ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3187

Rede & Antwort (1)

Die ersten 5 von 10 grünen Interview-Fragen an Björn Adamski

Autor: roland - Datum: 09.09.2004




Mit diesem Beitrag wollen wir eine lockere Folge von bewusst sehr langen und sehr ausführlichen Interviews starten, in denen professionelle Mac-User aus den unterschiedlichsten Branchen Rede und Antwort stehen. Den Anfang macht heute Björn Adamski. – Björn ist ausgebildeter Mediengestalter und FCP-Anwender der ersten Stunde. Er ist freiberuflich tätig überall dort, wo professionelle Postproduktion verlangt wird. Zudem ist er häufig im FinalCutPro-Forum anzutreffen, Co-Autor und Autor von Mac-Fachbüchern (darunter ein in den nächsten Wochen bei Galileo-Press erscheinendes über FCP HD sowie um Weihnachten herum ein weiteres über Apple Motion) und allerlei mehr, wovon er uns sicher hier berichten wird.
Wir haben ihn nach einem Musikvideo-Dreh – komplett digital im HD-Format gedreht (Foto vom Set oben) parallel auf Mac aufgezeichnet (ca. 800 GB Videodaten) und anschließend mit FCP HD postproduziert! – abgefangen, plauderten mit ihm über seine Vita und haben ihn befragt zu seinen Einschätzungen von und Erfahrungen mit Apples Final Cut Pro. FCP ist ja nicht erst seit gestern eines der Flaggschiffe der Apple Software. Zusammen mit QuickTime als plattformübergreifende Schlüsseltechnologie hat es für viele Amateure und Profis den nonlinearen Videoschnitt erst beherrschbar und finanzierbar gemacht. Wir trafen Björn an einem sonnigen Spätsommertag Anfang September im malerischen Wasserturm von Groß-Gerau, wo er für die Werkstatt Postproduktion macht. Natürlich am Mac. Und natürlich mit der Production Suite…



MaGu: Björn, was machst Du beruflich?

Björn: Gute Frage. In der Medienbranche gibt es ja so wahnsinnig wichtig klingende Berufsbezeichnungen. Da ich gerade in letzter Zeit sehr viel mache, würde diese sehr lang ausfallen. Zuletzt habe ich mit einem hervorragenden Team ein Musikvideo auf HD produziert. Ein Artikel dazu wird in der kommenden Digital Production 05/04 erscheinen. Bei diesem Projekt habe ich zusammen mit meinem Kollegen Christoph Scherer das SFX-Supervising gemacht sowie mit zwei anderen Mitarbeitern das Compositing in AfterEffects. Danach habe ich das Buch zu Final Cut Pro HD als Co-Autor fertig geschrieben und derzeit sitze ich, diesmal als Autor, am Buch zu Motion. Christoph Scherer unterstützt mich hierbei als Co-Autor, was nach dem AfterEffects-Marathon eine gute Trockenübung darstellt.
Ende des Monats bin ich für Apple auf der Photokina in Köln und zeige natürlich die Pro Applications und was sonst so anfällt. Am Stand eines Elektronikherstellers schaue ich auch mal vorbei, da habe ich mit einer Firma aus Offenbach ein Setup für die HD-Projektion zusammengestellt – leider ein Windows Media 9 HD-Film, der auf einem Alienware PC läuft. Die nächste Version von QuickTime sollte die 5.1 Dolby Digital Audioausgabe unterstützen, so dass dann für so etwas der Pixlet Codec die erste Wahl wäre.

MaGu: Wie bist Du an den Mac geraten? Kannst Du Dich noch an Deinen allerersten Mac erinnern? Welches Modell war das?

Björn: So mit fünfzehn hatte ich einen 386er PC mit 25 MHz von meinem Bruder geerbt, da er nach Amerika zum Studieren ging. Der stand natürlich immer offen unter dem Schreibtisch, um schnell die Interrupts auf der Soundblaster-Karte umstellen zu können. Der hatte übrigens auch mal 5.000 DM bei Escom gekostet, wo es zu der Zeit auch schon Performas zu kaufen gab. Ein guter Freund von mir hatte Amiga und Atari Rechner. Auf Amigas haben wir gezockt, bis die Schulnoten am Rande des Abgrunds lagen.
Vor allem der Atari hatte uns sehr in den Bann gezogen. Wir haben darauf mit dem Programm Calamus Referate geschrieben, mit gescannten Bildern und Farbausdrucken. Einige Lehrer haben bezweifelt, dass wir das selber gemacht hatten, so dass es zweimal vorkam, dass Referate nicht bewertet wurden – tja, die kannten halt nur die Möglichkeiten ihrer PC Möhren. Der Atari war einfach beeindruckend. Der Bruder meines Freundes hatte auch ein Tonstudio mit einem Atari, auf dem Cubase lief und mit dem wir auch etwas experimentieren konnten. Ansonsten waren wir damit beschäftigt, irgendwelche CONFIG.SYS Dateien umzuschreiben, um noch etwas Hi-Memory für Wing Commander anzuzapfen. Genauso schrieben wir ständig in der SYSTEM.INI und WIN.INI von Windows herum, um Neuinstallationen zu umgehen – doch das ging nur selten gut.




