ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3589

OT: wieder mal HDTV

appenitten (alle Kabel?)

Autor: thyl - Datum: 09.03.2005

Als Patentanwalt sehe ich die Sorge von Fernsehrechteninhaber als durchaus legitim an, dass alles "geklaut" wird. Anscheinend kündigt aber die Industrie die in den Sechziger Jahren getroffene Vereinbarung einer Pauschalabgeltung für das Kopieren von Filmen jetzt endgültig auf, was vermutlich eher kontraproduktiv für das Durchsetzen von HDTV werden dürfte.
Kurz zur Erinnerung: Bevor es Kopierschutz gab, hatte man eine pauschale Vergütung für das Herstellen von Kopien von Werken wie Schallplatten oder Fernsehaustrahlungen eingeführt. Jeder Verbraucher muss in Deutschland seit damals für Aufzeichnungsgeräte und alle Medien, wie Kompaktkassetten, (S-)VHS-Bänder, CD-R(irgendwas) und DVDs eine Abgabe entrichten, die nach einem komplizierten Verteilerschlüssel an die Rechteinhaber, wie Filmstudios, Plattenproduzenten oder Fernsehanstalten weitergeleitet wird. Vielleicht kein optimales System, aber sicher ein für beide Seiten bequemes.

Mit dem Aufkommen digitaler Medien und den damit möglichen 1:1-Kopien sah die Industrie ihre Rechte allerdings nicht mehr hinreichend gewahrt; wobei dies möglicherweise einfach an der steigenden Zahl von angefertigten Kopien und den damit verbundenen Einnahmeausfällen lag. Ein einfacher Weg wäre möglicherweise die Anhebung der Pauschalgebühren gewesen. Stattdessen ist es jedoch zu einer Änderung des Urhebergesetzes gekommen, die den Rechteanbieter die Wahlfreiheit lassen sollte, entweder weiter über die Pauschalgebühr Kopien abzurechnen, oder eine individuelle Nutzung (bzw. das Verbot derselben) durchzusetzen. Hierzu wurde in das Gesetz das Verbot des Umgehens von Kopierschutzmechanismen aufgenommen.

Wenn man eine private Kopie erstellen möchte, muss man dann also theoretisch bei den Rechteinhaber eine individuelle Erlaubnis einholen und bezahlen. Leider führt dies im Effekt dazu, dass eine Kopie nicht mehr möglich ist, da kein Rechteinhaber sagen wird "Klar, mach mal, hier ist der Dechiffierschlüssel, überweist Du uns dann später 4 Euro". Vielmehr führt die Neuregelung des UrhG zu einer zunehmenden Blockierung der Möglichkeit der Erstellung einer rechtlich weiter gestatteten Privatkopie.

Bislang hat dies keine wirklich dramatischen Folgen, da noch analoge Wege zur Kopienerstellung mit Pauschalvergeltung offen stehen, beispielsweise bei Tonträgern/Radioprogramm über Kompaktkassette (deren beste Tage allerdings rum sind) oder über analoge Aufzeichnung auf CD-R-etc, und bei Fernsehprogrammen/DVDs mittels Aufzeichnung auf S-VHS, das eine für PAL-Fernseher angemessene Bildqualität liefert.

Die Konsumenten haben sich an den bequemen Weg zur Privatkopie mit Pauschalvergütung gewöhnt; der um 23 Uhr kommende Film wird aufgenommen und irgendwann, wenn Zeit oder Laune ist, angeguckt, und im Auto hört man Kassette (ist das eigentlich noch so?).

Doch jetzt sollte im Fernsehbereich HDTV kommen. Dieses erfordert komplett neue Übertragungswege zwischen den einzelnen Geräten, da das Bild nicht über Komposit-, SVHS-, Antennen- oder normale SCART-Signale übertragen werden kann. Nötig sind RGB-, Komponenten- oder DVI-Signale.

