ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3079

Apple Österreich verliert den Chef

Christian Maranitsch legt den Apfel weg

Autor: bh - Datum: 08.07.2004

Der Geschäftsführer von Apple Österreich, Christian Maranitsch, verlässt überraschend das Unternehmen. Laut Standard Online wurde offiziell nur erklärt, dass Maranitsch sich neuen Herausforderungen stellen werde. Ursprünglich aus dem Kerngebiet des PC-Business bei Compaq kommend hat Christian Maranitsch seit August 2002 viel bei Apple Österreich bewegt. Beispielsweise haben wir ihm die Kooperation mit der Elektronikkette Niedermeyer zu verdanken, durch die iMac, iPod und Konsorten in Regionen Österreichs vordrangen, wo man bisher von Macintosh wenig gehört hatte. Auch bei den Händlern und Anwendern machte sich Maranitsch rasch Freunde, da er sich nicht im Büro verschanzte, sondern - anders als eigentlich konzernüblich - ein offenes Ohr für jedermann hatte. Durch seine vorherige Tätigkeit in der PC-Branche hatte er gute Kontakte in Unternehmen, die niemals mit Apple zu tun hatten. Er war in seinem Element, wenn es darum ging, anhand von Oracle-Anwendungen in Klein- und Mittelbetrieben mit dem gängigen Vorurteil aufzuräumen, der Mac sei nur etwas für die Kreativbranche.

Wir haben Christian Maranitsch als offenen Menschen schätzen gelernt, der auf zahlreichen Treffen abseits des stromlinienförmigen Managerquacks mit Anwendern fachsimpeln konnte, als einen Mann, der sich rasch eingearbeitet hat in die spannende Welt von MacOS X und einer lebendigen Szene. Es wird Frank Steinhoff, der nun wieder interimistisch die Geschäfte übernimmt, ordentliche Schwierigkeiten bereiten, einen adäquaten Nachfolger zu finden. Vielleicht reicht auch diesmal ein neues Gesicht nicht, um mangelnde Autonomie zu verdecken? Manager brauchen Spielraum - wer den nicht geben will, sollte eher den Posten eines "Reichsverwesers" ausschreiben.

Kommentare

hmmmm

Von: waldorf | Datum: 09.07.2004 | #1
Zu viele Nachrufe gelesen in den letzten tagen, oder?

Nach der Beschreibung

Von: Geier | Datum: 09.07.2004 | #2
Nach der Beschreibung passt dieser Mensch doch in keinster Weise zu Apple weder in Deutschland noch in Österreich (in Österreich vielleicht noch eher). Bei Apple sind doch nur stromlinienförmige Jasager gefragt, die um Gottes willen keine eigenen Ideen haben. Alle Kreativen und Querdenker wurden in den letzten Jahren entsorgt und durch sehr schwache Nachfolger ersetzt. Diese funktionieren vielleicht im Konzern, aber nicht im Markt.
Der Stillstand geht weiter. Stillstand heißt Rückschritt.
Schade für Apple in Österreich.

ab zu Microsoft

Von: Leo (fscklog) | Datum: 09.07.2004 | #3
Ab demnächst ist er dann Leiter der "Enterprise & Partner Group" bei MS Österreich. Uiui.

So einer wie der gehört mal zu Apple Deutschland

Von: jerry | Datum: 09.07.2004 | #4
Finde das Steinhoff in D extrem wenig bewegt im Vergleich zu Maranitsch
oder mein ich das nur?

Darf der Steinhoff eigentlich nix machen oder will er nicht?

Kenne weder den einen noch den...

Von: Jochen | Datum: 09.07.2004 | #5
anderen aus den Schlagzeilen.
Halt nur; dass es Manager waren oder sind.

1) Highlights von Maranitsch ?
2) Highlights von Steinhoff ?

Jochen

na die Highlights von Maranitsch stehen ja im Artikel

Von: jerry | Datum: 09.07.2004 | #6
aber wo sind die von Steinhoff????

