ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3672

Computerrücknahme

Zum Thema Nachhaltigkeit

Autor: thyl - Datum: 20.04.2005

Die Macnewsberichten von einer Aktion, die vor dem Hauptquartier von Apple stattfinden soll und auf die schlechte Rücknahmepolitik von Apple in Sachen Computer aufmerksam machen soll. Ich bin der Erste, der schreit, wenn es um Umweltschutz geht, aber das...

Das ist reichlicher Blödsinn, wenn Ihr mich fragt. Eine Rücknahme allein ist doch wohl kein Garant für eine umweltgerechte Entsorgung, oder? Vielmehr ist das womöglich (vielleicht nicht mal beabsichtigt) ein raffiniertes, auch bei Tintenstrahlpatronen betriebenes Verfahren, dem Markt Geräte mit einer Restverwendbarkeit zu entziehen, um den Neukauf anzuheizen. Und was geschieht mit den zurückgenommenen Computern? Nun, neulich habe ich jedenfalls einen Bericht aus China gesehen, wo Billigstlöhner unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen diese Geräte "verwerteten". Toll.

Da man derzeit Computer nicht mit umweltfreundlichen Teilen bauen kann, ist die resourcen- und umweltschonendste Maßnahme, Computer zu bauen, die eine möglichst lange Nutzungsdauer haben. Und ich glaube, dass Apple da ziemlich weit vorne liegt. Wenn man gegen etwas protestieren müsste, dann gegen die Einführung von MacOSX, das auf einen Schlag eine Menge Rechner hat obsolet werden lassen. Aber wollen wir das wirklich ;-))

Kommentare

@ steinklumpen

Von: johngo | Datum: 21.04.2005 | #1
Natürlich kannst Du Deinen Mac noch
viele Jahre nutzen ... aber wenn Du
Dein OSX so nutzen willst, wie es
Apple mit allen Features (und Appli-
kationen) vorsieht, dann ist Dein
Rechner jetzt schon aussen vor.

Gruss

johngo

@jongo

Von: Thomas | Datum: 21.04.2005 | #2
Hab ich was verpasst?

Zu dem Zeitpunkt als du dein Gerät gekauft hast kam es mit einer speziellen version des mac os, und mit dieser version wirst du das Gerät (es sei denn es geht vorher kapput) noch in 15 Jahren benutzen können. Was soll die Schwachsinnige Diskussion darüber, dass irgendwann einmal eine neuere mac os version nicht mehr/nur noch mittelmässig etc darauf läuft? Du hast den Rechner doch nicht damals gekauft um ein System zu installieren, das zu dem Zeitpunkt weder angekündigt noch vorgestellt war. Mit deinem Lieferumfang (Hardware und Software) kannst du durchaus mehrere Jahre arbeiten.
Solltest du allerdings den Anspruch haben stets Software-technisch auf dem letzten STAND zu sein - dann ist das doch DEIN Problem und nicht das Problem der Erweiterbarkeit des Rechners, oder dass applegeräte eine geringere laufzeit haben seit einführung von OS X!
Ganz im Gegenteil, gerade die Entwicklung von OS X macht es möglich mit jeder weiteren Version vernünftiger und schneller mit neueren Geräte zu arbeiten!
Ich verstehe nicht wie hier manche Leute rumheulen, dass auf ihrem iBook G3/300 von 1999 Tiger nicht mehr läuft - hallo, sogar ein Auto von 1999 hat schon 100.000 km drauf und ein Motorelektronik Update kriegt man da auch nicht....

dies und das 2

Von: dave | Datum: 21.04.2005 | #3
erstmal @RollingFlo

die bessere Spieleperformance OS 9 zu attestieren find ich schon gewagt, denn die Spiele die damals liefen, kann man nun wirklich nicht mit den heutigen vergleichen (jaja, die hardware wurde auch schneller, aber schließlich ist die lücke zwischen 300 und 500 MHz nich so groß wie zwischen 800MHz und 2GHz). Die Spiele, die Carbon oder eine später geschriebene Cocoa Startapplikation nutzten waren leistungsmäßig nah beieinander, wenn nich identisch.


