ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4222

Jobs wird keine grüne Supermaus

Apple, Aktien und Umweltschutz

Autor: dk - Datum: 28.04.2006

Steve Jobs hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach er nach der erfolgreichen Einverleibung von Pixar durch Disney dort eine leitende Rolle übernehmen würde. »Nichts könnte weniger der Wahrheit entsprechen«, so Jobs, »ich werde dort sogar weniger Zeit verbringen als vorher bei Pixar.« Jobs ist nach eigener Aussage der Ansicht, daß es weitaus geeignetere Personen gibt als ihn selbst, Disney zu leiten, wie etwa den CEO Robert Iger (der Mickey Mouse auch viel ähnlicher sieht, Anm. d. Red.). Disney bezahlt 7,4 Milliarden Dollar für Pixar, was Jobs gleichzeitig zum größten Aktionär machen wird und ihm einen gemütlichen Sitz im Aufsichtsrat verschafft.

Während des dieswöchigen Apple-Aktionärstreffens zeigte Jobs dann seine dünnhäutige Seite, denn es ging um Apples Recyclingprogramm. Zwar hat Apple am 21. April diesen Jahres sein Recyclingprogramm ausgeweitet und dafür auch Applaus bekommen, hatte aber noch vor einem Jahr eigentlich keine richtige Lust dazu gehabt, was unter anderem As You Sow auf den Plan rief, gegen Gesetzesvorlagen gestimmt, die mehr Verantwortung der Computerhersteller im Kampf gegen Umweltverschmutzung forderten und Kunden, die ihren Mac zwecks Recycling zurückgeben wollten, dafür bezahlen lassen. So steht das auch heute noch auf den Apple-Seiten, u.a. für Deutschland. Man könne den Computerschrott ja beim örtlichen Recyclinghof abgeben und auf eigene Kosten bei Apple einschicken.

Nun also die nicht komplette Kehrtwende, denn Apple hat sich immer noch kein Ziel gesteckt wie etwa Dell und HP, die sich beide Marken von mehreren Milliarden pounds eingesammelten Computermaterials gesetzt haben und Organisationen, die sich um die Abwicklung kümmern, finanziell unterstützen. »HP has announced a goal of collecting one billion pounds of products and supplies for recycling by 2007. Dell’s goal is 280 million pounds by 2009.« Man bekommt den Eindruck, Apple mache nicht mehr als unbedingt nötig, feiere sich aber über Gebühr selbst.

Erst deutlicher Druck scheint dem Apfel ein wenig Saft zu entlocken. Ansonsten soll er möglichst prall und rund bleiben. Das paßt auch zu der Fragerunde während der Aktionärsversammlung in Cupertino, der einzigen Veranstaltung, während der Apple-Verantwortliche Aktionären Rede und Antwort stehen. Auf die Frage, ob Apple sich denn hinsichtlich seines Recyclingprogramms demnächst Ziele setzen würde, antwortete Jobs lediglich: »Ich weiß nicht.« Ein anderer Aktionär sprach die bisherige Unternehmenspolitik an, die keinerlei Gewinnausschüttung vorsieht. Jobs trockener Kommentar: »Das haben Sie richtig verstanden.« Und dabei bleibe es auch. Einen dritten Aktionär, der zwei Fragen angekündigt hatte, unterbrach Jobs nach der ersten Frage mit den Worten: »Eine Frage pro Person, stellen Sie sich wieder hinten an.«

Kommentare

1ter

Von: vollted | Datum: 28.04.2006 | #1

hmm

Von: kaos | Datum: 28.04.2006 | #2
interessantes tibtid von dem meeting wäre ja das hier gewesen: (macrumors)

Apple's CEO Steve Jobs said that the upcoming products are "the best I’ve ever seen in my life". He also reportedly replied "we hear you" when one shareholder requested that the company make the "ultimate media center," including personal video recorder functionality.

gut. media center war zu erwarten. ipod + frontrow + ipod hifi oder wie das ding heisst, weisen ja darauf hin. trotzdem ist das sozusagen die erste offizielle bestätigung, zumindest wenn man sie als solche interpretieren will...

achja

Von: kaos | Datum: 28.04.2006 | #3
und wenn man macrumors zu recycling liest, ist das auch nicht so negativ wie hier

"We are concerned that besides being a hip, cool company, Apple is falling short of the industry environmentally," Fahn said. "I would like to thank you for the program introduced last week, but there is still a long way to go."

