ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3048

"The transition is over" - Ja?

Apple, die Profis und die X-Migration

Autor: flo - Datum: 27.06.2004

Morgen wird Steve Jobs wieder die Bühne betreten und seine Keynote wohl abermals mit Erfolgszahlen von OS X beginnen. Soundsoviele Nutzer, soundsoviele Entwickler, das populärste UNIX aller Zeiten etc. pp. Im Januar präsentierte er eine Statistik (woher auch immer Apple diese Zahlen bezieht), nach der mittlerweile 40 Prozent aller Mac-User Mac OS X einsetzen und erklärte feierlich: "The transition is over". Ehrlich gesagt verwunderte es mich seinerzeit, dass diese Aussage so wenig diskutiert wurde. Immerhin bedeuten 40% X-User, dass da die nicht ganz unbedeutende Menge von 60% OS9-User übrig bleibt. Und dass ein Großteil dieser OS-9-User wahrscheinlich aus der (ehemaligen?) Kernzielgruppe Apples kommt, nämlich dem grafischen Gewerbe, sollte Apple doch zu denken geben. Oder wurde diese Ankündigung eingereiht in andere Aussagen dieser Art? Etwa "Der CRT ist tot" (eMac-Vorstellung nur kurze Zeit später) und "OS 9 wird zu Grabe getragen" (und wenn auch nicht mehr lange, gibt es doch bis heute noch den G4 PowerMac zu kaufen, der explizit mit der OS-9-Bootfähigkeit beworben wird). Wer diese Ankündigung jedoch auf die leichte Schulter nimmt, sollte sich in Acht nehmen. Wer allerdings letzten Endes wirklich der Geschädigte ist -- der an OS 9 festhaltende User oder Apple --, das wird sich noch herausstellen. "The transition is over". Starke Worte, letzten Endes aber auch nur ein weiterer Spruch, an all diejenigen gerichtet, die eben noch am alten System kleben.

Denn für die Entwickler gab Apple schon lange zuvor die Parole aus, dass OS 9 tot sei. An Apples eigenen Applikationen kann man das sehen und selbst die "Großen" wie Adobe, Macromedia und Quark (nebst so vielen kleinen Entwicklern) haben die Einladung Apples dankbar angenommen und den OS-9-Support (endlich) eingestellt. Dass dieses Schwert zweischneidig ist, weiß Apple sicher auch. Die mehr als zähe Umstellung in der schon angesprochenen Kernzielgruppe der "Kreativen" (wobei man ja sehen muss, dass bei diesen "Kreativen" auch unglaublich viele völlig unkreative Arbeitsplätze mit einbezogen sind, Belichterstudios, Druckereien etc.) zeigt die Schwierigkeiten deutlich auf. Apples Marktanteil ist ja nun nicht der größte, und auch wenn man diese Zahl an sich meines Erachtens nicht zu sehr überbewerten sollte, so ist es doch die Zusammensetzung dieses Marktanteils, der zum einen die Stärke aber auch die Verwundbarkeit Apples aufzeigt. Ich konnte letztes Jahr mit dem Vertreter eines lokalen Münchener Systemhaus und auch einem Systemberater sprechen. Das ist natürlich nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt, dürfte aber tendenziell durchaus stimmen. Demnach ist im Kreativbereich und umgebenden Gewerben immer noch der Mac deutlich die Nummer Eins (wobei gerade die "peripheren Kreativ-Gewerbe", also Redaktionen, Druckereien etc, mehr und mehr verloren gehen). Auch wenn in den letzten Jahren die Investitionen stark zurückgingen, so ist die Treue dennoch ungebrochen. Im Kernmarkt, also bei den Agenturen, werden Macs weiterhin mit Macs ersetzt -- wenn auch vielleicht in Zyklen, die Apple gerne viel kürzer sehen würde ;)

Apple kann seit Jahren und Jahrzehnten auf eine zwar kleine, aber sehr treue Kundschaft bauen. Das ist zum einen sehr gut, kann sich aber schnell zu einem Boomerang entwickeln: Wenn erst einmal die treue Kernkundschaft bröckelt, wird es ernst. Und die Rufe, Apple vernachlässige die "Profis", schallen ja nun schon recht lange durch die Lande. Ist das aber wirklich so?

Nein. Richtig ist zwar, dass Apple durch den iPod einen (auch medialen) Erfolg feiert wie kaum jemals zuvor und die Verkaufszahlen (mehr iPods als Macs) mögen Pessimisten in ihrer kritischen Haltung bestätigen. Doch darüber alles andere zu vergessen wäre doch etwas fahrlässig. MacOS X ist mit Sicherheit die gewichtigste Leistung Apples in den letzten vier Jahren, denn OS X ist in erster Linie das, was OS 9 nicht mehr sein konnte: Ein Betriebssystem mit Potential. OS 9 mag ja funktionieren, gut funktionieren (wenn auch zu einem Teil deshalb, weil man sich an all die Ecken und Kanten gewöhnt hat), aber aus technischer Sicht war der Schritt zu OS X mehr als notwendig. Und dieser Schritt erfolgte eher zu spät als dass er zu radikal gewesen wäre.

Wenn nun aber OS X der große Heilsbringer wäre, müsste ja Friede, Freude, Eierkuchen herrschen. Dem ist aber nicht so, doch hier spielen so viele Faktoren mit hinein, dass es schwer ist, irgendwem die Schuld zuzuweisen. Da wären zum einen die Ewiggestrigen, die OS X ansehen und den Belzebub darin erkennen wollen. Da wären die Anlaufschwierigkeiten von OS X, die den Einsatz in Produktionsumgebungen in den meisten Fällen vor 10.2 völlig unmöglich machten. Da wären die Softwareunternehmen, die mit katastrophalen X-Versionen (oder überhaupt keinen X-Versionen, hallo Quark!) User verschreckten. Und vieles mehr: Der finanzielle Aufwand einer Migration, der Zeitaufwand, die Detailprobleme, die bei jeder Migration auftreten usw.

Die Schuldfrage ist aber auch zutiefst uninteressant, denn am Ende gibt es ja doch nur zwei Parteien, die mit dem, was geboten ist, zurecht kommen müssen. Apple will möglichst viel verkaufen und die (Profi-)Anwender wollen eine Ausrüstung, mit der sie ihre Arbeit erledigen können. Wie gesagt: wem Probleme bei der Migration am Ende mehr schaden, ist eine Gretchenfrage. Zum einen wird sich Apple umschauen, wenn ihnen die Kernzielgruppe von einst ob zu hohem Migrationsaufwand und aus welch anderen Gründen auch immer ins Dosenlager abwandert, zum anderen werden diejenigen gegen die Wand laufen, die meinen, man könne den OS-9-Workflow so lange wie möglich am Leben erhalten um dann schwuppsdiwupps nach X umzusteigen und zu hoffen, dass das schon irgendwie klappen werde. Eine Blockadehaltung gegenüber dem neuen System ist da nicht dienlich.

Bietet denn Apple die nötige Ausstattung? Ja, tun sie. Der G5 bietet, wie das OS X, das Potential für kommende Jahre. Andererseits: So einen G5 muss man erst mal haben. Die Hardwareausstattung sieht doch in den meisten Fällen sehr viel bescheidener aus. Natürlich ist die Erwartungshaltung, dass ein neues System auf jahrealter Hardware gefälligst so super läuft, als wäre alles brandneu reichlich verfehlt. Doch Apple tut nicht gut daran, wenn sie -- wie so oft -- ihren Blick immer nur auf die aktuelle Hardware richten. In den Agenturen steht schätzungsweise Hardware aus den Jahren 1998-2002. Das sind die aktuellen Switcher, die muss man locken können. Entweder tut man dies, indem man Hardware anbietet, die signifikant besser ist oder mit Software, die ebenso besser ist. Fordert man beides -- neue Software und neue Hardware -- wird's schwer.

Im Gegensatz zu 98er Hardware steht ein G5 oder selbst noch ein G4-Restposten natürlich gut da. Wer allerdings noch einen halbwegs aktuellen G4 sein Eigen nennt (alles ab Quicksilver), der wird sich bei einem funktionierenden OS-9-Workflow mit XPress 4 und Photoshop 6 oder dergleichen schon fragen: Was will ich mit dem neuen Zeug. DTP ist nicht kritisch Performance-abhängig, selbst wenn InDesign-Nutzer da ein anderes Lied singen können. Und auch Photoshop dankt zwar schnellerer Hardware, aber selbst dicke 16-Bit-A3-Scans lassen sich auf einem Quicksilver noch gut bearbeiten.