Jetzt noch ein Wort zum eigentlichen Thema.
Eine weitere Variante von Hardware Recycling ist meiner Meinung nach der Wiederverkauf (klar wenn das Ding kaputt is vielleicht etwas schwieriger, aber nicht unmöglich). Da wir hier gerade auf G5 Macs umsteigen kann ich da n kleines Lied von G3 B/W singen. Im Moment müssen 2 Systeme mit jeweils 2 Monitoren weg, eins kann ich wahrscheinlich über Kleinanzeigen verkaufen. Falls aber Komponenten übrigbleiben hat mir der Händler versprochen die restliche Hardware zu übernehmen, es springt sogar noch ein Preisnachlass auf ein 20" Cinema Display raus. Find ich n echt gutes Beispiel von Kundenorientiertheit. Man muss nur geschickt mit seinem Händler verhandeln. Den Namen verrate ich euch jetzt nich, sonst wird der noch zum Müllunternehmer ;-)

naja, da ist schon noch potenzial...

Von: Stephan | Datum: 20.04.2005 | #4
... klar ändert sich technisch im Computergeschäft so einiges in kurzer Zeit. Trotzdem ist insbesondere der Aspekt "langlebiges Design" noch nicht ausgeschöpft. Ich denke da vor allem an die "Aufrüstbarkeit" und Erweiterbarkeit. Apple ist immerhin ziemlich gut in Puncto Werterhaltung, so dass man selbst für ältere Modelle noch ein paar Euronen bekommt.

Aktion betrifft nur den US-Markt

Von: mbs | Datum: 20.04.2005 | #5
Diese geplante Aktion richtet sich gegen Apples Rücknahmepolitik in den USA. In Europa und Japan ist Apple sowieso zur Rücknahme der Computer verpflichtet und tut dies auch.

wer will schon

Von: Neelz | Datum: 20.04.2005 | #6
seinen pongkjuter zurückgeben? also ich nich...
;-)

Kritik!

Von: RollingFlo | Datum: 20.04.2005 | #7
Thyl, Dein Artikel macht mich etwas wütend. Hast Du Dir das PDF, daß macnews verlinkt überhaupt durchgelesen?

Da wird sehr klar begründet, was Apple aus deren Sicht alles falsch macht. Und ich finde einige Argumente sind durchaus stichhaltig.
Diese Initiative macht sich sehr wohl Gedanken, was mit dem Stoffen nach der Rücknahme geschehen soll. Auf ausgebeutete Arbeiter (explizit genannt werden Häftlinge) wird noch extra Bezug genommen!

Apple ist absolut kein Vorreiter im Umweltschutz. Selbst Siemens hat hier spezielle Aktionen, daß ach-so-alternative Unternehmen Apple überhaupt nicht.
Und Macs seit OS X sind auch nicht mehr langlebig, im Sinne von Verwendbarkeit, wie einst, wie Du ja selbst anmerkst. Und ob die Defekte weniger sind als bei anderen Markenherstellern ist auch nicht gerade bewiesen.
Der Stromverbrauch ist auch nur bei manchen G4-Systemen niedrig, einem an sich uralten Prozessor. Der Schlafmodus, es gibt ja nur den und kein Suspend-to-Disk, ist ökologisch nicht akzeptabel, mein Dual G4 zieht dabei annähernd 25 Watt. Was nicht viel mehr ist als wenn ich ihn ganz ausschalte! Wirklich schwach! Bleibt nur der Steckdosenschalter.


@Geier:
Außerdem hat mbs natürlich recht, hier geht es um die USA, und die Macht der EU-Kommission reicht zwar weit, aber so weit dann doch wieder nicht.
Übrigens wird im PDF noch speziell dargelegt, daß Apple anderswo die Gesetze einhält, während die Firma ähnliche Gesetze in den USA aktiv bekämpft.

naja

Von: Jag | Datum: 20.04.2005 | #8
Grundsätzlich mag Apple ja eine innovative Firma sein, aber deshalb einfach zu behaupten sie sei auch Umweltechnisch ein Vorreiter ist wohl sehr gewagt.

