ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4101

Steves Pixar-Deal mit Disney...

...und die möglichen Implikationen für Apple

Autor: roland - Datum: 28.01.2006




7,4 Mrd. US$ werden demnächst den Besitzer wechseln, wenn Pixar an Disney verkauft wird. So weit, so gut für Pixar-CEO Steve Jobs. Nachdem im Rahmen dieses Megageschäfts für jede Pixar-Aktie 2,3 Disney-Aktien den Besitzer wechseln werden, macht dies den Apple-Chef zugleich zum größten Einzelaktionär der Disney Corporation. Man darf also mit Fug und Recht die Frage stellen: Welche Implikationen hat dies für Apple? Beziehungsweise: Hat es überhaupt welche?
Schauen wir uns die Details über die offizielle Pixar-Pressemitteilung hinaus noch einmal etwas genauer an, fällt auf, dass dieser Deal ein wenig als Déjà vu daherkommt. Denn erinnert das ganze procedere nicht irgendwie an den Verkauf von NeXt an Apple? Mit der einzigen Ausnahme, dass Pixar heute im Gegensatz zu NeXt damals ausgesprochen profitabel ist... Jedenfalls ist da ist eine kleinere, hoch innovative Firma, die von einem Medienkonzern – denn nichts anderes ist die Walt Disney Co. – geschluckt wird.

Frisches Blut für alte Mäuse

Im Rahmen des Prozesses wechseln nicht nur Aktien den Besitzer, sondern auch führende Pixar-Mitarbeiter in Disney-Schlüsselpositionen: Steve Jobs wird größter Einzelaktionär mit Sitz im Disney-Verwaltungsrat. Ed Catmull, der Präsident von Pixar, wird Präsident des neuen fusionierten Pixar und Disney Animation Studios. Und John Lasseter, Master Mind hinter den erfolgreichen Pixar-Filmen, rückt in die Position des Chief Creative Officers von Disney. Also, wenn diese Konstellation nicht an den NeXt-Einzug bei Apple erinnert...

Content, Content, Content

Walt Disney Co. gliedert sich in die Unit Disney Studio Entertainment (Walt Disney Pictures, Touchstone Pictures, Hollywood Pictures, Miramax Films) mit der internationalen Vertriebsgesellschaft Buena Vista Home Entertainment, einem der weltweit größten Musical-Produzenten, Buena Vista Theatrical Productions sowie den Musik-Labels Walt Disney Records, Buena Vista Records, Hollywood Records und Lyric Street Records, die meistenteils Original-Soundtracks vermarkten.

Als weitere Unit gibt es die Disney Parks and Resorts mit fünf Niederlassungen weltweit: in Anaheim (CA), Lake Buena Vista (Florida), Urayasu (Chiba bei Tokyo), Marne La Valle (bei Paris) und Penny's Bay (Lantau Island, Hong Kong).

Die Merchandising Unit von Disney nennt sich Disney Consumer Products und ist einer der weltweit größten Lizenzgeber für Merchandising-Artikel überhaupt, mit eigenem Spieleverlag, einem Buchverlag und weltweiten Stores.

Besonders interessant ist schließlich die vierte Business-Unit von Disney, Disney Media Networks. Denn hierzu gehören eine ganze Reihe großer TV-Gesellschaften wie das mächtige ABC Television Network mit seinen Spartenkanälen ABC Entertainment, ABC Daytime, ABC News, ABC Sports und ABC Kids sowie diverse Kabelgesellschaften (ESPN, Disney Channel, ABC Family, Toon Disney und SOAPnet), nicht zu vergessen die TV-Produktionsgesellschaft Buena Vista Television und Hyperion Books, der Disney-eigene Buchverlag.

Vorzeichen eines raffinierten Timings?

Schaut man sich dieses beeindruckende mediale Konglomerat an, in dem nun Steve Jobs und seine Pixar-Kollegen an den Schalthebeln sitzen, dann erhält der fast beiläufige Hinweis von Steve auf den bevorstehenden dreißigsten Geburtstag von Apple gegen Ende der Keynote-Speech bei der MWSF 2006 ein ganz eigenartiges "Geschmäckle". Denn eigentlich, ganz eigentlich, war dieser dezente Hinweis überflüssig für die Dramaturgie der Show. Es sei denn, er war als Link gedacht. Als Link zu einem bevorstehenden Event am 1. April 2006, das vielleicht mehr beinhaltet als eine nette kleine Geburtstagsparty. Spekulation, gewiss.