Irgendwann wird man ja mal älter, und wenn man auf dem PC groß geworden ist, dann war es jetzt an der Zeit, am Mac erwachsen zu werden. Dafür musste ich bitter bluten. Ich war 19 Jahre und hatte als Schüler nicht genügend Geld. Mein Bruder hat mich unterstützt, so dass ich mit etwas feilschen einen 6100er ohne CD-ROM Laufwerk gekauft habe, ich meine für ca. 5.500 DM mit 14" Apple Monitor. Das war damals noch die Entscheidung, ob man einen Performa mit 68k Prozessor kauft oder die neue Generation. Als PC-Heimwerker- König konnte ich natürlich den Rechner nicht den zertifizierten Apple-Technikern alleine überlassen. Der 6100er war mit zwei Handgriffen geöffnet, ohne eine Schraube zu lösen – ich war begeistert. Das Innenleben des Rechners war durchdacht und aufgeräumt, wie ich es noch nie vorher gesehen hatte.
Wir hatten über einen weiteren Freund die Möglichkeit, unter Einkaufpreis PC Hardware einzukaufen. Es dauerte nicht lange, und ich war mit 72 MB RAM die unangefochtene Nummer ein in der Schule. Mein fehlendes CD-ROM Laufwerk rüstete ich mit einem 4,4x Toshiba Laufwerk für 280 DM nach, da Apple für sein 2x CD-ROM stolze 700 DM verlangt hatte. Zu dritt kauften wir uns den ersten Toshiba 2x CD-Brenner für rund 1000 DM. Wir waren damit die einzigen auf der Schule, die CDs brennen konnten. Der Brenner wurde extern über SCSI angeschlossen. Am Mac bedeutete dies Kabel anschließen, Toast starten, brennen. Am PC war das einfach nur die pure Hölle. Mit diesen Möglichkeiten entschlossen wir uns auch, etwas Produktives zu machen und übernahmen Gestaltung und Umsetzung des Yearbooks zum Abitur 1996. Bis dahin wurden alle Bücher immer im Kopierverfahren erstellt. Wir machten den ersten Vierfarbdruck auf Glanzpapier. Corel Draw war die Hölle, aber wir hatten nur einen Mac, und dort wurden alle Fotos und Bilder gescannt sowie die komplette Bildbearbeitung durchgeführt – der Rest dann eben auf PC.
Da wir teurer druckten als alle bisherigen Jahrgänge, mussten wir das Geld durch mehr Anzeigen reinholen. Mit dem hochwertigen Vierfarb-Cover und dem Angebot, komplette Anzeigen selber zu gestalten gelang dies auch. Das Jahrbuch wurde die Referenz für alle späteren Jahrgänge. In diesem Moment wusste ich: der Mac hat meinen Berufsweg geebnet. Und nicht nur meinen – der Freund mit dem Amiga und dessen Bruder sind heute Kollegen und Freunde. Der Mac war die Eintrittskarte in die Welt der Werbung und der Filmproduktion. Damals wie heute ist es eine wichtige Referenz für ein Praktikum.

MaGu: Seit wann etwa arbeitest Du mit Apples FinalCut Pro und welche Erfahrungen hast Du damit gemacht?

Björn: Wir arbeiteten noch auf beigen PPC-Systemen von Apple, als ich zusammen mit Christoph Scherer einen Artikel über FireWire gelesen habe. Wir arbeiteten damals in der gleichen Firma zusammen, und bis dato gab es nur Avid-Systeme und Adobe Premiere. Christoph war schon immer unheimlich gut informiert und kannte schon viele Details über FireWire und G4 Prozessoren, während ich noch darüber brütete, welches SCSI-Gerät in der Kette gerade wieder Ärger macht.

Den ersten blauweißen G3 bekamen wir mit einer Realtime Video Karte von Digital Voodoo und 72 GB SCSI RAID ausgeliefert. Realtime hieß in diesem Zusammenhang, dass die Karte in Echtzeit unkomprimiertes 8 und sogar 10-Bit Video ein- und ausspielen konnte. Von Echtzeiteffekten war man noch weit entfernt. Das System kostete um die 25.000 DM und war eines der ersten, das in Deutschland ausgeliefert wurde – damals noch von dem bekannten Händler Kodiak, der hier echte Pioneerarbeit geleistet hat. Es gab zu diesem Zeitpunkt noch kein Final Cut Pro, aber man konnte mit einem kleinen Programm von Digital Voodoo eine MAZ steuern und Filme ein- und ausspielen. Über SDI war das verlustfrei, so dass wir auch an Avid Systeme QuickTime Filme in Echtzeit übergeben konnten, ohne über das Netzwerk kopieren und dabei irgendwelche 2 GB Einschränkungen beachten zu müssen.
Die erste Final Cut Pro Version erschien dann auch bald, aber es gab keine Notwendigkeit für den Einsatz bei uns, da wir Premiere und mehrere Avid-Systeme hatten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch eine Nebenbeschäftigung im Apple iTeam, in dessen Zuge ich auch engere Kontakte zu Apple bekam. Ich erhielt mal eine Lizenz zum Ausprobieren, und als Final Cut Pro 2 auch das Voodoo System unterstützte, wurde es sehr interessant. Auch das DV-Format erlangte in der Produktion zunehmend an Bedeutung, und die native Übertragung über die von Apple entwickelte FireWire Schnittstelle war natürlich klasse. Das waren so die Anfänge, und alle blickten recht neugierig auf dieses neue Programm. Das Interesse war groß, aber die wenigsten hatten auch privat schon FireWire-Macs, um mit Final Cut Pro außerhalb der Firma etwas anfangen zu können.
An der Berufsschule, wo ich meine Ausbildung zum Mediengestalter machte, gab es auch Interesse, allerdings war mit Version 2 der Bekanntheitsgrad noch nicht so hoch, und in öffentlichen Einrichtungen ist man neuen Entwicklungen gegenüber bekanntlich etwas zurückhaltend. Mittlerweile hat sich da viel getan. In den Firmen laufen heute alle mit Powerbooks durch die Gegend und vom Tonassistenten bis zum Regisseur – alle haben sie eine Final Cut Pro Version installiert.




MaGu: Auf welcher Hardware-Basis setzt Du FCP ein? Welche tatsächlichen Hardware-Anforderungen stellt FCP?

Björn: Ich verwende Final Cut Pro HD auf meinem Powerbook mit 1,25 GHz und 1 GB RAM. Intern habe ich eine 80 GB Festplatte, die immer voll ist. Daher habe ich zusätzliche eine externe 200 GB Festplatte von LaCie mit USB 2.0, FireWire 400 und 800 Schnittstelle. Optional habe ich einen weiteren FireWire 800 Controller von LaCie als PC Card. Dazu möchte ich mir eine analoge AJA Io LA für unkomprimierte Bearbeitung anschaffen. An unserem G5 Dual 2 GHz haben wir 1,5 GB RAM eingebaut, zweimal 160 GB interne Festplatten sowie ein 600 GB externes SCSI RAID für die unkomprimierte 8- und 10-Bit-Videobearbeitung über eine PCI Karte mit SDI-Anschlüssen.

