ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3510

Endlich anfassen: Mac mini und iPod shuffle

After MacWorld SF Briefing in Wien

Autor: bh - Datum: 27.01.2005

Die Präsentation der Neuheiten nach der MacWorld San Francisco zählt bereits zum liebgewordenen Ritual, und so war eine größere Gruppe Journalisten im Wiener Museumsquartier zusammengekommen, um Mac mini und iPod shuffle die Ehre zu erweisen. Nach einer kurzen Begrüssung durch Pressesprecher Georg Albrecht kam Angelika Herpfer mit einer dankbaren Aufgabe zum Zug: sie stellte die neuen Mitglieder der iPod-Familie vor. Das Gerät ist so simpel, dass ich bezweifle, den Lesern noch irgendwelche spannenden Details offerieren zu können. Im iPod shuffle kommt offenbar ein Polymer-Akku zum Einsatz, der 12 Stunden Laufzeit haben soll und nach einer Stunde am USB-Stecker wieder zu 80% aufgeladen ist. (Anstecken an der Tastatur ermöglicht zwar das zünftige Zapfen von Musik, Strom zieht das Gerät aber nur direkt am Rechner - aber zu einem PowerMac bückt man sich auch gerne mal runter.)



Lediglich die Eindeutschung des luftig klingenden Slogans "Life is random" kommt plump rüber: "Zufälle machen das Leben spannend". Da hätte ich ja "Es kommt oft anders, als man denkt..." noch besser gefunden..... und ob der Endkunde wohl versteht, was "sequenzielles Abspielen" ist? Egal, der iPod shuffle überzeugt und wird Apple eine Menge neue Kunden bescheren. Viel Gewinnspanne hat Cupertino wohl nicht mehr, man setzt also auf Zubehör. Wieso ein simples Armband 29 Euro kosten soll, braucht mir niemand zu erzählen - pricing is random, nehme ich mal an. Wahrlich ich sage euch: im AppleStore sei ausreichend Zubehör - in den Präsentationen jedoch bitte nicht, sonst kann man gleich die "Nacht der Belkin-Überraschungen" organisieren.

Im Anschluß stellte sich Rainer Oberbeckmann vor und gab einen Ausblick auf die Software-Weiterentwicklung. Nachdem Sony in den nächsten Monaten mit High definition Kamers auf den Markt komme, die sich als Preisbrecher erweisen dürften, hat Apple mit Final Cut Express HD vorgesorgt. Über die Vorzüge von High Definition Video sollen Berufenere als ich plaudern, was vorgezeigt wurde, war jedenfalls erstaunlich. iWork erregte wohl die meiste Aufmerksamkeit. Das Paket besteht aus der bereits bekannten Präsentationssoftware Keynote in Version 2 und dem neuen Textverarbeitungsprogramm Pages. Dieses darf trotz netter Funktionen - Inhaltsverzeichnis automatisch generieren - nicht als Konkurrenz zu Microsoft Word gesehen werden. Pages ist jedenfalls zu Word in der aktuellen Version kompatibel, detailreichere Tests werden meine Kollegen noch durchführen. Die Templates von Pages waren nicht unbedingt der Brüller, wenn sie auch dem Anfänger die ersten Schritte sehr erleichtern dürften. (Faszinierend, wieso in den Vorlagen lateinischer Blindtext zu sehen war...)

Keynote wiederum ist ein ordentliches Stückchen gewachsen. Oberbeckmann zeigte vor, wie man interaktive Slideshows erstellt - damit sind einfachere Kiosk-Anwendungen auch ohne Macromedia-Software wunderbar realisierbar. Besonders spannend: die Slideshows können als interaktive Quicktime-Filme oder gar in Flash exportiert werden.
Hinsichtlich der Neuerungen in iLife wurde insbesondere iPhoto hervorgehoben. Die Photoverwaltung kann nun auch kleinere Videos aufnehmen und auch mit Bildern im Format RAW umgehen. Erweitert wurden die Möglichkeiten, seine Schnappschüsse zu verbessern: ein Menü bietet mehrere Regler, um beispielsweise Farbintensität zu variieren oder das Bild an einem Raster wieder horizontal auszurichten. Bei den Photoalben hat Apple seine Produktpalette gemeinsam mit Kodak erweitert, es gibt nun auch kleiner Formate zu immer noch teuren Preisen. Besonders absurd: man möge mit mindestens einer Woche Versandzeit rechnen, da die Alben in den USA gedruckt werden. (Eine Steuer auf Kerosin... bitte schnell! Wie schon Max Goldt richtig sagte: Wenn ich in den Himmel schaue und ein Flugzeug sehe, will ich darin Politiker wissen, die für den Weltfrieden verhandeln. Photoalben rund um den Erdball fliegen....ts.)

