ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4099

Schaut iTunes in Deutschland nur hinterher?

Musicload beansprucht deutliche Marktführerschaft

Autor: flo - Datum: 25.01.2006

Drüben bei Onkel Heinz kann man lesen, dass sich der deutsche T-Online-Dienst Musicload an den 15 Millionen Downloads des letzten Jahres erfreut -- gestützt auf den IFPI:06 Digital Music Report. Laut diesem wurden in Deutschland im letzten Jahr 21 Millionen Songs von den diversen Diensten heruntergeladen. Dabei läge Musicload vor iTunes und AOL. 21 Millionen? Berauscht von 3 Millionen Downloads pro Tag, die laut Apple derzeit weltweit über iTunes geladen werden, klingt das mehr als bescheiden, insbesondere wenn für iTunes in Deutschland auf den ersten Blick ja nicht mehr als 6 Millionen Songs pro Jahr herauszuspringen scheinen. Doch traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Die IFPI zählt etwas anders als etwa Apple: Die IFPI unterscheidet zwischen "Single Track Downloads" und "Album Downloads", während Apple einfach alle verkauften Titel zählt. Wie Musicload zu zählen beliebt bleibt offen. In den 15 Millionen seien laut Musicload 1,5% (also 225.000) Free Songs enthalten -- die erscheinen wahrscheinlich auch nicht in den IFPI-Statistiken, jedoch garantiert bei Apple.

Der Report liefert zwar einige Zahlen, jedoch keine vollständigen Statistiken. So erwähnt die IFPI lediglich die Zahl von 21 Millionen Downloads in Deutschland, was nach IFPI-Lesart wohl einzelne Tracks meint. Zahlen zu verkauften Alben gibt es nicht -- jedoch für die USA: Dort wurden im Jahr 2005 353 Millionen Einzeltracks verkauft und 16 Millionen Alben. Daraus ergibt sich ein Alben-Anteil von 4,5% gemessen an den Einzeltracks. Für Deutschland alleine würde dies knapp 1 Million Alben zusätzlich bedeuten, nimmt man nur 10 Tracks je Album ergäbe sich eine Gesamtdownloadzahl von 31 Millionen Titeln -- und schon sehen Musicloads 15 Millionen Songs zwar immer noch gut, aber nicht mehr so dominant aus.

Für ganz Europa hat die IFPI 62 Millionen Einzeltitel gezählt, davon entfallen alleine 55 Millionen oder 89% auf UK (26), Deutschland (21) und Frankreich (8). Weltweit sollen in 2005 419 Millionen Einzeltitel online gekauft worden sein. Bei 353 Millionen für die USA und 62 Millionen für Europa bleiben so nur noch gerade 4 Millionen für den Rest der Welt.

Aber zurück nach Deutschland und den Zahlen dort. Laut IFPI-Zahlen ergibt sich für Deutschland ein Anteil von rund 34% (21 von 62 Mio Titel). Ende letztes Jahres erreichte iTunes Europa die 100-Millionen-Grenze -- rund 18 Monate nach der ersten Eröffnung. Geht man nun auch hier von einem 34-prozentigen Anteil des deutschen iTMS aus, so ergäben sich 34 Millionen Titel in 18 Monaten. Ob diese Zahl realistisch ist, ist schwer zu sagen, da es den iTMS DE länger gab als viele weitere europäischen Stores. Zugleich muss jedoch der von der IFPI errechnete Anteil keinesfalls den iTMS-Anteilen entsprechen. Trotzdem: So gerechnet würden sich für den deutschen iTMS über 22 Millionen Downloads in 12 Monaten ergeben -- mithin mehr als bei Musicload.

Aber so recht mag das nicht mit den IFPI-Zahlen zusammenpassen, denn selbst wenn die Gesamtzahl von über 37 Millionen Einzeltiteln durch die Hinzurechnung von Alben erreicht werden könnte, so bliebe für weitere Mitbewerber gar nichts mehr übrig. Und laut der letzten W3B-Studie vom Frühsommer letztes Jahres hatte AOL einen nicht viel kleineren Anteil als iTunes. Rechnen wir also als leicht fortgeschrittenes Milchmädchen fröhlich weiter, dass sich iTunes und AOL das, was Musicload übrig lässt, im Verhältnis 55:45 aufteilen, so blieben für den iTMS grob zwischen 9 und 12 Millionen Titel (einmal gerechnet auf ein Gesamtvolumen von 31, einmal von 37 Millionen Titel).