Dass der ganze Deal, wie Espen Eckbo, Leiter des Corporate-Governance-Centers an der Tuck School of Business laut Financial Times Deutschland mutmaßt, Interessenkonflikte hervorruft oder gar Abkommen mit anderen Hollywood-Studios erschwert, wage ich jedenfalls zu bezweifeln. Eher kann das Gegenteil eintreten.

Aprilscherz oder "things to come"?

Vor dem schillernden Hintergrund des Disney-Deals könnte man nämlich auf ganz konkrete Ideen kommen. Zum Beispiel darauf, dass Apple nun, wo der iTMS bereits Video-Content anbietet, mit der neuen Beziehung zu Disney das Tor offen steht zu "echtem" Spielfilm-Content. Ist es das, was am 1. April – "The Fool's Day" – vielleicht präsentiert wird? Womöglich zusammen mit neuer Hardware, die das bereits angeschobene High Definition Thema betrifft? Für das dreißigjährige Jubiläum der Apfelbauer wäre dies ein angemessenes Szenario. Was auch immer uns am 1.4.2006 erwartet oder nicht erwartet, nach diesem Deal könnte es Steve Jobs m. E. deutlich leichter fallen, weitere Hollywood Studios ins iTMS-Boot zu holen. Spätestens dann, wenn Disney-Content sich im iTMS als Renner erweist. In gewisser Weise könnte Disney dann zum zum Apple-Eisbrecher für den gesamten Hollywood-Filmcontent-Markt werden. Eine Ausweitung des Agreements, das Apple damals mit den Musikgesellschaften geschlossen hat, auf die großen Kinofilmgesellschaften kann dann nicht mehr ausgeschlossen werden!

Kommentare

Wohl ein gewichtiger Grund für Intel.

Von: maxefaxe | Datum: 28.01.2006 | #1
Jobs wollte schon immer das Video-DRM der Filmstudios auf den Mac/PC bringen. Das ist mit Intels Produkten halt leichter.

Ich sehe mittlerweile keine Performancegründe mehr für den Prozessorumstieg. Die G5s sind ja nun auch schon länger als DualCore erhältlich und werden immer genügsamer bei der Leistungsaufnahme. (Bis zu 3 Watt im IDLE und niedriger Taktung)

Ein iMac mit Dual Core G5 und X1600 wäre wohl tendenziell die schnellere Maschine gewesen, denke ich.

Alles Teil des Plans...

Von: raller | Datum: 28.01.2006 | #2
mit Disney die Videobranche erobert ( infiltriert ? assimiliert ? ), mit dem selbstgebauten ITMS die Plattenindustrie eingefangen, mit OSX und Quicktime die Plattform für zuhause erschaffen ( nebst Video, Audio, Photo und Webtools für die breite Masse ) und jetzt mit Intel den Partner für die nächsten Jahre als Zulieferer gefunden, und da wollen einige nicht an einen Plan glauben?
Apple will alles das zusammenführen, was seit 10 Jahren wage in den Hirnen der Leute rumspukt, und hat jetzt alle Fäden in der Hand.
Kein rumgeärgere mehr mit CPU-Herstellern, die Apple nicht ganz ernst nehmen, kein rumgezeter mit Studiobossen, die sich selber wichtiger nehmen als das Geschäft. Alles aus einer Hand mit sehr kreativen Leuten umgesetzt. Und dazu passt der Intel-Deal hervorragend: Intel ist groß genug und stabil genug, um die nächsten Jahre Ruhe an der Prozessorfront zu schaffen, und als Hauptaktionär von Disney ist Jobs mit Sicherheit dem Schutz seines Eigentums mittels Fairplay nicht abgeneigt. Apple wandelt sich von einer Nischenfirma zu einer Marktmacht, hat aber den Vorteil, kaum Altballast ala Microsoft mit rumzuschleppen. Alles ist schlank und effizient aufgebaut und sehr clever umgesetzt....
Es bleibt spannend,
Raller

