ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 427

Intels Andy Grove erteilt Kopierschutz eine Absage

Deutliche Antwort für Michael "Mickey" Eisner

Autor: bh - Datum: 15.03.2002

‹ber den massiven Angriff von Disney-Chef Michael Eisner haben wir berichtet; der CEO beschuldiigte Apple, Intel und einige andere IT-Unternehmen, keine ausreichenden Maßnahmen gegen Raubkopierer getroffen zu haben. Unterstützt wurde er von Senator Hollings, einem Demokraten aus South Carolina, der auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses ist. Hollings befürchtet, daß ohne "technological safeguards" Hollywood niemals die Art von qualitativ hochwertigen Programmen liefern könne, die sich auch wirtschaftlich niederschlage. Dazu wäre zu bemerken: Hollywood hat einen massiven wirtschaftlichen Niederschlag, und mit Qualität in den meisten Fällen nichts mehr zu tun. Der hundertste Aufguß von "Ich weiß, mit wem Du es letzten Sommer getan hast" wird daran nichts ändern, daß auch diese Branche massive Strukturveränderungen bewältigen muß. Ob Software-, Musik- oder Filmindustrie - das Mitleid für diese Branchen hält sich in Grenzen aufgrund bisher überzogener Auslegungen des Urheberrechtes. Mit einer moderaten Auslegung auch in Sachen mp3 hätten die Musikkonzerne vielleicht eine Chance gehabt, ein gewisses Unrechtsbewußtsein zu etablieren. Nachdem aber für den letzten Drucker, Kopierer, Rohling ohnedies eine Abgabe bezahlt wurde, fragt der Konsument zu Recht, was er denn für seine Pauschalabgabe bekommt - und kopiert ganz wie befürchtet. Eisners Wortmeldung bekam eine schöne Replik von Intel Chairman Andy Grove: "Is it the responsibility of the world at large to protect an industry whose business model is facing a strategic challenge? Or is it up to the entertainment industry to adapt to a new technical reality and a new set of consumers who want to take advantage of it?" Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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