ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4048

Viiv und das Prinzip der Unschärferelation

Viel Rauch um... was?

Autor: flo - Datum: 06.01.2006

Alsdenn, der große Star der CES ist Intels Viiv, unaussprechlich und undefinierbar. Was ist Viiv? Was tut es, was macht es, wie macht es was auch immer und wann und wieso? Betrachtet man Viiv von weit, weeeiiiit weg, klingt es ganz nett: Computer im Wohnzimmer. Schaut man aber näher hin wird alles unscharf, je mehr man schaut, je mehr man liest, desto weniger weiß man am Ende, was Viiv eigentlich sein soll. Viiv ist als erstes eine Marke. Die technische Definition von Intel ist derart banal, dass sie nur noch von der "inhaltlichen" Definition übertroffen wird:

"Explore endless entertainment options from the comfort of your couch. With an Intel® Viiv™ technology-based PC and supporting devices, you can enjoy a growing universe of digital media content."

Zu deutsch: Wenn du einen Computer hast und die entsprechenden Geräte, dann kannst du das "wachsende Universum digitaler Inhalte" erleben. Aha. Da wäre man nicht drauf gekommen.

Und was ist ein solcher Viiv-Technologie-basierter Rechner? Ein Rechner mit Core Duo, Pentium Extreme oder Pentium D, dazu ein intel-Chipsatz, Ethernet und Windows Media Dings. Mal abgesehen vom OS: Viel mehr hat Intel gar nicht im Portfolio?! 80% aller Kombinationsmöglichkeiten diverser Intel-Hardware ergibt also einen viiv-Rechner, der -- und ausschließlich der -- uns endlich ins digitale Universum schießt -- where no man has gone before.

Was verspricht Intel hier? Eine Plattform, die das komplett vernetzte, digitale Wohnzimmer bieten soll. Was davon aber kann Intel denn überhaupt liefern? Chips. Nicht mehr, nicht weniger. Gut, die Hardware ist ein wesentlicher Bestandteil eines Home-Entertainment-Systems. Und wer eine "Plattform" etablieren will, tut gut daran, die Hardware recht genau zu spezifizieren, denn so wissen Content- und Software-Anbieter, womit sie es zu tun haben, womit sie rechnen können. Intel hingegen definiert Viiv mehr als schwammig. Ein Pentium Extreme und ein Core Duo? Das einzige, was diese CPUs verbindet ist ein gewisses Maß an Leistungsfähigkeit, ein abgespeckter Celeron oder nur ein Einkern-Chip bleibt außen vor. Aber will ich einen Extreme-Pentium im Wohnzimmer? Die neue Version davon ist zum einen extrem teuer und liegt bei einem typischen Verbrauch von nur knapp unter 100 Watt. Welches Wohnzimmer Intel da vorschwebt ist mir nicht klar. Warum sich nicht auf Core Duo konzentrieren? Die beiden anderen Kumpanen sind eh in absehbarer Zeit Geschichte. Intel "definiert" mit seinen Hardware-Vorgaben Systeme, die sich in Leistungsumfang und Preis genauso unterscheiden, wie praktisch jedes beliebige Computersystem, das man derzeit erwerben kann -- ob mit oder ohne Viiv-Papper.

Intel bekommt gerade einmal drei (3!) "key components" zusammen: CPU, wobei sie von 64-Bit-Computing sprechen, was leider ihre erste Core-Inkarnation nicht einmal kann, Chipsatz, wobei sie Instant-on und 7.1-Sound erwähnen, aber keine sonderlichen Anforderungen an die Grafik stellen und scheinbar auch die integrierte Grafikfähigkeit für ausreichend erachten, und letztlich das Betriebssystem -- in Ermangelung irgendeines anderen verfügbaren Systems. Wäre bei einem Wohnzimmer-Konzept nicht vielleicht auch eine TV-Karte -- welches System auch immer unterstützend -- eine geradezu geniale Idee gewesen?

Alles, was Intel bieten kann, bieten sie schwammig und undefiniert. Und der Rest? "Rest" ist gut.

"With an Intel® Viiv™ technology-based PC and supporting devices, you can enjoy a growing universe of digital media content."

