ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4221

20 Jahre Tschernobyl

Autor: thyl - Datum: 26.04.2006

Heute vor 20 Jahren platzte ein Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl nach einem von Hilfspersonal zu einem ungeeigneten Reaktorzustand gestarteten Experiment ohne Aufsicht durch Wissenschaftler. Durch das Aufplatzen des Reaktormantels gelangten beachtliche Mengen radioaktiven Materials ins Freie und verteilten sich im Laufe der nächsten Tage über große Teile Europas, auch über Deutschland.

Zu der Zeit machte ich gerade ein Praktikum an der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung in Neuherberg bei München. Als die Meldungen von der Katastrophe durchsickerten, gingen wir mit Geigerzählern in den Garten und hörten uns überrascht und erschreckt das starke Knattern des Lautsprechers an. Die Skalenausschläge überstiegen bei weitem das, was im Labor toleriert worden wäre.

Noch heute wird von meinen Freunden der Schwank erzählt, dass ich in der Zeit in meiner Studentenbude schwarzes Klebeband auf den Fußboden am Eingang geklebt hatte. Kein Besucher durfte mit Außenkleidung dieses Klebeband überschreiten.

Gedenken sollten wir aber an diesem Tag den Leuten, die damals unter Einsatz ihres Lebens (das viele von ihnen verloren haben) das radioaktive Material in den Reaktorschlund zurückgeworfen und dann einen Betonmantel über dem Reaktor gebaut haben. Helden.

Die Zahl der Toten durch Tschernobyl werden wir - schon aus statistischen Gründen - nie genau wissen. Vielleicht 4000, vielleicht 100000, immer aber der größte Industrieunfall der Menschheitsgeschichte.

Kommentare

Toller Artikel

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 26.04.2006 | #1
Mich hat dieser Unfall damals auch stark bewegt. Das ist eigentlich auch der Grund warum ich Atomkraft Gegner Wurde. Ich weiß noch wie es damals verboten war auf den Spielplatz zu gehen, weil etwas das man nicht riechen nicht schmecken, und nicht sehen hören oder fühlen kann, einen Umbringt. Das ist der Stoff aus dem Kinderalpträume gemacht werden.

Danke sehr

Von: Gunnar | Datum: 26.04.2006 | #2
Ich war damals 10 Jahre. Kann mich nicht mehr richtig erinnern. Aber jetzt im Nachhinehin begreift man erst was dort geschehen ist.

Danke für den Artikel.

Wahre Worte

Von: namepower | Datum: 26.04.2006 | #3
für mich sind die unzähligen Soldaten und Freiwilligen die damals den Reaktor zu betoniert haben die echten Helden unserer Zeit. Dafür haben sie mit Ihrem Leben bezahlt und nicht eimnal Anerkennung bekommen. Hut ab vor Ihnen!!!

größter Unfall ?

Von: Tobias | Datum: 26.04.2006 | #4
Leider kennt man nur solche wenigen Ereignisse die wirklich die Öffentlichkeit interessiert haben.

Was war noch vor 20 Jahren ? Bopal ! Bopal ?

Ein riesiger Chemieunfall der es locker mit Tschernobyl aufnimmt. Noch heute leiden hunderttausend Menschen unter den Folgen. Wie viele Tote es wirklich gab kann kaum jemand sagen, man geht von 15.000 Toten aus.

Bopal

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 26.04.2006 | #5
Seit Bopal boykottiere ich Union Carbid. Sie sind übrigens pleite :-))

Allerdings hatte ich etwas um die 2000 Tote im Kopf; sind so viele noch dazugekommen?

das schlimmste

Von: Hrusty | Datum: 26.04.2006 | #6
daran ist, erst durch solche Katastrophen geschieht ein Umdenken in den Köpfen und es entsteht ein Bewustsein, was Atomkraft bedeutet.
Insofern sind die Leute zumindest nicht umsonst gestorben.

@Hrusty

Von: don.redhorse | Datum: 26.04.2006 | #7
wie man es nimmt.

Seit dem Wechel der "Regierung" (weigere mich den Verein als meine Regierung zu akzeptieren, nein, ich habe es nicht gewählt). Werden die stimmen nach längeren Laufzeiten der Reaktoren in D. lauter, zudem wird wieder darüber gesprochen neue KKWs in D. zu bauen, bzw. dazu erstmal den "Weg" zu ebnen. Also, ich muss angesichts dieser Tatsachen leider sagen das sie doch für nichts gestorben sind.

Ich denke wir brauchen eine weltweite neue Sicht für Energien und deren Gewinnung.

Sollange mir niemand sicher sagen kann wie man die Brennstäbe später entlagert und vor allem, was machen wir mit den ganzen alten Reaktorgebäuden? Das wird ein Problem mit dem wir uns noch zu befassen haben, spätestens in den nächsten 15 bis 20 Jahren :(

Die Wolke

Von: nopeecee | Datum: 26.04.2006 | #8
mein Filmtipp zum Thema "Die Wolke"

Einige Gedanken

Von: jochen | Datum: 26.04.2006 | #9
Energieerzeugung ist gefährlich:

Kohleförderung hat auch Tausende von Bergleuten dass Leben gekostet.

Erdölförderung kostet Leben.

Das Fällen von Bäumen ist gefährlich.

Auch die Gewinnung von Energie aus Solaranlagen wird mit Unfällen einhergehen

Jochen

Im Wikipedia stand mal ....

Von: schwarzer Humor | Datum: 26.04.2006 | #10
In Wikipedia standt vor einiger Zeit ( so 3 Monate oder so) was - eine BETA Version von Windows 1.0 habe vor (damals im Artikel: etwa) 20 Jahren eine Reife Leistung erbracht. Dieser Artikel wurde aber rausgenommen ... ich sag da nur LOL dazu...

@ Hrusty

Von: Thesi | Datum: 26.04.2006 | #11
"das schlimmste daran ist, erst durch solche Katastrophen geschieht ein Umdenken in den Köpfen und es entsteht ein Bewustsein, was Atomkraft bedeutet.
Insofern sind die Leute zumindest nicht umsonst gestorben."

hm, also erstens hatten einige auch schon vorm dem gau ein bewußtsein dafür, was Atomkraft bedeutet und zweitens kann ich irgendwie kein umdenken feststellen - ausser in D (und SE?) wurden/werden quasi überall neue Atomkraftwerke gebaut/geplant

z. B.: "27. Februar 2006 / ENERGIE-HEISSHUNGER / China will 32 Atomkraftwerke bauen"
[Link]

Letztlich ist es die Wahl ....

Von: Querulant | Datum: 26.04.2006 | #12
... zwischen Pest und Cholera.
Fossile Brennstoffe verpessten die Umwelt und sorgen für den Treibhauseffekt inkl. aller schon spürbaren Folgen: mehr Stürme, stärkere Stürme, abschmelzen von Gletschern und Polkappen usw. usf.
Kernkraftwerke lassen sich evtl. (!!!) in Zukunft sicher(er) bauen und betreiben, trotzdem bleibt - abgesehen vom »Restrisiko« - die Frage, was mit strahlenden Müll gemacht werden soll.

Grade kam im Heute Journal ein Bericht, mit dem Fazit, 20 Jahre nach Tschernobyl ist Atomkraft langsam wieder salonfähig. Und unser »Freund« Mr. Bush, will in den nächten Jahren 20 (oder waren es 200?) neue AKWs bauen lassen, nachdem seit Harrisburg kaum oder keine mehr entstanden sind.

Sicher ist nur eins: mit Wasser-, Wind- und Solarenergie lässt sich der Strombedarf dieser Welt nicht decken. Inzwischen wird doch fast alles elektrisch angetrieben, Dosenöffner, Messer ...