Über die Hardware zu locken erscheint mir eine nicht sehr zuverlässige Methode. Der G5 ist sicher ein gutes Argument, wird aber je nach Leistungsanspruch Besitzer eines Quicksilvers (und der ist immerhin schon drei Jahre alt) nicht wirklich ködern. Zudem hat Apple im letzten Update das Einsteigermodell verteuert. Klar, es ist auch besser als das ehemalige Einsteigermodell, aber Preis ist Preis, und da stehen jetzt eben über 2000 Euro für den kleinsten PowerMac. Und darunter? Dual-Power für DTP? Kein Wunder dass da viele dankend abwinken. Doch was sonst kaufen? Den iMac? Ist auch nicht sonderlich viel billiger und birgt doch so manche Beschränkung in sich. eMac? Nicht wirklich. Apple fehlt für ein Werben per Hardware eben diese: Gute "Mittel-Hardware". Mit "gut" und "mittel" im Sinne von preislich überzeugend für Leute, die im Leistungsanspruch Abstriche machen können. Ein Dual-G5 mag für das, was er leisten kann und was er an Ausstattung mitbringt, ein preislich gutes Angebot sein. Aber nicht jeder Arbeitsplatz, insbesondere in Agenturen, verlangt nach purer Leistung. Es fehlt Apple der "PowerMac Light". Ein aufrüstbares System, das eine zeitgemäße Architektur, eine zeitgemäße Leistung bringt, für mittleres Geld. Der kleine PowerMac könnte es sein, doch dazu müsste er einfach günstiger werden. Mit Einführung der MDD-Macs senkte Apple den Einsteigerpreis auf 1599 Euro. So etwas würde helfen.

Wenn Apple über die Software locken möchte, dann müssen sie zusehen, dass diese auf älteren Macs ausreichend gut läuft. Panther war hier ein enormer Schritt nach vorne und man kann nur hoffen, dass 10.4 dies fortsetzt. Dem Betriebssystem alleine sollte jedoch nicht die größte und alleinige Aufmerksamkeit gewidmet sein. Denn zwar sieht man das OS als erstes, wenn man den Rechner einschaltet und der Finder ist eine zentrale Schnittstelle zum Benutzer, doch arbeiten tut man nicht mit dem System, sondern mit Anwendungen. Im Videobereich hat Apple selbst die Anwendungen parat, und das funktioniert wohl recht gut. Dieses Modell lässt sich aber nicht auf alle Bereiche übertragen (und sie täten schlecht daran, es zu versuchen). Daher ist der Kontakt zu den Entwicklern so ungemein wichtig und in diesem Sinne ist die Aufwertung der WWDC in den letzten Jahren ein positives Signal. Wie kooperativ sich Apple letztendlich hinter den Kulissen und abseits aller Bekenntnisse zu offenen Standards gibt, bleibt Außenstehenden natürlich verborgen. Da kann man nur hoffen, dass Apple aus der Vergangenheit (und der Konkurrenz) gelernt hat.

Der morgige Ausblick auf 10.4 wird deshalb so interessant, weil er möglicherweise viele Tendenzen aufzeigt, in welche Richtung sich Apple softwareseitig bewegt. Letztendlich ist es seit langem das System, welches Mac-User treu zu Apple stehen ließ. Apple wird zögernden OS9-Switchern zeigen müssen, dass sie die 60% noch nicht vergessen und ausgeblendet haben, sondern dass sie eben jenen durch die Ausrichtung und (Detail)Verbesserungen des OS den Umstieg schmackhaft machen wollen.

"The transition is over?" Aus technischer Sicht mit Sicherheit schon lange. Auf technischer Ebene tut Apple gut daran, OS 9 nicht zu berücksichtigen und sich auf die Stärken von OS X zu stützen, offene Standards weiter zu forcieren, nicht zuletzt um die Hürden für Entwickler weiter zu senken. Überzeugungstechnisch jedoch muss sich Apple jedoch sehr wohl noch ins Zeug legen, denn für eine Mehrheit der Benutzer ist die "transition" noch immer in vollem Gange.

Kommentare

...

Von: martyx | Datum: 27.06.2004 | #1
wo muss ich unterschreiben? ;)

sehr gut und sehr schlüssig. kompliment.

outsourcen?

Von: nico | Datum: 27.06.2004 | #2
"Und die Rufe, Apple vernachlässige die "Profis", schallen ja nun schon recht lange durch die Lande."

koennte sinn machen, "itunes inc." zu gruenden und darueber itms und ipod (mini) zu vermarkten. erfolgreich waere eine solche firma allemal. da ohnehin als eigene marke praesent, benoetigt es die dachmarke "apple" nicht mehr.
apple koennte sich dann dem "kerngeschaeft" widmen und die "profis" waeren zufrieden. grundsaetzlich ist alles vorhanden, nach aussen haette es aber signalwirkung. entertainment als erfolgreiche sparte auszugruenden waere sicher sinnvoll...

so isses!

Von: poenn | Datum: 27.06.2004 | #3
Hut ab!

Gut recherchiert und schön zusammengefasst.
Ich erlebe als Apfelguru täglich genau das was im Artikel steht. Zum Glück haben alle meine Kunden (eben die erwähnten Kreativen, also Werbeagenturen, etc.) inzwischen auf X umgestellt oder sind gerade dabei.
Das ist allerdings nicht die Regel!
Es bleibt uns nur zu hoffen, daß Apple das auch weiß und entsprechend reagiert. :-)

So lasset uns nun dem Tiger harren, vielleicht sind wir dan schlauer... :)

grütze
pönn

hui

Von: poenn | Datum: 27.06.2004 | #4
dann mit einem N, peinlich... :-)

iTunes und iPod ausgliedern?

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 27.06.2004 | #5
Naja, dazu gab es ja auch mal einen Artikel bei der Business Week:

[Link]

Da sind aber auch schon ein paar Gegenargumente aufgeführt und ich finde die Lösung, innerhalb Apples eine eigene iPod-Abteilung einzuführen ebenfalls für sinnvoller. Ich glaube einfach nicht, dass Apples Ressourcen aufgrund des Engagements für den iPod derart geschmälert werden, dass dadurch andere Bereiche leiden. Vielleicht würde andersherum der iPod leiden, wenn man ihn durch die Ausgliederung von der Entwicklung des "Rests" bei Apple abschottete (oder ihn zumindest etwas abrückte - länger würden die Wege der Informationsübermittlung in jedem Fall). Allerdings ist ja gerade die Integration des iPods im System der Clou.

So ein "Butter- und Brotmodell"..

Von: Dr. Waters | Datum: 27.06.2004 | #6
.. wäre schon super. Mit dem G5 light liegt ihr übrigens auf einer Linie mit Mac-TV. Da habe ich gerade die Sendung mit der selbstgebastelten Produktmatrix gesehen.
Ich denke, das wäre ein guter Weg mit so einem etwas kleineren, billigeren Single-PowerMac.

single G5 einsteigermodell

Von: namnam | Datum: 27.06.2004 | #7
also ich denke das teil wird kommen.
ich verweise an dieser stelle nochmals gerne auf die relativ treffsicheren leute von thinksecret:

Sources expect the company to offer three dual-processor configurations with 2.5GHz, 2GHz, and 1.8GHz PowerPC G5s, as well as an entry-level single-processor 1.8GHz model.

quelle: [Link]

vielleicht wollen sie erst die ollen G4s noch los werden. und vielleicht unterscheidet sich dieses "entry-level" modell gehaeuse-technisch von den dual-powermacs.

ich tippe ja immer noch auf displays die man wahlweise in einen standfuss oder in "einsteigermac" reinstecken kann *ggg*

Die iTunes GmbH gibt es ja bereits...

Von: Leo (fscklog) | Datum: 27.06.2004 | #8
...sie sitzt in Luxemburg und beliefert uns mit dem iTMS Europa...

(Wechselmedienproblematik übrigens verstanden und muss beipflichten ;) )

ja, bitte!

Von: thomas b. | Datum: 27.06.2004 | #9
> Kann der Finder bitte Wechselmedien nur dann anschieben, wenn ich auch wirklich Zugriff darauf haben will?


*auchwünsch*

flo vor - noch ein Tor ! !

