ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3608

Persönliche Notiz: iPod, Massenprodukt

Immer noch ungewohnt, aber unbestreitbar

Autor: flo - Datum: 19.03.2005

OK, nach was-weiß-ich-wieviel-Millionen verkaufter iPods und zahlreicher Prognosen, wieviele sich noch verkaufen werden, festzustellen, dass der iPod zum Massenmarktartikel geworden ist, ist weder besonders schwierig noch neu. Und trotzdem reißt es einen doch immer wieder vom Sessel, wenn man mit der Allgegenwärtigkeit des iPods, eines Apple-Produkts, konfrontiert wird. In Situationen, wo man noch vor nicht allzulanger Zeit nicht damit gerechnet hätte. Nicht einmal davon geträumt hätte. So unrealistisch konnten nicht einmal Träume sein. Heute ist das anders. iPod im Mediamarkt. Zu sehen im Fernsehen. Gleich nach einem iPod-Spot, in der Werbepause von Galileo, in der es freilich einen iPod zu gewinnen gab. Nachdem man aus dem Briefkasten einen Kaufhof-Prospekt mit dezenter iPod-Werbung gefischt hat. Riesengroß, überdimensional, seitenfüllend. Wer in einer von Apple als wichtig erachteten Stadt wohnt und öffentliche Verkehrsmittel nutzt, wird möglicherweise schon von Silhouetten verfolgt. Und wer zukünftig einen Volvo kauft, wird früher oder später über den Anschluss in der Armlehne stolpern und sich spätestens dann fragen, was wohl ein iPod ist.

An all das könnte man sich gewöhnen, wie man sich ja auch schon lange an leuchtende Äpfel in 9 von 10 Serien gewöhnt hat und man das Entstehungsdatum einer Seifenoper schneller am gezeigten PowerBook-Modell erkennt als es jede Schulterpolster- oder Haarprachtmode der 80er je ermöglicht hätte.

Nun sagt ja Werbung, auch viel davon (gerade viel davon), noch rein gar nichts über die tatsächliche Verbreitung aus. Soviele Klingeltöne passen zum Glück gar nicht ins uns bekannte Universum. Aber Werbung dient ja auch, wenn nicht gar vornehmlich, zur Bildung des Markenbewusstseins. Und dass "iPod" von Null auf Hundert zu einer Marke geworden ist, ist unbestreitbar.

Und das merkt man an den Reaktionen von Kollegen, Bekannten und Verwandten und wer sich sonst noch bemüßigt fühlt, einen aus heiterem Himmel nach dem iPod zu fragen. Was auch das ist, woran zumindest ich mich nicht gewöhnen kann. Da ist auf einmal nicht mehr die Häme herauszuhören, die Stichelei, die einem sonst oft entgegenschlägt, wenn ein windowsgeplagter Mitmensch sein Leid klagend schon präventiv meinen (zugegebenerweise leicht polemischen) Lösungsansatz unterbindet, er -- der Windowsuser -- möge doch einfach einen echten Computer mir richtigem Betriebssytem benutzen (wer hat da Linux gesagt?).

Nein. Da ist Interesse. Gepaart mit völliger Unwissenheit. Und das ist das Entscheidende. Diese Leute, viele von ihnen zumindest, kennen nur den Begriff: iPod. Sie wissen noch, dass das ein Musikspieler von Apple ist. Und aus. Interessant ist ja alleine schon die Tatsache, dass sich Leute anscheinend das Attribut "Apple" zu einem Menschen leichter merken können als alleine schon den Namen, die Telefonnumer oder was man ihnen noch am Tag zuvor erzählt hat (oder sie einem erzählt haben). Denn warum sonst sollten sie ausgerechnet auf einen zukommen, sonst eher wenig zusammenhängende Worte mit einem wechselnd, mit der Standardeinleitung "Du hast doch so einen iPod/Mac/Apple...".