Dezentral und effizient

Von: Jo | Datum: 26.04.2006 | #13
Die Zukunft der Energieversorgung liegt in der dezentralen Versorgung. Nicht riesige Anlagen mit schlechtem Wirkungsgrad, bei denen auch noch bei der Verteilung der Energie viel verloren geht, lösen das Energieproblem. Energie sollte da erzeugt werden, wo sie gebraucht wird.

Blockheizkraftwerke, Geothermie und Biomasse übers Land verteilt verhindern auch noch einen Blackout, wie ihn die Amis vor nicht allzu langer Zeit erleben durften.

Das Problem dabei ist nur, daß nicht die großen Unternehmen den Reibach machen (z.B. Siemens, der Microsoft der Hardware), sondern kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht die Lobby bei der Politik besitzen.

Interessanter Link: [Link]

Mit Solar

Von: Dr.Evil | Datum: 26.04.2006 | #14
"Sicher ist nur eins: mit Wasser-, Wind- und Solarenergie lässt sich der Strombedarf dieser Welt nicht decken. Inzwischen wird doch fast alles elektrisch angetrieben, Dosenöffner, Messer ..."

Mit einer Kombination aus Solarenergie, Geothermie und Windenergie ließe sich der elektrische Energiebedarf, wenn nicht sogar der Primärenergieverbrauch der Welt stillen.
Nur scheut man logischerweise energiepolitische Abhängigkeit von afrikanischen Staaten.
Eine Energiewirtschaft auf Energieerzeugung durch Solarenergie und Windenergie aufgebaut und dem Energieträger Wasserstoff wäre durchaus möglich.

Zumindest theoretisch. ;)

Querulant,

Von: Cassius | Datum: 26.04.2006 | #15
ich denke, daß letzteres ein Resultat der zu geringen Energiekosten ist. Strom müßte ganz drastisch verteurert werden, entweder indirekt über stärkere Belastung der Produzenten oder aber direkt über Besteuerung. Das Problem ist doch wirklich, daß die meisten Leute "Steckdose = kostenlos" denken. Strom kostet anscheinend nur Geld, wenn er aus einer Batterie kommt, der Rest ist so billig, daß die Kosten übersehen werden. Deswegen werden dann auch sämtliche unwichtigen Faktoren beim Gerätekauf berücksichtigt, aber der Energieverbrauch spielt keine Rolle.

Das fängt schon bei echten Energieschluckern wie Monitoren an (wo sich die Kosten über zwei, drei Jahre doch deutlich bemerkbar machen können, was aber kaum jemand realisiert), und ist bei Kleingeräten noch extremer. Wir kaufen doch auch lauter Zeug von Apple, das sich nichtmal richtig AUSschalten läßt, sondern in jedem Zustand Strom zieht. Daß das nicht nötig wäre, beweist die problemlose Verwendung abschaltbarer Steckdosenleisten. Apple könnte problemlos auch einen richtigen An-/Aus-Schalter an seine Geräte basteln, aber das ist dem Kunden so unwichtig, daß es nicht getan wird.

Macht Energie ordentlich teuer (bei Atomstrom würde es ja schon reichen, eine Risikoversicherung vom Betreiber zu verlangen, dann wäre Atomstrom unbezahlbar!), dann kommt der angebliche Energiebedarf ganz schnell wieder in realistische Höhen und schon gibt es keinen Strommangel mehr. Wenn die Energievergeudung nicht immer weiter zunehmen würde, wäre es überhaupt kein Problem, Deutschlands Energiebedarf nach der schrittweisen Abschaltung aller AKWs durch alternative Energiegewinnung zu decken.

@ cassius

Von: Querulant | Datum: 26.04.2006 | #16
Ich glaube nicht, dass extreme Verteuerung der richtige Weg ist. Viel sinnvoller wäre es, bei den Leuten ein BEWUSSTSEIN für die Umweltfolgen von Energieverschwendung zu schaffen. Die Menschen sollten aus Überzeugung Strom sparen, nicht, weil sie sich einfach nicht mehr leisten können.
Abgesehen davon würde es sowieso nicht viel bringen. Die immer mehr armen Menschen, die sowieso schon sparen müssen, müssten ihr letztes Hemd für den Grundbedarf hergeben. Die mit mehr Geld würden weiter verschwenden.
Man siehts doch am Benzin: es wird teurer und teurer, man mault und flucht auf »die da oben« (wegen Steuern) und die Ölscheichs und und macht dabei den Tank wieder voll.
Wer steigt denn schon auf öffentliche Verkehrsmittel um? Das Auto ist immernoch ein Symbol von Freiheit, Individualität und Unabhängigkeit. Der durchschnittliche Deutsche würde lieber aufs Essen verzichten, als aufs Auto.
Genauso ist es beim Rauchen: ist das zurückgegangen, seit es so teuer geworden ist? Ich glaubs nicht.

sparen ist die lösung

Von: kingkiss | Datum: 26.04.2006 | #17
knackpunkt beim energieverbrauch liegt merkwürdigerweise nicht in der bereitstellung von energie, sondern beim verbrauch. wir verbrauchen zu viel. mehr als nötig! hier kann sich jeder von uns an die nase fassen. vor 10 jahren hat herr weizecker (der bruder des ehem. bundespräsidenten) in seinem buch geschildert, wie wir (die westliche welt) ohne große anstengung unseren energiebedarf um den faktor vier reduzieren können. strom sparen hat aber keine lobby. stromkonzerne schon. hier nur ein kleines beispiel. großkunden der stromkonzerne bekommen rabbate auf ihren verbrauch. wer wenig verbraucht muß eben mehr zahlen. da wird mit strom gehandelt wie mit fisch bei einem marktschreier. kaufen se 2 kilo dann geb´ich noch was drauf!
hier ist die politik gefragt, dumm nur dass die so abhängig sind von der energielobby.
ps. ein gutes hatte tschernobyl. in deutschland wurde seit 1986 kein einziges KKW mehr gebaut.

binär

Von: cube dude | Datum: 26.04.2006 | #18
es ist erstaunlich, wie grosses entsetzen tschernobyl (vorallem in europa) ausgeloest hat, bedenkt mann der unfaelle und versuche die waehrend den sechziger jahren weltweit passiert sind.

die strahlung, die waehrend dieser zeit zum teil durch unwissenheit, nachlaessigkeit und/oder schlichtes pech verbreitet wurde, war massiv.

wir muessten alle laengst unter der erde liegen.

versteht mich nicht falsch, solche dinge sind scheisse.
ich will gesund in einer gesunden welt leben.

ich finde, mann muss aber die relationen bewahren.

wir brauchen (immer wie mehr) energie - das ist ausser frage.
wenn mein land (ich lebe in der schweiz) aber beschliesst, keine kkw's zu bauen und die vorhanden kkw's nach und nach abzuschalten, frage ich mich:
wo kommt mein strom dann her? (nein unsere paar staudaemme und solarzellen hier reichen nicht)
von unseren nachbaren aus frankreich? nein danke, dann will ich lieber ein serioes betriebenes kkw in der schweiz.

eine welt, die durch solar-/wind-/wasimmer-kraft mit energie versorgt wird, waere toll.
weltfrieden und gerechte verteilung des wohlstands auch.

ich finde die allgemeine meinung zu diesem thema zu extrem - schwarz/weiss - oder eben binaer.

flame away!
cube dude

tschernobyl

Von: bertzobert | Datum: 27.04.2006 | #19
... der (schlechte) witz ist, tschernobyl ist nichtmal der massivste unfall gewesen, es gab eine MASSIVSTE havarie in der sowjetunion 1957, die leider erfolgreich vertuscht worden ist...

[Link]

krank, krank, krank!!!

Wissen ist Macht, gute Nacht.

::

Von: no quarter | Datum: 27.04.2006 | #20
danke, thyl.

n-q

@Jochen "Energieerzeugung ist gefährlich"

Von: Michel | Datum: 27.04.2006 | #21
Kann man wirklich so kaltschnäuzig sein?

