ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3078

iPod und die Folgen

iMix-iDance-iParty – hat Londons Clubszene bald ein neues Highlight?

Autor: roland - Datum: 08.07.2004

PlayList nennt sich der neue Club, der am 7. August im "Nambucca" in Londons Holloway Road eröffnet wird. Und in der Tat ist die Idee dahinter ebenso neu wie möglicherweise trendsetting: Jeder Besucher darf seinen iPod samt Playlist und iMix mitbringen und im Club selbst als DJ auftreten – 15 Minuten lang. Ein Konzept, das die Macher britisch cool so formulieren: "Inspired by the sheer ease-of-use and fun-packed iPod a group of aspiring DJs decided to share their idea of a stonking night out" Hey, das hört sich doch gut und höchst sozialistisch an (im positivsten Sinne). Wer sich die Details in der offiziellen Presse-Erklärung reinziehen will – vielleicht als Anregung für ein eigenes Club-Projekt? – der kann sich das PDF hier ziehen.
(Quelle: MacMinute)

Kommentare

Wie machen die das mit den Urheberrechten?

Von: Gulaschpizza | Datum: 08.07.2004 | #1
...und der GEMA-Gebühr bzw dem englischen Pendant dazu?

Gute Frage

Von: Roland Mueller | Datum: 08.07.2004 | #2
Soweit ich weiß, existiert in Großbritannien kein echtes Pendant zur GEMA (Quelle: hier). Insofern wird's wohl auch keine Probleme mit derlei quasi öffentlichen Aufführungen geben. Keine GEMA-Rollkommandos also, die ganze Clubs ausheben ;-)

Ein Fehler auf eurer Page

Von: Günni | Datum: 09.07.2004 | #3
Dies ist der dritte Beitrag, aber der Zähler wird wahrscheinlich fünf zählen.
Wie kommt das?

Stimmt, dann wird ...

Von: Günni | Datum: 09.07.2004 | #4
das wahrscheinlich Nr.6 sein

Tolle Idee, aber es fehlt ein fixer Ausgang am iPod

Von: puckmaus | Datum: 09.07.2004 | #5
Hallo,

die Frage mit der GEMA stelle ich mir auch immer, wenn im Radio Platten gespielt werden, die es gar nicht offiziell zu kaufen gibt und dies vom DJ auch noch so gesagt wird.

Mich würde in dem Zusammenhang mal interessieren, woher das Wort "Bootleg" kommt und ob das mit illegal gleichzusetzen ist. Wenn das so ist, wundert es mich echt, daß im WDR-Programm Bootlegs wortreich angekündigt und gespielt werden.

Was den Club angeht, in dem jeder mit seinem iPOD auflegen darf, so finde ich die Idee nett, frage mich aber, warum ich da nicht mit meinem DAT-Tape oder meiner CD auflegen darf? Man wird ja eh nicht umhinkommen und zu Hause am Mac mehrerer Tracks zu mischen, so daß zwischen den Titeln keine Pause zu hören ist. Die Idee zeigt imho aber deutlich, daß der iPOD dringend digitale und analoge Schnittstellen benötigt und lediglich mit dem Kopfhörerausgang suboptimal ausgestattet ist.

Gruß aus Köln,


puckmaus

Kopfhörerausgang

Von: FOX | Datum: 09.07.2004 | #6
ist an der Hifianlage per Cinch auch viel zu leise!
Da muss man schon ordentlich aufdrehen, bis etwas zu hören ist.
Selbst der "iPod-Volume-Booster"
[Link]
bringt da nicht viel.
Gibt es da noch andere Tricks?

iPod-Dock?

Von: Maxen | Datum: 09.07.2004 | #7
Ich tippe mal drauf das die Audioausgänge an dem iPod-Dock hängen ansonsten müsste doch jeder dieselbe Lautstärke einstellen.

Die Idee klingt auf jedenfall schon mal gut obwohl 15 Minuten nicht gerade viel Auswahlmöglichkeit bietet.

Maxen

Alter Hut

Von: macgeek | Datum: 09.07.2004 | #8
Nette Werbung für Apple, aber ganz neu ist die Idee nicht: [Link]
noWax macht ähnliches seit letztem Jahr in mehreren Städten weltweit.
Das Problem bei Playlist sehe ich in der Qualität. Ich weiß nicht wie viel Publikum das ganze nach einer kurzen Hype-Phase anzieht, wenn dann auch noch alle 15 Minuten der iPodJ wechselt kann das schnelle etwas nervig werden.

GEMA

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 09.07.2004 | #9
Wie auch immer das in England geregelt sein mag, hierzulande ist das relativ einfach: Clubs zahlen einen Pauschalpreis je nach Größe des Clubs. Bei Live-Veranstaltungen (Konzerten) wird zusätzliche eine GEMA-Gebühr fällig (auch wenn die Band nicht angemeldet ist, das nennt sich dann Mehrwert und ist ein Thema für sich, bei dem mein Kollege hier im Büro jedesmal in die Luft geht...).