Und hier sieht es zunehmend so aus, als ob bereits vorab durch technische Maßnahmen alle Möglichkeiten einer Privatkopie unterbunden werden sollten. Bislang war der böse Bube der Industrie dabei die digitale Übertragung, die eine verlustfreie und damit beliebig reproduzierbare Kopie ermöglichte. Folgerichtig wurde der digitale DVI-Ausgang an Satellitenempfängern und DVD-Playern unterdrückt und an seine Stelle trat der kopiergeschütze HDMI, der Bilder nur auf entsprechende Fernseher, aber nicht an andere Geräte ausgibt. Wie jetzt auf Telepolis in einem sehr kritischen Artikel zu lesen ist, hat jetzt die Industrie auch die analoge Signalübertragung als Schwachstelle entdeckt, da bei ihr ein Kopierschutz kaum möglich ist. Also sollen die Komponentenausgänge weg oder zumindest abschaltbar sein, denn es könnte ja irgendwann jemand ein Gerät bauen, mit dem das Analogsignal aufgezeichnet werden könnte. Tatsächlich gibt es sogar schon ein solches Gerät, nämlich einen W-VHS-Recorder von JVC, der HDTV-Signal analog aufzeichnet; für etliche Tausend Dollar.

Es stellt sich die Frage, wie die Gerätehersteller reagieren werden. Sollte sich das Konzept durchsetzen, muss man zunächst festhalten, dass alle Leute, die sich bereits HDTV-taugliche Fernseher nur mit DVI oder Komponenteneingang, aber ohne HDMI, gekauft haben, in Zukunft vielleicht öfter auf eine schwarze Fläche gucken können, wenn sie HDTV sehen wollen, selbst wenn sie ihr Abo brav bezahlt haben und eigentlich nur Fernsehen wollen. Aber im nächsten Schritt ist anzunehmen, dass die Hersteller die Komponentenausgänge gleich ganz weglassen, da ihre Nutzung zu eingeschränkt ist. Damit bleibt dann für HDTV nur noch ein HDMI-Kabel vom BluRay-Player zum Fernseher und eines vom Satellitenempfänger, auch zum Fernseher, übrig. Alles andere geht nicht oder ist nicht HDTV.

Eine Kopienerstellung geht damit nur noch auf der Festplatte des Satellitenempfängers, die schneller voll ist, als man sich umgucken kann (und wenn das Ding kaputtgeht? Und wenn ich den Receiver wechseln möchte?. Wie der Telepolis Artikel implizit annimmt, werden die Privatkopie-ge- und verwöhnten Konsumenten aber eine solche Möglichkeit verlangen, oder eben nicht kaufen, womit HDTV, ein möglicher Wachstumsmotor für unsere schon gebeutelte Unterhaltungselektronik, mehr oder weniger ausfallen dürfte.

Warum greifen die Rechteinhaber nicht das bewährte System der Pauschalvergütung auf und erweitern es? Es sollte technisch möglich sein, beispielsweise DVD/Blu-Ray Disk-Rohlinge in verschiedenen Preisklassen mit unterschiedlicher Rechtekennung anzubieten, die das Aufzeichnen unterschiedlicher Sendungen gestattet. Für einen aktuellen Spielfilm, den ich mir aber aus zeitlichen Gründen erst später, oder vielleicht in zwei Jahren nochmal, ansehen möchte, wäre ich durchaus bereit, ein paar Euro mehr Pauschalvergütung zu zahlen als für den Mitschnitt des -äh- Musikantenstadl (wenn der mal in HDTV kommt und sich mein Geschmack ändert). So wie die Dinge stehen, wird aber hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Beim Versuch, das Kopieren von Spielfilmen zu verhindern, wird auch gleich technisch jegliche Möglichkeit einer HDTV-Aufzeichnung von vornherein unterbunden.

Kommentare

Da sag ich nur

Von: ctopfel | Datum: 09.03.2005 | #1
Nice Article!

Ich bin eigentlich nicht für sinnfreie Beiträge zu haben, aber ich sage nur:

muhahahahahahah

Mal im Ernst: da beisst sich doch irgendwie die Schlange in den Schwanz.

Es wird doch eh wieder iene Möglichkeit geben HDMI zu knacken.

Das Prinzip ist doch: Wenn das Material zu Dir nach Hause kommt, dann HAST (nicht hassen, ausser beim musikantenstadl :-) du es, und kannst es aufzeichnen.

Genau das gleiche Problem bei CD/DVD: Wenn du den Datenträger physikalisch in den Händen hälst, dann kann dich niemand davon abhalten, eine kopie zu machen, und wenns dann Atom für Atom sein muss. Evtl könnte da die Quantentheorie weiterhelfen. Mann könnte doch die Keys in den Phasenvershciebungen der Materiewellen speichern.. blabalbalbalbablalb

Die sollen das Problem von einer anderen Seite angehen.

ctopfel (sorry für denn sinnfreien Beitrag)

Die Frage, die sich mir dabei stellt:

Von: Marcus | Datum: 09.03.2005 | #2
Konsequenterweise dürften Rechteinhaber doch auch keine Kopiervergütung (wie auch immer die jetzt heißt) für Werke bekommen, die nur mit Kopierschutz veröffentlicht sind, oder?
Wenn also Label A alle seine VÖs mit Schutz versieht, dürften die keinen müden Cent mehr von meinen Abgaben auf Leerkassetten, CDs, und iPods bekommen, ganz im Gegenteil zu Label B, das auf solche Sperren verzichtet.

