ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4070

Nikon bricht ein

Streichkonzert (a la Trash)

Autor: thyl - Datum: 12.01.2006

Man muss Nikon hoch anrechnen, dass sie ihre Tradition aufrecht gehalten haben und nicht nur nach dem Mainstream poliert haben. So wurde die F3 noch gebaut, als ihre erklärte Nachfolgerin F4 schon der F5 gewichen war. Und als die F3 eingestellt wurde, gab es gegen jeden Trend zum Trost noch eine voll mechanische Kamera, die FM3a. Auch, und den S3 Nachbau, der bei vielen Menschen Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der berühmten Messsucherkameras von Nikon aufkommen ließ. Das Programm an manuell zu fokussierenden Objektiven schrumpfte zwar immer mehr (von einstmals über 80 Objektiven), aber es gab doch noch einiges.

Nun hat sich Nikon den Marktbedingungen gebeugt. Vermutlich sind die Investitionskosten, um im Digitalgeschäft aktuell zu bleiben, so hoch, dass man sich keine "Hobbies" mehr leisten kann. Vielleicht ist auch der Druck von unten durch Photo-Handys zu groß?
Das Gemetzel:
-Einstellung der filmbasierten Kameras, bis auf die erst ein Jahr alte F6 (und die FM-10 in bestimmten Märkten)
-und des Zubehörs dafür
-Einstellung der manuell zu fokussierenden Objektive bis auf einen Rest von neun.
-Einstellung der Objektive für Großformatkameras
-Einstellung der Vergrößerungsobjektive

Nikon scheint ja recht viel Zutrauen in die Qualität ihrer Autofokus-Objektive zu haben. Mmmh.

Kommentare

..und der Rest???

Von: f-graf | Datum: 16.01.2006 | #1
Also, zum KB-Hickhack: Das was Canon macht ist einfach geschickte Politik. Erst eine *unschlagbare* Kamera auf den Markt werfen (Vollformat-Chip, A3-Auflösung - so wie es Fotografen und Druckvorbereiter gerne haben), dann großmäulig bewerben (Canon sieht die Kamera als Konkurenz zur MF-Kamera!) und so erst mal die Kamera in den Markt drücken. Auch, weil Nikon das ganze verpennt hat.
Jetzt, wo auch Nikon begriffen hat wie man die bessere Kamera (wenn auch ohne Vollformat-Sensor) baut ist der Kuchen verteilt.
Aber: was ist mit den guten Vergrößerungsoptiken und den GF-Optiken? Im Prinzip ist das ja die optische Abteilung von Nikon. Und soviel ich weiß sind die Scanner von Nikon auch wegen der Optiken so gut.

Ach, P.S.: an meiner Canon sind Zeiss-Optiken.

"Keine analoge SLR für Einsteiger"??

Von: Kabe | Datum: 13.01.2006 | #2
Noch *nie* gabe es dermaßen viele gute Analogkameras so billig gebraucht zu kaufen, eben weil alle umsteigen.
Der Markt ist halt größtenteils weg, da kann Nikon die Kunden nicht zum Kaufen zwingen.

Kabe

Schon mal ein 2,8/17-55 an Deiner Nikon gehabt?

Von: Stephan Fürnrohr | Datum: 13.01.2006 | #3
...das ist nämlich wirklich saugut, sowohl optisch als auch mechanisch. Lass Dir das von einem langjährigen (und analog immer noch) Contax/Zeiss-Fan sagen.
Bei Canon ist momentan generell das Problem, dass die Spitzenmodelle (1DsMkII) im Verdacht der Kundenverarschung stehe: Canon muss selbst wissen, dass Ihre Scherben keine 16,7 MP Auflösung bedienen können. Dazu das Vollformat-Problem: Randabfall mit fast jedem Objektiv. Ein Kumpel hat nach einem direkten Vergleich mit meiner D2X umgehen die logische Konsequenz gezogen und seinen ganzen Canon-Kram (ne 8000 € 1Ds MkII + Linsen) verhökert und ist auf Nikon (in der besagten Kombi D2X + 2,8/17-55) umgestiegen. Eigentlich wären Zeiss-Linsen mit Canon-Bajonett viel sinnvoller - wieviele Canonians warten verzweifelt auf ein gutes WW?

Auf die ZF-Linsen schaue ich mit Spannung....mal sehen, was da schönes kommt. Obwohl das 1,4/85 Nikkor eigentlich auch nicht zu verachten ist. Aber im direkten Gegenlicht ist das Zeiss Planar mit T*-Vergütung einfach unschlagbar. :-)

Ciao,
Stephan

@Tambo

Von: Stephan Fürnrohr | Datum: 13.01.2006 | #4
"N.B: am EOS-mount lassen sich - da grosses Anlagemass - Leica, Nikon, Contax, Zuiko, Zeiss und Pentax M42- montieren."

