ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4271

MacOSX mit Linux Kernel - Not

Eine Meinung

Autor: thyl - Datum: 26.05.2006

Es geistert ja immer mal wieder die Forderung durch die Medien, den Kernel von MacOSX von Mach 3 (bzw. XNU, wie er jetzt verbrämt genannt wird) auf den Linux-Kernel umzustellen, eine Vorstellung, bei der sich mir die Haare sträuben.

Hier gibt es eine detaillierte Stellungnahme von jemandem, der auch dagegen ist, aber mehr Argumente hat als ich.

Kommentare

Wäre auch schön dumm...

Von: booster | Datum: 26.05.2006 | #1
Linux ist toll, keine Frage. Aber nicht weil es technologisch überlegen ist, sondern einfach weil eine schiere Unmenge von Leuten dahinter stehen die es zum Laufen bewegen.

Ein wirklich moderner Kernel sähe anders aus, doch was soll all diese Theorie wenn es doch läuft. Das gilt im Übrigen auch genauso für XNU, da steckt eine Menge Arbeit drin und er funktioniert doch ganz gut.

Außerdem will ich HURD haben ;-)

servus
booster

Seltsame Rechtfertigungen für BSD

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 26.05.2006 | #2
Also soweit ich weiß ist ein Monolithischer Kernel zunächst mal instabiler weil alle Treiber im Kernel verwurstet sind, und wenn einer abstürzt, er den Kernel mit abstürzen lässt.
Ein Micro Kernel heißt deswegen Microkernel weil er nur das aller notwendigste im Kernel integriert hat, und alles andere in einem übergeordneten Layer auslagert, was eine Kernelpanic extrem unwahrscheinlicher macht. Wenn so ein Treiber dann abstürzt kann er einfach neu gestartet werden, ohne das der Benutzer davon überhaupt etwas mitbekommt.
Das ist zunächst mal ein großer Vorteil gegenüber dem Linux Kernel. Und es hat auch zur Philosophie des Risc Prozessors gepasst. Allerdings muss man fairerweise sagen das Der linux Kernel aufgrund seiner Verbreitung so gut ausgetestet ist, das er sehr ausgereift ist. So ausgereift ist der BSD Kernel schon deswegen nicht weil ein hin und wieder mal abstürzender Treiber nicht so ärgerlich ist wie bei Linux. Und weil es nicht so viele Betatester gibt wie bei Linux. Vom technischen Ansatz finde ich den Microkernel auf jeden Fall besser. Aber ich fand auch den Risc Prozessor vom Technischen Ansatz her besser, und mein nächster mac wird trotzdem einen Cisc Prozessor haben. Von daher, was nützt da schon die Technische Überlegenheit eines Ansatzes, wenn der unterlegenere mehr Anhänger hat. Letzten Endes bestimmt der Markt und nicht die Technik den Erfolg einer Technologie. Also was soll es! Von mir aus auch ein Linux Kernel. Und die Passage mit dem Java habe ich ja mal nicht wirklich verstanden. Was so besonders an Bytecode ist, ist doch wohl jedem klar! Und das hat sich doch auch durchgesetzt, sogar Microsoft hat das Bytecode Konzept übernommen.

@Cyrus

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 26.05.2006 | #3
Zum Glück haben wir ja mit dem BSD-Kernel auch nichts am Hut ;-)

Benchmarks

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 26.05.2006 | #4
Hallo,

Von den drei "roughlydrafted: gebrachten Argumenten für eine Linux-Kernekl für OSX sind sicher nur 1.5 ernst zu nehmen.

Das Linux Hype oder Buzz ist nicht wirklich ein Argument. Darüber braucht man nicht zu diskutieren.

Das Linux allgemeine PC-Hardware besser als OS X unterstützt ist zwar i.d.R richtig (auch wenn es Gegenbeispiele gibt), aber auch das schert Apple wenig. Den support für die eigne Hardware bekommt Apple eh immer hin, der Rest, nun ja, egal für Apple.

Bleibt das Performanceargument. Hier kritisiert der Artikel zu recht, Vergleiche die Äpfel mit Birnen vergleichen, spricht OSX auf ppc gegen Linux auf x86. Nur warum nimmt er nicht den raren, aber vorhanden Vergleiche mit ppc-Linux.

Beispielsweise hat Benjamin Herrenschmidt (der Alan Cos des ppc-Kernels) als er 2002 zum ersten mal einen eien Xserver G4 in die Finger bekamm und Linux bootet (auf nur einer von 2 CPUs) ein vierfach bessere Perfomance als OSX seinerzeit auf allen beiden CPUs bekommen. (siehe hier).
Das war zwar ein extremes Beispiel und Apple hat auch seit dem einiges optimiert, aber m.W. liefert besagter Vergleich immer noch einen deutlichen Vorsprung für ppc-Linux. Darüberhinaus fühlt sich mein mac mini und mein Yosi unter Linux (selbst mit KDE) flüssiger an als unter OSX.
Und das mit dem sicher weniger optimierten ppc-Linux-kernel.

Ergo, irgendwo in Apple OSX knirscht es. Ein Punkt ist sicher DisplayPDF aka Quartz, das eine extra Abstraktionsebene einführt. Der Kernel dürfte aber die zweite problematische Stelle sein.

