ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 388

Google wirft Scientology-Kritiker aus Index

Angst vor Anwälten besiegt Meinungsäusserungsfreiheit?

Autor: bh - Datum: 21.03.2002

Wieso Google jetzt Scientology-kritische Seiten aus dem Index entfernt hat, ist beim Heise Newsticker nachzulesen. In punkto Zensur im Web müßte man jetzt eigentlich eine Rede von Andy Müller-Maguhn, dem Chef des CCC, bringen - nur finde ich die gerade nicht, was mich vor einer Urheberrechtsverletzung bewahrt. Jeden mündigen Nutzer des WWW sollte es aber interessieren, wie geschickte Lobby-Gruppen mit Anwälten den Suchmaschinen die Arbeit schwer machen - es könnte ja kritisches zutage treten...
(‹ber US-Anwälte gibt es ja die Scherzfrage, was sie eigentlich von Geiern unterscheide? Nichts, nur bekommen Anwälte auch noch Bonusmeilen gutgeschrieben...)
Scientology ist in vielen Staaten unter Beobachtung wegen möglicher Staatsfeindlichkeit und gilt allgemein als Sekte. Nachdem dies hier ein freies Land ist, weise ich erstmal auf die Bestimmungen von "Fair Game" hin. Hubbard hielt in einer Schrift fest: "Er (der Feind, Anm.) darf seines Eigentums beraubt werden, er darf auf jede Weise von einem Scientologen geschädigt werden, ohne Strafverfahren durch Scientologen. Man darf ihm Streiche spielen, ihn belügen, betrügen oder vernichten." Netterweise gab Ron L. Hubbard später verordnet, daß diese Praxis aufhören solle. Wörtlich: "Es verursacht schlechte Beziehungen zur ÷ffentlichkeit". Es stimmt bedenklich, wenn FREE SPEECH im Web erste Einschränkungen erfährt durch blosse Anwaltsdrohungen. Wachsam, liebe anderen Nutzer dieses Mediums. Die Zukunft hat schon begonnen und es ist an uns, sie zu gestalten oder uns nachher zu wundern, was bloß aus ihr geworden ist....

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