Von: RoB*-) | Datum: 27.06.2004 | #10
Lob, Lob, Lob, ...

poenn@gmx.net

Von: poenn | Datum: 27.06.2004 | #11
Netzwerk-Finder-Problematik-Beipflichtung wird hiermit erbracht. :-)

Schriftverwaltung

Von: iCalvin | Datum: 27.06.2004 | #12
Hallo,

ich denke eines der Hauptprobleme beim Umstieg des "kreativen" Kernmarkts (DTP, EBV, Druck...) ist nach wie vor die Schriftverwaltung. Suitcase ist schon bei mehreren von mir betreuten Arbeitsplätzen wieder von der Platte geflogen, nachdem es doch einigermaßen zuverlässig für alle Unstabilitäten verantwortlich gemacht werden konnte.
Als dann Panther kam hatte ich wie so viele die Hoffnung das Apple das Problem doch endlich und endgültig selber in die Hand genommen hat. Aber wenn Fontbook oder "Schriftsammlung" die Antwort ist, was war denn die Frage?
Auch das vermeintliche "Type Reunion" Haxie von Unsanity hat mich nicht zufrieden gestellt. Ähnliches habe ich auch von bekannten gehört.

Also: Bitte Adobe, wir wissen das ihr es könnt! Gebt uns ATM und ATR zurück!

(oder hofft noch jemand darauf das FontBook 2.0 in Tigwire das ist worauf wir alle warten)

Klasse Artikel!

Von: Gulaschpizza | Datum: 27.06.2004 | #13
Son LowLevelPowermac... das wär was. Der Artikel ist einer, der die Macguardianssite immer wieder interessant macht!

flo & Statistik

Von: tjp | Datum: 27.06.2004 | #14
40% Mac OS X Nutzer bedeutet 60% nicht MacOS X Nutzer und das ist ungleich 60% MacOS 9 Nutzer.

Und das ewige Gejammere um MacOS 9 Nutzer, es geht einem so etwas auf den S***. Wer trotz Apples Anküdigungen weiter an MacOS 9 festhält hat dafür entweder triftige Gründe oder dem ist nicht mehr zu helfen. Jedenfalls gibt es keinen Grund bestäntig in das Jammertal herabzusteigen und sich in Selbstmitleid zu ergehen.

FONT BOOK

Von: hokuspokus | Datum: 27.06.2004 | #15
Genau! Wir kreativen bruchen ein geniales "apple like" font book, nicht diesen scheiss aus osX 10.3 ... das währe etwas für den kernmarkt.

@tjp

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 27.06.2004 | #16
Was nutzen denn dann die "Nicht-OS-X-Nutzer", wenn nicht OS 9? Alles unterhalb von OS 9 sei an dieser Stelle einmal OS 9 untergeordnet und in dieselbe Kategorie verfrachtet... man könnte also im Artikel auch "OS 9" gegen "klassisches System" austauschen...

Oder habe ich noch andere Systeme übersehen?

Langsame Verzeichnisse

Von: mitleser | Datum: 27.06.2004 | #17
Habe mal auf irgendsoner Tekkie Seite gelesen, dass der Finder so lahm die Verzeichnisse aufbaut, weil eine Routine eingebaut ist, die dafuer sorgt, dass das Verzeichnis aktualisiert wird. Da laueft also eine Routine, die das Verzeichnis abfragt und den Status de Dateien dadring und dann aktualisiert. Und wie man diese Abfrage gestaltet (alle paar Sekunden fuer jeden Ordner der auf ist, was ja bloed waere denn das System waere dann mit nichts anderem beschaeftigt) ist ein richtig schwieriges Ding. Und anscheinend in X noch nicht richtig und zufriedenstellend geloest.Denn auch bei Verzeichnissen mit vielen Dateien dauert es ja ewig bis er die alle darstellt und man auch scrollen kann. Welche Seite war das nochmal.....hmmm?

Finder

Von: mbs | Datum: 27.06.2004 | #18
Der Finder ist deswegen so langsam, weil er kein echtes Mac OS X-Programm ist. Um mit alten Techniken wie Aliases, Mac-Dateiattributen, Speicherung von Symbolansichtpräferenzen, usw. kompatibel zu sein, wurde er als Carbon-Applikation entwickelt.

Carbon ist aber nun - besonders beim Dateizugriff - technisch ganz anders aufgebaut als Mac OS X, weshalb eine Menge Dinge aufwändig emuliert werden müssen. Eines der Hauptprobleme ist, dass Carbon-Programme auf Dateien über so genannte "Catalogue Node IDs" (CNIDs) zugreifen, die es im Basissystem von Mac OS X gar nicht gibt. Mac OS X verwendet intern ausschließlich Unix-Pfade zum Dateizugriff.

Die Emulation der CNIDs erfolgt über ein verstecktes, virtuelles Volume, das am Punkt "/.vol" gemountet wird. Wenn der Finder also einen Ordner listet, zeigt er überhaupt nicht die Dateien, so wie Mac OS X sie ihm (extrem schnell) liefern könnte, sondern er wirft intern die Emulation des Carbon File Managers an. Der File Manager erzeugt in dem Moment virtuelle Dateieinträge auf dem /.vol-Volume, die wiederum "Links" zu den echten Dateien darstellen. Diese virtuellen Einträge werden vom Finder verstanden und dann gelistet.

Der Finder operiert also in einer "Scheinwelt", die Mac OS X für ihn mit großem Aufwand simulieren muss und ist - provokant gesagt :-) - ein Fremdkörper, der überhaupt nicht ins System passt. Kein Wunder, dass er so langsam ist...

Hmm,

Von: Donjon | Datum: 27.06.2004 | #19
die Kreativen die ich kenne sind entweder zu faul was neues zu lernen, oder haben Angst das danach nix mehr klappt (oder zumindest nicht mehr da liegt, wo es früher lag ;) ). Das kennt man doch aus Büros im Allgemeinen. Wird von der einen Textverarbeitung auf ein anderes Produkt umgestiegen kommt die Hälfte der Belegschaft nicht mehr zurecht, und wünscht sich das alte Programm zurück.
Der einzige Grund für mich in OS 9 zu booten ist jedenfalls Unreal Tournament. ;)
Aber mal eine Frage: Ich habe überhaupt keine Ahnung von Font-Verwaltung, was sind denn so die Hauptkritikpunkte am Fontbook?

Wir arbeiten

Von: 123 | Datum: 27.06.2004 | #20
nur mit OS 9 (Druckvorstufe). Für zuhause ist OS X ja ganz schön, aber bei der Arbeit muss ich fertig werden. Klar ist OS 9 von der Stabilität her und wegen dem schlechten Multitasking nervig, aber unter OS X würde der ganze Kram noch viel länger dauern. Außerdem braucht mal wohl ein Cinemadisplay, um mit OS X sinnvoll arbeiten zu können.

Wer arbeitet denn schon mit Quark 6 und Acrobat 6? Hatte ich schon erwähnt, dass ich wenig Zeit habe?

@flo

Von: tjp | Datum: 27.06.2004 | #21
Nur so am Rande: Mit Sicherheit nutzen Macnutzer kein OS9 (ein RealTime OS für Steuerungsaufgaben).

Zwischen MacOS 9 und MacOS 8.x gibt es deutliche Unterschiede, die es verhindern, daß viele ältere nicht saubere Programme und Programme, die spezielle Eigenschaften benutzen unter MacOS 9 laufen. Alle älteren MacOS Versionen daher in einen Topf zu werfen ist Quatsch. Zumal nur MacOS 9.2.x unter Classic lauffähig ist.

Dazu kommen diverse ältere Systeme, die zwar unter MacOS laufen aber nicht upgegradet werden, weil es gar kein Notwendigkeit dazu gibt. Ein Beispiel dafür sind die tausenden von Macs an Laboranalysegeräten eines US Herstellers, die werden auch erst ersetzt, wenn neue Laborgeräte beschafft werden.

Die "Kreativen", was für eine Impertinez als ob der Rest der Menschheit nicht kreativ wäre, nehmen sich leider selbst viel zu wichtig. Dieser Wichtigtuerei haben wir so Anachronismen wie den von Dir als lahm betitulierten Finder zu verdanken.

Keine Veränderung bedeutet auch, das man zum Schrott aus der Vergangenheit mit all seinen Nachteilen kompatibel sein muß. Der Workspace Manager von Nextstep war ein schnelles Programm, aber nein das war den "Kreativen" zu fremd. Daher leben wir nun mit der Krücke Carbon Findern.

Als "Kreativer" sollte man doch wohl in der Lage sein, sich auf Neuerungen einstellenzukönnen. Aber gerade diese Gruppe outet sich immer wieder als Bastion der Erzkonservativen. Ja keine Veränderung, das könnte ja ein Umdenken erfordern.

Erst neulich...

Von: Greavenbreit | Datum: 27.06.2004 | #22
... saß ich mit dem „lokalen” Mac-Handler zusammen (der hier in der Umgebung nahezu alle Agenturen, Satzstudios und Druckereien betreut). Seine Aussage war recht klar: 90% arbeiten immer noch ausschließlich oder zum Großteil auf OS9 - abgesehen vielleicht von einem engagierten Lehrling, der auf einer zweiten Partition X installiert hat und dem „neuen” G4, der letzten Frühjahr gekauft wurde und X vorinstalliert bekam. Originalton Chef: „Aber da kann man schon noch OS 9 draufmachen, oder?”

