ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 392

Kein Angebot machbar? Dann Nachfrage drücken!

Die Preisentwicklung bei Apples neuen iMac

Autor: bh - Datum: 21.03.2002

Es geht wieder los: die ewige Diskussion über Apples Preise. Apple hat wie noch bei jedem Produkt - Ausnahme cube - die Nachfrage unterschätzt und nicht genügend Bauteile auf Lager, deshalb steigt der iMac G4 jetzt im Preis. Jedes Modell wird um rund 100 Dollar teurer - schlau, weil man ja ohnedies nicht liefern kann. So ist Marktwirtschaft a la Apple: kannst Du das Angebot nicht verbessern (das Produkt in guter Stückzahl ausliefern), dann drück einfach via Preisschraube die Nachfrage runter. Toll, ganz toll und wieder ein Meisterschuß ins Knie. Computerfreaks sind es gewohnt, bei den RAM-Preisen Achterbahn zu fahren, mal geht es rauf - mal geht es runter. Dieser Markt ist volatil und Apple Preise waren es noch nie. Der Computerhersteller senkt seine Preise erst, wenn das Produkt kurz vor der Bauchlandung steht oder das Nachfolgemodell fertig ist und "channel clearing" angesagt ist. Mit einer Marge von durchschnittlich 27% muß mir keiner erzählen, daß es Apple übel geht wegen der Preissteigerung bei einzelnen Komponenten. Der Hersteller hat einen wirtschaftlichen Fehler gemacht, wieder nicht an den rauschenden Erfolg seines eigenen Produktes geglaubt und wälzt nun den durch mangelnden Einkauf erlittenen Schaden auf den Konsumenten ab. In vier Wochen wird Steve wohl fröhlich verkünden, daß "if you want an iMac, you can get one right away" - natürlich, sehr gut. Wenn Apple den Preisverfall bei Komponenten rasch an seine Käufer weitergeben würde, hätte das Unternehmen auch das Recht, bei steigenden Preisen sofort anzupassen - so aber riecht es im Apfelladen wieder tüchtig nach Abzocke.

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