In response, Jobs noted that the Sierra Club recently voted Apple one of its top 10 environmentally friendly companies. "So there is some kind of disconnect with your numbers," he said. Jobs also noted that Apple's new recycling program takes any computer, not just Macs, "because we like switchers, too."

den unterschied zwischen der dell und der apple strategie könnte auch schlicht daran liegen, dass dell management by numbers macht und apple management by process. das bedeutet bei dell geht es va. darum eine vorgefasste zielmarke zu erreichen und bei apple eine idee möglichst optimal in einen prozess umzuwandeln.

das heisst nicht, das apple's programm besser wäre. auch management by numbers kann gute resultate haben. das heisst aber, dass man die beiden nicht so simpel vergleichen kann.

schriftgröße

Von: dave | Datum: 28.04.2006 | #4
warum habt ihr neuerdings sone riesige schriftgröße hier?

also spiegel online hat bei mir geschätzte 10 punkt und ihr seid so bei 18 oder so... is schon ziemlich unerträglich so großer text!

verdammt

Von: no quarter | Datum: 28.04.2006 | #5
arrogant, der steve jobs.

n-q

dave

Von: Hrusty | Datum: 28.04.2006 | #6
Kundenwunsch.
ich habe gefragt und sie haben es so gemacht. da kann sich SO ne Scheibe abschneiden.

so ist er halt der Steve......

Von: Hrusty | Datum: 28.04.2006 | #7
manche nennen ihn god und beten ihn an, andere sagen ganz einfach Arschgeige zu ihm.
Die Spanne ist da sehr weit.

Recycling

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 28.04.2006 | #8
Ich will da nichts schönreden, aber könnte:
-Dell/HP so ein Programm benutzen, um möglichst viele Rechner aus dem Markt zu saugen und durch neue zu ersetzen? Von ihnen natürlich? Da wäre der Umwelteffekt dann ja kleiner.
-ein Mac "nachhaltiger" in dem Sinne sein, dass so viele einfach noch im Einsatz sind, dass ein Tonnagenprogramm an der Hartleibigkeit der Mac-Besitzer scheitern könnte? (Wie, Ihr wollt meinen Mac SE? Pfoten weg, das ist meiner, und der bleibt hier in der Vitrine/als Druckerserver/wg. dringend benötigtem 7.0 Programm)

Die Sache ist eben mitunter einfach komplex.

Nachhaltigkeit?

Von: Äppele | Datum: 28.04.2006 | #9
Steve ist beides: ein göttlicher Verkäufer und ein Arsch jenen gegenüber, die seine Göttlichkeit anzweifeln.

Der iMac wäre wirklich nachhaltig, wenn man den Bildschirm von Mac zu Mac übernehmen könnte und generell nachrüsten könnte. (GraKa, CPU, Mainboard. Aber das ist ja nicht "hip" genug altes Zeug zu benutzen.)

Der iPod: Leicht wechselbare Akkus? Wo kommen wir denn hin, nenene...

Ich fände es cool wenn Apple uns Usern die Optionen offen halten würde: Fertigdesgn für die einen, und Customizing (Neudeutsch: Pimping) für die anderen.

Äppele

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 28.04.2006 | #10
Gute Punkte!

Äppele

Von: Hrusty | Datum: 28.04.2006 | #11
geht nicht ums hipp sein.
Es geht darum Dir bei jedem CPU und GrafikUpdate auch nen Bildschirm mit auf Deinen steinigen Weg geben zu können.

ipod dto.
Akku putt, ipod neu!

iPoddle

Von: mandor | Datum: 28.04.2006 | #12
wieso? Dem iPod kann doch geholfen werden ... [Link]

Stimmt iPod Akku für 40 Euro incl. Austausch ...