Nach dieser kurzen Dreisatzeinlage bleibt am Ende Musicload vorne, allerdings nicht mit so großem Vorsprung, wie es die "15 von 21 Millionen" auf den ersten Blick implizieren würden.

Kommentare

iTunes Musik

Von: pm | Datum: 25.01.2006 | #1
Also was da die Marktforscher publizieren war zu erwarten. Die zentraleuropäischen Märkte sind viel konservativer als die USA. Wenn wir die 21 Mio. Songs noch runterbrechen im Verhältnis 10:1 für ein Album ergibt das 2 Mio. CD's, das ist nicht der Markt aber schon ein sehr grosser Hit.
Es gibt einfach zuviele gute Audio-Hörer die sich mit der minderen itunes Qualität nicht anfreunden können und die auch viel Geld in CD Sammlungen und Geräte investiert haben.
Die kaufen die Sachen ja nicht doppelt.

Es wäre etwas völlig anderes wenn die Musik ein Format wie HD TV anbieten könnte, da qualtitativ deutlich über der CD liegt. Offensichtlich ist dies für einige Zeit noch nicht möglich.
Die Jazz Sektion im itunes Store ist kleiner als beim Musikhändler um die Ecke. Von Klassik, und das ist ein Thema, ganz zu schweigen. Die Bartolis, Mutters und wie die alle heissen kommen auf hohe Stückzahlen und das bei Aufführungen in mehrfacher Form.
Ich habe keine Ahnung wieviel La Traviata und La Boeheme CD's Varianten auf dem Markt sind.

Gemischte Gefühle

Von: SC | Datum: 25.01.2006 | #2
Für den Musik-Konsumenten ist iTunes sicher eine feine Sache. Jeder Song schön übersichtlich für 0,99 €.

Für Labelbetreiben und Musiker, die nicht mit einer Mischkalkulation a la "Geld verdienen mit dem iPod und die Musik teilweise (wenn es denn stimmt) mit Verlust verkaufen" arbeiten können, ist iTunes eine Katastrophe.

kein minusgeschäft ...

Von: kw (MacGuardians) | Datum: 25.01.2006 | #3
Zumindest für Labels ist es Kein Minus Geschäft Musik im iTMS zu verkaufen, wenn man diversen Statistiken der MI selbst vertrauen kann liegt hier sogar der bereich des größten Gewinnmarktes, da Kosten für medien, Datenträger und vertrieb der gleichen entfallen.

Labelbetreiber

Von: pm | Datum: 25.01.2006 | #4
Aus meiner Sicht ist das kleine Label schon benachteiligt, weil der itunes shop klar das Rosinenpicken bevorzugt.
Wenn ich aber sehe, dass heute Bands mehr Geld mit Videos verbraten als im Studio oder auf Tour gibt es mir klar zu denken.
Hinzu kommt, dass X-Bands versuchen ein "Konzeptalbum" anzufertigen, obwohl die noch nicht mal wissen was ein Konzept ist.
Labels müssen klar wieder mehr Risiko nehmen und vor allem viel schneller produzieren. Wie z.B "Kind of blue" Miles Davis innerhalb von 3 Tagen. Ein Grossteil der heutigen klassischen Jazz und Bluesmusik wurde schnell produziert, zugegeben machmal zu schnell.
Aber dass jede Durchschnittsband glaubt wie die Beatles Zeit zu haben ist nicht.

Muss ich ...

Von: Dr.Evil | Datum: 25.01.2006 | #5
.. den Satz verstehen?:

"Für ganz Europa hat die IFPI 62 Millionen Einzeltitel gezählt, davon entfallen alleine 55 Millionen oder 89% auf UK (26), Deutschland (21) und Frankreich (8"

Ja, Evil

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 25.01.2006 | #6
62 Millionen insgesamt Europa
55 Millionen UK+DE+FR
davon wiederum 26 Mio UK, 21 Mio DE, 8 Mio FR,
und 55 Mio von 62 Mio entspricht 89%.

Sollte man verstehen ;)

ahh ...

Von: Dr.Evil | Datum: 25.01.2006 | #7
... merci. Da kam ich nicht hinter ;)

Angebots

Von: Snaro | Datum: 25.01.2006 | #8
Was ich bei iTunes nun wirklich nicht verstehe ist, warum die Auswahl zwischen den einzelnen Länderstores so schwanken muss. Es gibt eine Reihe an Liedern, die in UK verfügbar sind, aber nicht in den USA oder gar DE. Wieso? Mag ja sein, dass die Engländer wenig Interesse an Heidi Kabel oder Helge Schneider haben, aber warum soll man sie nicht trotzdem in den Katalog aufnehmen? Dazu kommt, dass die Möglichkeit, sich Songs zu wünschen nicht fragt, für welchen Store die Anfrage gilt. Die europäischen Feedbackseiten leiten auf die US-Seite weiter, aber ein Country-Popup gibt es nicht. Wieso?

