ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 421

Bull: wieder mal eine Geldspritze notwendig

Sind die überhaupt an der Börse?

Autor: bh - Datum: 15.03.2002

Bull - das sind diese großen Kisten, die in den Computerräumen unserer Schulen hinten im Eck verrotten. Bull, das ist auch eine kleine französische Katastrophe. Der Konzern gab bekannt, 10% seiner Angestellten zu entlassen - circa 1500 Personen - und weitere Zuschüsse seitens der Aktionäre zu benötigen. Beteiligt sind an Bull die France Telecom, Motorla und NEC - aber auch der französische Staat selbst. Weil das Spiel mit der Verstaatlichten so lustig ist, hat Frankreich schon Ende 2001 ungefähr 100 Millionen Euro hineingebuttert, jetzt werden nochmal 350 Millionen Euro fliessen. Solche Sondersubventionen müssen klarerweise von der Europäischen Kommission genehmigt werden, aber bei gutem Lobbying und kurz vor einer Präsidentenwahl wird vermutlich "keinerlei wettbewerbsverzerrende Auswirkung" zu erkennen sein. Klar, 450 Millionen Euro sind schließlich auch ein Klacks für den 15% Eigentümer Staat. Keiner der anderen Aktionäre würde diese Unsummen hineinstecken, weder Moto noch NEC, die spinnen ja nicht. Aber weil im europäischen Wettbewerbsrecht zwischen den Zeilen das Wort "Kinderkrankheit aufgrund nationalstaatlicher Psychose" zu lesen ist, wird niemand etwas dabei finden. The common market, wo sich Angebot und Nachfrage gegenseitig ausbalancieren....jaja. Werfen Sie bitte einen Euro ein und ich erzähle Ihnen noch ein Märchen.

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