Bis Version 3 lief Final Cut Pro auch auf G3-Prozessoren. Seit Version 4 werden da heftigere Anforderungen gestellt. Ein G4 mit AGP-Grafikkarte muss es sein, Soundtrack braucht mindestens 500 MHz und RAM sollte auch nicht fehlen. Für die DVCPRO HD-Bearbeitung mit Version 4.5, auch HD genannt, muss es sogar ein 1 GHz G4 sein und 1 GB RAM.
Also ich würde auf G4-Rechnern bis ca. 600 MHz eher Version 3 verwenden, bei einem G3 sowieso. Die Version war auch schon ziemlich gut, und wem es um das Schneiden von DV geht, der ist damit noch gut bedient. Auf einem G3 iBook mit 900 MHz hat man durchaus genügend Performance, auch wenn die Monitorauflösung etwas niedrig ist.
Für Final Cut Pro 4 sollte es mindestens ein 800 MHz G4 sein und ich kann grundsätzlich nur jedem raten, 1 GB RAM einzubauen, mehr ist natürlich nie verkehrt. Wer Final Cut Pro HD nutzt und damit auch DVCPROHD bearbeiten möchte, der muss mit mindestens 1 GHz G4 Leistung auffahren, aber eher mehr. Idealerweise natürlich einen G5, aber der Reiz, auf einem Powerbook DVCPRO HD-Material zu bearbeiten, ist natürlich sehr groß. Man fährt hier aber an der Grenze. Normale DV-Bearbeitung klappt natürlich auch so wunderbar. Bei den Titanium Powerbooks ab 800 MHz und der aktuellen Serie mit bis zu 1,5 GHz hat man super Geräte für unterwegs. Die Firma AJA hat zusammen mit Apple ein externes FireWire Ein- und Ausgabegerät entwickelt, die AJA Io. Diese Lösung bietet nicht nur alle Anschlüsse, die man benötigt, sondern auch die Ein- und Ausgabe von unkomprimierten Video. Da das Gerät FireWire basierend ist, lässt es sich auch am Powerbook betreiben. Jetzt ist es allerdings so, dass die internen Festplatten für unkomprimiertes Video nicht die Leistung bringen (ca. 20 MB pro Sekunde bei 8 Bit und bis zu 27 MB bei 10 Bit). Die einzige Lösung wäre eine schnelle externe FireWire 800 Lösung, doch die AJA Io belegt bereits das komplette PCI Bus Segment. Dabei ist es egal, dass die AJA Io über FireWire 400 angeschlossen wird, der Bus ist trotzdem dicht. Das Powerbook muss also mit einem weiteren FireWire 800 Anschluss aufgerüstet werden. Dafür bietet sich der PC Card Slot an der Seite an, in dem sich z.B. von LaCie eine passende Karte einbauen lässt. Jetzt kann man die AJA Io am internen Bus betreiben und ein schnelles Storage über FireWire 800 am PC Slot. Das mag einigen als etwas umständlich vorkommen, aber damit kann man bereits am Set mit dem Powerbook in Online-Qualität von einer MAZ oder Kamera einspielen und den Rohschnitt machen.
Es gibt auch Anwenderberichte aus Amerika, die mit der Plattenperformance 720/24p HD-Material unkomprimiert bearbeitet haben, immerhin ca. 60 MB pro Sekunde. Gerade für den mobilen Betrieb ist Final Cut Pro hervorragend geeignet, und es macht einfach Spaß, mit dem Powerbook unterwegs zu schneiden.
Auf G5-Rechnern ist das natürlich angesichts der Echtzeit-Effekte noch mal ein ganz anderer Genuss. Hier bekommt man einfach die maximale Performance. Für DV-Bearbeitung muss man nicht viel sagen, das funktionierte schon an Desktop G4-Systemen und natürlich auch auf dem G5. Gleiches gilt für den iMac G4 und den neuen iMac G5.




Ganz anders sieht es aus bei den PCI-Karten der Firmen AJA, Aurora Videosystems, Blackmagic Design, Digital Voodoo und Pinnacle. Hier muss genau auf die Mindestanforderungen geschaut werden, bzw. auf die zertifizierten Geräte. Da diese Karten eingesetzt werden, um von professionellen Aufzeichnungssystemen einzuspielen, benötigt man auch eine Gerätesteuerung für die 9-polige serielle Schnittstelle. Viele aktuelle Karten sowie die AJA Io haben diesen RS-422 Anschluss bereits onboard, aber bei älteren Karten oder manchen Modellen ist der Anschluss nicht vorhanden. Man muss also eine serielle Schnittstelle nachrüsten.
Früher verwendete man dafür den Stealth Serial Port von GeeThree, den man anstelle des Modems eingebaut hat. Bei einigen neueren G4-Modellen funktionierte das aber nicht mehr, so dass man zur Keyspan USB Twin Serial Adapter Lösung greifen musste. Die USB-Lösung hat den entscheidenden Nachteil, dass sie nicht hundertprozentig framegenau funktioniert und damit ein framegenauer Insert-Schnitt nicht gewährleistet ist. In diesem Fall sollte man die AJA Io oder eine PCI Karte mit RS-422 Schnittstelle verwenden, z.B. die von Blackmagic-Design.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Zusammenspiel zwischen DV Geräten und FireWire Festplatten. Die Apple Rechner mögen verschiedene Anschlüsse haben, aber das PCI Bus Segment ist das gleiche. Hier kann es je nach Kombination von DV-Gerät und Festplatte Probleme in Final Cut Pro geben, z.B. werden dann DV Geräte nicht erkannt. In der Regel funktioniert das ohne Probleme, aber es gibt eben seltene Fälle mit Geräten, die etwas zickig sind. In diesem Fall hilft nur eine weitere PC-Card für FireWire am Powerbook, bzw. einen zweiten FireWire-Controller als PCI Karte im Powermac. iBook und iMac Anwender müssen nach einer anderen Gerätekombination Ausschau halten, aber wie gesagt, das passiert sehr selten.
Gleiches gilt für FireWire-basierte Audiogeräte, wie sie mittlerweile weit verbreitet sind. Eine AJA Io funktioniert z.B. nicht mit einem Motu 828 Mk II Firewire Audiointerface an einem FireWire Bus.

MaGu: Wie schätzt Du FinalCut Pro im Vergleich zu anderen marktgängigen nonlinearen Schnittprogrammen ein? Pros und Cons?

Björn: Auf der PC Plattform gibt es mittlerweile so viele Videoschnittprogramme, dass es schwer fällt den Überblick zu bewahren. Die stärksten Vertreter sind Avid, Adobe, Pinnacle und Sony. Man hat dort aber nicht das gleiche Zusammenspiel zwischen den Applikationen und Technologien wie auf der Mac-Plattform. Schneiden tun sie sicher alle irgendwie, aber man muss das Gesamtpaket sehen, und da ist der Mac einfach unschlagbar. Ich sehe den PC nicht als professionelle Plattform, sondern als Massenware ohne Beständigkeit und Bindungskraft. Ich kann darauf nicht arbeiten, da mir eine inniger Bezug zu meinem Werkzeug und damit zur kreativen Arbeit fehlt. Der PC dient dem Zweck, aber er ist seelenlos.