Der Umzug ist noch lange nicht abgeschlossen, im Gegenteil. Bei den meisten hat er noch nicht mal angefangen.
Das hat mehrere Gründe:
- Quark Xpress (muss ich nichts dazu sagen, oder?). Leider trotz aller Mängel immer noch ein zentrales Programm in der Druckvorstufe
- Angst vor dem Umstieg. „Never touch a running system”, sagt man so schön. Viele haben schlicht und einfach Angst, im Produktivgeschäft von einer funktionierenden Lösung auf eine neue, ihnen noch unbekannte Lösung umzusteigen. Die meisten kennen sich in ihrem Systemordner halbwegs aus. Sie wissen, was zu tun ist, wenn mal wieder irgendwas hakt. OS X ist zu fremd. Häh? Library? User-Ordner? Wo ist denn meine „Auswahl”? Und meine SCSI-Probe?
- Behäbigkeit. „Ja, wir wollen ja auf X umsteigen. So bald mal etwas Zeit ist, werden wir es mal auf ein paar der Rechner installieren...”. Nur weiß jeder, der in der Druckvorstufe arbeitet, dass nie Zeit für solche Sachen ist...
- Kosten. Ein Argument, dem man sich nicht ganz verschließen kann. Neben den Kosten für X muss man da die Kosten für den Techniker einkalkulieren (nene, sowas macht man ja nicht selbst), Produktionsausfallzeiten, evt. Schulungen, eingeschränkte Produktivität in der Anfangszeit, Software-Updates etc. etc.

Ich habe für eine befreundete Agentur vor einiger Zeit eine Checkliste für den X-Umstieg erstellt. Mit dieser war der Umstieg der kompletten Agentur (von ein paar Altrechnern, bei denen sich das Umrüsten nicht gerechnet hat und einem Belichtungsrechner) in drei Wochen ohne größeren Aufwand, Kosten oder Ausfallzeiten erledigt.

1) Einen Verantwortlichen für den X-Umstieg ernennen. Dieser sollte technisch versiert und experimentierfreudig sein und die technischen Abläufe innerhalb der Firma kennen. Prädestiniert für solche Aufgaben ist der aufgeweckte Lehrling im dritten Lehrjahr (kostet weniger als eine Vollkraft, ist noch voller Elan und Erfindungsgeist, kennt aber die Arbeitsabläufe schon).
2) Der Verantwortliche erhält einen Mac für den Probe-Umstieg. Hierfür sollte man 2-4 Tage einrechnen. Der Mac sollte zumindest ein G3 b/w sein, schnellere Rechner sind natürlich von Vorteil. Der Rechner sollte aber ohne Probleme für ein paar Tage aus dem Produktivbetrieb genommen werden können.
3) Datensicherung (klar) des Rechners. Danach Neuformatieren und Installieren von X. Das soll der Verantwortliche möglichst ohne „Beihilfe” von außen erledigen.
4) Installation der für den Betrieb benötigten Programme. Dabei kann der Verantwortliche feststellen, welche Programme direkt unter X laufen, welche in der Classic-Umgebung (=Update erforderlich, aber nicht sofort) und welche gar nicht (=Update sofort erforderlich, evtl. Ersatzlösung) laufen.
5) Austesten der betriebsinternen Abläufe. „Wie richte ich das Netzwerk ein?”, „Wie hol ich den Fileserver her?”, „Wie installiere ich meine Schriften”, „Wie drucke ich auf alle erforderlichen Drucker?” etc. Hier sollten auch die anderen Angestellten befragt werden, um möglichst alle wichtigen Arbeitsabläufe durchspielen zu können.
6) Ausführen eines kleineren „Standard-Auftrages” auf dem neuen System, der Satz einer Anzeige beispielsweise.
7) Erarbeiten von Problemlösungen für die unter 4), 5) und 6) aufgetauchten Probleme.
8) Demonstration für die restlichen Mitarbeiter, evtl. unter Einbeziehung einer kleinen „Howto”-Antwortliste für die häufigsten Probleme (siehe 5.)

Wenn alle aufgetauchten Probleme zufriedenstellend gelöst werden konnten (und erst dann!), kommt Schritt 9. In der Zwischenzeit soll der Verantwortliche möglichst alle Alltagsaspekte an seinem System durchspielen, um Erfahrung zu sammeln und Probleme zu finden (das sollte man also nicht als „Produktionsausfall” rechnen - ganz im Gegenteil. Tatsächlich kann man sich so den Besuch eines teuren Technikers sparen).

9) Umstellung der in Frage kommenden Rechner des Produktivbetriebs. Wichtig dabei: Nicht alle auf einmal, sondern der Reihe nach. Erst wenn der eine Rechner soweit wieder funktioniert, den nächsten aus der Produktion nehmen. Vorzugsweise macht man das natürlich an ruhigen Tagen, evtl. Wochenende (der Lehrling macht das mit Freuden!).

In den darauffolgenden Tagen (ein bis zwei Wochen) wird der Verantwortliche hauptsächlich für Beratung, Betreuung und Problemlösung eingesetzt. Bis dahin sollten dann die Anfangsschwierigkeiten, Hemmschwellen und Umstellungsprobleme weitgehend beseitigt sein.

Mit dieser Step-By-Step-Lösung wurde eine Agentur mit 12 Arbeitsplätzen innerhalb von knapp drei Wochen komplett auf X umgestellt. Tatsächliche Ausfallzeit in der Produktion (den Lehrling mal nicht mitgerechnet): Weniger als zwei Tage.

Die Kosten für die Umstellung (Lizenzen, Ausfall etc) waren übrigens nach Einschätzung des Agenturchefs in wenigen Wochen wieder drin. Grund: Die Rechnerabstürze und die damit verbundenen Datenverluste („Verdammt! Und ich hab seit 2 Stunden nicht mehr gespeichert!”) fielen nahezu komplett weg. Ach ja.. und der Lehrling wird nach der Lehre übernommen - sein Engagement bei der Umstellung hat den Chef sehr beeindruckt. ;)

Keine Zeit?!

Von: Omega01 | Datum: 27.06.2004 | #23
@123:
Keine Zeit ist kein Argument!
Sicher braucht es eine Zeit, um sich an neue Dinge zu gewöhnen - aber es gibt keine Alternative. Veränderung gehört zum Leben! Gerade Du als "Kreativer" solltest so etwas verstehen.

Gerade in der Druckvorstufe kommt man doch um OSX gar nicht herum. Sobald die ersten Kunden aus den Agenturen umstellen, muss man sie bedienen können. Du kannst nicht dann erst anfangen, Dich mit OSX zu befassen, wenn der erste Job mit Termindruck auf Deinem Arbeitsplatz liegt!

Wir (auch Druckvorstufe) arbeiten mit OSX und mit OS9 in der Classic-Umgebung. Alle Jobs, die uns von Kunden geliefert werden, die noch mit dem alten System arbeiten, erledigen wir in der Classic-Umgebung, und alle Jobs, die mit XPress 6 oder InDesign CS oder Freehand MX erstellt wurden, werden in OSX abgearbeitet. Das ist der einzig sinnvolle und veranwortbare Weg, Jobs zu erledigen.

So behält man seine Kunden! Sag' mal Deinem Kunden, der mit viel Mühe und Aufwand ein Projekt in InDesign CS realisiert hat, dass er seinen Prospekt bitteschön an die Konkurrenz weitergeben möchte. Den Gesichtsausdruck möchte ich sehen!

Übrigens: Nicht ein einziges Cinema-Display steht in unserer Vorstufe! Jeder Arbeitsplatz hat einen 21" und einen 19" Röhren-Monitor (der kleine für die ganzen Paletten) - genau, wie zu OS9-Zeiten. Man braucht KEIN Cinema-Display für OSX!

Es ist einfach die Unfähigkeit einiger Anwender, Neues zu akzeptieren, die OSX momentan noch etwas zu schaffen macht. Doch das wird sich ändern - andernfalls würden wir noch alle an MacOS 1 sitzen!

Gruß,
Daniel

Kann Omega01 nur beipflichten

Von: Michael Wittwer | Datum: 27.06.2004 | #24
Dass es noch so viele OS 9 Benutzer gibt liegt zu 99.9999999 % an der Unfähigkeit des Anwenders. Da sag ich nur eins.... Finger aus dem Arsch und lernt... !