Danke, Roland

Von: Bert Camem | Datum: 28.01.2006 | #3
Auf dieses Fazit hatte ich gewartet. Für Jobs / Apple ist dieser Deal sicherlich der eigentlich entscheidende gewesen. Wie Du schon sagst : Es geht einzig und allein um Content - und den werden die anderen Film-/TV-Majors nicht (mehr) verweigern können, wenn das komplette Disney-Paket über den ITMS zur Verfügung steht. Ob 12" Video-iPod, HDTV, Intel, Kopierschutz... oder was im Detail auch immer, ist und war zu jeder Zeit sekundär. Das sind 'nur' Details; etwa so wichtig wie die Frage, ob der ITMS mp3 oder ogg vorbis in 128 kBit oder 196 kBit nutzt.
Ich würd mal sagen : Wenn Jobs es schlau anstellt (und sich vor allem langsam mal mit wenigstens einem Funknetzbetreiber ins Boot setzt ...) kann er mit dem Disney-Deal die nächste Welle lostreten, die den Musikmarkt sogar noch in den Schatten stellen kann.

Klar kommen dabei für ein paar Jahre 'unsere Macs' zu kurz; das ist schon richtig *seufz*.

Aber mir ist das Auftauchen der Richard Bransons und Steve Jobse ( Bono Voxe und Peter Gabrielse... ) dieser Welt noch etwas wertvoller als das übliche Wirken der Bill Gatese und Bernd Pischetsrieders (Robbie Williamse ...) dieser Welt.

Pixar bringt Disney auf Trab?

Von: lime | Datum: 28.01.2006 | #4
Schön wärs ja, aber wenn Steve erst noch Disney umkrempeln muss dann seh ich für Apple Stagnation (ausser iPod und ITMS vielleicht). Mir fehlen in letzter Zeit einfach die verrückten Ideen in der Mac-Sparte, Neuerungen wie einst den Cube oder weißnichwas, jedenfalls etwas neues, das mal definitiv nicht mit dem iPod zu tun hat. Und ich fürchte das wird noch weniger werden mit dem Deal.

@maxefaxe

Von: b.chic | Datum: 28.01.2006 | #5
"Ich sehe mittlerweile keine Performancegründe mehr für den Prozessorumstieg."
Sorry, aber Angesichts dessen, was man bisher an Previews über die neuen MacBooks Pro lesen kann, ist mir diese Aussage völlig unverständlich. Auch wenn es nicht in die eigene Argumentation passt, sollte man zur Kenntnis nehmen, dass neben dem iMac auch andere Produktlinien gibt.

Hmm - ob Steve jetzt den Daumen ...

Von: Dr. Skiwaago | Datum: 28.01.2006 | #6
auf den Namensrechten für "Vista" hat? Jedenfalls, was Mediencontent angeht? Dann könnte es sein, daß Longhorn nicht mehr lange Vista heißt, oder?

Interessenkonflikte

Von: b.chic | Datum: 28.01.2006 | #7
Ich kenne weder Espen Eckbo, Leiter des Corporate-Governance-Centers an der Tuck School of Business, noch Roland Müller von MacGuardians. Daher sehe ich keinen Grund einem mehr zu glauben als dem andern.

Aber mögliche Konflikte kann ich sehr wohl selbst sehen. Und ich vermute, dass diese Konflikte (erst mal müssen wir abwarten welchen Einfluss Steve Jobs bei Disney tatsächlich haben kann) andere Contentanbieter auch sehen. Ich denke, dass andere Filmstudios und Medienproduzenten diesen Deal sehr argwöhnisch betrachten und es ratsam wäre, wenn Steve Jobs seinen Einfluss bei Disney erstmal nur sehr zurückhaltend wahrnimmt.

Ansonsten sehe ich sehr wohl in iPod, iTunes, iTMS, FrontRow, h.264 usw. sehr wohl eine Entwicklung, die meiner Meinung nach fast zwangsläufig sowohl auf den Vertrieb von Spielfilmen als auch auf einen MediaCenterMac hinauslaufen.
Ich hoffe, das Apple dort in Bälde ankommt. Das Geld wartet nur noch darauf ausgegeben zu werden ;-)

hmm plausibel

Von: tiloprobst | Datum: 28.01.2006 | #8
"Eine Ausweitung des Agreements, das Apple damals mit den Musikgesellschaften geschlossen hat, auf die großen Kinofilmgesellschaften kann dann nicht mehr ausgeschlossen werden!"