Klar, bei jeder Tätigkeit kann es zu Unfällen kommen, jede größere industrielle Unternehmung hat Folgen für Um- und Nachwelt - mit den direkten und indirekten Folgen der Atomwirtschaft ist allerdings nichts zu vergleichen.

Auf sowas wie den "großen Windkraftwerk-Unfall von 2012, wo sich dreißig Rotorblätter von ihren Lagern lösten und eine grausame Spur der Verwüstung durch ganz Norddeutschland pflügten" wirst Du vergeblich warten - dass uns z.B. die Weltmeere den versenkten Strahlenmüll in einigen Jahrzehnten bis Jahrhunderten durch die Nahrungskette zurückgeben werden, halte ich dagegen für sicher.

@cube dude

Von: Michel | Datum: 27.04.2006 | #22
>die strahlung, die waehrend dieser zeit zum teil durch unwissenheit, nachlaessigkeit und/oder schlichtes pech verbreitet wurde, war massiv.

>wir muessten alle laengst unter der erde liegen.

Stimmt wohl: Gegen die Dauerbelastung in den Sechzigern, in denen ich z.B. geboren wurde, ist Tschernobyl eher ein laues Lüftchen zu nennen. Warten wirs ab, wie alt meine Generation wird.

und @Querulant: "Bewusstsein schaffen" geht m.M. bei der Masse nur über den Geldbeutel.

Hauptproblem ist aber doch, dass der Großteil des Stroms beim Transport flöten geht. Hier muss es zum Umdenken und zur Einsparung kommen - da können wir die Macs abschalten, so oft wir wollen - an das Potenzial kommen wir nicht ran.

Konsequenzen …

Von: burano | Datum: 27.04.2006 | #23
Was ist wirklich die Konsequenz aus Tschernobyl?

In D wurden keine KKWs mehr gebaut, die einen fremdenergieUNABHÄNGIGEN Notabschalt haben und somit an und durch sich sicher sind (und einen Unfall wie in Tschernobyl UNMÖGLICH machen).

Dafür beziehen wir unseren Strom von wesentlich unsichereren KKWs aus Frankreich und dem Osten, und der Osten "muss" (da D ja keine wettbewerbsfähige KKW-Industrie mehr hat, die ihre deutschen Sicherheitsstandards exportieren könnte) KKWs vom Tschernobyl-Typ in Russland einkaufen.

Das einzige "Sicherheitsrisiko", das m.E. bei unseren KKWs besteht, ist die ungeklärte Endlagerung. (Übrigens der Grund, warum ich gegen neue KKWs bin. Die Endlagerung lässt sich nämlich m.E. nicht klären …).

Allerdings halte ich die Empörung von Michel für extrem naiv: Durch Kohle- und Erdölförderung sind ein vielfaches an Menschen ums Leben gekommen wie durch Kernenergie. Aber: zur Zeit sterben für uns jedes Jahr "bloß" Chinesen in den Kohlegruben – und zwar auch "bloß" ein paar Hundert jährlich. Davon sind wir ja nicht betroffen, wie durch die Wolke aus der Ukraine …

...

Von: Kraftbuch | Datum: 27.04.2006 | #24
Unser Strombedarf ist so gross, weil es den Strom aus Kernkraftwerken eben gibt. Insofern trägt die Kernkraft zum explosiven Energieverbrauch massiv bei. Ohne völligen Verzicht auf diese Art der Energiegewinnung wird auch nie ein Umdenken in den Köpfen stattfinden.
Was ich sagen will: Wäre die Atomspaltung nie erfunden/entdeckt worden, würden wir trotzdem nicht im Dunkeln sitzen, längst wären alternative Lösungen entwickelt und optimiert worden.

Ach ja die KKWs.

Von: Terrania | Datum: 27.04.2006 | #25
Strom ist lebenswichtig für unsere hochindustrialisierte Gesellschaft. Strom war bis vor ein paar Jahren kein Thema - die Kosten waren kein Thema. Stromimporte aus KKWs anderer Länder waren auch kein Thema, Hauptsache bei uns stehen sie nicht. Da spielt es auch keine Rolle, wie sicher die KKWs in Tschechien oder Finnland oder Frankreich sind, hauptsache der Strom bleibt bezahlbar, und das deutsche Gewissen grün. Die Erpressbarkeit durch Preise fossiler Brennstofferzeuger steigt täglich. Der "kleine" Mann zahlt die Zeche. Nicht ihr, nicht ich, der "kleine Mann". Dem tut nämlich ein Benzinpreis von 1,50 bis 2 Euro weh. Und damit der Wirtschaft. Denn der fehlt die Kaufkraft. Für Autos, für die Dinge, die das Leben bei uns so angenehm machen. Vielleicht noch nicht heute, aber spätestens in 3-4 Jahren.
Gasversorger wie Gasprom ziehen die Daumenschrauben an. Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern und tragen zum Treibahuseffekt bei. Wasserkraft ist weitgehend ausgereizt. (Die bösen SIEMENS konnten die Energieausbeute aus hochgezüchteten Turbinen in den letzten 10 Jahren nur ein paar Prozent verbessern, bei astronomischen Entwicklungskosten), Solar boomt, aber ist nur ein Tropfen auf dem heissen Stein, denn Nachts läuft gar nix. Die Herstellung von Wasserstoff ist immens Energieaufwändig und unterm Strich nur mit großen Blockkraftwerken möglich - und wenn über Solar nicht bei uns, sondern beispielsweise in Nordafrika - kommt wieder der Transport (GEFÄHRLICH!) hinzu). Egal mit welcher Technologie gearbeitet wird. Niedrigenergiehäuser sind extrem teuer und für den "kleinen Mann" unbezahlbar.
Wo das alles hinführt? Wer alles schwarz oder weiss sieht, von Technolgie keine Ahnung hat, und beispielsweise einen Graphitreaktor wie Tschernobyl mit einem modernen deutschen KKW (Leichtwasserreaktor) gleichsetzt, der setzt einen Benzinfresser der 40er Jahre mit einem modernen Energiesparauto wie von Toyota gleich. Es fehlen in Deutschland bereits heute zigtausend Ingenieure, die sich mit Kerntechnik auskennen. Die Folge: Forschung wird woanders betrieben. Forschung übrigens, die lebenswichtig ist. Lehrstühle bleiben unbesetzt. Da gehts nicht nur um KKWs sondern neue Technolgien um mit weniger spaltbarem Material mehr Energie zu erzeugen. Stichwort Brutreaktoren.
Nichts gegen Solar- oder Windkraft. Aber wer sich die Relationen des Energiebedarfs und der Erzeugungsmöglichkeiten der verschiedenen Technologien ansieht (15 MW für das größte Solarkraftwerk in Europa, 1.200 MW für EINEN Block von Biblis), der muß anfangen in Grauwerten zu denken. Sonst kann er in zehn Jahren direkt schwarz sehen. Und die Steckdosen in D können zu schönen, unbezahlbaren Pretiosen umfunktioniert werden.
Das wir uns richtig verstehen: Tschernobyl war eine Katastrophe, die 100.000 Menschenleben gekostet hat, und immer noch kostet. KKWs sind NICHT der Weisheit letzter Schluss. Aber ohne Forschung (vor allem in Deutschland) und Ausprobieren neuer Technologien wird das alles sehr düster.
Und ja: Dezentralisierung ist tatsächlich ein bestechender Ausweg. Aber auch der muß bezahlbar sein - vor allem für den "kleinen Mann"!

Kernkraft ist so unsinnig, wie nochmal was!