Ich hab hier mehrmals gelesen, der OSX - Finder sei langsam bei der Darstellung von Dateien. So ein Bullshit... bei mir sind beide gleichschnell.

Und mein PowerMac Dual 1 GHZ ist auch nicht mehr der neuste...

@tjp

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 27.06.2004 | #25
Ich habe die "Kreativen" nicht umsonst immer in Anführungszeichen gesetzt ;)
Ansonsten kann ich deinen Ausführungen zustimmen.

Kein Witz!

Von: oscar | Datum: 27.06.2004 | #26
Für alle, die den Umstieg nicht schaffen, weil sie sich nicht umgewöhnen wollen und den Zeitfaktor vorschieben:

Ein Mann steht in einem Wald und drischt schwitzend mit einer Axt auf einen Baum ein, um ihn zu fällen. Kommt ein anderer Mann hinzu, guckt sich das eine Weile an und fragt kopfschüttelnd: "Sag mal, warum machst Du Dir denn soviel Arbeit, wenn da vorne unbenutzt die Kettensäge herumliegt?"
Daraufhin der andere gequält: " Mann, halt mich nicht im Schnack auf, ich muß noch die ganzen Bäume hier fällen - hab keine Zeit!"

@tjp

Von: sralph | Datum: 27.06.2004 | #27
danke für dieses geilen beitrag, denn hochmut kommt bekanntlich vor dem fall und die beschreibst die nachteile der angeblichen "kreativen" vortrefflich!

der einzelne mensch muss lernbereit sein, ansonsten wird er von den menschen überholt, welche lernbereit sind!

RALPH

Was für ein Artikel

Von: uldox | Datum: 27.06.2004 | #28
@flo

<lob>super geschriebener Artikel ! </lob>

Kann nur hoffen, das Apple ihn auch gelesen hat und anfängt aus der Community - besonders dieser hier zu lernen.

Übrigens:
Endlich mal eine gut geführte Diskussion hier ohne Trolle ;) Das ist sehr angenehm

Hatte es schon in einem anderen Thread hier erwähnt. Die Lieferzeiten für den 15" iMac in den USA ist auf 7-10 Tage hochgesetzt worden. Die 20" und 23" Displays in Deutschland sind auf 6-8 Tage Lieferzeit angegeben. War das nicht immer - kurz vor einem Appleevent - ein fast sicheres Indiz für Neuvorstellungen bzw. Überarbeitungen ???

Gruß
uldox

flo (MacGuardians)

Von: rex | Datum: 27.06.2004 | #29
Lieber Flo man merkt halt immer wieder das diese Forum überhaupt keine Ahnung von der Druckvorstufe hat. Wie sieht es mit eurer creativen Lehrnfähigkeit aus. Ich möchte euch mal sehen wenn der Ad sagt ich brauche das Layout des 8Seiters aber in 2Std. Das wesentliche ist eben immer mehr und das nicht nur bei Designfragen.
( Ich möchte das jetztige OS privat nicht missen aber beim Arbeiten stören viele Sachen ungeheuer)
Warum ist Dreamweaver oder Flash viel schneller auf einer Dose. Warum ist die Schriftenverwaltung so ein scheiss.
Ich könnte mich noch Tage dranhalten aber Ihr blendet lieber die Wirklichkeit aus und glaubt ihr würdet Apple damit helfen. Was Apple im Profisector dringend braucht ist ganz schnell konstruktive Kritik , aber ganz schnell !
Das unser aller Guru vieles sehr visionär und richtig gesehen hat steht auf einem ganz anderen Blatt.( Design, Film und Musik) Aber der grafische Profisektor beginnt erheblich zu wackeln und das kann genau so böse Ende wie die EdU Sparte in den Staaten.

Druckvorstufe OS 9

Von: Duderon | Datum: 27.06.2004 | #30
Also für uns in einem mittelgrossen Verlag mit täglich 200'000 Zeitungsexemplaren liegt das Problem OS X versus OS 9 gar nicht in den Kosten oder dem Umsteigewillen begraben. Das Entscheidende ist das Zusammenspiel mit den nachgelagerten Systemen.

Für uns ist entscheidend das z.B. die RIP-Systeme und Seitenbelichter-Einheiten die sich schlussendlich mit OS X bzw. OS 9 verstehen müssen ein paar Zentausend- bis Hundertausend-Euro kosten. Einerseits können wir in diesen Preislagen der Systeme (bzw. deren Software) nicht einfach mal so kurz einen Wechsel finanzieren, andereits liegt es auch nicht drin, bei einer Zeitungsproduktion in dieser Grössenordnung den Beta-Tester für ein Software- oder Systemhaus zu spielen (was leider immer wieder angenommen wird).

Ueber die Schriftverwaltung unter OS X schweige ich mich hier mal aus.

Wie gesagt, der Computer selber, seine Systemversion und der Preis dieser beiden sind für unsere 50 Mac-Arbeitsplätzen nicht wirklich entscheidend. Für uns zählt nur: Kann das neue System weiterhin garantieren, dass morgens um 4 Uhr 200'000 Zeitungsexemplare bereit sind.

@rex:

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 27.06.2004 | #31
Ich glaube nicht, dass hier im Artikel opder den Kommentaren Apple gehätschelt wird und die Realität ausgeblendet wird. Einige Kritikpunkte wurden genannt, aus meiner persönlichen Erfahrung aber kann ich sagen, dass einige der Kritikpunkte an der eben "Kreativen" genannten Zielgruppe gerechtfertigt ist. Hier trifft man schon gerne eine äußerst zurückhaltende Updatepolitik an, um das mal so zu formulieren (und ich verstehe auch viele der Gründe dafür).

Warum ist Dreamweaver oder Flash viel schneller auf einer Dose. Warum ist die Schriftenverwaltung so ein scheiss.

Das musst du dann schon die jeweiligen Hersteller fragen. Ich kann da das Problem nicht im OS sehen.

Welche konstruktive Kritik möchtest du denn sehen (ernsthafte Frage)?

@Duderon

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 27.06.2004 | #32
Das sind natürlich "erschwerte Bedingungen", auf die der Artikel nicht unbedingt gemünzt war, auch wenn prinzipiell dieselben Regeln zutreffen - nur eben mit anderer Gewichtung.
Dass ein Umstieg auch in diesen Größenordnungen funktionieren kann zeigt aber auch der Umstieg einiger Redaktionen (es gab ja nicht nur die PC-Switcher, auch wenn man über diese mehr hörte als über die X/ID-Switcher).

@flo

Von: Duderon | Datum: 27.06.2004 | #33
Uups, nur damits keine Missverständnisse gibt: Das war keine Kritik am sehr guten Artikel. Ich habe deswegen geschrieben, weil innerhalb der nachgelagerten Kommentare zum Artikel zwischen den Zeilen immer wieder Andeutungen zu finden sind, dass die "Kreativen" usw. zu faul sind, was Neues zu lernen (ok, auch diese gibt's natürlich). Wir müssen jeweils einfach warten, bis auch alle Drittanbieter (z.B. Quark, Agfa usw. wirklich lauffähige Versionen ihrer Programme für OS X bringen) Privat habe ich schon lange auf OS X gewechsel und möchte es auch nicht mehr missen (ausser die sehr bescheidene Schriftverwaltung).

ATM fehlt!

Von: aadr | Datum: 27.06.2004 | #34
Die wesentliche Katastrophe ist doch, dass es immer noch kein gute Tool gibt zur Darstellung von Schriftfamilen. Welcher Grafiker hat schon Zeit sich durch endlose Einzelschriften durchzuwühlen? Die Kosten sind sicherlich auch nicht unerheblich. Viele Scanner laufen nunmal mit SCSI. Für den G5 gibt es zwar Karten, die werden dann wiederum nicht vom Classic unterstützt. Darum läut da wiederrum nicht die Scanner-Software. Das bedeutet, dass man nicht nur einen neuen Rechner kaufen muss, sondern auch noch eien neuen Scanner. Da die Mitarbeiter sich dann eh umstellen müssen, stellten die Technikabteilungen dann nicht nach OSX, sondern nach XP. In der Gesamtkalkulation kommt es günstiger. Und darauf wird in der wirtschaftlichen Lage zur Zeit geachtet. (Auch Firmen wie Cancom reagieren auf diese Marktsituation) Das ist doch ein Trauspiel!

Die Realität ist

Von: StevesBaby | Datum: 27.06.2004 | #35
DTP ist nicht mehr die Kernkompetenz von Apple. Sie wollen in den Enterprise-Markt. Die paar Verluste werden in Kauf genommen :-). Leute, ich arbeite auch mit Quark, aber beobachte auch Apple.

