ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4256

Apple macht MacOS X für Intel proprietär

Mit der GPL wäre das nicht passiert

Autor: kai - Datum: 19.05.2006

Apple macht laut Tom Yager von Infoworld die Schotten dicht und gewährt keinen Einblick mehr in den Darwin-Kernel von MacOS X. Dies gilt allerdings nur für die Intel-Version, die PPC-Version bleibt weiterhin offen.
Die Gründe dürften offensichtlich sein: Hacker, die MacOS X auf beliebigen PCs installierten bedienten sich für ihre Hacks zur jeweils aktuellsten MacOS X-Version immer ausgiebig im Darwin-Source. Aber ist dies wirklich notwendig? Schon in der Vergangenheit hat Apple die TPM-Abfrage bevorzugt in "höheren", nicht im Darwin-Source enthaltenen Systembestandteilen wie etwa der Rosetta-Emulation versteckt, aber auch dies wurde von den Hackern geknackt - ohne Sourcecode! Der Kernel selbst ist nur ein winzig kleiner Teil des Systems, wenn Apple wirklich wollte, könnten sie TPM-Abfragen in jede einzelne Software und Systemkomponente integrieren und den Hackern so den Spaß verderben. Aber irgendwie bekomme ich den Eindruck, dass Apple gar nicht so wirklich will...
Vielleicht sind die Gründe ja auch woanders zu suchen, immerhin sind die Intel-Macs die einzigen mit TPM, aka "Fritz-Chip". Und Trusted Computing bzw. DRM und quelloffener Source stehen sich -trotz einiger Anstrengungen, dies mit Linux unter einen Hut zu bekommen- rein nach dem gesunden Menschenverstand diametral gegenüber. Denn jeder zusätzliche mögliche Angriffspunkt könnte eventuell das mühselig erbaute (und letztendlich für die reibungslose Funktion in freier Wildbahn viel zu komplexe) DRM-System aushebeln...

Kommentare

etwas OT

Von: Hrusty | Datum: 19.05.2006 | #1
ein kleiner Link, ein großer Schritt für ...

[Link]

vielleicht

Von: Hrusty | Datum: 19.05.2006 | #2
ist der TPM Chip ja auch gar nicht da im OS X zu schützen sondern den User vor dem User ;-)

senf

Von: core icke | Datum: 19.05.2006 | #3
auf jedenfall faellt damit die moeglichkeit flach den linuxkernel einzusetzen, wie ja spekuliert wurde als avie(?) weggegangen ist.

btw: closed source == proprietaer? na ich weiss ja nicht ob das so gilt ...

Wenn man nix weiß, besser keinen Artikel schreiben.

Von: KnoblauchTraubeNuss | Datum: 19.05.2006 | #4
Unwissenheit gepaart mit Spekulation ergibt keinen guten Beitrag, Kai.

Apple zeigt jedenfalls, dass es eins nicht geben wird: OS X für alle. Darum geht es bei dieser Maßnahme, um nichts anderes.

@KnoblauchTraubeNuss

Von: namepower | Datum: 19.05.2006 | #5
Den Satz "Unwissenheit gepaart mit Spekulation ergibt keinen guten Beitrag, Kai." könntest du für alle seine Artikel verwenden.

ähm...

Von: hugo | Datum: 19.05.2006 | #6
[Link]

Danke, Hugo

Von: name | Datum: 19.05.2006 | #7
Da sich hier die üblichen Kommentatoren auch nicht der Verbreitung von Wissen verschrieben haben – werde ich bei Heise weiterlesen.

Da findet man doch die eine oder andere Perle.

Lecker Senf

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 19.05.2006 | #8
Dazu habe ich auch schon einges gelesen; es ist wohl tatsächlich unklar, was der Hintergrund der Aktion ist. Es könnte auch sein, dass Apple die Dokumentation verbessern will oder sonst was macht. Auch scheint es so zu sein, als wenn das schon längere Zeit diskutiert wird in der Gemeinde. Ein kluger Gedanke dazu war jedenfalls, dass es auf Apples Renomierprojekte im Bereich Cluster-Computing zurückfallen könnte, da dort tatsächlich wohl Kernel-Optimierungen vorgenommen worden sind. Andererseits, wenn man 2000 zukünftige intel-xServes unter der Bedingung bestellt, dass man die Source des Kernels bekommt, sagt Apple wahrscheinlich auch nicht nein, kleine NDA, passt schon.

KnoblauchTraubeNuss

Von: Hrusty | Datum: 19.05.2006 | #9
na das würde ich so nicht sagen:

OSX für alle wäre schon möglich.
Nur OSX für alle und für lau nicht mehr.