Von: Stefab | Datum: 27.04.2006 | #26
1. Es besteht immer das Risiko eines Super-GAUs, habe gestern etwas gehört, dass bei Tschernobyl damals nur ganz knapp eine zweite Explosion verhindert wurde, welche um ein vielfaches stärker gewesen wäre.
Es leiden viele der Leute noch heute an den Spätfolgen, man schätzt mit etwa 40.000 Todesopfern, etwa 200.000 der 500.000 "Helden" sind heute Invaliden.
Dazu ist das Gebiet um Tschernobyl die nächsten paar hundert tausend Jahre unbewohnbar.
Die Anzahl der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder stieg seit dem Unfall von 5 auf ca. 1400 in der Region, in einem Zeitraum von glaube 10 oder 20 Jahren.
Viele Schwangere Mütter waren auch in der Gegend, die Folge waren massenhaft Fehlgeburten und ungblaubliche Missbildungen.

2. Neben eines GAUs durch technische Probleme, ist kein einziges, der weltweit ca. 300-350 AKWs gegen einen Terroranschlag mit einem Flugzeug gesichert.

3. Das Uran reicht bei dem heutigen Kraftwerkspark gerade mal für ein paar Jahrzehnte, dann ist Schluss mit Kernenergie, würde man den weltweiten Energiebedarf aus AKWs beziehen, wäre nach ca. 5 Jahren Schluss.

4. Die Endlagerung der radioaktiven Stoffe ist ungelöst. Diese müssen mindestens 10.000 Jahre gelagert werden (wer bezahlt das?), um ungefährlich zu werden. Dazu gibt es die gefährlichen Transporte von AKW zum Endlager.

5. Die Atomkraft ist absolut unwirtschaftlich und wäre ohne die Unmengen an staatlichen Förderungsmitteln hoffnungslos überteuert.

Sinnvolle Alternativen sind: Energie sparen und eine Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien. Wie eine weltweite Versorgung damit sichergestellt werden kann, zeigt zB. das Buch: "Sauberer Strom ohne Ende" von Hans Kronberger auf.
Ein Passivhaus mit thermischer und elektrischer Solaranlage kann sich zB. großteils selbst versorgen, das was fehlt (eher im Winter) kommt eben durch Biomasse (zB. Holz Pellets) herein.
Auch kann sich zB. jeder mit einer kleinen Solaranlage am Dach, den jährlichen Strombedarf für sein eigenes Fahrzeug decken, wenn man denn ein Elektrofahrzeug fährt.


Was kann man nun selbst tun?

1. Energie sparen
2. Nur 100%igen Ökostrom kaufen/unterstützen
3. Mitmachen bei "1 Million EuropäerInnen gegen Atomkraft"
4. Auf eine glaubwürdige Anti-Atomkraft Politik setzten.

Zu Punkt 2 kann ich sagen: Das geht ganz einfach, ein A4 Formular ausfüllen, absenden, fertig. Schon zahlt man nur mehr für sauberen Strom. Und das beste daran: Es ist nur minimal bis gar nicht teurer. Leider kenne ich nur österreichische Anbieter:

[Link] (Alpen Adria Energie)

[Link]

zu Punkt 3: Die Unterschriftenliste kann hier geladen werden:

[Link]

Schönen Tag!
Cu,
Stefab

Man könnte es fast glauben Stefab

Von: Terrania | Datum: 27.04.2006 | #27
Leider gibt es wie immer Interpretationsmöglichkeiten.

Beispiel zu 3: Wie lange reicht Uran? Dazu gibt es Studien zwischen 15 und 150 Jahren. Nicht eingerechnet Bruttechnologien, die mehr raushaolen. Welcher soll ich glauben? Deiner Aussage als KKW-Gegner?

Beispiel zu Pellets&Biomasse: Öhm, und was ist mit den Treibhausgasen? Und dann die Pellets: Feine Sache, vor allem in der Stadt.

Gefährliche Transporte zum Endlager: Ja, die werden sogar noch gefährlicher, wenn KKW-Gegner Schienen sabotieren ...

Dann thermische & elektrische Solaranlage: Was machst du in der Nacht, wenn der Energieverbrauch nachweislich steigt? Kerze an? Ach ja, da gibts ja noch die Steckdose ...

Energie für Farhzeuge über Solaranlage am Dach: Ladezeiten? Aktionsradius? Wie groß muß die Anlage sein? Das es theoretisch geht unterschreibe ich sofort, nur wage ich zu bezweifeln dass 4 Solarpaddel den Energiebedarf bereitstellen können für ein Ökomobil, das weiter als 100 km fahren soll.

Das wir uns richtig verstehen: Das sind alles GUTE IDEEN. Nur leider weder für den "kleinen Mann" derzeit oder in Zukunft finanzierbar, noch ist die Ökobilanz überall ehrlich berechnet worden. Klar, für Individualisten mit viel Kohle, äh, Geld, kein Thema ...

Dann der Ökostrom: Wie erkenne ich den? Ist der Gelb, Blau oder was? Ökostrom ist in die Tasche gelogen. Zwar kommt der vom Ökostromproduzenten, aber es ist schwer nachzuvollziehen, ob der Strom, der aus der Leitung kommt, wirklich vom Ökomeister kommt ...

@burano: Naiv?

Von: Michel | Datum: 27.04.2006 | #28
Naiv ist es, Gefahren der Energiegewinnung auf die Zahl der direkt beteiligten Opfer zu beziehen, m.E. - ich dachte, das wäre klar.

Das klingt ja geradezu wie Rabulistik der Atomlobby: Einfach die "direkten" Toten gegenüberstellen und die Folgeschäden ausklammern, die sich möglicherweise erst Jahrzehnte, Jahrhunderte später bei der gesamten Weltbevölkerung zeigen, aber "selbstverständlich" auch durch natürliche Strahlenbelastung zustandegekommen sein könnten).

Deutlich sicherere Kohlegewinnung, als es die Chinesen praktizieren, wäre möglich - sichere Kernenergie dagegen ist unmöglich - denn die Strahlenbelastung wird dadurch immer erhöht - und sei es erst durch die, wie Du richtig sagst, völlig ungeklärte sogenannte "Endlagerung".
Natürlich zieht das nur, wenn man davon überzeugt ist, dass eine erhöhte Belastung auch Folgen hat. Meine Generation wird vermutlich deutlich häufiger an Krebs erkranken, als andere - und sicher ist, auch wenn das fies klingt: Durch den Kohlebergbau in China kommt das nicht.

Gedanken

Von: Dr.Evil | Datum: 27.04.2006 | #29
".. dem heissen Stein, denn Nachts läuft gar nix. Die Herstellung von Wasserstoff ist immens Energieaufwändig und unterm Strich nur mit großen Blockkraftwerken möglich - und wenn über Solar nicht bei uns, sondern beispielsweise in Nordafrika - kommt wieder der Transport (GEFÄHRLICH!) hinzu)."

Nachts muss auch weniger laufen, da der Energiebedarf wesentlich geringer ist. Geothermie wäre hier eine Möglichkeit, die permanent laufen kann. (eine von vielen).
Im übrigen ist die Herstellung von Wasserstoff weit weniger energieaufwändig, als du es hier darstellen willst.
Der Transport stellt in der Tat ein Risiko dar, aber es wird ein Energieträger gebraucht. Und mit der heutigen Technik ist auch eine Wasserstoff-Pipeline möglich.

"Egal mit welcher Technologie gearbeitet wird. Niedrigenergiehäuser sind extrem teuer und für den "kleinen Mann" unbezahlbar."

Niedrigenergiehäuser sind inzwischen oftmals nicht teurer als normale Häuser. Dieses Vorurteil ist leider noch in vielen Köpfen.

"3. Das Uran reicht bei dem heutigen Kraftwerkspark gerade mal für ein paar Jahrzehnte, dann ist Schluss mit Kernenergie, würde man den weltweiten Energiebedarf aus AKWs beziehen, wäre nach ca. 5 Jahren Schluss."