Das An- oder Auflagemass bezeichnet den abstand deder Bajonettebene von der Filmebene. Ein zu grosses Auflagemass verhindert, das Objektive mit kurzem Auflagemass adaptiert werden können (z.B. bei Nikon) - denn dann kann man nicht mehr auf undendlich einstellen. Das Anlagemass von Canon ist demnach eher kleiner, da es verschiedene Adaptoren für Fremdlinsen gibt.
Ok, Erbsenzählerei ;-)

Ciao,
Stephan

@ Stephan

Von: mac_nick | Datum: 13.01.2006 | #5
Das 17-55 ist saugut. Momentan mache ich eine Menge damit. Sehr universell...
Auch eine Empfehlung meinerseits: Das 12-24ziger DX. Ist zwar lichtschwächer, aber bei Außenaufnahmen knackescharf!

Gruß

@mac_nick

Von: Stephan Fürnrohr | Datum: 13.01.2006 | #6
D'accord!

Das 12-24 ist phänomenal. Verzeichnung zwar leider nicht vergleichbar mit Zeiss-Festbrennweiten, aber insgesamt eine tolle, wirklich sehr (rand-)scharf zeichnende Linse.

Ciao,
Stephan

Ja, schade

Von: macsmac | Datum: 13.01.2006 | #7
Schade ist es schon, aber logisch. Die digitalen SLRs werden immer günstiger und teils auch professioneller (für ambitionierte Amateure). Nur noch wenige Amateuere gehen in die Dunkelkammer oder wollen 24h auf ihre Bilder warten und dank guter Grafikprogramme eröffnen sich neue Dimensionen ohne Qulatitätseinbußen durch scannen.
Ich selbst nutze noch meine FE-2 und meine F90. Für mich gehört die Arbeit im s/w Labor zum Hobby und auf Farbabzüge warte ich auch gern, ohne mir Gedanken über Papierkosten (30x40) machen zu müssen.
Die Gemeinde spaltet sich so langsam aber sicher und die "Analogen" werden zusehens weniger. Nikon reagiert nur auf die Kunden, weiter nichts. Einziger Wehrmutstropfen bleibt, dass es keine analoge SLR für Einsteiger (unter 500€) mehr geben wird.

@Gasp: Ultrasonic

Von: trial&error | Datum: 12.01.2006 | #8
natürlich habe ich schon von Ultraschall-Motoren gehört und weiß, dass ich dabei nicht gegen wer-weiß-was-für-einen Widerstand andrehen muss.
Ich meinte aber genau den umgekehrten Fall: damit es der Motor leichter hat (und nicht, damit ich es leichter gegen den Motor habe), sind die Objektive leichter (und leichtgängiger) gebaut. Und genau das mag ich an den "Neuen" nicht.

@tambo

Von: Dirk (MacGuardians) | Datum: 12.01.2006 | #9
Also, daß die Digis nicht so hoch auflösen können, ist Quatsch. Genau andersherum wird ein Schuh draus. Mit vielen Sensoren hat man das Problem, daß die Linsen nicht gut genug gerechnet sind. Und ja, ich meine auch sündhaft teure und gute!

@ Dirk

Von: tambo | Datum: 12.01.2006 | #10
>Zu Beginn der Digi-ära...<
hatte ich geschrieben.

Heute, mit den Hochauflösenden sind die Scherben der Flaschenhals, weshalb ich an meiner 1 Ds-2 15-jährige Zuiko- und Zeissobjektive verwende.
N.B: am EOS-mount lassen sich - da grosses Anlagemass - Leica, Nikon, Contax, Zuiko, Zeiss und Pentax M42- montieren.

@struffsky

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 12.01.2006 | #11
Hechel hechel hechel hechel....

[Link]

Von: tambo | Datum: 12.01.2006 | #12
n/T

Zeiss Objektive kommen doch

Von: struffsky | Datum: 12.01.2006 | #13
Am 18. Januar wird Carl Zeiss ZF-Objektive vorstellen. Vermutlich handelt es sich um Optiken für Nikons F-Bajonett. Da kommen leckere manuelle Objektive, die es bisher nur für Contax gab. Ist das nicht schön?

Ich hasse Nikon!

Von: Applemac | Datum: 12.01.2006 | #14
Kupfern wie Microsoft alles ab, sind mit allem die letzten und die Qualität der analogen Kameras war bescheiden. Erinnere mich gut an die ersten Gehversuche mit Autofokus, die Dinger waren laut, wie wenn Sand im Getriebe war. Scheiß Bedienung. Heute nicht besser, die Software ist zum Grausen, Windows like bis zum Abkotzen. Da schätze ich die analoge Minolta Dynax 9xi, ein Traum von einer Kamera, die bis heute brav ihren Dienst tut. Wenn heuer die Dynax 9D kommt (die Gerüchte Küche spricht von 14 MP), dann wird auch bei mir das digitale SLR Zeitalter beginnen ... garantiert ohne Nikon Käse für Erzkonservative.

Kritik an Nikon...

Von: mac_nick | Datum: 12.01.2006 | #15
ist schon ok. Nur muss man da schon mit was Anderem kommen als mit einer museumsreifen Dynax 9xi. (Ebay 200€ max. ,-)). Mindestens mit Canon...
Ich finde schon meine Nikon D1X macht Aufnahmen deren Quali eindeutig besser ist als Film. Die D2X ist ein Megahammer. Aber wer heute noch analog fotografiert kann das natürlich nicht beurteilen....

manuell...