Das klingt jetzt abwertender als es gemeint ist. Ganz im Gegenteil, man missioniert informiert ja gerne ;) Heute etwa kommt ein Mitarbeiter (Arbeitsgerät: Wintel-Notebook) an und meint "Du, dein iPod, den kann man doch an eine Anlage anschließen, oder". Klar, meine ich, hole den iPod aus der Tasche, zeige auf den Kopfhörerausgang und erkläre noch, dass es da auch ein Dock dazu gebe, in das man den iPod hineinstellt und das man dann in besserer Qualität mit der Anlage verbinden könne. "Ja, hui, mehr braucht man ja gar nicht mehr heutzutage. Was passt denn da drauf? 900 Songs? Puh. Ist das der iPod mini?". Fragt er, angesichts meines 1G-iPods, den mein werter Herr Bruder (Arbeitsgerät: Wintel) unlängst abfällig als "riesigen Backstein" betitelte (PAH!). Ein weiterer Mitarbeiter erkannte den iPod zwar erst als Mobiltelefon, änderte seine Einschätzung aber schnell in "Ahh, das ist so ein iPod" und ein Leuchten tritt in die Augen, als sei er endlich der kalten Fusion angesichtig (naja, so in etwa). Solche und ähnliche Situationen gibt es wirklich zuhauf.

But where, indeed, is the point?* Die Erkenntnis ist nicht neu, und ich will sie als solche auch nicht verkaufen: "iPod" ist, zumindest für ein Elektronikgerät, ein derart gängiger Begriff geworden, wie es Tempo, Tesafilm oder Walkman auch sind -- zumindest ist er auf dem Weg dorthin. Nicht dass Apple bislang, gemessen am kärglichen Marktanteil, nicht eh schon verhältnismäßig bekannt war, insbesondere durch den iMac, der wohl einer der wenigen Computer ist, dessen Vorstellung es bis in die Fernsehnachrichten schafft. Aber der iPod stellt alles in den Schatten, was Apple je mit seinen Rechnern versucht/erreicht hat. Während alle Rechner, alle Bemühungen in der Masse eher ein (wenn überhaupt) kurzfristig interessiertes "Aha" hervorriefen, erzeugt der iPod ein nachhaltigeres, "aktiveres" Interesse. Alleine deswegen halte ich es für zwangsnörglerisch, wenn man nun den iPod-Erfolg gegen Apple wendet und die Vernachlässigung des Kerngeschäfts (ja genau, Macintosh, da war doch was...) wittert. Der Umsatzanteil des iPod mag ja ansteigen, demnach der der PowerMacs und Konsorten fallen, doch in absoluten Zahlen verkauft Apple auch immer mehr Rechner. Mehr Bekanntheit kann da nicht schaden. Sei es durch einen Musikspieler, einen Musikladen oder meinetwegen auch eine Zweitastenmaus (bruahahaha).

Und wer sich nun, noch abwegiger, darum sorgt, ob der Kultstatus eines Applegerätes wohl sinkt, nun, wo man doch kein absonderlicher Abweichler mehr ist, kein Sonderling, der Myriaden von Euros ausgibt um drei Monate auf ein technisch veraltetes Gerät zu warten -- dem sei eine neue Hoffnung gegeben: Es soll ja tatsächlich (junge) Mitmenschen geben, die kaum glauben können, dass es auch einmal iPods mit mechanischem, sich tatsächlich, wirklich und echt bewegendem Scrollrad gegeben hat. Also auf, Kumpanen, weg mit diesem neumodisch Gelump, ersteigert wieder alte, echte 1G-iPods -- oder bewahrt sie in Ehren, die Bewunderung wird euer sein!

*Monty Python

Kommentare

@trial&error

Von: dave | Datum: 19.03.2005 | #1
also ich will niemals n mercedes fahren müssen.
grausam die autos.

die ipod-hysterie geht so weit...