Auch nur halb wahr. In der Tat sind die Uranvorkommen endlich. Jedoch kann man schon in sog. "Schnellen Brütern" heutzutage sowohl Energie liefern, alsauch neues spaltbares Material erzeugen. Insofern ist deine Aussage unkorrekt und reisserisch.


Bei allen negativen Eigenschaften der Kernspaltung sollte man nicht vergessen, dass Atomforscher auch an der Kernfusion forschen. Hier entsteht irgendwann eine enorme Energiequelle, die derzeit leider noch mehr Energie verbraucht, als sie produziert. Ich hoffe stark auf den ITER. Wobei sich Deutschland hierran nicht Maßgeblich betelligt hat, im Gegensatz zu Frankreich und Japan.

Ein wenig untertrieben leider

Von: ionas | Datum: 27.04.2006 | #30
Die internationale Atombehörde lügt sich ins Fäustchen. Über 800.000 Liquidatoren die einfach so zunächst ganz ohne Schutzanzüge direkt auf dem Dach neben dem offenen explodierten Reaktor Schutt mit Schaufeln transportiert haben, was ist mit denen passiert? Eine Handvoll erhielt einen Orden, der Rest lebt heute kränkelnd und in Armut. Die meisten Liquidatoren waren junge Männer aus Militär und von Hochschulen/Universitäten.

48.000 Menschen in Prypjat wurden erst sehr spät informiert. Das Sterbealter und die Krebsraten in der aus der umliegenden Region und Stadt stammenden Menschen sind sehr hoch.

atomenergie

Von: nico | Datum: 27.04.2006 | #31
kernenergiegewinnung ist sinnvoll und mit heutigen qualitaetsmassstaeben auch voellig ungefaehrlich. es ist schlim, was in tschernobyl passiert ist, aber russische reaktorsicherheit aus den 50ern und westliche techniken kann man nicht vergleichen. laufende akws weiterlaufen lassen ist auch ok, wenn tuev-plakette korrekt ist...

endlagerung? zurueck in die erde, da kommt's auch her. strahlenbelastung ist nicht hoeher als alles um uns rum.
ansonsten macht tolle bus-reisen und lasst euch anti-erdstrahlenmatten verkaufen...

Nee, is klar, nico...

Von: Michel | Datum: 27.04.2006 | #32
wir verbuddeln das dann alles in Deinem Garten, okay?

Gruselig

Von: maczombie | Datum: 27.04.2006 | #33
Ich war damals einige Wochen nach dem Gau zum Messeaufbau in Moskau. Es war ziemlich gespenstig, da die Bevölkerung von dem Geschehen rein gar nichts wusste. In den Nachrichten war so gut wie nichts zu hören. So war das damals noch in der SU.

gruss MZ

Warum Kernkraftwerke vorzeitig abschalten?

Von: pjdi | Datum: 27.04.2006 | #34
Sicherlich müssen wir in Zukunft alternative Energien nutzen, aber die Forschung ist da keineswegs so weit, dass damit Kernkraftwerke ersetzt werden könnten.

Es ist sicherlich auch richtig, dass Endlagerung ein Problem darstellt und auch die Entsorgung eines Kernkraftwerks nicht nur problematisch ist sondern auch immenses Geld kostet.

Nur wie wirkt sich das auf die Diskussion zur Schließung der Kernkraftwerke aus.

1. Diese Kernkraftwerke sind in Betrieb. Es kann also nicht darum gehen: Wollen wir Kernkraftwerke oder nicht. Die hätte früher stattfinden müssen.

2. Es geht auch nicht um die Entsorgung. In dem Augenblick, in dem ein Kernkraftwerk in Betrieb genommen wird, steht fest, dass der gesamte innere Bereich Sondermüll ist. Dies wird durch den Gebrauch weder besser noch schlechter. Während des Betriebs fällt im Verhältnis nur wenig Müll an.

3. Um Investitionskosten kann es auch nicht gehen, denn die sind ja getätigt. Das Geld ist ausgegeben.

4. Bleibt lediglich die Sicherheit. Wenn dies für unsere Politiker ein ernstes Thema wäre, hätten diese Kraftwerke schon vor vielen Jahren stillgelegt werden müssen. Aber da gibt es einen Konsens, dass unsere Kraftwerke die sichersten sind. (Ob das wirklich so ist, ist ein anderes Problem.

Warum will man denn jetzt vorzeitig Kernkraftwerke schließen, solange sie noch sicher laufen. Wir verkürzen nur die Nutzphase. Das ist volkswirtschaftlich absoluter Unsinn. Es fallen keine wesentlichen Kosten während der weiteren Nutzung an. Es fallen keine wesentlichen Mengen zu entsorgendes Material an. Die Sicherheit wird als ausreichend bezeichnet.

Ein politisches Zugeständnis an Unkenntnis und stumpfes Anti-Denken, das uns ein Vermögen kostet.

Übrigens eine Kohlehalde strahlt weit mehr Radioaktivität aus als ein Kernreaktor.

Grüße

pjdi

Atomkraft kann man nicht wirklich kontrollieren

Von: Carlo | Datum: 27.04.2006 | #35
und das Szenario der Energiegewinnung wurde nie vollständig zu Ende gedacht.
Vom Atommüll ganz zu schweigen.
Nur weil man etwas nicht sieht oder direkt fühlt heißt es ja noch lange nicht, daß es nicht gefärlich ist oder die Umwelt nicht verändert. Strahlung ändert schließlich auch die Zellkerne und somit schädigt und verändert sie auch Gene.

Was mich stört ist, daß es sehr gute Alternativen gäbe. Leider steht nirgends geschrieben, mit wieviel Geld die Forschung für diese Alternativen gefördert wird.
Vermutlich mit 0!
Diese sind zwar auch gefährlich, aber es wird auf keinen Fall so komplexe Nachwirkungen haben, falls mal etwas passiert.

Beispiele, mit denen man jeden Energiebedarf sauber decken könnte.

Wasser: Hier meine ich nicht die Stromgewinnung durch Tourbinen, wie bisher, sondern die Wasserstofftechnologie. Da gäbe es mehrere Möglichkeiten, die zum Erfolg führen können. Einfache Knallgasgewinnung z.B. oder auch komplexere Verfahren, mit denen BMW lange Zeit herumexperimentierte.

Sand: Die Silane sind enorme Energiequellen. Sand ist massenhaft vorhanden. Die Forscher, die sich damit beschäftigen, sind auch schon ziemlich weit fortgeschritten. Aber es ist anscheinend gar nicht gewollt, daß normale Bürger mehr darüber erfahren.

Beide Lösungsmöglichkeiten verschmutzen die Umwelt nicht. Man erhält nach der Verbrennung entweder wieder Wasser oder Sand zurück.

Dann gäbe es noch etwas, was es schon einmal gab, was man aber nicht haben wollte, weil die Vermarktung nicht so viel Gewinn versprach. Es kann auch keine Utopie sein.
Jeder weiß, daß dort, wo Magnetismus ist, auch Strom ist und dort wo Strom ist, auch Magnetismus.
Was aber ist die Erde und welche Kräfte spielen zwischen Sonne und Erde?

Nur eine These (eine sehr gewagte):
Leider geht es nur darum, daß wenige Leute diesen Planeten und seine Bewohner so geschickt ausbeuten, daß möglichst keiner was davon merkt und alle tief daran glauben, daß wäre im Interesse von allen Menschen. Es stehen aber in allen Bereichen die gleichen Ausbeuter dahinter.