Falsch: ohne Software macht Viiv gar nichts. Nachdem aber Intel die Technik mehr oder minder nur auf das gesamte eigene Portfolio "beschränkt", kommt der Software die eigentliche Rolle zu. Sollte nicht Microsoft hier der Marktschreier sein? Sollte nicht Microsoft die Fähigkeiten des Media Centers anpreisen, die Möglichkeiten (*hüstel*) des DRM-Systems, die Anbindung von Drittanbietersoftware an die Oberfläches des Media Centers?

Stattdessen spielt sich Intel auf als Anbieter einer Plattform, die alles mögliche können soll. Aber wo ist denn die Software, die all das möglich macht? Intel preist seine großen Partnerschaften an. Musikdownloads über AOL, Videodownloads über Connect, Filme per ClickStar, Photobearbeitung mit Adobe Photoshop Elements (wie auch immer eine solche Anwendung hier herein passt). Aber wo ist das verbindende Element? Wo ist der eine geniale Clou an der Geschichte, die all diese Möglichkeiten, die man allesamt auch ohne Viiv haben kann, eben auf eine neue "Bequemlichkeitsstufe" heben, die aus viiv tatsächlich eine Plattform machen, ein greifbares Produkt, oder wenigstens eine klar umrissene "Idee"?

Wie bedient man einen viiv? Ist nicht gerade die Bedienung einer solchen Plattform ein ganz entscheidender Punkt? Nachdem jeder an einen Wohnzimmer-Rechner wohl unterschiedliche Ansprüche stellt, Intel durch seine Murks-Hardware-Definition sichtlicherweise eine Fülle unterschiedlichster Geräte forcieren möchte (was nicht prinzipiell schlecht ist), wäre dann nicht der Bedienungsansatz jener gemeinsame Nenner, den die Plattform braucht, um sich definieren zu können?

So aber bleibt dieser gemeinsame Nenner höchstens "Windows Media Center Edition". Ohne jetzt darauf eingehen zu wollen, was MCE alles kann oder nicht, und ob es das gut kann oder nicht -- Was unterscheidet einen jetzigen PC mit MCE von einem Viiv-Rechner mit MCE? Der Aufkleber?

Wo ist die Substanz hinter Viiv? Wo ist das Neue hinter Viiv? Wo ist das Konzept? Intel will wie immer eine breitflächige Bombardierung vornehmen, selbst im Wohnzimmer den "eierlegende-Wollmilchlsau"-Ansatz nicht aufgeben und mit bunten Aufklebern einen Standard vorgaukeln, mit dem man hausieren gehen kann. In Microsoft suchen sie sich den Hauptpartner, der das eigentliche Gesicht für Viiv in Form der MCE liefert, welches aber wiederum nur eine Verkleidung ist für ein Sammelsurium unterschiedlichster, keinem einheitlichen Standard, keiner gemeinsamen Idee folgenden Dienste darstellt, die von tausend verschiedenen Firmen gestellt und supportet werden, von denen alle ihre eigenen Ideen haben werden, wie der User durch das Angebot zu navigieren hat. Interaktion? Integration? Gar Innovation?

Wenn man nur nahe genug an Viiv heranzoomt und "messen" will, ist es nicht nur unscharf, sondern sogar überhaupt nicht mehr vorhanden.

Kommentare

Flo

Von: FuckinNick | Datum: 08.01.2006 | #1
Wie gibts das, dass man nen Artikel verfasst unter dem Motto: ich habe keine Ahnung wofür etwas gut sein soll.

Was Viiv ist, und wofür ist ziemlich klar.

Nur was hat Viiv eigentlich mit mac zu tun?

Und warum hat Apple eigentlich die Marke mac? Wofür ist das Gut?

Warum gibt es intel und zur Hölle verdammt, warum ist die Banane krumm!?

Aber schön wie sich Kai, Thyl und Flo hier outen

Von: FuckinNick | Datum: 08.01.2006 | #2
Warum seid ihr eigentlich nicht in SF, lassen die euch nicht ins Flugzeug?

Das Mysterium des Wortes "viiv"...

Von: Different | Datum: 07.01.2006 | #3
...gibt es garnicht.

Viiv spricht sich so aus wie man es liest, nämlich "weiv", reimt sich auf "five" und "live" (Hallo AMD!)

Jetzt mal weiter mit dem Intel-Bashing, aber was machen wir nur, wenn dieses "viiv" ab Dienstag auch in nem Macintosh steckt :o ;) ?