Werbung macht wohl den Unterschied

Von: Rabenhrt | Datum: 25.01.2006 | #9
mal unabhängig von qualität und preis der portale:

iTunes könnte mehr verkaufen, wenn mehr geworben würde. musicload feuert werbetechnisch aus allen Rohren, der iTMS verlässt sich bloss auf gelegentliche spots zum iPod (die ja nu auch nicht sehr oft laufen).

vielleicht will man ja nicht mehr verkaufen ;)

Werbung, Labels & Künstler

Von: LaughingBudda | Datum: 25.01.2006 | #10
Wundern mich die Zahlen? Nicht wirklich. Wie oft an einem Nachmittag/Abend vor der Glotze werde ich von den grässlichen Musicload SPots belästigt. Das muss ja irgendwo wirken.

Gleichzeitig unsterstell ich hier mal salopp dass noch immer der überwiende Teil der elektronisch geladenen Musictracks unbezahlt (oder minderbezahlt) auf den MP3-Spieler kommt, sei's jetzt daheim gerippt, sei's P2P oder ganz legal mit Freunden getauscht. Der Anteil von Musicload-Clips auf MP3-Playern ist also in Realität weit geringer (und der von iTunes konsequenter weise ebenfalls)

Zum Thema 'Für Labelbetreiben und Musiker ... ist iTunes eine Katastrophe.' Na klar, weil ich mir dort nur die Tracks hole, die ich wirklich will und doe 80-90% 'Fülltracks', mit denen man eben eine neue CD vollmacht (in jedem Sinn des Wortes) die können sie sich einmargarieren, die nimm ich nicht. Zum Einheitspreis ist das doch fein. Alternative, wenn das nicht möglich wäre? Na klar, wiederum P2P, da erhalten jene armen Menschen dann garnichts.

Einziger Wermutstropfen: will ich nun einenTrack bei iTunes kaufen muss ich mich aufwendig registrieren und Angaben machen, die Apple und die Labels aber so was von garnix angehen. Ich nehme an, dass das bei Musicload ähnlich ist. Sehe ich mir die Alternativen zum Online-Kauf an...im Musikgeschäft muss ich zwar vielleciht mehr zahlen, aber kann dafür anonym und unbelästigt die Ware mitnehmmen. Dauert definitiv kürzer als mich im iTunes Store anzumelden.

Apropos kürzer - in der Zeit, die ich brauche, Apple alle die wichtigen Infos für's Marketing und die Benutzeranalyse zu übermitteln, hätte ich via LimeWire ein halbes Dutzend Tracks gesucht, gefunden und (in der legalen Grauzone der Jurisdiktion meines Heimatlandes) heruntergeladen...

@snaro Gutes Problem entdeckt

Von: pm | Datum: 25.01.2006 | #11
Viele US Labels haben in den zwischen 1960 - 1980 Lizenzen an europäische Labels vergeben ohne eigene Tochterfirmen zu gründen. Diese wiederum haben weiterlizenziert etc. Dazwischen sind einige der Majors aber auch der Unterlabels eingegangen. Der Sachverhalt is so komplex, dass mehrjährige Prozesse laufen. So lange sowas nicht bereinigt ist und z.B in Italien kann das sehr, sehr lange dauern bis das durchgestanden ist.
Ein echter Fortschritt wäre ein europäisches Musik und Urheberrecht ausgewogen für Produzenten und Konsumenten.

@ LaughingBudda

Von: .mac | Datum: 25.01.2006 | #12
"... will ich nun einenTrack bei iTunes kaufen muss ich mich aufwendig registrieren und Angaben machen, die Apple und die Labels aber so was von garnix angehen."

Hmmmmh? Zugegeben, meine Regsitrierung ist schon etwas her, Kreditkartennummer, Name .... was wollten die von Dir denn noch wissen?

iTunes für Independent Künstler = klasse!!!

Von: Joerg | Datum: 25.01.2006 | #13
Hi!