Von: kux | Datum: 19.03.2005 | #2
dass man es sogar im RTL tv-shop hört. letztens in der nacht, habe ich gesehen wie die 2 penetranten tv-verkäufer eine fotokamera mit 7mb pixel verkauft haben.
wort wörtlich.
"und diese kamera hat sogar einen ipod drin integriert, sie können bis zu 200 lieder drauf laden, da sparen sie ein haufen geld. stellen sie sich vor, einen iPOOOOOOOOOOD".

hab mich schmunzelnd aufgeregt, aber nur ganz leicht.

._:!/($&!

Von: Bertzo | Datum: 19.03.2005 | #3
de ipod trägt also auch zur verblödung der leute bei...

nunja, die gesamte IT-Industrie möchte ja schön verblödete Kunden denen Sie ihren Kram unterjubeln kann...

lasst mal den guten benz in Ruhe

Von: Steinklumpen | Datum: 19.03.2005 | #4
Bitte hier nich die beste und älteste Autofirma der welt anmachen. Weil was Apple in PC-Markt is Benz bei den Autos (Wer hat hier was erfunden??

Bin mehr für Japaner schlagen grinnns

@trial&error

Von: cochrane | Datum: 19.03.2005 | #5
Bei meinen Freunden ist auch ein Statusdenken bei den PCs vorhanden und wir beschimpfen uns gegenseitig als "Schimmelmühlenbesitzer" und anderes. Allerdings machen wir auch gerne LANs wo wir dann die Rechner gegenseitig begutachten, insofern hast du recht. Auf den LANs gibt es übrigens auch kurioses, wie diesen schönen Rechner hier: [Link]

Übrigens habe ich die meisten aus meinem Freundeskreis schon so weit dass sie sagen "Ein Mac ist ein cooles Teil, wenn ich genug Geld habe kaufe ich mir auch mal einen".

@Steinklumpen

Von: trial&error | Datum: 19.03.2005 | #6
Ich will den Mercy ja nicht mal schlecht machen (obwohl ich überzeugter Fußgänger bin). Gute Qualität sollte auch gutes Geld wert sein, so rechtfertigen wir immerhin unser Lohnniveau. Nur dass wir das Zeug inzwischen selbst immer seltener kaufen, denn Geiz ist ja bekanntlich ...

@trial&error

Von: dermattin | Datum: 19.03.2005 | #7
Meinen Beobachtungen nach kaufen sich die meisten Leute keine iPod, weil es grad cool ist, sondern weil der iPod in Verbindung mit Itunes und OSX einfach die geilste Lösung ist. Diese Leute wissen schon lange, dass Apple einfach die angenehmeren Gesamtsysteme liefert. Aus diesem Grund hätten sie sich auch schon längst Macs gekauft, aber die waren bis vor Kurzem nicht unter der magischen 500 Euro Zone angesiedelt.

Und da man den Mehrwert von Apple Produkten nur durchs Benutzen selbiger erfährt, gibt es natürlich eine gewaltige Kettenreaktion, da immer mehr Menschen ihren Freunden den iPod vorführen und sie somit überzeugen können.

Mich würden so langsam dann doch Mac mini Verkaufszahlen interessieren;)

@cochrane

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 19.03.2005 | #8
So wie die Dose stelle ich mir alle PCs vor. Ma sag'n, sind reine Schrauberkisten… ;-P Das sach ich Dir!

Wer erinnert sich noch .-)

Von: thomm | Datum: 19.03.2005 | #9
als Apple damals den iPod vorstellte als DAS Ding?

Ich dachte: Häh sind die bescheuert? Für so eine dämliche Kiste.......?

Und jetzt :-)?


Ach ja bezüglich iPod und Kultfaktor. Derzeit machen ja ALLE Werbung für den iPod, den was ist bessere Werbung als durch Konkurrenzfirmen wie Sony, Creative & Co. als wenn sie jedesmal den "iPod-Killer" vorstellen? Da sieht der geneigte Dosie erstmal nach, was dieser komische iPod überhaupt ist :-)

Der Vergleich zum Benz mag vielleicht naheliegend sein, schleißlich ist der Benz in D. ja auch nur ein Massenartikel, wie BMW und Audi.
Derzeit wird ja entweder sehr teuer oder sehr billig gekauft, weshalb ja die Hutträgermarke Opel solche Probleme hat mit ihren Langweilerautos.