Different

viiv im Mac

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 07.01.2006 | #4
Das lässt sich ja kaum verhindern, kaum verschraubst du einen Core Duo, schon kommt viiv hinten bei raus (fast, ok, Chipsatz mit bestimmten Fähigkeiten fehlt noch und -- yippie! -- Windows Media Center geht gar nicht ;)

Wo ist da bitte Intel-Bashing?

Von: Stefab | Datum: 07.01.2006 | #5
Ich kann davon nichts erkennen. Viiv IST nun mal nicht klar definiert, was das eigentlich sein soll...

viiv oder sonstwas

Von: BvK | Datum: 07.01.2006 | #6
ist mir eigentlich egal.Dass aber der PC oder Mac Einzug gehalten hat in die Unterhaltungselektronik ist ja wohl unbestritten. Und dass wirklich niemand das übliche Computergefrickel haben will wenn man nur mal ein bisschen fernsehen oder musikhören will ist auch klar. Die Komponenten müssen sich einfach untereinander so verstehen das alles klappt wenn ich auf den Schalter drücke. Nicht ich soll das verstehen sondern meine Musik/Fersehanlage.
Wenn Viiv oder ähnlicher Kram das leistet ist das gut.
Gegenüber den Herstellern von Komponenten der Unterhaltungselektronik sind , bezogen auf die Bedienerfreundlichkeit, die Anbieter aus dem EDV Umfeld noch Lichtjahre zurück.
Extra Software ausser Strom aus der Wand sollte man für Devices eigentlich gar nicht brauchen müssen.

marketing

Von: bertzobert | Datum: 07.01.2006 | #7
Jegliche Diskussion über Marketing-Namensgebungen a la "Viiv", "Centrino" oder "Digital Hub" scheitern von vornherein am Sinn - es gibt nämlich keinen (ausser dem Selbstzweck des Marketings).

:-)

Viiv

Von: Different | Datum: 07.01.2006 | #8
Mit der Zeit redet man sich ja alles gut und schön, war es damals der Umstieg auf IBM PPCs, jetzt der Umstieg auf eine x86 Plattform.

Intel-Bashing deswegen weil für mich Centrino (dies nur als Beispiel) eben mehr war als Marketing, nämlich der Versuch in Sachen Notebooks viele Hersteller auf einen (kleinen) gemeinsamen Nenner zu bringen, wenns auch ein "Intel-Nenner" war.

Dass das "Viiv" Konzept uns einfach noch nicht klargemacht wurde liegt mir auch noch schwer im Magen, hatte da immer von dem Vorteil dieses "Instan-Ons" im Hinterkopf, booten innerhhalb von unter 10 Sek.. War wohl aber nur ein Traum.

Wenn es uns wer klarmachen kann dann Steve am Dienstag, wenn selbst er trotz verwendeter "Viiv" Architektur nicht genauer drauf eingeht, dann wars wohl wirklich nur heiße Luft

Switch Video (nur für WoWler ,-)

Von: ionas | Datum: 07.01.2006 | #9
[Link]

Intelbashing??

Von: raller | Datum: 07.01.2006 | #10
Nö, bei mir nicht. Ich finde erstmal alles gut, was mit OSX zu tun hat. Und wenn der Rechenknecht schneller und fähiger wird, ist es mir erst recht recht. Aber ich bin schon gegen Dinge ohne Inhalt oder schlimmer, Projekte ohne Ziel. Und da habe ich so meine zweifel, ob ViiV erkennbar eine Idee hat oder sogar einen Plan...
Raller

Mein Wunsch

Von: AAR | Datum: 07.01.2006 | #11
Um ehrlich zu sein, ich besitze eine DOSe, die schon etwas betagt ist. Ein ganz normaler AthlonXP ohne 64 Bit, ohne Dual Core oder Hyperthreading und mit rund 2GHz. Der steht zwar nicht im Wohnzimmer, aber übernimmt alle Entertainmentaufgeben. DVD schauen, TV, Musik, Fotos speichern usw. (Bis es kein xBook mit mind 150GB HDD gibt, werde ich ihn auch weiterhin dafür benutzen ;) Ich sehe nicht den Grund, weshalb ich einen Pentium Extreme für knapp 1000 Öcken kaufen soll, da selbst ein DVD Film in gut 150% seiner Spielzeit in DivX komprimiert wird. On-the-fly Kompression? Wozu? Damit ich den Film auf mein Handy streamen kann? Die einzige nette Funktion, die man für echtes HiFi-Anlagen-Feeling bräuchte wäre so ein Instant-On, damit man per Fernbedienung ohne zu booten auf die Film- und Musikordner zugreifen kann. Und vllt ein TV-Ausgang (den ich schon habe), damit ich nen Großen Fernseher versorgen kann. Aber mal ehrlich, was ich von Instant-Ons kenne ist eher ernüchternd. So gibt es zum Beispiel Laptops, mit denen man mp3s hören kann ohne zu booten. Allerdings kann dieser Instant-On-Chip nur mp3s im Ordner C:\mp3 finden. Was wäre, wenn man mehrere Partitionen hat(, was bei Windows nötig ist, weil man regelmäßig den Rechner platt macht,) und die Musiksammlung zu groß ist, als das man sie auf die Systemplatte kopieren könnte. (Solche Musiksammlungen haben den iPod groß gemacht.) Irgendwie ist es dann doch schöner Alles wie bisher zu machen. Bis irgenwer sich was WIRKLICH neues aus denkt. ...und soo lange booten Rechner ja auch nicht.

