluche genauso viel über sie wie alle anderen leute, wenn nicht sogar mehr. es gibt unheilige allianzen, anbiederung, kurswechsel um der macht willen und arschglatte lügen, nur um besser dazustehen. daneben gibt es die üblichen probleme jeglicher machtanhäufung bei individuuen, die da wären verfilzung, korruption und prestigegeschäfte. beide punkte gelten jeweils mehr für jene parteien, die gerade in der mehrheit sind - weshalb sich desinteresse und protest meist auf diese parteien beziehen.

nun, irgendwie komme ich doch auf keinen grünen zweig. aber ein bisschen etwas kann man schon daraus ziehen.
- es gibt keine bürgerpflicht zum wählen. aber es gibt auch keine möglichkeit, sich aus der politik rauszuhalten - stimmenthaltung ist auf jeden fall ein politischer akt
- stimmenthaltung ist kein irrationaler politischer akt. noch nie kam es auf eine einzelne stimme an, und noch nie hat sich die welt nach der stimmabgabe eines einzelnen verändert.
- wenn man noch nie mit abstimmen die welt verändern konnte, konnte man dies mit stimmenthaltung immer noch weniger.
- stimmenthaltung ist eine politische handlung, aber kein politisches zeichen - da es keinen inhalt transportiert. die effektivste art zum protest gegen die laufenden geschäfte ist die wahl der opposition, die deutlichste art zum protest gegen die politischen parteien generell ist das einlegen eines leeren stimmzettels.
- wer mit der politik der parteien derart unzufrieden ist, dass er nicht nicht einmal seinen marginalen einfluss wahrnehmen und ein zeichen senden will, sollte sich überlegen, ob er/sie nicht in die politik einsteigen sollte - denn der beste weg, politische parteien und weitere politische strukturen zu verändern, war noch immer, deren gesichter zu verändern, in dem man selber mitarbeitet. die meisten, die noch nie nichts gemacht haben, haben gar keine vorstellung, welche gestaltungsmöglichkeiten man hat, wenn man sich nur engagiert....

ok, ich sehs ein, da kommt nix raus, ich poste es aber trotzdem mal, vielleicht kommt jemandem noch was kluges in den sinn....

@@ aLex = Klasse geschrieben

Von: Marty | Datum: 14.06.2004 | #57
und Johngo (zitat) ** "Zu einer Europwahl gehe ich aber garantiert nicht. Denn es gibt auch handfeste Gründe ein grosses Europa nicht zu unterstützen." **

Die gründe würde ich gerne wissen.. mags die alte Kleinstaaterei?

"Warum ich kein Demokrat mehr bin"

Von: Nyarla | Datum: 14.06.2004 | #58
[Link]

80% der Plätze stehen schon vorher fest

Von: Nyarla | Datum: 14.06.2004 | #59
[Link]

Zitat:

"Bedingt durch selbst gemachte Wahlgesetze stehen die meisten Parlamentsabgeordneten schon lange vor der Wahl fest. Für Kandidaten, die die Parteien auf "sichere Plätze" gesetzt haben, ist die Volkswahl nur noch Formsache. Sogar wer die Regierung und den Kanzler stellt, entscheiden meist nicht die Wähler, sondern die Parteien durch Koalitionsvereinbarungen nach der Wahl. ... Durch die Vielzahl von Wahlen wird den Bürgern zwar suggeriert, sie hätten unheimlich viel zu sagen. Doch in Wahrheit trifft die politische Klasse die Schlüsselentscheidungen ganz allein. Die Folge des schleichenden Demokratieverlustes ist eine Verflüchtigung der politischen Verantwortung der Repräsentanten gegenüber dem Volk."

@eclipse

Von: LoCal | Datum: 14.06.2004 | #60
Ich war mir erst nicht sicher ob PDS oder Grüne.. bin aber dann doch bei den Grünen geblieben. Für die PDS hab ich zwar viele sympathien, aber ich glaube ihre "altlasten" haben sie noch nicht ganz abgelegt. Ausserdem hab ich als Christ probleme eine Partei zu wählen, die früher gegen jede Religion gehandelt hat. (BTW. Für mich hat der Sozialismus viel von dem was Jesus schon in der Bergpredigt sagte.. ich selbst würde mich auch eher als Sozialist bezeichnen).
Noch grössere Probleme hab ich übrigens mit dem C bei CSU/CDU... und die wähler dieser Parteien sehen wohl im Konservatismus ihr grösstes Glück...dabei ist es nur eines Stillstand.