Petrochemie, Holz und Energie. Das sind die Schlüssel für alle wesentlichen Folgemärkte. Politiker sind deren Erfüllungsgehilfen und die Völker die Ausgebeuteten. Kriege und Auseinandersetzungen sind fast ausschließlich hinter den Kulissen abgesprochen und werden inszeniert, um zum Teil von den wahren Tatsachen abzulenken und/oder neue Gesetze durchzubringen, um die Massen besser kontrollieren zu können.
Staaten oder Menschen, die das Spiel so durchschaut haben, daß sie diesen Personen gefärlich werden können, werden vor die Alternative gestellt mitzumachen oder werden als Schurkenstaaten oder Terroristen hingestellt.
Das hört sich echt irre an. Macht die Augen und Ohren auf, paßt auf und ihr werdet mit der Zeit merken, daß diese These gar nicht so weit her geholt ist.
Es ist z.B. sehr interessant die Nachrichten zu hören, welche die amerikanische Bevölkerung und z.B. wir Deutsche zu einem entstehenden oder bestehenden Konflikt serviert bekommen. Jeweilige Quelle Reuters, gleicher Tag. Wer die Gelegenheit hat, in solchen Fällen beide zu vergleichen, muß automatisch stutzig werden. Die sind zur selben Sache meist völlig verschieden. Dann haben wir noch nichtmal gehört, wie andere Völker diese Nachrichten verkauft bekommen.

Multi

der ganze atomkraftwerksspuk

Von: neu | Datum: 27.04.2006 | #36
wäre von heute auf morgen erledigt wenn:

- die endlagerung des atommülls von den stromkonzernen bezahlt werden müßte
- die endlagerung des mülls vor ort, also dort wo der dreck entsteht bzw. wo die konzernbonzen wohnen bzw. dort wo die geschmierten-politikermarionetten arbeiten/leben erfolgen müßte
- die stromkonzerne versicherungen für die endlager abschließen müßten

zur zeit läuft es doch wunderbar für die konzerne: profite aus der produktion werden eingesteckt und die kosten für die entsorgung dem steuerzahler aufgedrückt (siehe auch die kosten für die polizeieinsätze)

unfug

Von: nico | Datum: 27.04.2006 | #37
ein endlager ist natuerlich nicht im heimischen garten. damit meine ich auch nicht "bloss weit weg", sondern es dauert eben seine zeit, ein geeigneten bereich zu finden, diesen unter sicherheitsaspekten auszubauen.
hat man ja. hat auch knete gekostet. wer da was abliefert, bezahlt dafuer. letztendlich die stromkunden, allgemein steuerzahler - wie das nunmal so ist bei gefoerderten grossprojekten.
vieles ist bezahlt, hat sich amortisiert. nu soll's abgeschaltet werden, weil pullundertraeger nicht riechen/schmecken/sehen und viel angst haben. meine oma hat auch imm er gesagt, wenn sie keine erklaerung hatte "dit kommt allet von die atome"...

und ueberhaupt, das zeug kommt aus der erde - und verschwindet wieder dorthin. ist sauberer, als kohle, erdgas, erdoel.

erzaehlt mal lieber dem ruhrpott, dass die kohle in ruhe gelassen wird. muss eh nur zugeschustert werden. dann ist ploetzlich die kacke am dampfen...

Terrania,

Von: Cassius | Datum: 27.04.2006 | #38
Deine Argumentation mit dem von Dir geliebten "kleinen Mann" ist ja auf den ersten Blick einleuchtend, auf den zweiten aber vollkommen unhaltbar.
Du meinst, wir bräuchten Atomstrom, weil dieser für Otto-Kleinbürger bezahlbarer sei als Passivhäuser, Solaranlagen und Ökomobile. Ok, das stimmt hier und jetzt unter den aktuellen Umständen.
Aber diese Umstände sind, und das übergehst Du völlig, keine Naturkonstanten, sondern vom Staat vorgegeben: Der Staat entscheidet, welche Form von Energiegewinnung wie stark gefördert wird, wie stark was belastet wird, und in welchem Maß die Betreiber für die Kosten aufkommen müssen.

Die Wahrheit ist - und da muß ich (was ich nie erwartet hätte ;-)) einmal "neu" beipflichten - daß Atomstrom viel teurer wäre, und gerade für den kleinen Mann unbezahlbar, wenn die entstehenden Kosten wie Endlagerung und Risikoabdeckung nicht vom Staat getragen würden.
Würde der Betreiber eines Atomkraftwerks eine ganz normale Versicherung mit einem normalen Versicherungsunternehmen für den Fall eines Unfalles abschließen müssen, wäre er pleite, weil die Versicherung unbezahlbar wäre. Deswegen wurde er vom Staat davon befreit, und die Allgemeinheit trägt diese Kosten indirekt.

Der Staat müsste also nur sagen "Atomkraftwerke müssen risikoversichert werden" oder "AKW-Eigner müssen die Endlagerung finanzieren", schon wäre Atomstrom Geschichte, weil unbezahlbar. Nur weil er sich vor ein paar Jahrzehnten anders entschieden hat, solltest Du die dadurch entstandenen Voraussetzungen für den wirtschaftlich sinnvollen AKW-Betrieb nicht als Naturgesetze hinstellen ;-)

bist du von der atomlobby?

Von: neu | Datum: 27.04.2006 | #39
es gibt soweit ich weiß keine endlager in deutschland, nur zwischenlager!

ach ja, da du ja so proatomstrom bist (aus welchen gründen auch immer B-) )
hier mal etwas von der gegenseite:

[Link]

[Link]


schließlich kann man ja auch mal den lügnern von der atommafia etwas entgegensetzen.

p.s. ich gehöre garantiert nicht den pullover/unter-trägern an.

@nico und die russische Technik

Von: pm | Datum: 27.04.2006 | #40
Leider ist unser Nico auf dem Holzweg. Der Tschernobyl Reaktor war konstruktionsmässig zwar 40 Jahre alt, aber die Ausfallquote ist nicht höher als bei Westreaktoren. Leibstadt der Schweizer Reaktor hat mehr Schnell-abschaltungen als Tschernobyl in Jahren.
Gleich wie beim Space Shuttel nicht das neueste ist das beste sondern das was funktioniert und da steht die russische Sojus Rakete mit 850 Starts und Landungen mit weniger als 10 Toten klar gegenüber dem Shuttle rund 100 Starts und Landungen bei 14 Toten klar im Vorsprung.
Aehnliches gilt bei den AKW. Im Westen wird schon fast nicht mehr ausgebildet. Reaktortechnik ist ein totes Fach.

Dass diese Jungs jedes Sicherheitssystem auch manuell ausser Betrieb gesetzt haben war schon ein arg starkes Stück. Soviel Sch...e war selten auf diesem Planeten.

entschuldige cassius

Von: neu | Datum: 27.04.2006 | #41
das war natürlich an nico gerichtet!

(nur nebenbei, habe e-technik studiert ;-) )

ach ja nico

Von: neu | Datum: 27.04.2006 | #42
bitte schmeiße nicht atomstromwahnsinn und den anderen wahnsinn mit der steinkohle zusammen.

beides sind aber ergebnisse intensivster lobbyarbeit und wirtschaftlich unsinn.
der steinkohlepfennig m.e. wäre nicht gekommen, wenn die fördergbiete im osten liegen würden - da hätte es für die an geheißen: kündigung und das sofort!

(oder will dies etwa jemand bestreiten?)

alles geschwafel

Von: nico | Datum: 27.04.2006 | #43
was sagt denn das aus, schnellabschaltungen? das es eben sicher ist. moderne akws sind zu maximal 60% auslastbar. mehr geht nicht, brennstabkuehlung etc.
bei den russen hat's nicht gklappt, kein schnellabschaltung. absichtlich in kauf genommene ueberlastung, weil man auch oesterreich strom verkaufen wollte. da ist denen der reaktor geplatzt.

deutschland:
natuerlich wurden dinger aus steuergeldern finanziert/gefoerdert. wie uebrigens so vieles in der wirtschaft. umso mehr macht eine laufzeit ueber amortisation hinaus sinn.
schau mal was in die ruhrkohle versenkt wurde.
im osten konnte man ja die stein- und braunkohle plattmachen, hat ja keiner gemurrt. im westen viel zu grosse lobby. aber das darf ja keine sagen...

