ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3743

D-Day!

Die Invasion hat begonnen

Autor: roland - Datum: 06.06.2005

An Tagen wie diesen, wo grüne Weltbilder ;-) ins Wanken geraten, lohnt es sich, einmal ganz unaufgeregt den Stand- und Blickpunkt zu wechseln. Denn mal davon abgesehen, dass Apple einen Teil seiner Hardware-Einzigartigkeit preisgibt, was bekommt die Apfelmarke dafür auf der Haben-Seite? Was bringt das Einschwenken in den Intel-Mainstream, das offensichtlich über fünf Jahre und damit von wirklich langer Hand vorbereitet worden ist? Erstens lassen Steve Jobs bei der Keynote angebrachten Unmutsäußerungen bezüglich der Zusammenarbeit mit IBM – weder ein PowerMac mit 3 GHz noch ein G5-PowerBook mit G5 konnten realisiert werden – darauf schließen, dass dem Obersten Apfelbändiger der Kragen geplatzt ist und er deshalb den gut vorbereiteten Plan B aus der Schublade gezogen hat.

Zweitens bringt die zu erwartende Intel-Kompatibilität neben einem weiteren Performancesprung (?) vermutlich auch eine erhöhte Kompatibilität für andere CPU-nahe Komponenten. Videokarten? Wir werden sehen.

Drittens wird auf einen Schlag die Welt der Intel-Inside-Jünger, also der unverbesserlichen PC-Schrauber, mit der tatsächlichen Verfügbarkeit des derzeit führenden Betriebssystems konfrontiert. Zwar in einem PowerMac, aber eben mit der von allen PC-Usern so heiß geliebten bekannten Intel-CPU-Ausstattung. Das könnte tatsächlich die letzten Hemmungen abbauen und bei der Anschaffung des nächsten PCs – recht häufig nötig, wie wir wissen – die Migration herbeiführen.

Viertens kann sich Intel natürlich die Hände reiben. Wer sich hingegen keinesfalls die Hände reiben wird, ist eine ganz bestimmte Firma in Redmond bei Seattle. Denn was sich hier ankündigt – noch vor dem Launch des wahrhaft ewigen Longhorn – ist der Beginn einer Invasion. Eine Grenze ist heute überschritten worden. Die Grenze zwischen David und Goliath, zwischen den Rebellen und dem Imperium. In Redmond sollte in diesem Moment Roter Alarm geschaltet worden sein...

Fünftens Als professionellen User, der mit seinem Mac seinen Lebensunterhalt bestreitet, ist mir im Endeffekt egal, welche CPU in der Kiste tickt und taktet. Solange das "Gesamtkunstwerk Macintosh" erhalten bleibt, sprich: die einzigartige Durchgängigkeit von kreativem Design, menschenfreundlicher Benutzeroberfläche und innovativer Unternehmensphilosophie.

Soweit mein erstes, spontanes und gewiss nicht völlig ausgegorenes Fazit zu den Entwicklungen an diesem 6. Juni 2005 – dem "D-Day"...

Kommentare

D-DAY…

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 06.06.2005 | #1
"IntelMacs" geht gar nicht!

I feel so invaded…

invaded? Eher raped... :( nt

Von: Tommi | Datum: 06.06.2005 | #2
nt

Fühlt sich nicht gut an, aber ist Genial!

Von: RamaDiGalama | Datum: 06.06.2005 | #3
Locker bleiben, es ist erst mal noch gar nichts sicher, auf PPC-Hersteller wird nur endlich massiv Druck gemacht Leistung zu Realisieren...

Apple kann es mit dieser Strategie egal sein woher die CPU kommt, sie können lässig immer das Teil einbauen da für die Anwendung am geeignetsten ist.

Blöd nur für den der die FAT-Binaries runterladen muss weil sind halt immer Fetter als nötig. Ausserdem hab ich um Classic Angst – es gibt sie noch die alten genialen APPS - QTVR-Studio 1.0 nur auf Classic..

@Dirk

Von: Roland Mueller | Datum: 06.06.2005 | #4
Gesehen, war geschlampt, habe die Formulierung geändert. Damit die Invasion nicht nach hinten losgeht ;-)

iDay

Von: Xee | Datum: 06.06.2005 | #5
Währe iDay nicht die bessere Bezeichnung ???

@Roland

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 06.06.2005 | #6
Das war gar nicht als Kritik an Deinem Text gedacht. Ich dachte, die Kisten sollen so heißen… Das geht einfach nicht. Ich denke, heute ist der Tag, an dem der wahre Mac gestorben wurde

OS X kompatibel! MS gewinnt dadurch auch...