Und du hast recht.. nichtwählen ist der grösste Fehler überhaupt.

Alle nichtwähler aufgepasst!!

Von: Cyrus | Datum: 14.06.2004 | #61
Wie wäre es wir gründen eine Partei der Nichtwähler. Denn anders als beim wahlboykott klauen wir den anderen Parteien wirklich Sitze. Das Problem ist doch, das ein Wähler ausreicht das ganze Parlament zu besetzen. Wenn wir aber eine Partei Gründen, die Sitze im Parlament bekommt, dann werden die anderen Parteien schauen, warum wir gewählt werden. Solange sie ihre Sitze haben interessiert sie nicht warum manche überhaupt nicht wählen. Die Nichtwähler Partei hat keine Politischen Ziele. Sie setzt sich vielmehr für einen glaubwürdigeren Umgang ein. Wir schreiben ein Parteiprogramm nicht in erster Linie für unsere Wähler, sondern für die anderen Parteien. Da steht dann zu lesen: "wer unsere Stimmen will, darf nur Kontruktive Kritik üben, besonders wenn er in der Opposition ist. Wer Unsere Stimmen will, beharrt nicht darauf wer welchen Gesetzentwurf erfunden hat. Im ist auch egal, unter welcher Regierung welches Gesetz durchgebracht wird. Ihm ist einzig und alleine wichtig das die Richtigen Entscheidungen getroffen werden, egal unter welcher Regierung. Wer unsere Stimmen will, der verarscht nicht den Wähler. Unsere Stimmen sind nicht käuflich, wir brauchen keine Wahlgeschenke am Anfang de Legislaturperiode, die uns mittelfristig wieder genommen werden, damit man uns am ende der Ligislaturperiode mit den selben Wahlgeschenken wieder ködern kann. Wer unsere Stimmen will, will nicht in erster Linie recht haben im Parlament, sondern beitragen die Beste Lösung zu finden. Wer unsere Stimmen will betreibt keine Blockadepolitik. Wer unsere Stimmen will, setzt sich auf sachlicher Ebene mit anderen Politikern auseinander, und unterstellt keinem anderen Politiker das er inkompetent ist, denn die Beurteilung der Kompetenz ist immer noch Sache der Wähler und nicht der gewählten. Wer unsere Stimmen will, der führt keine Scheindebatten. In einer Landtagswahl interessiert mich nicht die Bundespolitik. Wer unsere Stimmen will der instrumentalisiert auch keine Wahl für eine andere Wahl"

Es gebe bestimmt noch viel zu ergänzen, aber ihr versteht worum es geht. Politiker sollen dazu erzogen werden wieder ernstzunehmende respektverdienende Demokraten zu werden, die sachlich im Diskurs mehr nach Lösungen als nach Stimmen suchen.
Unsere Partei der Nichtwähler hat als Fernziel überflüssig zu werden. Mittelfristig aber möglichst viele Plätze im Parlament unbesetzt zu lassen, damit die Politiker sehen wieviel sitze ihnen durch ihre arrogante Art entgehen. Denn jedes Parteimitglied wird jeder Abstimmung fern bleiben, und seine Redezeit ausschließlich dazu nutzen die Vorredner zu ermahnen sich auf die Sache zu konzentrieren. Es geht darum jedes Fehlverhalten, in der Art der Diskusion aufzuzeigen. Jede unsachliche Äußerung soll auf den sich äußernden Politiker selbst zurückfallen. Die Partei der Nichtwähler sieht es als Grundvorraussetzung an, erst einmal wieder die Politiker von Demagogen in Demokraten umzuerziehen. Das ist ein Ziel mit dem sich jeder Demokrat gleich welchem Politischen Lager identifizieren können sollte. Was haltet ihr von der Idee?

Cyrus

Von: ionas | Datum: 14.06.2004 | #62
dumme idee, denn sobald ihr im parlament sitzt vertretet ihr ideen und auffassungen, eine nichtwählerpartei kann das nicht. da nichtwähler KEINE idee oder auffassung vertreten wollen.

wenn du was machen möchtest dann gründe eine partei die auf die wähler eingeht, mit ihnen kommuniziert und die wichtigkeit der nachhaltigkeit in umwelt, bildungs und sozialpolitik vermittelt und ernstnimmt.

Wieso?

