ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3482

Windoof und seine Folgen

Andere machen es auch nicht besser...

Autor: lars - Datum: 21.01.2005

Erst Connectix, dann M$, aber besser wurde Virtual PC nicht.
Warum ich hier heule? Ganz einfach: Unser Betrieb bildet aus. So weit so gut.
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Unternehmen, die im Verbund ausbilden wollen. In erster Linie richtet sich diese Art der Förderung der Verbundausbildung an kleine Unternehmen, die nur bedingt ausbildungsfähig sind und einen Partner in der Industrie mit ergänzendem Know-how suchen.
Sechs Monate der Ausbildung (Mindestdauer der Ausbildung 24 Monate) muss der Azubi dann in dem Verbundbetrieb lernen. Diese Ausfallzeit entschädigt das Versorgungsamt, denn - seien wir mal ganz ehrlich - ein Azubi ist normalerweise voll in die Produktionsabläufe eines Unternehmens integriert.

Nun gibt es, wie sollte es auch anders sein, für die Kontrolle der rechtmäßigen Verwendung der Fördergelder und Erfolgskontrolle reichlich Formulare.
All jenen, die gerne am Rechner sitzen und schon lange gefordert haben, dass man Formulare doch "paperless" zwischen den Institutionen austauschen solle, sei dieses Buch empfohlen, wer dennoch glaubt, dass es auch baumsparender geht, darf hier weiterlesen.
Realität ist allerdings ein Programm namens ABBA 3.0. Wer jetzt nur die Band aus Schweden im Kopf hat, den beneide ich.
In der (gefaxten) Anleitung bekommt man obige Internetadresse mitgeteilt und kann sich dann eine entsprechende Initialisierungsdatei herunterladen.
Was zum Henker ist .xai?! - Eine XML Variante, wie sich schnell herausstellt, das passende ABBA Installationsprogramm kommt dann, wie gewohnt als .exe daher.
Ein kleiner Anruf beim Versorgungsamt bringt uns auch nicht weiter, denn wir haben keine DOSe.
Man bietet mir an im Versorgungsamt Köln vorbeikommen zu dürfen, um auf einem dort vorhandenen Win-Kiste zu arbeiten - aktive Sterbehilfe nenne ich das.
Also schnell im Schrank nach Virtual PC suchen... war doch bei dem letzten Office-Paket dabei.
XP? Nein, Gott bewahre, ich will arbeiten, also Win2k installieren... Stunden später (IE 6 ist für die Java RunTime erforderlich.. warum auch immer) befindet sich ein lauffähiges, aktualisiertes System aus dem Hause Winzigweich auf meinem Rechner. GRAUSAM.
Also starte ich das Programm ABBA 3.0 - Link s.o.
.xai kann man im Übrigen nicht einfach per Drag & Drop auf diese Applikation ziehen, weil das System diese Datei nicht dem entsprechenden Programm zuordnen kann.
Nach nervenaufreibendem Protokollieren der Tätigkeiten, Verwendung der Fördergelder, usw. darf ich die Datei elektronisch versenden. Aber halt, ich habe keine Digitale Signatur. Nun gut, dann drucke ich es eben aus und schicke es mit der Post. Denn einen Drucker muss man ja nicht einrichten, VPC ermöglicht den Zugriff auf den auf dem Mac installierten Standarddrucker.
Leider wird dieser nicht gefunden und ich werde gezwungen diesem korrupten System unseren Netzwerkdrucker näher zu bringen. Treiber im Netz suchen, installieren, ... nix. Super, warum nicht?! Weil die Dateien, die Windows von dem OKI benötigt nicht da liegen, wo sie sollen. OKIs Schuld? Weiß ich nicht, ist mir auch egal, also schubse ich ein paar Daten auf der virtuellen Platte herum und ENDLICH läuft alles.
Wenn man schon XML Daten einließt und ausgibt, warum bitte kann ich das nicht in einer Applikation machen, die Systemübergreifend funktioniert?
Ich habe fertig und keinen Bock mehr. Aber ich muss mich während des Projekts noch mindestens fünf Mal mit dieser Art der Dokumentation befassen. Ich wünschte, dass wieder gute alte Fragebögen auf Papier auf meinem Tisch lägen...

Kommentare

Java

Von: pm | Datum: 21.01.2005 | #1
Die Abba Software verwendet wie SAP den Java-Client 1.3.1 der von OS X nicht vollumfänglich unterstützt wird. Die andere Software ELAN dürfte aus meiner Sicht unterstützt werden, da 1.4 Java von Apple durch SUN zertifiziert wurde.
Bei .PDF Dateien ist aber eine andere Variante allenfalls möglich. PDF Dateien besitzen Layers.
Layer 1 sprich ist das Grunddokumen. In Layer 2 gibt man z.B variable Daten wie Adressinformationen etc. an. Es ist also möglich einen pdf Merge zu erzeugen.
Erstmalig gesehen im CRM von Daylite von Marketcircle.