Wenn man wirklich exklusive sein will mit hohem Qualitätsanspruch, kauft man sich Lexus, nicht so eine 0815-Sternhatjederkiste.

"Wer hat´s erfunden" - Zur Zeit erfinden die deutschen Erfindernobelmarken ja den Hybridantrieb, welcher in der japanischen Kopie seit etwa 3 Jahren eingebaut ist. So eine Frechheit, jetzt kommen die Kopien schon vor den Originalen raus :-).
Nächstes Beispiel: Da baut eine japanische Firma ihren ersten Dieselmotor (Honda Accord) und es ist sofort der Beste seiner Klasse. Da stellt sich die Frage: Was haben die Toitschen Erfindermarken die ganzen Jahrzehnte überhaupt gemacht? :-P

Also der iPod wird m.E. ein Statussymbol oder ein Maust have bleiben und auch dafür sorgen, dass einige sich auch nen Mac kaufen.

Bin Mac- (privat) und Windowsuser (beruflich)

Von: Mike | Datum: 19.03.2005 | #10
Ich verwende Macs, weil sie fuer meine Zwecke leistungsfaehiger sind. Daher
kann ich den Ipod-Hype nicht verstehen.
Es gibt leistungsfaehigere Mp3-Player fuer weniger Geld. Der Shuffle beispielsweise ist mitleiderregend. Gegenueber meinem Mp3-Stick mit Aufnahme- und Radiofunktion bei besserem Klang. Als
Apple-Fan habe ich das getestet. Ich kaufe auch meine Speicherbausteine nicht bei Apple, wenn es bessere anderso billiger gibt. Viele Gruesse, Mike.

Hype als Medium

Von: pil | Datum: 19.03.2005 | #11
Manchmal wundert es mich doch, wie wenig Design als Wert gesehen wird. Der iPod macht in diesem Bereich alles richtig. Und schafft es dabei, den Leuten erstklassiges Industrie-Design als Coolness zu verkaufen. Weil es für viele so besser zu begreifen ist.

zum Glück ist der iPod ein Must-Have und Massenprodukt

Von: njyo | Datum: 20.03.2005 | #12
...ansonsten hätte ich mir schon längst so ein Teil gekauft. Wenn ich einen MP3-Spieler kaufen will, dann einen iPod, sind tolle Dinger, schauen super aus, fein zu bedienen. Da ich im moment nicht wirklich das Geld dazu aufbringen möchte (wer BRAUCHT wiklich einen MP3-Player?!?!?) bin ich nur froh dass es DAS Gegenargument gibt:

Der iPod ist ein Massenprodukt.

Wenn ich den kaufe, dann bin ich doch ein Trend-Nachhechler, da ich wohl keinen 1G iPod mehr finden würde. Maximal ein iPod mini. ;)
Ich WILL zu wenigstens einer Randgruppe gehören, ist doch viel schöner. Immer wenn man auf einer Party nicht mehr was reden, kann man den Leuten sagen, dass man Macuser ist und schon hat man Unterhaltungsstoff für den ganzen Abend. Immer wenn man etwas anders macht kann man sich damit rechtfertigen, dass man ja auch einen Mac benutzt und daher alles anders (und eleganter *g*) macht. Und wenn man weniger arbeitet kann man dies damit erklären, dass man an einem Mac einfach produktiver ist. ;)

...wie passt nun ein iPod dazu? Das wäre das Ende mit dem "überall-anecken"... Wäre ja nicht mehr schön die Interaktion mit unseren Mitmenschen =D

greetz,
_W

But where, indeed, is the point?...

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 20.03.2005 | #13
"...it's right here in this box!" wenn ich mich recht entsinne! ;-) Sehr passend im Falle der kleinen Musikschachtel, hehe!