Von: Cyrus | Datum: 14.06.2004 | #63
Man kann doch genauso im Parlament sich seiner Stimme enthalten, oder ungültig wählen. Der Vorteil ist man kann die anderen Parteien viel öfter vorführen, weil es viel mehr Wahlen für einen Parlamentarier gibt als für einen Normalbürger. Und was noch wichtiger ist, die Sitze die wir im Parlament Blockieren kommen niemand anderem zu gute. Wer also diese Sitze will, muss sie sich redlich verdienen. Nichtwähler könnten nicht mehr einfach ignoriert werden. Und Nichtwähler sind ja selten wirklich mit dem System unzufrieden, sondern mit dem Stil den die Politer Parteiübergreifend pflegen.

@Quigon

Von: DrWatson | Datum: 14.06.2004 | #64
Im Artikel selbst ist die einzige politische Botschaft, dass man wählen gehen soll.

Das sieht mir nach vertretbarer journalistischer "Meinungsbildung" aus.

Die Kommentare sind genau das: Kommentare, die per Definition subjektive Meinungsäußerungen darstellen. Die Plattform, auf welcher sie erscheinen, ist in keinster Weise dafür verantwortlich, ob innerhalb der Kommentare gewisse Meinungen geäußert werden (solange sie nicht gesetzeswidriger Natur sind) und unterliegen somit nicht der von dir geforderten journalistischen Verantwortung des Artikelschreibers.

@mullzk

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 14.06.2004 | #65
als Nichtwähler entziehe ich dem politischen Parteiensystem in der repräsentativen Demokratie(oder besser Hypokrasie) die Unterstützung. Das ist die größte Bedrohung für das System, weil den Politikern die Legitimation ihres Handelns entzogen wird. Mit fallender Wahlbeteiligung verringert sich die Legitimation der Politiker, sodass die Notwendigkeit entsteht, nach neuen, besseren Sytemen zu suchen. Diese Angst der Politiker äußert sich jetzt schon ab und an.

@Cyrus

Von: Patrick | Datum: 14.06.2004 | #66
Protestparteien gab' es immer wieder, ebenso wie Protestwähler. Erstere erfreuen sich kurzfristig einer enormen Popularität, gehen dann aber angesichts einer Konzeptionslosigkeit und innerer Zerstrittenheit (da es ja keine Ziele gibt) bald wieder zugrunde (siehe Schill in Hamburg). Letzere haben vor einiger Zeit mal die Reps sehr stark gemacht, das hielt gerade mal eine Legislaturperiode, danach war Sabbat.

Bringt nix, außer das es in der Politik noch schwieriger wird, einen Konsens zu finden. Und darum geht es doch letztlich. Man kann es nicht allen recht machen, sondern laufend Kompromisse eingehen.

Zum Thema "Wahlversprechen und wie sie nicht eingehalten werden": ich habe noch nie erlebt, daß nach einer Wahl bei einem Regierungswechsel sämtliche Amts-, Resort-, Abteilungs- und sonstige Leiter und Entscheider ausgetauscht worden sind. Wie auch? Sofort wäre das betroffene Ministerium/Amt arbeitsunfähig. Also arbeitet man mit den "alten" Leuten weiter. Entscheidungen trifft kein Minister und kein Kanzler alleine, diese Dinge werden von Ministeriumsmitarbeitern vor- und aufbereitet (dafür hat er sie ja schliesslich). Natürlich wird man mit der Zeit herausfinden, wer welche Sympathien hat, aber je kürzer die Regierungszeit ist, desdo schwieriger wird dieses Unterfangen. Somit werden die Entscheidungen der Minister etc. mit beeinflusst von seinen Mitarbeitern, die auch schon seinem Vorgänger zugearbeitet haben. Wen wundert es dann noch, wenn plötzlich grossspurige Wahlversprechen abgeschwächt werden und die angekündigten radikalen Veränderungen gar nicht mehr so radikal ausfallen...

Merke: auch gewählte Volksvertreter können nicht nach Gutdünken schalten und walten...

off topic

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 14.06.2004 | #67
hier interessantes Bild

[Link]

Was ist Johngo...

Von: dermattin | Datum: 14.06.2004 | #68
ich sage nur wie es ist.

"Ich verbitte mir die Beurteilung "dumm" oder "doppelt dumm"!

Dumm im Sinne von Chancen vertan.