Es folgte der Star Act des Abends: Hardware-Experte Holger Niederländer durfte den Mac mini vorzeigen.
Das Gerät begeistert aus der Nähe ebenso wie auf den Pressebildern. Der "Deckel" des Mac mini - von mir fälschlicherweise als Plastik bezeichnet, obwohl er selbstverständlich aus hochwertigem, von jungfräulichen Maiden in Cork handgestreicheltem Polycarbonat gefertigt ist - gibt etwas nach. Man sollte es tunlichst vermeiden, etwas Schweres draufzustellen - denn gleich unter darunter liegen die AirPort- und Bluetooth-Antennen sowie das optische Laufwerk, die dabei in Gefahr geraten würden. Es gibt aber vermutlich ohnehin nicht allzu viele Freaks, die freiwillig das Logo des angebissenen Apfels verdecken würden. Der Apfel leuchtet nicht, weil für solche features beim besten Willen kein Platz mehr gewesen wäre, wie Niederländer erklärte. Der Mac mini hat ein externes Netzteil (16,5 x 6,5 x 3,5 cm), um dem kleinen Rechner die Wärmeentwicklung zu ersparen. Einen Lüfter hat er trotzdem, wie sollte er sonst auch CDs oder DVDs brennen können? Das werden überhaupt Bilder für Götter werden, wenn in den Büros dieser Welt der Kollege mit dem ollen PC gezeigt bekommt, wie man DVDs erstellt und brennt in einem Kistchen, das gerade mal so groß ist wie 5 CD-Hüllen aufeinander! O-Ton Niederländer: "Der Mac mini passt ungefähr 18 Mal in so einen PC-Minitower .... lachen Sie nicht, die heissen wirklich MINI-tower!"
Der Mac mini macht einen fast geräuschlosen Eindruck im Normalbetrieb, was sich aber vermutlich im Betrieb mit CD ändert. Einen ersten Hardware-Test soll es bereits in der nächsten Ausgabe der MacWelt geben.

Was beschäftigt unsere Leser am meisten? Die Verfügbarkeit. Also wie sieht es damit aus, Herr Niederländer?
Was heisst schon verfügbar? Einige Händler haben wir ausdrücklich darauf hingewiesen, dass offizieller Verkaufsstart der 29. Januar ist. Also einige Händler haben schon welche. Ich hab auch schon welche.
Wovon auszugehen war, und vermutlich hat Niederländer den Kleinen auch schon aufgeschraubt und in seinen Eingeweiden gewühlt...

Hinsichtlich der Verfügbarkeit ist zwar von einer starken Nachfrage auszugehen, immerhin stieg die Lieferzeit im AppleStore bereits auf 3-4 Wochen, aber beispielsweise bei GRAVIS beginnt der Verkauf tatsächlich am Samstag. Offensichtlich sind in allen 21 Filialen bereits Modelle eingetroffen, der Mac mini geht für 484,- Euro über den Ladentisch. Die ersten iPod shuffle Modelle mit 1 Gb sind dort ebenfalls zu besichtigen, über die mengenmäßige Verfügbarkeit ist nichts bekannt.

Apple hat sich mit den Neuvorstellungen dieser MacWorld einige Wochen in den Schlagzeilen gesichert. Der "headless iMac" war ebenso wie der "low-cost flash ipod" ein Herzenswunsch der Community, die sich nun zufrieden zurücklehnen kann.
Mitnichten! Raus in die Läden und etwas für die Marke tun! Der Oma einen iPod shuffle, damit sie beim Nachmittagsspaziergang nicht auf Beethoven verzichten muss, und dem windows-geschädigten Onkel einen Mac mini, der an seinen 20" TFT passt!
For the rest of us - gibt es noch ein weites Betätigungsfeld. Packen wir es an!

Kommentare

Der "Anfühltest"

Von: booster | Datum: 28.01.2005 | #1
Nachdem ich ebenfalls bei der Präsentation anwesend war, noch ein paar Eindrücke zur neuen Hardware:

Der iPod shuffle ist noch kleiner als ich ihn mir vorgestellt hatte. Was mich allerdings ein wenig störte war das leicht "knarzende" Geräusch bei der (beherzten) Betätigung des Tastenfeldes. Nicht wirlich schlimm, aber man merkt eben, dass es sich nicht um ein Stück "Vollkunststoff" handelt. Egal - Das Ding wird gekauft sobald es beim nächsten Händler verfügbar ist, und mein USB Stick darf in Pension gehen. Der "Habenwollen-Faktor" ist nach dem ersten echten Kontakt noch viel größer geworden!

Der Mac mini - WAHNSINN, mehr kann ich wirklich nicht dazu sagen! Ich finde das Ding außerdem vergleichsweise sehr leicht, ein iBook ist um einiges schwerer (klar der Bildschirm..). Natürlich habe ich den mini auch umgedreht, und ich sage euch, der Spalt ist echt nicht breit!

Ach ja, ganz vertraulich hat Herr Niederländer im Gespräch den Tiger Release Termin verraten - im ersten Halbjahr 2005 - toll nicht :-)

Lorem ipsum

Von: Benedikt Hager | Datum: 28.01.2005 | #2
der Flash-Export von Keynote ist mehr oder weniger unbrauchbar
der html-Export von Pages ist mehr oder weniger unbrauchbar

so siehts leider aus. Tolle Programme, wirklich, aber das Exportzeug sind gut gemeint, aber mehr nicht.