Mike: "Es gibt leistungsfaehigere Mp3-Player fuer weniger Geld." ...und damit beweist du, dass du NULL, genauso wie Creative, iRiver und wie sie alle heissen, kapiert hast warum der iPod so erfolgreich ist!
Tip: "Features" interessieren die breite Masse nicht, die müssen es erstmal schaffen mp3s zu rippen oder Musik im Online-Musicstore zu kaufen und auf den Player zu kriegen! Ja, kein Witz, DARAN SCHEITERN 90% ALLER COMPUTERUSER! Verstehst du nicht, gell? Ich kann's mir ja auch nicht vorstellen dass sowas jemanden geistig überfordert, aber ich WEISS einfach, dass es so ist! ;-)

Soundwave: "Bei mir steht beim Spielen mein AMD64 Rechner im Vordergrund, nicht weil ich Microsoft so toll finde, sondern weil ein Battlefield 1942 (seines zeichens über 10 millionen mal verkauft und eines der erfolgreichsten Multiplayer Spiele überhaupt) so gar nicht auf Macs, leave alone Mac minis mit popel Grafikkarte läuft."

Soso, echt interessant, was du alles so weisst...

Zubehör

Von: Patrick | Datum: 20.03.2005 | #14
Was ich auch so irre finde, ist das enorme Angebot an Zubehör für den iPod. Mittlerweile gibt's wohl über 400 Zubehörartikel für das Teil, von der primitiven Silikonhülle bis zum 3200 Euro Röhrenverstärker (mit Boxen, aber ohne iPod). Ich glaube, daß es für die IRivers, Creatives und wie sie alle heissen zusammen nur einen Bruchteil an Zubehör von Drittherstellern (wenn überhaupt) gibt. Und scheinbar können die Firmen davon auch ganz gut leben...

Öhm...

Von: Soundwave | Datum: 20.03.2005 | #15
Ich habe nicht gesagt das es das Spiel nicht für Macs gibt, sondern auf den meisten miserabel läuft.
Und sorry, aber ich kauf mir keinen 2000 Euro Mac dem dann immer noch 256 MB für halbwegs vernünftiges Spielen fehlen um ein Spiel von 2002 das 2004 für Mac umgesetzt wurde gut spielen zu können.

Die von Apple verbauten Grafikkarten (vom Kaliber 5200 mit 64 MB RAM) sind für Spiele dieser Art totaler Bockmist.
Da kann der G5 gut sein wie er will, das game is Grafikkartenlastig und ne 5200 is damit maßlos überfordert.

Quatsch

Von: dermattin | Datum: 20.03.2005 | #16
"Ich habe nicht gesagt das es das Spiel nicht für Macs gibt, sondern auf den meisten miserabel läuft. [...] Die von Apple verbauten Grafikkarten (vom Kaliber 5200 mit 64 MB RAM) sind für Spiele dieser Art totaler Bockmist."

Kann ich nich nachvollziehen. Selbst mit vielen Mitspielern konnte man es wunderbar zocken. Und das auf einem Low End Rechner, Dual 1000 mit Radeon 9000 64 Mb. Mit der 5200 in meinem G5 wärs nochmal deutlich fixer, habe es zwar seitdem nicht mehr gespielt, aber zumindest profitieren die anderen Spiele davon.

Halbwegs korrekt

Von: Soundwave | Datum: 20.03.2005 | #17
Korrekt, was daran liegt das die Engine runterschaltet und viele Dinge gar nicht rendert bzw. ausblendet weil die Karte dafür nicht den Speicher bzw. die Power hat.
Das es dann annehmbar läuft ist klar.

Das ist für mich aber kein Spielspaß sondern eher "ums krepieren spielbar machen".
Wenn ich Doom 3 auf minimalster Detailstufe spiele, macht auch eine 5200 mit, nur wie sieht das Spiel dann aus?
Glatter Augenmord.