@martinx

Von: core icke | Datum: 21.01.2005 | #2
dann darf man dir zum switch gratulieren?
was wird es denn?book oder mac?

apropos:
powermac <-> powerbook
imac <-> ibook
mac mini <-> book mini?

ok ich beliebe zu scherzen ;)

@core icke

Von: Michael Kreuzer | Datum: 21.01.2005 | #3
mac mini <-> newton-nachfolger *duckundweg*

Aber zum Thema, xml wurde nicht gemacht um Plattformunabhängigkeit zu erreichen. Es soll lediglich Struktur, Inhalt, und Darstellung unabhängig machen und um weiterverarbeitung zu vereinfachen. Ich würde sagen, dass das hier auch stattfindet. Es wäre ein leichtes ein Tool für Mac OS X zu schreiben oder die Daten einfach per XSLT in ein anderes Format umzuwandeln, da die Struktur im DTD offenliegt (wenn auch nicht immer frei, so ist dennoch RevEn möglich).

Man kann nicht von jeder popligen Behörde erwarten für jedes System von RiscOS bis Zeta ein Build bereitzustellen. ;) Aber ich finde es positiv, dass hier nicht mit Access gepseudodatenbankelt wurde und eben Interoperabilität >möglich< ist.

Was mich vielmehr ankotzen würde, ist die Tatsache, dass die Entwicklung des Havok-SDK für Mac eingestellt wurde. Das ist schon viel ärgerlicher.

gruß Michi

mein Win-Highligh der Woche:

Von: Peter Klein | Datum: 22.01.2005 | #4
USB-Speicherstick konnte nicht verwendet werden, da kein Laufwerksbuchstabe mehr frei war (musste ein Netzlaufwerk trennen).

@Peter Klein

Von: Anno Nym | Datum: 22.01.2005 | #5
"USB-Speicherstick konnte nicht verwendet werden, da kein Laufwerksbuchstabe mehr frei war (musste ein Netzlaufwerk trennen)."

Photo, Photo, Photo! ;)

Re: Java/Elster

Von: Anonymer Feigling | Datum: 22.01.2005 | #6
"Warum nicht über .HTML/XML ? und eine sichere Verbindung ?"

Ja das verstehe ich auch nicht. Wahrscheinlich gibt es
da auch nichts zu verstehen, weil den Verwaltungs-DAUs
der erste hergelaufene "IT-Profi" wichtig daherredet
"Industriestandard bla bla" und das Unheil nimmt seinen
Lauf. Es ginge natürlich mit html, dann müsste man
noch nicht mal mehr "was runterladen".
Es ist zum heulen.
Bitte bitte schreibt noch ein paar Meinungen/Erfahrungen
bis denne

Meinung

Von: meta | Datum: 23.01.2005 | #7
Suche dir einen guten Anwalt und reiche eine Klage beim BVGH oder BGH ein. Da die Einreichung diverser Steuerdaten auf elektronischem Wege in Zukunft noch weiter zunehmen wird und schon jetzt bei Teilbereichen Plattformen fest vorgeschrieben werden, ist eine Klage vielleicht erfolgreich.

Die MacGuardians sollten tätig werden, das Thema weiter durchleuchten und eventuell einfach eine Interessensgemeinschaft bilden, die dann eine Klage anstrengt. Der einzelne Nutzer wird sich wohl kaum so wehren können.

Wer von euch würde sich denn z.B. gerne vorschreiben lassen, dass auf öffentlichen Strassen nur mit VWs gefahren werden darf (Autokanzler sei Dank)?!

Behörden-IT-Abteilungen

Von: Johnny | Datum: 23.01.2005 | #8
Man muss nicht glauben, IT-Spezialisten - erst recht nicht solche bei Behörden - hießen so, weil sie tatsächlich Fachleute und immer up-to-date wären. Die Uhren ticken da noch anders und es gibt überhaupt keine Anforderungen mit der Zeit zu gehen. Ich habe manchmal das Gefühl, die sind noch in den Siebzigern.

Z.B. habe ich mal mit dem IT-Leiter einer Bundes-Behörde deren Webserver gefachsimpelt. Man kann dort online Anträge stellen. Aus Sicherheitsgründen darf deren Webserver z.B. keine Mails verschicken (verschicken, nicht empfangen!). Also wie kommen die Anträge jetzt zum Sachbearbeiter? Antwort: Der Server schreibt alles in Textdateien, diese werden dann regelmäßig per ftp heruntergeladen und per Hand in die lokale DV eingegeben. Voilá!

Oder wie wäre es mit der offiziellen Web-Schnittstelle des Bundesfinanzministeriums zur Überprüfung von USt-ID-Nummern? Hier gibt es die Besonderheit zu bedenken, dass der Service nur zwischen 5:00 und 23:00 Uhr zur Verfügung steht. Nachts geht dort offensichtlich der Webserver schlafen. Ist aber auch egal, denn die Antwort, die das Script liefert, ist sowieso nicht verbindlich.

Das ELSTER Projekt stelle ich mir so vor: Zeitdruck durch zu knappe Terminvorgaben durch die Politik, dann Koordinationsprobleme zwischen Abteilungen und Behörden und die Ignoranz der Spezialisten. Dann Expertenkommissionen, Fachgespräche, Einwände, Vorsitzende, die keine Ahnung haben, und am Ende sitzen da 2 Studenten und programmieren drauflos.

Und wieso das nicht mit HTML gemacht wurde?Dazu gibt es bestimmt ein 40-seitiges Gutachten...