GEZ

Von: Stephan aus B. an der S. | Datum: 07.01.2006 | #12
Wo doch gerade bei Heise was zu GEZ-Gebühren auf UMTS-Handys steht, was ist denn dann mit Viiv-Rechnern, da könnte die GEZ ja gleich verlangen, dass man sich mit dem Kauf anmelden oder die Anmeldung nachweisen muss. Schließlich ist ja fernsehen eine Hauptkompenente im Anspruch des Wohnzimmer-Rechners.

Switch Video

Von: Donjon | Datum: 07.01.2006 | #13
Sehr witzig. ^^
Auch wenn die Mana und Health Totems leicht überschätzt werden. ;)

@ stephan berlin spree

Von: nico | Datum: 07.01.2006 | #14
gez ist fuer jeden internettauglichen pc faellig.
egal ob du schaust oder nicht.
und diese formulierung trifft dann wohl auf jeden halbwegs aktuellen pc/mac zu...

pfeif drauf

Von: fIlOsOf | Datum: 07.01.2006 | #15
viiv la france

oder so ähnlich (phonetisch) war der Gedanke

@Thyl:Genau so wird ein Schuh draus..

Von: raller | Datum: 07.01.2006 | #16
es fehlt der Sinn für neue Hardware! Für Normalos zuhause gibt es nur einen Grund,Kohle auszugeben: Die neuesten Spiele.Ansonsten ist die Innovationskraft der Industrie fast Null, und auch der letzte Depp hat verstanden, das er dafür keinen neuen Rechner braucht. Früher auf dem C64 hat meine Mutter immer gefragt, wofür wir den Computer eigentlich brauchen, und wir haben brav geantwortet: Für Hausaufgaben,Schule und so. Ihr kennt bestimmt noch die Werbung aus der Zeit, immer mit fleissigen Schülern, Matheheften und komischen Graphen auf dem Schirm.Meine Mutter war zu Recht skeptisch,war der C64 doch nur ne coole Gamestation mit echtem P2P aufm Schulhof. Also auch ohne echten Inhalt.
Genau da stehen wir wieder. PCs ohne wahre Aufgabe,DSL mit 6Mb/s nur fürs Filesharing,alles so schön bunt hier..
Und nun versucht Intel ohne eine Vision, einen neuen Bedarf herbeizureden, hat Nix ausser einem Namen und dem Lastenheft der Industrie, was alles dabeisein muß: Neue Chips für Intel,neues DRM für Hollywood,ein bischen was für die Internetprovider, auch Redmont mag mitspielen und die Handyprovider mit etwas Glück auch.Wo soll denn bei all den Geldverdiener noch das Kreative herkommen? Insgeheim schauen dann doch alle zu Apple in der Hoffnung, das dort etwas Neues geboren wird, damit es endlich eine Richtung gibt. Mal sehen, ob es klappt, nächsten Dienstag sind wir schlauer ;-)
Raller

Das Problem: Wohin mit der Rechenleistung?

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 07.01.2006 | #17
Früher kamen regelmäßig neue interessante Anwendungen und die Komplexität der Betriebssysteme stieg regelmäßig. Seit einigen Jahren jedoch ist da kaum noch was gekommen. Selbst bei MacOSX, man muss es leider sagen, ist für mein Gefühl ein nicht unerheblicher Teil der gegenüber NeXTSTEP notwendigen Mehrrechenleistung nicht auf maßgeblich vergrößerte Funktionalität zurckzuführen, sondern auf komplexere Bildschirmeffekte ohne Mehrnutzen. Und bei Windows tut sich eh nix seit Jahren.

