ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3068

Baut Apple nur Spielzeug für Jobs?

Theorien bis knapp zur Weltverschwörung: NZZ

Autor: bh - Datum: 02.07.2004

In der Ruhe der RedKon (und dem Warten auf die verspäteten bayrischen Kollegen) stört uns ein Artikel in der NZZ, der eigentlich nur das Prädikat "tragisch" verdient hat. Es ist einfach bedauerlich, wenn eine international angesehene Qualitätszeitung publizistisch so die Hosen herunterlässt. Gehen wir ins Detail, wo wie immer der Teufel steckt. Jobs der Langstreckenläufer braucht fürs Training einen MP3-Player, also bringt Apple den iPod auf den Markt.
Äh, wie war das gleich nochmal? Der iPod wurde entwickelt, weil Steve Jobs ein neues Spielzeug gebraucht hat? Dann ist Microsoft Office vermutlich entstanden, weil Bill Gates auf seiner Festplatte noch 5 Gigabyte frei hatte?

Jobs der BMW-Fan möchte in seinem Z4 Musik ab iPod hören und die Wiedergabe am Steuerrad regeln können, also wird iDrive entwickelt, ein Einbaukit, dank dem der BMW-Fahrer zum Discjockey mutiert.
Schade, dass bei der NZZ offenbar nicht MacGuardians gelesen wird - unsere rasenden Reporter Gila und Roland Müller haben schliesslich bewiesen, dass Apples CEO Mercedes Benz fährt. Abgesehen von dieser kleinen Ungenauigkeit ist es aber nach wie vor lächerlich, die Entwicklungsarbeit einer der innovativsten IT-Firmen auf persönliche Bedürfnisse ihres zugegebenermassen egozentrischen Chefs zu reduzieren.

Weil aber Jobs so wenig wie auch sonst irgendein Einzelanwender einen Server braucht, führen Server bei Apple ein Aschenputteldasein. Vielleicht ist es auch einfach so, dass die Werbung für die Server direkt bei den Wirtschaftstreibenden gemacht wird und nicht via Medien? Apple gibt kein Geld für Streuverluste aus, sondern zeigt lieber direkt in den Büros, wie prima mittlerweile Oracle Datenbanken auf so einem Mac-Server laufen. Vorsicht, liebe Leser, bitte ducken - es kommt der gewichtige Schlußsatz: Wenn Apple aber als Computerfirma längerfristig überleben will, wird sie sich auch um Firmenkunden bemühen müssen. Ja wenn die NZZ das so sagt, und die Schweizer sind Weltmeister im Überleben, dann wird das wohl so stimmen. (Wo habe ich neulich gelesen, dass Apple nicht überleben wird, wenn sie das MacOS nicht auf Windows portieren?)

Doch der Spaß ist noch nicht zu Ende: Jobs liebt es, seine Firma mit BMW zu vergleichen. Auf die bescheidenen Marktanteile angesprochen, pflegt er zu sagen, dass es ja doch normal sei, dass sich BMW-Luxusautos nicht so gut verkauften wie Massenware von VW. Ja, schon - aber: Wenn der Autokäufer mit der Wahl einer Automarke exklusiven Zugang nicht nur zu einem bestimmten Wagen, sondern auch zu einem bestimmten Strassennetz und einem Tankstellensystem erhielte, wenn es also ein VW-Golf- Strassennetz und VW-Golf-Tankstellen gäbe, die dann eben sehr viel weitläufiger und zahlreicher wären als die Z4-Strassen und die Z4-Zapfsäulen, dann würde wohl selbst Jobs auf seinen BMW verzichten. Richtig, denn es ist ja so, dass Apple auf proprietären Formaten aufbaut, komische Schnittstellen dem Anwender den Weg versperren und es sowieso und überhaupt keine Software gibt. Irgendwie klingt dieser Absatz nach den längst überholten, damals berechtigten Vorwürfen der 90er Jahre. Hallo, wir leben nicht mehr in Zeiten von ADB (Apple Desktop Bus), sondern haben mit FireWire den DOS-Fraggles eine schöne Steilvorlage rübergeschossen, mit deren Implementierung sie sich redlich bemühen.