Bis dann

R"udiger

Naja...

Von: chris | Datum: 26.05.2006 | #5
Also ich denke abgesehen von allen technischen Argumenten ist Linux schon wegen der GPL unmöglich für Apple. Alle Erweiterungen von Apple, alle Treiber etc. auch von Drittherstellen, die in den Kernel linken müßten offengelegt und frei verteilt werden! Bei Apple niemals.

Damit erübrigt sich in dieser HInsicht auch die technische Diskussion.

Allerdings wird insbesondere durch die direkte Vergleichbarkeit auf X86 Hardware deutlich, daß OSX vielleicht doch einige Performance Probleme hat. Und zwar im Gegensatz zu dem Artikel, der zu Beginn richtig sagt, daß OSX primär ein Desktop System ist, dann aber doch auf MySQL und Apache abhebt, sehe ich die Probleme in den Desktop relevanten Bereichen. Grafik und OpenGL Performance ist nicht so doll. Scrollen ist richtig lahm auch im Vergleich zu OS9 (Schlagt mich, aber es ist wahr).

Ob das am xnu liegt, oder am Aqua Konzept kann ich nicht wirklich beurteilen.

Wenn Switch dann nicht Linux

Von: neo | Datum: 26.05.2006 | #6
Sondern FreeBSD Kernel. Der Umstieg wäre der kleinste und ist auch über kurz oder lang machbar.
Vergessen wurde bei der Diskussion:
1. das Problem GPL, alle proprietären Treiber können dann nicht mehr benutzt werden. Das würde bedeuten keine Closed Source Hardware für den Mac.

2. Das IOKit ist dann hinfällig oder der Linux Kernel müste umgeschrieben werden.

Im Großen und ganzen bringt so ein wechsel nix.

Gruss Neo

Linux ist überflüssig

Von: pm | Datum: 27.05.2006 | #7
Wenn Apple eine Art Unix macht dann sicher BSD und XNU. Es gab einen Grund warum es vor Linux schon deutlich besseres gab UNIX. Jedes auf dem Markt erhältliche UNIX ist um Klassen besser als LINUX. Das gilt von Ultrix von DEC über HP UNIX, IBM AIX bis zu SUN Solaris.

Wenn Apple mit BSD nicht zufrieden wäre, ist eine Lizenzierung eines richtigen Unix mit Sicherheit Linux vorzuziehen.

Oh Mann...

Von: wargum | Datum: 27.05.2006 | #8
Ich sag es mal wie es ist:
Wer ernsthaft glaubt, Apple setzt bald den Linux-Kernel ein oder das beführwortet, ist ein IDIOT! Es gibt eine Menge K.O.-Kriterien gegen den Linux-Kernel, die ja auch sehr schön in dem Artikel besprochen werden.

Apple wird noch etwa 15 Jahre lang OS X weiterentwickeln, danach soll ja der nächste große OS-Wechsel anstehen. Wie kann man nur glauben, Apple wechselt jetzt noch auf etwas konzeptionell so altmodisches wie den Linux-Kernel? Man muss kein Genie sein, um den Siegeszug der Mikrokernel kommen zu sehen. Warum? Weil sie den künftigen Anforderungen besser entsprechen als die alten monolithischen Konzepte. (Guter Artikel zum Thema: [Link]

Performance ist heute billig und im Überfluss vorhanden (siehe Core Duo im MacBook ;-) ) und in 10-15 Jahren erst! Zudem wird das Internet nach wie vor von Tag zu Tag wichtiger und wir "bewegen" uns immer mehr im [Link] Und genau wie im richtigen Leben will der Mensch Sicherheit, deswegen kann und will er nicht mehr ohne Versicherung, Airbag und ABS auskommen.

Das selbe wird bei den Betriebssystemen passieren: Geschwindigkeit ist nicht mehr das Problem, aber die Sicherheit, ja, die macht uns sorgen. Also alles auf gemanagete Sprachen wie Java/.Net umgestellt, und schon sind 90% aller Sicherheitsrisiken weg. Niemand will mehr zurück, niemand will mehr ohne ABS. Man erwartet von einem Betriebssystem in den Zukunft einfach, dass es sicher ist. Linux wird aussterben, die alten Unixe auch bzw. sie laufen noch in einer Sandbox in der Emulation, wegen der ein oder anderen Legacy-Anwendung.

Dieser Entwicklung kann sich keiner Entziehen, die Monolithischen Ungetüme (mal sehen wieviele zig Millionen Codezeilen Linux 2020 haben wird) werden aussterben genau wie die Väter des Linux-Kernels.

wargum

Von: miniMe | Datum: 27.05.2006 | #9
unixe.. aha. und ich mach mir jetzt noch ein paar Pizzas und gieß meine Kaktusse.

*SCNR*

minime

Von: nico | Datum: 27.05.2006 | #10
vergiss nicht vorher in deine atlasse zu schauen...

wargum

Von: Mitleser | Datum: 27.05.2006 | #11
"Wer ernsthaft glaubt, Apple setzt bald den Linux-Kernel ein oder das beführwortet, ist ein IDIOT!"

Treten Sie in die Fussstapfen des Herrn Kai oder was war ihre Motivation?