Es wurde gesagt, dass Final Cut Pro in Version 4 endlich erwachsen und professionell genug geworden ist, um der Konkurrenz die Zähne zu zeigen. Nun, Final Cut Pro 4.0 war noch ziemlich buggy. Ein fertiges, ernst zu nehmendes Produkt ist Final Cut Pro HD, also Version 4.5. Es läuft auf unseren Setups extrem stabil, und dabei quäle ich mein Powerbook mit ständigen Treiber- und Beta-Installationen.

Die strategische Zusammenarbeit mit Panasonic zeichnet Apple besonders aus. Man hat nicht nur eine Videosoftware sondern mit QuickTime und FireWire bereits die Basistechnologien Inhouse. Panasonic bietet native FireWire-Unterstützung auch in professionellen DVCPRO 50 und DVCPRO HD Produkten. Hersteller wie Avid hinken da hinterher, und Sony bildet mit seinem IMX-Format keine vergleichbare Allianz, sondern bietet auch noch eine eigene Editing-Software names XPRI an. Ich habe das Gefühl, die sind sich alle selber im Weg.

FireWire alleine bietet schon ein umfangreiche Formatvielfalt für die Ein- und Ausgabe. DV läuft ja über FireWire mit dem Mac spielend, und ich denke, DV-Kameras gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Genauso einfach und unkompliziert funktioniert das mit dem Broadcast Format DVCPRO 50. Ein einziger Feuerdraht wird für die Übertragung des 50 MBit-Signals benötigt, inklusive Video, Audio und Steuerungsprotokoll. Wer sich mal MAZ-Verkabelungen angeschaut hat, weiß, wie einfach das geworden ist. Auf der NAB in Las Vegas wurde Final Cut Pro 4.5 dann auch nicht umsonst mit dem Kürzel HD versehen. Mit dem DVCPRO HD Rekorder AJ-HD1200 von Panasonic ist es nun auch möglich, DVCPRO HD Material genauso nativ über FireWire auf den Mac zu übertragen, wie die anderen DV Formate auch. Dabei handelt es sich um komprimiertes Video in HD-Auflösung, also 1280 x 720 und 1920 x 1080. Unkomprimiert würde eine Sekunde je nach Bildrate zwischen 60 und knapp 200 MB pro Sekunde beanspruchen. DVCPRO HD dröselt das ganze auf 100 MBit runter, was je nach Bildrate und Auflösung einer sehr niedrigen Datenrate zwischen ca. 5 und 15 MB pro Sekunde entspricht. Diese starke Datenreduzierung ist aber qualitativ noch äußerst beeindruckend. Nicht immer muss es also unkomprimiert sein, und die FireWire-Schnittstelle bietet mit ihren 400 MBit genügend Bandbreite, um die 25, 50 und 100 MBit-Signale einzuspielen.
Davon ganz unabhängig bietet Final Cut Pro HD natürlich eine sagenhafte Skalierbarkeit über Hardwareerweiterungen. Apple hält sich bis auf die Mitentwicklung der AJA Io hier komplett raus, so dass sich ein kundenfreundlicher Markt entwickelt hat, in dem ein gesunder Wettbewerb stattfindet. Es gibt eine überschaubare, aber gute Auswahl an Drittherstellerprodukten hauptsächlich für die Highend-Bearbeitung. Es gibt hier keinen Unterschied zur Qualität von so genannten Highend-Systemen. Die Bauteile, sprich Wandler und Chipsätze, sind im Prinzip alle die gleichen in der Industrie. Es gibt also keinen Grund zur Sorge, dass es trotz der niedrigen Preise an Qualität mangele. Die niedrigen Preise entstehen durch gesunden Wettbewerb im Gegensatz zu Monopolstellungen bei Konkurrenzprodukten, wo ordentlich draufgeschlagen wird.

Da QuickTime die Grundlage für die Videobearbeitung in Final Cut Pro darstellt, hat man auch auf der Softwareseite eine sehr skalierbare Technologie. QuickTime ist nicht irgendein Videoplayer, sondern eine flexible Multimedia-Architektur, in der verschiedene Formate integriert sind und die sich durch Komponenten erweitern lässt. Final Cut Pro bietet dadurch zum einen frei definierbare Auflösungen bis zu 4000 x 4000 Pixel (also fast doppelte 2k Kinoauflösung) und zum anderen die direkte Integration von anderen Formaten wie PDF, Flash oder transparente Photoshop-Ebenen. Auch können andere Programme wie AfterEffects direkt auf die Online-Daten zurückgreifen, ohne dass noch mal ein Export stattfinden müsste. Hier haben die Mitbewerber deutliche Schwächen.




Final Cut Pro HD hat seine Stärke derzeit eindeutig in der Postproduktion. Im täglichen Sendebetrieb für zeitkritische Beiträge wird es hierzulande noch gemieden. Die Stabilität sollte mittlerweile ausreichend sein, doch bis man in solch heiklen Betriebsabläufen ein System wechselt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen, sprich Umschulung der Editoren, Akzeptanz der Redaktionen sowie Gewährleistung von Support. Bei Dokumentationen ist Final Cut Pro wiederum weit verbreitet. Zwei empfindliche Schwächen von Final Cut Pro sind in diesem Bereich zum einen das Fehlen einer Multikamera-Schnittfunktion und zum anderen die Begrenzung auf zwei Audiospuren beim Einspielen. Letzteres muss wohl mit einer neuen QuickTime-Version gelöst werden, wahrscheinlich in Mac OS X 10.4 Tiger.
Wer aber auf DVCPRO 50 im Broadcast-Bereich setzt, der sollte mit Final Cut Pro HD die ideale Lösung gefunden haben. Andere Formate wie DigiBeta oder IMX spielt man über Drittherstellerhardware wie die AJA Io unkomprimiert oder mit hochwertiger Online-Kompression ein.

Wiederum anders verhält es sich im Filmschnitt. Der berühmte Editor Walter Murch hat es mit dem Kinostreifen Cold Mountain vorgemacht und den 24p Offline-Schnitt komplett in Final Cut Pro 4 durchgeführt. Dadurch, dass die Cinema Tools seit Version 4 integriert sind, kann man also auch Filmschnitt direkt in Final Cut Pro HD durchführen, ohne irgendwelche Zusätze oder Upgrades kaufen zu müssen. Von DV bis Film, alle Formate lassen sich bearbeiten.