ja, durchaus -- erfolgreicher Disney Content als tor in die spielfilmwelt -- ok.

bleibt zu hoffen, dass das Agreement mit der Filmindustrie ähnlich kundenfreundlich ist wie betreffs der Musik.

ein schaler beigeschmack bleibt dennoch. Spartakus als 20th Anniversary Mac war fantastisch .. für 4/2006 hätte ich mir eher so etwas gewünscht. aber tja, Apple kann man in Artikeln längst nicht mehr als "Computerhersteller" betiteln, "Entertainment und Computer Konzern" könnte Ende 2006 eher treffen. ich kann damit leben, solange die perspektive einer Quad Intel Maschine real wird.

Alles schön und gut...

Von: ghme | Datum: 28.01.2006 | #9
... hat schon jemand mal eine Serie aus dem iTMS angekuckt. VHS-Qualität (perfekt für den Video-iPod, nicht mehr) mit Hunderten an MB (z.B. ´ne LOST Folge: 204,4MB für 43:30 Minuten). Für wen soll das der Bringer sein? Wieviel MB bei guter Qualität soll dann ein ganzer Spielfilm haben?

Und dann Transfer ins Wohnzimmer via iPod? Damit das alles Sinn macht, muss noch ein Gerät her, der das Betrachten (und Kaufen) von der Couch aus bequem macht und dies ohne zu geekig zu sein. Und selbst dann ist die aktuell gelieferte Qualität nichts für den WZ-Fernseher... Ein Video mal kurz nebenbei auf dem Mac angekuckt - Prima - aber das war es dann auch... Der iTMS für Musik: Perfekt, da gibt es das passende Geräte für, aber für Videos: alles Frickel-Kram momentan...

Mag sein, dass das alles irgendwann kommt, aber zum 1.4.2006? Ich weiss nicht...

Quicktime + DL DVD = HDTV?

Von: delfi | Datum: 28.01.2006 | #10
Irgendwo habe ich gelesen, dass für HDTV die Speicherkapazität der normalen Double Layer DVD ausreichen würde. BlueRay Disc und HD DVD haben nur den Vorteil des besseren Kopierschutzes. Wäre es nicht möglich, dass Disney mittels Apples Quicktime High Definition Filme auf DVD anbieten wird, die auf allen neueren Macs und PCs laufen? Zumindest wäre so das Henne-Ei-Problem zwischen HD Player und HD Content elegant lösbar und die Konsortien hinter Blue Ray und HD DVD würden in die Röhre schauen. Vielleicht fällt ja Apple eine legante Lösung des Kopierschutzes ein, die dann den Rest der Filmindustrie überzeugt.

Mit Sicherheit gibt es...

Von: raller | Datum: 28.01.2006 | #11
sowohl die Ideen wie auch das technische Know-How, um alle Daten an den Endverbraucher zu leiten. Die mal im Netz herumgeisternde Idee, alles über .MAC zu streamen ist für einen Teil des Marktes bis Ende 2006 realisierbar, mit 6Mbit beim Download und entsprechender Qualität beim Komprimieren ist irgendwas in der Nähe der jetzigen DVD machbar. Und eine Mac-Typische Box dafür in Form eines neuen Mac Mini ist eher Ehrensache für Apple ;-)
Ich glaube aber auch, das die Idee von Apple nicht beim Verteilen von Content aufhört bzw anfängt. Eher wird es eine Medialösung geben mit High-End-Rechnern, Programmen wie Maya etc, Produktionstools wie Final Cut usw bis hin zum Endverbrauchergerät, alles von Apple, Verteilung und Bezahlmodell inklusive. Dafür wird es eher früher als später auch Intel-Powermacs geben, die ähnlich gut im Futter stehen wie der Imac oder das Macbook Pro. Server, Streaminglösungen und alles weitere gibt es auch schon im Haus, viele Baustellen, aber ein Ziel. Und ich vermute, die angemahnten Überraschungen sind früher da als der Osterhase ( reine Spekulation )...
Raller

@delfi

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 28.01.2006 | #12
Das gilt wohl tatsächlich für h.264 bzw. WMV HD, dass man ganze Filme in HDTV auf DVD bekommt, was dann auch Blue Ray und HD DVD hier überflüssig machen würde. Das ist ja auch ein Grund, warum um jeden Preis verhindert werden muss, dass DVB-S2 Streams (h.264) irgendwo abgegriffen werden können, da dann jedermann HDTV-Sendungen einfach auf DVD aufzeichnen könnte.