"unternehmen sollen endlagerung bezahlen, macht ja der staat."

ist ja laecherlich. wenn der staat es bezahlen wuerde un bei mir nicht zulangt, dann waers ja in ordnung. ;-) meine guete, klar bezahlen wir das alles. und ich habe auch nix gegen windkraft, wasserturbinen, tiedenhubwerke, solarstrom etc. reicht nur nicht...

Nein kein Naturgesetz

Von: Terrania | Datum: 27.04.2006 | #44
Aber ich halte gar nichts von irgendwelchen Annahmen, die nicht zutreffen. Man hat die alternativen Energien zu spät aktiviert. Dass da keine Forschung reinläuft ist Schwachsinn. Wo geht denn die Forschung hin, seit kein Cent mehr für Atomtechnik ausgegeben wird? Grad eben ist in Bayern das größte Solarkraftwerk weltweit eröffent worden mit 10 MW. Die 15 MW oben nehme ich zurück. Also sind wir nicht mal bei 15 MW. Schade.

Soso neu: e-technik hast Du studiert. Dann hast Du im Normalfall von Atomtechnologie genausoviel Ahnung, wie jemand der Kosmopädagogik studiert. Da mußt Du schon mindestens Mit Dipl. Ing. EVT - Energie- und Verfahrenstechnik aufwarten, bis ich sowas ernst nehme.

Allerdings ist deine Aussage zur Lobbyarbeit absolut richtig. Ändert aber jetzt, wo die Karre im Dreck steckt, erst mal nix - im Gegenteil.

Knapp 40% des deutschen Stroms kommt aus Atomstrom. Im Übrigen nicht nur aus D, sondern wie oben erwähnt aus F,CZ und anderen Staaten. Energie ist der Lebenssaft in unserer hochindustrialisierten Gesellschaft. Nur billige Energie kann zu mehr Wohlstand für ALLE führen. Denn ohne billige Energie keine PCs, TVs, Autos (wenn denn dann mit Strom), Züge, etc. Wird die Energie exorbitant teuer, und das erwarte ich langfristig, weil neue Energieerzeugungsformen (wie bspw. die Fusion und andere) derzeit an uns vorbeirauschen, eine noch schnellere Verlagerung energieintensiver Industrien. Und ich rede hier nicht von Elektrostahlwerken, sondern beispielsweise der Autoindustrie, die unser Land (derzeit) noch am Leben erhält. Dabei ist es den Multis wurscht, ob sie ihre Autos bei uns verkaufen, die neuen Märkte, die auf alles schei*** wie China etc. sind dementsprechend groß genug um Einnahmen auf Jahrzehnte hinaus zu gewährleisten.

Ja, mir persönlich ist das Hemd näher als die Hose. Das ist auch beim unseligen Transrapid bitter, der erst mal in China gebaut wird, und dann auch noch als Plagiat weitergebaut wird.

Was hier (und das hat nur am Rande mit der KKW-Diskussion zu tun) abläuft ist ein Ausverkauf von Know-How, der als Bummerang demnächst brachial bei uns einschlägt. Darüber mache ich persönlich mir wirklich sorgen. Von kollabierenden AKWs mit miesen Sicherheitsstandards im Ausland mal ganz abgesehen.

Und ein Graphit-Reaktor (in der Regel Gasgekühlt) mag alt, und funktionell sein, aber schon Bauartbedingt ist das Risiko bei einem NICHT DURCH WASSER gekühlten Reaktor höher. Es gibt auch wassergekühlte Typen, die aber kaum eingesetzt werden. Derzeit ist der Leichtwasserreaktor am weitesten verbreitet, weil durch den Wassermoderator u.a. von haus aus schon mehr Sicherheitsstufen exisitieren ... Das hat nix mit Sojus-Technik zu tun ganz nebenbei ...

Infos zum RBMK Marke Tschernobyl

Von: Terrania | Datum: 27.04.2006 | #45
[Link]

Da steht auch, WARUM das so schnell passiert ist. Und warum es bei Leichtwasserreaktoren unwahrscheinlicher ist ...

Nico

Von: pm | Datum: 27.04.2006 | #46
Was du hier erzählst ist einfach Müll. In Harrisburg ist der Kern auch angeschmolzen.

Diverses

Von: Stefab | Datum: 27.04.2006 | #47
Der weltweite Nennleistung der Windkraftwerke soll laut Stand Ende 2004 47.574 MW betragen, wobei Deutschland mit 16.628 MW führend ist. Ihr seit wirklich zu beneiden, was das Erneuerbare Energien Gesetz betrifft...

[Link]

Die weltweiten 439 AKWs sollen etwa 300.000 MW produzieren.

Die meisten Städte könnten sich selbst versorgen, wenn die Dächer der Stadt mit Solaranlagen, sowohl mit thermischen als auch Photovoltaik bestück wären.

Weiters ist die Windkraft billiger als AKWs. Strom aus AKWs erscheint nur deshalb so günstig, wegen den enormen Unsummen an staatlichen Förderungen.
Würde diese wegfallen, wäre Atomstrom ganz schön teuer und erst recht, wenn man dann noch 100.000 Jahre Endlagerung mit einbezieht... Wer soll diesen Job denn übernehmen?

Die EU investiert um ein vielfaches mehr in Atomenergie als in Erneuerbare Energien.

Artikel zur Atomkraft:
[Link]

Überhaupt befinden sich auf oekonews.at derzeit viele interessante Artikel zum Thema.

Sehr interessanter und ausführlicher Artikel:

[Link]

PS: Danke an die MacGuardians Leute für diesen Artikel! Ihr seid wirklich die sympatischste Mac-News-Site! Besonders seit dem Intel-Switch wurde das deutlich. (MTN ist da im Niveau ziemlich abgesunken, die übernehmen blind falsche Benchmarks, nur um die Intels gut da stehen zu lassen, schneidet mal der G5 besser ab, kehrt man das unter den Tisch... das peinlichste war ja die FCP Geschichte mit dem tollen Wind-Filter :-p )

Zur Kernfusion...

Von: Stefab | Datum: 27.04.2006 | #48
...fällt mir noch ein: Da gibt es bereits ein riesiges Kraftwerk in sicherer Entfernung. Wir müssen dessen Energie nur einfangen und nutzen. Ich spreche von der Sonne!
Die indirekte und direkte Sonnenenergie ist der größte Energiespender überhaupt!

Also helft mal mit etwas gegen den unsauberen Strom zu tun und kauft nur mehr reinen Ökostrom ein! (kostet wirklich nicht mehr!)

Weiters muss ich noch sagen, wenn Autos denn elektrisch fahren, kommen sie mit einem Bruchteil der Energie aus, die heutige Verbrenner-Fahrzeuge verbrauchen. (etwa 1/10 bis 1/5 der Energie)

omg

Von: cube dude | Datum: 27.04.2006 | #49
ich habe selten soviel bullshit zu einem thema gelesen, wie in diesem thread.

mich erstaunlich nur, warum all die schlauen leute (sie kennen ja schliesslich neben saemtlichen technologien zur energiegewinnung auch die "loesung unserer energieprobleme") nicht unsere welt in eine sicher zukunft fuehren?

bitte, werft nicht mit solchen halbwahrheiten um euch.
so bringt diese disskusion null.

gut

Von: Cassius | Datum: 28.04.2006 | #50
Gut daß wenigstens cube dude die Diskussion mit fundiertem Fachwissen vorangebracht hat ;-)


Heutige Fahrzeuge sind, wenn man mal die Gewohnheiten außer Acht läßt und sich das ganze möglichst "von außen" ansieht, sowieso äußerst ineffizient. Gerade im alltäglichen Stadtverkehr und auf Kurzstrecken. Ich bin selbst mangels Wissen und Fähigkeiten nicht in der Lage zu errechnen, wieviel Energie ein PKW durchschnittlich auf 100km durch Bremsen abgibt, aber ich kann mir vorstellen, daß es eine Menge ist. Effizient wäre es, nicht zu bremsen, also den Wagen quasi ausrollen zu lassen, bzw. besser noch die Bremsenergie nicht sinnlos als Reibungswärme abzustrahlen, sondern zwischenzuspeichern.
Oder zukünftige Autos auf Autobahnen zusammenzukoppeln und automatisch steuern u lassen: Windschattennutzung, verringerte Unfallquote, weniger Bremsverluste.