Zudem hat es kein anderer Hersteller verstanden, seine Applikationen und Inhouse-Technologien so gut zusammenzuführen. FireWire und QuickTime sind das eine, das Zusammenspiel zwischen den Pro Applications wie DVD Studio Pro, Motion und Final Cut Pro HD ein weiteres. Die Integrität und Synergien zwischen den einzelnen Programmen, auch Soundtrack und LiveType, wird noch weiter zunehmen. Apple hat es verstanden, die Programme trotzdem auch als einzelne Produkte autark genug zu belassen und nicht eine eierlegende Wollmilchsau zu erschaffen, die niemand mehr bedienen kann. So können Jobs auf mehrere Arbeitsplätze und Mitarbeiter verteilt werden. Mit Shake hat sich Apple zudem eine gehörige Portion Respekt verschafft und endgültig klargestellt, dass man nicht nur am DV-Markt interessiert ist. Mit einer hochprofessionellen Highend- Software wie Shake ist auch das Image stark gestiegen, und auch wenn Shake für Windows eingestellt wurde, so kann sich doch niemand beschweren, denn die Sofware ist von 10.000 auf rund 3.000 Dollar im Preis gesenkt worden. Ähnlich verhält es sich mit Logic von Emagic, dass massiv billiger wurde.
Bezogen auf die Konkurrenz wage ich die Prognose, dass kaum ein anderer Hersteller mit diesem Tempo und der Preispolitik mithalten kann. Avid verfällt in Aktionismus und versucht mit Apple gleichzuziehen, kaufte z.B. kürzlich den Audiohersteller M-Audio und bringt ein Studio-Bundle auf den Markt. Allerdings schätze ich, es kostet das Unternehmen massiv mehr Aufwendungen, da es für diesen Wandel nicht strukturiert ist. Apple ist im Aufbau, und Avid müsste umbauen. Apple arbeitet profitabel und expandiert, während Avid durch die gesamte Entwicklung weniger Einnahmen haben dürfte, aber ähnlich massiv investieren muss, bei gleichzeitiger Umstrukturierung. Noch nie war der Quasi-Monopolist so in der Defensive wie momentan, und der Wandel wird kommen. Ich glaube, dass Apple die Nummer eins im Video- und Audiomarkt wird.

(Ende Teil 1. Teil 2 mit den restlichen 5 Fragen an Björn Adamski folgt Anfang kommender Woche. Stay tuned!)

Nachtrag
Zur Erhellung der Materie für Leser, die vielleicht (noch) nicht so tief in der DV-Video-Technik, dem nonlinearen Schnitt und der Postproduktion drinstecken, hier ein paar hilfreiche Links:

Das DV-Wörterbuch von Matthias Bürcher erklärt kurz und präzise alle wesentlichen Fachbegriffe.

Kameramann und Macuser Mike Steffls Links4Cam Website verlinkt und erklärt alles, was man zu professioneller Film- und TV-Aufnahmetechnik wissen muss.

Wer als DV-Videofilmer Fragen zum "guten Ton" hat, findet praxisnahe Tipps und Tricks im dreiteiligen Beitrag Audio for Video von VideoUniversity.

Kommentare

Wow

Von: André | Datum: 09.09.2004 | #1
Danke roland, danke Björn. Das war seeeehr ausführlich und seeeehr interessant zu lesen.

Grüße, André

Wow...

Von: Maxefaxe | Datum: 09.09.2004 | #2
...sehr umfassend, Gut gemacht.

Sehr schön

Von: Michael | Datum: 09.09.2004 | #3
Danke MG, sehr guter Artikel!

danke!

Von: heinzbecker | Datum: 09.09.2004 | #4
super interessant. kein oberflächliches gefassel, sondern ein sehr guter einblick. weiter so. danke!

Wasn mit Euch los?

Von: Terrania | Datum: 09.09.2004 | #5
Ihr wart ja immer schon gut, aber das ist mal von einem ganz anderen Niveau! Klasse! Zumal ich die DigitalProduction gestern gekriegt habe ...

Bin schon auf Teil 2 gespannt ;-)

Von: Karl Schimanek | Datum: 09.09.2004 | #6
Klasse Artikel und bitte mehr von solchen Interviews :-)

Nicht vergessen

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #7
Nicht vergessen sollte man den Umstand, dass der interviewte Experte von Apple engagiert wurde, um die Video-Produkte in einem guten Licht darzustellen.

So "objektiv" wie sie wirken, sind die Lobeshymnen nämlich leider nicht. Björn Adamski steht (nicht immer, aber regelmäßig) auf Apples Lohnliste, um genau diese Botschaften zu verbreiten: In Workshops, auf Messen, oder sonstwo. Er wird auch gerne von Apple "vermittelt", wenn man dort anfragt.

Modernes Marketing ist, wenn man's nicht merkt.

@Apple

Von: Roland Mueller | Datum: 09.09.2004 | #8
Tja, da sieht man mal, wie wenig Ahnung Du vom Markt, von MacGuardians und vom Leben hast.

Björn ist selbstständiger Postproducer. Er ist nicht fest angestellt. Schon gar nicht bei Apple. Allerdings weiß Apple zu schätzen, dass er in seinem Fach zu den Toppleuten zählt und ihm insbesondere bei FCP kaum jemand etwas vormacht. Deswegen ist er natürlich in München wohlgelitten.

Und das zu nutzen, ist, denke ich, legitim.

Spar' Dir also einfach Deine Unterstellungen. Ich kenne Björn (privat und beruflich) mit Sicherheit länger und besser als Du und weiß, dass er weder "käuflich" ist, noch Skrupel hat, auch Apple zu kritisieren, wenn das notwendig ist. Passiert übrigens recht intensiv im 2. Teil des Interviews. Aber Du musstest ja loslegen, ohne es komplett gelesen zu haben, gell? ;-)

Also: Bisserl Geduld, alles lesen, sich ein Urteil bilden und dann abschließend rumnöhlen, das ist okay...

Kalr, dass der einzige Miesepeter hier anonym postet...

Von: Kabe | Datum: 09.09.2004 | #9
...und dass der Typ für Apple arbeitet, wurde ja wohl ausreichend beschrieben.

Es handelt sich um das Interview eines FCP-Users, da erwarte ich eine subjektive Ansicht der Dinge.

Immer noch besser als Dein banaler Kommentar.

Kabe

@Roland

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #10
Kein Grund, so pampig zu werden. Ich habe nicht behauptet, dass er bei Apple angestellt ist. Ich habe behauptet, dass er von Zeit zu Zeit auf Apples Lohnliste steht, und zwar rein zu dem Zweck, Gutes über Apples Videoprodukte zu verbreiten.

