ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 4273

Laut oder heiß, wie hätten wirs denn gern?

Eine Erklärung zur Wärmeleitpaste

Autor: thyl - Datum: 27.05.2006

In diesem Artikel (auf S. 3) kommt der Autor James Duncan Davidson zu einer anderen Erklärung für das beobachtetes Phänomen der Abkühlung des Macbook Pro nach Aufbringen einer kleineren Menge Wärmeleitpaste, das auch hier schon einschlägig diskutiert worden ist.

Er glaubt, dass die Anwender, die nach Aufbringen von weniger Paste einen kühleren Rechner erhalten haben, einen Montagefehler gemacht haben könnten, bei dem sie den Temperaturfühler für die Lüfterregelung falsch wiedereingebaut haben. Das ist ihm nämlich passiert, mit dem Ergebnis, dass die Lüfter in einer Art Notfallprogramm die ganze Zeit voll hochgedreht haben, was zu einem wunderbar kühlen Rechner, aber zu einigem Lärm geführt hat. Nach nochmaliger De- und Reassemblage fand Davidson das Problem und nach korrektem Einbau des Sensors war der Rechner nur noch 1-2 Grad Fahrenheit (also Schwankungsbreite) kühler als mit der von Apple vorgesehenen Menge an Wärmeleitpaste.

Kommentare

Dieses Thema...

Von: ghme | Datum: 27.05.2006 | #1
...nun auch widerlegt. Hui, was gab es da für sinnlose Diskussionen und Kommentare von selbsternannten Hardware (Wärmeleitpasten) Spezialisten. Aber nee, die Jungs bei Apple haben ja absolut keine Ahnung wie man Rechner bauen muss... Ach ja, nahtlos reiht sich diese Diskussion (wie andere Punkte: [Link] ) in den anderen "Seit Intel muss Apple schlecht sein"-Schwachsinn ein...

Ja, alles Schwachsinn, die Physik und so ...

Von: RaSa | Datum: 27.05.2006 | #2
glaubte ich doch bisher, die beste Wäremeübertragung würde von Atom zu Atom realisiert. Da keine Fläche absolut eben ist (unterm Rastertunnelmikroskop) kommt es dazu, dass recht wenig Atome auf Atomen zum liegen kommen aber viel "Luft" dazwischen liegt. Wärmeleitpaste leitet nicht so gut wie die Atome der beiden Grenzschichten aufeinander, aber besser als Luft. Bisher dachte ich, das eine geringe Menge an Wärmeleitpaste alias "Luftverdränger" dünn aufgetragen eben die "Luft" verdrängen soll aber trotzdem den direkten Kontakt zwischen den Flächen zustande kommen lassen soll. Bei Apples Menge kann ich mir das nicht mehr vorstellen.Da gibt es Fläche an Paste an Fläche.

Ach, so ein Blödsinn, wo Apples Wärmeleitpaste do so viel besser ist. Ich frage mich nur, weshalb Appel derart geizig damit umgeht und nicht das ganze Gehäuse damit füllt? Also Apple-Fan-Boys, rein ins Geschäft, ein Großgebinde gekauft und das MacBook vollpumpen damit.

bisher hiess es immer dünn auftragen...

Von: hugo | Datum: 27.05.2006 | #3
@ghme:
Bisher hiess es immer man soll das Zeug sehr sparsam auftragen, da hat RaSa schon recht.

Nur weil eine Person bei einem MacBook keine Temperaturunterschied hinbekommen hat bedeutet es nicht zwingend das die anderen falsch liegen.

Nur weil diese Person den Sensor nicht auf anhieb hinbekommen kann man auch nicht unbedingt davon ausgehen das alle Personen die das MacBook "behandelt" haben den gleichen Fehler gemacht haben. Ich denke die hätten den Lüfter im Dauerbetrieb auch gemerkt, oder waren alle taub?

Apple Hardware-Abteilung macht keine Fehler? Waren da nicht mal lärmende Lüfter in irgendeinem G5 oder so? Alles gut zu finden was Apple macht ist vielleicht ein typischer Apple-Fanboy-Reflex?

@ Hugo

Von: ghme | Datum: 27.05.2006 | #4
Apple, Intel, Quanta (oder wer auch immer die Dinger herstellt) und alles Idioten dort? Aber ein paar Schrauber daheim haben den Durchblick?

Wie im Artikel gesagt: es mag nicht die eleganteste Lösung sein, aber wen -ausser Neo-Apple-Hassern- interessiert denn das schon? Ich trage die Paste dünner auf und die Lüfter laufen danach -naja- zumindest häufiger? Äh, hat da mal jemand wirklich drüber nachgedacht?

