ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3110

Ressourcenmangel

Der Preis der Innovation?

Autor: thyl - Datum: 21.07.2004

Nachdem ja schon klar war, dass Apple nicht so viele G5-Rechner ausliefern kann, wie der Markt gerne hätte (PowerMac und iMac), habe ich jetzt gelesen, dass auch der Mini iPod von einem Teilemangel gehemmt wird, nämlich der darin verbauten Festplatte. In beiden Fällen können Zulieferer die Produktion nicht wie gewünscht steigern.

Beide Produkte, sowohl der PPC970FX in 90 nm Technologie als auch die kleine Festplatte von Hitachi, sind "State of the Art" Produkte, die das neueste und verfahrenstechnisch herausfordernste auf ihren jeweiligen Gebieten darstellen. Da können halt schon mal Probleme in der Fertigung auftreten.

Fast glaube ich, dass man das wohl in Kauf nehmen muss. Wenn man immer das Neueste und Beste will, gibt es halt mitunter Probleme. Auch in der Vergangenheit hatte Apple immer mal wieder Probleme bei der Einführung neuer Technologien. So gab es am Anfang auch nicht besonders viele USB-Geräte, und Firewire hat sich bis heute nicht so richtig etablieren können. Auch bei der Einführung des G4, seinerzeit ebenfalls eine sehr moderne CPU, gab es aufgrund von Konstruktionsproblemen bei Motorola eine heftige Lieferverzögerung. Und beim Thema Hypertransport stellt sich sowieso die Frage, wieso Apple erst ein Konsortium mitgründet, dann aber weder einen Prozessor mit Hypertransport einsetzt (den es als PowerPC noch immer nicht gibt), noch auf andere Chips auf dem Markt zurückgreift, was sicher preisgünstiger wäre, sondern für die erste Generation des G5 nochmal eigene Chipsätze entwickelt hat. Anscheinend ist die Zeit noch nicht reif für CPU-unabhängige "Commodity"-Chipsätze von der Stange.

Vermutlich werden wir es daher solange immer wieder einmal mit Lieferproblemen zu tun haben, wie Apple derart modern bleibt.

Kommentare

2x

Von: Greavenbreit | Datum: 21.07.2004 | #1
... ist einmal zuviel. ;)

Einziges Stilmittel

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 21.07.2004 | #2
Napoleon hat einmal gesagt, die Wiederholung wäre das einzige rhetorische Mittel ;-)))
Napoleon hat einmal gesagt, die Wiederholung wäre das einzige rhetorische Mittel ;-)))

s

Von: CocoaBärchi | Datum: 21.07.2004 | #3
Bei 'Res(s)ourcenmangel' mangelt es immerhin auch an der Ressource 's' :-) Bei 'lack of resources' wäre es aber so richtig...

Man fällt immer leicht darauf rein...

Von: Jochen | Datum: 21.07.2004 | #4
wenn einem auf tollen keynotes und in schönen roadmaps die Fortschritte / Innovationen versprochen werden.

Meist wird man dann schnell von der Realität eingeholt.

Meine Erfahrung.

Jochen

@CocoaBärchi

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 21.07.2004 | #5
nur noch peinlich :-(( Danke

firewire nicht etabliert?

Von: pönn | Datum: 21.07.2004 | #6
moin allerseits,

"...und Firewire hat sich bis heute nicht so richtig etablieren können."

wie bitte? den feuerdraht sieht man doch überall? hd, optische lfw, ipod, selbt die meisten neuen pc haben fw, videoschnitt ist bei dv fast ausschließlich fw!

lebe ich im reality distortion field? :-)

grütze
pönn

Hmmm...

Von: Michael Wittwer | Datum: 21.07.2004 | #7
naja....
Also ich finde FireWire ist sehr gut auf dem Markt etabliert. Es wird ja beinahe in jeder digitalen Videokamera verwendet.Auch jeder bessere PC hat diesen Anschluss

Hypertransport kommt bei allen G5 Computer zum Einsatz... Zwar nicht am Prozessor sondern bei den PCI Steckplätzen und bei den I/O Anschlüssen

Pönn war schneller... *g*

Von: Michael Wittwer | Datum: 21.07.2004 | #8
hi hi hi

Firewire

Von: pal05 | Datum: 21.07.2004 | #9
Gibt es nicht ein EU Gesetzt wonach alle TV _Empfangs_ Geräte ab 200? Firewire haben müssen? Leider weiß ich nicht mehr wo ich davon gelesen habe...

jetzt gelesen??

Von: MetalSnake | Datum: 21.07.2004 | #10
"habe ich jetzt gelesen, dass auch der Mini iPod von einem Teilemangel gehemmt wird, nämlich der darin verbauten Festplatte."

Das ist doch schon von Anfang an bekannt gewesen und überall geschrieben worden, dass es nicht genug Festplatten gibt und deswegen Apple nicht mit der Auslieferung zurande kommt.