Von: eman | Datum: 06.06.2005 | #7
Wäre ja denkbar, dass auf x86 MacINTos(h)-Hardware neben OS X auch Longhorn installierbar ist (und das die neuesten Gerüchte einer Zusammenarbeit erklärt).

Für Switcher auf alle Fälle ein Argument und warum sollte MS das stören? Apple verliert dadurch nichts, sondern verkauft im "schlimmsten" Fall nur die Hardware.

Bestimmt wird Apple den umgekehrten Weg verhindern, und die Installation von OSX wird nur auf Apple-Hardware möglich sein. Der Status Quo, also kein Problem.

Da werden manche Verkäufer in manchen Märkten schlucken, wenn sie mit der Frage konfontiert werden, ob denn der Billig-PC OSX-Kompatibel ist...

iDay

Von: Max | Datum: 06.06.2005 | #8
Das ist der SuperGAU...

iDay

Von: Max | Datum: 06.06.2005 | #9
Das ist der SuperGAU...

Ich bleibe dabei...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.06.2005 | #10
ch gehe vollens konform mit "Fünftens".

Aber genau diesen Punkt muss mir Apple noch beweisen. Dass das Ding einfach genauso _zuverlässig_ und unproblematisch rennt wie jetzt auch. Wenn es das tut -- wunderbar, dann kotze ich höchstens noch, wenn sich Apple ob der MarketingZuschüsse seitens Intel nicht zu schade ist, diese Aufpapper überall anzubringen. Aber sonst bin ichs zufrieden.

Wenn man sich allerdings mit fehlender Software und lumpigen Emulatoren auseinanderschlagen muss...

Der wahre Macintosh

Von: Remy | Datum: 06.06.2005 | #11
Dirk schrieb: "Ich denke, heute ist der Tag, an dem der wahre Mac gestorben wurde…"

Na ja, das war wohl eher der Tag, an dem OS X eingeführt wurde. Oder war es der Tag, an dem Apple keine SCSI-Platten in den Macs verbaut hat? Oder der Tag an dem Steve Jobs zurückgekehrt ist? Oder der Tag, an dem der iMac auf USB setzte?

@lime

Von: eman | Datum: 06.06.2005 | #12
Alles halb so wild... Der nahende Untergang Apples war die Zeit zwischen System 6 und OS X.

Und die freundliche Ausstrahlung - drauf gepfiffen - die war schon mit dem Mac Plus SE dahin, spätestens mit der LC Pizzabox. Der G5 war seit dem II fx seit langem mal wieder richtig gute Hardware.

Das Betriebssystem war für mich schon immer der eigentliche Unterschied, nicht die Hardware. Hardware ist so vergänglich...

man (ich) weiss es nicht

Von: grobhart | Datum: 06.06.2005 | #13
mir ist dass ganze slightly too much...keine ahnung, was auf lange sicht davon zu halten ist, aber im moment ist mir einfach nur ein bißchen schlecht!
und es hat in der tat etwas den beigeschmack, als wäre irgendwas heute gestorben... =/

seufz

Von: ca | Datum: 06.06.2005 | #14
da bin ich nun seit 92 mit dem regenbogenapfel in die computerwelt geraten, wars immer zufrieden, bin froh über mein osx auf dem ibook, will mir einen neuen tragbaren kaufen, warte auf g5 powerbook oder ibook mit ordentlich zuwachs - und nun das...irgendwie is mir schlecht.
das hiesse dann doch einfach nur investition in eine aussterbende gattung, irgendwie traurig.

Longhorn

Von: Max@x86 | Datum: 06.06.2005 | #15
Man mag ja von Longhorn halten was man will,aber der technologische und zeitliche Vorsprung von MacOS ist doch durch diese Switchaktion total vernichtet worden.Während dann bei MacOS noch portiert wird ,läuft auf Longhorn schon alles einwandfrei und das schon auf 64bit und die Umstellung auf 64bit blüht uns dann auch noch,hier ist ja nur die Rede von IA32.
UNF :(

Intel & Microsoft haben es geschafft!!!

Von: BillieJean | Datum: 06.06.2005 | #16
Der letzte grosse Krieger gegen die beiden ist gefallen. Steve Jobs beugt sich der grossen Macht beider Monopole. Bald fällt auch MacOSX, es wird nur noch eine Zeit mit schönen "Mac-Design" PCs geben. Eine grosse Ära geht damit zuende.

Schade...

