ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 3760

Ist Steve Jobs zu ungeduldig?

Ein Rückblick

Autor: thyl - Datum: 10.06.2005

Wenn man ein Team hat, das ständig neue Ideen produziert, und man selbst immer vorne weg, dann braucht man in der DV vor allem eins: Rechenleistung. Und zwar Pronto. Als Steve Jobs noch bei Apple war, fiel das vielleicht nicht so auf. Aber mit NeXT-Gründung und einem leistungshunrigen UNIX-System an der Backe brauchte man jede OP/s. Und was passierte dann? Motorola kam mit dem 68060 nicht hoch, kaum zwei, drei Jahre nach der Einführung der NeXT-Rechner. Jobs schwenkte (vermutlich angefressen) auf den leistungsfähigeren 88000 um. Der kam dann aber überhaupt nicht, so dass Jobs notgedrungen den PowerPC evaluieren ließ. Damit wurde es dann aber gar nichts, NeXTSTEP wurde auf intel portiert.

Bei Apple ging's erst gut voran, bis zum G4 Debakel. Wieder konnte Motorola die dringend benötigte und erwartete Rechenleistung -diesmal für die ersten Versionen von MacOSX - nicht liefern. Und es wurde immer mieser. Jobs wechselte (vermutlich noch angefressener) zu IBM, die -wer weiß- mit großen Versprechen gelockt haben - und dann auch nicht lieferten!!

Ich kann mir schon vorstellen, dass es bei Steve Jobs langsam aussetzt, wenn er mal wieder was von Schwierigkeiten bei den Prozessoren hört. Und selbst entwickeln ist leider zu teuer.

Hoffen wir mal, dass er mit intel glücklicher wird. Sicher ist das leider derzeit auch nicht, denn ebenso hübsche wie geheime Roadmaps dürfte Jobs in den letzten 15 Jahren genug gesehen haben, die dann nicht hinhauten.

Jobs hat da übrigens meine volle Sympathie, ich kann ihn gut verstehen, die Software macht die Musik, und wenn es dann bei so etwas banalem wie der Hardware scheitert, kann einen das schon in den Wahnsinn treiben. Aber manche halten mich auch für ungeduldig....

Kommentare

Genau im richtigen Moment

Von: Jogi | Datum: 18.06.2005 | #1
Hallo,
Man sollte nicht immer darüber nachdenken was wir jetzt haben, sondern was kommen soll.
3 GhZ G5 - nix zu sehen, kommt irgendwann.
G5 in Powerbooks - keine Chance.
Ich denke das nicht vorhandensein dringend nötiger Notebook CPUs hat IBM aus dem Geschäft geworfen. Ich halte den G5 immer noch für eine erstklassige CPU aber eben nur in Desktops. Mehr als die Hälfte aller verkauften Macs sind Notebooks und da hat Apple zur Zeit absolut nichts in der Hand. Was soll daraus in 2 Jahren werden, immer noch aufgeblasene G4 ?
Mittlerweile sind die iMacs deutlich flotter als die Powerbooks und das sind immerhin die mobilen Flagschiffe. In den diversen Foren liest man immer wieder wie die Leute sabbernd auf die G5 Powerbooks warten d.h auf schnellere.

Intel ist speziell in dem Bereich der einzigste der da in naher Zukunft was vernünftiges anbieten kann vor allem mit weiterer Perspektive. AMD sieht da auch etwas blass aus, vor allem wenn man Notebooks mit geringem Stromverbrauch anbieten will. Mit dem Centrino hat Intel doch gezeigt das sie zu sowas in der Lage sind.
Also war der Umstieg genau richtig gewählt, sonst wäre in 2 Jahren wieder mal der grosse Katzenjammer dagewesen.

grüße,
jürgen

Roadmap

Von: Timo | Datum: 10.06.2005 | #2
Naja, aber bei Intel ist endlich mal "egal" ob die sich nun an die Roadmap halten, denn Macs und PCs werden in Zukunft immer gleichschnell oder gleichlangsam sein... Schlimm wars doch immer nur, wenn die Konkurrenz davonzog.

Außerdem

Von: Killa | Datum: 10.06.2005 | #3
Sorge die Konkurrenz zwischen AMD und Intel schon dafür, dass es in diesem Bereich voran geht...

Das mit der Leistung..

Von: LuckyKvD | Datum: 10.06.2005 | #4
verstehe ich nicht wirklich! Ich weiss noch wie ich auf einem G3 blue/white mit G4 / 400 MHz Prozessorkarte gestarrt habe, als der unter Mac OS X eine DVD ruckelfrei abspielen konnte und dabei konnte ich noch ne eMail schreiben!

Ich fand Mac´s immer performanter als Intel - PC´s!

"Und selbst entwickeln ist leider zu teuer."

Von: marvin | Datum: 10.06.2005 | #5
Nachdem Motorola keinen Nerv mehr auf die Prozessorabteilung hatte und diese dann als Freescale ausgliederte, wäre es doch ein guter Moment für Apple gewesen da einzusteigen. Oder wäre das 'ne Nummer zu groß für Apple? Jedenfalls habe ich mich damals (und heute) gewundert, dass diese Option niemand in Betracht gezogen hat.

Der Zeitpunkt ist richtig

Von: Vultur | Datum: 12.06.2005 | #6
Vielleicht gab es bei Apple schon länger Pläne zum Umstieg auf Intel-Prozessoren... Nur wäre der Wechsel bisher ein zu grosser Schock für die Apple Entwickler gewesen. Erst jetzt hat Mac OS X so richtig Schwung bekommen. Zu keinem früheren Zeitpunkt hätte ein solcher Prozessorwechsel erfolgreich sein können. Dann wären zu wenige Entwickler auf Mac OS X auf- bzw. viele wieder abgesprungen.

Jetzt ist die kritische Masse an Software und Fähigkeiten des Betriebssystems erreicht. Es erscheint mir als genau der richtige Zeitpunkt für diesen radikalen Hardwarewechsel. Apple gibt den Entwicklern ein Jahr sich auf die neue Situation einzustellen. Und das ist gut so.

In einem Jahr wird PCI-Express hoffentlich gereift sein. Dann kann Apple gleich grundlegend mit dem neuen Bus an den Start gehen.

Für die NeXT-Station ...

Von: bodo | Datum: 13.06.2005 | #7
... war ja auch ein eigener Prozesssor entwickelt worden (so um die Zeiten der 486er). Er hatte keine Fließkomma-Einheit, war aber in der Integer-Leistung allen vergleichbaren Prozessoren überlegen.

Das Dingen hieß NeXTGen, und dessen Design wurde an, na, genau, AMD verkauft. Er bildete die Grundlage der Pentium-Konkurrenten.