"In Wirklichkeit ist "dumm gelaufen", das mittlerweile 70% aller Entscheidungen in Brüssel gefällt werden. Schuld daran sind aber eindeutig die Wähler."

Ansichtssache. Wir brauchen ein geeintes Europa, nur so kommen wir heute schon und in Zukunft gegen die anderen Mächte an.

@ FritzBlitz

Von: johngo | Datum: 14.06.2004 | #69
Da liegst Du (imho) vollkommen richtig! "Verantwortlich" ist der richtige und passendere Begriff! Ich habe nur mattin in einer ausdrucksstarken Formulierung antworten wollen! Ich sehe das dann auch deutlich weniger verbissen, als es sich wohl liesst. ;)

Tatsächlich soll jeder, der sich in der politischen Ausrichtung des neuen Europas widerfindet unbedingt wählen gehen. Sich auszudrücken ist wichtig!

Leider vertritt die Europawahl aber nur ein bestimmtes Spektrum im wirtschaftlichen, ökologischen und ökonimischen Bereich, hinter dem ich in keinem Fall (soll heissen: bei keiner Partei) stehen kann.


Gruss



johngo

@Cyrus

Von: Alex | Datum: 14.06.2004 | #70
Mit der Partei der Nichtwähler bist Du zu spät dran, schau mal unter [Link] :)

MfG
Alex

P.S.: War auch wählen, mir blieb aber nur das Kreuz bei der PDS, auch wenn ich nicht linksautonom bin.

@Alex: OMG! Warum die PDS!?

Von: tonidigital | Datum: 14.06.2004 | #71
Ich meine da können wir doch sofort wieder den Kommunismus ins Leben rufen. Das sind alles alte DDR-Parteibonzen.. Und bitte kommt mir nicht mit Gysi, das war auch ein Stasi-Mensch...

Ich habe den Kommunismus live miterlebt, die die das nicht getan haben, sollten lieber eine der nicht kommunistischen Parteien wählen..

@ Marty

Von: johngo | Datum: 14.06.2004 | #72
Nö, ich mag sie nicht die "alte Kleinstaaterei" ...

... ich bin aber vehement gegen einen "neuen Grosstaat". Quasi die Umkehrung des alten Übels.

Mag es das Alter sein, die persönliche Lebenserfahrung oder die parteiunabhängige Beobachtungsgabe. Ich sehe mehr Sinn in einer goldenne Mitte!

Zur Begründung lege ich erst einmal einige Oberbegriffe in die Waagschale. Ökologie, Ökonomie, Zentralismuss, Machtinteressen und unüberschaubarer Grossanspruch. In alle dem sehe ich (fast nur) Nachteile.

Gruss

johngo

@ dermattin

Von: johngo | Datum: 14.06.2004 | #73
Die Chancen, die ich mir bzw. der gesellschaftlichen Entwicklung vorrang gebe sind durch ein grosses Europa erst einmal vertan. So sehe ich auch mehr Vorteil in dezentralen kleinen Wirtschafts-, Gesellschafts- bzw. Entscheidungsgremien und viele Nachteile in den grossen Plänen für ein grosses Europa.

Dabei zieht die allgegenwärtige Angstmache (von wegen globale Herausforderungen und globale Märkte) bei mir überhaupt nicht. Wer sich Heute richtig entscheidet (und leider ist das ohne die "richtige" Politik sehr schwer), der verursacht keine globalen Probleme und wird von ihnen auch nicht benachteiligt. Globale Wirtschaft und globale Politik ist quasi die Ursache* für globale Probleme.

Gruss

johngo


* Natürlich nicht immer ... aber imho doch sehr oft.

@tonidigital

Von: Alex | Datum: 14.06.2004 | #74
Ich bin jetzt 27, komme aus Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) und wohne jetzt in Dresden.

Ich habe also den Kommunismus bis zu meinem 14 Lebensjahr auch erlebt und kann mich daher nur an das Positive erinnern, sei es Schule oder auch Freizeit. Ich kann nichts zu Parteizwang oder sonstigem sagen.

Und was die Erinnerungen meiner Schulzeit angeht, da kann ich mich nicht beschweren.

Ansonsten kenne ich die Kandidaten der PDS hier ganz gut, besser als die von SPD und CDU und kann sie daher mit ruhigem Gewissen wählen. Keiner von denen ist ein "alter" SED-Bonze oder ähnliches. Pauschalisierung bringt hier gar nix. Man sollte es immer an den Leuten fest machen und da muß ich mir hier keinen Kopf machen. Einen nennenswerte Alternative gibts für mich nicht. Die Grünen sind auch nicht mehr wählbar.