@Duderon

Von: Omega01 | Datum: 27.06.2004 | #36
Sehr verständlich, dass ihr nicht adhoc auf ein neues System umstellen wollt.

Für Euren Fall fand den oben beschriebenen schrittweisen Umstieg auf das neue System überlegenswert. Es wäre zu klären, welche (bereits existierenden) nachgelagerten Systeme mit OSX zusammen arbeiten und welche Updates/Upgrades benötigen und was dieses kosten würde. Auch wäre das Kosten/Nutzen-Verhältnis zu kalkulieren - vielleicht lohnt sich für Euch ja ein Umstieg auf OSX noch gar nicht.

Ich kenne natürlich Eure nachgelagerten Systeme nicht - da sich aber die grundlegenden Standards in der Vorstufe wie PS, PDF oder Netzwerkprotokolle mit der Einführung von OSX gar nicht verändert haben, dürfte es eigentlich nicht viele Inkompatibiliäten mit den angeschlossenen Geräten geben.

Die Schriften-Problematik kommt im Übrigen auch eigentlich nur dann besonders zum tragen, wenn man viele Produkte von "draußen" (also Kunden) bekommt. Wenn man das meiste "inhouse" produziert und vor allem gestaltet, weiß man, welche Schriften unproblematisch sind und kann sich darauf einstellen.

Gruß,
Daniel

@aadr

Von: Omega01 | Datum: 27.06.2004 | #37
Das SCSI-Problem ist wirklich noch ein Schwachpunkt! Auch wir haben in der Vorstufe noch einen (damals) sündhaft teuren A3-Flachbett-Scanner stehen, der nur mit einem alten G4 ansteuerbar ist. Neben der Schnittstelle ist halt auch die Software problematisch - da Heidelberg die Scanner-Sparte eingestampft hat, kommen weder Treiber für OSX, noch eine aktualisierte Scanner-Software. Auch von Drittherstellern (z.B. Silverfast) gibt's nix für unseren Scanner. Allein dafür werden wir immer noch einen alten G4 brauchen - bis wir uns irgendwann mal einen neuen Scanner zulegen.

Das es wirklich kein gutes Tool gibt, um sich Schriftenfamilien anzeigen zu lassen, kann ich mir fast gar nicht vorstellen. Gibt's da wirklich gar nix?!

Gruß,
Daniel

Fragezeichen?

Von: BvK | Datum: 27.06.2004 | #38
Die Diskussionen über OS9 halten oder nicht, sind mir jedenfalls nicht nachvollziehbar. Mit Panther habe ich alle unsere 27 Macs auf X umgestellt,ohne viel Trara, innerhalb von 3 Wochen. Die Hilferufe waren nach etwa drei Tagen vorbei, und auch in diesem Zeitraum gab es erstaunlich wenige Rückfragen. Das hat mir eigentlich mehr als genug bewiesen dass X soweit ist. Gut wir sind als Architekten nicht ,wie viele hier, auf die Spezialsachen für Druckereien angewiesen, vielleicht machts uns das leichter.
Alles in allem wars jedoch ein Riesenfortschritt in der Arbeitsqualität. Keine Abstürze mehr, einfaches Erzeugen von PDF ohne 600€ für Acrobat, jeden Tag mehr Programme aus der Unix Welt, klein und präzise, optimiert für ihre Aufgabe.Super Verhalten in heterogenen Netzwerken.
Sicher wird die Umstellung von 9 auf 10 ein gewisses Umdenken erfordern,vor allem weil man um schnell zu sein anders mit dem OS umgehen sollte,aber es lohnt den Aufwand, und es geht schnell.
bvK

Es gibt kein SCSI-Problem!!!!!!!

Von: thomm | Datum: 28.06.2004 | #39
Seit wann baut Apple standardmäßig keine SCSI-Schnittstelle mehr in die Rechner ein?!!!! Seit den G3 BW, 1998!!!!!
Welches Jahr haben wir aktuell?!! 2004!!!
Wer mir 6! Jahre nachdem Apple offiziell SCSI aus dem Programm genommen hat immer noch mit diesem "Argument" kommt ist, keine Entschuldigung!, sowohl in technischer als auch kaufmännischer Hinsicht unfähig.
Apple ist, wie andere Konzern, profitorientiert!
Es gibt so Begriffe wie Amortisierung ( Finanzamt)!!
Wenn Apple sich genau so verhalten würde wie die SCSI-Rummauler, d.h. schon (steuerlich) abgeschriebene Hardware zwecks Maximalprofits ewig einsetzen (um nichts anderes geht es ja), dann kann Apple uns mit dem gleichen Recht ja z.B. die 1998er Technik zum aktuellen Preis verkaufen: BW G3!

Man kann diesen SCSI-Quatsch echt nicht mehr hören! Ihr "Kreativen" tut ja immer so, als wenn man die SCSI-Technik plötzlich wegschmeißen müßte, so ein Blödsinn! Der Grund ist doch mehr oder weniger die Mentalität: Nix bezahlen aber maximal abzocken!


Die vielen Ausrufezeichen waren beabsichtigt, mir geht diese Raffgier mit der Schuldzuweisung auf Apple einfach aufs Schwein

Ich dachte, diese Diskussion wäre

Von: Terrania | Datum: 28.06.2004 | #40
langsam vorbei.
Ok. 9 vs. X. Druckvorstufe/Agenturen. Das ist ein Problem, denn es ist eine Mär, daß der Umstieg ohne Probleme geht. Nur sind die Probleme nicht im OS zu suchen, sondern vielmehr bei den "Operatoren". Das haben meine Vorredner schon gut dargestellt.
Zur Verdeutlichung: Wir haben hier einen OS9 Hardliner. Der arbeitet als einziger noch auf seiner OS9 Kiste, Quark 4.1, PS 5.5, Acrobat 4, Illu 8. Das Zeug läuft rattenschnell auf der Kiste. Es gibt keinen Grund umzusteigen. Abstürze? Ca 1-2x pro Tag, meistens wenn versehentlich Acrobat Reader 5.0 aufgeht, oder der Illu 10 unter 9.
Nun habe ich denjenigen an eine X-maschine gesetzt, um mit der Creative-Suite ein Layout zu bauen (statt Xpress). Abgesehen davon, daß da eine Abneigung gegen X da war, und Indesign was "Neues" war, gings ganz gut. Trotzdem ging er danach froh an seine 9er Maschine zurück.
Bis er dann eine Verpackung gelayoutet hat, wo das pdf ums Verrecken nicht rauszuschreiben war, weil das Format zu groß war, und vor allem, wo soundsoviele (brutalo-) Layer in einem PS-File ständig verschoben werden mußten, weils nicht gepasst hat. Er machte sich die Mühe, das ins IND einzulesen, und da auszuprobieren, mit nativen PS-Files etc. Zeiterparnis, obwohl er kein IND, dafür aber XPress-Profi war: Ca 50%.
Nur: Leider nahm die Belichtung (China!) keine IND-Files (auch nicht pdfs). Ich habs als Übung abgehakt. Fazit des Grafikers: Ich will kein Xpress mehr für solche Arbeiten benutzen.Inzwischen tut ers (zähneknirschend) nur ncoh bei den Verpackungen für China.
Um auf den 8Seiter in 2 Stunden zurückzukommen: Abgesehen davon, daß das in der Realtität nicht vorkommt (es sei denn es ist ein Schweinelayout, zusammengehaut), bin ich überzeugt, daß bei hochintegrativen Layouts, die CreativeSuite unter X bis zu 50% schnellere und qualitativ hochwertigere Ergebnisse abliefert, als Xpress basierte. Ich bin seit 1989 XPress -User. Seit ich InDesign benutze, will ich XPress nicht mehr anschauen, es ist mir einfach zu unkommod.

@Omega01

Von: tjp | Datum: 28.06.2004 | #41
Das Problem ist nicht der SCSI Support, dafür gibt es entsprechende Karten. Die Modelle von ATTO sind nicht billig, aber wenn man einen entsprechend teuren Scanner betreiben will, wäre das kein Problem.

Euer Problem heißt nicht vorhandene MacOS X Treiber von Seiten des Herstellers. Dafür trägt nun einmal Apple nicht die Veranwortung.

Die Alternative wäre so eine Frickelei wie sie M$ betrieben hat, siehe Forum den Thread über M$ API Probleme und vorallem den Link auf den Artikel.

Das Schriftenproblem ist auch kein originär Apple Problem, da Apple in der Vergangenheit keine Schriftenverwaltung in das System integriert hatte und für die Qualität der Schriften letztlich deren Anbieter veranwortlich ist.