Ich sehe es etwas anders - iTunes ist für meine Band eine prima Sache. Dank iTunes haben wir die Möglichkeit weltweit Songs zu verkaufen (und tun es auch!). Wir erreichen Kunden, die wir ohne iTunes nicht erreichen würden. Zudem müssen wir für die Reproduktion der Titel kein weiteres Geld ausgeben und die Gewinnmarge ist auch noch OK. Jedenfalls für uns als Indie Band ohne Label funktioniert das iTunes Prinzip sehr gut...

Wer mag, kann bei iTunes ja mal nach caleidoscope suchen. ;-)

Viele Grüsse,
Joerg


P.S.: Die ganzen Songs wurden komplett mit Mac´s aufgenommen. Auch unsere Website ist MADE ON A MAC. Nur die Instrumente spielen wir noch selbst. ;-)

Musicload profitabel?

Von: macneo | Datum: 25.01.2006 | #14
Die Frage die sich mir stellt, ist Musicload profitabel?

Wohl eher nicht, bei der vielen Werbung die die schalten und den paar Songs die die verkaufen kann sich das niemals rechnen.

Wenn nicht (fast) jeder von uns die überteuerte letzte Meile an die Telekom bezahlen müsste könnten die sich ein solch defizitäres Geschäft überhaupt nicht erlauben.

iTunes subventioniert sich über den iPod, da macht Apple seinen Profit und solange der sich gut verkauft und dann mit Podcasts oder whatever gefüllt wird ist das Apple Jacke wie Hose.

typisch deutsch

Von: drBen | Datum: 25.01.2006 | #15
der typische deutsche (spies)-bürger wettert vorne rum lauthals auf die deutsche telekom. abends setzt er sich dann aber gerne vor seine dosenkiste mit telekom-dsl und lädt sich natürlich bei musicload die songs runter. bloss nicht mal was neues, innovatives und anderes als gewohnt probieren. telekom ist zwar scheisse, aber die kenn ich. dazu kommt noch das t-mobile handy, obwohl die konkurrenz viel günstiger pro minute telefoniert.

iTunes hin musicload her

Von: grate | Datum: 25.01.2006 | #16
Es sollen im inet Seiten von Acts gesichtet worden sein, auf denen die Künstler ihre Musik direkt zum DL anbieten. Interessanterweise bieten die Leute ihre Musik nicht nur im mp3 Format an sondern wahlweise auch in verlustfreien Codecs. Das kostet zwar einen kleinen Aufpreis, aber zumindest bekommt man dieses Angebot.

Das beweist für mich, dass es auch anders gehen kann. Es gibt eine Welt jenseits von iTMS und musicdownload, wo die Interaktion Künstler - Zuhörer ohne Zwischenstationen der MI auszukommen scheint.

Drei Beispiele:
https://www.werkshop.com/sarahmp3/details.jsp?product_id=78


[Link]

[Link]

selbst Schuld Apple

Von: Hrusty | Datum: 25.01.2006 | #17
das alte Apple Problem, sie sind nicht in der Lage auf die Länderspezifischen Gegebenheiten einzugehen.
Anstatt Kreditkartenzwang auch Bankeinzug, oder Gutahben, welches man sich aufs Konto überweist..... und die Marktanteile wären gerade spiegelverkehrt.
Dies zeigt mal wieder dass bei Apple Deutschland nur Handlanger sitzen, die nichts zu sagen haben. Denen hätte es auffallen müssen und es hätte geändert werden müssen. Aber: wer nicht will, der hat schon!

Hrusty

Von: ERNIE | Datum: 25.01.2006 | #18
Da gebe ich dir einerseits recht.. andererseits kann man nun auch in D diese kleinen kaertchn mit einem Guthaben fuer den iTMS kaufen...

... den Prepaid-Handy-Karten sehr aehnlich.
Wenn du einen solchen gutschein hast, musst du auch keine Kreditkarten-Nummer angeben...

KK in D

Von: truhe | Datum: 25.01.2006 | #19
Also ich kann wunderbar per Lastschrift/Firstgate bei iTunes einkaufen. Eine KK musste ich niemals irgendwo angeben.

zustimmung @ typisch deutsch

Von: mcusr | Datum: 26.01.2006 | #20
Was der (deutsche) Bauer nicht kennt das frisst er nicht.
Außerdem hat niemand eine Ahnung z.B. iTunes geht nur auf den (absolut überteuerten) iPods (die ja eh nicht gekauft werden weil da kein Radio drin ist) und nicht auf CD zu brennen.

Es geht nicht auf dem (überhaupt allerbesten) Microsoft Media Player abzuspielen.