Prinzipiell kann ein Club auch Kopien der Original-CDs auflegen, allerdings wird dann die GEMA-Abgabe entsprechend höher (lustigerweise aber um einen Betrag, der es, wenn man es auf die Spitze treiben wollte, der es fast lohnend machen würde, _ausschließlich_ Kopien einzusetzen - es wird nicht überprüft, ob man die Originale besitzt!). Dieser höhere (Straf)Betrag wird fällig, sobald bei einer Stichprobe (die GEMA-Leute schauen immer wieder mal vorbei) auch nur _ein einziges Nicht-Original_ gefunden wird.
Hierzulande wäre also solch eine Veranstaltung prinzipiell von der Pauschalabgabe gedeckt, wobei man wetten könnte, dass zu dieser Veranstaltung ein Mann von der GEMA in der Türe steht und die iPod-Kopien bemängelt, woraufhin ein höherer Betrag abgeführt werden müsste.

DJ-Wechsel

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 09.07.2004 | #10
Im häufigen DJ-Wechsel sehe ich nicht unbedingt ein Problem, Abende mit sehr wechselndem Musikangebot sind zwar schwer zu bewerben und zu etablieren, finden aber bei denen, die kommen, erfahrungsgemäß sehr hohen Anklang.

Das Qualitätsproblem würde ich wörtlich nehmen, denn für eine gute Clubanlage sind 128kBit-Songs eindeutig nicht gut genug, da wird dann schnell Matsch draus (fehlende Höhen)

bin neugierig

Von: al borland | Datum: 09.07.2004 | #11
was waere denn sozialistisch im negativen sinne?

SPD? *ggg*

Bootlegs

Von: oli | Datum: 09.07.2004 | #12
Zum Thema "Bootlegs":

wie es rechtlich aussieht, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann ist, dass die Bootlegs entweder vollkommen unbeschriftet kommen (also weder Artist/Track/Label-Angaben drauf) oder immer mit dem Zusatz "for promotional use only" versehen sind. Interessant ist dabei natürlich auch, dass diese trotz des Vermerks von jedem Plattenladen offen verkauft werden... Das Thema wird von der Gema wohl auch daher nicht sonderlich interessiert verfolgt, da Vinyl eben nicht das Raubkopie-image anhaftet, wie bei der CD z.B.

Zur angesprochenen Zusatzangabe für Kopien: d. h., dass dadurch auch das abspielen von MP3's (Laptop/Final Scratch) genehmigt ist?

Yep.

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 09.07.2004 | #13
Soweit ich das verstanden habe, kannst du in einem Club eigentlich als Quelle nutzen, was du willst. Sobald aber eben keine Originale eingesetzt werden gibt's von der GEMA in Form einer erhöhten Gebühr eins auf den Deckel -- mehr aber anscheinend nicht. Gut, kann sein, dass im Verdachtsfall von massenweisen Kopien die GEMA selbst nachforscht oder Infos weitergibt und dass der DJ dann mal Besuch bekommt von Herrn Sony ;)
Ich habe das mehr oder minder nebenbei mitbekommen als die Kollegen bei mir im Büro einen GEMA-Vertreter da hatten und es während der Diskussion recht heiß herging (GEMA ist ein Reizwort ;) von wegen "Na, verwenden wir doch gleich nur Kopien, denn Kopie plus GEMA ist billiger als alle Originale kaufen plus GEMA" -- da hat der GEMA-Mensch nicht viel drauf gesagt ;)

Also Info ohne Gewähr...

Da würd ich aber nicht kommen

Von: DASKAjA | Datum: 09.07.2004 | #14
Von diesem Genremix mal anbgesehen, da kommen vielleicht ein Paar schätze zum Vorschein, die man sonst nie gehört hätte. Aber wenn die Playlisten vorher nicht geprüft werden, wer schützt einen davor, dass ein DJ seine Gesänge unter der Dusche, aufgenommenes Gestöhne sein Freundin oder irgendwelche Werbebotschaften zum Besten gibt?

iPod mini bem Handy Kauf...

Von: dermattin | Datum: 09.07.2004 | #15
[Link] Was haltet ihr davon?

club und gema

Von: nico | Datum: 09.07.2004 | #16
wenn es ein club im eigentlichen sinne ist und es kommen "clubmitglieder", dann ist es nicht oeffentlich!
insofern waere es auch in deutschland fuer die gema voellig tabu, da keine oeffentliche auffuehrung.
es waere ein clubinternes treffen mit legal erworbener musikuntermalung.

sicher ist aber etwas anderes gemeint...

Ihr kennt die Engländer nicht...

Von: morten | Datum: 10.07.2004 | #17
...jeder der mal in einem englischen oder irischen pub war, weiß, das engländer wahre meister im bedienen von jukeboxen und partymachen sind. die ausgeprägtere clubszene wird ihr übriges beitragen.