Mir ist klar, daß dem aktuell nicht so ist, aber wäre *das* nicht ein erstrebenswertes Ziel in der Kopierschutzdiskussion? Denn den Betrag würden die schon spüren und sich dann vielleicht nochmal überlegen, ob man den Kunden gängeln will.

OT > Thyl

Von: Besan | Datum: 09.03.2005 | #3
Schau mal by "the Register" vorbei, gestern gab es ein Monster-Artikel zu HDTV (7 Seiten)...

OT > Thyl

Von: Besan | Datum: 09.03.2005 | #4
Schau mal by "the Register" vorbei, gestern gab es ein Monster-Artikel zu HDTV (7 Seiten)...

1:1 kopieren ging schon

Von: Powersurge | Datum: 09.03.2005 | #5
LPs sind nicht "digital". Trotzdem konnte 1:1 kopiert werden. Schwarzpresser gabs viele. HDTV- wäre schön wenn erst mal TV Geräte da sind die sowas wirklich können. ;-)

OT zum OT:

Von: ElRhodeo | Datum: 09.03.2005 | #6
cherryOS ist draußen...
[Link]

Kopieren

Von: BvK | Datum: 09.03.2005 | #7
Gänzlich wird sich die Kopiermöglichkeit von Digitalen und Analogen aufzeichnungen schon deshalb nicht unterdrücken lassen, weil zumindest bei den Profis kopiert werden muss. Zum Beispiel der Inhalt auf die DVD,oder ton und Bildspuren etc, was wiederum bedeutet dass es dafür eine Technik geben muss. Diese ist prinzipiell auch im Privatbereich anwendbar und kann auch an anderer Stelle eingesetzt werden. Allzu teuer kann sie auch nicht sein, weil die Musiker und Filmleute die Kohle auch nicht zum zum blödeln haben.
Ich erinnere an Digitale Audio/ Dat Laufwerke.
Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, nachdem ein Kopierschutz eigeführt war, bis eine Hardware am Markt war die auch nicht Profis zum Kauf angeboten wurde. So eine Art antidongle.
BvK

ja bin ich denn hier im verkehrten film, oder was?

Von: Thesi | Datum: 09.03.2005 | #8
erstmal danke für den link zu dem wirklich lesenwerten artikel - telepolis liegt sonst eher nicht so auf der welle, die ich surfe...

---

weil hollywood (so was wie) drm will, wird der ganze hdtv-hype zum rohrkrepierer - ich lach mich schlapp. und das ganze nur, weil man die alte hollywood-streifen nicht archivieren können soll - wollen die uns vor uns selbst schützen?

zum glück bin ich noch nicht losgerannt und hab mir was hd-ready-ges geholt!

kommt jetzt ein QuickTimeVideoStore? ach nee, da hätten die filmstudios wahrscheinlich auch was gegen...

ich würd ma sagen, dass sich die dsl-anbieter darüber am meisten freuen werden und hollywood somit weiter "verbrecherjagd" betreiben kann.

an alle ;-)

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 09.03.2005 | #9
ctopfel: Dein Vorschlag ist illegal

Besan: Hatte ich schon, aber danke

Powersurge: das ist nicht 1:1 iSd von Digitalien, da die Kurvenform der Rille sich, wenn auch gering, verändert). Im übrigen gibt es Fernsehgeräte, die 1080i können, beispielsweise von JVC (HV-xx etc. ) und mittlerweile auch zwei drei LCDs

BvK: solche Geräte gibt es wohl, aber 100000 Euro oder so sind nix für die Privatkopie...

Ich geh lieber ins Kino

Von: Thomas | Datum: 09.03.2005 | #10
zuhause tut es mir meine olle röhre, kommt eh fast nur schrott. also geht mir hdtv 1.5m sonstwo vorbei :-)

Idee von Marcus...