@ RollingFlo

Wieso sind Macs seit OS X nicht mehr langelebig? Seit Ende 99 gibt es PowerMacs mit G4 Prozessoren, seit Anfang 2001 Powerbooks, und auch so mancher G3 läuft prima mit OS X.

Weiß ich aus persönlicher Erfahrung.

Die ganze Branche

Von: Thyrfing | Datum: 20.04.2005 | #9
hat das Problem, dass sie nicht weiß, wo sie mit dem Elektronikschrott hinsoll.
Jeder x beliebige Hersteller könnte dabei genannt werden.

[Link]

Von:   | Datum: 20.04.2005 | #10
 

traurig

Von: zorbas | Datum: 20.04.2005 | #11
das apple gute ansätze bekämpft.
die vorwürfe sind nicht von der hand zu weisen und auch nicht ganz im sinne von "think different".
ich glaube aber nicht, das das thema so einfach ist.

die verantwortung für nicht mehr gebrauchte geräte kann nicht allein beim hersteller liegen.
hersteller sollten hier nur mit idealem beispiel vorangehen und das mit viel geschick.
konsumenten müssen nämlich für das thema sensibilisiert werden.

sich als konsument darüber aufzuregen, das man sich um das entsorgen "verbrauchter" computer selbst bemühen muss, und den müll bequemerweise nicht dem hersteller lassen kann, hat mit umweltschutz nix zu tun.

das eigentliche problem des "e-waste" wäre ja auch nicht vom tisch, selbst wenn apple vorbildlicherweise gebrauchte äpfel zurücknimmt.
ist vielleicht einfacher für den markt aber
die dinger müssen immer noch entsorgt bzw. recycelt werden, und eben nicht (environmental racism) in ein anderes land "verschoben" werden.

Keine ahnung ob es für diese vorgänge geeignete infrastrukturen in amiland gibt, und was hp und dell mit ihren zurückgenommenen geräten machen ... aber eine schnellschuss-lösung die probleme bloß woanders wiederbelebt, und umweltschützer zufriedenstellt, ist auch nicht das gelbe vom ei.

der verbraucher ist hier genauso gefragt ... ist immerhin unser planet ;-))

mich würde interessieren, welche gründe apple für seine kampfhaltung angibt.
weiss da jemand was drüber?

Verwertung auch mal anders :)

Von: Stefan Lühr | Datum: 20.04.2005 | #12
Ich kann mich noch daran erinnern, als Apple vor rund 2 Jahren 550 EUR (?) für PowerBook G4 und PowerBook G4 Gigabit Ethernet ausgespuckt hat, wenn man ein aktuelles PowerBook G4 867MHz/1Ghz gekauft hat :)

Die Prämie wurde nur ausgeschüttet, wenn das MLB und das LCD noch ok waren :) Der Grund ware recht einfach :) Die Ersatzteilpreise waren bei den Stückzahlen, die Apple für diese Geräte noch abnahm, einfach zu hoch... da kaufte man eben Gebrauchtgeräte zurück, um sie auszuschlachten :)

Eine Zeit lang wurden ja bei ADT auch bei den PowerBook G4 DVI die 667er und 800er MLBs durch ein 867er MLB ersetzt :) Der Grund hier genau der gleiche... die waren einfach billiger zu bekommen... Den Kunden freuts...

Stefan
(ehemals Apple CR) :)

@RollingFlo

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 21.04.2005 | #13
Ehem, ich muss gestehen, dass ich den Artikel schon geschrieben hatte, bis mir endlich klar wurde, dass der Link ein PDF-Dokument war, das dann irgendwann auf meinem Bildschirm erschien.

Ich habe Deine Kritikpunkte dann auch erkannt, die Apple-Kritiker haben sich durchaus Gedanken gemacht. In der Praxis kann es aber leicht so ablaufen, dass Computerhersteller keine Recycling-Fabriken haben, sondern entsprechende Spezialisten beauftragen, die sie dann auch gleich mit der Überwachung des ethischen Anspruchs beauftragen. Die beauftragen wieder Subunternehmer, die dann ... usw. Und am Ende will es keiner gewesen sein, wenn die Dinger doch wieder in China landen. Eine umweltfreundliche "Entsorgung" ist und bleibt schwierig, auch ohne das zusätzliche Problem nicht fachgerechter Behandlung.