Jobs braucht ein schnelles Auto, denn er hat zwei Büros: In Cupertino, südlich von San Francisco, führt er die Geschicke von Apple, - tut mir leid, aber Geschicke führt man nicht, man führt höchstens Geschäfte, oder man lenkt die Geschicke - in Emeryville, nordöstlich von San Francisco, leitet er die Filmfirma Pixar. Im Filmbusiness hat Jobs gelernt, dass die Zuschauer überrascht werden wollen. Seine öffentlichen Auftritte auch an Fachmessen und Entwicklerkonferenzen sind äusserst spannungsgeladen; nie ist im Voraus bekannt, was kommt, immer wieder gelingt es ihm, sein Publikum zu überraschen. Steve Jobs war ein blutiger Dilettant, bevor er im Filmgeschäft so viel gelernt hat, wussten Sie das nicht? Die Keynotes dieses Herrn waren matte Vorstellungen, ähnlich schlaff wie die Wochenschau der 60er Jahre. Hallo? Hat irgendjemand bei der ehrwürdigen NZZ mal gesehen, wie dieser Mann die Stimmung angeheizt hat vor dem "1984"-Video? Steve Jobs ist mehr Showman als dieser Redakteur der NZZ Schweizer ist!

Überraschungen sind nun allerdings das Letzte, was Firmenkunden sich wünschen. Sie möchten möglichst langfristig planen können und wollen von ihren Lieferanten wissen, was in zehn Jahren passiert. Gerne teilen wir Ihnen mit, was in zehn Jahren passiert, lieber Geschäftskunde: sie sind pleite, die Konkurrenz kauft ihren Betrieb, ihre Frau lässt sich scheiden und ihr ältester Sohn fährt im Suff die Katze des Bürgermeisters tot. Puh.
Jobs weigert sich, auch nur über die nächste Produktegeneration verbindliche Aussagen zu machen. Wohingegen ja die graue Eminenz der Branche, ein gewisser Bill Gates, gerne mal Einblicke in seine ausgesprochen effektiven Sicherheitsinitiativen gibt. Manchmal tanzt aber auch sein Adlatus Ballmer die Firmenstrategie dem gesamten Auditorium vor, wobei sich die Road Map der neuen Produkte deutlich schweißnass auf seinem Hemd abzeichnet.

Wie überall in der Computerbranche steht auch bei Apple derzeit der Übergang ins 64-Bit-Zeitalter an. Bereits kommen in den neueren Computern der Firma - beispielsweise bei den Servern - 64-Bit-Prozessoren zum Einsatz; - sogar in normalen Rechnern gibt es diese Leckerei schon - bald dürfte auch das Betriebssystem 64-Bit-Prozesse zumindest teilweise unterstützen. Apple scheint für diesen schwierigen Wechsel besser vorbereitet als andere Anbieter; Apple-Fans dürften den Übertritt in die 64-Bit-Welt ruhiger erleben als Windows-Anhänger. Trotzdem erachtet es Jobs nicht als notwendig, seine Kundschaft mit detaillierten Informationen auf diesen Übergang vorzubereiten und eine Road Map zu präsentieren. Wie gesagt, die NZZ wäre wohl erst zufrieden, wenn Steve Jobs ankündigt, dass Jonathan Ive jetzt seine vegetarische Phase hat und daher die Produkte der nächsten Jahre aus Gemüse geschnitzt werden. Was soll das? Eine seriöse Zeitung, die sonst durch akribisch recherchierte Berichte besticht, setzt uns hier eine ungenießbare Mischung aus Allgemeinplätzen, Vorurteilen und banalen Phantastereien über Steve Jobs vor. Die Meinungen in der Redaktion gehen auseinander, ob der NZZ für diesen Beitrag die Nominierung für einen Nix-Checker-Award gebührt - im Lichte der Entscheidung, im Redaktionshaus alle Macs auszumustern, gebührt er ihnen aber jedenfalls.

Kommentare

Ist doch okey...

Von: dermattin | Datum: 02.07.2004 | #1
...denn sind wir alle nicht ein wenig Jobs?;)

sooo schlimm isser nun auch nicht

Von: Cubologe | Datum: 03.07.2004 | #2
Auf die Gefahr hin, mich der Trollprügelstrafe auszusetzen: Sooo schlimm ist der Artikel nun auch nicht und insgesamt auch sogar wohlwollend: Apple mit Unix auf der richtigen Seite, Apple, die mal eben den wohl zweitschnellsten Rechner an die US-Armee verticken etc.