Währenddessen stieg und stieg die CPU-Leistung weiter an. Das hat in den letzten Jahren zu der ulkigen Situation geführt, dass man immer öfter zu hören bekommt "mein alter Rechner reicht noch". Eine unglaubliche Situation, die vor 10 Jahren noch unvorstellbar war.

Also müssen die CPU-Hersteller neue Anwendungen erschließen, am besten solche, die viel Rechenleistung erfordern. Da diese im Bereich normaler PC-Anwendung nicht in Sicht sind (Spracherkennung, Übersetzung, bessere Applikationsintegration, bessere Dateisysteme) erfolgt jetzt halt mal wieder (ist nicht der erste Versuch) ein Angriff auf das Wohnzimmer.

Viiv = großer Bullshit

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 07.01.2006 | #18
Selten so eine vage Marketingkacke gelesen.
Damit wird Intel genauso baden gehen wie mit dem SSE, das "das Internet schneller macht" - damals dachte Intel ernsthaft, dass die Leute auf Basis von SSE irgend nen proprietären Internetscheiss entwickeln, sie haben damals P3-Rechner en gros an Entwickler verschenkt und niemand wusste, was Intel jetzt überhaupt genau von ihm will und keiner hat folglich auch irgendwas gemacht (hatten aber geile Lautsprecher dabei, mein Kumpel hat die heute noch! ;-).
Andere missglückte "Plattformisierungs"-Anstrengungen von Intel sind die PC20xx-Spezifikation die man jahrelang mit M$ pflegte, bis man es aufgab weil man einsehen musste, dass man den COM, LPT und PS/2 Kack wohl nie mehr los wird!
Centrino ist auch so ein Flop. Sicher, den Namen kennt dank Werbung jeder, aber KEINE SAU weiss, was das genau ist! Selbst bei Marketing-Grausamkeiten wie MMX wussten die Leute immerhin aus der Werbung, dass das "die Farben bunter macht" und "irgendwas mit Multimedia zu tun hat", bei Centrino wissen die Leute nur "das ist drahtlos" - und dass es dazu kein Centrino braucht sondern nur ne 30-Euro-PCMCIA-Karte vom Grabbeltisch hat inzwischen glaub ich sogar der letzte DAU mitbekommen!
Darüberhinaus weiss keine Sau, wie man "Viiv" überhaupt aussprechen soll, was für ein Depp denkt sich so nen Scheiss bitte aus? Windows Mediacenter, der zweite Versuch, jetzt von der Hardware-Seite aus? Was soll das bringen??

Sagen wir's mal so:

Von: Karl Schimanek | Datum: 07.01.2006 | #19
Nach allem was man bis jetzt weiß (nämlich nix) schon.

Also

Von: ElRhodeo | Datum: 07.01.2006 | #20
Also mal im Klartext: Viiv ist ein blöder Scheiß, über den man sich nur ärgern kann. Marketing-Sülze.

Viiv tut etwas?

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.01.2006 | #21
"Viiv" konvertiert alles so, dass es überall "passt" und benutzt dafür ein eigenes Zwischenformat.

Und warum ist von dieser Software nirgends die Rede? Oder von dem irgendwas, das dieses Konvertieren vornimmt? Auf Intels Seiten steht gar nichts davon?

So ergäbe das Konstrukt einen Sinn, aber die Killeranwendung, die alles in alles konvertiert, die möchte ich erst mal sehen.

An dieser Art Integration scheitert (in Details) seit Jahrzehnten jede Enterprise Application.

Hmmm.... Transkodieren

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.01.2006 | #22
Aha, nuja, viiv-Geräte sollen eine Art "Media Server Engine" enthalten, mithilfe derer Content verteilt werden kann. Das ist im Prinzip also ein kleines Helferlein, welches wohl im Media Center integriert ist (oder im MediaPlayer), der den Content in einen Container verpackt und das DRM unangetastet lässt (so dass das DRM auf dem empangenden Gerät erhalten bleibt).

Mit "Konvertieren in alles, dass es passt" hat das wenig zu tun. Der Container ist so proprietär wie zuvor der Content. Und im Container ist nur möglich, was das DRM vorher zulässt. Hat man Content auf seinem viiv, der nicht verteilt werden darf, dann verpackt viiv auch nichts. Und abspielen kann diesen Content nur, wer den Container von viiv versteht.