Von: donfritzl | Datum: 12.01.2006 | #16
... fokussieren ist durchaus ein wichtiges Feature bei ner Spiegelreflex-Optik obwohl natürlich in der Regel der Autofocus schneller und genauer und praktisch ist. Ich hab ja ne Canon und da ist so manches neuere Objektiv schon sehr "leichtgängig" sach ich mal - in der manuellen Bedienung. Da liegen meine alten vollmechanischen Contax-Objektive schon anders in der Hand.
Die Testseite kenn ich auch und bin immer wieder erstaunt wie nahe da gut und böse zusammenliegen.
So wie ich das einschätze sind die Handykameras eher die Konkurrenz für die kleineren Automatik-Knipsdinger. Bei den Spiegelreflexkisten isses vermutlich so, daß der Bedarf analogen Kameras so ziemlich gesättigt ist und der Gebrauchtmarkt wegen Digitalumsteiger sehr umfangreich und günstig ist. Die Preishürde für ne digitale Spiegelreflex ist mindestens dreimal so hoch wie bei analog. Da überlegt sich der ambitionierte Hobbyfotograf schon ob er kauft oder nicht - und gerade diese Kundengruppe hat früher die Stückzahlen im Verkauf gebracht.

@Gasp

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 12.01.2006 | #17
O.K., da hast Du eine Begründung verdient, das sehe ich ein. Ich habe vor zwei, drei (?) Jahren eine schwedische Website gefunden, mit Testberichten zu Objektiven. Die hatten ein einfaches Bewertungsschema mit 1 bis 5 Punkten (schlag mich tot, aber ich finde die Website nicht mehr, obwohl ich sie auch gebrauchen könnte). Von einer Fotozeitschrift, glaube ich. Dank der großen Zahl von Objektiven konnte ich eine Statistik erstellen über die durchschnittliche Qualität der Objektivserien der einzelnen Hersteller. Da führten mit deutlichem Abstand Zeiss (Contax) und Leica; beide praktisch gleich gut, schon das für sich ein interessantes Ergebnis, wenn man den Preisunterschied bedenkt. Nikon lag da deutlich drunter und nur einen Hauch vor Canon. Das hatte mich zunächst überrascht.

WENN MAN ABER nur den Durchschnitt der Manuellfokusobjektive von Nikon nahm, lag dieser Wert auf einmal nur noch dicht unter den Spitzenreitern Contax und Leica. Daraus kann ich nur folgern, dass die AF-Objektive den Durchschnitt gesenkt haben, also nochmal deutlich schlechter waren.

Es gibt im AF-Bereich von Nikon allerdings auch die "Hammerschlag"-Objektive, die wohl sehr gut sind, aber das ist nur eine kleine Gruppe.

Der Motor es leichter hat?

Von: Gasp | Datum: 12.01.2006 | #18
Schonmal von Ultrasonic Motoren gehört? Solche Objektive lassen sich auch manuell leicht aber präzise bewegen. Und man muss nicht mal den Autofocus abschalten wenn man nicht will, kann nix kaputt gehen.

Investitionskosten und

Von: tambo | Datum: 12.01.2006 | #19
>Vermutlich sind die Investitionskosten, um im Digitalgeschäft aktuell zu bleiben, so hoch, dass man sich keine "Hobbies" mehr leisten kann. <

Das ist sicher ein Grund; der zweite:
Nikon setzt einfach nicht mehr so viel um, da ja auch bei den grossen digis recht viele geswitcht sind. Ein Marktleader kann die Invest-kosten viel leichter einfahren; Nikon hat seine einstige Position verloren.

Zeiss für Nikon kommt ja bald

Von: Gasp | Datum: 12.01.2006 | #20
Dann kannst Du nochmal probieren, ob es an manuell oder doch eher am Hersteller liegt oder einfach nur am Preis :-)

testsite

Von: tambo | Datum: 12.01.2006 | #21
Die testseit heisst [Link]

Digi-ära & Scherben

Von: tambo | Datum: 12.01.2006 | #22
Zu Beginn der Digi-ära wurden kaum mehr gute Scherben gebaut, da die Sensoren gar nicht so viel auflösen konnten.

@Gasp

Von: trial&error | Datum: 12.01.2006 | #23
ja, es ist "schlechter", jedenfalls meiner sehr subjektiven Meinung nach. Natürlich nicht optisch, aber es fühlt sich einfach anders an als ein dediziert manuelles Objektiv. Damit es der Motor leichter hat, sind die Gewinde nicht so schwer und satt gefettet.
Kann sein, dass sich da in den letzten Jahren was getan hat, aber solange ich noch manuelles Zubehör für meine (auch längst eingestellte) SLR kriege, kommt mir nix automatisches ins Haus, auch nicht abschaltbar.

Blöder Kommentar

Von: Gasp | Datum: 12.01.2006 | #24
Ein Objektiv ist schlechter weil es (abschaltbaren) Autofocus hat? Kann das der Autor logisch begründen?

Und ja, Handykameras waren sicher eine Konkurrenz zu analogen Nikon SLRs.

Aua.