Von: James P. Sullivan | Datum: 09.03.2005 | #11
Sehr richtig... Eigentlich müssten Kopierschutzmechanismen untergsagt werden, weil die Anbieter der Inhalte durch die Kopier-Pauschalvergütung entsprechend entschädigt werden. Ich bezahle doch für die Kopie (wenn ich die Kassette/den Rohling kaufe), werde aber dann daran gehindert, sie zu erstellen. Betrug.

Also sollten nur diejenigen diese Vergütung bekommen, die auch Kopien ermöglichen. Und die anderen eben nicht.

Was für ein schöner Wunschtraum...

Und was HDTV betrifft: sollte das nicht schon mitte der 90er kommen? Als Parallelentwicklung zu 16:9/PALplus?

andere industrie

Von: flip | Datum: 10.03.2005 | #12
an schwarze schirme glaube ich nicht! es gibt zum einen die öffentlich-rechtlichen die bei schwarzen schirmen ihrem hoheitlichen auftrag zur grundversorgung nicht mehr nachkommen würden und zum anderen die privaten, denen im falle schwarzer schirme die werbekunden weglaufen würden.. und ich behaupte einmal, dass dieser teil der medienindustrie mindestens so viel lobbyarbeit leistet, wie der andere teil!

@flip

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 10.03.2005 | #13
Vermutlich gibt es tatsächlich keine schwarzen Schirme, weil:
Premiere (andere folgen?) nur solche Receiver zulässt, bei denen Komponenten-Ausgänge abschaltbar sind. Wie gesagt, denke ich, dass damit keine Receiver mehr angeboten werden, die solche Ausgänge haben. Wer also Premiere-HDTV gucken will, braucht sowieso einen Fernseher mit HDMI, und dann wirds auch nicht schwarz.

@nico

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 10.03.2005 | #14
aber es geht hier um HDTV, nicht um Audio. Um ein HDTV-Signal zu speichern, braucht es schon etwas mehr. Da ist zunächst einmal HDMI. Ist wahrscheinlich möglich, aber natürlich illegal, eine Box zu entwickeln, die auf der einen Seite HDMI hat und auf der anderen Seite DVI-Signale und Audio ausgibt. Aber dann geht es ja erst los. Aus diesen unglaublichen Datenmengen (max 1920 x 1080 x 3 x 60 Byte = 373 MB/s, 22 GB/min, nur fürs Bild) muss etwas erzeugt werden, was man speichern kann. Dazu braucht man einen Echtzeit-Encoder, zB für MPEG-2. Das ist nicht ohne; wenn man bedenkt, dass man neben einer guten Architektur (schneller Speicher, schnelle Datenbusse) allein zum Decodieren von HDTV 1080i ca. 3-4 GHz an G5-Leistung braucht, kann man sich überlegen, was man zum Encodieren braucht.

@ thyl

Von: nico | Datum: 10.03.2005 | #15
kostet auch keine unsummen. ein hdv recorder zb kostet keine 100.000euro, da ist auch echtzeitencoding drin. und ob ein chip nun hdv, wmv9 oder h264 oder was auch immer encodiert, es wird nicht unbedingt teurer.
recht hast du, wenn du ne profimaz meinst, etwa panasonics d5 hd oder sonys hdcam. dvcpro hd (100) ist ja auch schon wieder eher guenstig...

wie kommst du auf "max 1920 x 1080 x 3 x 60 Byte"?

das ist nicht maximal. die 3byte stimmen in der regel nicht (24bit), da nicht rgb, sondern komponenten in 4:2:2. reduziert sich also bei den farbdifferenzkanaelen auf die haelfte, spart also insgesamt ein drittel, also effektiv 16bit.

andersherum gibt es als "kroenung" dual link hd sdi", hier wird mit 10/12bit pro kanal in 4:4:4 (rgb) uebertragen. bei 60fps kommt da noch ne weit stattlichere zahl raus...

60vollbilder ist aber auch nicht unbedingt ueblich. entweder 30p, oder 60i - welches bis auf zeilensprung identisch ist. bei uns natuerlich eh 25. auf filmspezifische und drop-frame gehe ich mal nicht ein.

ein unkomprimiertes 1080 50i wird sich also unterhalb von 150mb/s bewegen

...

Von: mactrix | Datum: 11.03.2005 | #16
Guter und richtiger Beitrag. Auch Telepolis kann sich zu den wenigen Verfassern zählen, die das Thema HD verstanden haben.

Bei DVI gibt es übrigens schon das HDCP Verfahren, im Prinzip das gleiche wie bei HDMI, nur dass man bei HDMI Audio und Video kombiniert hat und bei DVI Audio separat übertragen werden muss.