Yippiyahey.

Oder...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.01.2006 | #23
Und abspielen kann diesen Content nur, wer den Container von viiv versteht.

Oder, falls die Engine tatsächlich on-the-fly kodiert, dann empfängt eben nur, wer das kodierte Format versteht. Über dieses Format lässt sich Intel aber bislang wohl nicht aus.

Wenn du....

Von: dermattin | Datum: 06.01.2006 | #24
...das mit dir ausdiskutiert hast, magst du uns abschliessend darüber informieren? Würd mich interessieren ;)

Die Suche in Google...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.01.2006 | #25
ergibt zu viiv und Transkodieren nicht viele Ergebnisse. Heise spricht nur generell davon, dass Intel davon profitiert, wenn alle Welt Intelchips kauft, die "Multimedia-Inhalte transkodieren kann". Und bei einem weiteren Eintrag heißt es nur:

Um die Inhalte auch auf andere Gräte im heimischen Netzwerk verteilen zu können, verfügen Viiv-Geräte über eine integrierte Media-Server-Engine, die Inhalte "on-the-Fly" umkodieren soll. Inhalte sollen sich so leicht von einem Gerät auf ein anderes schaffen lassen, trotz DRM wofür DTCP sorgen soll.

Ein on-the-fly Umkodieren lässt sich nun interpretieren. Ein Verpacken in einen Container wäre da noch das denkbarste, wie ich meine, da alles andere einen viel zu hohen Rechenaufwand bedeuten würde. Ein Container wäre hingegen verhältnismäßig simpel, ließe sich verschlüsseln, und DRM leicht dranhängen. Ein Kodieren in ein dem Empfänger angepasstes Format hingegen wäre wesentlich komplizierter (bis unmöglich) und sehr supportaufwändig (hunderte von Möglichkeiten, ständig veränderte Empfänger, todbringend ;). Mit dem Container ist Intel fein raus: Sie entwickeln nur dieses "Zwischenformat", schauen, dass man damit alles verpacken kann, sorgen sich um die Verschlüsselung (die Ziel von Hackern sein wird, da die offensichtliche Schwachstelle) und fertig. Dann ist es an den HErstellern aller anderen Empfänger, dass sie den Container wieder entpacken können.

Denn momentan ist es so, dass viele Inhalte mit vielen Geräten nicht kompatibel sind. Man kauft ein Video für das TV, überspielt es aber dann auf ein mobiles Device. Viiv sorgt dafür, dass das klappt.

Genau das wäre dann eigentlich _nicht_ der Fall. viiv könnte zwar verteilen, aber eben nur innerhalb der viiv-Welt.

Alles ohne Gewähr. Wahrscheinlich weiß Intel selbst nicht, wie das gehen soll ;) Da es kaum erwähnt wurde in den Medien (heise zum Beispiel), aber gleichzeitig der Schlüssel der gesamten Plattform wäre, habe ich so meine Zweifel, dass diese "Technik" bereits existiert.

Flo:

Von: Karl Schimanek | Datum: 06.01.2006 | #26
Jetzt hör doch endlich auf alles schlecht zu machen ;-D

Schon damals hat der Pentium4 das Internet bunter gemacht ;-)

Das ist doch...

Von: dermattin | Datum: 06.01.2006 | #27
"Genau das wäre dann eigentlich _nicht_ der Fall. viiv könnte zwar verteilen, aber eben nur innerhalb der viiv-Welt."

Das ist imho der Sinn von viiv. Eine Medienplattform zu sein, in der sich alle beteiligten Geräte verstehen bzw. durch viiv zusammengehalten geführt.

Hersteller können jetzt viiv ready werden und sich so einen hübschen Aufkleber draufpappen lassen...

Aufpapper

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.01.2006 | #28
Aufpapper lasse ich als Existenzgrund nicht gelten ;) Dass eine solche Plattform in erster Linie zu Marketingzwecken existiert ist mir freilich klar, aber dass es auch nicht mehr ist (resp, um bei der Wahrheit zu bleiben, ich nach meinem Wissensstand darin nicht mehr erkennen kann) wollte ich nur mal nochmal erwähnt haben mit diesem Artikel.

Immerhin ist das Home Entertainment durchaus ein Thema, das für Apple hochinteresant ist bzw. das in der Mac-Welt hochinteressiert diskutiert wird...