"Das Leben nach Microsoft"

Von: Stevo7 | Datum: 09.07.2004 | #7
Von Apple zu Microsoft?

Hat der den Fernsehbericht "Das Leben nach Microsoft" mit den kaputten Code-Spacken nicht gesehen?

Dann hat er es eben verdient!

Christian...

Von: Stevo7 | Datum: 09.07.2004 | #8
...laass Diieh net kaputtmachen!

schade

Von: Bert | Datum: 09.07.2004 | #9
Tja, das zeigt doch nur, daß Maranitsch andere Prioritäten setzt. Verwunderlich ist es nicht, immerhin ist sein ehemaliger Boß von Compaq jetzt bei MS in der Chefetage und er wurde nachgeholt... von Geld und Kompetenzen her ein irrer Aufstieg, aber in den langen finsteren Nächten.....diese Frage, ob man Zuckerwasser, Bloatware oder Innovation verkaufen möchte...naja, jeder entscheidet für sich. Schade trotzdem. Bert

Kaste

Von: StevesBaby | Datum: 09.07.2004 | #10
Die Manager-Kaste tauscht untereinander nur aus. Nichts weltbewegendes.

mal eine frage an die abgeklaerten herren hier

Von: tom | Datum: 09.07.2004 | #11
ich staune was ich hier lese. mein verstaendniss fuer jemanden den es offensichtlich nur ums geld geht haelt sich irgendwie in grenzen... ich frage mich: wie glaubwuerdig ist jemand (auch rueckwirkend betrachtet), der die letzten monate den grosskunden erzaehlt hat wie super open source und apple ist, und der jetzt den grosskunden das gegenteil erklaeren wird? kann sich jemand hier vorstellen, wie man da drauf sein muss um das durchzudruecken und sich dabei selbst noch ernst zu nehmen? ich kann es mir nicht vorstellen.

ganze einfach

Von: StevesBaby | Datum: 09.07.2004 | #12
Es geht um Profit, da wechselt man schnell seine Ansichten und Wünsche und paßt sie dem jeweiligen Unternehmen an. In dieser Clique ganz normaler Zustände.

no more freaks

Von: Bert | Datum: 09.07.2004 | #13
Hm, also im Managment ist es üblich, das die Leute nur ein Haus weiter hüpfen. Mag seltsam anmuten, aber auch der Pressesprecher von Apple Deutschland, Georg Albrecht, kam von Intel zu Apple. Es geht nur bei wenigen Positionen darum, sich tatsächlich mit der Firma zu identifizieren - also wenn Holger Niederlänger plötzlich zu Intel ginge, dann wäre ich auch schwer enttäuscht. Aber der macht das nicht --> siehe auch einen meiner älteren Beiträge: es gibt nicht mehr viele Freaks, nicht mal bei Apple. Niederländer ist aber eine erfreuliche Ausnahme. Gruß, Bert

freaks...

Von: tom | Datum: 10.07.2004 | #14
es stimmt mich nachdenklich, dass die leute die noch glauben was sie sagen als "freaks" klassifiziert werden...

Freak?

Von: Holger | Datum: 12.07.2004 | #15
das "Freak" nehm ich dann mal im positiven Sinne. ;-)

Aber ich muss Bert zustimmen: zu I... gehe ich wirklich nicht! Die Arbeit muss ja auch Spass machen...

nix zu sagen?

Von: QuickMik | Datum: 16.07.2004 | #16
also.....ich hab ihn persönlich gekannt. er wollte wirklich was bewegen. nur...das geht bei äpfl nicht. ich stelle einmal die behauptung auf, das es nicht viel ausmacht, ob es apple österreich gibt oder nicht! das hat aber sicher nix mit dem maranitsch zu tun! war schon anfang der 90er (unter robertZ) das ganz gleiche....

my2cent
mike