Bei HD ist die Industrie bedeutend empfindlicher was die Kinokopien angeht und rückt äußerst ungern diese Kronjuwelen heraus. Ein Horror, denn daraus ließen sich Rips erstellen die mit Divx, Sorenson, MPEG-4 etc. jede käufliche DVD in den Schatten stellt. Die HD Varianten die bereits stark komprimiert als MPEG-2 derzeit in den Distributionskanälen verwendet werden sind schon ziemlich am Limit komprimiert und so wird es auch mit AVC/H.264 werden. Daraus noch mal einen Rip zu erstellen wird von der Ausgangsqualität deutlich sichtbare Unterschiede aufweisen. Die Rips diverser Sendungen, wie z.B. die Neuauflage in HD Ausstrahlung auf SkyOne von Battlestar Galactica sind zwar noch ok, aber haben auch nur SD-Qualität mit teilweise recht deutlichen Artefakten. Gerade solche Sendungen will man nochmals in vollem HD-Genuss wahrnehmen, wenn sie denn hierzulande mal ausgestrahlt werden sollten. Ähnlich verhält es sich mit zahlreichen DVD-Rips, die nicht wirklich überzeugen können - noch weniger die Screener. Die beeindruckenden Varianten stammen daher meist nicht von DVD, sondern eher von einer hochwertigeren Quelle - hier hat die Industrie also auch interne Lecks zu stopfen.

Aus den Fehlern der Vergangenheit hat man eben dazugelernt so dass ein ganzer Überwachungsapparat und eine gewisse panische Angst entstanden ist. Selbst in deutschen Kinos sind mittlerweile Kontrolleure mit Nachtsichtgeräten unterwegs, um die qualitativ bescheidenen Screener zu unterbinden.

Nun, was den digitalen Kopierschutz im Hifi-Umfeld angeht, so wird man eine ähnliche Entwicklung erfahren wie bei der Musik. Es wird sicher mehr Video-on-Demand Angebote geben, vielleicht auch einen iHDS. Auch die Speicherung der Filme wäre gegenüber MP3 Sammlungen so abartig massiv höher, dass sich nicht die gleiche Dynamik entfalten wird, wie bei der Musikpiraterie. Nicht jeder wird ein mehrere Terrabyte Speichersystem haben wollen und über FibreChannel Daten mit dem Nachbarn austauschen. Man trifft sich vielleicht wieder eher zum gemeinsamen Filmabend, leiht und kauft Filme ... und genießt in HD.

@mactrix

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 11.03.2005 | #17
leiht und kauft Filme...

Schön wärs. Die Sache ist nur, und darauf reite ich gerne rum: wenn alle Möglichkeiten zur Aufzeichnung von HDTV technisch unterbunden werden, kann man auch keine Tierdokumentationen (die wirtschaflich sicher kaum interessant sind), keine Nachrichten und auch keine Filme mehr archivieren, die zwar im Fernsehen als HDTV ausgestrahlt werden können, da von Celluloid abgetastet, aber nie mehr auf Blu-Ray und Konsorten kommen dürften (wie wärs mit Metropolis, M, Lautlos im Weltall, Dodeskaden, etc etc). Beim Versuch, ihre Scheissblockbuster zu schützen, blockieren sie auch gute Filme, die ihnen egal sind.

@nico

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 11.03.2005 | #18
Ich komme auf diesen Wert, weil es das ist, was DVI ausspuckt, oder etwa nicht? Paneele werden mit der Auflösung und progressive angesteuert. Na gut, vielleicht in der EU wirklich nur mit 50 Hz.

Ob ein HDTV Signal auch anders ausgegeben werden kann, wie über SDI, ist im Consumer-Bereich uninteressant, da hier wohl nur DVI bzw HDMI zum Zuge kommen wird.

Ich weiß nicht, wie HDV Camcorder ihre Bilder speichern. Bei DCC ist es aber so, wenn ich mich recht erinnere, dass keine weiteren Kompressionsmaßnahmen ergriffen werden, weshalb es da auch nicht zu Artefakten kommt. Damit ist die erforderliche Rechenleistung deutlich niedriger.

Aber es ist ohnedies müßig, rumzurechnen, denn hier will ja sicher keiner rechtswidrig den Kopierschutz umgehen.

erste welle

Von: mactrix | Datum: 13.03.2005 | #19
Och, um Kopierschutzverfahren mache ich mir grundsätzlich die wenigsten Sorgen ... man ist dran ...

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