Poste doch bitte mal ein paar Screenshots mit dem Game auf deiner 9000. Jede Wette das dort diverse low quality texturen, Distanznebel und andere Beschleunigertricks benutzt werden.

Ein Level in BF1942 hat mit hochster Detailstufe in 32 Bit teilweise weit über 140 MB an Texturen, dann kommen da noch Geometrie und Shader dazu.
Alleine von der Masse an Daten schon zu viel für eine 64 MB Karte um es in der Qualität zu rendern.

Abschließend möchte ich dir mal folgenden link ans Herz legen:

[Link]

Zitat:
"Abweichend davon brechen jedoch die beiden Karten mit "nur" 64 MB Grafikkarten-Speicher hier jedoch deutlich ein, was als Erklärung nur den Mangel an Speicher bei diesen beiden Karten zuläßt."

"Gleichfalls brechen aber auch die beiden GeForceFX 5200 /Ultra Karten hier schon teilweise stark weg, was dann wohl in diesem Fall auf zu wenig Rohleistung bei dem zugrundeliegenden NV34-Chip hindeutet."

Ich weiß ja nicht was du für Spielevorlieben hast (absolut nicht böse gemeint!!) aber für aktuelle (!!!) Titel reicht ne 5200, 9000 oder sonstiger Transistormüll vorn und hinten nicht.

Und das war der Kern meiner Aussage.
Wenn ich so viel Geld für ein System ausgebe wie für einen Mac, kann ich erwarten aktuelle Titel auf PC wie Mac in voller optischen Pracht zu geniessen.

Soundwave

Von: dermattin | Datum: 20.03.2005 | #18
"Poste doch bitte mal ein paar Screenshots mit dem Game auf deiner 9000".

Würde ich gerne machen, nur habe ich den Rechner und das Spiel schon längst verkauft.


"Wenn ich Doom 3 auf minimalster Detailstufe spiele, macht auch eine 5200 mit, nur wie sieht das Spiel dann aus?
Glatter Augenmord."

Du übertreibst. Man muss "nur" den Schatten daektivieren, schon läufts mit allen Details gut spielbar. Wurde mir zumindest so erzählt. Ob die Grafikkarte von sich auch schon Details filtert, kann natürlich sein.


"Ich weiß ja nicht was du für Spielevorlieben hast (absolut nicht böse gemeint!!) aber für aktuelle (!!!) Titel reicht ne 5200, 9000 oder sonstiger Transistormüll vorn und hinten nicht."

Doom3 habe ich nicht (ist mir btw auch zu langweilig), aber was man so an Demos von aktuellen Mac Spielen testen kann, läuft bei mir so gut, dass ich es meistens nativ auf meinem Cinema Display spielen kann, also 1920x1200. Ok, die Sache mit den Schatten muss ich öfters anwenden, aber an den Schatten sollte nicht der Spielspass hängen.


"Und das war der Kern meiner Aussage.
Wenn ich so viel Geld für ein System ausgebe wie für einen Mac, kann ich erwarten aktuelle Titel auf PC wie Mac in voller optischen Pracht zu geniessen."

Wenn du einen PC mit der gleichen Ausstattung kaufst bekommst du auch nur eine solche Grafikkarte, weil das Geld dann nicht mehr reicht. Auch beim PC musst du nochmal was drauflegen, um eine entsprechende Spieleleistung zu garantieren.


P.S. Mich persönlich hindert die 5200er nicht daran, Spass beim Zocken zu haben.

Hmmtja..

Von: Soundwave | Datum: 20.03.2005 | #19
"Du übertreibst. Man muss "nur" den Schatten daektivieren, schon läufts mit allen Details gut spielbar. Wurde mir zumindest so erzählt. Ob die Grafikkarte von sich auch schon Details filtert, kann natürlich sein."