Ich kann das belegen, falls es strittig sein sollte.

Es ist ein Unterschied, ob Seal oder Mick Jagger etwas Nettes zum iPod sagen, denn die kann man nicht kaufen. Björn Adamski wird aber tatsächlich von Apple bezahlt, um Nettes über Final Cut & Co zu berichten.

Der einzige Zweck, warum Apple ihn bezahlt, ist, dass er was Gutes über die Produkte erzählt. Seine Fähigkeiten, Videos zu drehen, sind Apple völlig egal, denn sie engagieren ihn ja bewusst nicht, um Videos zu produzieren.

Das relativiert die Sache durchaus.

Wenn Ihr nur EINEN Teil eines Zweiteilers veröffentlicht, ist es keine Schande, sich zu diesem einen Teil zu äußern.

@Apple…

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 09.09.2004 | #11
---Zitat---
Es ist ein Unterschied, ob Seal oder Mick Jagger etwas Nettes zum iPod sagen, denn die kann man nicht kaufen
---Zitat Ende---

Ach, die kann man nicht kaufen? Ich dachte immer, das sind Künstler, die davon leben, daß man sie kauft, in welcher Form auch immer… mhm…

@ apple

Von: nico | Datum: 09.09.2004 | #12
ich kenne bjoern zwar nicht persoenlich, aber schon laengere zeit durch regelmaessigen austausch auf finalcutpro.de. er ist ein fachmann und ich schaetze sehr seine meinung.
wenn bjoern fuer apple auf promotion geht, dann ist es doch normal, dass er dafuer ein honorar kassiert. und du hast recht - er wird gern genommen weil er nett zu apple ist. warum wohl?
weil finalcutpro ein sinnvolles stueck software ist fuer wenig knete, skalierbar und durchaus ne alternative zu vorherschenden systemen von avid. er arbeitet damit und verdient seine broetchen damit. das macht ihn doch glaubwuerdig, oder?

Ah ja

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #13
Ich meinte, Seal und Mick Jagger haben keinen persönlichen Vorteil davon, dass sie sich als iPod-Fans zu erkennen geben. Sie sind von Apple unabhängig. Das macht sie glaubwürdig.

Björn Adamski wird von Apple bezahlt, damit er sich als FCP-Fan zu erkennen gibt. Nicht dauernd, aber regelmäßig. Er hat also einen persönlichen Vorteil davon, sich auf eine bestimmte Weise zu äußern. Damit ist er nicht mehr unabhängig. Das schmälert seine Glaubwürdigkeit.

Mehr habe ich nicht gesagt, und ich denke, es ist eine nachvollziehbare Kritik. Über den Stuss bezüglich des tollen Quicktime-Unterbaus (in Wahrheit ein instabiles Fossil, das selbst unter OS 8.6 schon zum Alteisen gehört hätte) und die Integration der Video-Apps untereinander, die angeblich so einzigartig sein soll (in Wahrheit so gut wie nicht vorhanden) habe ich ja gar nichts gesagt, obwohl das leichte Angriffspunkte gewesen wären.

@Apple

Von: Roland Mueller | Datum: 09.09.2004 | #14
Leg' doch einfach die versprochenen Belege für Deine Behauptungen auf den Tisch.

Oder noch besser: Mach' Dir die Mühe, die zitierten "leichten Angriffspunkte" zu nutzen. Dann können wir alle wenigstens was dabei lernen ;-) Soviel Ahnung von der Sache wirst Du doch wohl haben, beruflich, meine ich?

Und übrigens: Björn dreht keine Videos, sondern macht Postproduction. Was etwas vollkommen anderes ist...

Nicht nötig

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #15
Mittlerweile haben sich in diesem Thread ja bereits weitere Leute gefunden, die unabhängig von mir bestätigen, dass Björn Adamski von Apple für seine warmen Worte bezahlt wird.

Wer auf der Mac Expo in Köln war, sah in dort auf dem Apple-Stand mit Apple-Kleidung und Apple-"Ausweis" um den Hals herumlaufen. Nur einer von vielen Auftritten.

Roland, was regst Du Dich auf? Björn würde es ja selbst gar nicht abstreiten. Schließlich verdient er gut dabei. Das ist ja keine Schande.

ja, erzaehl mal von dem stuss

Von: nico | Datum: 09.09.2004 | #16
die integration von fcp, livetype, compressor, dvdsp und motion ist schon lecker.
finde quicktime sehr sinnvoll und flexibel.
alternativen ist auf dem pc oft avi. avid benutzt omfi - die uebergabe an zb protools (digidesign, tochter avids) gestaltet sich einfach. dafuer weniger flexibel bei kompression und aufloesung - und nicht zuletzt proprietaer.
fcp kann auch omf ausgeben, zur uebergabe an logic pro zb...

lecker ASSEL?

Von: Bert | Datum: 09.09.2004 | #17
Hmmmm, der Menüvorschlag für die nächste Ex-Schlachtplatte ist: Thread-Assel mit gedünstetem Gemüse. Ich hoffe, diesmal haben nicht mal die militantesten Veggies was dagegen....husch, unter den Stein, sonst kommt Dich Bert der Haubenkoch holen! Gruß,
Bert

@nico

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #18
Darf ich fragen, was Du unter "Integration" verstehst? Apple packt einen Haufen Apps in die Schachtel und hat zwei, drei sehr rudimentäre Funktionen, damit man ein Programm innerhalb eines anderen Programms aufrufen kann.

Adobe integriert seine Programme WIRKLICH. Das ist ein meilenweiter Unterschied.

Apples Videoprogramme sind auch nicht aus einem Guss, sondern noch klar als hinzugekaufte Progrämmchen zu erkennen, bei denen jedes ein eigenes Süppchen kocht. Apple steht da ganz am Anfang.

Ich bin auch ein Fan, sowohl von Apple als auch von den Video-Produkten. Aber ich bin objektiv.

Quicktime? Sagt mir mal was über die tolle Multiprozessor-Unterstützung von Quicktime. Und die Stabilität ist gerade bei Quicktime nicht gut.

Firewire? Sicher. Apple bietet Firewire. Aber genau hier gibt es oft Probleme. Apples Implementation ist voller Bugs und Halbheiten. Kein Profi kann das abstreiten. In dem Interview geht es ja an vielen Stellen um Workarounds, bis einem schlecht wird.

einfach stark

Von: mullzk | Datum: 09.09.2004 | #19
danke für dieses spitzeninterview. ich warte ungeduldig auf den zweiten teil und noch weitere interviews in dieser reihe...

gerade mit solchen beiträgen zeichnen sich die grünen seiten aus.