Apple hat ja in der Vergangenheit durchaus auf Anregungen seitens der MacOS X Nutzer reagiert, daher wäre eine Aufruf an Apple, daß sie eine Schriftenverwaltung ins OS integrieren durchaus sinnvoll. Je Werbe wirksamer die Aktion desto größer dürfte die Erfolgschance sein.

Irgend wie habe ich den Eindruck, daß die "Kreativen" statt zu werben lieber herumjammern.

Nur zur Erinnerung 1996 hat Apple NeXT geschluckt, seit dem ist die Marschrichtung in der OS Entwicklung bekannt.

2002 hat Apple MacOS 9 symbolisch zu Grabe getragen. Es wäre langsam an der Zeit zumindest Alternativen auszutesten, damit man bei Zeiten migrieren kann. Das Problem auf irgend wann zu verschieben ist wirtschaftlicher Selbstmord.

P.S. Ein A3 Flachbettscanner ist doch gar nicht so teuer!? In anderen Profisparten kostet die Softwarewartung für 1 Arbeitsplatz pro Jahr mehr als so ein Scanner.

Und zudem vom Scanner kommen die Bilder und müßten von den MacOS X Apps verarbeitet werden, da sollte es keine Probleme geben. Daher so wie der Rechner läuft bis zum Ende benutzen und dann alles neu kaufen.

Zum SCSI-Dilemma

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 28.06.2004 | #42
Naja, da haben wohl beide Seiten ein bisschen Recht. tjp hat das in vielen Fällen wirkliche Problem angesprochen: Es sind nicht fehlende SCSI-Treiber oder -Karten, sondern einfach fehlende X-Versionen der Scanner-Utilities. In dem Betrieb, in dem ich bis vor zwei Jahren gearbeitet habe, stand ein alter, aber eben immer noch guter (und ständig im Einsatz befindlicher) Trommelscanner, der mal ein Heidengeld gekostet hat aber inzwischen wahrscheinlich kaum noch einen entsprechenden Gegenwert erzielne würde - Trommelscanner sind eine aussterbende Gattung. Und die sehr gute Scansoftware gibt es halt nur für das klassische System (ich glaube, die wird inzwischen auch gar nicht mehr weiterentwickelt). Tja, so werkelt dort eben noch ein OS-9-Rechner rum, und das wird er auch noch lange tun. Denn eine Neuinvestition in einen mindestens äquivalenten Scanner ist wirtschaftlich fragwürdig, da die Entwicklung in der Repro (teilweise generell, aber hier speziell in diesem Betrieb) schwer absehbar ist (immer mehr Digitalfotografie).
Andererseits wird da auch nicht gejammert, da steht dann eben die OS-9-Kiste ;)

Alle, die sich ...

Von: Bodo | Datum: 28.06.2004 | #43
... immer wieder über die sogenannten Kreativen aufregen, haben keine Ahnung von der Materie.

Nein, es geht nicht nur darum, Quark laufen zu lassen oder sich in einer neuen Umgebung (OS X) zurecht zu finden.

Die meisten Agenturen arbeiten am Rande der Wirtschaftlichkeit. Ausfallzeiten werden ganz schnell ein existenzielles Problem, erst recht vergurkte Aufträge bzw. nicht eingehaltenen Termine.

Das geht schon in der Agentur bei der Probe-Ausgabe mittels RIP auf den Stylus Pro 10600 los. Und ja, OS X macht da schon Probleme - das RIP läuft auf einer NT 4 Maschine (wie fast überall).

Schon mal ein PDF in InDesign erzeugt und der Druckerei geschickt!

Warum nicht mit Dieter Nuhr halten? Weniger wäre öffter mehr.

zur Schriftenverwaltung:

Von: Bodo | Datum: 28.06.2004 | #44
Bei der Vorstellung von Mac OS X habe ich (wie wohl viele auch) gehofft, dass Apple das jetzt ein für alle mal intelligent auf der Systemebene regelt.
Weit gefehlt. Nein, damit meine ich nicht die Druckvorstufe, ich finde das schon zuhause recht störend und nervig.

Es kann doch nicht sein, wieder einen Schriften-Manager installieren zu müssen, nur weil Cocoa-Programme die einzigen sind, die sich der systeminternen Verwaltung bedienen.

Ja, schon mal ein pdf in INDY

Von: Terrania | Datum: 28.06.2004 | #45
erzeugt und zur Druckerei geschickt. Geht eigentlich, wenn man alles richtig macht genauso problemlos wie aus jedem anderen Programm. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der macht es über den Destiller. Das geht nämlich auch - und das ist dann idiotensicher. Der Vorteil aus INDY schnelle pdfs zu schreiben, die zur Abstimmung dienen ist unbezahlbar. Das letzte pdf für die Druckvorstufe über den Destiller laufen zu lassen ist schlicht ein klein wenig aufwändiger, aber Überraschungen bleiben dadurch komplett aus. Ach ja: Ein paar undokumentierte Tricks gibts in INDY schon, um böse Überraschungen bei direkt rausgespielten pdfs zu vermeiden. Im Übrigen spielt es auch eine Rolle, ob der workflow in der Druckerei ebenfalls auf X läuft. Tut er das nicht, hakt es tatsächlich hin und wieder ...

Zu FontBook Wünschen

Von: garpcgn | Datum: 28.06.2004 | #46
[Link]
Diese Möglichkeit Apple zu sagen was User wünscht wird viel zu wenig genutzt!

Photoshop langsam???

Von: Terrania | Datum: 28.06.2004 | #47
Äh? Ich arbeite hier auf einem 933er unter Panther und da sind auch Karwenzmänner drunter. Ich kann beim Besten Willen nicht sagen, daß das langsam ist ...

@xl

Von: thomm | Datum: 28.06.2004 | #48
also mit Logik hast Du es wohl nicht so sehr ;-). Anstatt das kleinere Modell des G5 zu nehmen, welches bei der Videobearbeitung jedem P4 immer noch haushoch überlegen ist ( siehe auch onkel heinz) holst Du Dir statt dessen einen P4? Womit denn mit Premiere ( auslach)?
Ich kann ja verstehen, daß man sich über die Lieferfristen Apples ziemlich ärgern kann aber Du hast ja nun wirklich eine Schwachsinnsentscheidung getroffen (zumal Du bei Deinem "neuen" Versuch wieder die Plattform wechselst)

Auch bei Deinem "neuen" Versuch machst Du denn gleichen Schwachsinn! Und unwahrscheinlich ist der Liefertermin ja sowieso: Mitte Juli in den USA heißt nicht zwangsläufig auch in D obwohl ich schon von Lieferbestätigungen Mitte Juli gelesen habe. Kleiner Tip: So laaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaaam könnnnnntest Du Dich jaaaaaa annnnn eihne Beeeeeestelllllunnnng herannwaagen, am besten noch vor Anfang August ;-P

Auch hier gilt:

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 28.06.2004 | #49
Was ich schon einen Artikel weiter oben geschrieben habe: Kriegt euch alle mal ein bisschen ein und nehmt die latente Schärfe raus, die sich so langsam in manche Kommentare einschleicht. Ich habe heute echt keinen Bock auf sowas und es wird doch mal möglich sein, selbst eine kontroverse Diskussion in einem angemessenen Tonfall über die Bühne zu bringen?!

@flo

Von: thomm | Datum: 28.06.2004 | #50
Ich hatte mich bei meinem letzten Beitrag auf die seit Jahr(zehnt)en bekannten Lieferprobleme von Apple bezogen und entsprechend ironisch darauf hingewiesen, daß sich xl ja langsambequemen sollte mit der Bestellung des G5, außer er möchte lieber einen P4 ;-).
Die (wiederholten) Lieferprobleme wurden ja lang und breit vielfach bemeckert (zu Recht), deshalb ist das Verhalten von xl, sagen wir mal: "logisch nicht nachvollziehbar" :-D

@thomm

Von: xl | Datum: 28.06.2004 | #51
Es mag Dir unlogisch erscheinen, nach zwei Monaten Wartezeit einen P4 zu kaufen. Aber ich hatte ein Wahnsinnsprojekt an der Backe, für das ich sofort einen schnellen Rechner brauchte (für After Effects und Cinema). Und da man mit einer Bestellbestätigung nicht rendern kann, bin ich halt zum Saturn und habe mir für billig einen Vaio gekauft - ich kann meine Kunden doch nicht auf September vertrösten, nur weil Apple vorher nicht liefern kann. Und auf den kleinen G5 hätte ich auch nochmal 7 Tage warten müssen, die mir dann bei der Produktion gefehlt hätten.