Ich kann insgesamt wenig bemängeln. Und auch der Punkt mit den Schweizer Verlagshäusern ist ja nicht neu und belegt IMHO nur , dass Apple sich bewusst aus dem alten Stammgeschäft zurückzieht und sich neuen Zielkunden zuwendet.

Und den Müll bzgl. iPod und BMW, den lassen wir mal so stehen. Das Problem von his Steveness plagt viele von uns und von daher bin ich schon happy, das die einfache integration von ipod mit Autoradio gelöst wird. Ob es die "Steve" oder "Cubologen2 Edition ist, ist mir da ziemlich schnuppe.

Und wenn schon...

Von: mathias | Datum: 03.07.2004 | #3
...es stehen ja auch positive Dinge in dem Artikel drin.

Mathias.

p.s.:es heisst bayerisch - bitte das "e" nicht vergessen ;-)

zum Glück reden wir ja nicht über die deutschen ;)

Von: rafi | Datum: 03.07.2004 | #4
will ja nicht wissen was da so alles geschrieben wird ;)

achja, und die österreicher mit ihrem standard :D

aber ich halt jetzt lieber das maul, denn der artikel der nzz ist wirklich etwas lasch im geschmack...

Grüsse
rafi

nzz hat es bitternötig...

Von: hellmachine | Datum: 03.07.2004 | #5
...das ist die einzige aussage, die ich diesem artikel entnehme.
wie kann man so einen boulevardesken schrott noch gutreden? bestenfalls halbwahrheiten zwischen haarstreubenden interpretationen und baren lügen. und welche kernaussage der artikel am ende haben soll, ist mir schleierhaft. wenns nicht im web wäre, würde ich sagen, nicht das papier wert, auf dem es gedruckt ist. mir scheint, das hier nur die nzz redaktionskollegen für positive stimmung sorgen.

Was ein Schwachsinn

Von: HokusPokus | Datum: 03.07.2004 | #6
Man liest selten so einen Schwachsinn, schlimmer ist das diese Headline auch noch allen möglichen Newstickern auftaucht.

Wem die Apple-Produkte nicht passen, zu verspielt sind oder nicht innovativ genug, der soll sich an seinen Scheiß-PC festkrallen, es entweder besser machen, also bessere Dinge auf den Mark bringen, oder ganz einfach seine unqualifizierten Finger von der Tastatur lassen.

Vielleicht sollten die sich dann auch über Damenbinden, Maggi, Aluminimfahräder oder die bemannte Raumfahrt auslassen..

Das ist geschreibsel dem geschreibsel wegen.
Sinnlos und überflüssig.

ganz ehrlich

Von: Derek | Datum: 03.07.2004 | #7
Solch ein Artikel zeigt doch, dass es wieder Apple Neider gibt die sich öffentlich dazu bekennen. Und das ist mehr Wert als das offen zur Schau getragene Mitleid vieler Jahre davor, als Apple seinen Abstieg sehenden Auges selbst bestimmt hat.
Dem Autor von MacGuardians ist an dieser Stelle ausdrücklich kein Lob auszusprechen, den er agiert wie jemand, dessen onkel vom nachbar als Trottel beschimpft wurde.
IMO muss man den Artikel der NZZ, der durchaus schwach ist und eine riesen Breitseite hat, mit ironie hinwegfegen. Ode rman beachtet ihn gar nicht, so als wenn man lästigen Regen druch aufmachen des Regenschirmes vom Leib hält.
Der Autor von MG reagiert hier überzogen, zT. geradezu persönlich angegriffen, wobei weder der NZZ Artikel noch die Sperenzchen von His Steveness es wert sind in solchem Umfang in den Kampf zu ziehen.
Meine Meinung.