Mal ganz blöd

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 28.01.2006 | #13
Ist das eigentlich alles so? Bekommt Jobs eine maßgebliche Management-Funktion bei Disney? Oder ist das ein halbes Ausstiegsszenario, um die bisherige Doppelbelastung Apple/Pixar zu verringern. Und wenn ja, welche Implikationen hätte das möglicherweise für den Gesundheitszustand von Jobs?

@Thly

Von: pm | Datum: 28.01.2006 | #14
Steve Jobs kommt in den Aufsichtsrat von Disney.
Catmull wird der Chef der Animations Abteilung und rapportiert direkt dem Disney CEO Iger. Dies ist zentral, da kein bisheriger Disney Manager Pixar vorstehen wird.
Lasseter wird Vice President der Kreativ Abteilung und ich schätze erhält viel Freiraum für sich.
Die Belastung für Jobs wird eher geringer. Da er "nur" noch Aufsichtsratssitzungen zu besuchen hat und zwischendurch Gespräche mit Iger und den Pixar Leaders. Finanzierung und Marketing wird Jobs sich schon genauer ansehen, aber Disney hat hier genug Erfahrung.

Thyl hat insofern recht,

Von: Bert Camem | Datum: 28.01.2006 | #15
findich jedenfalls, dass die Frage 'Was ist eigentlich in der Ära NACH Steve Jobs ?' so gaaanz langsam eine interessante wird.

Den (wahrscheinlich nicht mal) ersten Warnschuss hat er ja schon gehört. Er wird sich durchaus überlegen müssen, was ihm der ganze Wahnsinn wert ist - und wer ihn dann 'irgendwann' fortführen kann/wird. Ich wüsste da gerade keinen Vergleichbaren... aber ist ja auch noch Zeit. Oder ?

@ Bert

Von: ghme | Datum: 28.01.2006 | #16
Jonathan Ive...

Bei Apple geht´s zukünftig ja eh nur noch um das Design...

;-)

@ Thyl

Von: peterson | Datum: 28.01.2006 | #17
Das seh ich nicht so. Ich glaube, Jobs konzentriert sich jetzt hauptsaechlich um Apple. Denn da geht´s jetzt in die finale Schlacht. Apple gewinnt zunehmende Unabhaengigkeit vom Hardware-Computer Markt. Dies durch vermehrtes Engagement im Software Bereich, wo die Margen viel hoeher liegen. Zudem ist Apple mittlerweile Medienkonzern (dessen Entwicklung m.E. der Hauptgrund fuer den Intel Wechsel). Dazu kommen die sensationellen IPod Verkaeufe. Apple ist also erstmals in einer Lage, in der eine Lizenzierung des OS an andere Hersteller keine Gefahr mehr fuer Apple waere. Apple wird somit erstmals in wirkliche Konkurrenz zu MS treten und dies auf ein und derselben Plattform.
Meine Prognose: der Marktanteil von OS X liegt im Jahr 2020 bei 70%. Mindestens ;)
Sagt ja zum Volks OS X!

Zukunft von Apple

Von: pm | Datum: 28.01.2006 | #18
Apple hat aus meiner Sicht diese Frage schon beantwortet mit der Portierung auf Intel. Aus meiner Sicht wird Intel ab ca 2012, Apple Anteile übernehmen oder Managemnt Kapazität zur Verfügung stellen.
Apple besitzt über ein sehr gutes Management ohne Zweifel. Die Frage was passiert wenn Avie Tevanian geht ist aus meiner Sicht wichtiger als die von Steven Jobs. Viele wie Rubinstein sind so rund um die 50 Jahre, können noch ein weilchen bleiben, aber in weniger exponierten Funktionen. Der Andrang zu Apple ist und war immer relativ gross.