Ihr wisst doch ...

Von: mactrix | Datum: 09.09.2004 | #20
... Geld alleine macht nicht glücklich.

Ich mache Desktop basierte Videobearbeitung sei acht Jahren am Mac. Ich habe an die jetzige Entwicklung geglaubt, da wurde man mit AfterEffects nur belächelt.

Im Interview steht auch wie das mit dem iTeam angefangen hat und das war hart verdientes Geld, acht Stunden in Mediamärktem. Es ist nicht so, hoppla, dem Clown geben wir mal Geld damit er nette Sachen über uns schreibt. Das war die klassische Variante des hoch arbeitens und hoffen das es sich auszahlt, dass die Entwicklung bestand hat - falls in diesem Land noch jemand weiß was das ist.

Ich habe nach über einem Jahr Pause dann einen Vertrag mit Apple als Berater bekommen und der Tagessatz liegt teilweise höher als wenn ich in der Produktion bin, aber satt wird man avon nicht, denn die Einsätze kommen nicht regelmäßig. Rechnen kann man damit nicht.

Solche Interviews gefärden aber die Arbeitsbeziehung, denn der Grad zwischen "absolut richtig" und "so, das war's" ist ziemlich schmal. Das Risiko gewollt oder ungewollt etwas falsches zu sagen, zu schreiben ist hoch und absprechen lässt sich so etwas nicht, da niemand die Verantwortung übernehmen würde.

Ich bin ein Apple Fan, weil ich ein Apple Fan bin und wie das so gekommen ist, steht hier auch. Ich glaube ich kenne auch PCs und andere Plattformen gut genug.

Ich gebe solche Interviews und schreibe Bücher weil ich die Entwicklung mit beeinflussen will. Ich arbeite für Apple weil ich meine Vorstellung aus der Produktion mit einfliesen lassen will. Ich treffe mich mit Kollegen, wir sprechen über Interface Design, über Funktionalitäten, über Qualität, über Missing-Features und ich gebe das weiter, schreibe das wo ich nur kann und versuche gerade für den hiesigen Markt die Wünsche und Besonderheiten auszuarbeiten. Das Ziel ist das Produkt besser zu machen. Die Chance hat man so oft nicht und ich habe sie, also nutze ich sie.

Auf Messen bekomme ich das Feedback oder ich kann meine Vorstellungen weitergeben, teilen oder auch von anderen beleuchten lassen. Nur dort bekomme ich das Gespühr ob es läuft oder nicht ... ein Geben und Nehmen.

Bis zur Photokina also ... oder zu IBC ...

ich frage mich nur woher Du so gut über einige Details Bescheid weißt ... es freut mich aber zu hören, dass ich Ansprechpartner bin. Das gibt es übrigens in jeder Firma, Avid, Quantel, Adobe ... ich kenne von jeder einen, der gerne angerufen wird, wenn es mal irgendwo hängt.

QuickTime: Ist nach wie vor unterschätzt, leider in Mac OS X noch nicht so untergebracht wie es sollte - siehe gleich ersten Absatz mit der Bemerkung zu 5.1 Sound.

Integration: Die Programme sind nicht bei Apple entstanden, sondern wurden alle gekauft. Apple war aber sehr früh. Die Integration wird mit jeder Version fortschrittlicher, siehe Motion. Das geht nicht von heute auf Morgen - die Teams müssen da noch warm werden, Emagic und Shake sind noch Nachzügler, - aber kein anderer Hersteller bietet so ein Zusammenspiel und so einen Umfang.

Das wird meine erste und letzte Reaktion im Forum sein. CYA @ finalcutpro.de :-))

Also doch

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #21
Ich hatte also recht. Björn Adamski alias "mactrix" steht also tatsächlich auf Apples Gehaltsliste. So wie es beschrieb: Nicht ununterbrochen, aber doch immer wieder, und er verdient dabei nach eigener Auskunft mehr als bei seiner eigentlichen Arbeit, der Postproduktion.

Weiterhin: Er gibt selbst zu, dass solche Interviews das Verhältnis zum Auftraggeber schnell belasten oder gar gefährden können. Das bedeutet: von Unabhängigkeit keine Spur, sondern exaktes Abwägen, was man sagen kann und was nicht. Genau das habe ich behauptet.

Er sagt, er tut das alles ja nur, um das Produkt zu verbessern. Die Wahrheit ist, dass jene, die für das Produkt verantwortlich sind, seinen Namen noch nie gehört haben. Das ist wirklich reines Gefasel: Er spricht über "Interface Design"! Na toll? Mit wem denn? Mit seinen Kollegen? Soll er.

Später, in einigen Jahren, wird er zugeben: "Was soll's, ich war jung und brauchte das Geld! Also habe ich mich halt von Apple vor den Karren spannen lassen."

Die echten Profis im Gewerbe sind älter als 25 Jahre, und sie schneiden auch nicht auf einem PowerBook. Womöglich auch nicht mit Final Cut. Apple hat sich da einen jungen Hüpfer gekrallt, der das Geld braucht und dafür brav aufsagt, was man von ihm erwartet.

Ist ja nicht schlimm! Ist ja ganz normale Arbeit! Aber man soll es dann wenigstens zugeben.

Von: idefix | Datum: 09.09.2004 | #22
Ihr Zeuge.

@Michael

Von: Apple | Datum: 09.09.2004 | #23
Du schreibst ja selbst: "Ab und an stürzt FCP ab. Kein Problem, ich sichere regelmäßig und arbeite ja unter X. Natürlich gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten."

Genau das habe ich gesagt. Wenn es um Stabilität geht, ist Final Cut nicht gerade ein Musterknäblein.

Firewire: Klar, mit FW 400 ist alles prima, solange man einfach einen DV-Quelle anschliesst. Wenn man mehr will, ist man angeschmiert.