Verstehe eure Aufregung nicht

Von: Prudens | Datum: 03.07.2004 | #8
Es ist doch korrekt, was in dem Artikel steht. Jobs ist ein Spielkind und baut sich seine Spielzeuge selbst. Und weil er Spielkind und user ist, kennt er die Wünsche und Bedürfnisse des users und geht die Dinge von der userseite an mit einem ausgeprägtem Perfektionismus.
Wenn es nicht so wäre, gäbe es all diese schönen Produkte aus dem Hard- und Softwarebereich nicht.
Auffällig ist leider auch, dass er die Mac-Hard- und Software an den Bedürfnissen von Pixar ausrichtet.
Man muss ihm allerdings vorwerfen, dass er die ehemalige Stammkundschaft aus dem Kreativbereich stark aus den Augen verloren hat.
Das wird sich ebenso rächen wie die Vernachlässigung des Consumerbereichs.

Pflegen von Vorurteilen

Von: StevesBaby | Datum: 03.07.2004 | #9
Also ich kann aus der Praxis sagen, dass durch solchen Schwachsinn einem das Leben als Mac-Admin brutalst schwierig gemacht wird. Die schweigende Masse schluckt sowas ungerührt. Das passiert aber nicht nur in der Computerwelt. Das zieht sich durch alles, bis in die kleinsten Strukturen.

@Prudens

Von: Tom | Datum: 03.07.2004 | #10
Wo wird eigentlich die Stammkundschaft vernachlässigt? Zur Zeit sind Macs die schnellsten Maschinen am Markt. OSX ist eines, wenn nicht gar das stabilste Betriebssystem, mit allen Extras iklusive, was wollt ihr eigentlich noch mehr. Diejenigen die eine Virenschleuder kaufen wollen sollen das doch tun. In meinem Bekanntenkreis wird massenweise auf Macs gewechselt. Ich habe es schon angesprochen. Im Profibereich ist mittlerweile Adobe der Knackpunkt, meines erachtens. Durch Apple gross geworden gehen sie jetzt mit M$ der Kohle wegen ins Bett. Geld verdienen kann mann/frau auf zweierlei Arten und wenns nicht anders geht, dann aber mit Stolz und Anstand. Es ist und bleibt das Prinzip der Lemminge, nur letztere sind nicht feige! Das zieht sich durch alles hindurch!

Schade

Von: Oliver | Datum: 03.07.2004 | #11
Der NZZ-Artikel spricht einige interessante Interpretationen an, die durchaus nicht völlig aus der Luft gegriffen sind. Auch wenn ich die dort geäußerten Ansichten nicht teile. Aber die MacGuardians haben da leider auch keine Argumente parat, die den NZZ-Autor überzeugen würden. Nur Polemik und Geschrei sind nicht überzeugend.

Einen Artikel Satz für Satz auseinander zu fleddern und jeweils ein paar schnippische Floskeln einzufügen, ist kein guter Stil. Es ist nicht fair, es ist nicht sachlich, und es bringt auch nichts. Weniger Polemik und mehr treffende Argumentation hätten mehr gebracht.

kann man den net anzeigen wegen verleumdung?

Von: D.U.D.E. | Datum: 03.07.2004 | #12
ja so wie zb. geschäftsschädigende falschaussagen !

hellmaschine

Von: dermattin | Datum: 03.07.2004 | #13
"und diese zeugen immer wieder von mangelnder unternehmerischer weitsicht, die ein guter topmanager nun mal haben muß."

Hä? Hast du vergessen, dass ausser Apple nur noch Dell schwarze Zahlen schrieb, als der Rest der Industrie im freien Fall war? Und heutzutage? Apple gehts prächtig. Also ist Jobs wohl ein prächtiger Manager, oder nicht?

Oder meinst du Geld verdienen um jeden Preis, ala M$?

hellmaschine no2

Von: dermattin | Datum: 03.07.2004 | #14
ups hab mich verlesen :)

Apple Spielzeug

Von: Paul Cleff | Datum: 03.07.2004 | #15
Ich habe meinen 7. oder 8. Mac
davon 3 Powerbook.
Auch Fahre ich meine 3. BMW
Zum Vergleich Apple - BMW
Um sich mit BMW zu vergleichen sollte die Qualität bei BMW erheblich gesenkt werden.
Vieleicht erreicht BMW in 10 Jahren die Qualität von Apple.
PB Titanium PB; 1,5 GH ;Apple G4 und IPOD besitzer wiisen wovon ich Rede.
Gruss an Steve Jobs egal ob Z4 oder Mercedes.