Von: Terrania | Datum: 28.04.2006 | #13
Hier:
[Link]

Das ist nicht billig, aber weitgehend ok.

Langlebige Produkte ...

Von: M@rkus | Datum: 28.04.2006 | #14
... tragen wesentlich zum Umweltschutz bei. Und da stehen die Apple-Rechner grosso modo besser da als die PC-Konkurrenz.

Schöne und ergonomische Produkte wiederum haben ebenfalls einen positiven Einfluss auf uns und unsere Umwelt.

Mit dem Apfel (der Erkenntnis) als Firmen-Logo dürfen Sie aber ruhig auch im Bereich Umweltschutz (was für ein dummes Wort => siehe unten) eine Vorreiter-Rolle übernehmen. Hier mangelt es noch ein wenig an Innovation ...

Umweltschutz? Als müssten wir die Umwelt schützen ... Die schützt sich schon selber. Wenn schon, dann müssen wir uns vor uns selber schützen ... vor unserer Gier und Rücksichtslosigkeit. Die Umwelt passt sich einfach neuen Gegebenheiten an, aber der Mensch, der erträgt keine stärkeren Schwankungen im Ökosystem, sonst stirbt er einfach aus ... Sorry, kann das Wort Umweltschutz schon bald nicht mehr hören ...

wirkliche Nachhaltigkeit

Von: Äppele | Datum: 28.04.2006 | #15
Ich weiß das man den Akku auswechseln kann.
Darum geht es nicht. Es geht darum, das Apple nichts tut um Nachhaltigkeit zu erleichtern oder gar zu fördern, sondern uns auch noch Steine in den Weg legt.
Eine Firma die mir entgegen kommt, der komme auch ich gern entgegen.

Apple reagiert kaum auf Anregungen von außen und Jobs äußerst ungehalten auf Kritik.
Das hinterlässt den Eindruck, das Apple nur eine PR-Fassade einer coolen, hippen, innovativen und fürsorglichen Firma errichtet ohne es zu sein.
Und das wiederum hinterlässt bei mir einen schalen Beigeschmack.
Würde Apple das ändern würde, wäre es das berühmte iTüpfelchen. Zumindest für mich.

@Äppele

Von: jochen | Datum: 28.04.2006 | #16
Es ist nicht NOTWENDIG, dass DU all die neuen Produkte (Mac, iPod, Handy, Digitalkamera, Mikrowelle, Auto ...) immer sofort kaufen musst, wenn die Industrie diese auf den Markt bringt.

Jochen

Hab ich nicht behauptet...

Von: Äppele | Datum: 28.04.2006 | #17
..., tu ich nicht, aber es wäre doch schön wenn ich meine Produkte intensiver nutzen könnte.

p.s.: schließlich...

Von: Äppele | Datum: 28.04.2006 | #18
...fänd ich es gut ein rundherum, in jeglicher Hinsicht gutes Produkt zu benutzen. Nicht für die Indutrie, sondern für mich.

@Äppele

Von: jochen | Datum: 28.04.2006 | #19
Ich poste grad mit meinen PowerMac aus 2001.
Mein Sohn spielt grad am Mac PPC6100 aus 1994. Jaaaaaaaaa, der tuts noch.

;-)

Jochen

Nachhaltigkeit, die Letzte

Von: Äpplele | Datum: 28.04.2006 | #20
Is' ja schön für dich. Nein, wirklich und ohne Ironie. Aber ich bin wahrscheinlich leider auf mehr Rechenpower angewiesen als du.

Bezüglich Nachhaltigkeit

Von: MichaelK | Datum: 28.04.2006 | #21
Ich freue mich ja schon, wenn ich 10.5 überhaupt noch vollständig auf meinem Quad installieren kann (von BootCamp und wer weiß, was da noch kommt, mal abgesehen) – und dieser wird dann gerade seinen ersten Geburstag feiern.