>> (Faszinierend, wieso in den Vorlagen lateinischer Blindtext zu sehen war...)

Das ist doch der klassischste Blindtext wo gibt!

Bravo Bert !

Von: RoB*-) | Datum: 28.01.2005 | #3
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht !

Über den "Deckel" des Mac mini stand auch schon bei Apple: NiX drauflegen, draufstellen auch keinen zweiten Mac mini !-)

[Link]

Als Zubehör gibt es auch ein iPod shuffle Dock für schlappe 29,- € ! {Man könnte natürlich auch eine USB-Verlängerung nehmen.}

[Link]

Lorem Ipsum

Von: Jan | Datum: 28.01.2005 | #4
>>>> (Faszinierend, wieso in den Vorlagen lateinischer Blindtext zu sehen war...)

>>Das ist doch der klassischste Blindtext wo gibt!

...und afaik gar kein echtes sondern nur Pseudo-Latein...

export unbrauchbar?

Von: Bert | Datum: 28.01.2005 | #5
der Flash-Export von Keynote ist mehr oder weniger unbrauchbar
der html-Export von Pages ist mehr oder weniger unbrauchbar

so siehts leider aus. Tolle Programme, wirklich, aber das Exportzeug sind gut gemeint, aber mehr nicht.


schon probiert? mehr details wären spannend!
herzliche grüße,
bert

War das nur eine Veranstaltung für Journalisten?

Von: Dusan | Datum: 28.01.2005 | #6
Früher gab es bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr, jetzt gibt es anscheinend nur die eine und die ist dann nur für Journalisten.

Schöne Grüsse

Rechtschreibfehler! ;-)))

Von: Dominik | Datum: 28.01.2005 | #7
Nachdem Sony in den nächsten Monaten mit High definition Kamers auf den Markt komme,

Muss heißen
Nachdem Sony in den nächsten Monaten mit High definition Kameras auf den Markt komme,

GRINS

Pages und Export

Von: RollingFlo | Datum: 28.01.2005 | #8
Zu Keynotes Flash-Export kann ich nicht viel sagen, außer das selbst dieser nicht gerade kritische MacTeens-Artikel anmerkt, man solle nicht viel davon erwarten.
Bzgl. Pages hat Benedikt aber schon recht, und noch schlimmer: Beim PDF-Export klappt auch nicht alles. So gehen etwa die Schatten verloren, und wie wichtig die sind, sieht man dann erst. Irreführenderweise sind die Schatten in Preview zu sehen, im Acrobat Reader (Mac oder PC, egal) aber nicht und gedruckt werden sie sowieso nicht.
Wenn man das Layout also vollständig über die Plattformen retten will, bleibt nur der Griff zu Acrobat selbst. So steht es geschrieben:
[Link]
Da sind auch Export-Beispiele verlinkt. Zum HTML-Export kann man wohl bloß sagen: Alles da, irgendwo...

Grausame Bilder

Von: Calafati | Datum: 28.01.2005 | #9
Mein lieber Bert, die Bilder, die du da reingestellt hast sind wirklich unter aller Sau. Selbst der letzte Hinterwäldler sollte heutzutage in der Lage sein, seine Bilder mit diesen idiotensicheren Programmen so zu korrigieren, dass man ein bisschen was auf denselben erkennen kann.

Guten Tag noch

Bensch

Von: Be | Datum: 28.01.2005 | #10
Ich hab das in den discussions bei apple gelesen, dass sowohl der html-export ein chaos macht als auch der flash export weniger als basic ist...

nur mit pc

Von: tom13 | Datum: 28.01.2005 | #11
schade, wenn der iPod shuffle nur übern computer aufladbar ist is er wohl nix fürn strandurlaub
oder gibt es vielleicht ein lagegerät mit usb adapter?

lagegerät

Von: tom13 | Datum: 28.01.2005 | #12
gibts
sorry hätte auch vorher auf apple schaun können

[Link]

Auf Reisen ohne Computer ?

Von: RoB*-) | Datum: 28.01.2005 | #13
Aber mit dem iPod shuffle unterwegs - dann hiermit laden :

[Link]

Das (World Travel Adapter Kit) Reise-Adapter-Kit käme dann für Globetrotter noch dazu - ich würd dann aber eher zum Battery Pack raten ->

[Link]

iWork und iLife 05

Von: Enrico | Datum: 28.01.2005 | #14
Seit gestern sind die ersten deutschen Sendungen für iWork und iLife 05 unterwegs. Zustellung wurde heute morgen bei mir probiert und ich war nicht da und auch keiner meiner Nachbarn. *grummel* Und das obwohl ich soooo neugierig drauf bin.

Gravis Essen

Von: ans | Datum: 29.01.2005 | #15
"aber beispielsweise bei GRAVIS beginnt der Verkauf tatsächlich am Samstag. Offensichtlich sind in allen 21 Filialen bereits Modelle eingetroffen, der Mac mini geht für 484,- Euro über den Ladentisch."

Zumindest Gravis Essen hat noch keine Mac minis, wie ich gerade erfahren musste. ;)