Das mit der haushohen Überlegenheit des kleinen G5 über den P4 lass ich jetzt unkommentiert. Softwaremässig läuft alles was ich auf Mac benutze (bis auf FCP) auch auf PC, von daher gibt es keine Probleme beim hin und her hüpfen und alle 3D Programme die ich kenne laufen auf DOSen sogar wesentlich besser.

Auf den neuen G5 bin ich (dank P4...) diesmal ja nicht so angewiesen wie vor einem Jahr, wenn der wieder so schlecht lieferbar ist, warte ich halt bis nächstes Jahr, daß passt Abschreibungstechnisch eigentlich eh besser...

@terrania

Von: xl | Datum: 28.06.2004 | #52
Vielleicht arbeitest Du ja zu langsam:) oder hast Dich halt einfach schon daran gewöhnt. Für mich fühlt sich Photoshop unter OS9 viel snappier an, besonders beim Layouten, wenn man viel rumprobiert und hin und her skaliert - man hat immer ein direktes Feedback und kann dadurch einfach intuitiver arbeiten. Mit OSX gibts ständig kleine Wartezeiten die den Arbeitsfluss ausbremsen, dadurch fühlt sich der Rechner subjektiv viel langsamer an als er eigentlich ist (die eigentlichen Rechenzeiten für irgendwelche Filter sind ja unter beiden Systemen annähernd gleich).

@xl mal etwas sortieren!

Von: thomm | Datum: 28.06.2004 | #53
Du hast da etwas verwurschtelt die Ansprüche dargestellt, womit nicht klar wurde, wofür Du den Rechner brauchst!
Ich hatte mich auf Videobearbeitung bezogen (in der Annahme FCP etc.), Du hast aber nicht explizit darauf hingewiesen, mit welchen Programmen noch gearbeitet wird! Die haushohe Überlegenheit des G5 gegenüber der Dose ist im Videobereich nachgewiesen, ich habe nicht behauptet, daß es in jedem Bereich so ist. After Effects ist ja jetzt erst durch Motion "geschlagen", ein weiteres Argument für den Mac. Im 3D Bereich ist Apple gerade erst dabei mit dem G5 die Dosen rechts zu überholen, mit dem G4 sah es u.a. durch die Unfähigkeit(-willigkeit) von Maxon, Cinema4D auf den Mac zu optimieren bis zum G4 schlechter aus, jedenfalls bis Lightwave es den doitschen Obersuperchefprogrammierern mal so richtig unter die arrogante Nase hielt, was möglich ist.
Im CAD-Bereich siehts bisher noch ziemlich mau aus (z.B. in Bezug auf Fräsdaten etc.), bis auf das auf ACIS 13 Kern basierende Concepts Unlimited. Vor kurzem aber wurde die andere CAD-Bibliothek auf der z.B. UNIGRAPH X beruht auch auf OS X portiert, es wird also in Zukunft einiges kommen.
Nicht zuletzt: Mit der weiteren zu erwartenden Einbeziehung von XGrid in zukünftige Anwendungen ist es bald nicht mehr soooo notwendig, immer das schnellste Modell zu kaufen, da man ja vorhandene Rechenkapazitäten besser nutzen kann ( liest sich ja fast wie Apple-Werbung ;-) ). So gesehen bist Du in jedem Fall mit einer Dose schlechter bedient!

und?

Von: thomm | Datum: 28.06.2004 | #54
wo liegt jetzt Dein Problem?
Softimage gibt es ja nicht für den Mac ebensowenig wie die "große" Maya-Version. Ohne FCP müßte heute noch jeder die damals völlig überzogenen Preise von Avid bezahlen (und erzähl mir nicht, daß FCP nicht dagegen konkurriert und von Version zu Version Avid mehr das Wasser abgräbt ;-) ) also kann man Apple eigentlich dafür danken (obwohl ja der Marktanteil der eigentliche Grund für Apple war).


Einen Clone (Umax) hab ich auch noch :-).
Das mit der 3D-Software schrieb ich schon, wo siehst Du den Unterschied zu meiner Version? ;-)
Ebenso betrifft ja das Fehlen bestimmter beschleunigter Open-GL Grafikkarten auch den CAD-Bereich also wieder Übereinstimmung, oder?
Sprechen wir jetzt von der Bildschirmdarstellung mittels Open-GL oder vom eigentlichen Rendern? ;-)
Also irgendwie habe ich den Eindruck, Du hast Angst, jemand nimmt Dir Dein Avid weg :-D

meinen Avid nimmt mir keiner weg...

Von: xl | Datum: 28.06.2004 | #55
...ich habe nämlich keinen. Allerdings kann man Avid gar nicht genug danken, die haben das Nonlineare Editing nämlich zu dem gemacht, was es heute ist: eine sehr bequeme, anwenderfreundliche Angelegenheit. Alle anderen Schnitt Programme sind eigentlich mehr oder weniger vom Media Composer abgekupfert worden - was ziemlich praktisch ist, denn wer eines kann, kann eigentlich alle - auch FCP.

Und ja, ich sprach (schrub) von der Bildschirmdarstellung mittels Open-GL (bei den 3D Programmen). Rendern kann man am Schluss ja meistens im Netzwerk, aber beim Editiern muss ja leider ein einziger Rechner herhalten.

xl!

Von: Terrania | Datum: 28.06.2004 | #56
Kann sein , daß ich langsam bin, aber lassen wir das. Du hast die Problematik sowieso selbst aufgelöst: Filter laufen genauso schnell unter X wie 9. Und darauf kommts an. Und auf RAM. Ich habe in Photoshop selten Stocker. Eigentlich geht alles schnell genug (im vergleich zu 9). Klar, mit einem Dual 2 gehts richtig ab (ich habs ausprobiert). Aber nachdem ich keine Fließbandarbeit mache, sondern Composings (bei denen ich auch hin und wieder überlegen muß), isses trotzdem schnell genug.
Ja, openGL ist Mist. Cinema kotzt mich auf meiner Kiste komplett an, weil der Bildaufbau im Editor eeeewig dauert. Beim Rendern hingegen habe ich den A/B Test gemacht und zumindest CINEMA V7 war unter X ein paar Prozent schneller als 9 im Rendern UND: Er hat mir mangels fehlenden RAMS noch nie abgebrochen.
Womit wir bei der berühmten "gefühlten" Schnelligkeit angekommen wären. X "fühlt" sich tatsächlich langsamer an - isses aber nicht. Der Workflow stimmt. Vor allem wenn 3-4 Karwenzmann-Programme offen sind (PS mit einem Monsterfile, dazu ein Rendering im Hintergrund etc.) Ich hatte mal ein Rendering im Hintergrund vergessen, und habe einem Kumpel FCP 3.0 vorgeführt. Ich dachte mir dabei, daß das Ding heute ganz schön langsam ist, aber es blieb stabil, und immer noch schnell genug zum zeigen der Funktionen. Sowas würde ich gerne mal auf einer XP-Kiste sehen (Premiere etc.), die geht, da verwette ich meinen Arsch, ziemlich in die Knie ...
Ach ja Premiere: Im Profi-Bereich völlig unerheblich. Mein Kumpel hat eine Filmproduktionsfirma. Der hat sich eine DOSE hingestellt (wegen der Kosten) um sein Zeug "effektiv" zu schneiden. Nach 2 Monaten und 50% Ausfallzeiten hat er aufgegeben und sich einen DUAL 1,4 hingestellt. Inzwischen verzichtet er sogar auf seinen AVID. Zugunsten von FCP. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von FCP ist ungeschlagen. sagt er jedenfalls ... (Allein der Wartungsvetrag für seine DIGIBETAS ist ein vielfaches von einem voll ausgerüsteten Dual 2 mit allem Schnickschnack ...)

@terrania

Von: xl | Datum: 29.06.2004 | #57
Den Witz mit dem langsam arbeiten konnte ich mir leider nicht verkneifen - sorry. Trotzdem bin ich mit OS9 irgendwie immer schneller fertig und vor allem entspannter, weil ich mich nicht ständig über Darstellungsfehler oder schneckenhaften Bildaufbau ärgern muss (da meine ich nicht nur Photoshop, ganz schlimm sind auch After Effects und Illustratör). Auf nem Dual 2,0 ist das kein Thema mehr, da habe ich neulich ein größeres Projekt drauf gemacht. Nur die 3D Leistung ist leider immer noch mies.

Premiere war immer ein Witz, daß neue Premiere Pro ist aber Ansatzweise gar nicht schlecht, vor allem die Zusammenarbeit mit After Effects läßt mich manchmal neidisch ins Dosen-Lager schielen. Zum Schneiden ist mir FCP, Avid oder Discreet Edit aber auf jeden Fall lieber.