Möglichkeiten gibt es viele, das Problem sind meist eingefahrene Sichtweisen, die Angst vor Neuem und vor allem das Interesse der Wirtschaft an der Erhaltung des status quo.

Cassius

Von: noch ein name | Datum: 28.04.2006 | #51
Die Idee mit der Rückgewinnung kinetischer Energie beim Bremsen darfst Du im Toyota Prius live erleben.

Nette Idee, in ".de" jedoch sinnfrei, da ein kleiner Diesel in einem Auto vergleichbarer Größe insgesamt weniger Sprit verbraucht als der aufwändige Hybridantrieb.

(bin mal einen Prius für ein paar tausend Meilen gefahren)

elektrofahrzeuge und nordpassage

Von: nico | Datum: 28.04.2006 | #52
eigentlich muesste man alle autos auf strom umstellen. waere ne gewlatige belastung fuer bisherige stromanbieter. dafuer gaebe es entlastung von elektrotankstellen. die produzieren selbst den strom. zunaechst moeglicherweise nur durch verbrennung - dieselaggregate.
scheint also nichts gewonnen?
doch - durch diese mehr odr weniger zentrale goressere stationaere verbrennung kann man effizienter arbeiten, mehr energie rausholen.
langfristig kann man auf andere brennstoffe umsteigen, bio-diesel, bio-alkohole, wasserstoff.

wasserstoff produziert man in island, die haben genuegend wasser und natuerliche energie ohne ende. in afrika baut man grosse aufwindkraftanlagen und riesige sonnenkollektorenfelder.

nur, wer macht mit? keiner!

statt dessen freut man sich ueber polschmelzen, weil unter der arktis die weltgroessten erdgas vorkommen vermutet werden, norwegen staenkert deswegen schon mit russland rum, weil die sehr sehr frueh grosse teile der arktis fuer russisches territorium erklaert hatten und damals keiner einwaende hatte.
nordpolkappe zieht sich zurueck, eine riesige eisbrecherflotte die sich vor jahren noch china fuer den noerdlichen seeweg zulegen wollte, wird nun nicht mehr benoetigt. in 15-20jahren kann man ganzjaehrig ohne probleme diese passage fahren.

leute, legt euer geld in strategisch gutgelegenen nordhaefen an. die route ist interessant, weil durch politisch stabiles gebiet.

freude?

Von: wolfgang | Datum: 28.04.2006 | #53
>statt dessen freut man sich ueber >polschmelzen, weil unter der arktis die >weltgroessten erdgas vorkommen vermutet >werden...

dann hoffe, dass der nicht gehoben wird, sonst gehts klimamässig rund.
Wir sitzen auf einer ganz dünnen Hülle. Darunter ist Lava. Mehr Energie als wir je verbauchen können. Geothermie ist überall verfügbar, weil die Lava überall ist. An manchen Stellen ist die Schichte dünner an anderen dicker. Wenn nur ein Bruchteil der Kosten der Atomkraft und der Förderung fossiler Brennstoffe in die Entwicklung der Geothermie fliessen würde, hätten wir genug Energie. Aber daran verdient weder die Atom- noch die Erdölindustrie.
Der Mensch lernt nix, bevor er nicht eine drauf kriegt und vergisst schnell, wenns ihm an die Bequemlichkeit geht. Also werden wir die Folgen der fossilen Energie tragen müssen, und die werden fürchterlich sein. Wir sehen erst den milden Anfang... (Viel grössere Vieher als wir, sind schon am Klima ausgestorben).

@Cassius

Von: cube dude | Datum: 28.04.2006 | #54
keine ahnung warum du dich betroffen gefuehlt hast, denn meine bitte richtete sich eigentlich an andere...

egal

wenn ihr mal "zuviel" zeit habt, ist hier was zum lesen (und zum kopfschuetteln):
[Link]

Alles schwierig

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 29.04.2006 | #55
Jedenfalls finde ich es überraschend, wie schnell die Ökos bei Atomenergie den Klimaschutz vergessen, und das die Atomlobbies glauben, Benzin durch Kernkraft ersetzen zu können.
Hoffnung Afrika: Solarzellen werden bei zunehmender Temp. ineffizienter, Solarpaneele in der Sahara dürften also nicht viel bringen.
Sunfuel: ist vermutlich energiedefizient (Herstellung bei hohen Temp.)
Kernenergie: nur durch Plutonium-Brüter noch eine mögliche Zukunftstechnologie, und da traut sich keiner mehr ran.
Abfälle verbuddeln: würde einen massiven Abreicherungsprozess erfordern, bei dem das radioakt. Material mit Unmassen von Gestein vermischt werden müsste. Unrealistisch.
Einsparpotentiale: sind da, reichen aber nicht, um gleichzeitig Atomenergie, Kohlenenergie und Erdöl zu ersetzen.
Pellets: wollen wir wirklich unsere Restwälder verheizen?
Stroh etc.: reicht sowieso nicht, und wird auf den Feldern gebraucht.
usw. Eigentlich überall nur Probleme, und keine Lösungen.
Wenn das mit der Fusion nicht langsam funktioniert, sehe ich schwarz für unsere Energie-basierte Kultur.

@terrania

Von: neu | Datum: 02.05.2006 | #56
"Soso neu: e-technik hast Du studiert. Dann hast Du im Normalfall von Atomtechnologie genausoviel Ahnung, wie jemand der Kosmopädagogik studiert. Da mußt Du schon mindestens Mit Dipl. Ing. EVT - Energie- und Verfahrenstechnik aufwarten, bis ich sowas ernst nehme"

na dann bist du offensichtlich ein diplomierter fruchtfliegenzüchter, so daß man dich ernst nehmen muß?

abgesehen von deinem bullshitbingo bzgl. meines studiums und deiner akzeptanz desselben: es zeugt von reichlich dümmlicher arroganz, wenn ich schon 2 links gepostet habe zum thema anteil (strom) der atomkraftwerke und dann kommt klein klugkorinthenkacker und postet seine eigenen 40%, wer soll dich denn ernst nehmen?!
und falls es dir noch nicht aufgefallen ist, energieerzeugung heißt nicht nur strom!
weiterhin verursachen atomkraftwerke eine erhebliche belastung der pumpspeicherwerke, da man nicht mal eben so ein paar brennstäbe aus dem reaktor ziehen kann (belastung der pumpspeicherwerke ist ein gern betontes "argument" der atommafia wenn gegen die windkraftanlagen geschossen wird).

und über dieses "alternative energie reicht nicht" kann man ja nur lachen!
die kombination alternativer energien macht es! selbst in deutschland ist die energiedichte der sonneneinstrahlung bei etwa 1,1 kw/qm, d.h. es ist schon einiges an solarenergie verfügbar (bei angenommenem wirkungsgrad um 12-15% der solarzellen, 17% spitze). weiterhin kann man den wirkungsgrad einer solaranlage durch serienschaltung erhöhen (für die vermeintlichen "fachoberterranier": hintereinanderschaltung unterschiedlicher solarzellen, die jeweils ein anderes lichtspektrum abgreifen aufgrund unterschiedlichen kollektormaterials und dotierung :-) )


letzendlich geht es um die entscheidung: großkonzerne (großprofite, oligopole) gegen kleine dezentralisierte energieerzeugung (und damit wieder mehr wertschöpfung für den normalverbraucher).