Die Schlacht der Betriebssysteme ist aber eigentlich geschlagen. Es bleiben Unix und Windows und dort wird sich auch irgendwann die Frage eines Unix stellen. Die Neuentwicklung um Vista dürfte M$ für einige Zeit zur Zurückhaltung ermutigen.
Komplett neue Systemtypen werden eher aus China oder Indien erwartet aber nicht in den nächsten 7 Jahren.
Ich sehe übrigens auch, dass Apple OS X lizenzieren wird als sehr real.
Die Frage Tasks oder Threads basierendes OS wird auch aus Sicherheitsgründen stark zunehmen. Eine Frage die Niklaus Wirth schon vor 10 Jahren gestellt hat.

Oh Gott -

Von: Jens | Datum: 29.01.2006 | #19
vor zehn Jahren, das war doch 1996.
Das war doch gestern, quasi.
Mann, wie die Zeit vergeht...
[/offtopic]

Einfluss Jobs bei Disney

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 29.01.2006 | #20
Ich weiß ja nicht recht, ist Jobs nicht nur einer von 14 Verwaltungsräten? Und seine Aktienanteile summieren sich auch "nur" auf 6-7% an Disney. OK, 6% eines Konzerns wie Disney würde ich auch gerne besitzen, aber stimmrechtlich ist das doch immer noch ein Pfeifen im Orkan?

Wenn Jobs da den Disney-Konzern "umleiten" will, dann wird das ein schleichender Prozess werden, denke ich.

Mittlerweile wäre aber wirlklich interessant, welche Chancen und Ziele Apple im Medienbusiness sieht. Während der iTMS eher der Verkaufsförderung der iPods dient, mit denen sich auch Geld verdienen lässt, produziert der Content (die Musik) ja praktisch keinen Profit (keinen nennenswerten). Wäre dies bei Video auch so (bei Kaufvideos sollen Apple ja 60 Cent bleiben, aber die Kosten werden für Videos auch größer sein als bei Musik, denn Transfervolumen kostet richtig Geld)? Dann bliebe die Frage nach dem Gerät (oder Dienst or whatsoever), welches dann den Profit abwirft.

Und wenn Apple diese Frage nach dem profitbringendem Gerät/Dienst beantwortet -- erfolgreich beantwortet --, muss man sich irgendwann fragen, was mit der Computersparte wird. Irgendwann also vielleicht doch eine Ausgliederung der Mediensparten?

Aus der Computersparte...

Von: ghme | Datum: 29.01.2006 | #21
...wird genau das, was sich jetzt abzeichnet:

Keine große Entwicklung mehr, verwenden von Standard-Bauteilen, komplette Auslagerung von Produktion & Entwicklung nach Intel/Asien, Beschränkung auf das Design des Rechners...

Da kann man sich dann gut auf andere Baustellen konzentrieren...

noch nen event

Von: nam | Datum: 29.01.2006 | #22
koennte mir vorstellen, das zum 1 milliardsten song auch noch nen event stattfindet. da wuerde das mit den filmen auch thematisch passen - oder?

muesste mitte-ende februar soweit sein.

@flo

Von: Bert Camem | Datum: 29.01.2006 | #23
"Ich weiß ja nicht recht, ist Jobs nicht nur einer von 14 Verwaltungsräten? Und seine Aktienanteile summieren sich auch "nur" auf 6-7% an Disney. OK, 6% eines Konzerns wie Disney würde ich auch gerne besitzen, aber stimmrechtlich ist das doch immer noch ein Pfeifen im Orkan?"

Nicht ganz, denn niemand sonst besitzt nach diesem Deal weltweit soviele Anteile an Disney wie neuerdings Jobs (der hat nämlich schon vorher fleissig, fleissig; 'heimlich' Disney-Anteile gebunkert - wann immer er die eine oder andere Million übrig hatte).
Mit seinen jetzt 6-7% wiegt er im Verhältnis fast so schwer wie sonst der klassische 51%er bei anderen Konzernen.

Zur Entwicklung : Klar lagern die die einzelnen Sparten aus; nach und nach - sobald es brennt bzw wirtschaftlich Sinn macht. So wars beim iPod und auch beim ITMS -der für Europa ja allein aus steuerlichen Gründen (!) seinen Sitz in Luxemburg hat- und Pixar bleibt quasi einfach ausgelagert.