Halb so wild

Von: Mozart | Datum: 03.07.2004 | #16
Ich teile die meinung von «Oliver». Man kann alles aufblasen.
Was ich allerdings nicht ganz verstehe ist der hier zum Ausdruckgekommene «Respekt der MG's gegenüber der NZZ».
Ich halte die NZZ für das Aushängeschild schweizerischer Vetternwirtschaft. FDP rechts. Ein Haufen einflussreicher Verwaltungsräte, verfilzung zieht sich über das ganze Land, bezw. dessen Wirtschat.
Nicht dass es in anderen Ländern anders wäre, aber hier in der kleinen Schweiz ist lediglich offensichtlicher.
Der Bericht der NZZ hat das niveau eines Schüleraufsatzes - mehr nicht - leider mit dem Unterschied der grösseren Resonanz.
Der Zürcher FDP-Filz sollte endlich einmal ausgeräuchert werden, Verantwortliche ab vor Gericht. Vielleicht gäbe es ja dann z.B. die Swissair noch.
Ach, sorry Leute, bin hoffnungslos OFF-Topic :-(

OT: cinebench

Von: namnam | Datum: 03.07.2004 | #17
bei [Link] gibs die resultate des derzeiten wohl schnellsten macs. wo sind diese denn im vergleich zu anderen nicht-mac-systemen einzuordnen?

Mozart spielt in der richtigen Tonart!

Von: Tom | Datum: 03.07.2004 | #18
Dein Vortrag trifft die Realität!

Hut ab! Und Danke!

Gruss Tom

seltsam, aber so steht es geschrieben ...

Von: donfritzl | Datum: 03.07.2004 | #19
denk ich mir immer wieder bei Artikeln zu Themen, die mir sehr geläufig sind - da fällt mir's eben auf, daß sehr viele von den Schreiberlingen A - keine Ahnung haben und B - schlecht recherchieren, und das alles unter Zeitnot (rate ich mal) - klar, die Leser hier kennen sich gut mit dem Mac aus, aber der Redakteur muss eben mal nen Artikel über Apple schreiben, und das macht er eben genauso gut, wie wenn er über die Landesgartenschau in Bad Pfeifenkirchen schreibt ohne direkt hinzufahren, nämlich oberflächlich, nur Allgemeinplätze dahereiernd - und da fühlen MacUser wie Bad Pfeifenkirchner zurecht verarscht - aber immer hin merken die's - die anderen Leser glaubens einfach "weil's geschrieben steht" oder sie wollen gar nur ihre Vorurteile bestätigt haben - wer will schon die Wahrheit wissen ...
Die sensationellen Umstiege von Grafik-Arbeitsplätzen auf PC - da stellt sich die Frage, wer das entscheidet - am Ende ist es der Powerpoint benutzende Betriebswirtschaftler, der in seiner Excel-Tabelle einfach Preis, MHz Erweiterungssteckkartenplätze und was da sonst noch so an Computereckdaten in der Gegend rumfliegen und zum Schluß kommt kommt eine schöne Zahl raus, nach der er seine Entscheidungen fällt und letztenendes kennt er sich genauso gut mit Computern aus, wie der tolle Redakteur ... und die armen Schweind die damit arbeiten müssen werden eh nicht gefragt - die soll'n doch froh sein daß sie nen Job haben!

NZZ und international angesehene Qualitätszeitung?

Von: CyBear | Datum: 03.07.2004 | #20
NZZ und international angesehene Qualitätszeitung in einem Satz zu erwähnen finde ich ebenso vorgestrig wie die Bemerkung, daß es fürs MacOS keine Software gäbe.
Ich erinnere mich noch sehr genau an den Artikel in der NZZ, über den angekündigten spanischen Truppenrückzug aus dem Irak nach der gewonnenen Wahl. Das Einhalten von Wahlversprechen wurde dort als übelstes Kapitalverbrechen gebrandmarkt. Seither ignoriere ich die NZZ nicht einmal mehr...

NZZ ist ja noch viel schlimmer als Bild

Von: Carlo | Datum: 03.07.2004 | #21
und für den Artikel sollte der Schreiber entlassen werden. Der ist noch nicht mal kritisch, sondern einfach nur dilletantisch geschrieben und zielt 1,5 Hand breit unter die Gürtellinie.

