ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3689

Über ungenutzte Chancen und verpennte Entwickler

Technologie, nein danke?

Autor: thyl - Datum: 03.05.2005

Es ist atemberaubend, wie Apple Perlen vor die Säue wirft. Da kommen jede Menge Dienste in das System, und werden von den Entwicklern ignoriert.
-Anzeige von Dateiinhalten im Finder ohne Programmaufruf. Nur von Apple gibt's ein paar unterstützte Formate.
-Dienste: Wunderbar, aber wer reizt das aus?
-Rende..ooops Bonjour: Das mit den Drittanbietern (Philips, oder?) scheint sich erledigt zu haben, nur bei den Druckerherstellern gibt es Modelle.
-Wer nutzt denn die Clustertechnologie Xgrid? Maya? Photoshop? Oder gar Apples eigene Produkte zur Videoverarbeitung? Hohoho.
-Darwin. Ja Darwin, warum auch nicht. Endlich hätte man die Möglichkeit, direkt in den Kernel reinzugehen, sich den Source-Code anzusehen und spezielle Kerneloptimierungen etc. vorzunehmen. Ich wüsste nicht, dass es auch nur ein solches Projekt gäbe (zB ein Multiprozessorkernel zur Kopplung von CPUs über Infiniband)

Ich bin gespannt, wie es mit 10.4 aussehen wird. Auch da gibt es wieder nette Möglichkeiten beim Kernelthreading, zur iSync-Erweiterung etc.

Kommentare

Verständnisfrage

Von: radneuerfinder | Datum: 03.05.2005 | #1
thyl schrieb:
> Wer nutzt denn die Clustertechnologie
> Xgrid? Maya? Photoshop? Oder gar Apples
> eigene Produkte zur Videoverarbeitung?

Ich dachte die Rechner werden mit Xgrid zusammengeschaltet und danach hätte *jedes* Programm mehr Power unterm Hintern??

@radneuerfinder

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 03.05.2005 | #2
Das wäre toll, ist aber nicht so. Dazu bräuchte man eine Technologie, die alle CPUs in einem gemeinsamen "Image" zusammenfügt. CPUs auf verschiedenen Rechnern würden dann vom Kernel genauso wahrgenommen werden wie die auf einem Rechner. Mach ist dafür KONSTRUIERT worden, so etwas zu machen, man braucht nur die passenden Kernel-Extensions; aber anscheinend ist das "nur" doch nicht ganz trivial. SGI bietet das an. Ihre Rechner bestehen eigentlich auch nur aus autarken Einheiten a la XServe, aber sie booten zu einem einzelnen Image.

Bei Xgrid muss man die Software speziell so anpassen, dass sie auf bestimmte Pasing Mechanismen zugreift, die dann die zu erledigenden Aufgaben auf die beteiligten Rechner verteilt und die Ergebnisse an den Ausgangsprozess zurückgibt.

Xgrid

Von: DC | Datum: 03.05.2005 | #3
Xgrid wird bisher nur von den Jungens genutzt, die mehrere Rechner in den Unis zu Clustern zusammebauen z.B. Verginia Cluster "Big Mac"). Xgrid wird in deren Programme integriert, z.B. zur Wetterberechnung etc. Für Rendering Engines wie Maya würde sich eine Integration lohnen, Photoshop, FinalCut & Co würden davon nicht wirklich profitieren, weil hier das Daten schieben der eigendliche Engpass ist und nicht das Rechnen. Die Daten und Rechenoperationen in Photoshop und FinalCut lassen sich nicht leicht so zerlegen, dass sie auf autarken Rechner parallel bearbeitet werden können. Wissenschaftliche Modelle lassen sich viel einfacher auf mehrere Maschinen zerlegen. Photoshop & Co würden eher von zusätzlichen Prozessoren im System profitieren, da hier "gleichzeitig" auf den Datenbestand zugegriffen werden kann.

Chance für Nischenprogramme

Von: Jakob Stoeck | Datum: 03.05.2005 | #4
Ich sehe das ganze eher als Chance für eine Vielfalt an sehr guten Programmen, die ohne großen Programmieraufwand sehr gut ins System integrierte Funktionen nutzen können.

Wenn die Großen da nicht mitmachen, ist das doch die Chance für einen Ersatz.

Damit fährt doch Apple die ganze Zeit schon auf Ihrem System ganz gut. Durch Integration Ihrer eigens bereitgestellten Dienste haben Sie einen Vorsprung vor großen anderen Programmen.

Und das Beste: Alle kleinen Softwareschmieden können jetzt Standard-basierte Software anbieten, die so verknüpft mit dem System wo anders nicht herstellbar ist.

Wo gibt's denn dieses WebCore oder den systemweiten Farbwähler (für mich sehr praktisch), das Adressbuch für alle Programme oder auch dieses Quartz Rendering, womit jede Applikation die ganzen GPU-gerenderten Effekte nutzen kann, usw.

Ein Programmierer kann Euch da bestimmt noch einiges aufzählen, was klasse ist und man auf den ersten Blick garnicht als Systemdienst ansieht.

Dateiinhalte?

Von: MetalSnake | Datum: 03.05.2005 | #5
Was ist denn mit "Anzeige von Dateiinhalten im Finder ohne Programmaufruf. Nur von Apple gibt's ein paar unterstützte Formate." gemeint?