Wann die Video-Sparte (die Live-TV-On-Demand-Sparte, die Funksparte, ...) ausgelagert wird, ist nur eine Frage des 'pünktlichen' Wachstums. Wenn das mit Intel so reibungslos wie möglich auch weitergeht (also nicht nur losgeht), dann wird Jobs an diesem ganzen Home- und Mobile Entertainment - Markt kräfdtig ziehen können. Er hat einfach einerseits die Schnauze voll vom 'kleinen' Indie-Dasein und andereseits dazu auch noch Major-Erfolgs-Blut geleckt, denke ich.
Wer Sony (Wir erinnern uns : Es gab da mal einen 'Walkman' ...) den Rang abläuft, der ruft dann auch gerne selbstbewusst 'Redmond, start your Photocopiers !'. Und eben noch viel mehr. Ja, das dürfte schon alles Teil eines gewissen Masterplans sein. Faszinierend, nicht wahr ?

man man

Von: neu | Datum: 30.01.2006 | #24
was für ein dünnpfiff geschrieben wird!!

der ein lobhudelt auf teufel komm raus (pm) und der andere klugscheißt genau entgegengesetzt (yep).


ihr seid ja richtige blicker :-), richtig beneidenswert eure fachkompetenz.
ich kann da leider mit so viel "fachkompetenz" nicht mithalten.
habe zwar jobs schon mal persönlich gesehen, aber über seine gedanken und seine kreativität konnte ich leider nichts glaskugelisieren (damit meine ich besonders das idiotische wissen um die angebliche nichtkreativität von jobs - yep, merkst du eigentlich noch was?)

@ neu

Von: johngo | Datum: 30.01.2006 | #25
Naja .. es gibt genug Interviews, in
denen einige Pixar Mitarbeiter wohl-
wollend zum Besten geben, das Steve
Jobs sich fast komplett aus dem
Pixar Tagesgeschäft raushält. Er redet
- schlicht und einfach - den Leuten
nicht rein und lässt sie ihre eigenen
fachlichen Entscheidungen treffen.

Vielleicht ist das ja sein eigentlicher
Vorteil! Jedenfalls sind in Pixars Filmen
keinerlei kreativen Elemente von Steve
Jobs enthalten ... und auch nicht bei
der Ausgestaltung der Teams.

Gruss


johngo

wenn jobs sic mehr einmischen wuerde

Von: nam | Datum: 30.01.2006 | #26
dann gaebe es bald iRenderman mit Monster-, Incredibles- und Toy Story-Themes ;)

letzteres scheint mit erscheinen von Toy Story 3 ja schon wirklichkeit zu werden :-(

@yep

Von: pm | Datum: 30.01.2006 | #27
Auch wenn du es nicht glaubst Disney Animation Studios ist Geschichte. Es gibt nur ein Studio in Zukunft und das heisst Pixar.
Wenn du aber hier erklärst, dass es für Pixar zu billig ist, Disney Kurzfilme zu annimieren, kann ich nur sagen, es gibt kein besseres Experimentierfeld. Natürlich ist Kinofilme zu produzieren anspruchsvoller und motivierender. Aber für viele Neueinstellungen sind Disney Kurzfilme mehr als nur anspruchsvoll.
Jobs wäre ein sehr schlechter Geschäftsmann, wenn er diese nicht auf den ipod und in den Digital - Store bringen würde.
Offensichtlich hat das mit dem Disney Material aber sehr wenige Leute erkannt, Jobs und mich mal abgesehen. Sonst wäre Dollar Bill schon längst bei Disney aufgekreuzt.

Die zentrale - vs. dezentrale itunes Frage ist mehr als spannend, letztendlich transferiert Apple ihre eigene Technologie an Dritte ausser Haus, wenn es dann soweit kommt.

Nix überschrift.

Von: yep | Datum: 30.01.2006 | #28
>>ihr seid ja richtige blicker :-), richtig beneidenswert eure fachkompetenz.
ich kann da leider mit so viel "fachkompetenz" nicht mithalten.
(yep, merkst du eigentlich noch was?)<<

Ja. Und zum Rest ist jetzt tatsächlich mal ein Zitat von Nuhr angebracht. Und was Du "klugscheißt" nennst ist schlicht die Weitergabe von Informationen.