@rafi Immerhin hat der Standard erfolgreich und jetzt glücklich darüber zu Mac OS X migriert.

@Tom, Hellmachine, Rolling Flo und Druckspezi kann ich nix hinzufügen.

Nicht Apple hat den die sogenannte ehemalige Stammkundschaft (sogenannte Kreative) aus den Augen verloren, sondern die haben zu einem großen Teil immer noch nicht begriffen, daß für ihren Bereich nicht mehr, so wie noch vor wenigen Jahren, Apple der Ansprechpartner ist, sondern Solutionpartner, die in den speziellen Gebieten viel mehr leisten können, als ne Appleabteilung, die für viele Fachgebiete da ist.
Das sollte sich auch Terrania mal vergegenwärtigen, die immer wieder mal gerne auf dem Keyaccounting von Ismaning herumreitet. Es steht bei Apple zwar überall nachzulesen. Aber anscheinend sind die zu blöde, die entsprechenden Nachrichten bei Apple zu finden oder wollen es einfach nicht wahrhaben. Selbst der Standard, der in seiner Berichterstattung früher eher contra Apple schrieb hat das begriffen und die haben völlig unerwartet entschieden, nämlich für X. Und der Solutionpartner, den die hatten, den sollten sich die Verlage mal hinzuziehen, die zu MS migrieren wollen.

Carlo

Vielleicht verstehen es ja Einige nicht

Von: daveinitiv | Datum: 03.07.2004 | #22
aber der Artikel von Bert ist einfach nur ein sehr geiler satirischer und zynischer Konter auf einen polemisch und schlecht geschriebenen Artikel in der NZZ.

Vielleicht müssen die MGs demnächst bei solchen Artikeln animated Gifs einsetzen um darauf hinzuweisen ...

Sehr geiler Artikel Bert, der mich sehr lachen ließ, danke ...

Dave

unglaublich

Von: kaos | Datum: 03.07.2004 | #23
leute. ihr redet von der nzz. habt ihr mal nzz gelesen? kennt ihr das blatt? das hat seine eigene linie. die nzz hat einen exzellenten auslandsteil, einen guten wissenschaftsteil und einen akzeptablen inlandsteil, wenn man ihre meinungen teilt. die nzz ist die beste zeitung der schweiz, auch wenn nicht jeder artikel grossartig ist. der kritisierte artikel hingegen ist eine glosse(!) und als solche ganz gut gelungen. kopfschüttel.

kaos

nö nö

Von: Bert | Datum: 03.07.2004 | #24
Lieber Kaos,
ich beziehe die NZZ seit Jahren, und halte sie für die beste österreichische Zeitung. ;-) Der Auslandsteil ist prima, und auch der Rest okay. Eine "Glosse", die mit alterhergebrachten Vorurteilen arbeitet, ist gerade bei einer solchen Zeitung inakzeptabel.
Herzliche Grüße,
Bertram

Erstmal danke Bert..

Von: Frank | Datum: 03.07.2004 | #25
lange nicht mehr so gelacht. Kleine Bemerkung zu einigen Kommentaren. Was in den Medien steht ist nicht das Leben. Apple ist jahrelang kaum in den Medien vorgekommen. Jetzt stürzen sich alle Medien auf den iPod + itunes. Ist ja auch schön und gute Werbung für Apple. Das bedeutet ja nicht, dass wenn in den Medien nur über 2 Produkten geschrieben wird, Apple alles andere vernachlässigt. Was ist denn in den letzten Jahren mit OS X passiert. Vergleicht doch mal was in der selben Zeit mit ungleich grösserem Budget und Leuten in Redmond gemacht wurde. Bei Apple sind natürlich die Ressourcen begrenzt und man kann nicht auf allen Hochzeiten gleich gut mitspielen. Ich kann nur sagen: "Respekt und Step by Step weiter so" (Gilt auch für die MacGuardians)

NZZ: Ein wortreiches Nichts!

Von: Meinname | Datum: 04.07.2004 | #26
Tip: Wenn man nicht wircklich was zu schreiben hat - dann einfach sein lassen!

Nur noch mal ...