Die Zukunft liegt

Von: icke | Datum: 03.05.2005 | #6
in der Software und nicht in der Hardware. Un dda ist Apple als All-in-one Anbieter in einer guten Position.

@xl

Von: thomm | Datum: 03.05.2005 | #7
Erstens heißt es Xgrid und zweitens läuft es auch unter Linux.


Also erstmal informieren ehe man solche Fachkommentare abgibt.

Xgrig

Von: M.K. | Datum: 04.05.2005 | #8
Wozu kann ich dann Xgrid in den Sharing Eistellungen unter 10.4 einschalten???

Michael

@M.K.

Von: meta | Datum: 04.05.2005 | #9
"Klicken Sie in „Start“, um zu ermöglichen, dass Xgrid Controller Aufgaben verteilen können, die Ihr Computer ausführen soll."

Für weitere Infos einfach mal in der Hilfe "Xgrid" eingeben und den ersten Treffer lesen. :-)

Neues Feature in Tiger: Programmierer sauer machen

Von: DC | Datum: 04.05.2005 | #10
Irgendwie hab ich was verpasst. Woher weiss die Netzeitung so was tolles, obwohl der Rest des Apple Internet Universums dazu schweigt:

[Link]

Neues Feature = altes Presse-Spiel

Von: DC | Datum: 04.05.2005 | #11
Ein bischen Googeln hat bei eweek [Link] die richtige Meldung ans licht gebracht:

Cisco Reports VPN Conflict with Tiger
By Elizabeth Millard
April 27, 2005

When Apple's "Tiger" operating system is released Friday, it will be without support for Cisco Systems' VPN client.

Cisco Systems Inc. and Apple Computer Inc. had been working to have VPN support available by the release date of Mac OS 10.4, but they were not able to get the work done in time, according to Pete Davis, product line manager for remote-access VPNs at Cisco.

"We had a goal of having the client operational by the time of the release, but the dates just didn't line up," he said. But Cisco expects that support will be available by mid-May.

Until then, Davis advises users who rely on Cisco VPNs to delay their upgrade plans until the support is in place.

If a user installs Tiger and then attempts to launch the VPN client, what is most likely to appear is an error message stating that the IPC (interprocess communications) socket allocation failed and giving the cause as Cisco's VPN service.

Although the error message tells users to start the service and try again, a restart will not solve the problem until Cisco issues its fix in May.

In advance of the OS release, the University of California at Los Angeles has issued an alert to its students warning that if they wish to upgrade to Tiger, they will have no available means of connecting to the university's wireless network.

"Apple's built-in PPTP [Point-to-Point Tunneling Protocol] does not work with our current network setup, and the most recent Cisco VPN client will not work with Mac OS 10.4," the alert said.

Those most affected at this point are users who have obtained a prerelease copy of Tiger, Davis said. But after Tiger's official release, it is possible that Cisco will see a surge in its support calls from those who download Tiger immediately.

Davis emphasized that the conflict between the VPN client and the OS is not unusual. "When there's a major upgrade to an operating system, it takes work on the part of vendors to make sure there's interoperability, and this was no exception," he said. "Cisco and Apple have a very good relationship, and so this was just a matter of the timing not working out, nothing more."


Fazit: Die Entwickler wurden rechtzeitig informiert, sind aber nicht ganz fertig geworden. Es gibt keine Verstimmung zwischen Apple und Cisco, also genau das Gegenteil von dem, was die Netzeitung berichtet. Weis jemand, wie man die Netzeitung bashen kann ?

@dc????????

Von: thomm | Datum: 04.05.2005 | #12
häh?

Stand doch schon bei Onkel heinz & Co.

Kriegst Du gar nichts mit?

Wo gibt es da eine Verstimmung?

So ein Quatsch

Sorry :-)

Von: thomm | Datum: 04.05.2005 | #13
Hatte Dein zweites Posting noch nicht gelesen :-))

Totes Feuer auf meine Rübe

Apple sagt..

Von: Mr.Mike (MacGuardians) | Datum: 04.05.2005 | #14
.. dass man seine Programme bzw den Code in threads auftrennen muss, damit sie mit Xgrid genutzt werden können.

Ist also nicht GANz so, dass jedes Programm dies nutzen kann, aber _eigentlich_ sollte der Weg für die meisten nicht sehr weit sein, da man eh schon umdenken muss/musste wegen Mehrprozessorrechnern oder ~cores

[Link]

Sinn und Zweck von Xgrid

Von: tjp | Datum: 04.05.2005 | #15
ist eher gering. Wenn man Numbercrunching auf Apple Rechner machen will, muß man wegen der besseren Peformance eh IBMs Compiler Suite nutzen und diese bietet von Haus aus schon OpenMP an.

Dateiinhalte?

Von: MetalSnake | Datum: 05.05.2005 | #16
Was ist denn mit "Anzeige von Dateiinhalten im Finder ohne Programmaufruf. Nur von Apple gibt's ein paar unterstützte Formate." gemeint?

@flynn

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 05.05.2005 | #17
-Multiprozessorkernel via Infiniband: bringt genau das, was Xgrid nicht bringt, dass nämlich jedes multithread-Programm auf einmal von einer Vier (oder Mehr-)prozessormaschine profitieren kann (zugegebenermaßen nur, wenn die Intermaschinenkommunikation schnell genug ist, ist ein bißchen spekulativ), ohne umgschrieben werden zu müssen, wg. automatischer Lastverteilung auf alle CPUs.