>>Auch wenn du es nicht glaubst Disney Animation Studios ist Geschichte.<<

Da zitiere ich doch jetzt einfach mal aus dem Artikel, der diesem Forum hier vorangestellt ist (ist natürlich auch in jeder Wirtschaftszeitung nachzulesen) :"des neuen fusionierten Pixar und Disney Animation Studios." - das hat wenig mit Glauben zu tun, sondern mit Wissen.

>>Es gibt nur ein Studio in Zukunft und das heisst Pixar.<<
Es gibt zukündtig nur ein Studio, wie es heißt ist nebensächlich.


>>Wenn du aber hier erklärst, dass es für Pixar zu billig ist, Disney Kurzfilme zu annimieren, <<
Du schriebst difitalisieren. Nicht animieren.

>>kann ich nur sagen, es gibt kein besseres Experimentierfeld.<<
In Disneyfilmen, auch nicht in Disneykurzfilmen, wird nicht experimentiert.

>>Jobs wäre ein sehr schlechter Geschäftsmann, wenn er diese nicht auf den ipod und in den Digital - Store bringen würde.<<

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nichts.

>>Offensichtlich hat das mit dem Disney Material aber sehr wenige Leute erkannt, Jobs und mich mal abgesehen. Sonst wäre Dollar Bill schon längst bei Disney aufgekreuzt.<<

Schonmal auf den Gedanken gekommen, daß das bereits passiert ist? Es haben jede Menge Leute erkannt, weil es auf der Hand liegt. Aber Disney macht so nunmal keine Geschäfte - permanente Verfügbarkeit ihrer Meisterwerke liegt gar nicht in ihrem Sinn, weil das den Wert schmälert - noch heute kosten Disney-Animations-DVDs ein vielfaches dessen was für Filme dieses alters angemessen währe - Pixar hingegen wird von Disney regelrecht verramscht. Ob diese Geschäftspolitik nun richtig ist oder nicht sei mal dahingestellt.


>>Die zentrale - vs. dezentrale itunes Frage ist mehr als spannend, letztendlich transferiert Apple ihre eigene Technologie an Dritte ausser Haus, wenn es dann soweit kommt.<<

Es ist vollkommen unerheblich, ob Apple den Disneycontent übernimmt, oder Disney die Appletechnik.

@neu

Von: pep | Datum: 30.01.2006 | #29
neu: kann Dir nur recht geben - was die Leut so alles von und über Jobs wissen... der eine plappert den anderen nach... kreativ sind anscheinend nur die, die den Pinsel in der Hand halten - der cholerische Charakter von Jobs - da wunderts mich nur, das WOZ über Ihn anders spricht - und das ausgerechnet Gates in seinem Buch die Führungsqualität und Begeisterungsfähgkeit von Jobs lobt...

Zwei Tage später zufällig diese Meldung

Von: Bert Camem | Datum: 30.01.2006 | #30
Weil es so schön zu den Themen 'Kompetenz' und 'Apples Zukunft' passt, hier ein Fundstück aus 'VideoMarkt' von heute :

Warner und arvato starten Electronic Sellthrough

Die Warner Bros. Home Entertainment Group und arvato mobile läuten ein neues Zeitalter ein: Electronic Sellthrough. Das Joint Venture In2Movies ist eine neue digitale Download-Plattform für den elektronischen Verkauf von Spielfilmen und TV-Content in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

In2Movies ist die erste Plattform auf Peer-to-Peer-Basis, die dem Verbraucher legale Downloads für den PC parallel zum deutschsprachigen DVD-Release bietet. In einer späteren zweiten Version sollen dem Verbraucher mehrere Download-Optionen angeboten werden - auch für DVD-Rekorder und mobile Geräte.

Der Startschuss für In2Movies fällt im März 2006. Zu Beginn bietet Warner 80 Filme und TV-Serien an, darunter "Batman Begins ", "O.C. California", "Friends" oder "Harry Potter und der Feuerkelch ". Über Preise wurden keine Angaben gemacht. Die Verbraucher können die Filme direkt von der In2Movies-Website herunterladen. In2Movies verwendet dafür die GNAB-Download-Plattform von arvato.

Darüber hinaus will Warner laut Senior Vice President Wilfried Geike auch den Handelspartnern die digitale Vertriebslösung zur Verfügung stellen. Der Download-Service soll im Laufe der Zeit auch auf andere Länder ausgeweitet werden.