ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3614

Gemischtes zum Montag

Gibt es eigentlich auch ein Frühlingsloch?

Autor: dk - Datum: 21.03.2005

Da wir Euch derzeit nicht gerade mit News überschwemmen, gibt's heute schon eine gemischte Platte zu Beginn der Woche. Wir erinnern uns: Apple verklagte verschiedene Online-Magazine. Nun entschied ein Gericht, daß diese Seiten als "nicht journalistisch" anzusehen sind. Aha, das führt uns zu der interessanten Frage, was einen Journalisten eigentlich ausmacht. Diesem Thema widmen sich Richard Menta vom mp3 newswire, Declan McCullagh von c|net und Dan Gillmor. Eine ehemalige Journalistin namens Linda Berger, die nun Jura-Professorin ist, betrachtete die Sache mal von der anderen Seite (pdf). Die NY Times beschäftigt sich mit Apples aggressiver Haltung gegenüber neugierigen Menschen und Steves Verkaufsstrategien. Wenn wir hier keine Journalisten sind, wir nicht mehr stöbern dürfen, um den Hype auf neue Produkte zu unterstützen, dann können wir ja auch gleich in die Kiste springen. Was uns in letzter Konsequenz zu der Frage bringt, was dann mit unseren Computern passiert, wenn wir das Zeitliche segnen. David Pogue bekam diese Frage von einem Leser in der NY Times in der Technology-Rubrik gestellt. Wer den Artikel suchen will, suche bitte unter "What Happens to Your PC When You Die?" (konnte keinen Link generieren…)

Kommentare

naja

Von: dermattin | Datum: 21.03.2005 | #1
Die netten Herren Blogschreiber haben Interna veröffentlicht, das ist schon was anderes als Spekulieren...

Hmmmm

Von: Bauer Ewald | Datum: 21.03.2005 | #2
Apple geht ja auch nicht gegen neugierige Fans vor, sondern gegen Mitarbeiter die Betriebgeheimnisse ausplaudern. So etwas kann namlich auch zu Erscheinungen wiie z.B. dem "Super Shuffle" führen...

What Happens to Your PC When You Die?

Von: James P. Sullivan | Datum: 21.03.2005 | #3
Ähem.. Irgendwie enttäuscht mich der Artikel. Da wird nur ewig lang die Frage gestellt, aber nicht einmal eine Sekunde damit verschwendet, zu versuchen, eine Antwort zu geben…

Klar, eigentlich muss ich selbst eine Antwort darauf finden, aber wo bleibt denn dann der Sinn dieser Kolumne, wenn nicht einmal versucht wird, die gestellte Frage zu beantworten?

Mr. Pogue, I want more!

Gerichtsentscheidung?

Von: Leo (fscklog) | Datum: 21.03.2005 | #4
Apple hat nicht verschiedene 'Online-Magazine verklagt', sondern ausschließlich den hinter Think Secret stehenden Nick dePlume aka Nick Ciarelli. Das geht im April vor Gericht.
Und bisher fiel auch keine Entscheidung, ob die Gerüchteseiten 'nicht journalistisch' seien, Richter Kleinberg wischte diese Frage in der Entscheidung über die Verfügung gegen Powerpage Email Provider Nfox komplett beiseite: Es spiele in diesem Zusammenhang ganz einfach keine Rolle.

NYT-Link

Von: Leo (fscklog) | Datum: 21.03.2005 | #5
[Link]

@Leo

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 21.03.2005 | #6
PowerPage, AppleInsider stehen Think Secret zur Debatte. Das sind schon einmal drei Sites.

Außerdem spielt eine sehr entscheidende Rolle, ob diese Sites als "journalistisch" eingestuft werden oder nicht. Denn wenn ja, müssen sie nicht ihre Quellen offenlegen… Zumindest vorerst nicht. Ich sage nur "Deep Throat"… Bis heute weiß keiner, wer es war, denn die beiden Journalisten halten dicht.

Realität der Märkte

Von: lexx | Datum: 21.03.2005 | #7
Auf der GDS(Schuhmesse in Düsseldorf) darf man noch nicht mal fotografieren obwohl die Modelle schon ausgestellt werden- warum wohl?
Weil halb Asien seit Jahrzehnten die Entwicklungsarbeit spart um hier die Märkte kaputt zu machen !
Ich würde an Apples stelle noch viel härter gegen das verbreiten von Betriebsg. vorgehen.
Vielleicht solltet ihr alle mal ausschlafen und die harte Realität der Märkte begreifen lernen.

@Dirk

Von: Leo (fscklog) | Datum: 21.03.2005 | #8
PowerPage, AppleInsider und Think Secret stehen/standen zur Debatte: ja. Aber wurden sie verklagt? Nein (abgesehen von TS in einem getrennten Fall).
Apple fixierte sich letztlich aber nur noch auf die Zwangsverfügung gegen Nfox und die wurde gestattet. Die EFF wird dagegen Berufung einlegen und bald werden wir sehen, was endgültig geschieht.

Der Punkt ist ja, dass nach Judge Kleinberg, egal ob Journalist oder nicht, die Quellen in diesem Fall offengelegt werden müssen:
"Whether he [bezieht sich auf Jason O. Grady] fits the definition of a joumalist, reporter, blogger, or anything else need not be decided at this juncture for this fundamental reason: there is no license conferred on anyone to violate valid criminal laws."

'Nun entschied ein Gericht, daß diese Seiten als "nicht journalistisch" anzusehen sind.' Dies fand nicht statt (bisher).

Apple soll sie verklagen...

Von: matz (MacGuardians) | Datum: 22.03.2005 | #9
... die blöden Jungs von Think Secret versauen uns nämlich immer die Keynote mit den echten "Gerüchten" und allein deswegen müssen die dafür zahlen. Ist doch langweilig wenn jetzt immer alles vorher bei Think Secret steht und wir nur noch zur Keynote "Yep!" sagen können. Ich will echte Fake-Rumors und das klassische spekulieren in GIF-Betitelungen und der Ladezeit der Apple-Seite. Think Secret ist ein klassischer Spielverderber und Oberstreber allein deswegen gehören sie verklagt.

Der Begriff Journalismus löst sich sowieso auf. Wir werden bald nur nur Bastelnews haben. Die Frage aber ist, wer versaut uns die Partys?

ciao matz

Ich finds Scheisse, was die gemacht haben!

Von: Stephan aus B. an der S. | Datum: 22.03.2005 | #10
Es kann aber jawohl nicht sein, dass jemand Betriebsgeheimnisse, und um nichts anderes geht es hier, auf einer Intenetseite verbreitet und dann hinterher sagt "Och, ich bin aber Journalist und sehe meine persönliche Freiheit verletzt". Ich kann ja nicht beim CIA arbeiten und die (wohl brisnateren) Interna verbreiten, weil ich ja meine Meinungs- und Journalistische Freiheit habe. Das ist eine Sauerei.
Wenn Apple dagegen vorgeht, dann geht es nicht nur um Anti-Vorankündigungswahn wie beim iPhone, sondern auch um Selbstschutz, siehe asiatische Kopierdebatte.
Schöne Grüße!