Es gibt eine Reihe von Kritikpunkten an Apple, z.B. die mangelnde Aufrüstbarkeit bei Laptops (es gibt auch Laptops mit austauschbarer Graphikkarte), den zu hohen Ruhestromverbrauch, die hohen Ersatzteilpreise, die Leute zum Neukauf bringen sollen, kein Upgrade-Programm (zB für Mainboards), etc. Ich sehe allerdings nicht, dass Apple sonderlich schlechter dastehen würde als andere Anbieter und die Kernaussage, dass eine (bei Apple vorhandene) längere Laufzeit der Rechner einen wichtigeren Beitrag zum Umweltschutz leistet, habe ich nach Lesen es PDF nicht revidieren müssen, so dass ich meinen Artikel nicht umgeschrieben habe.

Außerdem muss man ja mal polemisieren ;-)

energieverbrauch

Von: juergen | Datum: 21.04.2005 | #14
gehört vielleicht nicht ganz hierher: mich interessiert, woher ihr wisst, wieviel strom ein mac im ruhezustand verbraucht. frage mich jedesmal, ob ich das an adsl angeschlossene ibook ausschalten oder in tiefschlaf versetzen soll. wo finde ich hier die angaben, wieviel die desk- und schlepptopps verbrauchen?

thanx
juergen

@flo

Von: cpu | Datum: 21.04.2005 | #15
@flo: Also ich kann Dein Argument mit den hochgeschraubten Hardwareanforderungen nicht verstehen.
Ich habe meinen Mac jetzt 3 Jahre und mit jeder neuen OSX-Version sind die Programme merklich schneller geworden und auch mit Tiger soll das ja der Fall sein...

@ Thomas

Von: johngo | Datum: 21.04.2005 | #16
Ja, Du hast was verpasst!

Steinklumpen sprach von "Updates" und
das "diese" mit jeder Version nur
schneller wurden. Diese Aussage ist
jedoch nur richtig, wenn er die neuen
Features der neuen Version nicht
berücksichtigt. Manche neuen Funktionen
oder Anwendungen laufen auf alter
Hardware sehr zäh oder erst gar nicht.

Sein Beurteilung fusst also nur darauf,
das er (anteilmässig) immer weniger
Features seines neuen Sytemes nutzt.

Gruss

@dave

Von: RollingFlo | Datum: 21.04.2005 | #17
Mir ist noch kein Carbon-Spiel untergekommen, daß in OS 9 nicht schneller lief als in OS X. Ich spreche also nicht von unterschiedlichen Spielen, sondern von denselben.

Thomas:
Natürlich kann man nicht erwarten, daß der gekaufte Rechner auf alle Zeiten stets aktuelle Software ausführen wird können. Tatsache ist aber, daß der Updatezyklus bei Apple rasant ist.
Und ja, OS X wird optimiert, aber das war ja wohl auch dermaßen nötig, daß es eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Aber ich will mich nicht streiten, bin ja zufrieden damit.

@thomas

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 21.04.2005 | #18
Auch ich kann mich Deiner Sicht nicht anschließen, das ein Computer, irgendwann gekauft, noch 15 Jahre funktioniert. Ein Computer ist auch ein Werkzeug zur Interaktion mit der Außenwelt, und diese Außenwelt ändert sich. Wenn man also genau die gleiche Funktionalität haben will, kann man nicht beharren, sondern muss mitgehen. Sonst funktioniert irgendwann das Online-Banking nicht mehr, immer mehr Websites werden nicht dargestellt, und übersendete Dokumente werden auch kryptisch. D.h. das ein Computer tatsächlich, auch wenn man immer dasselbe mit ihm machen möchte, an Funktionalität verliert. Habe ich mit NeXTSTEP so erlebt.

Der von Dir skizzierte Fall gilt nur bei hermetischen Systemen (die außerdem inkl. ihrer Peripherie nie einen Defekt haben dürften).