ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 347

KirchGruppe reicht Insolvenzantrag ein!

Ein Kapitel deutscher Mediengeschichte treibt einem üblen Finale zu?

Autor: bh - Datum: 08.04.2002

Jetzt sieht es übel für die Banken aus - die Kirch-Gruppe hat nach Angaben von Reuters beim Amtsgericht München den Insolvenzantrag eingereicht. Das mit 6,5 Milliarden Euro verschuldete Medien-Konglomerat beschäftigt 10 000 Mitarbeiter. In den vergangenen Tagen war viel die Rede von einer ‹bernahme durch die Rivalen Rupert Mordoch und Silvio Berlusconi spekuliert worden - und in der Tat wäre die ‹bernahme einiger Fernsehsender durch ausländische konservative Gruppen wenig erfreulich für die deutsche Politik. Weder Murdoch noch Berlusconi sind für ihren Humanismus und ihre Charakterstärke bekannt, sondern mehr für ihre Tätigkeit als Schattenregenten in anderen Ländern, die sie mit ihren Mediengruppen kontrollieren. Der zerstrittene Bankensektor hat es nicht geschafft, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, nun kann ein Großteil der Schuldensumme gleich abgeschrieben werden. Vor allem bayrische Hypo und Deutsche Bank waren auf keinen grünen Zweig gekommen, und die politischen Interventionen von Kanzler Schröder hatten auch nichts mehr gefruchtet - wieso eigentlich nur mehr von ihm? Es müßte im Sinne aller politischen Gruppierungen sein, die größte Medienorgel im Land zu halten, auch wenn Leo Kirch keine Integrationsfigur mit hohen Sympathiewerten ist. Medienpolitik - Sie denken, es ist nicht ihr Problem? Los, abonnieren Sie ein paar Zeitschriften und lesen Sie zwischen den Zeilen die Wahrheit und zwischen den diversen Publikationen irgendwo ein Stückchen ehrliche Berichterstattung. Seine Nachrichten nur aus einer Quelle zu beziehen ist das Grundübel, so wird man schnell fette Beute für die Propagandisten und Spin Doctors - also auch im Mac-Sektor immer dran denken und deshalb jetzt schnell weiter zu Macinplay, MacStart, MacNews, MacPomm, MacUser, MacMotion, MacTV, Macelodeon oder Apfelgerüchte.

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