Apple

Von: Karl Schimanek | Datum: 21.07.2004 | #11
wird das schon hinbekommen ;-)

@pönn, Michael

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 21.07.2004 | #12
Nicht wirklich gut. Es stimmt zwar, dass viele Mainboards mitlerweile Firewire haben, aber trotzdem ist die Auswahl an Geräten sehr begrenzt. Es gibt Festplatten, CD/DVD-Teile und DV-Kameras. Jenseits davon wird die Luft sehr dünn. Bei Kompaktdigitalkameras gibt es kein mit FW, bei Spiegelreflexdigitalkameras geht der Trend weg von FW, bei Tintenstrahlern sieht es sehr mau aus (zwei Modelle von Epson, sonst noch was?), bei Lasern ditto, die meisten Scanner, obwohl sie es gebrauchen können, haben kein FW. Streamer? RAID? Seriell-FW Wandler? Parallel-FW-Wandler ADB-FW etc, Ihr wisst schon...Vielleicht findet man etwas, wenn man als einziges Kriterium FW hat, aber wenn man auch noch ein anderes Kriterium haben will, wird's eng.

Vielleicht ist es auch einfach zu teuer?!

Ich habe mich gerade mal damit beschäftigt, weil ich von diesem USB-Mist wegwill, und das Ergebnis war nicht berauschend.

@metallsnake

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 21.07.2004 | #13
Irgendeinen Aufhänger brauchte ich doch für mein Gesülze und den Link zu dem Artikel :-)))

90 mm vs die Kunden

Von: Cubologe | Datum: 22.07.2004 | #14
DIe grosse Preisfrage ist, ob die Kunden diese Art der Verknappung heutzutage noch akzeptieren. Beim iPod Mini mag das ja noch angehen, weil dies in gewisser Weise ein wirklich einzigartiges Produkt ist, bei den Powermacs und iMacs ist das aber nicht unbedingt der Fall.

Den Kunden ist es letztendlich egal, ob der 90 mm Prozess bei allen Chipherstellern noch nicht so hinhaut oder nicht. Sie wollen adeqaute Leistung für einen adequatenn Preis. Und kriegen sie das nicht bei Apple, dann eben bei HP, (gottseibeiuns) Dell oder IBM.

Und deshalb sollte Apple Ihre Supply Chain wirklich in den Griff bekommen.

@thyl: da bin ich wohl anderer Meinung

Von: mcj | Datum: 22.07.2004 | #15
Hi thyl,

bei allem respekt: Du stellt anscheinend öfter beiträge rein, die etwas zum nachdenken anregen (vrgl. Sofgtwarepatente: 'Kann ja jeder machen...'):

- das mit dem 'firewire nicht etabliert' kann man drehen wie man will, zumindestens ist es so, dass heute sogar aldi-notebooks das Ding drin haben. Bei Digital-Kameras macht das Zeug eben nicht so viel Sinn, weil USB einen grössere Basis hat und die Chips billiger sind. Daher ist die Aussage relativ zu sehen. Jeder kann sich hinstellen und sagen, dass FW nicht etabliert ist, allein schon weil es UBS schon gibt. Aber was ich verwirrender finde: Der Zusammenhang zur Aussage 'Preis der Innovation' wird mir allerdings nicht so klar?

- 'Was ich aber meine, ist, dass Apple eben diese HT-Chips selbst entwickelt hat; und das macht eigentlich nicht viel Sinn, denn wenn sie sowieso zwei Chips verwenden, die ausschließlich miteinander reden, hätten sie auch ein einfacheres Protokoll selbst stricken können.' - Das scheint mir ebenfalls ein wenig unüberlegt. schonmal daran gedacht, wie viele Personenjahre in Hypertransport stecken? Warum soll Apple das nochmal ganz neu selbst entwickeln? Bei Hypertransport dürften auch die einen oder anderen Lösungsansätze vorkommen, für Probleme, die bei einem High-Speed-Bus auftreten. Das soll Apple noch mal selber machen? Dann: Könnte es vielleicht auch noch Patentverletzungen geben, wenn Sie es selber machen wollten?

- 'Irgendwas spezielles ist da vermutlich in der Mache und Apple muss dringend die Kosten der Systeme weiter senken' - Ich weiss nicht ob solche Generalüberlegungen Sinn machen, denn a) muss das nicht jede Firma? und b) woher weisst Du, was bei der G5 Produktion am meisten Geld kostet. bzw, ist es tatsächlich so, dass es aufgrund der Tatsache ist, dass die asics zu proprietär sind? Ich habe den Eindruck, dass Du an dieser Stelle eher ins Blaue reinschreibst. Da gibt es noch tausend andere Faktoren, die vielleicht gewichtiger sein könnten.

gruss, m.

