ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 304

Blamage für AMD-Chef im MS-Prozeß

Weiß nichts genaues, ist aber dagegen

Autor: bh - Datum: 19.04.2002

Köstlich, ganz wunderbar: AMD-Chef Sanders sprang Microsoft ja neulich im Kartellverfahren bei. Die geforderten Sanktionen gegen Microsoft würden die ganze Industrie lähmen und ihr schweren Schaden zufügen, sagte er vor dem Richter. Ein schwerer Schlag, ein guter Zeuge - wer in den USA prognostiziert, daß etwas dem Wachstum der Wirtschaft was anhaben könnte, hat schon gewonnen. Doch die Anwälte der klagenden Bundesstaaten gaben nicht auf und siehe: Sanders mußte beim Kreuzverhör zugeben, daß er garnicht weiß, welche Sanktionen gefordert werden. Wie bei Onkel Heinz Heise nachzulesen "musste Sanders in der mündlichen Verhandlung zugeben, den Inhalt der verlangten Sanktionen nie gelesen zu haben. Bill Gates habe ihm am Telefon erklärt, die Maßnahmen seien "völlig verrückt" und würden Microsoft schwer schädigen." Geht es noch lustiger? Wohl kaum, diesen Bauchfleck wird die Microsoft-Verteidigung schwer übertreffen können. Hämische Beobachter sprechen ja jetzt bereits davon, daß die Anwaltsrechnung im Kartellprozeß noch teurer werden könnte als die gesamte Werbekampagne für die Xbox. Zu dieser wunderbaren Konsole gibt es eine Preissenkung zu berichten: ab nun nur mehr 299 Euro, und wer überteuert gekauft hat, bekommt zwei Spiele und einen Controller geschenkt. Microsoft wird seine ursprünglich angestrebten Stückzahlen von 6 Millionen Xboxen nicht erreichen und gibt sich nun bescheiden. Bill Gates will diesen Markt - und hat schon jetzt verdammt viel Geld damit in den Sand gesetzt. Wird es sein Waterloo oder knackt der harte Nuß Konsolenmarkt noch? Einen Test der Xbox lesen Sie in Kürze hier bei uns. Nachdem man uns aber Vorurteile nachsagt, was Microsoft anbelangt, haben wir Ingmar "Billy the Konsolenkid" Wenz von macinplay gebeten, den Test unabhängig vorzunehmen. Stay tuned...

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