Von: Bodo | Datum: 04.07.2004 | #27
... auf ein weit verbreitetes Mißverständis zu sprechen kommen:

der originale iMac ist NICHT auf Steve's Jobs seinem Mist gewachsen;-)

Nein, den hatte sein "unfähiger" Vorgänger noch initiert und zu verantworten.

Dank MG gibt es überhaupt noch eine nennenswerte Reaktion...

Von: -rw-r--r-- | Datum: 05.07.2004 | #28
...auf eine Journaille wie der Artikel in der NZZ. Soll doch die Zeitung sonst so gut sein wie sie will – ich als Konsument habe das Recht, per Konsum oder eben per Konsumverweigerung das letztendliche Urteil abzugeben.

So habe ich es auch mit der Macwelt gemacht. Ich konnte es nicht goutieren, schon auf der ersten Folgeseite der Titelstory über den kommenden Tiger lesen zu müssen, was er der Meinung der Macwelt-Macher nach haben müsste und WAS LONGHORN SCHON HÄTTE!!! Verflucht!!! weggeschmissen! gekündigt! beschimpft! Ich bin ein Macianer. Und cholerisch. Das sind beides Schwächen und eine davon ist sehr symphatisch. Bert, sehr gut, eins!!!

Als Windows-User muss ich mal...

Von: Machine | Datum: 05.07.2004 | #29
... meinen Senf dazu loswerden:

(kenne mich bei Apple naturgemäß halt
nicht so gut aus und könnte folglich das
Geschreibse der NZZ für voll nehmen)

NZZ, Spiegel, Forcus und Stern haben
offenbar keine Ahnung von dem, was
sie schreiben.

Auch bei anderen Artikeln, wo ich durch
die Firmen bei denen ich arbeitete, mehr
Ahnung von der Materie als der Redakteur
hatte, war ich entsetzt.

Entsetzt über massive Verallge-
meinerungen, Verdrehung von Tatsachen
und geradewegs am Thema vorbeige-
schriebenen Artikeln.

Wenn das also usus ist, und kein Aus-
rutscher, dann sind wohl alle anderen
Artikel schlicht und ergreifend falsch.

Eigentlich beängstigend! Hmm nicht nur
eigentlich...

Gruß vom PC:
m - der sich aber stark für das PB 15"
interessiert. ;-)

Gotteslästerung

Von: Sistar | Datum: 05.07.2004 | #30
die Aufregung um den NZZ-Text verstehe iich nicht. Sind wir denn hier schon so weit, dass jeder Journalist, der Apple nicht begeistert beklatscht als unfähiger Lügner demoliert werden muss? Ist Kritik an Apple Gotteslästerung? Der NZZ-Artikel sagt 4 Sachen: 1. Apple baut leistungsfähige Server, 2. Apple unternimmt zuwenig, um der Welt zu sagen, dass Apple-Server leistungsfähig sind, 3. dieses Manko hat mit der Persönlichkeit von Steve Jobs zusammenhängen, 4. Firmenkunden sind für Apple wichtig. Das ist leider alles wahr. Als es im Januar anlässlich der MacWorld darum ging, die neuen Server vorzustellen, wendete jobs dafür gerade mal 3 Minuten auf, den Grossteil seiner rund einstündigen Präsentation widmete er Garageband.

Als die IT-Verantwortlichen der drei grössten Schweizer Medienhäuser entscheiden mussten, ob sie Apple auch in Zukunft unterstützen wollen, verlangten Sie von Apple Auskunft über die Zukunftsstrategie. Apple USA hielt es nicht für notwendig, diesen Kunden, die ja doch zusammen mehrere Tausend Macs besitzen, eine Antwort zu geben. Es entspreche nicht der Firmenpolitik über noch nicht angekündigte Produkte zu reden, war alles, was sich in Erfahrung bringen liess. So geht das nicht.
Sistar

keine mentalitätsfrage

Von: Iapetus | Datum: 29.08.2004 | #31
Schweizer hin oder her, dieser NZZ Artikel ist keine Mentalitätsfrage!
*kopfschüttel*

Ansonsten kann ich auf die NZZ mit ihrer neoliberalen Gesinnung auch bestens verzichten.

Gruss
Iapetus