Unwissenheit gepaart mit Spekulation

Von: DerDietäh | Datum: 19.05.2006 | #10
nennt man in der Welt des US-Businessjournalismus 'Analyse'. Darauf ist zum Beispielt ein gewisser Mr.Dworak bekannt, der als Apple-Basher verschrieen ist aber den trotzdem nicht mal auf Heise jemand als Troll zu bezeichnen wagt...

OSX für alle und für lau ist sicher schwieriger geworden aber unmöglich, das Wort gibt's doch in der Hackerwelt nicht. Da kann sich der iStiff mit dem ganzen Legal Department auf den Kopf stellen und 70 TPM/DRM-Chips verbauen und uns noch dazu einige DOngles aufbürden, irgendwer wird sich doch herausgefordert fühlen und dann geht die Jagd aufs neue los.

Wo ich allerdings die Diskussion in englischsprachigen Qualitäts- und Rumor-Foren sehr intensiv und mit Sorge verfolge ist jene Spekulation, wo's darum geht, dass Apple (natürlich nur unter dem immensen Druck der Medienkonzerne) die DRM Lösung mit dem Chip dazu einsetzt, unsere Rechte als Konsumenten zu beschneiden, also die Nutzung von digitalen Contents, die legal erworben wurden, weiter einzuschränken. Da sind wir zwar in EUropa noch um Lichtjahre besser gestellt als in USA (Stichwort: Digital Millenium Copyright Act und die Gesetzesvorlage zu seiner Ausweitung) aber auch in Brüssel wird der Druck der Medienmafia (darf man das hier noch schreiben?) immer stärker. Verständlich, die müssen ja auch von was leben und wenn die pro abspielen kassieren und jegliche Weitergabe einschränken dürfen ist das schon eine feine Sache.

Vor der schönen, neuen Welt graut mir jedenfalls - lieber schnell noch die alten LPs digitalisieren und meine CDs rippen, bevor das (zumindest in USA) mit je nach Bundesstaat höheren Strafen bedroht ist als Totschlag (http://www.pcpro.co.uk/news/86820/dmca-version-20-released.html). Der passende Link dazu führt auf die Electronic Forntiers Foundation, die ich Euch allen nahe legen möchte:http://www.eff.org/

Dafür gibt's auch ein extra-Keksi, nicht nur für neu (der wohl bald hier im Thread aufkreuzen wird um Kai zu kreuzigen)

Ich tippe auch auf...

Von: ctopfel | Datum: 19.05.2006 | #11
... evtl neuen kernel, viellecith einer der (wie im windows) direkter zugriff auf die Grafikkarte erlaubt, und somit OpenGL vershcnellert, etc.

reine Spekulation. mehr werden wir wissen, wenn 10.5 vorgestellt wird...

mit Quartz Ultrasuperextreme

Was zu lesen

Von: H. Richter | Datum: 19.05.2006 | #12
[Link]

Geht nur um Schutz von OS X

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 19.05.2006 | #13
Wieso nur die Intel Version? Wenn es um etwas anderes as den Schutz von Mac OS X gehen würde, hätten sie doch den Kernel auch für die PPC Version zu closed Source gemacht oder nicht? Ist das vielleicht nur ein Lizenzrechtliches Problem bei der PPC Version und bei der X86 Version nicht? Auf jeden Fall würde ich die Notwendigkeit den Kernel nicht mehr als Open Source Anzubieten als Nachteil des Switches für den Konsumenten werten, der vor allem Entwickler trifft.

@DerDietäh : drm

Von: nam | Datum: 19.05.2006 | #14
gibs dann nachruest drm fuer ppc macs oder heisst das, dass man mit denen nicht an der schoenen neuen contentwelt teilhaben darf?

im cell sind ja auch so schoene sicherheitstrukturen eingebaut wie ich neulich gelesen habe. ansonsten haette er vermutlich nie den weg in die ps3 gefunden ...

@Kai: keine Ahnung von der Materie,

Von: Kleines Frettchen Kai | Datum: 19.05.2006 | #15
...aber erstmal irgend einen Mist verzapfen. Hier ein paar Infos von Leuten, die sich mit sowas auskennen:

[Link]

[Link]

und da

Von: tsch | Datum: 19.05.2006 | #16
[Link]

@nam:drm fuer ppc macs

Von: DerDietäh | Datum: 19.05.2006 | #17
Na sein wir ehrlich: kai hin oder her, PPC sterben nun flott aus. Wenn wir davon ausgehen, dass nach Anfangs 15-20% pro Quartal dann weiterhin auch nur 10% der existierenden PPC Mac-User pro Quartal umsteigen dann sind wir gegen Weihnachten 07 koplett in-Intellisiert und Kai lebt auf einer einsamen Insel mit ein paar ewig-Aufrechten, die für immer auf Tiger oder dessen Nachfolger gefangen bleiben und sich dann mit den paar ewig-gestrigen OS9-fanatics streiten dürfen, wer hier mehr recht hat (erinnert an Monty Python: wie klingt denn die PPC Liberation Front? ;-)

Daher ist der PPC für den DRM Plan nicht mehr interessant. Finito, vorbei, Schnee von gestern, demnächst ausgestorben, so wie die Apple Software in PPC-Version.