Von: Alex | Datum: 06.06.2005 | #17
Naja alles irgendwie traurig. Die Intel Macs haben kein Open Firmware, aus irgendwelchen Gründen werden andere Partitionen verwendet, auf Intel Macs darf man hier und da Byte Swaps machen und wieso man gerade IA-32 einsetzt versteht ich auch nicht.

so mal am Rande

Von: Cervantes | Datum: 06.06.2005 | #18
@ Tobias
Du vergisst VIA!!!!!!! ;)

@ Remy
Nein, der Tag, an de, Apple starb, war an dem Tag, wo er auf diese großartigen Disketten verzichtete!!! ;)

@ all

Seit doch ein bißchen aufgeschlossener. Nur weil Intel rein kommen soll, heißt es doch nicht, dass es schlecht ist. Wer weiß, was Intel uns vielleicht als neue Prozesortenologie in den zukünftigen Mac verbauen wird, dass AMD, IBM & VIA den Vorzug gab, außerdem dürften wir in Zukunft vielleicht auf eine viel größere und vor allem billigere Prozessorauswahl von Intel hoffen.

außerdem werdet ihr schon sehen, die xBox 360 wird wahrscheinlich Lüfter haben, die so laut sind, wie die eines Düsenjets.

Wofür brauchen wir Apple?

Von: aadr | Datum: 06.06.2005 | #19
Wollte mir nächste Woche drei neue Rechner hier ins Büro holen. Das werde ich nun sein lassen. Es ist zu beführten, dass bald die Unterstützung für die G4 bzw. G5 gestrichen wird. Das ist leider die Politik von Apple, nach spätestens drei Jahren endet die Programmunterstützung. Auf Dauer ist mir das zu teuer Apple hat mich jetzt genug ausgenommen. Wenn nun Intel verbaut wir kann ich ja direkt das Original von MS nehmen. Aber einige Fanatiker aus den diversen Foren werden Apple ja folgen und alles schön zahlen.

i ch ahnte es bei: i mac

Von: Toni | Datum: 06.06.2005 | #20
alles klar: apple bzw. jopps spricht in codes:
i mac=intel mac...

leute nicht aufregen. aktien kaufen. logisch überlegen. was würdet ihr an jopps stelle tun?

ihr wechselt doch dauern den telefonanbieter, weil der andere 2 cent billiger ist, das handy weil das andere statt passivem lcd nun aktiven lcd-schirm hat, oder geht von benzin auf diesel, oder von der julia zur susanne, weil diese schneller kocht und das essen pünktlich auf dem tisch ist statt wie bei julia, die den besuch von kochkursen versprach, dabei jeden zweiten kursbesuch schwänzte und das essen immer mit verspätung auf den tisch, und in mageren portionen, lieferte...
denkt an den vergleich... wichtig ist eure kreativität, dann erst das werkzeug. wichtig ist die hitzeentwicklung der künftigen prozzis, die gk-anbindung etc. etc.
oder andersrum: lest vermehrt die c't - ein pc-heft, das auch mac-freundlich ist (die haben 16 macs in der redaktion, warum wohl?. in der c't waren kürzlich die testberichte über aktuelle laptops. apple muss sich bald warm anziehen, wenn es im markt dabei sein will...
einfach mehr denken, weniger bier trinken und mehr aktien kaufen... die von apple und von intel. geld ist geld. wem du es aber gibst, ist was anderes....

hard und soft

Von: swi | Datum: 06.06.2005 | #21
Das zusammenspiel von Hard- und Software macht den Mac zum Mac. Das OS ändert sich nicht. OSX bleibt. Also kann's mir egal sein, welcher Prozessor da werkelt, solange alles mac-like funkt.

Interessant sind die Reaktionen. Jahrelanges Marketing von Apple wirkt (noch). Hat uns aber auch allen gefallen, da sie uns als Mac-User über alle anderen PC(!)-User erhoben hat.

cu.stefan

bitte kein

Von: mai | Datum: 07.06.2005 | #22
intel logo auf der front und womöglich noch dieses urkotzgrausliche werbe-tam-tam--tam-tam-intro beim starten des systems ... kotz würg