FW 800 ist bei Apple ein Witz. Wer echtes FW 800 benötigt, muss sich eine Karte eines anderen Herstellers einbauen. Sagen übrigens auch einige Tests im Web genau so.

an Apple

Von: Michael Höfler | Datum: 09.09.2004 | #24
"Die echten Profis im Gewerbe sind älter als 25 Jahre, und sie schneiden auch nicht auf einem PowerBook. Womöglich auch nicht mit Final Cut"

Ich bin 42, in der Videobranche seit 1985 schneide vom banalen Interview über Trailer bis hin zu 60h Dokus über das 20. Jahrhundert in 8 Sprachversionen, alles was es so gibt. Des öfteren auch auf einem PB und seit Jahren regelmäßig mit FCP von DV bis uncompressed 16:9. Nach deiner Definition also alles andere als ein Profi. Halt, das Alter passt.
Apple, ich denke du solltest relaxen, die Welt ist vielfältig und ein Profi definiert sich nicht durch seine Tools sondern nur durch das Ergebnis.
Gute Nacht!

@am oder roland

Von: Zaggo | Datum: 09.09.2004 | #25
Müssen denn diese fett gedruckten Sätze zwischendurch sein? Ich finde es sehr störend beim Lesen, wenn immer wieder einzelne Sätze hervorgehoben werden. Oder hat das euer Björn lauter gesagt als den Rest??

Wenn ihr das für die Querleser oder Leute gemacht habt, die sonst die "wichtigen Dinge" nicht mitbekommen, schreibt doch lieber am Anfang, Ende oder in einem Kasten eine Zusammenfassung und lasst das Interview in einer lesbar üblichen Form.

Z.

Apple issn Troll....

Von: raydex | Datum: 10.09.2004 | #26
Hab mir das nicht alles durchgelesen...

Das Interview ist aber echt ganz cool.

Lese ich mir nochmal in Ruhe durch.

Apple, du Aufklärer

Von: DrWatson | Datum: 10.09.2004 | #27
Dabei steht doch deine große Enthüllung schon im Interview drin, schade, was?

Ende des Monats bin ich für Apple auf der Photokina in Köln und zeige natürlich die Pro Applications und was sonst so anfällt.

Much ado about nothing.

Klasse Interview!

Von: Maggi | Datum: 10.09.2004 | #28
War echt spannend! Freue mich schon auf
Teil 2!!!

subobjektiv

Von: mocu | Datum: 10.09.2004 | #29
es ist doch eine gute referenz für apple zu arbeiten.

wer spannt hier wen vor den karren :-))

Super Interview- weiter so!!!

Von: Maggi | Datum: 10.09.2004 | #30
Bin gespannt auf Teil 2!

Einseitigkeit hin oder her ...

Von: VollPfosten | Datum: 10.09.2004 | #31
Microsoft Deutschland ist ja lt. Referenzliste auch ein Kunde der "Werkstatt" :-)

Stimme zaggo übrigens zu -- die Hervorhebungen finde ich etwas eigenwillig.

Hervorhebungen

Von: Roland Mueller | Datum: 10.09.2004 | #32
Nein, die Hervorhebungen habe ich selbst gesetzt. Zum einen, um den sehr langen Text optisch etwas aufzulockern. Zum anderen, um Bemerkungen wie die vom Äpfelchen zu provozieren :-) Aber im Ernst, wenn das nicht gefällt, mache ich's gern auch anders. Zum Beispiel kursiv. Das ist zugegebenrmaßen etwas dezenter ;-)

weiter so

Von: xl | Datum: 10.09.2004 | #33
Sehr interessanter Artikel - auch wenn ich der Meinung bin, daß die Darstellung bisher etwas zu positiv ausgefallen ist. Aber anscheinend kommen im zweiten Teil ja auch noch ein paar Problemchen zur Sprache, daher hebe ich mir meine Kritik mal bis dahin auf.

Ich hoffe auf jeden Fall, daß Ihr solche ausführlichen Beiträge aus der "freien Wildbahn" in Zukunft öfter bringt. Falls Ihr zum Thema 2D/3D Animation und Compositing mal jemanden sucht, der nicht für (aber durchaus auf) Apple arbeitet, könnt Ihr Euch ja gerne bei mir melden (schoenerfernsehen.de).

Zu Björn

Von: Gunnar | Datum: 14.09.2004 | #34
Ich bin gerade zurück von der IBC und habe mir heute mal alle Kommentare durchgelesen.

Ich lese dieses Forum schon recht lange und wundere mich über solche Kommentare. Bei Diskussionen wie Apple/PC kann ich das ja noch verstehen, aber wenn es um eine Person geht muss ich mich auch mal äussern...

Ich bin seit über 15 Jahren in der Branche (Video- und Audio Postproduktion), über 30 und war auch Trainer/Presenter (übrigens für AVID Produkte), Dozent etc. Seit 11 Jahren habe ich eine eigene Post in der Avids, ein Quantel eQ und div. Grafik Rechner im Einsatz sind.

Ich habe Björn vor kurzem kennengelernt. Die Kommentare von "APPLE" sind blödsinn. "Professionelle" Video Leute gibt es nicht wirklich viele und so wird fast jeder mal angesprochen so was zu machen (oder hat "APPLE" noch keiner angefragt? (Dann würde ich mir mal darüber gedanken machen!!!)). Man sollte Apple auch eher loben, das sie jemanden aus der Produktion aquirieren, statt professionelle Presenter oder PM's aus den USA zu nehmen.
Das einzige was man Björn vorwerfen kann ist das er ein totaler Apple-Fan ist. Trotzdem ist er nicht blind sondern spricht auch Apple gegenüber noch fehlende Features oder Bugs an.
Und die Bezahlung ist nicht so gut, das man davon allein leben könnte.
Ausserdem hatte ich noch nie eine Software mit der ich 100% zufrieden war (Wer eine hat, soll mir eine mail schreiben). Deshalb wird es immer irgendwelche "Angriffspunkte" geben.

Obwohl ich erst seit kurzem FinalCut Pro HD besitze haben wir uns entschieden unsere Avid-Schnittplätze durch FC mit einem X-Raid/X-San zu ersetzen. Und ich habe div. Schnittsysteme ausprobiert und keines hat dieses Preis/Leistungs Verhältnis hat.

Subjektiv/Objektiv hin oder her. Wir sind alles Menschen und haben unsere Meinungen.

An "APPLE".
Denkt dir einfach deinen Teil und lass es beim lesen. Leute wie die von Macguardians oder Björn, die sich Zeit nehmen Informationen niederzuschreiben und uns informieren sollte man nicht persöhnlich kritisieren.

Gunnar H. Ohlenschläger
GF Media Sound and Pictures GmbH

dreck

Von: tom | Datum: 15.09.2004 | #35
hallo
das interview ist absolute pisse
und die site ist voll für'N' arsch

dreckig

Von: jerry | Datum: 16.09.2004 | #36
schön das du wenigstens "hallo" sagst ...