ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 416

Wieder 34 Bundesstaaten gegen Microsoft in Kompetenzfragen

Microsoft riskiert erneute Frontenbildung mit seinen Tricks

Autor: bh - Datum: 16.03.2002

Netter Versuch: nachdem das Kartellamt des US-Justizministeriums ja einen Vergleich mit Microsoft geschlossen hatte, wollte der Softwarekonzern auch die Bundesstaaten erledigen. Zuerst bot man ihnen einen Vergleich an, den einige akzeptieren - doch immer noch blieben die Generalanwälte von immerhin 9 Staaten bei ihrer Forderung nach einem Gerichtsurteil. Da wurde es Microsoft zuviel und neue juristische Tricks sollten Abhilfe schaffen: die neue Argumentationslinie behauptet ein Monopol des Justizministeriums in Antitrust-Fällen und spricht somit den Bundesstaaten das Recht ab, nach einem Vergleich des DOJ überhaupt noch weiter zu prozessieren. Gegen diese haltlosen Behauptungen Microsofts haben nun aber wieder 34 Staatenvertreter bei Richterin Colleen Kollar-Kotelly Stellung bezogen - der Kartellprozeß wird kommenden Montag fortgesetzt. Um das Wochenende zu feiern und es uns nochmal auf der Zunge zergehen zu lassen: der Schuldspruch des Richters Thomas Penfield Jackson ist nach wie vor in Kraft, aufgehoben wurde lediglich das Strafausmaß. Daher ist es zulässig, zu sagen, daß Microsoft in der Vergangenheit seine marktbeherrschende Stellung zum Schaden von Konkurrenten und Kunden mißbraucht und Innovation behindert hat. Geht es klarer? Ach, Sie kaufen nach wie vor Software von diesem Unternehmen? Wieso eigentlich? Laden Sie auch manchmal vorbestrafte Verbrecher zum Tee ein?

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