PS: Kleines Frettchen? Das bist doch Du, neu - hier ist Dein Keksi... und solltet Ihr doch nicht zwei Inkarnationen der gleichen Persönlichkeit sein dann müsst Ihr's eben teilen...

Ist doch bloß Spekulation...

Von: Jawohl ich | Datum: 19.05.2006 | #18
..wie Thyl schon schrieb. Es gibt mehrere denkbare Gründe warum es den Code noch nicht gibt von dem Gerücht dass sich nur ein Mitarbeiter um die Veröffentlichung kümmert bis hin zur Erstellung einer verbesserten Dokumentation...

Und es gibt keine offizielle Stellungnahme von Apple.

Warum eigentlich nicht gleich behaupten, der nächste Kernel wird ntkernel.exe

danke fuer den _halben_ keks

Von: nam | Datum: 19.05.2006 | #19
ansonsten glaube ich, dass es einfacher ist ein drm system im kernel zu verwalten, als es im gesamten system zu streuen.

@DerDietäh

Von: Aufmerker | Datum: 19.05.2006 | #20
Du hast vollkommen Recht, mit dem was du da sagst!

Zwei Links:
[Link]
[Link]

@ Thyl

Von: ut | Datum: 19.05.2006 | #21
< Ein kluger Gedanke dazu war jedenfalls, dass es auf Apples Renomierprojekte im Bereich Cluster-Computing zurückfallen könnte, da dort tatsächlich wohl Kernel-Optimierungen vorgenommen worden sind. Andererseits, wenn man 2000 zukünftige intel-xServes unter der Bedingung bestellt, dass man die Source des Kernels bekommt, sagt Apple wahrscheinlich auch nicht nein, kleine NDA, passt schon. >

Zm Thema Cluster hat Steve sich mal geäußert in dem Sinne, dass er dort keine Zielgruppe für Apple sehe.

Wenn der XServe vom G5 auf Intel umgestellt wird hat sich das Thema eh erledigt:
Zu lahm, zu teuer.

In den obere Rängen der Top500 der Supercomputer spielen Intel-basierte Systeme keine große Rolle, die werden dominiert vom PowerPC.
Außerdem verlangt Intel für einen einzelnen dafür geeigneten Server-Prozessor mehr Geld, als der komplette XServe G5 kostet.

Das zeigt sich z.B. mittels eines Vergleichs zwischen dem Cluster aus 1100 XServe G5 Clusternodes bei Viriniatech mit einem auf die gleiche Leistung hochgerechneten Intel-Basiaerten Cluster (NCSA Tungsten):
Um die Rechenleistung der 2200 G5 2.3 GHz-Prozessoren in den 1100 XServe G5 Dual 2,3GHz (á 2999$) von Virginiatech zum Preis von 3,3Mio$ zu erreichen, braucht man ca. 3120 P4 Xeon mit 3,06GHz in 1560 Dell PowerEdge 1750 zu Preis von jeweils 4973$, macht ca. 7,8 Mio.$.

@Kai

Von: Aufmerker | Datum: 22.05.2006 | #22
Wieder mal total daneben, du Kasper! [Link]

Ich vermute mal...

Von: dieter | Datum: 23.05.2006 | #23
...auch politische Gründe. Wie einige bereits bemerkt haben, wird sich de facto nie verhindern lassen, daß entschlossene Bastler Intel-OSX irgendwie auf generischen x86-PCs zum Humpeln bringen. Schützenhilfe von Apple, d.h. Veröffentlichung des OS-Quellcodes, ist aber eine mehr oder weniger offene Kampfansage gegen Windows und könnte eine (derzeit noch) unerwünschte und kontraproduktive Schlacht mit Microsoft lostreten. Wie es in drei Jahren damit steht, kann keiner vorhersehen, aber augenblicklich wäre es für Apple immer noch sehr riskant.

Kaissandra

Von: Jawohl ich | Datum: 24.05.2006 | #24
sei Dein Name!