Dies alles spiegelt natürlich nur meine Meinung wieder.

MfG
Alex

@tondigital

Von: Cyrus | Datum: 14.06.2004 | #75
Ich hatte auch PDS gewählt. Und ich mache dem Ostbürgern auch keine Vorwürfe das sie Kohl eine weitere Amtseit bescherrt haben. Ihr habt Kohl geglaubt, das er blühende Landschften im Osten errichtet und das war mal ein Megareinfall oder? Haben die Wessis euch vorgehalten das viele ex NSDAP Mitglieder in der CDU sind? Wir glauben der PDS zumindest das sie nicht Neoliberal ist. Denn die SPD muss man ja jetzt wohl so nennen. Und die grünen ragen alles mit ohne mitverantwortlich gemacht zu werden. Und die PDS Kandidaten in Westdeutschland waren damals zu DDR Zeiten gar nicht erst Wahlerechtigt. Mal abgesehen das sie jenseits von der Mauer gelebt haben. Also ich weiss ja nicht wie die OST PDS ist, aber, die die ich hier in Karlsruhe Heidelberg und Landau erlebt habe sind bestimmt keine Parteibonzen. Die sind wenigstens meine Generation, und nicht die Generation meiner Grosseltern. Und als ich auf dem Wave Gotik festivall war da hatten sie ein banner auf dem sie allen Besuchern viel Spass wünschten. Ist letzeres ein Grund sie zu wählen, nein aber wenigstens sind sie dort wo die Jugend ist. Wenn du leute von der Jungen Union siehst kommt dir hingegen immer das Kotzen. Wer in der CDU ist, ist meistens nur wegen der eigenen Beruflichen Karriere dort, aber in die PDS geht bestimmt niemand weil es besonders Karriere förderlich ist. Also wer ist wohl als Politiker ernster zu nehmen? Aber erzähl mal aus dem Osten, da muss die PDS schon ganz anders sein, wenn man hört das sie die älteste Partei sein soll. Soweit ich informiert bin ist die CDU Basis in Ostdeutschland auch ein ganz anderer Schlag von Menschen. Aber die CDU Basis hier ist viel zu oportunistisch als das sie jemals etwas gegen das SED Regime unternommen hätte. Das trifft natürlich nicht auf alle Mitglieder zu aber es ist mein Eindruck das es auf sehr viele zutrifft.

@quigon
ich weiss ja nicht was dein Verständniss von Demokratie ist, aber für mich ist das recht auf freie Meinungsäuserung wesentlicher Bestandteil. Und worum geht es bei Wahlveranstaltungen wenn nicht um Überzeugungsarbeit. da bin ich froh auch mal die Meinung von Leuten zu hören die nicht einfach ein Kreuz von mir wollen.

@ QuiGon

Von: Dave | Datum: 14.06.2004 | #76
Hallo,

würdest du so nett sein und meinen letzten Post durchlesen, da steht drin, wie man an politische bildung gelangen kann. außerdem geht es mir total auf den geist, dass die jugend als ganzes als total hohl hingestellt wird, es gibt in jeder schicht, die politisch nicht gebildet ist, sieh bildzeitung, stern, AZ.
es gibt unter den rentnern die ewig gestrigen, denen durch diese ansicht der welt wohl auch politische bildung abgesprochen werden kann, dann gibt es die 25 - 50 jährigen, unter denen gibt es auch genug pappenheimer, das wird ja immer wieder wunderbar durch das fernsehn dokumentiert, oder man schaue sich mal seine nachbarn an, zu guter letzt DIE JUGEND: gymnasiasten, abiturienten, will denen wirklich einer mit recht politische bildung absprechen? ich zum beispiel hab meine lehrer eben grad in der mündlichen prüfung überzeugt. es mag sein, dass es einige gibt, die unter 25 sind und politisch nicht so interessiert, allerdings bin ich überzeugt, dass es nicht mehr sind, als in anderen altersgruppen.
Pauschalisieren ist nämlich fürn a*s*h.

und ich wette, dass ich mehr zum politischen system und zu geschichtlichen entstehung der demokratien, bzw der geschichte der westlichen welt sagen kann als du.

Letztendlich...

