ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 308

Presseerklärung der Fachhändler

Es kommt Leben in die Bude

Autor: bh - Datum: 17.04.2002

Die erste offizielle Stellungnahme der neu zusammengeschlossenen Apple-Fachhändler ist ins Haus geflattert. Zwar glaube ich, daß MacGuardians bisher auch anständig darüber berichtet hat, aber vorenthalten wollen wir sie Ihnen nicht.

Vor etwa drei Monaten fanden sich die ersten Apple Fachhändler in einer losen Interessengemeinschaft zusammen, um auf die zur Zeit unbefriedigende Situation im Apple-Markt zu reagieren. Auf der einen Seite gibt es Unternehmen, die auf Kosten des Fachhändlers vor Ort wachsen wollen und dies auch unter Inkaufnahme eines ruinösen Verdrängungswettbewerbs
tun. Auf der Strecke bleibt dabei das Produkt. Es gibt keinen Spielraum mehr für intensive Neukundenakquise, der Marktanteil der Apple Produkte fällt drastisch, und viele lokale
Fachhändler werden den Markt verlassen, wenn keine ƒnderung der Situation zu erwarten ist.
Auf der anderen Seite gibt es hausgemachte Probleme. Die Fachhändler waren nicht organisiert, es fehlte jegliche Vertretung, um auch mit Apple zusammen bestehende Probleme zu definieren und gemeinsam zu lösen. Hier bedürfen neben vielen weiteren Themen die Ersatzteilversorgung und die unzumutbaren Reparaturprogramme der gesteigerten Aufmerksamkeit. Am Mittwoch vergangener Woche hat sich aus dem losen Zusammenschluss der vergangenen Monate heraus eine Genossenschaft mit Sitz in Wiesbaden gegründet. Ihr Ziel ist es, die genannten Probleme anzugehen, den Mitgliedern eine starke Stimme zu verleihen und auch in Zukunft anstehende Fragen gemeinsam konstruktiv zu bearbeiten. Zu diesem Zweck ist eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Apple und anderen Herstellern und Lieferanten geplant, unter anderem auch ein gemeinsamer Einkauf von Produkten. Der offizielle Name lautet: IT Fachhandelsgenossenschaft eG (Zusammenschluss von Apple Fachhändlern)

Dann folgt die Aufzählung der Aufsichtsratsmitglieder und Vorständler, die wir bereits vor ein paar Tagen veröffentlicht haben.

Mit dieser Zusammensetzung repräsentiert die Genossenschaft auch in ihren Organen die gesamte Bandbreite der Fachhändler ñ vom engagierten Einzelkämpfer bis zum Apple
Center ñ mit dem Ziel, das enorme Know How der einzelnen Unternehmen im Macintosh Markt zu bündeln und Synergien zum Wohle der Kunden nutzen.
Positiv aufgefallen ist in der Redaktion, daß auch selbstkritisch angemerkt wurde, daß mangels Vertretung Apple ja wohl schwer mit "den Fachhändlern" sprechen konnte. Hoffentlich sieht die Leitung der deutschen Niederlassung es auch als Chance, wieder mit einem treuen Handelspartner ins Gespräch zu kommen. Eine Marktkonzentration, wie sie Cancom erreicht hat, ist meines Erachtens für Apple nicht wünschenswert - zumal Steve Jobs ja die Neuaquisition von Kunden zum vorrangigen Ziel erklärt hat, und die Versender allgemein eher den bereits existenten Markt bedienen (oder auch abfischen, wie manche sagen.) Ein kritischer Dialog könnte zu einem Aufbruch im Mac-Markt in Mitteleuropa führen - wenn der Wille dafür vorhanden ist. Unter Peter Dewald hatte man eher das Gefühl, daß ruhmreiche Reste verwaltet wurden. (Hinter vorgehaltener Hand spotteten ja auch manche vom "Reichsverweser".) Hier wartet die erste große Bewährungsprobe für seinen Nachfolger Frank Steinhoff. Die MacGuardians wünschen beiden Seiten Glück!

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