ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 393

Preiserhöhung beim iMac: Scherzkeks Apple

Werden Komponenten billiger, steigt die Marge des Herstellers, werden Komponenten teurer, steigt der Preis

Autor: bh - Datum: 21.03.2002

Unsere werte Leserschaft hat es wohl gemerkt: wir haben uns köstlichen Schönheitsschlaf gegönnt, anstatt vor einem nicht stattfindenden Stream aus Tokyo zu sitzen. Hier die Zusammenfassung, was Steve in Fernost aus der Tasche gezogen hat.

* ein neuer iPod mit 10 Gb Festplattenkapazität, also jetzt mit 2000 Songs drauf bei noch immer 185 Gramm Eigengewicht. (Wissen Sie, wieviel 2000 Songs auf CD wiegen?) Wirklich gut ist aber die neue Software, mit der man ab nun auch Kontakte (Adressen) in seinen iPod speichern kann - die community wußte schon seit längerem, daß es geht, aber jetzt erweitert Apple seinen iPod langsam in Richtung PDA. Go Apple, go! Ach ja, für die verspielten: ab Mitte Mai können sich Kunden, die ihren iPod in einem europäischen AppleStore kaufen eine Widmung auf die Metall-Rückseite des mp3-Players gravieren lassen. Unser Vorschlag "we don¥t link to..." oder "this ain¥t a dickless device brother"... (kostet aber nochmal 60 Euro!)
Der iPod mit 5 Gb HD ist weiterhin verfügbar und kostet 532 Euro, der mit 10 Gb ist um 695 Euro zu haben, ein FireWire-Kabel ist dabei, Kopfhörer und eine CD mit iTunes 2.

* Apple stellte einen neuen Flachbildschirm vor - ein Zoll kam dazu, jetzt sind es 23. Auflösung 1920 x 1200 Pixel, was HDTV lustiger macht, professionelle Videoschneider werden ihre helle Freude damit haben. Das Display wird digital vom Computer angesteuert, was angeblich ein schärferes Bild bringt - bei 16,7 Millionen Farben und einem Betrachtungswinkel von 160∞. Hinten sind zwei USB-Anschlüsse dran, das ist nett - der Preis beträgt 4987 Euro inkl. 16% Mehrwertsteuer.

* Schlußendlich ließ sich Steve ein paar Zahlen zur Schneekönigin entlocken. Apple hat seit der Ankündigung des iMac G4 bereits 125 000 Stück davon ausgeliefert und täglich gehen weitere 5000 Stück hinaus. "Die Kundennachfrage nach dem neuen iMac ist überwältigend und wir waren einfach nicht in der Lage Schritt zu halten. Es laufen ab sofort täglich 5.000 neue iMacs vom Band und wir hoffen die hohe Nachfrage in Kürze befriedigen zu können", sagt Steve Jobs, CEO von Apple. "Wir bedanken uns für die Geduld unserer Vertriebspartner und Kunden während dieser Start-Phase." Wunderbar, sehr schön, endlich bedankt sich jemand mal - und dann kam der Kracher: Preiserhöhung beim iMac! Weil die Komponenten im Preis gestiegen sind und - wie diverse Ticker berichteten - kein Glas in ausreichender Menge für die Flachbildschirme verfügbar ist, hebt Apple die Preise an. Das Modell mit 800 Mhz kostet ab nun 2667 Euro, der besser ausgestattete 700er kommt auf 2261 Euro und das Einsteigermodell schlägt mit 2029 Euro zu Buche.

Abschließend läßt sich dazu sagen: neuer iPod war erwartet worden, ist gut und schön und richtig. Neuer Flachbildschirm ist gut und schön, ob es ein Hammer wird, werden uns die Profis erzählen. Die Preiserhöhung ist allerdings eine Frechheit! Hat Apple je in seiner Geschichte die Preise ordentlich gesenkt, weil man ohnedies alte Bauteile verwendete? Ich erinnere mich da an einige Generationen mit steinalten ATI-Grafikkarten, die immer noch gut gekostet haben - hat Apple uns je Preissenkungen der Bauteile weitergegeben? Nein, also fehlt ihnen auch jetzt das Recht, bei Verteuerung von Komponenten alles sofort auf den Konsumenten abzuwälzen. Dem Unternehmen ist nicht zu helfen, viel Spaß mit den Schlagzeilen, die dieser Schritt in der IT-Presse bringen wird. Mahlzeit!

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