ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 426

Ein Salut für Erfinder Rudolf Hell

Wegbereiter einiger epochaler Entwicklungen

Autor: bh - Datum: 15.03.2002

Vergangenen Montag starb im Alter von 100 Jahren der Erfinder Rudolf Hell. Wenigen, die sich dieser Tage auf der CeBIT die neuesten Produkte präsentieren lassen, wird sein Name noch etwas sagen, aner ohne Rudolf Hell wäre die Hälfte dieser Geräte nicht da.
Es begann mit seinem ersten Patent auf die "lichtelektronische Bildzerlegerröhre", die in späteren Jahren den Fernseher ermöglichte. In den zwanziger Jahren kam ihm die Idee, Texte und Bilder in Punkte und Linien zu zerlegen, um sie elektronisch übertragbar zu machen: sein "Hellschreiber" war das Resultat. Der Vorläufer des Faxgerätes erblickte 1929 das Licht der Welt und revolutionierte das Nachrichtengeschäft. Diese Newsticker wurden zu unentbehrlichen Geräten jeder Redaktion, und mit dem "Klischofgrafen" reovlutionierte er auch gleich den Zeitungsdruck von Bildern. Ebenfalls auf Rudolf Hell geht der Autopilot zurück - hieß zwar damals noch "direktanzeigendes Funkpeilgerät", war aber der Prototyp. In den sechziger Jahren gelangt Hell nocheinmal eine bahnbrechende Erfindung: der "Cholograph" ist uns als Farbscanner wohlbekannt und war sein letzter großer Wurf. Erst im Alter von 70 Jahren zog sich Hell aus seinem Unternehmen zurück, das später von Siemens gekauft wurde und mittlerweile zur Heidelberg Druckmaschinen AG gehört. Anlässlich seines Todes zollen wir einem Mann Achtung, der sein Denken nicht von Ideologie oder Religion einengen ließ, und mit seiner Forschung viel ins Rollen gebracht hat, das die Kommunikation der Menschen erleichtert. Ein Zitat aus Apples berühmtem Werbespot paßt auf ihn: "he pushed the human race forward - and while some may see him as the crazy one, we see genius". Danke, Rudolf Hell.

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