Gut und Böse

Von: Brian | Datum: 07.06.2005 | #23
"Der Krieg der Sterne"-Vergleich zeigt es ganz deutlich: die meisten Leute denken in den Kategorien Gut und Böse, weiter geht ihr Verstand nicht. IBM ist böse (in den 80ern), Microsoft ist böse (aber Office benutzt man trotzdem gern). Das böse Motorola entwickelt nicht schnell genug, dafür soll IBM jetzt Apple helfen, die Welt zu retten. Jetzt baut das gute IBM die letzten freien Prozessoren (der Jedi gegen das böse Monopol Intel).
Würden Jobs und seine Firma (denn auch Apple ist eine Firma und das Ziel von Firmen ist es, die Produkte für seine Kunden zu gestalten, die es will und damit Geld zu verdienen - für die Besitzer, die Aktionäre), würde Apple also ind diesen naiven Kategorien denken, würde Apple schon seit langem nicht mehr existieren.
Gut, dass Apple da offener ist, als viele seiner Anhänger. "Gut und Böse" dürfte es seit der Aufklärung nicht mehr geben. Wagt zu denken, möchte man vielen zurufen, aber in der Mac-Gemeinde herrscht zuviel naiver Glauben vor. Und nun wird der von seinen Jüngern ernannte Messias gesteinigt, weil er den rechten Pfad verlassen hat.
Das ist doch alles ein bisschen kindisch und voreilig. Jetzt wartet erstmal ab, bevor ihr den Sieg der Revolution oder das Ende des Universums verkündet.
Und ja, ich liebe meinen Mac. Aber das hat viele Gründe. Und ich liebe ihn mit Motorola und IBM und Intel. Vielleicht ist es gar nicht übel, wenn sich die Fanatiker eine neue Religion suchen.
Möge die Macht mit Euch sein.

@brian

Von: kux | Datum: 07.06.2005 | #24
vielleicht bist du ein switcher und hast keine emotionale bindung zur dieser firma, die mir über 15 jahre lang etwas gegeben hat, womit ich meine kreativität zur papier bringen konnte. genau diese tatsache, dieses leicht machen der umsetzung, hat mich an apple gebunden. das war aber der eine grund. der andere grund war die tatsache, dass man an etwas arbeitete, dass auch im inneren anders war als der rest der computer welt.

nun wird es nicht mehr so sein. ich würde lügen wenn ich sagen würde es ist mir egal. ist es nicht. ich spüre trauer, obwohl das meine freundin irgendwie komisch findet. als ihre schuhe kaput gingen hat sie geheult, weil dieses model nicht mehr käuflich war, ich konnte es nicht nachvollziehen. es waren doch nur schuhe. jetzt ist es umgekehrt. es ist doch nur ein komputer.

ja das ist er, aber was für einer. einer mit herz.

aadr Nach 3 jahren hat noch nie der Support aufgehört

Von: pm | Datum: 07.06.2005 | #25
Sorry, aber was in diesem Board abgeht ist eine Stimmungsmache wie ich es selten erlebt habe. Da will uns jemand wirklich erklären wenn er heute einen G5 kauft, dass er in drei Jahren keinen Support mehr hat. Das Gegenteil ist wahr. Gute Apple Applikationen laufen seit Version 7. - OS X. Es ist ein Komfort, denn es nie mehr bei irgendeiner Firma im nächsten Jahrhundert geben wird.

Max@x86 Falsch

Von: pm | Datum: 07.06.2005 | #26
Das Gegenteil ist der Fall. Wenn Apple es wirklich schafft das erste Gerät im nächsten Frühjahr zu bringen werden alle grossen Hersteller die Portierung auf OS X für Intel schon beendet haben. Alle Datenbankhersteller, Adobe zu ca 70%, Microsoft 100% und alle Webtools sowieso. Dazu kommen noch hunderte von Applikationen aus der aktuellen Intel Seite welche jetzt XCode Projekte mal durchziehen.

M$ kommt dramatisch unter Druck, jeder Tag verspätung ist ein Tag für Apple. Was vor allem wichtig ist, wenn Dritthersteller mit Xcode wirklich positve Entwicklungsprojekte durchführen, dann ist deren Druck jeden Technologie von M$ aufzunehmen viel geringer.

die Trolle finden immer Futter

Von: fazzur | Datum: 07.06.2005 | #27
das Ge-bashe wird doch nie aufhören. Jetzt schießt man eben aus dem AMD vs. Intel Säckchen.
Dann über das "wir haben Direct X und damit die besseren Spiele" usw

es wird sich nicht viel ändern. Oder sollte Apple von IBM wieder zu Motorola gehen ?

@Terrania

Von: Kritiker | Datum: 07.06.2005 | #28
Genau Terrania, kein Grund zur Hysterie. Bis zum Erscheinen von LONGHORN werden eure Kisten ja schon noch laufen.

Und dann machen wir den ganzen Schritt!

Werde gleich erstmal die weissen Kabel vom iPod umfärben. Möchte mir unterwegs keine dummen Sprüche, hämisches Grinsen oder Beileidsbekundungen ziehen müssen.

Ein Begräbnis erster Klasse

Von: Name | Datum: 07.06.2005 | #29
Danke. F*U*C*K