@mcj

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 22.07.2004 | #16
Deine Argumente sind sehr überlegenswert und ich freue mich über gute Beiträge der Leser; tatsächlich soll ja mein Zeug zu Diskussionen anregen.

Kurze Anmerkungen:
FW: stimmt, der Begriff "nicht etabliert" ist relativ; vielleicht bin ich auch etwas subjektiv zu dieser Meinung gelangt, weil eben gerade für die Sachen, die ich mir so überlegt habe, in nächster Zeit vielleicht mal anzuschaffen, keine FW-Produkte oder nur sehr teure (mit Zusatzmerkmalen, die ich nicht brauche, im Bundle mit FW) erhältlich sind, aber jede Menge USB.

HT: Gutes Argument, obwohl Apple ja auch schon einen Bus zur Verbindung von Chips gehabt haben muss, den sie aufbohren könnten, Know How ist sicher vorhanden.

ASICS: Spezielle ASICS in kleinen Stückzahlen sind immer teurer, schon von der Entwicklung her; ich glaube also einfach, dass das Zukaufen für Apple billiger käme. Im übrigen ist das seit 8 Jahren bei Apple die Strategie: kein Spezialfloppies mit Auswurfmotor mehr, keine SCSI Platten/CDs, PCI statt NuBus, USB statt ADB usw; Macs sind mittlerweile fast standardisierter als intel PCs. Warum nicht auch bei den Chipsätzen?

@thyl

Von: mcj | Datum: 23.07.2004 | #17
Na, das habe ich mir ja schon fast gedacht, dass Du mit dem Argument kämst, dass ASICS in kleinen Stzückzahlen immer teurer sind. Aber auch an dem Argument habe ich so meine Zweifel: Nimm' mal die ganzen Motherboard Hersteller und schau mal, wieviele Motherboards Apple dagegen produziert. Apple ist mit seinen Ascis locker in der Millionen-Auflage und kenne zwar keine Zahlen von anderen Motherboard herstellern, abe rich glaube bei ASUS oder DELL werden die Asics höchstens in ähnlicher Stückzahl verbaut (letztenendes reden wir ja über die North- uznd Southbridge Chips, um mal intel-Jargon zu verwenden) und bei Dell beispielsweise gibt es ja mindestens fünf verschiedene Chipsätze in der Workstation Paltette.

'Macs sind mittlerweile fast standardisierter als intel PCs. Warum nicht auch bei den Chipsätzen?
' ich weiss nicht, genau was Du damit meinst, aber die Antwort darauf könnte wohl lauten: Weil ein Chipsatz etwas mit dem Proz. zu tun haben sollte, mit kommuniziert werden sollte? big-Endian und little-Endian? Was soll denn Deiner Meinung nach passieren? Dass AMD mit HT-Northbridges für 970er rauskommt? Letztenendes ist es doch egal, ob eine Ingenieurscrew bei Intel oder AMD oder bei IBM/Apple das Zeug entwickelt.

Und dann noch (auch das noch!)

- Das mit den Spezialfloppies und Auswurfmotor und den acht Jahren hast Du wohl komplett durcheinandergebracht? Was meintest Du denn da?

- Apple hat keine SCSI Controller, (die sie auf Ihren Boards verbaut haben) selbst produziert. Die haben controller von NCR genommen (wer kann sich noch an den schicken 'tolerant' schriftzug erinnern? ;-)

- Von NuBus auf PCI zu wechseln hatte mE den Grund, dass es nicht so viele Karten Hersteller für NuBUS90 gegeben hätte. Einen eigenen PCI Chipsatz hat Apple trotzdem designed. Und ressourcen dadurch nicht eingespart.

... Und die Idee ADB mit der Einführung von USB weiter zu pflegen ist doch sowieso absurd! ... also ich sehe da das Argument nicht. Das mit der Ressourcen-Knappheit wegen der etwas schwer zu produzierenden mini-Hitachi Festplatte ist ja eine Sache, aber gleich so einen Rundumschlag? Naja.

Gruss, m.

Schweinefüttern

Von: Geier | Datum: 23.07.2004 | #18
G5 gibt's zum Schweinefütternund an jeder Straßenecke. Wo soll da der Engpass sein. Schaut Euch doch die letzten Quartalszahlen an. Sehr schwache Desktop Umsätze.

Modellpflege ist das Problem !

Von: pm | Datum: 23.07.2004 | #19
Es ist nicht mehr so einfach wie mitte der 80iger Jahre. Die Produktlinien von IBM müssen für beide Firmen ausreichen. Durch die Verküruung des Produktcycles auf 6 Monate gibt es logischerweise Probleme. Dies korreliert stark mit den 4 Tage Umlaufszeiten im Lager von Apple. Ich hoffe vor allem, dass die Xserve Problematik jetzt langsam überwunden ist auch wenn eine grössere Clusterbesellung hereinkommt.