Ich kaufe übrigens hauptsächlich im Amerikanischen iTMS ein, wodurch ich die deutsche Statistik nach unten drücke. Tschuldigung.

Zum Format: Ich finde dass AAC für mich (und ich sehe mich als einen Durchschnittshörer an) vollkommen reicht.

Leider (und das ist nicht ironisch gemeint) sind die Leute die den Unterschied zwischen CD-Qualität und AAC hören in der Unterzahl (In diesem Forum wahrscheinlich in der Überzahl)

Für mich ist AAC auch besser da die Telekomm (womit ich wieder beim Thema wäre) kein DSL bis zu meinem Haus gelegt hat und ich mit ISDN runterlade.

Musicload vs. iTunes

Von: Miichael | Datum: 26.01.2006 | #21
Also an dieser Stelle muss ich mal meinen Erfahrungsbericht mit Musicload zum Besten geben. Vorweg: Nie wieder! Ich hatte mich auch nur angemeldet, weil es die Songs nicht in iTunes gab. Was ich aber bei Musicload erlebte gleicht einer Odyssee durch die Tücken der Technik. Zum einen funktioniert das System nur mit penibel eingestellen ActiveX/JavaScript-Einstellungen des IE. Bei einer manuell eingestellten höheren Sicherheitsstufe versagt die Installation der DRM-Lizenz. Nur merkt der User davon nichts; erst beim dritten Versuch quittiert das Musicload-System mit einer Fehlermeldung, dass alle drei Lizenzen nun verbraucht seien. Die Songs waren immer noch nicht auf meiner Platte, wohl aber bereits bezahlt. Nach längerem Mailverkehr mit der ML-Hotline war mein IE offenbar endlich korrekt konfiguriert; anscheinend aber nicht mein aktueller MediaPlayer 10. Dieser wollte partout die Songs nicht auf CD brennen. Meine Google-Recherche ergab, dass exakt die selbe Problemstellung bei zahlreichen Musicload-Nutzern auftritt - eine Lösung war in den Foren nicht in Sicht. Nach Deinstallation des CD-Brenners und Neustart funktionierte es endlich.

Fazit: In den 8 Jahren Internetnutzung ist mir noch _KEIN_ umständlicherer und kundenunfreundlicherer eCommerce-Dienst begegnet (ich bin übrigens alles andere als ein DAU)! Dabei ist ML sogar noch teurer als iTunes. Nie, nie wieder Musicload! Der Erfolg ist mir ein Rätsel!

Ich glaube die Zahlen immer noch nicht...

Von: Kabe | Datum: 26.01.2006 | #22
...ich kennen nach wie vor nicht einen von deren Kunden.
Aber egal, ich denke mal, dass die so oder so in einem Jahr dicht machen, denn lohnen kann sich das für die nicht bei dem Aufwand.

Kabe

Wie im iTMS verkaufen?

Von: Stefab | Datum: 26.01.2006 | #23
@ Joerg

Hallo!

Wie schafft man es, dass man seine Musk im iTMS verkaufen kann?

Ich kenne einen ziemlich guten Künstler, der diesen Weg gerne nutzen möchte, aber meine Recherchen haben kein Ergebnis geliefert. In den diversen Foren hat keiner eine Ahnung, auch im Internet oder auf Apple's Seiten ist weder ein Hinweis noch eine Kontakt-eMail oder ein Formular angegeben.
Ich wäre für jeden Hinweis sehr dankbar!

Wie im iTMS verkaufen?

Von: kalli | Datum: 26.01.2006 | #24
@ Stefab

Direkt bei Apple, z.B. hier
[Link]

und dann die Formulare ausfüllen.

Recht und itunes Store USA/Europa im Vergleich

Von: pm | Datum: 26.01.2006 | #25
Die Materie ist ein wenig trocken, juristisch halt aber es lohnt sich doch
[Link]

MTV und Apple

Von: pm | Datum: 26.01.2006 | #26
Habe gerade einen Flyer erhalten über eine solche Zusammenarbeit. Auf jeden Fall für Kai und andere ist "South Park" für den ipod erhältlich.

@ Stefab

Von: Joerg | Datum: 27.01.2006 | #27
Bei Apple die Formulare ausfüllen BRINGT NICHTS! Apple verhandelt nicht mit Einzelkünstlern. Das wäre für die viel zu viel Aufwand. Man muss einen Dienst finden, der die Songs an den ITMS sendet. Da kann
ich für Musiker CD Baby (www.cdbaby.com) empfehlen.