Dann wurde dir Käse erzählt (hab ich am Anfang aber auch geglaubt), alle Details sind bei Doom 3 nur auf 512 MB karten aktivierbar und das aus gutem Grund. Das game hat enorme Mengen an Texturen und vor allem Lichtberechnungen und Stencil Schatten. Medium und low sind da eher für 128 bzw. 64 MB Karten anzuraten aber selbst da stinkt die 5200 gewaltig ab, siehe:

[Link]

Ich denke mehr muss man dazu nicht sagen.

Macworld hat hier ein kleines benchmark mit ner X800 für den Mac:

[Link]

Die X800 ist eine der modernsten Karten der Welt siehe auch weiter unten im posting.

"Ok, die Sache mit den Schatten muss ich öfters anwenden, aber an den Schatten sollte nicht der Spielspass hängen."

Natürlich nicht, nur wenn dann fix Shader ersetzt werden und einfach mal ein paar bump maps und co nicht berechnet werden dann ist das in meinen Augen verarsche.
Zumal bei Doom 3 eines der Hauptelemente genau diese Schatten sind.

"Wenn du einen PC mit der gleichen Ausstattung kaufst bekommst du auch nur eine solche Grafikkarte, weil das Geld dann nicht mehr reicht. Auch beim PC musst du nochmal was drauflegen, um eine entsprechende Spieleleistung zu garantieren."

Wenn Ausstattung heißt Software und Co., dann korrekt.

Ansonsten wischt jeder 1000 Euro Fujitsu Siemens PC der grad bei "bin doch nicht dumm" angeboten wird mit einem Vergleichbaren Mac locker den Boden: 1 GB RAM, 400 GB Platte, DVD Brenner, 3,6 Ghz P4 HT und eine Radeon X800 (wie gesagt, eine der besten Karten wo gibbet) mit 256 MB (!!) Speicher.

Keine Frage...

Von: dermattin | Datum: 20.03.2005 | #20
"Wenn Ausstattung heißt Software und Co., dann korrekt."

Nein, von der Software rede ich nicht, die kommt noch obendrauf :) Ich rede von vergleichbarer Hardwareausstattung.


"Ansonsten wischt jeder 1000 Euro Fujitsu Siemens PC der grad bei "bin doch nicht dumm" angeboten wird mit einem Vergleichbaren Mac locker den Boden"

Keine Frage, nur zum einen wischt der auch mit anderen PCs den Boden, weil er eben ein Angebot ist und daher naturgemäss ausser Konkurrenz, zum anderen sprachst du von einem 2000 Euro Rechner, und da bist du in den Regionen von G5 1,8 bis 2 Ghz Dual. Und um diesen Rechner auf der PC Seite zusammen zu kriegen musst du dich dann auch ein wenig anstrengen bzw. hast auch nicht mehr so viel Luft für einen fette Grafikkarte.

Kult

Von: Katze007 | Datum: 20.03.2005 | #21
Was ich wirklich den Hammer finde, um vom Grafikkarten-Bashing mal wieder auf das Thema überzuleiten, ist was Jonathan Ive zur Einführung des iPod gesagt hat... ich bin neulich mal über den Promotionfilm gestolpert:
[Link]
"Our goal was to design [...] something that could become an icon ... and we'll see wether that's the case or not." ("Wir wollten etwas erschaffen, dass eine Ikone werden kann, und wir werden sehen ob uns das gelungen ist, oder nicht.")
You did it, Baby.
(Sehr sehenswerter Film im Übrigen, allerdings nicht ganz klein (32MB), viele (im Nachhinein unglaubliche) coole Zitate: "Everyone will want to have one of these." (Seal) "This kicks every other products ass right here." (Steve Harwell)

Thx!

Von: Soundwave | Datum: 20.03.2005 | #22
Grafikkarten gebashe? Nö..wieso denn auch? Das die 5200 respektive 9000 value Karten sind die an allen Ecken und Enden zusammengeschnitten wurden und dementsprechend lahm und untauglich was zukünftige Games angeht sind, sieht man ganz easy auf den Websites der Hersteller ATi oder nVidia.

Zum Film: Danke für den link, sehr interessant! :)