Natürlich macht die Apple Hardware Abteilung Fehler, nur: das ist vermutlich keiner, denn wenn dieser so offensichtlich wäre, dass es sogar ein paar Hobbyelektroniker in diversen Foren erkennen können, dann wäre dies niemandem bei Apple, Intel, Quanta aufgefallen - hmm, ja klar, gaaaanz sicher...

@hugo

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 27.05.2006 | #5
Der Autor des ersten Berichts zu dem Thema hat das Hochdrehen der Lüfter durchaus bemerkt. Ich hatte damals spekuliert, dass durch die verbesserte Leitfähigkeit die Heatpipes jetzt endlich so heiß werden, dass die Lüfter hochfahren. Aber die jetzt gegebene Erklärung in dem neuerlichen Artikel geht eben einen Schritt weiter, da der Autor eben einen Schritt weiter gegangen ist und geguckt hat, WARUM die Lüfter hochdrehen, statt nur zu spekulieren. Und seine Analyse ist überzeugend, da er einen Montagefehler bei sich selbst finden konnte, der das Laufen der Lüfter abstellt.

@ghme

Von: hugo | Datum: 27.05.2006 | #6
Apple macht keine offensichtliche Fehler:
Um den jaulende Lüfter des G5 zu bemerken braucht man Apple Sepezialisten? Eher nicht, das kann auch ein Laie beurteilen.

Nochmal: ich behaupte nicht das Apple scheisse ist und die Apple Hardware Abteilung nur Müll produziert, aber ich behaupte: dünn aufgetragene Warmeleitpaste ist besser als ne dicke Schicht. Das wird mir auch James Duncan Davidson und sämtliche Apple-Fanboys ausreden. Ich zitiere mal: Die Paste soll lediglich die aufgrund der Oberflächenrauheit entstehenden Luftkammern ausfüllen. Aber viel hilft hier nicht viel: Je dicker die Pastenschicht ist, desto schlechter wird der Wärmeübergang, insbesondere wenn der Metall/Metall-Kontakt abreißt. Eine hauchdünne Schicht und ein kräftiges Andrücken sind daher am besten.
Quelle: [Link]

korrektur

Von: hugo | Datum: 27.05.2006 | #7
äh, natürlich
... nicht ausreden...

Übrigens, es gibt verschiedene Wärmeleitpasten

Von: miniMe | Datum: 27.05.2006 | #8
und die haben verschiedene Eigenschaften..

Hier sagen doch immer alle Aplle haut zuviel drauf (ohne zu wissen, was drauf ist) - sagen wir doppelt soviel wie normal - dann könnten die ihre Kosten für die Wärmeleitpaste halbieren.. warum machen die das blos nicht?

@hugo

Von: manamana | Datum: 28.05.2006 | #9
Kann es nicht sein, dass es Fälle gibt, in denen eine kleine Sicherheitsreserve bei der Paste vorteilhaft sein könnte? Z.B. wenn eine Heatpipe auf mehreren Chips liegt? Um etwa eventuell auftretende Fertigungstoleranzen zu kompensieren?
Jetzt mal ganz laienhaft gefragt.

@manamana

Von: hugo | Datum: 28.05.2006 | #10
Wenn Metall (Chip) und Metall (Heatpipe) direkt aufeinander liegt ist der Wärmeübergang am besten. Luft isoliert gut, Wärmeleitpaste liegt dazwischen. Wenn ich jetzt soviel Paste auftrage das ich den Metall/Metall Kontakt nichtmehr hinbekomme dann liegt eine Schicht Paste zwischen dem Metall. Daraus folgt: weniger Wärmeübergang als wenn Metall auf Metall liegt. Es kann natürlich sein das die Pasten inzwischen recht gut geworden sind und es nur noch wenig Unterschied macht, aber Physik bleibt Physik, da hilft auch Steve Jobs RDF nicht. Bisher habe ich aber noch nirgends gelesen das es eine solche Super Wärmeleitpaste gibt, deswegen glaube ich dem was c't und Co. schreibt.

Oder schauen wir mal auf die Homepage von Artic Silver:
[Link]
Die stellen sowas her und da gibts 'ne Anleitung: die empfehlen die Menge eines halben Reiskorns. Nicht die ganze Tube.

Und nur um eines klar zu stellen: ich bin Apple-Fan, hab nen alten Mac mini, und den Intel Switch finde ich auch gut. Ich überlege mir ein MacBook zu kaufen, und die Menge der Paste ist *nicht* der Grund mit der die Kaufentscheidung steht und fällt.