ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3315

Supercomputer, zum zweiten

Die November-Liste

Autor: thyl - Datum: 09.11.2004

Seit Apple bei Supercomputern mitmischt, ist eine sonst für Mac-Anwender wohl eher exotische Liste interesanter geworden, nämlich die halbjährlich erscheinende Übersicht über die schnellsten Supercomputer. In der aktuellen November-Liste ist der Virginiatech-Cluster aus 1100 XServes auf Platz Sieben gelandet, während der aus G5s aufgebaute Vorgänger es bei etwas niedrigerer Rechenleistung noch auf Platz drei geschafft hatte. Aber so ist der Lauf der Zeit. Immerhin gibt es unter den ersten zehn Rechnern keinen, der weniger Prozessoren als der Virginatech-Cluster hat, was die gute Rechenleistung des G5 wieder einmal beweist.

Ansonsten ist die Rangliste bunt gemischt, mit vielen POWER-Rechnern, aber auch einigen Itaniums und Xeons, Vektorrechnern und sogar immer noch Alpha-Rechnern. Auf den Plätzen 17 und 18 tauchen die ersten Opterons auf, während auf Platz 29 mal wieder eine Cray mitmischt. Unter den 40 schnellsten Rechnern stehen nur vier in der EU.

Update: Sehr interessant ist diese Übersicht nach Prozessorfamilien. Etwas beunruhigend ist dabei, dass die intel (Pentium und Itanium)-Architekturen mittlerweile auch den Bereich des Supercomputing dominieren, während die anderen Architekturen, namentlich MIPS, SPARC und alpha, abgeschmiert sind. Man beachte, dass in der unteren Graphik ein eigener Eintrag für PowerPC existiert, worunter wohl die Blades von IBM und eben Apple zu verstehen sind.

Kommentare

Was ist mit Mach5?

Von: Uli | Datum: 09.11.2004 | #1
Was ist mit dem Rechner los, der für die Berechnung von Überschallflügen eingesetzt werden soll? Immerhin besteht der aus über 1500 Xserves.
Hat irgendwer dazu Infos?

Gruß
Uli

G5s übersehen...

Von: Christian | Datum: 09.11.2004 | #2
Ihr habt Platz 4 übersehen ( [Link] ). Ja, ich weiß, das sind keine Apple-Rechner, aber trotzdem PPC970-Prozessoren. Außerdem ist es der einzige europäische Cluster in den Top 10.

@Christian

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 09.11.2004 | #3
Hab ich nicht übersehen, sondern gehören zu "POWER" in meinem Artikel, sind aber eben keine Macs.

@uli

Von: thomm | Datum: 09.11.2004 | #4
Der andere Cluster mit den ca. 1500 Xserves wird wahrscheinlich etwas langsamer sein, da die Netzwerkverbindungen nicht per Infiniband sondern über das normale Gigabit hergestellt werden.....
Man muß natürlich beachten, daß es wohl auch andere Einsatzzwecke sind, deshalb diese Variante gewählt wurde

@Thyl

Von: Christian | Datum: 09.11.2004 | #5
Sorry, das hatte ich falsch verstanden – schließlich sind die PPC970 keine Power-Prozessoren (sondern PowerPCs).

@Christian

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 09.11.2004 | #6
Hast schon recht, war etwas grob gehobelt, Zeitmangel, röchel...

und der Preis..

Von: Jogi | Datum: 09.11.2004 | #7
Wenn ich überlege das der Earth Simulator 250Millionen Dollar gekostet hat und alles vor Virginia Tech in einer ähnlichen Preiskategorie liegt, ist Platz 7 mehr als beachtlich.

Mit 5 Millionen Dollar ist der "Big Mac" quasi die Aldiausgabe der Supercomputer *bg*

grüße,
jürgen

Fehldenke:

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 10.11.2004 | #8
"Etwas beunruhigend ist dabei, dass die intel (Pentium und Itanium)-Architekturen mittlerweile auch den Bereich des Supercomputing dominieren, während die anderen Architekturen, namentlich MIPS, SPARC und alpha, abgeschmiert sind."

Das ist nicht ganz richtig gedacht. Man muss nur Graphik 1 mit Graphik 2 in Verbindung bringen, dann weiss man, was gespielt wird: Auf den unteren Rängen kommen praktisch nur noch Intel-Cluster, da jeder mal schnell ein paarhundert Rechner zusammenklatschen kann. "Dominieren" tun die Rechner in der Top 50 oder sogar Top 10! Und da seh ich irgendwie gar herzlich wenig Intel sondern hauptsächlich PPC! ;-)
Dass der Rest der Top500 zusammen auch viele TFLOPS erzeugt ist klar, 500 Systeme sind 500 Systeme. Ist trotzdem alles nur "Kleinvieh" in Relation zu den Führenden!... Warum? Weil man auf 480 Mini-Clustern, die über den Planeten verteilt sind kein einziges der Projekte rechnen kann die die Rechnern in der Top 20 täglich zu fressen kriegen! 100 Dreiräder sind addiert auch schneller wie Schumi, deswegen dominieren Dreiräder aber noch lang nicht die Formel 1! ;-)

Und dass Alpha, PA-RISC und MIPS nix mehr zu melden haben ist klar, denn sie wurden ja eben zugunsten der Itanic eingestellt! Dumm nur, dass die Itanic das schönste Fressefliegen war, das Intel seit dem i960 hingelegt hat! Wobei der i960 wenigstens noch als Drucker- und Routerchip Massenverbreitung fand, hehe... ;-)

Jürgen:

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 10.11.2004 | #9
Guck mal nach, wann der nächste "self-built" Cluster in der Top500 kommt! ;-) Du wirst staunen, hehe...

Apfelmaennchen

Von: IceHouse | Datum: 10.11.2004 | #10
> Wobei der i960 wenigstens noch als Drucker- und Routerchip Massenverbreitung fand, hehe... ;-)

Und eine Zeit lang die sog. "schnellste Apfelmaennchenbaeckerei der Welt" war. Ich erinnere mich seinerzeit an eine Ueberschrift auf einemCeBIT Stand 1991/92? - anyway.

Der Spiegel hat's auch gemerkt!

Von: Dunehopper | Datum: 10.11.2004 | #11
Bei Spiegel Online steht:

"...Alle diese Großrechner nutzen Heerscharen von Prozessoren. Bei Blue Gene/L sind es 130.000, der zweitplatzierte Nasa-Computer begnügt sich mit 10.240. Der schnellste Supercomputer der Welt dürfte um die 100 Millionen Dollar kosten und ist damit deutlich günstiger als "Earth Simulator", für den 250 Millionen berappt wurden.

Aber es geht auch deutlich billiger: Die als "Big Mac" oder "SuperMac" bekannte Anlage der Virginia State University in Blacksbury kostete gerade mal rund fünf Millionen Dollar. Sie liegt mit 12,25 Teraflops immerhin auf Platz sieben der Liste und besteht aus 1100 Apple G5-Rechnern mit 2.3 Gigahertz Dualprozessor."

Schöner kann so ein Artikel doch gar nicht aufhören :-)