Von: Alex | Datum: 14.06.2004 | #77
kann man es drehen und wenden wie man will, die sogenannten Blockparteien in der DDR haben auch nicht wirklich Stellung gegen die SED bezogen, sondern sind brav mitgelaufen.

Sieh Dir mal die Lebensgeschichte von Dieter Althaus an, Ministerpräsident von Thüringen. Hat sich wie alle angepasst und ist mitgelaufen, aber das zählt heute nicht mehr. Solche sind nämlich die, die immer schon gegen das DDR-System waren :) Von wegen. Ihre Vorteile haben sie abgeschöpft und jetzt war alles gegen sie.

Man mag das alles sehen wie man will, aber wenn bei uns in der Stadt der Kultur- und Kita-Abbau droht, dann wähle ich jemanden mit sozialem und kulturellem Sachverstand und die beiden Kandidatinnen der PDS haben den nunmal.

Während die CDU damit wirbt, das sie den Haushaltsplan erfüllen und die SPD dazu ein Plakat mit einer Gegenrechnung aufstellt, die der Normalbürger nicht verstehen kann, versucht die PDS zumindest das soziale Umfeld und dazu zähle ich auch Kultur, zumindest zu bewahren. Das ist mir meine Stimme für diese Partei wert. Die anderen kümmern sich nämlich nen Scheiß drum, aber ne neue Brücke für 100 Mio. bauen, wo kein Geld in der Kasse ist.

Sag mir, wen ich dann noch wählen soll?

MfG
Alex

Wer behauptet,

Von: thomm | Datum: 14.06.2004 | #78
er hätte schon einmal im Kommunismus gelebt, ist leider nur weiteres manipuliertes, armes, armes Medienopfer.
Sorry aber solche "Experten" sind wirklich nur zu bedauern.

Man kann euch immer nur empfehlen: Lesen bildet.... Euch noch mehr als andere durch die noch größeren Wissenslücken!

Es gab noch nirgendwo auf der Welt Kommunismus, selbst die führenden Theoretiker wissen ja noch nicht einmal, wie die Vorstufe der Sozialismus funktionieren könnte.
In den Staaten rund um die Sowjetunion herrschte Stalinismus!

Ich habe jetzt nichts darüber geschrieben, wen was wie wo wer oder warum Ihr wählen sollt aber wenigstens rugimentäre Grundkenntnisse sollten ja wohl vorhanden sein.

Rechtschreibfehler

Von: thomm | Datum: 14.06.2004 | #79
sind ausschließlich während der elektronischen Übertragung entstanden und sind vom Autor nicht gewollt!

Sorry,...

Von: Alex | Datum: 14.06.2004 | #80
habe hier wahrscheinlich tonidigital falsch interpretiert und daher das Wort "Kommunismus" in meine Antwort übernommen.

Richtig muß es natürlich "real existierender Sozialismus" heißen :)

Tschuldigung, den konnte ich mir nicht verkneifen.

MfG
Alex

99 cent !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Von: Lars | Datum: 15.06.2004 | #81
Hurra!

politiker

Von: Grabis is Scheisse | Datum: 16.06.2004 | #82
wir erwarten, dass Politiker Probleme für uns lösen und bemerken nicht, dass Politker das zentrale Problem sind.

Ich habe ...

Von: Innuendo | Datum: 20.06.2004 | #83
... nicht gewählt, da mich weder ein Parteiprogramm noch ein Kandidat auch nur im Ansatz überzeugen konnte. Und eine Partei zu wählen, um eine andere zu verhindern, ist in meinen Augen Blockade. Ebenso wenig, das kleinere Übel zu wählen. Entweder ich stehe hinter einer Sache oder nicht. Kinderkacke gibt es schon genug. Da muss ich nicht auch noch meinen Teil dazu beitragen.

Ich habe auch deswegen nicht gewählt, weil ich schon Probleme genug habe, die ich selbst lösen muss. Da muss ich mir nicht auch noch den Kopf anderer Leute zerbrechen.

Mit meinen 24 Jahren war ich noch nicht einmal wählen und sehe ich momentan keinen Anlass dazu, diese Einstellung zu ändern. Und ich möchte nichts hören von wegen "wer nicht wählt, ist mit dem zufrieden, so wie es gerade ist". Das möchte ich entschieden zurückweisen. Besorgt mir ein überzeugendes und funktionierendes Parteiprogramm sowie einen ebensolchen Kandidaten und ihr bekommt meine Stimme.