Da bekommt man als Dreingabe zum weltweiten CD Mailorder auch noch den Vertrieb bei 20 - 30 Downloaddiensten (u.a. iTunes). Der Deal geht IMHO völlig in Ordnung. Einfach mal dort vorbeisurfen und schlau lesen!

Ich finde CD Baby einfach nur klasse!!! ;-)

Viele Gruesse,
Jörg

Gefällt mir

Von: Oliver | Datum: 28.01.2006 | #28
Ich darf an eine hitzige "Debatte" (der Begriff ist natürlich geschmeichelt) erinnern, als Musicload an den Start ging. Alle Postings waren voller Häme. Die Telekom! Und erst recht T-Online! Was für Deppen!

Ich war hier allein auf verlorenem Posten, als ich anmerkte, dass Apple gegen die Marktmacht von Telekom und T-Online nichts ausrichten kann. Ich argumentierte, dass allein T-Online weltweit fast 90 Millionen Kunden hat. Dass es allein in Deutschland 30 Millionen sind. Dass dazu noch die Kundschaft des Mutterhauses Telekom kommt. Dass deren Werbebudget in Deutschland höher ist als der gesamte deutsche Umsatz von Apple. Dass ihnen ein Mobilfunknetz gehört -- international sogar mehrere. Dass sie eine Monopolstellung bei Breitbandanschlüssen in Deutschland haben. Das sind alles Faktoren, die im Musikmarkt der Zukunft eine Rolle spielen werden.

Möglichst viele bestehende Verbindungen zu Kunden. Möglichst viele Vertriebswege. Möglichst hohe Sichtbarkeit in den Medien. Die Telekom hat davon gigantisch viel. Apple in Deutschland so gut wie gar nicht.

Der Kampf "Telekom gegen Apple Deutschland" ist eine Lachnummer, und jeder der Augen im Kopf hat, kann es sehen.

Aber damals wurde ich niedergebrüllt und rausgemobbt. Das zentrale Argument war, dass die Telekom einfach zu blöd ist.

Nun hat es sich also doch genau so ergeben, wie es sich ergeben musste. Die Telekom und T-Online haben lässig mit den Muskeln gezuckt, und Apple ist in hohem Bogen aus dem Geschäft geflogen.

Vielleicht ist das ein guter Moment, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren und in den Diskussionen ab und zu auch ein paar Fakten zuzulassen. Selbst wenn sie hin und wieder nicht für Apple sprechen.

Die dümmsten Bauern...

Von: MatthiasBerlin | Datum: 30.01.2006 | #29
Kein Wunder bei der bekannten Strategie Apple Deutschlands:
Jede Spionageorganisation könnten von der Öffentlichkeitsarbeit von Apple D eine Menge lernen, so gut halten die sich aus dem Bewußtsein der Menschen heraus. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, wieviel die unfähigsten PS-Manger und -Agenturen Deutschlands jährlich versenken, entweder in die eigenen Taschen oder in bedeutungslose Aktiönchen. Das war bei Apple D so seitdem ich den Laden kenne (und das sind mittlerweile schon fast 20 Jahre), also warum sollte es im Bereich iTMS Deutschland anders sein.
Wer nicht wirbt, der stirbt. Hoffentlich gilt dieser Satz wenigstens einmal nicht.
Matthias

iTMS vor Musicload

Von: dermattin | Datum: 30.01.2006 | #30
[Link] Apple überholt T-Online auf dem deutschen Online-Musikmarkt

"Im hart umkämpften deutschen Online-Musikmarkt hat Apple sich nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr erstmals vor Musicload von T-Online knapp an die Spitze gesetzt. "Wir freuen uns, dass der iTunes Music Store in Deutschland im Jahr 2005 über 15,5 Millionen Songs verkauft hat", sagte Apple-Sprecher Georg Albrecht am Montag der dpa."

Alles nur blabla

Von: Gasp | Datum: 30.01.2006 | #31
Scheinbar hat Apple ja T-Offline überholt.

Keine Häme,

Von: Terrania | Datum: 30.01.2006 | #32
aber ich glaube Olivers Post ist gerade nach hinten losgegangen ... was solls. Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ...

Ach ja,

Von: Terrania | Datum: 30.01.2006 | #33
kennt jemand, jemanden, der jemanden kennt, der bei musicload einkauft? Ich nicht. Sorry.

welcher iPod passt denn zu 'musicload' ?

Von: nam | Datum: 30.01.2006 | #34
Eben!

*SCNR*