Marke

Von: Mirco | Datum: 06.01.2006 | #29
Was Viiv soll, war mal im Sommer in einer Sendung von Mac-TV zu sehen.

"Viiv" ist eine Marke. Etwa vergleichbar mit "Centrino". Centrino bot auch nichts, was man nicht auch ohne Centrino bekommen konnte. Es war eine Marke für bestimmte stromsparende Laptops mit WLAN. Aber den Aufkleber gab es nur, wenn der Hersteller des Laptops sowohl den Prozessor als auch den Chipsatz und das WLAN-Modul bei Intel bestellte.

Bis dahin war es nämlich so, dass die Hersteller zwar den Prozessor bei Intel gekauft haben, aber nicht zwangsläufig auch den Chipsatz und die Netzwerk-Komponenten. Und das wollte Intel ändern. Also machten sie die Marke "Centrino" bekannt als Erkennungszeichen für diese modernen, drahtlosen Laptops. Die Kunden verlangten plötzlich nach "Centrino", und Intels Plan ging auf. Die Hersteller orderten fleissig die notwendigen Komponenten bei Intel, die sie genauso gut woanders hätten ordern können.

"Viiv" ist im Grunde ähnlich. Es garantiert dem Kunden, dass der Computer eine bestimmte Art von Anwendungen ausführen kann. Intel behauptet nicht, dass man es nicht auch ohne den Aufkleber könnte.

Intel wird enorm viel Geld ausgeben, um "Viiv" bekannt zu machen. Viele Kunden werden dann eben lieber einen "echten" Viiv-PC kaufen, obwohl ein Exemplar mit Technik von AMD (oder gar ein Mac) das gleiche kann (oder mehr).

Intel schafft also eine Marke, um eine Nachfrage nach Intel-Technik zu schaffen.

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"Viiv" ist aber nicht nur ein Aufkleber für eine bestimmte Kombination von Chips mit einer bestimmten Art von Windows. Sondern es ist ein Konzept, beliebige Inhalte (Musik, Videos, Fotos...) auf beliebige Geräte (TV, Handy, mobiles Musikgerät...) zu übertragen. "Viiv" konvertiert alles so, dass es überall "passt" und benutzt dafür ein eigenes Zwischenformat. Dabei bleiben DRM-Informationen erhalten.

Das ist funktional eine gute Sache. Denn momentan ist es so, dass viele Inhalte mit vielen Geräten nicht kompatibel sind. Man kauft ein Video für das TV, überspielt es aber dann auf ein mobiles Device. Viiv sorgt dafür, dass das klappt. Gegenbeispiel: Ein Songs aus dem iTMs läuft nur auf Apples eigenen Produkten, nämlich dem iPod und iTunes. Das ist nicht gerade komfortabel.

Es geht also nicht nur um PCs, sondern um eine ganze Welt von Geräten, die durch Viiv miteinander kompatibel werden sollen.

Anders als bei Apple ist die Viiv-Plattform lizenzierbar. Jeder Hersteller von Geräten und jeder Anbieter von Content kann mitmachen, wenn er möchte. Für den Kunden ist das natürlich besser als Apples zickige Blockadehaltung.

Die Sendung, aus der diese Infos stammen, ist sicher noch im Archiv von Mac-TV zu finden.

Aussprache

Von: cuby | Datum: 06.01.2006 | #30
Angeblich soll man Viiv wie "vive" im Französischen aussprechen. Auf die Idee kann aber wohl nur ein Amerikaner kommen ;-).

Noch vier Tage bis zur MacWorld Expo und die Spannung steigt... Und passend dazu hat der Akku von meinem TiBook den Geist aufgegeben... ein Zeichen? :)

ja

Von: snc | Datum: 06.01.2006 | #31
Ja, die Spannung steigt...
und rechtzeitig zur MacWorld Expo ist der apple store Luxembourg onlin...ein Zeichen?

Was Viiv kann, findet man hier...l/i

Von: jochen | Datum: 06.01.2006 | #32
[Link]

Jochen

Fast...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 06.01.2006 | #33
Das sieht man, was es können _soll_. An sich müssten einfach nur alle diese "Partner" ein MCE-Plug-in zur Verfügung stellen, und fertig. Oder besser: Etwas anderes kann es gar nicht sein, denn wo kein MCE Plug-in, da kein Dienst.